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Full text of "Anglia"

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BEIBLATT zur ANGLIA. 



MITTEILUNGEN ' 

ÜBER ENGLISCHE SPRACHE UNDiLITERATUR 
UND ÜBER ENGLISCHEN UNTERRICHT 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



MAX FRIEDRICH MANN. 



NEUNZEHNTER JAHRGANG. 






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HALLE A. S. 

MAX KIEMETEB. 

1908. 



BMD-INHALT. 

(Nach Verfassern bez. titeln nnd heransgebem alphabetisch geordnet.) 



I* Englische spräche und literatnr einschliesslich der rolksknnde 

nnd goschichte* 

A. Betprechungen. Seite 

Addison, siehe Saad6. 

Americana Germanica. New Series. Editor Marion Dextor 

Leamed, Vol. IV, siehe Reed. 
Anglistische Forschungen, hg. yon Hoops. 

Heft 22, siehe Jespersen. 
Arber, siehe Spenser. 

Aynard, La yie d*an Poöte: Coleridge (Aronstein) 202 

Bang, siehe Materialien etc. 

Beam, Die ersten Deutschen Uebersetzungen englischer Lustspiele 

im achtzehnten Jahrhundert (Mann) 68 

Beaumont and Fletcher, The Works of. Vol. V ed. by A. R. 

Waller (Lincke) 145 

Belles-Lettres Series, siehe Bright, Cook, Sedgefield, 

Strunk. 
Beowulf, An Old English Epic translated into Modem English Prose 

by Wentworth Hnyshe (Klaeber) 257 

Binz, Dir deutschen Handschriften der öffentlichen Bibliothek der 

Uniyersität Basel. 1. Band. Die Handschriften der Abteilung A 

(Haupt) 225 

Boas, siehe Fletcher. 

Bradley, The Making of English (Curtis) 129 

Bright, J. W., siehe The Gospcl etc. 

British Anthologies IH, siehe Spenser. 

Bronson, siehe English Poems. 

Brooke, siehe The Shakespeare Apocrypha. 

Browning (Elizabeth Barrett), Sonette nach dem Portugiesischen. 

Obers, von Bainer Maria Rilke (Noll) 232 



IV BAND-INHALT. 

Seite 

Bnlwer, siehe Müller. 

Cambridge English Classics, siehe Ascham; Gascoigne. 

Chandler, The Literatore of Rogaery (Andrae) 226 

C h a p m a n , All Fools. The Gentleman Usher. Ed. by Th. M. Parrott 

(Aronstein) 200 

Chaucer, siehe Kuhns. 

Cibber, siehe Herrmann. 

Club Law. A Comedy acted in Cläre Hall, Cambridge , abont 

1599—1600. Now printed for the first time etc. etc. by G. C. 

Moore Smith (Aronstein) 43 

Coleridge, The Ancient Mariner. ChristabeL Hg. etc. yon Eichler 

(Aronstein) 204 

Coleridge, siehe Aynard. 

Columbia University Studies in English. Vol. IQ, siehe 

Mustard. 
Cook, A. S., siehe Judith. 
Conant, The Oriental Tale in England in the Eighteenth Century 

(Kratz) 324 

Cunliffe, siehe Gascoigne. 

Dante, siehe Kuhns. 

Documents relating to the Office of the Reyels in the 

time of Queen Elizabeth. Ed. etc. by Feuillerat (Bro- 

tanek) 190 

Donne, siehe Melton. 

Dorrinck, Die lateinischen Zitate in den Dramen der wichtigsten 

Vorgänger Shakespeare's (Lincke) 144 

Dyboski, Tennysons Sprache und Stil (Kratz) 209 

Early Scottish Charters, prior to A.D. 1153, collected, with 

Notes and an Index, by Sir Archibald C. Lawrie (Sander) . 321 
Eckhardt, Die lustige Person im älteren englischen Drama (bis 1642) 

(Ackermann) 375 

Eich hoff, Die beiden ältesten Ausgaben yon Bomeo and Juliet 

(Ackermann) 101 

Eichhoff, Ein neues Drama yon Shakespeare. Der älteste bisher 

noch nicht gewürdigt« Text yon Romeo and Juliet (Acker- 
mann) 101 

Eichler, siehe Coleridge. 
Eliot (George), siehe Richter. 

Elton, Modem Studies (Kellner) 46 

English Poems select^d and edited by Walter C. Bronson (Noll) 260 

Farquar, siehe Schmid. 

Fest, Ueber Surrey^s Vergilübersetzung, nebst Neuausgabe des IV. 

Buches nach Tott^Ps Originaldruck und der bisher ungedruckten 

Hs. Hargraye 205 (Ackermann) 377 

Feuillerat, siehe Documents etc. 

Fietcher. The poetical Works of Giles and Phineas Fletcher. In 

two Volumes. Voll. Ed. by Frederick S. Boas (Lincke) . 323 



DAKD-mHALT. V 

Seite 

Fletcher, siehe Beanmont. 

Gascoigne. The Complete Works of George G. In two volumes. 

VoL I: The Posies. Ed. by John W. Cunliffe (Lincke) . . 97 
George, siehe Tennyson. 

Gerard, The Compromise (Price) 13 

Gowans, siehe The Hundred Best English Poems. 

Gnmmere, The Populär Bailad (Andrae) 226 

Hadow, siehe Shakespeare; Tennyson. 

HarriS; siehe Bright. 

Hart (John), siehe Jespersen. 

Benders on, George Meredith Novelist, Poet, Reformer (Price) . 9 

Herrmann, CoUey Cibber's Tragicomedy ^'Ximena, or the Heroic 

Danghter" und ihr Verhältnis zu Comeille's "Cid" (Kratz) 381 
Hesseis, A late eighth Century Latin- Anglo-Saxou Glossary, ed. etc. 

by John Henry Hesseis (Holthausen) 161 

Huyshe, siehe Beowulf. 

James, Dictionary of the English and German Languages. 4l8t 

edition (Petry) 297 

Jespersen, Growth and Structure of the English Language (Curtis) 129 
Jespersen, John Hartes Pronunciation of English (Eich 1er) . . 169 
Jonson, The New Inn, or The Light Heart Ed. etc. by G. B. Tennant 

(Lincke) 231 

Jonson, siehe Vogt. 

Judith. Ed. by A. S. Cook (Imelmann) 1 

Juliana. Ed. by William Strunk (Imelmann) 1 

Kuhns, Dante and the English Poets firom Chaucer to Tennyson 

(Aronstein) 45 

Lawrie, Sir Archibald C, siehe Early Scottish Charters. 

Learned, siehe Americana Germanica. 

Letters from P. B. Shelley to Elizabeth Hitchener. Now 

first published. • With an Introduction and Notes (Ackermann) 326 
MacMillan's English Classics, siehe Hadow. 
Materialien zur Kunde des älteren englischen Dramas, 

hg. Ton Bang. 

Bd. 21, siehe Documents etc. 

McMahan, With Shelley in Italy (Ackermann) 329 

Melton, The Eethoric of J. Donners Verse (Kroder) 259 

Meredith, siehe Henderson. 

Meyerfeld, siehe Moore. 

Milton. The Poetical Works of John Milton. Ed. with Critical 

Notes by William A.Wright (Ackermann) 378 

Moore, Aus toten Tagen. Deutsch von Max Meyerfeld (Noll) . . 211 

Moore, Memoirs of my dead life (Noll) 211 

Müller, ßulwer's Roman "The Last of the Barons" (Kratz) . . 261 
Mustard, Classical Echoes in Tennyson (Ackermann) .... 66 
Neilson, siehe Shakespeare; The Types etc. 
Ortlepp, Sir Joshua Reynolds (Noll) 47 



VI BAND-INHALT. 

Seite 

Palaestra, Bd. XVII, siehe Eckhardt. 

„ XXXrV, „ Fest. 
Pape, Über die Entstehung der ersten Qnarto von Shakespeare's 

Richard III. (Ackermann) 100 

Parrott, siehe Chapman. 

Payne, siehe Swinbnrne. 

Perry, siehe The Cambridge Edition of the Poets. 

Pope, Der Lockenraab. Ein komisches Heldengedicht in deutsche 

Verse übertragen von Rudolf Alexander Schroeder (Noll) . . 292 

Reed, The Influence of Solomon Gessner upon English Literature 

(Mann) 379 

Reynolds, siehe Ortlepp. 

Richter, George Eliot. Fünf Aufsätze (Price) 206 

Rilke, siehe Browning. 

Saud 6, Die Grundlagen der literarischen Kritik bei Joseph Addison 

(Price) 207 

Schilling, A Grammar of the Dialect of Oldham (Eruisinga) 33 

Schipper, Beiträge und Studien zur Englischen Kultur- und Lite- 
raturgeschichte (Wtilker) 370 

Schipper, siehe Wiener Beiträge; Zupitza. 

Schmid, George Farqnar, sein Leben und seine Werke (Kratz) . 65 

Schroeder (Rudolf Alexander), siehe Pope. 

Sedgefield, siehe The Battle of Maldon. 

Selections from the English Poets, siehe Spenser. 

Shakespeare's Sounets and A Lover^s Complaint. Ed. by W. H. 

Hadow (Lincke) 144 

Shakespeare, The Complete Dramatic and Poetic Works of William 

Shakespeare, ed. etc. by Neilson (Lincke) 8 

Shakespeare, siehe Dorriuck; Eichhoff; Pape; The Shake- 
speare Apocrypha. 

Shelley, siehe Letters etc.; McMahan. 

Smith, G. C. M., siehe Club Law. 

Smith, siehe Specimens of Middle Scott. 

Specimens of Middle Scots. Ed. with Introduction, Notes, and 

a Glossary by G. Gregory Smith (Ackermann) 378 

Spenser, The Spenser A nthology, Ed. by Edward Arber (Brotanek) 175 

Stibbe, siehe Tennyson. 

Strunk, siehe Juliana. 

Swinburne, Selected Poems. Edited with introduction and notes 

by W. M. Payne (Noll) 292 

Tenuant, siehe Jonson. 

Tennyson, Maud. With explanatory Notes by Stibbe (Acker- 
mann) 66 

Tennyson, Select Poems. Ed. with Introduction and Notes by 

George and Hadow (Ackermann) 66 

Tennyson, siehe Dyboski; Kuhns; Mustard. 



BAND-INHALT. VII 

Theatergeschichtliche ForBchnngen, hg. yon Litzmann. 

Bd. XX, siehe Beam. 
The Battle of Maldon and Short Poems from the Saxon 

Chronicie. Ed. hy Sedgefield (Imelmann) 1 

The Belles-Letters Series. Section 1, siehe Jnliana, Judith, 

The Battle etc., The Gospel etc. — Section m, siehe 

Chapman. 
The Cambridge Edition of the Poets, ed. by Bliss Perry, siehe 

Shakespeare. 
The Cambridge History of English Literature, ed. by A. 

W. Ward and A. R. Waller. Vol. I. From the Beginnings to 

the Cycles of Romance (Wülker) 353 

The Gospel of Saint John in West-Saxon. Ed. by J. W. 

Bright (Imelmann) 1 

The Gospel of Saint Matthew in West-Saxon. Ed. by 

Bright (Imelmann) 1 

The Hnndred Best Poems (Lyrical) in the English 

Langnage. Selected by Gowans (Mann) 70 

The Shakespeare Apocrypha, being a Collection of fonrteen 

Plays which have been ascribed to Shakespeare. Ed. etc. by 

C. F. T. Brooke (Koeppel) 289 

The Types of English Literature, ed. by William A. Neilson, 

siehe Chandler; Gummere. 
Thomson, siehe Weissei. 

Vamb^ry, The Story of my Struggles (Price) 11 

Vogt, Ben Jonson's Tragödie Cataline his Conspiracy und ihre Quellen 

(Ackermann) 99 

Waller, siehe Beaumont; The Cambridge History etc. 
Ward, A. W., siehe The Cambridge History of English 

Literature. 
Weis sei, James Thomson, der jüngere, sein Leben und seine 

Werke (Price) 205 

Wiener Beiträge zur englischen Philologie, unter Mit- 
wirkung Ton E. Luick, E. Fischer und A. Pogatscher hg. von 

J. Schipper. 

Bd. XVIII, siehe Schmid. 
„ XXn, „ Benndorf. (siehe IL A. 1.) 
„ XXIV, „ Weissei. 
„ XXV, „ Dyboski. 
„ XXVI, „ Eichler. 
Wissenschaftliche Frauenarbeiten. 

1. Bd. Heft 3/4, siehe Bichter. 
Wright, siehe Milton. 
Yale Studies in English, Albert S. Cook, Editor. Vol. XXXIV, 

siehe Jonson. 
Zupitza, Alt- und mittelenglisches Übungsbuch. 8. Aufl. bearb. von 

J.. Schipper (Holthauseji) 142 



Vm BAND-INHALT. 

Soite 

B. Aufsätze. 

Andrae, Wiederkehr und Geisterstunde 72 145 

Andrae, Zu Shakespeare's lustspiel "The Taming of the Shrew'' . 299 
Eichier, Hochdeutsches sprach- und kulturgut im modern-englischen 

Wortschatze 238 

Hirst, The Dialect of Kendal 267 

Holthausen, Zur altenglischen Literatur. V. — 21. Christi Höllen- 
fahrt 49 

Holthausen, Zur altenglischen Literatur. VI. — 22. Ein frühme. 

Zauberspruch 213 

Holthausen, Zur altenglischen Literatur. VE. — 23. Seefahrer . 248 
Koeppel, Eine Spur des Orosius des Königs Alfred in Michael 

Drayton's "Polyolbion" 332 

Koeppel, Eandbemerkungen zu Hom^s Historischer Grammatik des 

Neuenglischen 333 

Koeppel, Zur Chronologie der Übersetzungen des Königs Alfred . 330 

Kratz, Neuere Prosadichtung 262 

Luick; Zum Dialekt von Kendal 269 

Luick, Zur Entwicklung von ae. % und u in offener Silbe .... 13 
Mühe, Zur Interpretation zweifelhafter Stellen in Shakespeare*s 

Richard II 109 

Mutschmann, Die etymologie von ne. to bore "ennuyer" . . , 179 

Mutschmann, Neuschott, breers 382 

Mutschmann, Nordengl. browst (brüst), "a brewing" 383 

Stahl, Zwei neue Shakespeare-Inszenierungen 105 

C. Mitteilungen. 

A New English Dictionary on Historical Priuciples . 62 159 

318 351 

Deutsche Shakespeare-Gesellschaft . 118 

Errichtung einer zweiten ordentlichen professur für 

englische philologie an der Universität in Wien . 192 

Güte, Die produktiven Suffixe der persönlichen Konkreta im Mittel- 
englischen 384 

Zur Nachricht 192 319 352 



II. Unterrichtsweson. 
A. Besprecliungen. 

1. Allgemeine Werke. 

A schäm. English Works of Roger Ascham, ed. by W. A. Wright 

(Schott) 22 

Benndorf, Die englische Pädagogik im 16. Jahrhundert, wie sie 
dargestellt wird im Wirken und in den Werken von Elyot, 
Ascham und Mulcaster (Schott) 22 



BAND-INHALT. IX 

Seite 

Hartog, The Writing of English. With the Assistance of Mn. Amy 

H. Langton (Mann) 336 

Langton, siehe Hartog. 
Wright, siehe Ascham. 

2. Lehr- n. Lesehücher; Schulausgaben. 

Ackermann, siehe Farrar. 

Arnold*s English Literature Series, siehe Lytton. 

Budde, Philosophisches Lesebuch (Lincke) 253 

Bulwer (Lytton-), Money. Abridged and annotated by Krüger 

(Ellinger) 82 

Byron, siehe Herrmann. 

Carlyle, Heroes, and Hero-Worship. Selected etc. by Hamilton 

(Ellinger) 82 

Conrad, siehe Shakespeare. 

Dhom, siehe Shakespeare. 

Doyle, Adyentures of Sherlock Holmes, ed. by Wilson (Lincke) . 251 

Gardin er, Oliver Cromwell. In gek. Fassung hg. von Greff 

(Ellinger) 82 

Gateways to History (Lincke) 249 

Goldsmith, siehe StOriko. 

Greff, siehe Gardiner. 

Hamann, siehe Hecker. 

Hamilton, The English Newspaper Reader (Heim) 254 

Hamilton, The EugUsh Newspaper Eeader (Lincke) 304 

Hamilton, siehe Carlyle. 

Hart, Rules for Compositors at the Üniversity Press (Lincke) . . 250 

Heck er, Wortschatz für Reise und Unterricht. Hg. von Hamann 

(Lincke) 58 

Hedley, Descriptions and Conversations on the Pictures of Hülzel 

(Lincke) 252 

Herrmann, Selections from Lord Byron^s Poems (Ellinger) . . 82 

Eleinschmidt, Kurzgefafste Grammatik der englischen Sprache 

(Heim) 338 

Kluge, siehe Lawrence. 

Krön, Englische Taschengrammatik des Nötigsten (Lincke) . . 80 

Krüger, Englisches Unterrichtswerk für höhere Schulen. IV. Teil: 

Deutsch-Englisches Uebungsbuch (Heim) 55 

Krüger, siehe Bulwer; Shakespeare. 

Lawrence, A Merchant of New York. Hg. von Kluge (Riegel) 86 

Lytton, Harold, the last of the Saxon Ejngs. Ed. by Yoxall (Lincke) 32 

P 6 rönne, From Lincoln to MacKinley (Riegel) 86 

Poutsma, A Grammar of Late Modem English (Krüger) . . . 270 

Schumann, Die Homonyma der engl. Sprache (Kroder) .... 53 
Schwarz, Englisches Lesebuch f. Real- und Handelsschulen etc. 

(Lincke) 158 



X BAND-mHALT. 

Seite 

Seelig, Methodisch geordnetes Vokabnlariam zu den Hölzelschen 

Anschannngsbildem (Lincke) 117 

Shakespeare, First part of King Henry IV. Hg. von Krüger 

(EUinger) 113 

Shakespeare, Julius Caesar. Hg. von Stormfels (EUinger) . . 113 
Shakespeare's Macbeth. Erklärt von Hermann Conrad (Lincke) 57 
Shakespeare, The Tragedy of Macbeth. Hg. von Dhom (Lincke) 115 
Shindler, Echo of Spoken English. Phonetic Transcription by Herbert 

Smith (Lincke) 81 

Störiko, A Selection from Oliver Gk>ldsmith (Ellinger) .... 82 
Stnrmfels, Lives of Eminent Explorers and Inyentors (Eiegel) . 86 
Stnrmfels, siehe Shakespeare. 

The Laurjeate Poetry Books. BookVni: Tennyson; Book IX: 
Shakespeare; Book XII: Scott; Book XXYIII: Thomas Gray 

(Lincke) 157 

The Story of London. Published by Edward Arnold (Lincke) 58 
Waddy, The English Echo. A practical gnide to English Conyer- 

sation. 25. Aufl. bearb. von Limschou (Biegel) 86 

Wilson, siehe Doyle. 
Yoxall, siehe Lytton. 

B. Mitteilungen. 

Angekündigte Schriften 64 160 320 

Aus Zeitschriften 320 

Günther, Entgegnung 339 

III. Neue Bficher. 

59. 89. 119. 183. 215. 282. 305. 342. 



Verzeichnis der Mitarbeiter. 



Ackermann, Dr. Richard, Egl. Gymnasialprofessor, Nürnberg, Hast- 
verstr. 32/o. 

Als eher, Rudolf, Professor, Wien rV/2, Starhembergg. 33. 

Andrae, Dr. Angust, Wilhelmshaven, Kronprinzenstr. 11 1. 

Anthes, Dr. Ed., Prof. am Neuen Gymnasium zu Darmstadt. 
5 Arndt, Dr. 0., Direktor des Realgymn. zu Halb er Stadt. 

Aronstein, Prof. Dr. Phil., Oberlehrer, Berlin S. 

Assmann, Dr. Bruno, Oberlehrer a. d. Drei-Eönigschule, Dresden. 

Baldamus, Prof. Dr. A., Oberlehrer a. König Albert-Gymn. zu Leipzig. 

Bang, Prof. Dr. W., Louvain, 22 rue des R6collets. 
10 Bärge, Dr. Hermann, Oberlehrer am Realgymn. , Leipzig. 

Barth, Dr. Paul, Professor a. d. Uniy. Leipzig. 

Becker, Prof . Dr. Karl, Oberlehreram Gymn., Elberfeld, Markgrafentr. 14. 

fBeljame, Alexandre, 29, rue de Cond4, Paris. 

Besser, Dr. Richard, Oberlehrer am Wettiner Gymnasium, Dresden- A. 
15 fBeyer, Dr. Otto, Schuldir. a.D., Leipzig-Eutritzsch. 

Binz, Prof Dr. G., Oberbibliothekar, Mainz, Boppstr. 4. 

fBlacker, Carola, Freiburg i/B. 

von Bojanowsky, Geh. Hofrat, Direktor d. Grossherzogl. Bibliothek in 
Weimar. 

Boyle, Robert, St. Petersburg. 
20 Brandl, Dr. Alois, Professor a. d. Universität Berlin. 

Bremer, Dr. Otto, Prot a. d. Univ. Halle. 

Brennan, Chris., Sidney, New South Wales, Australia. 

Brereton, J. Le Gay, Sidney, New South Wales, Australia. 

Brie, Dr. Friedrich, Priyatdozent a. d. Uniy. Marburg. 
25 Brosch, Dr. M., Fondi Frari2593, Venedig. 

Brotanek, Dr. Rudolf, K. K. Hofbibliothek, Wien I, Josefsplatz 1. 

Bttlbring, Dr. Karl, Prof. a. d. Universität Bonn. 

Co 11 in 8, Dr. George Stuart, 478 Jefferson Avenue, Brooklyn, N. Y. 



XII VERZEICHNIS DEB MITABBEITER. 

Conrad, Dr. Hermann, Prof. a. d. Hanptkadetten-Anstalt GrosB-Lichter- 
felde. 
80 Craig, Dr. Hardin, London. 

Curtis, Dr. F., Prof. a. d. Akademie Frankfurt a/M. 

fDeutschbein, Prof. Dr. Karl, Oberlehrer am Gymnasium zu Z w 1 c k a u. 

Deutschbein, Dr. Max, Professor a. d. Univ. Leipzig. 

Dieter, Prof. Dr. Ferdin., Oberlehrer a. d. 4. städt. Realschule, B e r 1 i n N 0., 
GreifiBwalderstr. 1 III. 
35 Di tt rieh, Dr. Ottmar, Privatdozent a. d. Univ., Redakteur am Bibliogr. 
Institut, Leipzig. 

Dorr, Prof. Karl, Oberlehrer a. Realgymn. zu Elberf eld, Dorotheenstr. 7. 

Effer, Prof. Dr. Hubert, Oberlehrer a. d. städt. Ober-Realschule Düssel- 
dorf, Fürst enwallstrasse. 

Eggert, Dr. Bruno, Oberlehrer, Frankfurt a/M. 

Eich 1er, Prof. Dr. A., Priv.-Dozent, 4/2 Weyringerg. 23, Wien. 
40 Eidam, Christian, Prof. am Gymn., Nürnberg, Lauferthorgraben 9. 

Einenkel, Dr. Eugen, Professor, Halle a/S. 

EUinger, Dr. Joh., Prof. a. d. Staatsoberrealschule, Wien 20/1, Wasner- 
gasse 17. 

Fairbrother, Mrs. J. P., Oxford. 

Fiedler, Prof. H. G., Lifford Grove, Kings Norton, Birmingham. 
45 Findlay, Dr. J. J., Prof. der Pädag., Owens College, Manchester. 

Fischer, Dr. Josef, Oberlehrer, Mülheim a. d. R. 

Fischer, Dr. Rudolf, Prof. a. d. Univ. Innsbruck. 

Flügel, Dr. Ewald, Professor of English Philology , PaloAlto, California. 

fFlügel, Dr. Felix, Privatgelehrter, Leipzig-Gohlis. 
50 Förster, Dr. Max, Professor a. d. Univ. Würzburg. 

Franz, Dr. W., Prof. a. d. Univ. Tübingen. 

Fredlund, Knut, Göteborg. 

Fränkel, Dr. L., Kgl. Reallehrer in München. 

Friedrich, Dr. Richard, Prof., Rektor de« Kgl. Gymn. zu Dresden. 
55 Fritzsche, Prof. Dr. A., Rektor des Realgymnasiums zu Borna. 

Gallert, Dr. Fritz, Oberlehrer am Realgymnasium zu Stralsund. 

Gattinger, Dr. Edmund, Stift Melk, Nieder-Oest. 

Geer, J., K. Reallehrer, Kempten, Westendstr. 134. 

Geering, Agnes, Dr. phil., Lehrerin, Frankfurt a/M. 
60 Gensei, Justizrat Dr. jur. W., Leipzig. 

Glauning, Prof. Dr., Schulrat in Nürnberg, Bucherstr. 44. 

Glöde, Dr. Otto, Oberlehrer am Gymnasium, Doberan i. M. 

Graef, Dr. Adolf, Oberlehrer a. D., Bildhauer, Berlin. 

Graef, Dr. Fritz, Oberlehrer a. d. Ober-Realschule, Flensburg. 
65 Groth, Prof. Dr. Ernst, Direktor d. 2. höh. Mädchenschule, Leipzig, 
Ferd.-Rhode-Str. 7. 

Gündel, Prof. Edmund, Oberlehrer am Realgymnasium u. Dozent a. d. 
Bergakademie zu Freiberg. 

Haase, Dr. K. F., Realschuloberlehrer, Dresden-A., Silbenuannstr. 1. 

Hammond, Eleauor Prescott, Chicago, Illinois. 



VERZEICHNIS DEB MITAEBEITEK. 



XIII 



rtmann, Prüf. Dr. E. A. Martin, ßj-mnasialolwri ehrer, Leipeig. 
70 H*npt, Prof. Dr. Hermann, Geh. Hofr. n. Dir. d. Grofäherzogl. Uuiv.-Bih!. 
zu Giclxen. 

HsUBknecht, Prof. Dr. EmU. 

Heim, Prof. Dr. Hans, Darmstadt, Grflner Weg 7. 

Helmolt, Dr.HansF., Redaktenr, München. 

Helmült, Frida, Oherlehrerin am Lehrerinnenseminar Callnberg. 
75 HenBliaw, Dr. Ä. N., 142 East 40 St. New-York. 

Heuser, Prot. Dr. W-, Oberlehrer n. Privatdozent, Güttingeu. 

Hirat, Dr. T. 0., Liverpool. 

Hirt, Dr. Hermann, Professor a. d. Univeraität Leipzig. 

Hochdoerfer, Dr. Richard, Springfield, Ohio, U. S. A. 
80 -J-Hofer, Dr. 0., Oberlehrer a. D., BantEen. 

Hofmann, Dr. Hans, Gymnasiallehrer, Wetzlar. 

Holthansen, Dr.Ferd., Prof. a. d, Universität Kiel. 

HoopB, Dr. J., Prof. a. d. Universität Heidelberg, Kaiaerstr, 12. 

Eope-Moncrieff, Aacott E., 43, Union Grove, Clapham, London SW. 
ffi Hörn, Dr. Wilhelm, Prof. a. d- Univ. Giessen. 

Bndson, William E., Prof. of English Lit., Palo Altn, California. 

Hulme, Prof. Wm. H., Western Reserve Univ., Cleveland, Ohio. 

"t-Hupe, Dt. B., Oberlehrer am Katharineum zn Lübeck. 

Imelmann, Dr. Richard, Privatdozent ft- d. üniv. Bonn. 
90 Inhülsen, Dr. Karl, 60 Leconfleld Rd., Highhurj- New Park, London, N. 

Jellinek, Dr. Arthur L., Wien, VH, Kirchengasse 35. 

Jiriczek, Dr- Otto, Prot. a. d. Univ. Münster i/W-, Klosterstr. 18. 

Jordan, Dr. Eichard, Privatdozent a. d. Univ. Heidelberg. 

Jost, Earl, Basel. 
95 Kalma, Dr. Max, Prot. a. d. Univ. Künigsberg, Rheaastr. 21. 

Keller, Dr. Wolfgang, Professor a. d. Univ. Jena. 

Kellner, Prof. Dr. Leon, Prof. a. d. Univ. Czernowitz. 

Kemleiß, Prof. Georg, Oberlehrer a. d. liöh. MildchenHchale, Flensburg. 

Klaeber, Dr. Frederick, Professor ot English Philology, üniversity of 
Minnesota., Minneapolis. 
100 Klapperich, Prof,Dr.J.,Oberl.a,d,0.-Eeiilscb., Blberfeld, Augustastr.W. 

Klein, A., Darmstadt, Frankfurter Strasse ffl. 

Klinghardt, Prof. Dr. H-, Oberlehrer am Realgymn. in Rendsburg. 

Koch, Prof. Dr. John, GroBe-Liehterfelde. 

Koeppel, Dr. E., Prof. a. d. UniTersitftt Strassburg. 
105 Kraeger, Dr, Heinrich, Privatdoz. a. d. Univ. Berlin. 

Kratz, F., Kgl. Reallehrer, Ansbach. 

Eraase, GnsUv, 23, Fitzroy Sqnare, London W. 

Krenser, Dr. Ernst, OberpriUeptor, Eeidenbeim a/Brenz. 

Kroder, Dr, Armin, Kgl. Gymnasiallehrer, Ansbach. 
110 Kran, Dr.Richard, Kaiser], Marine- Oberlehrer, Kiel, Holienbergstr. 1. 

ErQger, Prof. Dr. Gustav, Oberlehreram Kaiser Wühelms-Reulg. u. Dozent 
a. d. Techn. Hochschule, Berlin W-, BendJerstr. 17. 

Kroisinga, Dr. E., Amersfoort (Holland). 



XTV VEBZEICmna DEB UITAaBEITBB. 

Küchler, Dt. Walter, PrivnUozent a. d. Univ. Gieaaen. 

Lange, Prof. Dr. Panl, Gymnasialolierl ehrer, Leipzig, 
115 Lehmann, Dr. Wilh., Eldena i. Heckl. 

Leitsmaun, Dr. B., Üherlebrei' a. d. Thomasgchule, Leipzig, Siidstr.35. 

Lewis, Dr. E.H., Tutor in English, Univereitj of Chicago, ni, 612, 
Jackson Boulevard. 

Liebermann, Prof. Dr. F., Bendleratr. !0, Berlin W. 

Lincke, Dr. Kurt, Oberlehrer a, d, Klinger-Oberrealach. in Frankfnrta/M. 
120 Lindner, Dr. Felis, Prof. a. i. Univ. Rostock. 

Löwisch, Dr.M., Direktor der Oberrealachale zn Weiaaenfela. 

Lüder, Dr. Albrecht, Konrektor a. d. Dreikönig-Schnle EU Dreaden-N. 

Lnick, Dr. K-, Prof. b. d. riniveraitSt. Wien 5IX, Gatterburggusse 6. 

Mann, Prof. Dr, Max Friedrich, Oberlehrer am Omthe-O., Frankfnrt a;H., 
Hiuubrachtstr. 11. 
125 Meier, Prof . Dr. Konrad, Konrektor a. König Georg-Gynmaainm, Dresden. 

Meyer, Dr. Knno, 57, Hope Street, LiverpooL 

Middendorff, Prof. Dr, Heinrich, Wünburg, Heidingsfelderstr. lO'/r 

Mogk, Dr. Eduard, Professor a. d. Universität Leipzig. 

Moricb, Rudolf J., K. K. Univ. -Lektor, Graz, 105, Mariagrüner Str. 
130 Morabach, Dr. E., ProfeaBor ». d. Universität Qöttingen. 

Mutachmann, Dr. Heinrich, Bonn. 

Neumaun, Dr. Wiih., K. K. Prof., Wien IV, Eadeckg. 3. 

Neunzig, Dr. Rudolf, GjmuMialoherlehrer, Berlin SW., 3 a Lichter- 
felder Str. 

Newcomer, A.G.| Aseistant Profesaor of Euglish, PaloAlto, California. 
135 Nohl, Dr. L., Vorstand der hOLeren Bürgerschule, Ettlingen. 

Noil, Dr. Gustav, Oberlehrer, Frankfurt a/Main. 

Pabst, Dr. Felix, Oberlehrer s., Gymn. za Bremen, Feldstrasse 56«. 

Peter, Sidonie, Leipzig, MüMgasse 8. 

PetithoBime, Azeline, Rennea (Üe-et-V ilaine), 16, me Cbäteaudnn. 
liO Petri, Dr. Albert, Direktor der Realschule zu Schmölln, S.-A. 

Petry, Lorenz, Oberlehrer, Frankfurt a/M. 

Pfeilsticker, Julie, Stuttgart, Neokarstr. 36. 

Pogatsoher, Dr. A., Prof a. d. K. K. Univ. EuGraE. 

Price, H. T., Lektor a. d. Univ. Bonn. 
145 tProesoholdt, Dr. Ludwig, Fricdrichadorf i. Taunus. 

Pughe, Dr. F. H., Wien SIH, Schmidg. 4m. 

Rambeau, Dr. A., Prof. a. d. Masa. luat. ot Technology. Boston, Mass. 

Regel,Frof.Dr.Em8t,Oberlehr.a,d.O,-R,, Halle/ Saale, WönnlitzerStr. 10 

Rein, Dr. W., Prof. a. d. Uuiveraität Jena. 
150 Eeilterer, Dr. Th-, K. K. Professor, Wien Vin;2, Laudong. 57, 

Riegel, Prof Dr. Julius, Beallelirer für neuere Sprachen a. d. atädt. Hai 
delascbule zu Nürnberg, Ob. Pirkheiraerstr. 43, L 

Ritter, Dr. Otto, PrivatdoEent a. d. Univ. Halle a/8. 

Röttgers, Prot. Benno, Direktor der Viktoriaschule, Berlin W. 

Rüge, Dr. Walter, Oberlehrer am Klinig Albert-Gymn. zu Leipzig. 
165 Sahr, Dr. Julins, Professor i. E., Gorisch i/S. 



VBBZKICHltie DER HITAKBEITXS. 

Sampson, Hartitt Wright, Äraislant Professor of Engliiili, University of 
Indioua, Bloomington, Ind. 

Sander, Dr. Heinrich, Frankfurt a,M. 

Sarraiin, Dr O., Prof. a. d. OniT. Breslao. 

Saaer, Dr. Bmnn, ProfesBoi a. d. UniveraMt Giessen. 
IßO Schick, Dr. J,, Prof. a. d. Univ. München, Türkenstr. 93. 

Schipper, Dr. J,, Prof. a. d. UniTersität, Wien Xm. 16, ElMlergasae 23. 

Sehirmer, Dr. Gnstav, Zürich. 

Schnahel, Dr. Brono, Kgl. Reallehrer, Kaiaerslaatern. 

Schott, Dr. W-, Kgl. Gymnasialprofeasor, Bamberg, 
165 Schriefl, Dr. Kar!, K. K.Prof., b. Zt. Schladming, Steiermark. 

Scliröer, Dr. A., Prüf, a, li. Handelshochachnle zu KUln, DentscherEinglV. 

Schnitz, Dr. Oskar, Prof. a. d. Univ. Königsberg. 

Sepdel, Dr. Wolfgasg, Oberlehrcra. d. Thoma^chnle, Leipzig. 

Sieper, Dr. E,, Prof. a. d. Universität ifünchen. 
170 Singer, Dr. S., Prot. a. d. Univ. Bern, SpitaJgasse 57. 

Skeat, Walter W., 2 Salisbury Villas, Cambridge. 

Smith, Miss Lncy Tonlroin, Oxford. 

Sökoll, Dr. Ed., K. K, Prof, Wien VI, 2, Marialiiterg. 18. 

Stahl, Dr. Ernst Leopold, Nottingham. 
175 Stephan, Adalbert, Prag I, Marienpl. 25,11. 

Stiehler, Prof Dr. E., Oberlehrer am Kgl. Realgymnasium, DObeln. 

Stryienski, Casimir, Profeasenr agrfgt itn Lyc^e Montaigne, Paris. 

Tappert, Prof. Dr. Wilh., Oberlehrer a.d. höh. TUchtersclmle, Hannover. 

Teichmann, Prof. Dr. Ednard, Oberlehrer a. d. Oberrealschnle, Aachen, 
Karlsgrabcn 50. 
JBO Theisen, Prof Paul, Ober), a. d. Realschule, Kassel, HnmboldUtr. 17 D. 

Tliergen, Dr. 0., Prot, am Kgl. Kadettencorp», Dresden-N. 

Titcheaer, Dr. E. B., Comell University, Ithaca, N.-T. 

Trantmann, Dr. Moritz, Geh. Reg.-Bat, Prof. a, d. UniversitUt Bonn. 

Ungemach, Dr. Karl, Kgl. Gymnasiallehrer, Schweinfurt. 
185 Vetter, Dr. Theodor, Prof. a. d. Univ. n. am Polytechn. zo Zürich, 
Ptattenstraase 42. 

ViStor, Dr. Wilhelm, Prof a. d. Universität Marbnrg. 

Wagner, Dr. AI brecht, Prof. a. d. Univ. Halle, Heinrichstr. 9. 

Wagner, Philipp, Prof in Stuttgart, 911 Danneckeratraase. 

Wagner. J. H,, Lehrerin and geprQfle Schulvorsteherin, Frankfurt a/M. 
190 Weher, Prot. Dr.Kobert, Oberlehreram König Albort-Gymnae. zu Leipzig. 

Weisser, Dr. W., Prof am Realgymnasium, Ulm. 

Wendt, Dr. O., Prof. am Healgymaasiuna »u Hamburg, Wrangelstr. 9. 

T. WestenholE, Dr. F. R. Freiherr, Prof. a. d. k. techn. Hochschule zu 
Stuttgart. 

Wetz, Dr.W., Prof. a. d. Univensitilt Freibnrg i/B. 
195 Wiechmann, Dr., Oberlehrer am Beatgymn., Lndwigslust. 

Wilke, Prof Dr. Edmund, Oberlehrer am Realgymuas. zu Leipzig. 

Winter, Dr. Oeorg, Archivar, Magdeburg, 

Wülfing, Dr. J. Ernst, Privatgelehrter, Bonn. 



XVI VERZEICHNIS DER MITARBEITER. 

Wülker, Dr. Richard, Geh. Hofrat, Prof. a. d. UniversitÄt Leipzig. 
200 Würzner, Dr. Alois, K. K. Professor, Wien XU, Geologengasse 5. 

Wnrth, Dr. Leopold, Prof. a. d. Deutschen K. K. Staats -Bealschnle zn 
B u d w ei s , Enappgasse 321. 

Die mitarbeiter, die im I. und U. bände dieser Zeitschrift nnter den 
chiffem : 

H. a, 35), F. C. H. (1, 174), S. H. (1, 119), M. (I, 214), W. M., St. Gallen 
(H, 114), R. (1, 117), E. R— !• ft 195), K. R. (1, 121) 

beitrage veröffentlicht haben, konnten leider nicht ermittelt werden. 



Beiblatt zur Ang-lia 

Mitteilungen 

über englische Sprache und Literatur 

und über eugliscilen Unterricht. 



Preia: Für den Jahrgang 8 Mark. 

(SitM rat -AiidU' und -BilbUtt' jlhrllab H H> 




HX-Bd. 



L SPRACHE UND Ln'EßATUR. 
I. Wilson Bright, The Gospel of Saint Matthew in West-Saxon, edited 

ft-om tlie maiiusoripls, U7 S. 
Derselbe, The Gospel of Saint John in West-Saxon, edited from the 

uiauuseripts. witli introdiiclion and notes. U'ilh a glossary 

by L M. Harris. XXXLX u. 260 S. 
William Strunk, Juliana. XLIV u. 133 S. 
Albert S. Cook, Judith. An old Enylish epic fragment. XXIV 

u. 1-2, S. 
Walter J. Sedgefleld, The Battle of Maldon and short poems from 

Ibe Saxon chronicie, edited witli introductiou. uotes and 

glossary. XXIII u. 96 s. 

Ä. u. d. T.r Belles-Lettres-Series, Sectiou I: Engtish lit- 

erature Ircm its beginning to the year 1 100. Boston u. London, 

C. D. HeatU and Company. 1904. 

Wenn diese fünf anmutigen bändchen erst jetzt, nacti 
jalirelanger rast auf mehr als ein«m Regale, hier zu einer 
Daturgemäf3 kurzen anzeige kommen, so braucht das kein 
schade zu sein: gibt es doch eine recht unphilologische hast, 
,die auch mit jedem neueu buche gleich fertig werden will". 
In der Zwischenzeit werden sie gewils manchen teund ge- 
wonnen haben, nicht zum wenigsten wegen ihrer äulseren 
form und sodanu wegen der ihren herausgeben! gemeinsameu 
l)egeist-erung für die sache, So sieht Cook in der Judith ein 
unuberlroffenes meisterwerk der altenglischen dichtung, das 
\ngii>, Bgibuii xi:c. ] 



L 



2 t. SPRÄCHE ü. LITERATUR. 

vor allem genossen sein will : die kritik möchte daraufhin am 
liebsten schweigen und nicht das ihre suchen. Und SedgeiBeld 
spricht von dem „glorious body of epic verse" — der uns ver- 
loren, und versetzt sich, stabreimend, in die zeit, „when mon- 
asteries were often in flames and monks in flight". 

In die spätaltenglische zeit fiiliren Bright's ausgaben des 
Matthaeus- und Johannesevangeliums. Jenes erscheint hier 
nur in getreuem textabdruck, dieses mit einem reichhaltigen 
apparat einleitender und erklärender bemerkungen. Besonders 
das auf die syntax bezügliche ist dankbar zu begrüfsen und 
reich an aufschlufs. Im glossar fallen einige akzente auf, die 
übrigens auch bei den drei andern herausgebern nicht stets 
korrekt oder auch konsequent stehen. So setzt Bright, und 
ebenso Cook und Strunk, eo in geömor\ sS wird von jedem 
verschieden behandelt : Bright nimmt immer länge, Cook stets 
kürze an, Strunk se und se, Sedgefield 5e, se „emphatic" als 
pron. pers. Und wenn einmal die Quantität bezeichnet werden 
soll, so müfsten auch die sekundären längen mit akzent ver- 
sehen werden. Doch sind das schliefslich äufserlichkeiten, die 
freilich in einem metrischen texte nicht unwichtig sind. Wenn 
hier das lesen durch akzente erleichtert werden soll, dann 
durfte Strunk niclit Juliana, Cook nicht Holofernus ohne länge- 
zeichen auf der ersten silbe lassen ; namentlich wenn daneben 
konsequent Judith steht. 

Auf die sorgfältige und gediegene einleitung Strunkes kann 
hier nur flüchtig hingewiesen werden; wohltuend berührt die 
vorsieht, mit der die Cynewulf-fi*age besprochen wird, wenn 
S. auch den dichter im laufe der einleitung vom Angeln zum 
Nordhumbrer werden läfst und Trautmann's evidente, auch 
von andern bestätigte ansieht, dafs der Crist kein einheitliches 
werk sei, kurz abtut Ebenso stellt sich Cook's ansieht über 
den Andreas als ein rückschritt dar; auf seine Leistung sei 
etwas ausführlicher eingegangen. 

C. gibt zunächst eine knappe beschreibung der handschrif t, 
worin auffällt, was über die dialektmischung und den daraus 
zu erschlief senden „nördlichen Ursprung" gesagt wird. 
Formen wie helista, nehsia weisen doch so ganz zwingend 
und an sich nicht auf den Norden, angesichts des dreimaligen 
hehsta bei Aelfred (s. Bülbring, Ae. El.-B. § 316 a. 1), hexta 
und nexta bei Aelfric und im späteren Ws. (ebd. § 316). Das 



. SPRACHE D. LlTEßATüK. 

blofse gegenüber von hehsta —■ hyhsta beweist also noch niclits. 
Auch seced, hafad, medowerlge sind nicht „distinctively Nor- 
tliem*^. Die letzt« form ist vielmehr clironologisch zu ver- 
werten, da sie den kurzen zwischeavokal nach langer wui-zel- 
silbe zeigt, der in der älteren zeit lautgesetzlich schwindet; 
und neben -teerige 229, -werigum 245 steht almiktgan 7, 346, 
modga 52. -kredgc 135, worin man shdliche formen gewifs 
nicht wird sehen wollen, kofad 197 wäre metrisch gleich 
hetfd, kann also nichts lehren, und Vollformen wie sekÖ 96 
kommen auch in südlichen texten vor. Diese Beispiele ent- 
scheiden demnach nicht, woher die Judith stammt, und sind 
nicht glücklich gewählt. Auch kann man fragen, wie funde 
2, 278 sich mit der nördlichen herkunft vereinen läfst, da diese 
analogische form für fand nach Sievers, Ägs. Gr.' §386 a. 2, 
westsächsisch ist. 

Der Wortschatz unseres gedichtes ist in mehr als einer 
hinsieht bemerkenswert Das verbom leoran ist als speziüsch 
anglisch anerkannt, hier aber ei'scheint es nie, und dafür haben 
wir faran 298,202, feran 12, gewitan 61, 145,291, also den 
typisch sächsischen gebrauch. Polian 215, 272 und frenman 
37 (wofür C. fr^mian [wie auch gylian, gr^mian] schreibt), die 
gewöhnlichen ws. worte, stehen neben raifnan 11, das in der 
bedeutung „ausführen" anglLsch erscheint. Vgl. Jordan, Eigen- 
tümlichkeiten des angl. Wortschatzes 88 ". Wiederum haben 
wir keinmal buton als konj., dagegen das auglische nympe 52, 
sowie viele in. 

Weiter mufs man sich wunderu über die gi-ofse zahl von 
sonst nicht belegten Worten, die in den 350 versen begegnen; 
C. hat sie im glossar bezeichnet, und es sind nach meiner 
Zählung über 60, gewifs eine aulserordentliche sunune. 

Die Judith stellt damit selbst den Crist HI in schatten, 
dessen 800 verse nicht weniger als 113 Wörter enthalten, die 
in der dichtung und meist im Ae. überhaupt nicht nachweisbar 
sind; vgl. Binz, Unters, z, altenglischen sog. Ciist (Festschrift 
zur 49. Versammlung deutscher Philologen u. Schulmänner in 
Basel 1907), s. 184. Einzelne dies«r wöi-ter seien herausge- 
hoben. Jud. 300 lesea wir gedyrsod „gepriesen", form und 
sinn sonst unbelegt. Aber man darf sich erinnern an gedyran 
Crist 1644 = dyran Genesis B 257 = alts. diurian „preisen". 
Jnd. 208, 332 erscheint ^eoi/f/Hma, sonst unbekannt, aber =^ 



4 I. 8VRACHB C. LITBBATUR. 

as. thiodgiimo, und dem Alts, sind solche zusamuieusetzungen 
mit thiod- geläufig. Im Crist 1150 haben wir peodwundor, 
und Binz, dessen Argumente wir hier nur anwenden, um zu 
sehen, was sich dahei für unseren text feststellen Ififst, hat 
aas solchen beobaclitungeu den unanfechtbaren schlufs gezogen, 
dals der Crist HI ein alta. vorbild habe. 

AJts. Sprachgebrauch geläufiger als englischem sind ferner 
nach Binz coraposita mit dem part praes. als zweitem bestand- 
teil (s. 185); untißende 180, 316 gehören aus Jud. hierher, und 
diese beispiele weisen zugleich un- auf, das der alts. kompo- 
sition charakteristiscli ist. Hinzukommen noch melirere (im 
ganzen 6), darunter unsyfrelG ~ Cr. 1483; unswcBslic >ib ver- 
gleicht sich mit sweEslic(_€) 1510, 1338. — An heUi-hrifne ll'Ö ist 
das -e- der fuge nelleicht auffällig wie in hclhbealu Cr. 1426, 
und wiederum ist das Alts, vergleichbar; Binz 189, Im Cr. III 
fällt Binz der häufige gebrauch von sdene auf, der auch alts. 
ist. Jud. 14, .S17 tritt dazu; sie hat zur ersten stelle {wlfscitiu) 
eine parallele in der Genesis A, wie schon C. bemerkt. 

Fttr cohheian 270 ist von ihm, ohne dafs es nötig wäre, 
die recht unwahi'scheinliche bedeutung „wehklagen" angesetzt. 
Hopian 117 belegt Fester noch aus den metra und schliefst 
daraus, wie C. anfillirt, data Jud. um die wende des 9. auf 
das 10. Jahrhundert entstanden sei; das ist natürlich kein un- 
anfechtbarer schlufs, denn wir könnten dies wort auch schon 
um 850 erwarten, freilich eher in südlichen gegenden als im 
norden. Da es speziell niederdeutsch erscheint, in England 
überdies so spät auftritt, so ist vielleicht die möglichkeit 
nicht ganz von der haiid zu weisen, dafs wir im sh. io-hope, 
vb. hopian niederdeutschen eiuflufs zu erkennen haben. Wann 
er gewirkt habe, ist eine andere frage, und sie föhrt uns 
zu C's zweitem einleitenden abschnitt, der die datierung der 
Jud. behandelt. 

Mit der Chronologie altenglischer dlchtungen steht es be- 
kanntlicli noch recht schlecht, ja es herrscht ein so primitiver 
zustand, dafs von einer englischen literaturgeschichte der 
alten zeit noch keine rede ist. Wenn es C. mit befriedigung 
erfüllt, dafs Jud. „on the strenglh of notbing but internal 
evidence" zwischen 856 und 915 festgelegt werden kann, so 
klingt das einigermafsen so, als wollte man sich damit zu- 
frieden geben, dafs Hebbels Judith zwischen 1813 und 1863 



I. SPRICHE ü. LITERATOB. 5 

i3eD sei ; und diese datiernng ist nnerschiitterlich, wäh- 
rend jene in der luft aehwebt. Denn wie sieht es mit der 
internal evidence aus? C. vergleicht die pTiraseoIogie der Jud. 
mit der sonstigen in altenglischen epen, und schliefst aus 
mannigfachen Cjuewulf-parallelen, Jud. könne nicht wohl vor 
825 entstanden sein. Das kann zugegeben werden, aber nicht 
die möglichkeit , dals CjTiewulf der Verfasser sei. Wenn C. 
ihm auch den Andreas wieder zuschreibt, so scheint mir das be- 
denklich; und ebensowenig wie der dritte Orist, kann Jud, dem 
manne angehören , der so ziemlicti die ganze altenglische 
literatur fabriziert hätte — wenn seine bewunderer recht 
hätten. C. selbst widerspricht sich, denn auf der nächsten 
Seite (Xn) lesen wir die überraschende schluMolgerung: „tbe 
Judith then , by general agreement , belongs to the third . . 
period[s], 850—925". Cynewulf hätte also die Judith 50 jähre 
uach dem Crist gedichtet! Zu dem jähre 850, oder genauer 
856, gelangte C, schon in seiner früheren ausgäbe durch die 
annähme, der dichter habe eine zeitgenössische Judith (Aeöel- 
wulfs gemahlin 856— 918) feiern wollen, die Dänen als Assjrer 
Terhöhnt. Eine noch weniger einleuchtende hypothese Fosters 
sieht in Judith die mercische Aeöelflet; wir brauchen darauf 
nicht einzugehen, zumal sie das gedieht zwischen 915 und 918 
ansetzen muCs, was aiuigeschlossen erscheint. Die vielen 
mängel der Überlieferung weisen anf eine reihe von durch- 
gangsstufen, sowie anscheinend auf Wanderungen von einem 
dialektgebiet in das andre; vgl. auch C. VII f. Ferner spricht 
gegen das 10. Jahrhundert wohl der umstand, dafs zwar r: 
hr 314 gebunden werden, doch auch g', g', j untereinander 
reimen, g' g' sind also beide noch Spiranten; darauf hätte 
hingewiesen werden können. Ebenso vermilst man sehr eine 
bemerkung über die mängel des metrums; C. spricht nur von 
seiner Schönheit and führt Sweets etwas übertriebenes lob 
(„utmost brillance of language and raetre") an. Es ist aber 
doch gewifa beachtenswert, dafs wir eine so grolse zahl von 
Versen haben, deren stäbe abweichend vom strengen Schema 
auf einem verbum statt auf einem nomen ruhen. Solche verse 
kommen ja schon im Beowulf oder in den Odoakerliedern i'or, 
aber doch nicht so häufig wie in der Judith oder gar dem 
späten Menologium. Hierin haben wir aber eine chronolo- 
gische handhabe, die in Verbindung mit den g' ' j-reimen und 



6 I. SPRACHE U. LITBRATU1L 

den synkopierten zwischenvokalen in oßlmihtgan usw. neben 
den jüngeren -tverige usw. uns erlauben, die Judith ca. 850 
anzusetzen. Um jene zeit wufste man noch genug Latein, 
um nach der Yulgata eine dichterische paraphrase liefern zu 
können; wenigstens ist die annähme, der dichter habe nach 
dieser quelle gearbeitet. Auch damals schon wird aber das 
keine leichte aufgäbe gewesen sein. 

Wir kommen zum texte selbst Anknüpfend an das oben 
über die g^^ j-reime gesagte ist zu bemerken, dals die hs. 
den namen Holofemtis, trotzdem er ausschliefslich vokalisch 
stabt (7. 21. 46. 180. 250. 337), stets mit dem H versieht, 
ähnlich wie die gleiche handschrift stets Hunferd für ünferö 
bietet. Der herausgeber hätte wohl gut getan, dieses rein 
dekorative h als solches, etwa durch punctum delens, zu be- 
zeichnen, da sonst z. b. 250 Holofcrnus hogedon aninga leicht 
falsch gelesen werden kann. Die hs. teilt femer den text in 
fitten; nach 15 steht X, nach 122 XI, nach 236 XII. C. teilt 
das in seiner ersten anmerkung (21) mit und er meint, ob- 
wohl jene zeichen auf ein ursprünglich viel längeres gedieht 
schliefsen lassen könnten, so sei doch unser text „virtually 
complete as it is". Dieser ansieht kann man das bedenken 
entgegenstellen, dafs die Judith doch gewiTslich einen an- 
fang gehabt haben muls, der dem leser eine exposition bot. 
Der angelsächsische dichter wird ausführlich gesagt haben, 
wer Holofemes, wer Judith war, auch von Nebucadnezar 
ein wort gesprochen haben: davon steht in unserem texte 
nichts. Was v. 7 b ff. geschildert wird , geht vor sich am 
vierten tage pcBspe Judith hine oercst gesohte. Davor sind 
doch auch schon erwähnenswerte dinge geschehen, und auf 
sie wird z. t. in späteren partien bezug genommen. So heilst 
es 141 ff., dafs Judith bei ihrer rückkehr die männer auf der 
wacht fand, swa dam folce cer geomormodum Judith hebead, 
. . pa heo on sid gewat. V. 166 ff. herrscht allgemeines freuen 
darüber, dafs Judith eft to edle gekommen. 181 ff. heilst es, 
Holofemes hätte ihnen furchtbares leid angetan und noch 
mehr geplant. All das weist zwingend darauf hin, dafs nicht 
„a very few lines", sondern eine beträchtliche anzahl vor 
dem überlieferten eingang verloren gegangen sind, wie denn 
auch der herausgeber das werk trotz der von ihm behaupteten 
Vollständigkeit auf dem titel ein fragment nennt. Er meint, 



L 8PRACHB U. LITERATUR. 7 

das ende (345 — 366) wiederhole „significantly" den anfang, 
diesem könnte also nicht viel vorausgehen, allein diese Wieder- 
holungen sind wenig beweisend: tweode 346b würde selbst 
dann ohne besondere absieht stehen können, wenn die er- 
gänzung ::eode in 1 zu tweode über allen zweifei erhaben 
wäre; und die Übereinstimmung von 6—7 mit 345—346 ist 
einmal natürlich, sodann wegen der ersetzung von trumne 
durch soöne (nach 89) nicht vollständig. 

V. 15/ f. eow is iir gifeöe para losÖÖa pe ge lange drugon 
haben Grein, ßieger, Zupitza durch annähme des ausfalls von 
on laste, to böte, to leane verbessern wollen, ohne alle not; 
auch C. glaubt, den Wortlaut pressen zn müssen, um aus tir 
einen akkusativ zu gewinnen, von dem Iwdfdfa abhängen könnte. 
Aber der text ist tadellos und bedarf keiner ergänzung, auch 
nicht „in gedanken": Euch ist rühm verliehen für die leiden, 
die ihr lange ertragen. Auch 330 mcerra madma ponne mon 
cenig asecgan mcege erfordert für den genitiv kein nomen 
regens. Dals der ausdruck 272 pa wces tires cet ende seine 
richtigkeit hat, geht aus C.'s Doomsday-parallele hervor. 

Zur Syntax der Jud. sei noch folgendes bemerkt. Mehr- 
fach begegnet der artikel vor der Verbindung von genitiv + 
Substantiv : se gumena haldor 9, 33 ; se rinca baldor 339 ; nach 
Barnouw b. Binz 190 ist diese fügung Cynewulf ungeläufig 
und Binz macht darauf aufmerksam , daf s Genesis B und 
Heliand sie öfter haben. Das ist also auch ein chronologisches 
merkmal, das gestattet, Jud. für etwa gleichzeitig mit Gen. B 
zu halten. Auch die Verbindung Substantiv + artikel + schw. 
adjektiv bietet das gedieht: niht seo pystre 34, hierin wieder 
Gren. B und Crist III verwandt. 

Im glossar endlich ist dem herausgeber das verzeihliche 
versehen passiert, worin er sich mit mehr als einem fach- 
genossen begegnet, mod als mask. anzusetzen; er gibt bünan 
mit länge, Ebrisc, Ebreas mit kürze. 

Die Judith ist nach C. unter den gedichten, die vom 
Verfasser des Brunnanburh-liedes stark benutzt wurden; das 
führt uns auf Sedgefield's Byrhtnoö-ausgabe, die im allgemeinen 
sehr gelungen ist und sich mit diesem lobe hier begnügen 
muXs. — Die frage, wo Dinges mere zu suchen sei, kann 
auch S. noch nicht beantworten, aber vielleicht ist seine 
annähme, dafs die ostküste in betracht komme, nicht unwahr- 



8 I. SPRAHCE U. LITERATUR. 

sclieinlicli, obwohl oft bekämpft. Ich hoffe darüber in abseh- 
barer zeit berichten zn können. Den namen der schlacht — 
die auch in lateinischem liede besungen wui'de — gibt S. 
mit w, während Kluge ü ansetzt. Auf kürze weisen anschei- 
nend Dun-brunde in der Piktischen chronik und wegen der 
etymologie Othlin = dthlind „Seefurt" in den annalen von 
Clonmacnoise. 

Bonn. Rudolf Imelmann. 



The Cambridge Edition of the Poets, edited by Biiss Perry. The 
Compiete Dramatic and Poetic Worics of William Shaicespeare, 

edited from the Text of the Early Quartos and the First Folio 
by William Allan Neilson. Boston and New York, Houghton, 
Mifflin and Company. The Riverside Press, Cambridge 1906. 
XIX u. 1237 s. 

Die Vorzüge der vorliegenden Shakespeare -ausgäbe be- 
stehen in einem sorgfältigen text, der von der ersten folio und 
den quartos nur aus zwingenden gründen abweicht, einem 
handlichen format und einem lesbaren, nicht allzu kleinen 
druck. Die stücke sind nach coniedies, histories und tragedies 
geordnet; für die reihenfolge der ersteren und der letzteren 
ist das mutmafsliche entstehungsjahr mafsgebend; die histories 
sind in chronologischer folge abgedruckt. Die Interpunktion 
ist nach modernen grundsätzen gesetzt. Die Zeilenzählung der 
Glohe Edition ist beibehalten. Vor jedem stück berichtet eine 
kurze einleitung in knappen Worten, ohne literaturnachweise, 
über den gegenwärtigen stand der forschung: sie gibt nach 
einem versuch einer genauen datierung unter sorgfältiger 
Würdigung aller äufseren und inneren anhaltspunkte eine 
Prüfung der zeitgenössischen drucke und eine Untersuchung 
über die quellen, mit gelegentlichen selbständigen vorschlagen 
und hinweisen. Wo mehrere Verfasser eines dramas ange- 
nommen werden, wird der versuch gemacht, Shakespeares 
anteil genau festzustellen. Ein ausführliches glossar gibt aus- 
kunft über jedes veraltete wort und jede veraltete bedeutung. 
Die vortreffliche ausgäbe ist recht empfehlenswert. 

Frankfurt a/M. K. Lincke. 



I. SPRACHE ü. LITBRATÜB. 9 

George Meredith Novelist, Poet, Reformer by IN. Sturge Henderson. 

London, Methuen & Co. 1907. Price 6 s. 

The earliest of Meredith's stories is a fantastic Arabian 
Nights' Tale which teils how a young barber, Shibli Bagarag, 
goes fortli to shaVe a certain Shagpat, and of the adventures 
he met with on the way. The tale is supposed by some to 
be an allegory of a reformer's existence. Shibli suffers the 
most nnheard-of hardships, is thwacked time and again, 
and in order to attain his end, marries Noorna - bin - Noorka, 
Said to represent the ugliest member of the family of Dnties, 
and remains true to her, '^in spite of the fact that it is 
through foUowing Noorna's suggestions that some at least of 
his thwackings have come", (I quote from Mrs. Henderson's 
book). Finally he achieves his purpose and is crowned the 
^Master of an event". Meredith sums up the moral in the 
following Verses: — 

Te that nourish hopes of fame! 
Ye who would be known in song! 
Ponder old history, and duly frame 
Your souls to meek acceptance of the thong. 

Lo! of hundreds who aspire 

Eighties perish — nineties tire! 

They who bear up, in spite of wrecks and wracks, 

Were season'd by celestial hail of thwacks. 

Fortune in this mortal race 

Builds on thwackings for its base; 

Thus the All-Wise doth make a flail a staff. 

And separates his heavenly com from chaff. 

In writing Shagpat Meredith was prophetic of his own 
career. His too has been "the grand, old, fortifying curricu- 
Inm" of thwacks, but in spite of that he has held on to his 
purpose with a courage at least equal to his hero's, and has 
shayed his Shagpat. A generation which received him with 
contumely and indifference has been succeeded by one which 
grants him a preeminence such as no writer has enjoyed in 
England since Wordsworth. It is curious to think that 
Meredith whose work is still so fresh and strong, first began 
to write in the early flfties, when Dickens and Tbackeray 



10 L SPRACHE U. LITERATUR. 

were at the height of their power and George Eliot as yet 
unknown, authors whose books seem to belong to the downy 
antiquity of our fathers' youth and have now a somewhat 
musty flavour. Although Meredith always had an audience of 
his own, he was neglected by the larger public tili in 1885 
Diana of the Gross ways achieved agreat success, scarcely 
on its own merits however, but because its heroine had been 
a famous Society woman. This neglect is generally attributed 
to the obscurity of his style, but it is scarcely accurate to 
call his style obscure. Everything necessary for the perception 
of his meaning is there, but nothing more than is necessary. 
Meredith's compressed sentences have, as he says himself in 
. another connection, the value of chalk eggs which Iure a 
thinker to sit. I know of no more delightful spoii; than that 
of hunting his meaning through its maze of allusion and 
epigram. Homer may sometimes sleep, Meredith never does, 
he keeps his reader's attention on the rack all the while. 
Eeading Meredith has the same tonic effect as his favourite 
pastime of a walk in the Southwest wind, it may be a hard 
tussle, but it is wonderfuUy bracing and invigorating. 

Mrs. Henderson's book contains two introductory chapters, 
discussions on the novels taken in chronological order and 
four chapters on the Poems by Mr. Basil de Selincourt. This 
double authorship indicates the chief defect in the book — 
namely in arrangement. The poetry comes as a solid lump 
in among the novels, but as Meredith's verse contains in 
quintessence those ideas which have received larger exposition 
in the novels, it should have been treated first, this would 
have left the discussion of the novels much freer. It has also 
led to some repetition, thus style has been treated twice, but 
the question is at bottom one and the same, and the two 
aspects should not have been separated. Again there comes 
in the middle of the book a chapter on Meredith's reviews 
and criticism, this ought to have been one of the introductory 
chapters, before studying his art, his views on art ought to 
have been explained. But for all that, Mrs. Henderson's book 
is the best introduction to Meredith that has yet appeared. 
It is obviously the result of honest work and hard thinking, 
and for one thing one cannot be too grateful, neither of the 
two writers plays the idolater. Their criticism is fearless 



I. 8PBACHE V. LITEHATUa. 11 

uid searching, althongh their admiration of Meredith is obvious. 
The book is interesting as the first considerable study of 
Mereditli by a woman. (Hannab Lyndi's book docB BOt count, 
it was based on quite insufficient intormation). Here and 
there tbe sex of the writer is seen. in jndgements that woiild 
scarcely have come from a man. For instance, while giving 
Adrian Harley füll credit for bis wit, Wrs. Henderson adds, 
"he is detestable, and it would hardJy he possible for bim 
to be more heartily detested than he is by bis autbor". At 
first sigbt this seems almost as wiile of tbe mark as it would 
be to say that Shakespeare detested Falstaff; but as Urs. 
Henderson bas bad tbe advantage of Mr. Mereditb's help in 
the preparation of her work, there may be good authority 
for it. The book is especially usefiil for its criticism of woinen. 
Most male critics have beeu blinded by tbe wit and beauty 
of Mereditb's heroines and have become willing slaves to their 
fascination — not so Mrs. Henderson. At times sbe seems too 
severe, as when sbe j'udges Diana's conduct at the crisis of 
her life in tbe words: — "Either Diana is a fool, passing even 
the 'ordinary woman' in her folly (she can entertain the idea 
of being paid thousands of pouiids for Information of negligible 
impüitance), or she is proving beyond all refiitation that the 
political basis of her intercourse with Dacier is a sham." The 
truth about Diana cannot be gathered in so coarse a net. Not 
that Mrs. Henderson is inclined to think little of her sex. On 
the contrary, she makes a very streng defence of Clothilde 
against what she considers Mereditb's injustice to her. For 
tue rest, Mr. de Selincourt's chapters are slimulating and well- 
written and ofEer a very thorougb exposition of tbe leading 
characteristics of Mereditb's poetry, The book is provided with 
an escellent reprodnction of Hollyer's portrait of Meredith. 
Bonn. H. T. Price. 

The Story of my Struggles, Tbe Memoirs of Arminius Vamb^ry. 
In 2 vols. 1.50 Mk- per vol. ünwin's Library. 
This book arose out of the author's previous volume Life 
and Advenbires of Arminius Vamberij. Finding tliat the filmst 
two chapters wbicb gave an account of bis earlier life and 
strnggles, aroused so mucb interest in England and America, 
Professor Vambery determined to draw a picture of bis whole 



12 I, fiFKACHE D. LITERATUR. 

life and of all the vicissitudes he has undergone from childhood 
to old age. The story told here is of great interest. Professor 
Vambery was born about tlie year 1830. His fatber was a 
Jew Iparned in the Talmud who was obliged to take to various 
small trades in order to earn a living. He died young and 
poor but he left a most valuable legacy — bis unqaenchable zeal 
for study. The son never forgot bis father's eiample and 
determined to be a leamed man himself otie day. But in 
Order to reach bis goal he had to go through severe trials. 
At achool be was continually on the verge of starvation and 
was often indebted to charity for a uight's lodging, wbile bis 
nationality exposed bim to cruel tannts. As be grew older 
his prospects brightened and he became a private tutor, The 
East had always interested bim as tbe cradle of the Magyar 
race, so he determined to become acquainted with it at first 
band. He had saved 120 florins and with tbis as liis sole 
fortiine he started for Constantinople. His life was at first as 
bard as it bad been before but in tirae he won a good position 
and had free access to all circles of Turkish society aud what 
was more important — to many good libraries of Oriental 
manuscripts. But he was not learning enoiigh, and in order 
to carry his resarches furtber, be determined on a journey in 
disgiiise through Central Asia. Of tbe dangers and sufferings 
he miderwent on this stupendous adventure and the courage 
and resolution with which he met them, tbis is not the place 
to «peak, tbe story bas been fully told in his Wanderinijs and 
ExperUnces in Ptrsia. He retumed from liis travels a famous 
man. But after tliis tbe interest of the autobiogi'aphy declines 
to a certain extent. Vambery, tbe celebrated traveller, the 
Universily professor, the pnblicist whose writings on the East 
influenced tbe policy of great statesmen, Vambery the man 
whom leamed societies deligbted to bonour and the guest of 
kings, is to us a much less interesting figure tban Vambfery, 
the little ragged boy wbose zeal for learning was so great 
that it braved every sort of trial and privation. 

On the wbole Professor Vamböry's slory is well told. He 
keeps the middle way between tbe extremes wbicb are so 
fatal to tbe writer of autobiography — between excess of 
reflection and sentiment on tbe one band and a too dry and 
curt narrative on tbe otber. HL^ English ia not always 



'S I 

J 



I. SPRACHE ü. L1TEB4TÜB. 



13 



»peccable. On p. 15 the sentence 'What has slie not done 
to effect tbis'r" should be 'What. did she not do to effect this?' 
Änd on p. 19 makc a light is iniiiossible in English. Eut a 
diligent search Itas resulted in the discovery of only few auch 
en'ors in the bock. 

Bonn. H. T. Price. 



k 



The Compromise bj Dorothea Gerard. Tauchuitz edition, 2 vols., 
3 Mk. 20. 

In this work Dorothea Gerard foi-sakes Austria, the home 
of her adoption, abont which she lias written some interesting 
books, and returns to lier native land. The Compromise is a 
Sketch of lue in a Highland Valley. IIa hero, John M'Donnell 
is a working-man who takes orders in the Church of England 
because he beiieves that with his special experience he can 
do more for working-men than tlie ordinary clergynian. Bnt 
he marries — of couise, the wrong wonian. Dorothea Geiard 
Sees in this marriage the fatal compromise with the World 
which cripples his powers of usefulness and in contrast she 
presents the uufettered freedom of the several Roman Catholic 
priests who succeed one another in the Valley duriug John 
M'Donnell'a incumbency, Our estimate of her success in 
working out tliis idea will naturall}- depend on our previous 
convictions. But none can deny that the book contains some 
clever characterization combined with telling satire of the 
emptiness of Society life as comjtared with the fullness and 
earnestness of a working-nian's exislence, Dorothea Gerard 
has also a fine feeling for nature and she has given us a 
convincing picture of the gloomy Scotlish gleu with its 
memories of bloodshed and its rare intervals of beauty and 
brightness, in wliith her characters live. 

Bonn. H, T. Price. 



Zur entwIcklQOg von &«. i und u In offener silbe. 

In meinen 'Studien zur englischen Lautgescbichie' (Wien 
1903) habe ich darzutun gesucht, dal's ae. i (y) und « in 
offener silbe unter gewissen bedingungen auf dem nord- 
hiunbrischen Sprachgebiet zu me. f und p gedehnt wurden. 
In der besprechung dieses buches im 'Literaturblatt für ger- 



14 I. SPRACHE U. LITERATUR. 

manische und romanische Philologie' 28, 274 ff. wirft Kruisinga 
unter anderen die frage auf: ^Wie erklärt sich die tatsache, 
dafs in den vollständig untersuchten nördlichen mundarten 
keine sicheren spuren der dehnung sich auffinden lassen?' (8.280). 
Diese frage ist überraschend, nachdem K. selbst kurz vorher 
im hinblick auf die von Hargreaves '), Hirst^), Schilling 5) und 
Wright^) dargestellten dialekte gesagt hatte: 'Zwar gibt es 
in den meisten fälle von dehnung des i und u ; aber diese hat 
gewöhnlich nur in ein paar Wörtern spuren hinterlassen, kommt 
sowohl in geschlossenen als offenen Silben vor, und überdies 
läfst der gedehnte vokal für me. u sich öfters nicht erklären 
aus einem me. ö' (s. 277). Aber auch gegenüber diesen letz- 
teren behauptungen wird es angemessen sein, das material aus 
den genannten büchern einmal wirklich zusammenzustellen: 
denn was K. davon beibringt, ist teilweise unrichtig und vor 
allem äulserst lückenhaft. 

Für dehnung in geschlossener silbe führt K. drei fälle an : 
[skin] *skin' und [tjs\ *his' in Adlingtoü, [slcruf] 'scurf' in Ad- 
lington und Oldham. In der tat finden wir bei Hargreaves 
§ 83, 6 unter den Wörtern mit anlautendem sk auch [sJcin] ; 
aber § 52, 1, a, wo er von der wiedergäbe von me. i handelt, 
schreibt er [skin]: es ist von vornherein wahrscheinlilch, dafs 
an der anderen stelle ein versehen vorliegt, was denn auch 
Hargreaves auf meine erkundigung hin bestätigt hat. Die 
länge in hts erklärt sich als ein fall der schon im Mittel- 
englischen zu tage tretenden erscheinung, dals *die vokale 
schwachtoniger silben mit einfacher konsonanz oder geminata 
. . . ., sobald sie unter den vollton treten, nebenformen mit 
länge entwickeln. Sind diese vokale i oder «4, so führt der 
Vorgang je nach dem Zeitpunkt seines eintritts entweder zu 
i, ü oder zu f, ? ' (Untersuch. § 428). Es ist übrigens auch 
möglich, dals [ier] von [i] ^he' beeinflulst ist, geradeso wie [war] 
*our' von [we] *we' (Hargreaves § 92). Die form [skruf] ist 



^) A Grammar of the Dialect of Adlington (Lancashire). Anglistische 
Forsch. 13. Heidelberg 1904. 

>) A Grammar of Dialect of Kendal (Westmoreland). Auglistische 
Forsch. 16. Heidelberg 1906. 

') A Grammar of the Dialect of Oldham (Lancashire). Giessener 
dissertation. Darmstadt 1906. 

') The English Dialect Grammar. Oxford 1905. 



r. SPRACHE U. I.ITEHATÜB. 



15 



inesweg!! überraschend. Infolge der schon altenglisch be- 
legten metathesis dea r (ae. scruf) kam das m im plural (der 
nach answeis der altenglischen belege bei diesem worte ganz 
üblich war), ferner in dem abgeleiteten adjektiv ae. ■■■curfede, 
"scriifede in offene silbe zu stehen und konnte in dieser stellnng 
von der dehnung ei-griffen werden. Seitenstücke bilden mschott. 
sc/iff/;) 'schiff', M-rei^ 'schrift', swi«J 'scbmid' (Arch. 102, 77) 
und nl. scJieep, deren länge den flektierten kasus, namentlich 
dem plnral entstammt. Es fragt sich übrigens, ob nicht — 
wenigstens teilweise — ae. scttrf mit einem anderen worte 
vermengt worden ist: es gibt im ÄfE. ein schroup mit ähn- 
licher bedeutung (vgl. Stratman-Bradley s. v.). 

Von den drei fällen, die K. fUi- dehnung in geschlossener 
Silbe anzuführen weiTs, ist somit einer überhaupt nicht vor- 
handen, einer enthält ü- und der dritte lälst sich ungezwungen 
auf anderem wege erklären. 

Auf der anderen seite sind die belege für die dehnung 
von 1 (y) und m in offener silbe in den angegebeneu diaiekten 
keineswegs so spärlich wie K. angibt. 

In Adlington haben wir deutliche fälle in [ivl] 'evil' 
§ 36. [ifWiiA] 'smoke' § 40 (vgl. unten s. 20), und [sül] ans ae. 
sti^ol § 39, das ebenso wie [m] 'aug:en' § 39 auf eine niittel- 
englische basis mit f zurückweist. Bei [an] 'oven' s. 114 
(ae. *ufen) ') könnte man an eine entstehung des ü aus u + v 
denken, doch werden wir hinweise finden, die dagegen sprechen 
(unten s, 20). Unsicher ist [duar] 'door' § 34: dies [ua] kann 
sowohl auf me. ö als auch auf me. ;> zurückgehen. 

In Oldham finden wir [tvik] 'week' s. 86, ferner [an] 
•oven' s. 86 und [aban] 'above' s. 76, für die das oben gesagte gilt. 
Unücher ist wieder [du»''] 'door' s, 43, in dem sowohl p als ö 



■) Die ansetzung von 'itfen nelien ofen aclieint mir nach allem was 
fliegt, nnabwcislieh zn iiciu. SchrUer hat 'Wtb. b. t. aaf grand vou Omna 
Eweimaliger scUreibtiiig mn ofne (v. 993 nnd 999) ein l>ereits früh-me. j)i'en 
angenommen, das anF ein ae. 'äfen inrUcligebeD müTste. Aber ae. 6 steht 
in keinem ablaDtsTerhiiltnis za dem sonst in den germanischen sprachen in 
(iiesem worte gellenden o. Ferner achreibt Ocrm auch einmal opnenn 
neben dem gewöhnlichen oppttenn (Effcr. Angl. 7, Auz. 1(J9), wohl nntcr 
dnflnrB von openn. So mag auch der nominativ 'ofenn den dntJT ofiie 
beeinönfst haben. Dasselbe schwanken finden wir ja ancb bei urapriing- 
licber ItlDge, nur viel hSufiger: deffles und defles u. dgl. (EfTer 190). 



16 



I. SPRACHE D. LITERATDR. 



stecken kaun (s. 41), Die form [htm] 'conie', die K. anführt, 
wird von Schilling s. 117 so angegeben; s. 88 schreibt er aber 
[kum\. Ebeuso steht neben [skräf] 'scurf' s. 103, [skniß 8. 23, 
101. Es ist nicht klar, ob doppelfomien bestehen oder nur 
versehen vorliegen. 

Für beide dialekte ist übrigens zu bemerken, dals sie 
nicht dem norden, sondern dem nördlichen mittelland ange- 
hören und in einer so indnstriereichen gegend wie Lancashire 
dialektmischung und auch schriftsprachliche beeinflussnng sehr 
leicht möglich ist. Oldham ist eine fabrikstadt von 100000 
einwohnern I 

Der dialekt von Kendal, wie ihn Hirst darstellt, bietet 
ein auffälliges bild. Hier wird me. ö durch [tu], [ö] und [yu], 
me. « durch [(tu] und [au] wiedergegeben, aber so, dals keine 
deutliche abgrenzung — etwa nach den umgebenden konso- 
nanten — zu ersehen ist. Die regel, welche Hirst § 102 für 
me. p gibt, ist tatsächli<;h nicht eingehalten, so dafs er sich 
zur erklärung veranlafst sieht: 'In souie words we get yu 
for i'u by analogy as in tiif/un sb. moon, blf/tim sb. bloom, for 
*»iiu«, hlium, and vice versa ja for [in as in thtp for *l{iup' 
(§ 106). Aber welche analogie sollte hier gewirkt haben? 
Wir finden also hier Hup 'tooth' gegenüber sm{iud 'smooth', 
ferner «wf 'soot', brUm 'broom', fani^n 'forenoou' gegenüber 
tliut 'foot', bliium 'bloom'. »«[/um *moon', ja ni^as 'mouse' 
gegenüber Utus 'louce'; die formen für foot und dout, hoos 
('Kuhstall') und mouse, skoe und Ihoii (betonte form) bilden 
vollkommene reime (mit y»), während z. b. link aus ae. löctan 
und syak aus ae. sücun gut auseinander gehalten sind. Dafs 
ein solcher zustand sich ohne dialektmischung ergeben hat, 
vermag ich nicht zu glauben. Ich begegne mich in diesem 
gedankeu mit Kruisinga, der bereits Beibl. 17, 271 sehr triftige 
gründe für diese ansieht beigebracht hat und mit recht an- 
nimmt, dafs lautgesetzlich me. p durch im und me. ü durch yu 
wiedergegeben wird und die anderen lautungen lehnformen 
aus der Schriftsprache oder benachbarten mundarten darstellen. 
Wenn mau erwägt, dafs Hirst den dialekt nicht selbst spricht, 
auch nicht in Kendal selbst ihn aufgenommen, sondern an 
einem einzigen jetzt in Liverpool lebenden ehepaar beobachtet 
hat, so muls man den wünsch äulsern, dafs an ort und stelle 
untersucht werde, wie weit dort die Sprechweise Mr. Capsticks 



L SPRACHE II. LfTERATUB. I^ 

fi'lclicli gilt und ob nicht in oder bei Kendal zwei dialekte 
lusammenstofsen, aus deren mischung' sie entstanden ist. 

Trotz dieses schwankenden zustande^ finden wir einen 
völlig sicheren fall von me. p aus «-. nämlich [(//wsej 'door' 
s. lüÖ. welches — echt nordhumbrisch — einen genauen reim 
auf siu9r 'sure' s. 164 bildet und unmöglich auf me. dör zu- 
rückgehen kann, da ö vor r zu [na] wird. Nicht sicher zu 
deuten sind smtiulc 'smoke' §107, »bi/un 'above' §111, und 
syu 'bow' § 109, da das [{/«] nach dem oben gesagten sowohl 
me. p als me. ü wiedergeben kann. Die ansteht Erulsinga's, 
data in s»i{/(ii me. ö nicht vorliegen kann, weil sonst Q vor 
k durch iu wiedergegeben wird (Beibl. 17, 271), steht in wider- 
sprach zu seinen eigenen ausfuhrungen. Wenn die [im] für 
me. ö aus einem anderen dialekt stammen, so kann auch ein 
wort auf me. -pk mit dieser lautung eingedrungen sein, obwohl 
alle anderen Wörter mit diesem ausgang die lautgesetzliche 
form bewahrt haben. 

Deutlicher liegen die Verhältnisse bezüglich der dehnung 
des I-. Auf me, f weisen, wie K. Beibl. 17, 274 selbst gezeigt 
hat, mit völliger Sicherheit zurück die formen wtt 'weet' s. 169, 
jiilin *peeling' s. 163 (vgl. Unters. § 557) und blsm 'besom' s. 43 
(vgl. Unters. § 539), femer aber auch sH 'ladder' aus ae. siigu 
s. 44, dessen \i] ebenso wie in i 'äuge', {li 'fliegen' auf eine 
hasis me. ? zurückgeht (wälirend ! -t- ^ zum selben diphthong 
iiihrt wie me. i : tail 'tue', 7iain 'nine' s. 58). 

Das nicht mehr fälle von dehnung vorliegen, kann nicht 
wunder nehmen, wenn man in betracht zieht, wie spärlich die 
listen Hirsts überhaupt sind. Für ae, i- (§-) finden sich sonst 
nur an belegen r stelle, sincw, wUhy s. 13 f., business s. 18, stir 
%. 27, für ae. m- : buüer, come s. 36. 

Die Dialektgrammatik Wright's ist für fragen wie 
die vorliegende nnr in beschränktem mafs zu verwerten, weil 
die sprachgeschichtliche deutung der bestehenden formen viel- 
fach einen genaueren einblick in die besonderen lautverhält- 
nisse des betrefEenden dialektes erheischte. Immerhin findet 
man — im index, dessen material ja die basis für das buch 
bildet — eine reihe von lautungen die hier anzuführen sind. 
Das recht häufige [t] in bedk, evtl, live, sieve, tceek, widotv 
geht gewifs zumeist auf me. e zurück. Ebenso ist das in come. 
love und sonst öfter belegte [ü] mit grofser Wahrscheinlichkeit 

Ancll«, BMbUtt Xrx. 2 



18 I. SPRACHE ü. LITERATUR. 

auf me. ö zn deuten, während [ua] in d^or meist unsicher ist, 
da dieser diphthong vielfach auch me. d + r wiedergibt. Völlig 
unzweifelhaft sind wieder die lautungen [tu, ju] in ahove, 
hve, Oven, shovel, door, fowl, [io] in ahove, dove, cud, door, 
[ö, ü, l] in ahove, love, shovel, cud, [{] in summer, nut, tvood, 
lautungen, die teilweise recht häufig belegt sind. 

Wer nordenglische dialekte studiert, darf aber nicht die 
Wortlisten übersehen, welche S. D. Brown zur neuen aufläge 
des Cumberland-Glossars von Dickinson^ beigesteuert 
hat. Sie umfassen auf 45 selten diejenigen alltäglichen Wörter 
*which are peculiar only on account of the dialectic pro- 
nunciation' und diese ist in Ellis' *Glossic' transkribiert. In 
Cumberland wird me. ? wie ti mit grofser regelmäfsigkeit 
durch ein [m] wiedergegeben. Derselbe laut gilt auch in ahove, 
love, cud, smoke und fowl (ae. fujoT). Vor r erscheint me. ? 
und ü je nach den einzelnen gebieten als [?«9], [la], auch [fj: 
dieselben laute gelten auch in door. Vor -^ führt me. ö zu 
einem anderen [iw], welches auch me. eu wiedergibt. Derselbe 
laut liegt auch vor in sow (ae. su^u), während a teils [«], 
teils [au] ergiebt. Somit kann hier schwerlich ein me. sf aus 
adän. so zu gründe liegen (vgl. Stud. 171). Das erst erwähnte 
[iu] tritt uns noch entgegen in scruf (für scurf), huckstcr und 
mwd, ferner ein ähnliches [iu] in einem teil des gebietes in 
tup. Für scruf hat das oben s. 15 gesagte zu gelten. Bei 
huckster wird niemand annehmen wollen, dafs ü — vor drei- 
facher konsonanz — gedehnt wurde. Wahrscheinlich ist das 
wort — worauf auch einige früh-ne. Schreibungen weisen (vgl. 
NED.) — zum teil wie im Niederländischen mit hook in Ver- 
bindung gebracht und danach lautlich umgebildet worden 
(vgl. NEP.). Mud und iup endlich sind zwei erst im Spät- 
Mittelenglischen belegte Wörter, über deren altenglische basis 
wir noch nichts sicheres wissen. Es ist sehr wohl möglich, dafs 
sie Ä in offener silbe (oder 6 ?) enthielt : dafür würde bei mud 
auch der reim müde : gude bei Wyntoun V, 237 sprechen. ^) 

*) A Glossary of the Words and Phrases pertaimDg to the Dialect of 
Cumberland. By W. Dickinson, F. L. S. Re-arranged ... by E. W. Prevost, 
Ph. D., F. R. S. E. With a short Digest of the Phonologv and Grammar 
of the Dialect by S. Dickson Bro\ni, B. A. — London, Carlyle, n. y. (1899). 

') Dr. Bradley war so gütig, mir ans dem material des NEID, noch 
folgende belege mitzuteilen : mode : wood Coer de L. 4860, moode in Lyd- 
gate*B St. Edmond neben moddy ac^. 



I. 9PRACHE U. LITESÄTÜB. 19 

In enUprechender weise erscheint [ij, die wiedergäbe von 
nie. e, in live und givm, ferner in stiU (ae. sli^ol) und (in 
einem teil des gebietes) in mw (ae. niion), wo der laut ebenso 
auf eine me. basis mit e zurückweist, wie in [i] 'eye', [/!»] 
'fly' usw. Dies [»] zeigt auch die form ^eek für ne. \\üch 
(ae. \Mcce) \ aber dafs etwa liier dehnang in geschlossener silbe 
eingetreten sei, wird daraus gewils nicht zu folgern sein. In 
anderen dialekten und einmal im Früh-Neu englischen ist auch 
//cecA belegt (vgl. NED. s. v.) und es fragt sieb, ob nicht allen 
diesen formen mit länge ae. /Jäc 'fleisch' zu gründe liegt, das 
(loch zu oft belegt ist, um ein Schreibfehler für /Itesc zu sein 
(/I«c Wr.-W. 156, 6, /I« Chron. E zu 1137, Earle-Plummer 264, 
\\mcsirat, ß-rccypmy Wr.-W. 145, 26, flceclawere Wr.-W. 1 89, 19). 

Von geringerem belang für unsere frage sind die mit- 
teiluDgen M. C. F. Morris' über den dialekt von Oat-York- 
sbire'): seine bel^e sind im allgemeinen zu spärlich, um 
mehr als die grundziige der lautentwicklung erkennen zu lassen. 
Beachtenswert ist aber, dafs er eine jetzt veralternde form 
yctc«, auch yuvven für 'oven' bezeugt (s. 21). Auch Wright 
bucht s. 556 veraltetes [jiun] für Nordost- Yorksliire. Da nun 
Morris betvk, lewk 'book, look' erwähnt (s. 12) und [iu, in] als 
Wiedergabe von me. p auf nordhumbrischen boden öfter vor- 
kommt (Unters. § 111), sind jene lantungen offenbar reflexe 
eines me. dven, das auf ein ae. *afen zurückzuführen ist (s. 15). 

Die eben vorgeführten formen aus Cumberland and Ost- 
Yorkslure ergeben in zwei fällen noch besondere hinweise. 
Die lautung 9biun 'above' zeigt, dafs auch vor v das «- 
dehnung erfahren hat und dann das e spurlos geschwunden ist. 
Dasselbe erweisen die bei EUis bezeugten formen 9liU>n 30 ', 
»ii'jfM 30", »bian Sl"", abiun 31^'', abün 31^, abiun 32', 
»bim ^2', 9bÖn 33, abön, 9bün 35, »bin 39, abön 42 und die 
entsprechenden belege in Wright's Dialekt-Grammatik s. 302. 
Diesen Vorgang setzen auch voraus das Ost- VorkahireriM« 'oven' 
und die von Murray NED. s. v. bezeugte schottische lautung 
an, MM. Wenn wir nun in solchen Bordenglischen und nord- 
mittelländischen dialekten, welche ne. p durch [ü] wiedergeben, 



■) The Towel-SouudB of ihe E&it Yorkshire Folk-Speecb. B; the Bev. 
K.C. F. HottU, B.c. L., H.a., Rector of Nnuburnholaie, Yorkshire, London, 
York, 1901. 



20 r. SPRACHE Ü. LltfiBATÜRi 

die lantung 9bün und ün finden, wie z. b. in dem von Adlington, 
haben wir keinen grond, eine andere entwicklung anzunehmen. 
Dafs hier [a] aus ü + v entstanden sei, wie K. s. 277 annimmt, 
ist unwahrscheinlich: wenn dem so wäre, würde die gleiche 
entwicklung wohl auch in einem oder anderen der oben an- 
geführten dialekte eingetreten sein, sodals 9ban und nicht 
dbiun usw. vorläge. Der dialekt von Windhill bietet aller- 
dings 9bun (§112), während me. g durch iu und ui wieder- 
gegeben ist (§ 163, 164): dieses ü scheint auf den ersten blick 
wirklich aus u -{- v entsanden zu sein. Aber da andere ü der 
entlehnung ans nachbardialekten verdächtig sind (§ü, tu, vgl 
Beibl. 4, 166 und unten s. 21), so halte ich es für wahi*schein- 
lich, dafs auch diese form nicht dialekteclit ist. 

Wichtig ist femer die Cumberlander form smiuJc *smoke'. 
Nach den lautverhältnissen des dialektes kann das iu nur auf 
me. ö zurückgehen und dieses mufs aus ae. ü (^smudan) ab- 
geleitet werden. Die berechtigung einer solchen annähme ist 
kürzlich von K. geleugnet worden (Beibl. 17, 271): die formen 
smyuk in Kendal, smük in Adlington und Windhül gingen auf 
eine basis mit 'spät-me. ü^ zurück. Zunächst ist nicht ganz 
deutlich, was er damit eigentlich meint. In Adlington wird 
das gewöhnliche me. ü (in down u. dgl.) durch [(], in Windhill 
durch [ä] wiedergegeben : das normale me. ü liegt also sicher- 
lich nicht zu gründe. Allerdings hat sich in beiden dialekten 
ein offenbar jüngeres [ü] aus ü + l sntwickelt, das noch heute 
als a erhalten ist (pu 'puir Adl., baJc]> *bulk' Wind.). Wenn 
aber K. diesen laut meint, so ist nicht abzusehen, wie smoke 
dazu gekommen sein sollte, da eine basis *smulk' doch gänzlich 
ausgeschlossen ist. Die mitteleuglischen belege dieses Wortes 
zeigen überall die auf me. ö oder die auf me. w, bez. ö weisen- 
den Schreibungen. K.'s erklärung erweist sich somit als un- 
möglich. 

Wir haben vielmehr davon auszugehen, dafs die lautung 
des Wortes in Cumberland unbedingt auf ein spät-me. ? weist 
und diejenige iu Adlington vernünftiger weise auch nicht 
anders gedeutet werden kann. Das yu in Kendal ist nach 
dem oben s. IG gesagten der entlehnung aus einem nachbar- 
dialekt verdiiclitig, der me. ö durch yu wiedergibt. Scheinbar 
sehr auffällig ist das [a] in Wiudhill, wo me. ö vor k, m und 
im aualaut regelniäfsig durch [iu] vertreten ist. Dieses [ü] 



I. BPKACHE V. LITEBATÜK. 21 

änn aber auch nicht auf me. u {das [ä] ergiebt), noch auf 
u + l zurückgehen ; wir werden geradezu zur annähme ge- 
drängt dafs es aus einem nachbardialekt, der nie, o durch a 
wiedergiebt , entlehnt ist. Wir haben ja bereite andere \u] 
als verdächtig erkannt (s. 20). Diese argumentation allein ist 
m. e. methodisch richtig und damit fällt der oben angeführte 
einwand K-'s über die Sonderstellung des dehnungsproduktes 
in eich zusammen. — 

Kmisinga hat auch das in meinen 'Untersuchungen' für 
r- ö- beigebrachte dialektmaterial einer kritik unterzogen und 
kommt zum Schlüsse, 'dafs es an festen tatsachen, welche auf 
me. ^ hinweisen, fast ganz fehlt' (s. 277). Aber man merkt 
deatlich das streben, um jeden preis zu läugnen und dies zu tun 
trotz sehr lückenhafter kenntnis meiner darlegnngen. Sogar die 
so klaren formen [lisv) 'love' und [sion] 'son' im mittleren York- 
shire (30') werden bei Seite geschoben: dieses ia gelte für 
me, fl, ?, S und ü (romanischer Wörter), ferner in room, äove 
und Qirough (276). Seltsam! Eine basis mit ä oder i; oder ü 
ist bei jenen Wörtern doch ausgeschlossen I Über die ausnahms- 
stellung von roam gerade in diesem dialekte habe ich schon 
.^rch. 103, 58 gebändelt, aber die notwendigkeit eine ae, neben- 
torm diifc anzusetzen (wofür das NED. bestätigung gebracht 
hat) ') bereits Unters. § 152 und throuyh endlich erklärt sich 
nach dem eben dort § 428 entwickelten (oben s. 14 angezo- 
genen) satz über die mögliche dehnung minderbetonter Wörter, 
Ähnlich werden die zahlreichen belege für die dehnung des 
ii- in Südschottland angezweifelt, weil der ihnen eigene laut 
auch in couniry vorkommt (s. 276), Dafs ich diesen fall be- 
reits in einem weiteren Zusammenhang behandelt und gedeutet 
habe (Stud. 132), wird nicht ei'Wähnt! Sämtliche hinweise 
auf me, ö in sow (ae. sm^u) werden abgewiesen, weil vielleicht 
adän. sn zu gründe liege (s. 276). Mein nachweis, daJs gewisse 
mnndarten in diesem worte unzweifelhaft me. ö + 5 voraus- 
setzen (Stud, 171 ff., 176 f.), bleibt unberührt. Die zahlreichen 
belege von unzweifelliaftem ö in above (vgl. oben s. 20), sollen 
Igen der besonderen entwicklung dieses wortes nicht in be- 
t kommen (3. 276). Worin diese besteht, wird nicht gesagt 

<) Besonders beachtenswert ist die Bdireibnng doyf in den Yorker 
Seelen 41.248: 250; 290 (gegenüber doufe 9,237, dowitt 87,78). 



22 I. SPRACHE U. LITERATDB. 

Meine belege für ? aus T- zu bespreclieii, sei überhaupt nicht 
nötig (s. 277) : tatsächlich verteilen sie sich anl zwanzig ein- 
zeldialekte (Unters, s. 218)! Eine solche poleniik ist doch nicht 
ernst zu nehmen! Dals manche belege bei Ellis weniger gut 
fundiert sind als man wünschen möchte, habe ich schon längst 
selbst hervorgehoben (Unters. § 7 ff. § 20) und meine Schlüsse 
auch nicht auf einzelne dialektformen und überhaupt nicht 
auf die dialektformen allein gegründet (vgl. Arch, 102, 44). 

Auf die übrigen einwände und fragen K.'s einzugehen, 
halte ich für überflüssig. Neues material bringt er nicht bei. 
Seine versehen aufzuzeigen und seine verzerrte darstellung 
meiner gedauken (z. b. über die romanischen lehuwörter) zu 
berichtigen, kann nicht meine aufgäbe sein. Wer meine dar- 
legungen unbefangen und vollständig liest, wird die antworten 
auf seine einwände dort finden. 

Graz, 28. Oktober 1S07. Karl Luick. 



II. UNTERRICHTSWESEN. 
English Works of Roger Ascham. edited by William Aldis Wright. 
M, A., Vice-Master uf Trinity College, Cambridge. 

Ä. n. d. T.: Cambridge Eng)ish Classics. Cambridge, at the 
Üaiversity Press. 1904. XX und 304 pp. kl. %". Price 
4/6 sh. net (gebunden). 
Cornelie Benndorf (Wien), Die englische Pädagogik im 16. Jahr- 
hundert, wie sie dargestellt wird im Wirken und in 
den Werken von Elyot, Ascham und Mulcaster. 

A. u. d. T.: Wiener Beiträge zur englischen Philologie, unter 
Mitwirkung von K. Luick, R Fischer und Ä. Pogat- 
scher herausgegeben von J. Schipper, Ed. XXII. Wien und 
Leipzig, Wilhelm Braumüller, k. und k. Hof- und Universitats- 
buchhändler, 1905. XI und 84 SS. 8". 
Roger Ascham (nicht Asham, wie trotz der klarsten und 
häufig wiederholten beweise für die Verkehrtheit dieser Schrei- 
bung', bei der es sich nicht um einen orthographischen fehler, 
sondern um eine lautliche differenz handelt, neuerdings wieder 
in J. M. Wolffs werk über Shakespeare zu lesen ist) unter 
die englischen klassiker eingereiht zu finden, wird in Eng- 
land keinen gebildeten, bei uns nur diejenigen nicht Über- 



n. ÜNTEBBICHTSWESEN. 23 

seilen, die mit der geschichte der englischen spräche und 
literator näher vertraut sind. Über diesen kreis hinaus — ja 
teilweise auch innerhalb desselben — ist der vielseitige mann 
bei weitem nicht in dem maftie bekannt, als er es verdiente. 
Denn wenn er auch allein schon als mitschöpfer der englischen 
prosa nnd als pädagogisclier schriftsteiler soviel geleistet hat, 
dafs schon um deswillen sein Studium sehr anziehend und ge- 
winnbringend ist und dafs seine kurze und kühle erwähnnug 
in Wülkers Geschichte der englischen Literatur (189ö, s. 21 1 — 
vgl. dagegen die von Engel, 1888, s.99f.) wenigstens auffallend, ') 
das fehlen jeder notiz über ihn in Räumers klassischer Ge- 
schichte der Pädagogik geradezu unbegreiflich erscheinen muls, 
so ist damit doch seine bedeutung und der wert seiner werke 
bei weiten noch nicht erschöpft. Seine briefe, die ihn uns 
nicht nur als formvollendeten hamanisten, sondern auch als 
welterfahrenen, gewandten diplomaten zeigen, sein lebensvoller, 
anschaulicher bericht Aber die deut-schen bändel mit seinen 
treffenden Charakteristiken und einsichtigen urteilen, auf den 
auch ßanke in der reformationsgescbichte gelegentlich ver- 
weist, nnd endlich die geschichte seines lebens, das in eine zeit 
starker religiöser und geistiger bewegting und erregung fiel 
und manche schweren konflikte für ihn mit sich brachte, 
konnten bei gründlicherer, planmäfsiger durcharbeitung dem 
geschichtsforscher, namentlich dem fculturhistoriker , dem alt- 
Philologen nnd auch dem Philosophen und psychologen noch 
manche lohnende aasbeute liefern, nicht zu reden von der ge- 
schichte, der theorie uud praxis des sports, wie sie durch den 
Toxophilus illustriert wird. Und für die behandlung einiger 
pädagogischer zeit- und Streitfragen wäre aus der allgemeinen 
betrachtung seiner Schriften nicht wenig zu lernen. Hier — 
ireilich nicht hier allein — kann man z. b. sehen, wie eine 
^einseitige Überschätzung der antike", ein „übertriebener kaltus 
der alten", von denen im kämpf gegen das gymnasium immer 
wieder die rede ist, in Wirklichkeit aussieht und wie himmel- 
weit davon auch der enragierteste altphilologe von heutzutage 
entfernt ist; und überzeugen kann man sich hier vor allem 
auch, wie es mit der behauptung bestellt ist, dafs die schwär- 
merische Verehrung für die alten, die keine höheren weihe- 

') VgL digegen Wülker' I, 233, 253, 259. — Der Hg. 



24 



n. ITNTERBICHT8WBSEN. 



stunden kennt als die der vei-senkung in die weit der griechi- 
Bchen nnd römischen klasaiker, der begeisterten liebe znm 
eigenen vaterlande, der frölilichen mitarbeit an dessen förderung, 
der herzlichen freude an seinen gutem und vorzögen und dem 
Verständnis für die Wichtigkeit der mnttersprache, der ferlig- 
keit in ihrem gebrauch hinderlich sein müsse! Es wäre eine 
schöne aufgäbe — und mindestens ebenso nützlich als die aos- 
arbeitung oder einpiäguiig fein ausgeklügelter didaktischer 
rezepte, an die unsere lehramtspraktikanten noch viel zu viel 
zeit verschwenden müssen — an einer analyse von Aschams 
englischem stil nachzuweisen, inwiefern er einer der mitbe- 
gründer der guten englischen prosa geworden ist nicht obgleich, 
sondern eben weil er ein mann war. ''whosR sonl was cast in 
the bright roould of ages past". 

Die vorliegende mit philologischer akribie hergestellte, 
gefällig ausgestattete, handliche und verhältnismälsig billige 
ausgäbe der drei grofsen selbständigen englisclien Schriften von 
Eoger Ascham — Toxophilus, A Repoit and Discourse of the 
affaires and State of Germany and the Emperour Charles his 
court, The Scholemaster — kann man nur mit freuden be- 
grüfsen und wünschen, dafs sie diesen seinen wichtigsten werken 
auch in Deutschland neue leser gewinnen und zu einem allseitig 
vertieften und erweiterten Studium derselben den anstofs geben 
möchte. Nutzliche auleitung dazu bietet das noch immer 
grundlegende buch von dr. A. Katterfeld; Roger Ascham, sein 
Leben nnd seine Werke, mit besonderer Berücksichtigung seiner 
Berichte über Deutschland aus den Jahren 1550—53 (Strafs- 
burg 1879). Abschliefsend ist es freilich durchaus uicht; aber 
hier wie anderwärts ist der anfang das wichtigste und schwerst« 
und es steht zu hoffen, dats uns mit der zeit ein spezialforscher, 
auf dem von Katterfeld gewiesenen wege wtiterschreitend und 
tiefer grabend, eine grolse, erschöpfende monographie bieten 
werde. Zu dun mancherlei fragen, die K. gar nicht in angiiff 
genommen oder unerledigt liegen gelassen hat, gehört auch 
die nach seinem Verhältnis zu Sturm. Unzweifelhaft ist, dafß 
im allgemeinen von den beiden Ascham melu- der empfangende, 
der gebende Sturm gewesen ist: und insofern ist es erklärlich, 
dafs z. b. Th. Ziegler in seinem Essay über .1. Sturm (Allg. 
deuUche Biographie bd. XXXVII [189i], s. 21—38) Ascham 
nicht erwähnt, auch da nicht, wo er von der Stellung spricht, 



n, ÜSTBBRICHTSWESES. Zb 

i Stnrm in seinem pädagogisclien ayatem der imitatio zu- 
weist. Bewertet hat diese Ascham in der liauptsache ebenso 
hoch wie Stnnn, aber im einzelnen behandelt er sie doch etwas 
anders als jener. Worin der unterschied bestand und be- 
gründet war (in welcher hinsieht Zieglers andeutungen über 
die gefahr einer verflachenden einwirkung der Schulpraxis 
auf die pädagogische theorie einen lehrreichen fingerzeig geben), 
darüber wäre das nähere noch genauer festzustellen nnd dabei 
zu untersuchen, ob Ascham mit seinen äufserungen über seine 
abhängigkeit von dem hochverehrten deutschen humanisten 
nnd Pädagogen nicht doch vielleicht bie und da zu bescheiden 
gewesen und ob Sturm mit seiner reservierten baltung gegen- 
über dem englischen freunde diesem ganz gerecht geworden 
ist. Etwa.^ auffallend bltibt es zunächst, dafs Sturm im Vor- 
wort zu seinem buch De imitatione oratoria, das 1574, also 
vier jähre nach dem Scholemaster, erschien, unter den multi 
eruditissimi viri (qni) scripserunt de imitandi optimos scrip- 
tores ratione Aschams mit keiner silbe gedenkt und da£s der 
einflals von dessen ausführungen über die retroversion , den 
man in der (ebenfalls 1574) erschienenen schrlft De exercita- 
tiouibus rbetoricis erkennt (vgl. Schmid in dem trefflichen 
referat über den Scholeinaster, Gesch. d. Erz. Ill, 1. s. 365) von 
Stnrm nicht direkt anerkannt ist. 

Das grofse verdienst, das sich "Wright mit seiner neuen 
ausgäbe erworben hat, will ref. in keiner weise schmälern, 
wenn er eben ihr erscheinen zum anlafs nimmt die frage auf- 
zuwerfen. ob nicht neben ihr noch für eine andere räum 
bliebe, für die er dem etwaigen Veranstalter einige desiderien 
zu eingehender erwägung empfehlen möchte. Zunächst würde 
wohl eine traasskription nach der jetzt üblichen Schreibweise 
der peinlich genauen wiedergäbe der ursprünglichen Ortho- 
graphie vorzuziehen sein, die gewils für die literaiisch-philo- 
logifiche detailforschang unbedingt nötig ist und von vielen 
angem vermifst werden würde, aber doch für solche, die schon 
ein buch in modernem Englisch nicht ganz mühelos lesen, 
eine unnötige erschwerung bedeutet und dem, was der autor 
in sagen hat, leicht eine etwas irreführende färbung gibt, 
indem sie teils ganz ungerechtfertigter weise, teilü in stark 
übertriebenem mafse den eindrnck einer gewissen kindlichen 
anbeholfenheit erweckt. Wünschenswert wäre sodann eine 



26 



n. ITNTERRICHT8WE8EN. 



äbersicbt über das leben und die schritten Äschams, am zweck- 
mäfsigsten in chronologi^ti-tabellarischer form. Unentbehrlicb 

ist ferner für eine wii-klich nutzbringende leklüre ein kom- 
inentar nuter dem text. der veraltete oder jetzt in anderer 
bedeutnng gebrauchte Wörter zu erklären, auf wirkliche oder 
2u vermutende anspielungen aufmerksam zu machen, zitate 
nach den besten ausgaben genau nachzuweisen und sonst alles 
zu einem eindringenden, umfassenden Verständnis erforderliche 
beizubringen hätte, doch möglichst kurz und präzis zu halten 
wären. Was Giles in seiner ausgäbe der gesamten werke und 
Holzamer, der von ihm mit verblüffender naivität abgeschrieben 
hat, in seiner Übersetzung des Scholemaster (Sammlung päda- 
gogischer Klassiker, bd, 9, Wien 1881) an aumerkungen bietet, 
ist völlig unzulänglich. Als notwendige ergänzung müfste zu 
dem kommentar ein zuverlässiges persoiien- und Sachregister 
treten. Endlich wären aufser den drei grofsen Schriften noch 
einige andere englische stücke in die ausgäbe aufzunehmen: 
so die „Dedication", die Giles (III, 65 — 75) trotz des dalums 
(30. Okt. 15t)i3!) vor den Scholemaster setzt, während sie in 
Wirklichkeit ein begleitschreiben zu einem gesclienkexeniplar 
des kommeutars des Petrus Martyr zu den beiden buchen) 
Samuelis (an die künigin Elisabeth) ist; an sich inhaltlich herz- 
lich unbedentend, ist sie doch mit ihrem fein gedrechselten 
höflingsstil. der zum teil in einen salbungsvollen hofpredigei-ton 
übergeht, ein charakteristisches zeitdokument. Wesentlicher 
wäre allerdings eine reihe von briefen, besonders solche aus 
den Jahren seiner reise nach und seines aufentlialtes in Deutsch- 
land, von denen die ersten allerdings lateinisch geschrieben 
sind; sie bilden teilweise eine wichtige ergänzung zu dem 
„Report" und sind auch wegen des für Jie damalige zeit auf- 
fallend lebendigen gefühls für landschaftliche Schönheiten, 
das da und dort in ihnen zum ausdruck kommt, interessant 
Derartige briefe wären die bei Giles I, 2, s. 209— 214; 243-271 
(ein kleiner, immerhin schätzenswerter ersalz für das leider 
verlorene reisetagebucb), 278—88, 301—2, 307—18, 334—37 
(d. d. Speier 1. Okt. 1552; bericht über die Zusammenkunft mit 
Granvella in Landau, an Sir Richard Morison, der durch ihn — 
vergeblich — um die erlaubnis nachgesucht hatte, dauernd in 
der Umgebung des kaisers Earl im Landauer lager quartier 
zu nehmen). Ändere euthalten wertvolle beitrage zu Äschams 



n. ONTKKRICHTSWE8KR, 



27 



Charakteristik oder in anderer hinsieht wichtiges oder doch 
bemerkenswertes: so derbrief aus Brüssel (von der heimreise), 
bei Giles I, 2, 349 — 55 (äulserungen , die für die selbstein- 
schätzung Aschams und für die kenntnis des wesens und der 
geschichte englischer Universitäten bedeulsam sind); ferner ans 
dem n. bände der ausgäbe von Giles: s. 20—25 und 170—173 
(trostbriefe, der letztere an seine eigene gattin, in den empfin- 
dungen, die sie beknnden, and in der art, wie sie dieselben 
ausdrücken, charakterisiisch) ; 27—30 (verhaltnngsmalsregela 
für seinen auf seine empfeUung hin vom Earl of Warwick in 
dienst genommenen schwager, mit anklän<;en an das bekannte 
testament des Wandsbecker Boten); 73 f. {v'm fein temperierter 
mahnbrief an einen freund); 121—32 (mit beachtenswerten 
aussagen A.'s über sein viel besprochenes und nicht immer 
zutreffend beurteiltes verhalten in der kritischen zeit von 
1553—58); 148-1(50 (an Elisabeth, der er eine bitte vorträgt 
in einer weise, die sein Verhältnis zu der künigin überraschend 
beleuchtet und zugleich zeigt, dafs ihm der in seinen haupt- 
schriften vermilste humor durchaus nicht fehlte). Da von 
denen, die Roger Aschani englisch lesen, gewifs die meisten 
auch des Lateinisclien genügend mächtig sind , künnten als 
BJihang die bedeutendsten lateinischen briefe beigegeben werden, 
wenigstens zwei, an J. Sturm: der erste (d. d. Cambridge, April 
1550, bei Giles I, 1, 181 — 193), den dieser später zusammen 
mit einem eigenen unter dem titel De nobilitate literata 
herausgab und der letzte, unten noch näher zu besprechende 
(vom jähre 1568, bei Giles II, 174-191). Einleitung, text, 
kommentar und index in dem angedeuteten umfange würden 
zusammen zwei handliche bände ergeben, zur not sich aber 
auch in einem bände gröfseren formats unterbringen lassen. 

Doch mit diesen gedanken und wünschen, die lediglich 
durch den reichen, wertvollen Inhalt der werke des fleiTsigen 
gelehrten und fruchtbaren Schriftstellers hervorgerufen sind, 
haben wir die grenzen, die einer anzeige der neuen ausgäbe 
derselben gezogen sind, schon allzuweit überschrittea. Wir 
kehren zum schluls nochmals zu dem zurück, wovon \vir aus- 
gegangen waren: dem ausdruck der freude über und des 
dankes für das wichtige hüfsmittel zum Studium Roger Aschams, 
das uns seine geliebte alte Alma Mater Cantabrigiensis in 
der trefflichen textrezension Wrights daigeboten hat. 



28 11. ÜHTEBBtCHTSWESEN. 

Offenbar war diese noch nicht oder erst ganz kurz erschienen, 
als Coroelie Betindorf das material zn ihrer stndie über die 
englische pädagogib im 16. Jahrhundert zusammenstellte. Die 
dispa«ition dieser arbeit ist der hauptsache nach in ihrem 
titel gegeben: Auf ein allgemeines lileraturverzeichnis folgt 
im I. kapitel (s. 1^10) ein überblick über Thomas Eljots 
leben und Schriften und kurze auszüge aus seinen beiden 
werken „The Govemour" und „A Defence of Good Women"; 
im n. kapitel (s. 10 — 24) wird dann Roger Ascham, im III. 
(s. 24 — 59) Richard Mulcaster in der gleichen weL'Je behandelt. 
Das IV. kapitel (s. 59 — 72) ist dem „vergleich und der kritik 
der drei gelehrten vom pädagogischen Standpunkt ans" ge- 
widmet und mit bemerkungen über den stand der pädagogik 
vor dem einzug des humanismus sowie dessen einflufs auf die 
gestaltnng des Schulwesens eingeleitet (oder vielmehr fast zur 
hälfte ausgefüllt). Nur mittelbar steht mit dem gegenständ 
der Abhandlung das letzte (T.) kapitel (s. 73 — 84) im Zusammen- 
hang, in dem die drei pädagogen vom literarhistorisch-philo- 
logischen Standpunkt aus verglichen werden. Alles in allem 
stellt C. Benndorfs schrift zwar keine durch geistvolle ent- 
deckungen oder tiefe gedanken hervorragende wissenschaft- 
liche leistung, wohl aber eine sehr fleifsig zusammengestellte, 
in präziser und gut lesbarer form gebotene niaterialiensamm- 
lung, dar, die dem spezialforscher gute dienste leisten kann. 
Über stilistische einzelheiten wie die wiederholten verstöfse 
gegen die regeln über die apposition (vgl. s. II, 16) oder so 
schRne Wörter wie manierismus (s. 81) wollen wir mit der 
verf. ebensowenig rechten wie etwa über den Widerspruch 
zwischen s. 10, wo Ascliam „der begabteste und feinsinnigste 
unter den führenden pädagogen des 10. Jahrhunderts" genannt 
wird, und s. 72, wo wir Mulcaster als „auf pädagogischem 
gebiet" fraglos am höchsten" stehend (auch Ascham gegen- 
über) bezeichnet finden — oder über andere subjektive auf- 
fassungen, an deren kritik zu üben hier unangebracht nnd 
zwecklos wäre. Dagegen darf an dieser stelle wohl eine 
frage nochmals zur verliandhing gebracht werden, deren bis- 
herige heantwortung mir teils ganz falsch, teils nur halb 
richtig erscheint: Hat Roger Ascham eine besondere Schrift 
de imitatione wirklich Je ernstlich in angriff genommen 
bez. ist sein Scholema&ter wirklich ganz abgeschlossen von 



II. UNTERRICHT8WBSEN. 29 

ihm hinterlassen und erst nach seinem tode ein teil des ma- 
nuskripts verlegt oder verloren worden ? Katterf eld (s. 330 ff.) 
hat beides unbedingt bejaht und Cornelie Benndorf macht 
sich (s. 19 und 80) sein urteil wie seine gründe zu eigen. So 
verdienstvoll nun aber Katterfelds buch in vieler hinsieht ist, 
so haftet ihm doch der — aus der forscher- und entdecker- 
freude des jungen gelehrten ja sehr leicht erklärliche — 
mangel an, dafs recht oft veimutungen mit beweisen ver- 
wechselt und auf sie allzu bestimmte behauptungen gegründet 
werden. Diesen eindruck hat man auch von seinen ausfüh- 
rungen im vorliegenden falle. Gewifs steht unleugbar fest, 
dafs Ascham in der vorrede zu dem Scholemaster sein buch 
als ein abgeschlossenes behandelt (p. 180 Wright: *Thys hope 
hath helped me to end this booke') und dafs er einmal daran 
gedacht hat die imitatio zum gegenständ einer eingehenden 
Untersuchung zu machen; aber wie äufsert er sich darüber? 
*I trust, so sagt er bei der besprechung der imitatio im zweiten 
buch des Scholemaster (p. 277 Wright), this my writyng shall 
giue some good Student occasion, to take some peece in band 
of this work of Imitation. And as I had rather haue any 
do it, than myselfe, yet surelie myselfe rather tha none at all. 
And by Gods grace, if God do lend me life, with health, free 
leysure and libertie, with good likyng and a merie heart, I 
will turne the best part of my Studie and tyme, to toyle in 
one or other peece of this worke of Imitation.' Also ganz 
allgemeine gedanken, so hypothetisch als nur möglich geäufsert! 
Und wie verhält es sich mit dem von Ascham in seinem todes- 
jahr (1568), jedenfalls nur wenige monate vor seinem tode, an 
Sturm geschriebenen brief, auf den sich Katterfeld besonders 
stützt? Er findet sich in der ausgäbe von Giles Vol. II, 
p. 174 — 191. Nach einigen einleitenden werten heilst es da: 
Scribis tu de imitatione et ego cogito nonnihil de eodem ar- 
gumento; sed tu absolute, eruditis iam ac viris, ego incohate, 
rudibus adhuc et pueris. Dann folgt, fast wörtlich wie in der 
vorrede zum Scholemaster, die erklärung, er wolle seinen 
söhnen statt des geldes, das er nicht besitze, eine gute an- 
weisung zu tüchtiger ausbildung hinterlassen und im Zusammen- 
hang damit spricht er nun von seiner arbeit an seinem Schole- 
master (Praeceptor) und zählt dabei als gradus der Unter- 
weisung und Übung auf: linguarum versio, paraphrasis, meta- 



30 



n. DMTBHRtCHTBWEBSK. 



pbrasis, epitome, imitatio, commentatio, scriptio et decla- 
matio, worauf er sich mit den worten: Accipe igitur, quod 
dicere institui etiam de Imitatione zu einer auseinander- 
setzuog wendet, die in allem wesentüclien einer inbaltangabe 
des abscbnittes über die imitatio im Scbolemaster gleichkommt; 
im anschlufa daran bemerkt er, dats sein Praeceplor wenig 
theoretische regeln, dagegen eine grofse fülle von beispielen 
geben wolle. Weiterhin bittet A. ein besonders schönes bei- 
spiel der imitatio einer stelle ans Cicero durch Sturm in seine 
darlegungen über die imitatio aufnehmen zu dürfen und yer- 
spricht dafür den Praeceptor mit einer honorifica et amabilis 
mentio dem freunde den gebührenden dank ab;^tatten zu lassen. 
Endlich gibt er seiner freude ausdruck, dafs Sturm an einem 
werk über Imitatio oratoria arbeitet und ilim die reiuschrift des- 
selben zur einsieht schicken will ; er ersucht ihn das recht bald 
zu tun, ut Praeceptor mens, qui nunc est fere nudns et 
plane deformis, istinc aliquam elegantiorem mutuans amic- 
tum nonnihil cultius vestitus et inde superbior (actus in lucem 
audacius prodeat. Zugleich fragt er noch an, wie Stui-m das 
beispiel von metaphrasis, das in der vorhandenen fassung des 
Scbolemaster als rauster einer von der eigentlichen imitatio 
verschiedenen art der nachbilduug behandelt ist, zu betrachten 
rate, ob nicht am ende doch als imitatio usw. Vergleicht man 
den briet mit der auf uns gekommenen gestaltung des Scbole- 
master, so ergibt sich mit grolser Wahrscheinlichkeit etwa 
folgender (zum teil auch schon von Schmid, Geschichte der 
Erziehung, III, 1, s. 353 und 371 angedeutete) Sachverhalt: 
Ascham hatte von seinem Scbolemaster das, was nachher ge- 
druckt worden ist (oder doch kaum viel weniger) zu papier 
gebracht, als er seinen letzten brief an Sturm richtete. Mag 
er dazu einen besonderen äufseren anlafs gehabt haben — 
bauptsächlich ging jeilenfalis seine absieht dahin, dem hoch- 
verehrten freund von dem stand seiner arbeit kenntuis zu 
geben (wobei er sieber darauf rechnen konnte, von ihm auf 
etwaige lücken und mängel aufmerksam gemacht zu werden) 
und für die noch ausstehende und bestimmt ins äuge gefafste 
ausfeilung und erweiterung der ersten niederschrift sich die 
hilfe des gelehrten faclimannes zu erbitten, die er sich in be- 
Bondera wirksamer weise von einem einblick in dessen er- 
wartetes buch über die imitatio oratoria versprach. Die aus- 



n. UNTBRRIOHTSWESEN. 31 

feilung sollte sich auf das ganze werk oder wenigstens das 
ganze zweite buch erstrecken, eine erweiterung dagegen wohl 
hauptsächlich mit dem (zudem auch noch nicht abgeschlossenen, 
vor allem noch des p. 286 W. angekündigten exkurses über 
Cicero entbehrenden) abschnitt über die imitatio, die für Ascham 
ebenso wie für Sturm im mittelpunkt des Interesses stand, 
vorgenommen werden und vorzugsweise in der Zusammen- 
stellung und analyse einer möglichst grofsen zahl instruktiver 
beispiele bestehen; aufserdem sollten aber zu den six wayes 
appointed ... for the learning of tonges and encreace of 
eloquence (p. 242 Wright), von denen der letzte, die declamatio, 
ohnehin noch nicht besprochen war, zwei weitere gradus hin- 
zugefügt werden, nämlich commentatio und scriptio, und zwar 
diese zwischen imitatio und declamatio. Ob er erst nach dem 
abgang des Schreibens an Sturm oder schon vorher die vorrede 
zu seinem buch schrieb, ist nicht zu ermitteln ; es spricht aber 
jedenfalls manches dafür, dafs brief und vorwort zu nicht weit 
auseinanderliegenden zeiten entstanden sind. Dafs er sein 
werk in der vorrede als abgeschlossen bezeichnete , war für 
ihm unter allen umständen das natürliche, da er es nicht 
unvollendet veröffentlicht haben würde; vom Standpunkte der 
späteren herausgeber aus wäre es jedoch ebenso kleinliche 
Pedanterie gewesen, wenn sie Aschams vorwort wegen des 
fragmentarischen Charakters des zweiten buches geändert oder 
in einem eigenen avis au lecteur noch besonders auf etwas 
hingewiesen hätten, was bei aufmerksamem Studium jeder 
selbst herausfinden mulste. Nach dem brief an Sturm hatte 
Ascham für die arbeit an seinem Scholemaster nur wenig zeit 
mehr; die dulcis et domestica ab omni aulico negotio otiosa 
et libera cessatio, über die er am schlufs seiner epistel so 
glücklich spricht, dauerte gewifs nicht allzulange; die königin 
kam von der jagd zurück, das leidige negotium aulicum liefs 
nur hin und wieder genügende mufse zur Versenkung in die 
lieblingsstudien , dann kam die letzte krankheit und ehe der 
abschnitt über die imitatio ausgebaut, für die über commen- 
tatio, scriptio und declamatio auch nur der grund gelegt war, 
bereitete der tod allen arbeiten und entwürfen des schaffens- 
freudigen forschers und Schriftstellers ein jähes ende und der 
Scholemaster blieb ein torso. Es ist besser sich mit dieser 
•— freilich sehr bedauerlichen — tatsache abzufinden und sich 



32 n. ÜKTERRtCHTSWESKK. 

an dem, was vor uns liegt, zu freuen, als sich und anderen 
hoffnungen einzureden, die lediglich auf irrtümern und mifs- 
verständnissen beruhen und daher nie in erfüllung gehen 
können. Den vollständigen Scholemaster von lloger Ascham 
in England zu finden besteht etwa ebensoviel aussieht als 
in Deutschland den vollständigen Demetrius von Schiller zu- 
sammenzubringen. 

Bamberg. Wilhelm Schott. 



Arnold's English Literature Series. Harold, the Last of the Saxon 
Kings, by the Right Hon. Lord Lytton. Ahridged and edited 
by J. H. Yoxall, M. P. Illusiraied by Chris. Hammond. London, 

Edward Arnold. 217 S. 

Dafs diese Sammlung ^gekürzter Schulausgaben berühmter 
bücher' mit Lord Lytton's Harold beginnt, findet seine er- 
klärung wohl mehr in dem grofsen geschichtlichen hintergrund, 
auf dem sich der romau abspielt, als in seinem inneren wert 
Die gespreizte spräche mutet in diesem auszug noch unechter 
an als in dem vollständigen werke. Die spärlichen anmerkungen, 
in der hauptsache Worterklärungen, bringen gelegentlich über- 
flüssiges {diccy biu-gher, epodi), während sie andere ausdrücke 
übergehen, die der erklärung bedürfen {torqu^, cyst, bode usw.). 

Frankfurt a. M. E. Lincke. 



INHALT. g^4^ 

la. Bright, Ihe (i^ospel of Saint Matthew in Weat-Sanoa . . . \ / 1 

DwMlb«, The üiivpel of Salut John in Woit>s»axon. With a I I 

gloa^ary by L. M. Harri« I I 1 

Strank« JuUaua : (Imelmann) { 1 

Cook, Judith. An Old Enjellth aplc fragmant 1 11 

S«dgtofi«ld. Tha Uaitle of MalUon and thon poenu fhun th« äaxon 1 1 

chionicla I \1 

Tha C«mbrid|^ Fditton of the Poet«, editad hj Bli« Parry. The Completa Dnmatic 

and l'otftlo Worka of William t>hake«p««r«, edited from tha Trxt of tha 

harly üiurto« and the Fir*i Folio by William Allan NelUon (Linoke) 

Head«reon Mvivdith NoTelUl, Poet. Reformer 

The ät«»ry of my Mrngitl»'», The Meuioira of Arminias Vamb^hy 

The Compromive. By Don>thea Garard 

Ib. l.aick. Die entwicklong ron ee. i und u In offener allbe 



I (Prioa) I 



8 

t 
11 
IS 
IS 

U. Kn^lUh Work» of Ko^er Aacham. ediied by Wl Uam Aldia Wright \ ( t» 

Comelle B^nadorf iWien). Dlf enKÜache P&ilagogik im 1«. Jahr- | .. ^ mx 

hundert, wie ale darg»aielU wird Im Wirken und In den I (^choU) 

Wrrken tod E'yot, Aacham und Malea»ter J 

Arnold^ Kugltah Literatur« S«rles. H*roId, the La*t of the Saxon Kinga, by 

th« Ragüt hon U^id L^tun. Abridgcd and edited by J. H. Tozall, M. P. 

Uluatrated by Chri». Uamuioad ^Llneae) SS 



{ 



llenttt9^g«ben tob Prof. Dr. Hax Frit^ridi HtM in Fnuikfirt wliWL 



Verlag von Max NiaaMy«r, liall« — Dnick von Kkrhardt Eama, Halle. 



Beiblatt zur Aiig-lia. 

Mitteilungen 

[über englische Sprache und Literatur 

und tiher englischen Unterricht. 



4 



Preis: Für den Jabrgaiig 8 Mark. 

(Pnit rni ■AosUi' uad -Bslbloit' Jährlich 31 Mi 



.Bd. 



r. SPEACHE UND LITERATUR. 
Karl G. Schilling. A Grammar af the DIalect of OldKam. (Lan' 
cashire.) Gielsener Diss. Dannstadt G-. Otto. 1906. 

Die englischen gelehrten sind klärlich überzeugt, dafs die 
bearbeitung ihrer mundarten den fremden forschem wohl an- 
vertraut ist: auch diese vorliegende mundartgrammatik ver- 
danken die Anglisten fremder anregung. Das thema wurde 
dem Giefsener lektor von seinem lehrer prof. Hiirn gestellt. 
Oldham ist (wie es, nach meiner eigenen geographischen 
kenntnia zu urteilen, nicht überflüssig sein nird zu bemerken) 
eine grofse fabrlkstadt (100000 einwohner), in der südöstlichen 
ecke Lancashii'es, ganz nahe dem West-Riding von Yorkshire 
und unweit von Manchester. Dafa diese Stadt, trotz ihrer 
gröfse, doch die ursprüngliche miindart ebenso rein bewalu-t 
hat als die meisten dörflein, ist schon von EUis (E. E. P. V. 322) 
bemerkt. In seiner einleitung versucht Dr. Schilling diese 
tat«aclie aus den sozialen Verhältnissen in Oldham zu erklären. 
Was die genauigkeit des liier gelieferten materials betriift 
(denn darüber darf and mul's anch, wer die mundart nicht selbst 
kennt, ui'teilen), so scheint die phonetische erfahrung des Ver- 
fassers ziemlich beschränkt zu sein. Zwar wird uns geivissen- 
liaft die organstellung mitgeteilt von lauten, welche anch in 
der Schriftsprache vorkommen (z. b, dafs e mid-front-wide oder 
dal» m lip-nasal-voice ist), aber gerade wo die mundart eigen- 
tümliche laute aufweist, ist dies unterlassen. Bei den zwei 

«n|lla, B«lt>]*lt XIX. 3 



34 



r. SPRACHE Ü. I.ITEEATÜE. 



kurzen M-lanten wird auf Hargreaves verwiesen, und bei «' 
in boil, wild usw. wird gesagt, es sei das fianzüsisclie rai in 
feuüle. In diesen fällen aber würde eine genaue bestiramung: 
der orgaustellung angebracht gewesen sein; um so mehr, da 
ai das einzige beispiel eines gerundeten vorderen vokals in 
Oldbam ist, Wenn weiter für ein wort verschiedene aus- 
sprachen angegeben sind, so ist zwar an die bemerkung in der 
einleitung zu eiinnern, dafs formen aus den dörfern, welche 
allmählich mit Oldham zusammenwachsen, oft gehört werden. 
Doch glaube ich nicht, dafs solch ein lokaler unterschied vor- 
liegt iu den aussprachen e neben r in aunt, spedk, preach, 
o neben q in lamp, in der 'äuctuation' zwischen ü und u in 
bool; hroolc, mother, sool usw.; am wenigsten in den «a neben fl, 
wie in moon. Von dem letztgenannten fall , wobei langer 
vokal neben einem -a diphthong gehiirt wird, gibt ancli die 
arbeit Hargreaves' ein beispiel: während er im lautlichen 
teil seiner arbeit sagt, ME. ^ werde ausnahmslos zu I, wird 
im flexivischen teil für tecm 'pour ont', ME. temen, die form 
ti9m neben Um angeführt (vgl. weiter meine besprechung von 
Hirsts Eendalgrammatik im vorigen bände dieses blattes 
8. 268 ffi.). Es unterliegt bei mir keinem zweifei, daXs wir in 
diesen fällen oft verschiedene auffassungen desselben lautes 
vor uns haben. Und auch wenn wir für eine ganze reihe 
anderer Wörter mehr als eine ausspräche verzeichnet finden, 
wird der einflufs von nachbarmundarten noch nicht nachweisbar. 
Dabei ist es übrigens wichtig, zu bemerken, dafs sehr oft vom 
Verfasser die von der Schriftsprache im vokalismus abweichende 
form im vokalischen teil der arbeit, im konsonantischen oder 
äexivischen teil aber die form mit dem schriftsprachlichen 
vokal angegeben wird. Dies legt die annähme nahe, dafs 
nicht nachbarmuudarten, sondern die schi'ift^prache die Ursache 
der doppellautung ist. So ist wohl aufzufassen 3i,ai neben i 
in might, deligbt (ME. deht! ohne A); p neben lO in before, 
und das ^ in lord;') p neben ua in cloOtes; 9i neben ei 
in iight; neben u in wrong; p neben au in auyht; ui neben 
fui in cniel] p neben p.o in folk, yoll>; k neben U in acom; 
das umgekehrte in tatest; medl neben mel 'meddle' usw. Da- 



'> Das p in bom, SKorrt ist wohl echt; vgl. BUlbrings besprechnng 
von Wrigh« buch, Idg. F. Am. VI, i. 200. 




1. SPRACHE U. MTERATTE. 



35 



gegen gibt ee nnr eine ganz unbeträchtliche zahl von formen, 
welche aus nachbarmundarten eingedrungeu sind, wie ?/" neben 
()(', p/' (Oldham s. 13); -eis für -eS, wie in flcsh, nesh. 

Die anordnung der arbeit ist wie bei HargreaTes, aber 
erfreulicherweise gibt S. einen index, nur nicht mit aussprache- 
bezeichnung. Es fehlt eine behandlung der Wortbildung, und 
syntaktische bemerkungen sind äufserst spärlich. Kapitel- 
überschriften und eine mäfsigung in der unterverteiluug 
von Paragraphen würden das buch übersichtlicher gemacht 
haben. Wer die arbeit für sprachgescbichtHche fragen be- 
nutzen will, niufs sich selbst eine vokalgeschichte der mundart 
bilden, denn das zweite kapitel in Schillings bnch ist mehr 
eine nach vokalgeschichtlichen gesichtspunkten geordnete 
mat«rialsammlung als eine eigentliche geschichte der vokale. 
Ich wundere mich, dafs Verfasser nicht, sei es aus eigenem 
antrieb, sei es auf rat seines Promotors, versucht hat, eine 
systematische vergleichung mit den nachbarmundarten anzu- 
stellen. Dar« eine solche vergleicJiung wertvoll sein kann, 
besonders, wo wir nicht nur das material von Ellis, sondern 
auch zwei einzelmundartliche grammatiken (von Adlingtoa 
und A^'indhill) besitzen, ist von vornherein klar, und werde 
ich überdies unten im besonderen zeigen. 

Die grammatik von Wright hat deutlich bewiesen, dafs 
im ME. die ursprünglich langen f und () nicht überall mit den 
aus Ae. e und o in oflenen Silben entstandenen ME. 4 und (3 
zusammengefallen sind. Diesen unterschied zwischen s und ^ 
zeigen auch noch die mundart«n von Adlington uud Oldham. 
Und es verdient beachtung, dafs in den meisten fällen auch 
die (wenigen) ausnahmen in allen drei mundarten dieselben 
sind. Während ME. 4 in Oldham zu 0, in Adlington zu ei, 
und in Windhill zu ei geworden, wij'd iu besom und tceasel in 
allen drei mundarten i gesprochen (nur in 0. wird wcasel 
nicht angeführt); und w in i-nstead in Windhill, während Oldham 
istid 'instead' aufweist. Über besom vgl. Beiblatt 17, s. 274. 
ME. i wird in allen drei mundarten zu iy, und doch wird e 
gehört in sea (Adl. Oldham); tea (A.); Easter, ieach (0.); auch 
ei in hleach, reach, ieach in Adl. und Windhill; und in greai 
(Adl. 0.}, meal 'repast' (Adl). Hargreaves in seiner grammatik 
gibt mehr ausnahmen (§ 37), aber die sind anders aufzufassen; 
{ in wreaih, sea, east, steep sind wahrscheinlich oder sicher 



k. 



So I. SPBACBE V. LFTEBATÜB. 

(bo sea, das auch mit f gesprochen wird), von der Schriftsprache 
beeinfluTst, und bU 'to kindlti', sid 'to spül' geheu nicht auf 
ME, f (aus Ae. ed) zurück, sondern auf ME. und Ae. ?; für 
das erstgenannte vgl. Ndl. loeieu, für scedan Bülbring Elementar- 
buch g§ 303, 315. Für das Windhiller ei in Ueach usw. hat 
Biilbring bei seiner anzeige von Wrights Grammatik (Idg. 
Foi«ch. Anz. VI, s. 200f) eine erklärung versucht Es ist aber 
zu beachten, dafs nicht nur in streich das -fremde" eti vor- 
kommt, sondern auch in stcets *a taste' (AE. swascc) und Üets 
'a brood of chicken' (AN. Mekja 'tohatch'). Das ei kommt 
auch für ME. f vor in speech (0. undW.) und in leech (W,), 
so dafs eine Sonderentwicklung vor is angenommen werden 
mufs. Jedenfalls aber können diese ausnahmen nicht die oben 
gegebene rege! einer Scheidung der beiden e umstofsen. Da 
nun in Windhill auch (3 und p geschieden geblieben sind, 
wüi-de man dasselbe für Adlingtou und Oldham erwarten. 
Hargreaves sagt aber in seiner grammatik (§ 41) langes ME. 
() sei in Adl. bisweilen zu ö, bisweilen zu u3, geworden, und 
in einer nicht unbeträchtlichen zahl von wörteni werde so- 
wohl (5 als «j gesprochen, ohne dafs es ihm gelungen sei, eine 
regel zu finden. Und auch Schilling kommt nicht weiter als 
die annähme von „mundai-tenmischung" (0. s. 40). 

Die löBung der frage wird ei^schwert durch den umstand 
dafs die Wörter mit p (wie float, foal, coal, nose; frone, boat, 
goat usw.) in der Schriftsprache denselben laut haben, also der 
entlehnung verdächtig sind. Daher müssen wir uns nach 
Wörtern umsehen, welche iu der schriftsjirache nicht vor- 
kommen. Und solche gibt es in Adlington, obgleich Hargreaves 
das erste nur ganz zufällig, und nicht im vokalischen teil 
seiner arbeit nennt, so dafs er diese, gerade die wertvollsten 
formen für den sprachhistoriker, nicht benutzt hat: Ipn 'lane' 
(ME. /p«e) und sQp 'a di-op of drink' (ME. s^pe, AE. sopa). 
Das wort {spp) wird von H. (§ 42, G) auf süpe zurückgeführt, 
und als 'sup, a small quantity' definiert. Aber ein p aus MF.. 
il ist in Adl. nicht zu erklären, und aus dem Specimen (AdL 
B. 120 regel 9) geht hervor, dafs die bedeutung des Wortes 
'a di'op of drink' ist, was zu AE. sopa 'a draught' sehr wohl 
pafst. Wir lernen aus diesen beiden Wörtern also, dafs ME. y 
in Adl. zu p geworden; daher sind die p in float, coal, hope usw. 
echt. Und ME. i* ist iu Adl. zu t« geworden, wie in bone, 




I, 8PEACHK 0. LITEHATDB. 37 

■ftott, go. load U3w. Scliriftsprachlich ist also das ö (oft neben tvs) 
in boat, foam, ghost usw.; auch im Präteritum der verba der 
ersten ablautsretlie (wie droie, rode, u-rote usw., nnd analog:isch 
die prät. von biie, dive, strihe)', und im prät, der verba sieear, 
fear usw., da ör und (ir gewöhnlich zu u3 wird (wie in before, 
score und auch in door). Die einzigen ausnahmen in Adl. sind 
nose, lo^e mit ua; was nase angeht, eine AE. form mit a ist 
möglich (vgl, die formen mit a im Sanskrit und Lat.. aber 
siehe auch weiter unten) und lose ist vielleicht in der mund- 
art sowohl als in der Schriftsprache von hose beeintinfst. ') 
Jedenfalls aber ist die sclieidung von (i and p nun aucU für 
Adlington gesichert. 

Nachdem die formen in Adlington klargelegt worden sind, 
werden wir wohl nicht fehlgreifen, wenn wir annehmen, die- 
selbe sclieidung gelte auch für Oldham, wo m* gesprochen 
wird in ahne, boat, bone wsv., also für ME. j), und ö in hope. 
Daneben ist ö in atone, hoasf, broach, goat aus der Schrift- 
sprache entlehnt, was um so deutlicher ist, da broach ein franz. 
wort ist, und die franz. Wörter »w für ATE. o aufweisen (wie 
in Windhill) z. b. in chse, coat. brooch, roast, toast. Schwieriger 
ist es, zu erklären, warum in Oldham wa gesprochen wird in 
cool, ffoat, snioke, throat. So wird auch in Windhill fw ge- 
sprochen (statt Ol) für ME. (i in float, cove, yoJce, hope, nose 
(auch v3 in Adl.), pof:e, pony, stove, senk, (sup.) 'a sraall 
quantity' vgl. Adl. ssp, choke. Für einige von diesen Wörtern 
wäre es möglich, eine form mit h anzusetzen, wie für yoke, 
pony, siovf; für andere eine form mit ö (Ae. eo) wie hse, chok^. 
Aber auch so würden die Schwierigkeiten nicht gelöst sein, 
denn ME. « oder ö wird in Windhill nicht zu to. 

Hargreaves und Schilling glauben das ME. -eg, wie in 
eye, tie, die, werde in Adl. und Oldham zu demselben laute 
wie JrE. i (vgl. Adl. § 39 und Oldham a. 38f.). Daneben kommt 
in Adl.. wie Hargreaves bemerkt, ( 'eye' vor, freilich selten; 
und in Oldham (s. 32) wird tie als ti gesprochen. Aber in 
den Specimens von Hargreaves (Adl. s. 112) kommt di-in 
'dying' vor. Und für die und eye gibt Schilling zwar « im 



') Neben (iaai) wird in Adl. Biich (l^i) geaprocben, also die regel- 
m&uige fonn, und (loü), das mit der Windhilter ausspräche llbereinxtinimt. 
In § 41,7 nennt E. (f|)0 die 'normale' ausspräche. 



38 



. 8PKACHB U. LITBKATÜB. 



vokalischen teil seiner arbeit, aber anf s. 90 wird daneben dt 
'die' genannt, und unter den pluralen mit -n (Oldham 3. HO) 
wird i 'eye' pl, in genannt. Es ist also zweifellos, dafs die 
drei nordwestmittelländiscfaen mundarten ancb in diesem punkte 
abereinstimmen. Die formen mit »t in Oldham (wie ßy und 
auch wohl Jn(/h), und die mit «e in Adlington (wie thigh, eye) 
sind also schriftsprachliche adaptationen. 

Auch die geschichte des me, -jjA scheint mir von Har- 
greaves und Schilling unrichtig dargestellt worden za sein. 
In Adlington wird für ME. -ph in bougk, plough ein B ge- 
sprochen. Wenn daneben tough als tuf vorkommt, darf man 
nicht schliefsen, dafs ME. öh in Adl. zu -sh erhöht sei, da 
neben dieser ausspräche auch tonf gehört wird. Dieses o« 
entspricht einem kni'zeo o vor kt in honght, brought usw., 
auch in fowl Obgleich die bedingungen für die kiirzung 
mir nicht klar sind, ist doch zu schliersen, dafs me. öh. wenn 
es nicht gekürzt wurde, erst nachdem das frühere « diphthon- 
giert worden war, zum vokaleitrem vorrückte, also, ganz wie 
in Windhill, nicht mit früherem m, sondern mit me. ö zusammen- 
fiel. Dasselbe dürfen wir für Oldham annehmen. Zwar gibt 
8. eine ausspräche mit fu für bough, plough (0. s. 44), aber 
anderswo kommen plü 'plough', hu und haf 'bough' vor 
(0. s. 105), auch a«3/''enough' (0. a. 55). Und wie in Adlington 
weist (afi/" 'tough' in Oldham auf gekürztes -Sh. 

Die Wörter mit französischem ei, ai wie please, reason, 
seine haben in Oldham bisweilen 13 d. 1i. die eutsprechung des 
ME. e, ganz wie in Windhill und in der scbiift spräche. In 
anderen fällen aber zeigt Oldham formen mit p, der ent- 
sprechung des ME. ai. Diese doppelte entwickluug teilt Old- 
ham mit Adlington. In beiden wird la, die eutsprechung des 
ME. ?, gesprochen in chain, chair; dagegen Oldham i, Adlington 
f in piain (auch in den heimischen Wörtern day, lag, laiti); 
und Adlington ia, Oldham f in ease, please, rein. Sieh auch 
Wsom. gr. §§292ff. 

Wie in AVindhill, sind auch in Oldham die vokale vor 
-mb, -nd, -Id im ME. gekürzt worden. Zwar führt S. unter 
den Worten mit ai, ai für ME. i auch find, tvild, lo wind, 
climb, mild usw. an, ebenso unter den f«-formeu für ME, a 
ground, Itound usw. Aber daneben kommen die unzweifelhaft 
echten formen mit kurzem i und h vor: blini (0. s. 17), grün, 



J 



I. SPEACHB ü. LITEKATDB. 39 

(0. s. 23), fun, mm (0. s. 92), tsill (0. s. 17), b^hint, 
(0. 8. 92); auch weld 'wield''). M'^enn Ad]ing:ton 
in allen diesen fällen langen vokal liat, mit ausnähme 
von den verbalfonnen (also grountl s. mit f, ground prät. 
mit m), wird dies ßchwerlich die erhaltung eines früheren 
zostandes sein. — Bemerkenswert ist kurzes a in paper, 
favour 'to resemble' sowohl in Adl. als in Oldliam; weiter in 
hhour, hake, make, shame (wo Adl. E hat), endlich a in take 
(Otdhani und Windliill) während man in Adlington iek spricht. 
Dagegen wird langer vokal (e) gesprochen in fatker, water 
sowohl in Adlington als in Oldliam. 

Im konsonantischen teil seiner arbeit behandelt S. die 
geschiclite des nachtonigen ü in oftenen silben. Er beschränkt 
sich aber auf die fälle, wo dem ü ein / oder d vorangeht, 
augenscheinlich, weil sein lehrer Hörn in seinen „Unters, zur 
ne. lautgeschichte" die Verbindung ii, tli behandelt hat. Es 
gehören hierher aber ebensogut mcasjtre, pleasure mit s statt i 
(0. s. 81). Daher sind valju, avanju, vj'iju 'value, avenue, 
virtue' (0. s. 81) zweifellos scliriftspraehlich, umsomehr, weil 
daneben (0. s, 12) die formen vati (anch in Adl. spricht man 
so: Adl. s. 49), und vä'tju (0. s. 86) vorkommen. \g\. auch noch 
»evi 'nephew' (0. s. lö), woneben im kapitel von den kon- 
Ronanten die schriftsprachliche form nei-ju {0. s. 82). 

Im flexivischen teil der Oldham-grammatik verdient die 
zweifache pluralform des präsens beaclitung: so von elp 'tfl 
help' die formen elpan und eips. Nach einem Personalpronomen 
als Eubjekt sagt man elp3n, übrigens, und zwar besonders in 
relativsätzeu elps. Schilling gibt die folgenden beispiele: (fa ple 
in fut-bQ ivri de* 'they play football eveiy day'; dem as biks 
/ton av mU3'' 'those who like can have more'; und in den 
Specimens (0. s. 134): Om d^un on 9m speili if dar ats ie 
gresi '1 am down on Iheni specially if their hats are greasy'. 
Denselben gebrauch finden wir in Adlington (Adl. § 111), 
während in Windhill die schriftsprachliche, endungslose form 
die form mit -s fast ganz verdrängt hat, ausgenommen in 
slativsätzen. Für Oldham wird ebenso aus den Wörtern 
8 zu schliefsen sein, dafs die schriftsprachliche, endungs- 

') Dies macht die echiheit von flid, /U( 'fleld' und jUd 'yieW 



40 



[. BPRACIIK V. I-ITERATDE. 



lose form, wie auch in Adliiigton, vorkommt. Die Spezimens 
sind für Oldham so kiirz, dafs nur das obenangeführte beispiel 
vorkommt von einem nominalen snbjekt. — Keine erklärung 
bietet Verfasser für die formen des Personalpronomens S 'I' 
und ää 'thou'. Dieselben formen kommen auch in Adlington 
vor, wo a die regelrechte entsprechung des SIE. i ist, ME. u 
aber zu f wird. In "Windhill sind die formen ai nnd da, die 
für AVindhill regelmäfsige entwicklung eines ME. i und da. 
Man könnte also an muiidartenniiscliung denken, eine ziemlich 
unbefriedigende melliode, schwierige formen aus dem wege zu 
schaffen. Walu-sclieinliclier ist mir, dafs ä und da aus den 
unbetonten formen a uud tta gedehnt worden sind. Neben 
a, ä kommt in Oldham auch o, p vor, was die gegebene er- 
klämng zu bestätigen scheint. 

Im einzelnen ist zu berichtigen die erkläriing des s** in 
in dare, far usw. (0. s. 14); es muls die auf ME. formen mit 
e, nicht« zuiückgehen, vgl. 0. 8.20. ~ Für Ic^'n xhurn' wird 
auf ein me. cenxn verwiesen; dies ist vielleicht di-uckfehler 
für kernen. — Für shut wird in Oldham tain, tin gebraucht. 
Die Adlingtonsche ausspräche ist Hn (Adl. § 32, le). Eine 
Untersuchung der anderen nachbarmundarten würde den Ver- 
fasser vielleicht in stand gesetzt haben, eine erklärung zu 
geben. Tin kann aus im entstanden sein, vgl. Adl. shln 
'skin'. — Im glossar fehlt rits 'smoke'a.; vgl. das Windhiller 
rik. — In § 36 werden als beispiele für den Übergang von me. 
o« zu () ausscilliefslich Wörter genannt, welche auch in der 
Schriftsprache p haben. Dies könnte den verdacht regen, dafs 
au wie in auf, draui, 'aught, draught' die einzige mundart- 
liche entwicklung darstelle. Dagegen spricht aber das auf 
a. 114 gegebene wort g^mhs 'half witted', wo j5 einem me, 
an. au entspricht. — Auf s. 58 sagt Verfasser, er kenne kein 
beispiel für den Übergang von us > tn'^; doch gibt er buis 
'bush' (s. 06). — Über t* in foreign hat schon Hörn gehandelt 
im Archiv H5, 8. 325 f.') So wird auch das entiundete (a) in 



') Ebenda behauptet er, ich hätte „eine schüiie beobachtung Elworthja" 
gv-an Uherg'lUg'en. Wenn mein eifriger Kritiker die mühe genommen bitte, 
(Im an erster ntelle von ihm genannte wort (j[aaki im gloBBar nacliea- 
schlagen, wQnle er, iler dagegebencn venveisung auf § 394 folgend, nickt 
von meiner arbeit eiit täuscht worden sein. 




I. SPRACHE ü. LITERATUR. 41 

Wsomerset auf ME. u zurückgehen. Wenn Hörn nun aber 
glaubt, damit auch die anderen Wörter, welche in Wsomerset 
(3) für ME. aufweisen, erklärt zu haben (z. b. form, rob, job, 
forward, thom, u. a.) kann ich ihm nicht beipflichten; vgl. 
übrigens Wsom. gr. § 233. 

Schwierig scheint die erklärung des e in great, Easter 
(0. s. 28) und straw (0. s. 89), da ME. f zu ü wird. Das erste 
wort hat auch in der Schriftsprache denselben laut; für straw 
wäre an an. sirä zu denken, dafs z. b. im Havelok vorkommt. 
Dagegen spricht aber, dafs die Windhiller form stri9 auf me. 
str^ beruhen mufs, während strid in Kendal beide deutungen 
zuläfst. Neben a kommt auch ä in Easter vor (0. s. 89) — 
In ein paar fällen wird me. a in Oldham zu einem t- laute: f 
(neben a, e) in water (0. s. 26, 86), la in Mary (0. s. 100); in 
allen anderen Fällen erscheint e, — Auf s. 28 führt S. swot 
*to sweat' an als beispiel für den Übergang von me. f > Old- 
ham 0. Eichtiger ist die ableitung aus me. swöte, welche er 
auf s. 87 gibt, obgleich ich keine me. belegstelle für die 
verbalform kenne. Jedenfalls ist der o-laut aus dem Substantiv 
eingedrungen, ganz wie in der Schriftsprache der vokal des 
verbums allgemein geworden ist. 

Wenn wir nun unsere ergebnisse zusammenfassen, sehen 
wir, dafs die nordwestmittelländischen mundarten (Windhill, 
Adlington und Oldham) sich in den folgenden punkten von 
der Schriftsprache (in vielen fällen zugleich von den südlicheren 
mundarten) unterscheiden: 

L Lautliches. 

1. ME. f und ^, (J und ß fallen nicht zusammen. 

2. ME. -iht und -i^ (z. b. bright, stile) werden zu t. ^) 

3. ME. 'Oht wird zu -out, aut, 

4. ME. -^, -eh fallen nicht mit ME. t zusammen, sondern 
entwickeln sich zu f, nach der diphthongierung des 
ME. I. 

5. ME. -pÄ fällt mit ME. ^ zusammen, nicht mit ME. u. 

6. ME. u vor labialen konsonanten wird diphthongiert. 



^) Zwar gibt es für -i^ kein solches beispiel in Oldham; alle Wörter, 
wie dry, stüe, tue haben da nach S. at, 9i\ aber da sowohl Adlington als 
Windhill die entwicklnng zu f zeigen, ist 9%^ ai in Oldham wohl der 
Bchriftsprache znziischreibea. 



[2 1. SPRACHE V. LITERATUB. 

7. Die vokale vor den Verbindungen -Id, -nib, -nd, sind 
kurz. 

8. Was einzelne Wörter anbetrifft, man spricht i in (njever; 
ei in fight (also MK. fehle, nicht phle); einen auf 
ME. p beruhenden vokal in lane; met 'meddle'; ein 
rinse; einen auf ME. P hinweisenden vokal in strau^. 

II. Flexivisches. 

1. Das subjekü!pronomen der ersten und zweiten pei-son 
ist ä, da. 

2. Der plural des präsens hat nach einem Personal- 
pronomen als Subjekt die endung -an, -in; öbrigens 



Mit ausnähme des iinter LI. genannten stimmt die mund- 
art von Kendal mit allen aufgezählten lautlichen eigentüralich- 
keiten überein. Für Adlington ist das oben gesagte nicht zu 
beweisen, soweit strau> und (n)ever angeht, da diese Wörter in 
Adlington den anch schriftsprachlichen vokal aufweisen. Und 
lane, rinse werden von Schilling nicht angeführt. 

Wenn man die drei nordweslmittelländischen mundarten 
nun miteinander vergleicht, zeigt sich, dafs Adlington und 
Oldham oft gegen Windhill zusammengeben, während Windhill 
näher mit Kendal übereinstimmt: 

1. ME. ei, ai in W. stets zn ca. während die formen in 
A. und 0. teilweise auf ME. f zurückzugehen scheinen. 

2. ME. a im allgemeinen erhalten, vor ■» in W. aber 
zu e. Dagegen wird ME. a in A. 0. vor nasalen 
zu 0. 

3. ME. ä in W. diphthongiert zu ea. 

4. MK. {J in W. über einen vorderen vokal zu ui, tu. 
Mit ausnähme des unter 1. genannten falles stimmt 

Windbill in allen diesen punkten mit Kendal überein. 

Obgleich die mundarten von Adlington und Oldham also 
eine art einheit bilden, zeigen sie doch anch Verschiedenheiten, 
von denen freilich wenige bis in die me. periode zurückreichen: 
das ME. i wird in Adl. zu einem monophthong (ä), wie das 
ME. n in Adl. zum monophtong {- wird. In den anderen be- 
sprochenen mundarten werden beide zu diphthongen, mit aus- 
nähme des Windhiller « für ME. a. Und zweitens wird das 
ME. H in Oldham vor -p, -m zu o, wie in come, some, slump, 
trwnpet, iip. 




I. SPRACHE D. LITEHATÜB. 43 

Dafs eine bearbeitung der lebenden englischen mundarten 
wertyolle beitrage liefert für die erklärung früherer lite- 
rarischer sprachpeiioden, wie sie notwendig ist für eine wirk- 
liche geschichte des englischen Sprechens, braucht heutzutage 
wohl nicht mehr nachdrücklich betont zq werden. Weniger 
allgemein dürfte die Überzeugung sein, dafs nur einzel mundart- 
liche grammatiken im stände sein werden, Ordnung zu schaffen 
in dem Wirrwarr von formen , welche EUis' monumentales 
werk uns bietet, und dafs solche grammatiken auch die not- 
wendige korrektur vön Ellis' materia! ergeben. 

In meiner Wsomei-set-grammatik (§§ 522 ff.) habe ich darauf 
hingewiesen, dafs die von Luick (Untersuchungen §§ 90 ff.) 
gegebene erklärung von schriftsprachlichem p in -ought nicht 
richtig sein kann. Dieselbe arbeit zeigt auch, dafs der dialekt 
von West-Somerset nicht dienen kann als beispiel für die 
symmetrische entwicklung des ME. Q zu oa, ua, und ME. ä zu 
es, (3, da die entwicklung zu ca oder is von den vorangehenden 
konsonanten abhängig ist, während die entwicklung zu os 
oder u3 damit nichts zu schaffen hat (Wsom. gr. §§ 249f., 274; 
vgl. dagegen Luick, rntersuchungen, § 229). 

Wenn wir also Dr. Schilling unseren dank aussprechen 
für diese, secliste, historische gi'ammatik einer englischen mund- 
art, müssen wir sogleich liinzufügen, dafs es noch nicht genug 
ist. Das halbe dutzend mufs ein ganzes werden; und ich freue 
mich, sagen zu können, dafs jedenfalls die siebente dialekt- 
granimatik schon in Vorbereitung ist. 

Amersfoort, März 1907. E. Kruisinga. 



Club Law. A Comedy acled in Cläre Hall, Cambridge aboul 
159!)—1(1U0. Now printed for the fii'st time from a MS. in 
the Library of St. John's College with an introduction and 
notes by G. C. Moore Smith , Litt. D. Professor of English 
Langnage and Literatare in the University of Sheffield. 
Cambridge, University Press 1907. VIU + 143 ss. gr. S". 
Füller berichtet in seiner gescliiclite der Universität Cam- 
bridge (1655) von einem Lustspiel mit dem titel Club Law, 
das in Cläre Hall von Studenten aufgeführt worden sei und 
die bürger der Stadt Cambridge verspottet habe. Dies stück, 
Ton dessen existenz dann noch einmal im jähre 1798 die rede 



44 



I. SPRACHE ü. MTESATÜR. 



ist und das seitdem versdn^iinden seiden, hat professor Moore 
Smitli das glück gehabt, in der bibliotliek von St. John's Collie 
Cambridge als MS. aiifznfindeii und bat es herausgegeben. 

In der tat ein sehr glücklicher fund ! Leider fehlen einige 
blätter. Aber auch so me es ist, ist das stiick kulturhistorisch, 
literarisch und sprachlich von der gröfsten bedeutung. Welch 
ein lebendiges bild der Streitigkeiten von town and gown, wie 
sie aus den gi'olsen Privilegien, die die universitüt von mittel- 
alter her noch genora, und dem wachsenden selbstbewufstsein 
der Städter hervorgingen, erhalten wir hier! Der Verfasser, 
offenbar ein akademiker, stellt sie natürlich vom Standpunkte 
der studierenden (nenile Älhenians) dar, verspottet die bürger 
(hoyden AtUenians, deutsch etwa „knoten"), schildert n. a. sehr 
lebendig und witzig eine bürgermeisterwahl, eine Intrige der 
bürgerfrauen mit zwei graduates, einen amtsbesuch derselben 
als proctora in einem hause von schlechtem rufe, wo sie den 
bürgermeister mit einer knitisane in einem fasse überraschen, 
und den ansbruch eines strafsenkampfes zwischen bürgern und 
Studenten, in dem die letzteren durch die hülfe der bürger- 
frauen siegen. Auch literarisch ist das stück durchaus nicht 
wertlos. Die teclinik ist zwar ziemlich primitiv; die haupt^ 
Charaktere machen das publiknm zu ihren vertrauten und er- 
zählen in monologen ihre absiebten, oder klagen ilire leiden, 
aber nicht blofs der dialog ist sehr flott und geistvoll, sondern 
anch die Charakteristik ist durchaus individuell und lebendig. 
Kurz, wir haben hier einen griff „ins volle menschenleben", 
das heute nach 300 Jahren noch so interessant ist, wie zur 
zeit der aufführung. 

Nicht zum geringsten liegt dies aber auch an der art der 
ausgäbe des Stückes, di* in jeder beziehung mustergiltig ist. 
Die einleitung macht uns auf grund eingehender und gründ- 
licher Quellenstudien mit den Verhältnissen vertraut, die dem 
stücke zu gründe liegen, identifiziert sogar mit viel Scharfsinn 
und sehr grofser Wahrscheinlichkeit einzelne Charaktere des- 
selben mit städtischen beamten, die in dem streite eine rolle 
gespielt haben, und bestimmt dadurch auch die zeit der auf- 
führung. Als Verfasser des Stückes wurde bisher (so auch in 
Ward, English Diumaiic Literafurc II, 632) ein gewisser George 
Rüggle genannt, den wir als Verfasser eines lateinischen lust- 
spiels Ljnoramus kenuen. Doch ist, wie der herausgeber zeigt, 



1. SPRACHE U. LITERATUH. 

diese an und fiir sich nicht unwabi-scheinliclie annähme nicht 
genügend gestützt, um als sicher gelten zu könuen. 

Wie die einleitung, so sind auch die erklärenden anmer- 
kungen mit grofser gründlichkeit und Sorgfalt verfafst und 
geben namentlich lexikalisch eine reiche ausheute. Viele aus- 
diücke der kouversationssprache jener zeit sind hier überhaupt 
oder doch in neuer bedeutung zum ersten male belegt. 

Der herausgeber hat sich durch diese ausgäbe, die uns 
ein sciiönes gescbenk in mustergittiger form darbietet, den 
dank aller freunde des elisabetliischen dranias verdient 

Berlin, Jan. 1908. Phil. Aronstein. 

Oscar Kuhns, Dante and the English Poets from Chaucer to Tennyson. 
New York, Henry Holt and Company 1904. VI + 277 ss. 8". 
Der Verfasser führt uns in diesem buche in schnellem 
gange von Chaucer bis zu Tennysons schwaneulied Crossing 
the Bar, indem er der einwirkung Dantes auf dieselbe nach- 
geht. Mit Chaucer beginnt dieser einflufs, aber hier ist er 
nur ein stofflicher, äuTserer, wie dies bei dem ganz verschie- 
denen Charakter der beiden dichter auch natürlich ist. Während 
der renaissance empfängt die englische literatur von der 
italienischen nach form und inhalt vielfache bestimmende an- 
regung; sie wäre gar nicht zu denken ohne Petrarca, Ariost, 
Boccaccio, Macchiavelli, Castiglione, nm nur die einflufsreichsten 
unter den dichtem und prosaikern zu nennen. Aber Dante 
ist jener zeit nur ein name, selbst, wie Kuhns nachweist, für 
Spenser und sicherlieli Via- Shakespeare. Dafs Milton Dante 
gekannt und geschätzt hat, unterliegt keinem zweifei. Er liat 
auch aus ihm geschöpft und ihn hier und da nachgeahmt, aber 
die anleUnung ist auch nur eine äufserliche. Übrigens wäre 
an dieser stelle eine eingehende vergleichung der beiden dichter 
und besonders der Divina Commcdia und des Paradisc Lost sehr 
am platze gewesen. Ei'st im 18. jahrli. eröffnet Thomas Gray, 
ein anreger in so vielen dingen, die lange reihe der englischen 
Dante-Übersetzer durch eine Übersetzung der Ugolino-episode 
und zeigt deutlicli die einwirkung Dantes iu seiner Elegy. 
Dann wächst das interesse, bis am anfange des 19. jahrli. man 
von einem Wiederaufleben Dantes in England sprechen kann. 
Leigh Hunt schreibt eine verwässerte bearbeitung der wunder- 
baren Uebesgescbichte von Paolo und Francesco da Rimini. 



k 



46 I. SPRACHE D. I-ITERATUH, 

Byron scliöpft reichlich aus Dante und macht ihn zum beiden 
Beiner dichtung Tke Prophecy of Dante, einem Uelden, der wie 
alle seine beiden, ihm selbst am meisten gleicht. Ganz durch- 
drungen von der poesie des grorsen Florentiners ist Shelley, 
der auch viel aus seinen werken übersetzt hat. Den Höhepunkt 
erreicht endlich die einwirknng Dantes in den werken eines 
mannes, der selbst als eine syuthese italienischen, speziell 
Lanteschen und englischen geistes betrachtet werden kann, 
des grofsen dichter-malers Dante Gabriel Rossetti. Und fast 
ebensoviel bedeutet Dante für Robert Browning und seine 
gattin. Mit Tennysons entlehnungen aus und anlehnungen an 
Dante schliefst das gut geschriebene buch, das seinen gegen- 
ständ zwar etwas oberflächlich, nicht in die tiefe gehend, aber 
sehr verständig und dem umfange nach ersch<3pfend behandelt. 
Berlin. Jan. 1908. Phil. Aronstein. 



Oliver Elton (Professor of English Literature in the University of 
Liverpool), Modem Studios. London, Edward Arnold. 1907. 
8«. Vin + 342. 
Professor Elton hat wohl daran getan, die in verschie- 
denen Zeitschriften erschienenen aufsätze zur engl literatnr 
(1, Giordano Bruno in Engtand. 2, Literary Fame: A Eenais- 
sance Note. 3. Colonr and Iraagery in Spenser. 4. Recent 
Shakespeare Criticism. 5. The Meaning of Literary History. 
6. A Word on Mysticism. 7. Tennyson: an Inaugni'al Lecture. 
8. Mr. Swinbnrae's Poems. U. Mr. George Meredith. 10. The 
Novels of Mr. Henry Jauies. 11. Living Irish Literature) in 
bucbform zu veröffentlichen; nicht nur sind sie durchwegs an- 
regend und lehrreich, sondern bedeuten für das literaturstudium 
in England das eindringen eines neuen elements. Sagen wir 
es ohne Umschweife und ohne falsche schäm : Elton zeigt, wie 
man dichter in Deutschland studiert. Er ist kein Deutscher; 
er ist im gegeuteil weit davon entfernt deutsch zu fühlen. 
Aber die Überzeugung, dafs man der dichterseele mit wissen- 
schaftlicher niethode, wissenschaftlichem ernst beikommen 
könne, dafs man den literarisch-ästhetischen problemen nicht 
mit impressionistischen redensarten k la Saintsbuiy, sondern 
trotz aller mifserfolge mit immer neuen Werbungen im posi- 
tiven, anfschlufsheischenden geiste zu nahen habe, ist das 



I. SPRACHK O. LITKEATTE. 47 

•Emäl deutscher forschung. und diese Überzeugung: bringt 
Elton theoretisch (im kapitel über üteraturgeschichte) und prak- 
tisch (in den aufsätzen über Tennyson, Swinbnrne, Meredith) 
zum aiisdnick. Seit Lockhart hat kein engl, kritiker eine so 
scharfe analyse an dem abgott Tennyson geübt und es ist be- 
zeichnend für Elton, dafs er die schwäche dieses dichters 
zutreffend mit dem deutschen worte „halbheif charakterisiert; 
man fühlt sich von einem aipdruck betreit, wenn man das 
eigene urteil über In Memoriam so klar und bündig bei einem 
mafsgebenden Engländer ausgesprochen findet Dafs die praxis 
auch bei Elton hinter der theorie zurückbleibt, nimmt nicilt 
wunder, denn das ist immer der fall; wären die gesamten 
essays alle so tief und vielseitig ausgefallen, wie Elton theo- 
retisch verlangt, so hätten wir zwei schwere kapitel der 
neuesten engl, literaturgeschichte, während er in Wahrheit nnr 
einige vortreffliche bemerkungen über Swinburne und Meredith 
geliefert hat. Es fehlt die ergründung der seele, die fest- 
Stellung der atmospbäre, die erforachung der quellen, von der 
Stoffgeschichte zu schweigen. 

Deutschen lesem wird die Studie über die neueste irische 
Üteratur eine neue weit erschliefsen. 
B Czernowitz. L. Kellner. 



Paul Orttepp, Sir ioshua Reynolds, ein Beitrag zur Geschichte 
der Ästhetik des 18. Jahrhunderts in England. 
Strafsburg, J. H. Ed, Heitz (Heitz & Mündel) 1907. — M. 2,80. 
Die Verdienste Sir Joshua Reynolds' haben in den hand- 
büchem der ästhetik seither meist eine nur ganz ungenügende 
oder gar nur irreführende behandlnng gefunden. Angesichts 
dieser tatsache unternimmt es Ordi'pp, eine ausführliche dar- 
darstellung der ästhetischen anscbauungen des künstlers zu 
geben, wie sie hauptsächlich in den „Discourses on Art delivered 
h ihe sliidenls of the Royal Academy" ihren niederschlag ge- 
funden haben. Ortlepp erteilt dabei dem künstler selbst das 
wort, ohne ihn durch eigene refiexionen zu unterbrechen, und 
fügt die über die einzelnen reden zerstreuten äuTserungen 
Reynolds' zu einem klaren gesamtbild, dessen wesentliche teile 
unter die titel: 1. Ästhetik, 2. Geschmack, 3. Kunst, 
4. Natur, 5. Nachahmung, 6. Schönheit, 7. Einheitlich- 



48 



I. SPOACHE Ü. LITEBATDK. 



keit, 8. Der hohe Stil, 9. Niedere Stilarten, 10. Wege 
zur Vortrefflichkeit, 11. Genie recht vorteilhaft gruppiert 
Bind. Vieles von dem, was Eeynolds vertritt, hat auch fär 
unser empfinden noch unbestreitbare gültigkeit, so, was er 
über das Verhältnis zwischen kunst und naturnachahmung oder 
über den wesensunterscLied zwischen maierei und dichtung 
ausführt; manche geistvolle beobacbtung klingt sogar ganz 
aktuell — ich denke hier an stellen wie die über die ge- 
krümmte flucbllinie imstrafsenbau als ästhetischen faktor, über 
den grund, weshalb wir Wachsfiguren perhorreszieren, über die 
forderung antiker gewandung für moderne bildhauerschöpfungen 
oder über den bedeutungsvollen wert der künstlerischen skizze. 
Gar manche von den fragen, die Reynolds aufgeworfen hat, 
sind bis heute noch nicht zur ruhe gekommen ; sätze wie der, 
dals ein einziger kurzer aufsatz, den ein lualer geschrieben hat, 
mehr zur förderung der theorle der kunst beitragen werde als 
ein ganzes tausend von kunstschriftstelleru herrührender bände 
(s. 4), oder daCs ein kunstwerk von vollendeter Schönheit der 
form niemals einem solchen gleichwertig sein könne, das den 
menschen nutzbringende und veredelnde Wahrheiten offenbart 
(s. 14/15), dürften gerade in unsern tagen ein tosendes für und 
wider entfachen. Vieles andere gar , so z, b. der aufgestellte 
ranguntei-schied der stilarten, eines „ornamentalen" und eines 
„grolsen" Stiles, mutet uns aul'sei'st fremd und unverständlicU 
an. Was indessen Reynolds' Discourses doch nie ganz ver- 
alten läfst, das ist neben der möglichkeit der dlskussion die 
tatsache, dafs wir in ihnen das dokument eines unbestrittenen 
künsüers vor uns haben , das nicht aus einer theorie heraas 
entsprungen ist. Ortlepp hat in den „schl«rsbetrachtnngen" 
seiner arbeit die Stellung EeynoMs' unter den damaligen zeit- 
genössischen ästhetikern. fixirt uud dabei festgestellt, dafs 
Reynolds ia seinen anscbauuugen uud forderungen be-sondera 
von landsleuten, den englischen klassizisteu, bedingt und beein- 
Hülst ist. Am weitesten gellt Reynolds' Übereinstimmung mit 
Shaftesbui'y und Richardaon, welch letzterer ihm vielleicht als 
erster ansporn zu künstlerischem schaffen gedient hat. Wesent- 
lich geringer und unbedeutender sind Rej-nolds' beziehungen 
zu Buike, Home, Hutchesou, Reid u. a. 

Reynolds' Wirkung auf das ästhetische denken seiner 
landsleute ist auch heute noch deutlich fühlbar. Den besten 



r. SPRACHE r. I.TTEBATDK. 



49 



beweis dafür liefern die zahlreichen neudrucke und kommen- 
tierten ausgaben der Discoui-ses, die alljährlich auf dem eng- 
lischen büchei-markt auftauchen. Man könnte einwenden, dafs 
hiermit nur ein bediirfnis der breiten, künstlerisch ungebildeten 
masse befriedigt wird. Dafs Reynolds' ideen aber auch in der 
modernen künstlergeneratioD noch nachwirken, das beweisen 
die Worte, die ein so angesehener künstler wie George Clausen, 
A. R. A-, im Janaar 1904 vor der Royal Academy ausgesprochen 
hat: „There is no book that an artist can read so illurainating 
and helpfnl as Sir Joshua Reynolds' Discourses .... These 
admirable Discourses give with the utmost candour and clear- 
ness, with enUre freedom from the sentimental ity and gush 
which mars so much that is written on artLstic subjects, the 
ripe conclusiona of a great artist. We see the perfect workman 
— the master craftsman, if I niay say so, putting his methods 
before us and laying bare bis mind to us." 

Reynolds' theorien sind dem deutschen publikum bislang 
ziemlich fremd geblieben; aus diesem gründe ist Ortlepps ge- 
wissenhafte und sorgfältige arbeit dankbar zu begrülsen. Die 
eriedigung der interessanten frage, „in welchem mafse Reynolds 
theorie und praxis miteinander in einklang zu setzen ver- 
stand", hat der Verfasser einer späteren arbeit vorbehalten. 
Nach der vorliegenden probe darf man auf diese kommende 
arbeit recht gespannt sein. 

Frankfurt a/M. Dr. Gustav Noll. 



Znr alteDgllschen Hteratar. 
V. 
21. Christi Höllenfahrt. 
Trotzdem das Verständnis dieser dichtung durch die neu- 
ausgaben von Gramer (Auglia XIX, 137 ff.) und Assmann (Bibl. 
der ags. Poesie' II, 175 f£.) sehi- gefördert ist, bleiben doch noch 
eine anzahl stellen dunkel, die auch in den textkritischen be- 
merkungen von Cosijn (P. Br. Beitr. XXIII, 127 ff,} und mir 
selbst (Engl. Stud. XXXVII, 200 f.) noch nicht ihre eriedigung 
gefunden haben. 

Mit diesen sollen sich die folgenden zeilen beschäftigen. 
hiard was hinsiß: hwled wceron mOdge 
Pe hy cet Päm b^ge Uldne f[u]ndon. 

t, BribUlt XIZ. ^ 




So I. 8PHACHE O. t.ITERATDK. 

Grein erklärt im Sprachscli. hinsW an dieser stelle als 'itio 
istuc, aditiis, hinweg', 'der gang der frauen zum grabe', wäh- 
rend es an den sechs andern stellen, wo es vorkommt 'obitus, 
mors' bedeutet! Auch hinslögryre Sat, 456 übersetzt er mit 
't«rror mortis'. Ich glaube, dafs wir auch in unserm gedicbte 
mit der bedeutung 'tod' am besten auskommen, denn es ist 
offenbar vom hingange Christi die rede, dessen ruhestatt im 
gi'abe nach v. C b erkaltet war {rcBst tcws äcölad, vgl. Cosijn 
zur stelle). Wer sind aber die hadeÖ von v. 7 b? Nach 
Grein, dem sich Gramer anscbliefst, ist hier „offenbar" von 
den giabeswächtem die rede, aber näher liegt es doch, die 
hmlcd lüdea von v. 13 darunter zu verstehen, die den leichnam 
Christi im grabe geborgen hatten, also Nikodemus und Joseph 
von Arimathäa (vgl. Job. XIX, 38 ft.). Diese hatten IMne, 
den sanften, milden erlöser, cet ') ^am bPorge, d. h. am kreuze 
auf dem berge Golgatha gefunden: darüber waren sie froh 
(vgl. Job. XIX, 40: acMpemnt ergo corpus lesu). Was die 
bemerkung Schippers (zitiert von Afsmann in den fufsnoten) 
betrifft: „hliäne niuEs also wohl auf beorge bezogen werden", 
80 ist sie mir trotz längeren nachdenkens dunkel geblieben. 
Meine Änderung von blidnc iu IMe (Engl. St^ a. a. o.) nehme 
ich jetzt zui-iick, ebenso wie ich Cramers fridodon für fundon 
ablehnen muls. 

V. 56 f. Abead pä bfaldlice burgwarena ord 

mödig for^ piere mengo and tö his niSge spreec. 
Unter dem redner, dessen worte den ganzen erbalteneu 
rest des gedichtes ausiitacheu, haben alle bisherigen erklärer 
Johannes den Täufer verstanden, obwohl die Unmöglichkeit 
dieser erklärung sich beim aufmerksamen lesen seiner worte 
von selbst ergiebt I Wie kann der Vorläufer Christi sagen, dafs 
der herr einst zu ihm hineingekommen sei und ihm schwert, 
brunne, heim und kampfgewand übergeben habe (v. 70ff.)? 
Oder dafs ei- und die seinigen lange auf die geburt und predigt 
Christi gewartet hätten (v, 80if.)? Johannes war doch nach 
Luk. I, 26 und 3ti nur ein halbes jähr älter als Jesus und 
befand sich nach v. 28 des gedichtes erst seit sechs monaten 
in der vorhölle! Wie kann der strenge bul'sprediger seine 




') Über cet Tgl. Dneenschün, Die Präposition [en] tefter. 
der u. Poeiie. Diuertat. £i«l 1907, a. 15 ff. 



t nnd be i 



t SPtUGfiE Ü. LITERATtJB. 51 

Sünden beklagen, wie dies der redende v. 95 ff. tut? Und 
endlich y um den unsinn voll zu machen, wie kann derselbe 
Christum mit git Jöhannis (v. 135) anreden, das doch natürlich 
nur: 4hr beide, (du und) Johannes' bedeuten kann, nicht: *du 
(und ich) Johannes', wie Cosijn sophistisch vermutet?! 

Aus alle dem geht mit völliger Sicherheit hervor, dafs die 
bisherige erklärung, Johannes sei der redner, falsch sein mufs. 
Es kann vielmehr nur Adam sein! Auch Gen. 1111 heilst er 
ord moncynnes, ib. 1278 ceöelinga ord, und in der Harrowing 
of Hell v. 146 ff. (nach Böddekers ausgäbe) begrüfst der Stamm- 
vater der menschen den herm in ähnlicher weise, wie er denn 
auch in den Höllenfahrtsspielen der grolsen Cyclen stets eine 
ziemlich hervorragende rolle hat Auf ihn passen endlich die 
oben angeführten stellen vorzüglich, was allerdings für zwei 
derselben etwas näher zu begründen ist. 

Zunächst gehen die angeführten verse 70 ff. offenbar auf 
Gen. I, 28 zurück: Benedixitque Ulis Dens et diocit: 'Crescite et 
multiplicamini et replete terram, et subjicite eam et dominiamini 
piscibus maris et volaiilibus caeli et universts animantibus, quae 
moventur super terram ! ' Dies ist an unsrer stelle im alt- 
germanisch-epischen Stile, für unser empfinden allerdings etwas 
befremdend, als bekleidung mit waffen und rüstung dargestellt. 
Interessant ist ein vergleich mit einer stelle der syrischen 
„Schatzhöhle" (ed. C. Bezold, Leipzig 1883), wo es s. 4 von der 
erschafhing Adams heilst: „Und dort zog er an das gewand 
des königtums, und die kröne der glorification wurde auf sein 

haupt gesetzt Und dort wurde er zum könig gemacht 

und dort setzte ihn gott auf den thron seiner glorie. Und 
dort gab ihm gott die herrschaft über alle kreaturen." 

Zu der meinung, Johannes sei der Sprecher, hat gewifs 
besonders v. 132 beigetragen, wo es vom Jordan heilst: 

Wit unc in J^IBre burnan bdpodart cetgcedre. 

Man bezog diese stelle natürlich auf die taufe Christi durch 
Johannes, aber ich erkläre sie aus einer erzählung des apo- 
kryphen Adamsbuches, in dem berichtet wird, dals Adam 



') Vgl. ttber die literatnr Herzog-Hauck, Eealencykl. für prot Theol. 
a. Kirche, 3. Aufl. XYI, 263 f. (Pseudepigraphen des A.T.). Auch in der as. 
Genesis nimmt F. N. Robinson (Mod. Phil. lY, 389 ff.) einfluXs der Vita Adae 
€i JBvae an. 

4* 



52 



1. SPKACHB ü. LITERATITB. 



zur buEse für seine süncle 40 tage lang im wasser des Jordans 
stand und fastete, vgl. den von W. Meyer herausgegebenen 
lat. text (Abli. der bayr. Ak. der "WiBS., Phüos. pbilolog. Cl. 
XrV. bd., s. 222 f.). Der ausdruck mlgwäre ist also nicht zeit^ 
lieb zu fassen! 

Zum BChlufs seien noch einige besserungen und ergän- 
zungen des durch ein loch im ms. leider stark beschädigten 
textes gewagt! 

V. 31 f. wird von den herausgebem ergänzt: 

(Jxetle üs) to dcege dryhten wille, 

{sylfa) gesecan. 
was wohl richtig sein mag. Aber der erste halbvei-s ist 
wegen der Stellung der Alliteration anstöfsig, weshalb ich vor- 
schlage zu bessern; 

P^tte tö diEge Ss[ic] dryklen teille 

sylfa gesecan. 
Die form üsic ist auch v. 94 wirklich überliefert, 

V. 60 ergänzt Gramer nach Trautmann: 

piet JiU fls {sargceä)rige secan woldest, 
während Aismann liest: 

])cet ßil üs (sylfa) gesecan woldest. 
Letzterer sagt, dafs nach iis vier bis fünf bnchstaben fehlen, 
worauf zwei »-striche folgen — nach Tr. ein « oder i. Sollte 
nicht in der hs. eher üs{ic sa)rige sscan gestanden haben? 

V. 921 möchte ich ergänzen; 

oP^e {üsöhion si)gedryhteii god 
{are ond fröfre, ead)gast ialra cyninga! 
sigedryhlen hat schon Schipper vermutet (vgl. v. 111 b), eadigast 
Grein. Nach Afsmann fehlen hinter oPße etwa neun buch- 
staben, dann folgt ge. Ziehn wir si ab, so bleiben noch sieben 
buchstaben, d. h. genau so viel räum, wie ssöhton beansprucht! 
Vgl. noch V, 111: sylfa gesShtes, sigedryhUn god. Ob Ure 
ottd fröfre das richtige trifft, ist mir jedoch nicht so sicher, 
da nach den beschreibungen der hs. vor gast eine halbe zeile 
unleserlich ist (vgl. Anglia XIX, 158 und 166). 




I. SPRACHE ü. LITEUATÜB. 



53 



-tÖTff. lauten: 

Na ic ptc hälsit, halend Oser, 
deope in gedyrstum, pU )kirt dryhten Crist, 
pwt pa US gemütsie, monna scyppend ! 
Das unerklärliche gedyrstum in V. 108 könnte ein Schreibfehler 
für gedyslum sein, das einen nom. *gedyste als _fa-ableitung 
von dasl 'staub" voraussetzen wurde. Näher liegt aber ge- 
äif)-fium, ableitung von d?orf 'Moar , effort, liardship', vgl. 
dyrfan 'to injure'. 

V. 122t ist noch zu lesen: 

and fort ptnre me uman nanta 

Pa Salle hellwara hergaS ond lof{iaff). 

In den Engl. Stud. XXXVU, 201 wollte ich me{der M)ärian 

ei'gänzen, jetzt glaube ich, daCs eher me(der tn^sjuman das 

riditige sein dürfte; nama steht natürlich für naman. 

Kiel, 23. November 1907. F. Holthansen. 



II. UNTERRICHTSWESEN. 
W. Schumann, Die Homonyma der englischen Sprache, syste- 
matisch geordnet und durch Rätsel, Anekdoten und 

■• Zitate illustriert Marburg, Elwert 1906. 68 s. Preis 

m M. 1,20. 

Gymnasialoberlehrer Schumann hat anscheinend recht 
fleiTsig in den woilschächten der englischen spräche umge- 
graben, da er eine so reiche ausbeute von homonymem klang- 
gold zusammengebracht hat. Dabei ist seine auffassung des 
homonymen begriffes in berechtigter weise umgrenzt. An er- 
gänzungen sind beizubringen earn : «m, vielleicht auch snuff 
'schnupfen' und 'schneuzen' und — da Schumann den eigen- 
namen grundsätzlich zutritt gewälirt — auch fälle wie Handel : 
handle; he knocks : John Knox u. s. f. Die hauptteilung des 
Stoffes nach gteichgeschriebenen und orthographisch verschie- 
denen Vokabeln dünkt mich nicht ganz einwandfrei, da für 
die Untersuchung von gleichklängen doch lediglich das aku- 
stische (phonetische) moment geltend sein sollte; überdies ist 
sie nicht ganz praktisch, weil sie für den ausblick das ge- 
sichtsfeldeingrenzt und mitunter zu Wiederholungen führt; so 
mufs der gleichklang (rö") unter drei verschiedenen nummern 
behandelt werden, indem zuerst (nr. 177) die a 



S4 I. SPBiCHK ü. LITERATÜB. 

'reh' und 'rogen\ sodann (nr. 179) row 'rüdem' und 'reihe' 
gegenübergestellt sind, endlich aber (nr. 365), bei behandlung 
des lautes (0") auf beide zusammen zurückverwiesen werden 
muCs. Überhaupt wird man die bedeutung dieses schriftchens 
in erster liuie seinem praktischen wert zuschreiben, d. h. seiner 
Verwendbarkeit im schulbetrieb (zu diktaten), und in diesem 
betrachte ist die beigäbe von woitspielenden anekdoten und 
rätseln (auch aus Shakespeare) aufs freudigste zu begrüTsen ; ja, 
eine erkleckliche Vermehrung dieser köruer des witzes (mit 
denen doch jeder lehrer seine grammatischen suppen würzen 
sollte!) vermöchte die brauchbarkeit des bUchleius noch zn 
erhöhen. In einer neuauflage möge sich der Verfasser nicht 
mehr so sehr vor den „wenig geistreichen, nach unsern') be- 
griffen sogar recht dummen" puns und conunärums scheuen, 
sondern auf gnt glück zugreifen — etwa ad 111 : Describing an 
enconnter between a man and a lion, a famous punster Said 
the man ran away witli all his might, and the lion with all 
his mane\ ad 207: Is a rudder a slern necessity? ad 262 (75) 
bezw. 656; An Actor's Advertisement — Like a grate füll of 
coals ril glow I A greai füll house to see; | And if I am not 
gratefttl too, ] A grmt fool I must be ; ad 316 and 368 : Shoe- 
makers are physicians, as they practise the heeling art, or 
clergymen, as they labour for the good of men's soles, nsw. asf. 
Für praktische zwecke würde es sich ferner empfehlen, bei 
gleichungen wie ant -. aunt die (gewöhnlichere) ausspräche für 
„ameise" änt wenigstens in klammem zu bemerken, ähnlich 
329 wo sitite = stceet gilt und 489, wo mayor ohne weiteres 
der mare gleichgesetzt wird. Einige andere beispiele ver- 
dienten Verabschiedung von kurzer band, nämlich 201 {spell 
wui'zelverwandt) ; 416 {pracUce); 498 (fangus); 499 (callus) 
ans gleichem gründe; 547 (pease bloXse schreibdublette, im 
gebrauch schon ziemlich angegraut); 311 (breech 'hose' als sg. 
total veraltet). Gering taxiere ich — im rahmen einer solchen 
Studie — den wert des anhangs „solcher Wörter, vor deren 
gleicher ausspräche zu warnen ist", umsomehr wenn die Vor- 
bemerkung dazu „jede unkorrekte ausspräche unberück- 
sichtigt zu lassen" vei-spricht (p. 53 — logisch?). Im ganzen 
jedoch ein tüchtiges, brauchbares büchlein. 

') Pas haniiloBe,BtetB lachfrohe BchGlergemtlt hat seine helle frmrfe dran, 
Ansbach, September 1907. Armin Kroder. 




n. ÜNTEUaiCHTSWESEN. 55 

' 6. Krueger, Englisches UnterricMswerk für höhere Schulen: Unter 
Mitwirkung von William Wright bearbeitet; Vierter 
Teil: Deutscti-englisches Übungsbuch. Leii^zig uad Wien, G. 

I Frejtag und F. Tempsky. 1907. 220 ss. Preis geb. 2 Mk. 

■ 50Pf. 

^ Mit dem vorliegenden „Übungsbnch" ist Kruegers „Eng- 
lisches Unterricbtswerk für höhere Schulen" nun ab- 
geschlossen. Die einzelnen teile desselben: Elementarbuch. 
Grammatik, Grammatik in gekürzter Fassung und das Lese- 
buch habe ich bald nach ihrem erscheinen an dieser stelle 
besprochen und dieselben wai'm empfehlen können. Es fi-eut 
mich, auch dem ..Übungsbuch" uneingeschränktes lob spenden 
zu dürfen ; was Krueger arbeitet, macht er gründlich : he never 
does anj'thing by halves. DaTs Krueger die wichtigsten er- 
gebnisse seiner Studien zu seiner „Synonymik", „Ergänzungs- 
grammatik" und vor allem zu seiner prächtigen „Syntax" in 
dem vorliegenden unterricbtswerk überall verwertet hat, ist 
selbstverständlich; dadurch allein schon erhalten diese Schul- 
bücher einen besonderen Vorzug vor ähnlichen erscheinungen. 
Ein weiterer vorzug liegt in der eigenart des übungs- 
materials. Während in den meisten der älteren grammatiken 
und Übungsbücher die englischen mustersätze wie auch die 
deutschen übnngssätze vielfach aus älteren, sogenannten klassi- 
schen Schriftstellern entlehnt oder übersetzt sind, gibt Krueger 
durchgehends modernes Englisch. Welch drollige dinge 
dabei solchen älteren grammatikern unterlaufen können, davon 
nur zwei beispiele. Da heifst es in einem deutschen übungs- 
satzi „Er befreite seine niutter aus ihrer langen gefangen- 
schaft"; in dem beigegebenen Wörterverzeichnis ist, dem eng- 
lischen älteren original entsprechend, „gefangenschaft" durch 
"confinement" gegeben. Da mufs wohl der Schüler sich denken, 
"confinement" sei das gebräuchliche wort für „gefangenschaft". 
Dem ist aber nicht so : im modernen Englischen hat "confine- 
ment" sehr häufig die bedeutung „Wochenbett." 

In einem anderen Übungssatz heilst es: „Wie ein weiser 
general nie seinen feind verachtet, wie schwach auch immer 
die streitki'äfte desselben sein mögen, so läfst ein weiser arzt 
nie ein Unwohlsein unbeachtet, wie unbedeutend es auch 
sei"; hier soll „Unwohlsein" durch "distemper" übersetzt 
werden; das wäre vor 150 jähren ganz gut gewesen, heute 





56 



II. ÜKTEEBICHTSWESEN. 



aber hat "distemper" fast ausschliefslicli die bedeutnng „himde- 
kranklieit". Solche beispiele lassen sich aus älteren und anch 
manchen neueren gramiuatiken zu hunderten aufweisen; bei 
Krueger kann derartiges nicht vorkommen, da ist alles zu- 
verlä&iig. 

AVas nun die einrichtung des Übungsbuches anlangt, so 
ist besonders hervoi-zuheben, dafs zuerst in einer reichen, nach 
den hauptabschnitten der grammatik geordneten Sammlung 
von einzelsätzen dem schüler gelegenheit geboten ist, die 
grammatischen regeln gründlich zu wiederholen und durch die 
Übersetzung ins Englische sich anzueignen. Diese einzelsätze 
umfassen gegen vierzig seiten. Dann aber folgen auf mehr 
als 130 Seiten zusammenhängende stücke, die vom leichten 
zum schwierigeren fortschreitend alle sprachlichen kreise um- 
fassen: kleine anekdoten, sciiilderungen aus London, geschicht- 
liche stücke und zuletzt einige anftritte aus I^ndwig Fuldas 
„Die wilde Jagd" — das ist so der hauptinhalt des Übungs- 
buches, in dem jeder lehrer gewifs das für seine schüler gerade 
wünschenswerte übungsnnaterial leicht herausfinden kann. All 
diese deutschen stücke sind reichlich mit Übersetzungshilfen 
synonymischer art und Wörterverzeichnissen versehen; wo es 
nötig erschien, ist bei den Vokabeln die ausspräche in phone- 
tischer Umschrift angegeben. 

Es bedarf wohl kaum der erwähnung, dafs sämtliche teile 
von Kruegers unterrichtswerk ebensowohl für mädchen- wie 
für knabenschulen brauchbar sind. Sollt« es indessen wün- 
schenswert erscheinen, die letzten vier Übungsstücke, die den 
Soldatengeschichten des Freiherrn von Schlicht ent- 
nommen sind, durch etiiige speziell für mädchenschulen ge- 
eignete stücke zu ersetzen, so könnte die Verlagshandlung 
dies mit leichtigkeit tun. Vielleicht dürfte es zur Verbreitung 
des huches beitragen , wenn der Verfasser zu diesem Übungs- 
buch für die band des iebrers noch einen „Schlüssel" (Über- 
setzung mit anmerkungen und Verweisungen auf seine grölieren 
werke) herausgeben wollte. 

Das Übungsbuch aber sei hiermit, gleich den anderen 
teilen des Krueger'schen Unterrichtswerkes, aufs wärmste 
empfohlen. 

Darmstadt, Nov. 1907. H. Heim. 



J 



II. USTERRICHTBWESEN. 



57 



Shakespeare's Macbeth. Erklärt von Hermann Conrad. Berlin, 
Weidmauiische Buchhandlung 1907. SXXIX u. 100 s. Dazu 
Anmerkungen in besonderem Heft 104 s. 
Seit dem erscheinen des grofsen Murray'schen Wörterbuchs 
sind der Shakespeare-erklärung neue wege gewiesen worden; 
gar manche Schwierigkeit, die seit den zeiten Rowes den 
Scharfsinn der forscher beschäftigt hat, ist durch die genaue 
kenntnis des Eüsabeth'schen Englisch, die das grofse werk 
vermittelt, beseitigt und gelöst worden. Für Macbeth hat 
zuerst der Amerikaner Liddell in seinem Eüzabethan Shakspere 
von 1903 aus Murray, soweit er damals vorlag, grofsen gewinn 
gezogen. So vorzüglich diese ausgäbe im allgemeinen auch 
ist, kann ihr doch der vorwiirf nicht erspart bleiben, dals sie 
im einzelnen viel zu weil geht. Hermann Conrad, der sich 
wiederholt auf ihn bezieht, hütet sich mit recht, ihm in seinen 
radikalen änderungen zu folgen. Seine ausgäbe unterscheidet 
sich von den übrigen Weidmann'schen bänden vorteilhaft da- 
durch, dafs die anraerkungen, den preufsischen Vorschriften 
entsprechend, nicht mehr am ende der seile unter dem text 
stehen, sondern in einem besonderen heft untergebracht sind. 
Die einleitung geht in ihrer ausführlichen Untersuchung über 
die abfassungszeit entscliieden über die bedürfnisse der schule 
hinaus, wird aber dem Studenten gute dienste leisten. Auf 
grund der parallelismen in den gedaukenreihen sowie in der 
form setzt Conrad den Macbeth zwischen Lear und Anthony; 
zu derselben annähme führt ihn eine sorgfältige prufung der 
metrischen kriterien (1604/05, also etwas früher als andere 
kritiker). Text, Verstellung und erklärung weichen häufig 
von den anerkannt guten englischen und deutsclien ausgaben 
ab, nicht durchweg mit glück. 12,22 scheint mir das nave 
der folio besser als Warburton's napc, zu dem das verb «ti- 
seamed schlecht pa.ssen will. 13,26 ist ohne ein verb (Pope: 
break) unverständlich. In 112, 17 ist die redeverteilung der 
folio ebenso gut möglich wie die von Conrad vorgenommene. 
Auch in 113, 128. 129 scheint mir C.'s veränderte Verstellung 
keine Verbesserung des textes. 113,122 ist das „nur" der 
Übersetzung und die erklärung des unmannerly damit, dafs 
die dolche ohne schuh (d. i. die scheide) gehen, kaum im sinne 
des dichters. In 113,146: ikere is vor plural findet sich noch 
heut« (Krüger, Syntax § 119). 113, 139 ziehe ich die erklä- 




m 



58 II. UNTEBRICHTSWESEH. 

rung der Clarendon Edition vor, 1111,88 let g^ 
nicht = let ijo on. III 1, 48 lies minds st. niind. V3, 24 lese 
ich old age als Jambus. V3, 33u. 35 mufs im text my in 
mine, more in moe geändert werden. Die bezeiclinuDg: der 
gesprochenen endsilbe in »aktid, niggld, icickid ist überflüssig 
(II 1, 50 steht rvid-ed). 

Conrads ausgäbe scheint mir die beste aller vorhandenen 
Schulausgaben des Macbeth zu sein. 

Fraukfuit a/M. K. Lincke. 

The Story of London. London, Edward Arnold. 256 p. Preis 
1 sh 6 d. 

Das hübsch au-sgestattete bändchen gibt nach einem kurzen 
historischen rückblick auf London in der römischen und der 
angelsächsisclien zeit die geschichte von Westminster und 
seiner berühmten abtei. des Tower, der Guildhall, des Temple, 
der ehrwürdigen künigspaläsle, der kirchen, besonders der 
paulskirche sonst und jetzt, der bank, der parks, des British 
Museum und skizziert in einem schlufskapitel die Verwaltung 
von Greater London, das seit 1888 auf grund eines Act of 
Parliament eine besondere grafscbaft bildet. Die pest und 
das grofse feuer werden anschaulich beschrieben. Intere-s-iant 
ist der bericht eines Zeitgenossen Thomas ä Beckets über die 
Stadt, ebenso die kapitel über London zur zeit der königin 
Elisabeth (s. 115) und im 18. jahrh. (s. 178). Die zahlreichen 
abbildungen sind teils nach modernen Photographien ange- 
fertigt, teils reproduktionen interessanter alter drucke. Ein- 
gestreut sind vereinzelte poetische stucke, die mehr geschicht- 
lichen als dichterischen wert haben. 

Frankfurt a. M. K. Lincke. 

I^of. Heckers Wortschah für Reise und Unterricht. Systema- 
tisch geordneter Deutsch -Englischer Wortschatz, 
zusammengestellt von Prof. Dr. Oscar Kecker, ins 
Englische übertragen von Prof. Dr. Hamann, Hon. M. A. 
Oxon. Mit Aussprachehülfen. Berlin, B. Belu-'s Verlag 
1Ö07. 312 8. 
Das buch gibt in handlichem fonnat und recht sorgfältigem 
druck etwa 12000 Wörter und Wendungen aus der Umgangs- 
sprache. Die benutzung wird durch ein ausführliches sach- 




I 



II. UirrEHRICHTaWESEN. 59 

register erleichtert. Für lernende, die sich von der benutzung; 
solcher Wörterverzeichnisse viel versprechen, wird sich das 
buch recht brauchbar erweisen. Der stofE ist in der üblichen 
weise systematisch geordnet: reise, Stadt, haus und wohnung, 
Wäsche U8W, ; eigentümlicherweise sind aber die tiernamen auf 
zwei kapitel verteilt (bei der behandlung des zoologischen 
gartens und der landwirtschaft), auch die pflanzennamen und 
mineralien sind nicht in besonderen kapitelu untergebracht. 
Die gegebenen aussprachehilfen sind entschieden ungenügend; 
sie beschränken sich auf gelegentliche bezeichnung der be- 
tonten silbe. Wie soll da der schüler, auch wenn er die 
vorausgesetzte kenutnis der ersten anfangsgründe der spräche 
hat, Wörter wie z. b. yacht, irongh, sewiny, salmon, phtegm usw. 
richtig aussprechen? Er wird sich phantasiegebilde einprägen. 
Vereinzelt wird falsche betonung gegeben , so s. 90 eligibh, 
s, 96 cremdlory, s. 114 momaiiärily, s. 144 conciliätary, s. 160 
Icelandic, s. 252 cäUimniator. Von druckfehlem und versehen 
seien erwähnt s. 131 cU-how st. elbow, s. 177 pass-time st. pas- 
time, 8.187 turnament st. tour, s. 237 oydinance 8t. ordnance, 
8. 276 allmigkty, s. 287 monch st. rnonk; s. 171 gixeard ist nicht 
der kröpf {crop, craw), sondern der magm der vögel; statt 
siyhgrapkic pen (s. 102) sagt man wohl häufiger fountain pen. 
Unser gesegnete mahheil durch htncdidus benedicat wiederzu- 
geben (s. 65), ist irreführend ; es gibt im Englischen nichts 
entsprechendes. Sagt man wirklich he is a bom Frenchtnan 
(8. 88)? 

Frankfurt a/M. K. Lincke. 



in. NEUE BÜCHER. 



In Deutschland erschienen vom 1. Oktober bis 

31. Dezember 1907. 

1. Sprache- 

a) 8toli(W.), Der VokaliBmus der betonten Silben in der altnordhnmbrigrben 
Interlineurersion der Li ndiafanier Evangelien. LT.: Die alteBten Laiit- 
verfindernngen. Dis«. Bonn. 3G b. 
SchmiH (Lor.), Lautliche üntcrHUdinug der SpraeUe des Loecsbor, nebst einer 
Kollation der Tcitansg. v. G. Lemibarili in Grein n. Wüiker's Bibl. der 
ftgs. Prog4. Bonn, P. Hanst^in. H. 4. 
Frilicha (Dr. Paul). Darstellung der Syntax in dem altenglisclien Heno- 
logiom. Ein Beitrag in einer oe. Syntax. Diss. 94 a. Berlin, Ehering. 
M. 2,40. 
Schlebel (K.), Die Sprache der altenglischen Glossen zu Aldhelnis Sdirift 
"De laude virgiuitatis ". Disa. Gifttingen. 61b. 




60 



III. NEUE BtCHBB. 



b) Juparicn (Otto): John Harts PronuBcialioii of Engluh with Füll Word- 
ListB. HeiJelberg, C. Winter, Verl. M. d. 

Vietor (Wilh,), Kleine Phonetii de» Deutschen, Engl. «. FraniBsiachen. 5. Aufl. 
XVI, 132 s. m. 21 Fig. Leipzig, Reislimd. M. 2,öO, geb. 2,80. 

c) Dlcdonary, a New, of the Latin and Engliah LBagno^es. With an Appen- 
dix of Latin Gecigraphical , Hiütorical, asd MjtbologicAl Proper Names. 
löthster. ed. V, 198 u. 212 s. Leipzig, B. Tanchnitz. M. 1,50; geb. """ 

Hlchaetit (H.J, Pocket Die lionary of the Portugiiese and Englisb Lanjguageg. 

2 Parts. VI, 335 u. V, HS ». Leipzig, F- A. Brockhaiw, M. U, in 1 Bd. 

gell, M. 15. 
WBrtcrbuch der Elektrotechuik in 6 Sprachen. Unter red. Mitwirkg. 

Einzbrnnnei. München, Oldenbonrg. M. 25- 



a) AllgemeiueB. 
Jordan (L.), Die Sage von den vier Haimonskinderu. Hab. HUncben. '05. 

X, 190 8. 
Klpka (Dr. Karl), Maria Stuart in Drama der Wcltliteratnr. Tornehmlich 

de« 17. n, 18. Jhdts. Ein Beitrag iur vergleichenden Lit.-Geschichle. 

Vin, 423 8. Leipzig, Hesse. M. 9,20. Einzelpr. M. 10,80. 

(Breslaaer Beitrn«e zur Literatnrgeach. hrsg. T.Koch u. Sarrazin. IX.) 
fleimaruf Sacundui, Geschichte der Salome von Cato bis Oscar Wilde, ge- 

meinrerstftndlich dargestellt. U. Ur-Marciia u. Paendo-Harcns, der Dicht«r 

der TäutertragBdie. IV, IIb. Leipiig, 0. Wigand. M. 2,70. 
Zandar (R.)\ Die Hagle im englischen Drama dea Eliaabethanisehen Zeit- 
alters. DiRS. Halle. 111 a. 
Salnman (Br. Ludw.), Allgemeine Geschichte des Zeitongaweaena. 186 >. 

Leipzig, Guschen. M. 0,80. 
(Sammig. OUachen N. 351.) 

b) Literatur der älteren Zeit. 
Zupiha <Jnl.), Alt- n. mittelen gl i ach es Übungsbuch cum Gebrauche bei Uni- 

veraitäts- Vorlesungen n. Seminarübungen, m. e. Wörterbuche. 8. Terb. Aufl. 

bearb. V. J. Schipper. Xn, 339 s. Wien, Braraniiller. Geb. M. 6,80. 
OnGodUrcitun of uroLcfdl. Marn[ke(W.), Entstehnngsortn. Eutstehnoga- 

zeit den Hlteaten englischeu MarieDhymnoa : On God Ureisun of nre LeMi. 

Di». Breslau. 49 s. 
Sawles Warda. Wagner (W.), Sawles Warde. KritiBche Textausgabe auf 

Gmnd aller Handschriften. DisB. Bonn. 44 B. 
ScrIftbOc. Berbner (Dr. Walth.), Sprache Q. Heimat des altenglischen 

ScriftbCc im Ms. Corpus Christ College, Cambridge 190, IV, 138 s. 

Bonn, P. Haustein. M. 4. 
Ghaocer. Tobler (A.), GeofFrey Chaucer's Influence on English Literatnre. 

Dias. Zaricb. '05. 125 s. 

c) Literatur des 16. — 18. Jahrhunderts. 
Kyd, Hiksch <W.), Die Verfasserschaft des Atden of FeversbaiD. Ein 

Beitrag zur Kjdforachnng. Disa. Breslau. 83 s. 
Marlowa. Schoeneich (G.), Der literarische EinflnraSpenaers auf Marlowe. 

DisB. Halle. 102 s. 
Shaliespaara. Wolff (Dr. M&x J.), Shakespeare, der Dichter u. sein Werk. 

In 2 Bdü. Mit e. Nachbildg. des Chandos-Portr. in Gravüre. HI, 4708. 

München, H. Beck. Geb. M. 6, in Hftlbkalblad. M. 8,50. 

— Brink (Bernh. ten), Shakespeare. Fünf Vorlesungen ans dem Kachlafa. 
VII, 149 8. Strafahnrg, Trübner. H. 2, geb. 2,50. 

— Alvor (Pel.), Der heutige Stand der Sh.- Frage. 24«. Hannover, Spon- 
holts. M. 0,50. 6 »6 



ni. NEUE bCcheh, 61 

Shikftptftr«. &eine (0.), Sh.'s Sommernftchtsl.rftiini n. Romeo 11. Juliri. 
Progr. Bernbnrg-, 32 s. -1°. 

— Strasaer (J.), Sh. als Juriit. Versuch eiuer Studie über SU. 's Kaufmann 
V. Veneaig. Ein Vortrag. V, 82 a. nalle, Thiele, M. Ü,GO. 

— Wohlrab(Geh. Sturtiear. Dr. Mart.), Äegihetiaohe Erklärung klasBiscbBr 
Dramen. 7. Bd. Shakespeare 'a Atacbeth. 82 s. Dresden, Elilertnann. M. I,ö0. 

Flalchtr. Rüssler (M.), Die BeEiehnngen Ton Fletcher's Ttie Tamer Tamed 

Kn Shakespeare'« The Taming of the Sbrew. Progr. BrDuu. 13 s. 
Ifiritan. Helmecke (Fr), Die Technik der Sprache in den Tragödien 

.Tolin Mantons. Dise. Halle. 148 s. 
Richardion. Ubrström (W.), Stndie.i on the Language oE Samuel üichardson. 

Akad. Upeala. 
Montagut'i (Lad; Mair Wortle;) Beiaebriefe. 1716-18. Obera. n. Einleitg. 

m. Anm. Ters. t. Max Bauer. 151s. Berlin, Seemann Nachf, H. 2. 
Smilh (Adam), Sftilems of Political Ecouomy. Auswahl ans An Inquir; into 

the Nature and Causes of Wealth of Nations m. Annikgn. 11. Tolkswirt- 

schattl. Einleitg. t. Doz. Prof. Dr. Andr. Voigt. 154 ». Heidelberg, 

Winters Verl. M. 1,60. 

d) Literatur des 19. Jahrhunderts, 
aa) Byron (Lord), Cain, a Mjster;. Witli introdnction, notes and appeudix 

byDr-B.lihlemajT. XVni, 74 n. 33 s. Nüniberg, C. Koch. Kart. M. 1. 
Shelley. Maurer (0.), Shelley und die Frauen. Diaa. Tübingen, '05. 90i. 
Colerldge (Samuel Taylor), Tbe Ancient Mariner n. Christabel. Mit literar- 

biat. Einleitg, n. Kommentar brsg, V, A!b, Eichler. XII, 133b. Wien, 

Bramnöller, M. 5, 

(Wiener Beitrage zur engl. Philol. hrsg. v. Schipper. 26. Bd.) 
Carlyle (Tbom.), Die franziiaische Revolution, Ans dem Engl. v. P. Fed- 

dersen, umgearb. v, E. Erman. 5. Aufl. 2 Bde, XX, 503 n. Vlir, 

493 s. Leipzig, F. A. Brookbaua. M. 8, geb. 10. 
Tinnyson. Jellinghaus (Dr. Paul), Teunysuns Drama Harold. Eine 

Quellen untersnchg. VU, 72 a. MQuster, SchOningb. M. 2, 

(MilasterscbeBeiträgeiur engl.Litgesch. hrsg,v.Prof, Dr.JiricBek. III.) 
Morris. Bartels (Heinr.i, William Morris, TbeStorj ofSigiird the Volsung 

and the Fall o£ tbe füblungs, Münster, H. Schoningb. M. 2. 

— Biber (A.), Stndien tn William Morris' Prose-Romances. Diss, Greif s- 
wald, 97 s. 

Wildi (Oscar), Dramen. Wien, Wiener Verlag. Je M. 2. 

1. Ein idealer Gatte, ächauapiel. Ubera, t. A, Neumann. Bnn- 
bnry. Komüdie. Übers, y. F. P. Greve. 

2. Salome, Tragödie. Übers, v. F. Ubl. — Die Hersogin v. Padua, 
Tragödie. Obers, v. M. Meyerfeld. 

, Vera od. die Nihilisten. Drama, llbers, t. A. Neumann, 
, Ladj Wiudermere's Fächer. Schauspiel. Übers, v. A. Brieger. 
— Eine Fran ohne Bedeutung, Schauspiel. Übera. y. P. Oreve. 
I florentmische Tragödie. Deutsch t. Mai Mejerfeld. 39 «. 

™-lin, J. Fischer Verl. M. 1, geb, 2. 

The FictDre of Dorian Gray. Witb an Introdnction by Dr. Egon 

''Tiedell and an Epilogne by Panl Wertheimer. XI, 2B3 + Vni8. 

neu, W. Stern. M. 4, geb. 5,50. 

Das Bildnis v. Darlau Gray. Ins Deutsche übertragen t. Bernh. Oehl- 

chlä^el. Leipzig, Zeiller. M. 3,50; geb. 4,50. 

Das Bildnis des Dorian Gray. Ein Roman. Ana dem Engl. v. Hedw. 
Lachmann u. Gast. Landauer, 324 s, Leipzig, lüsel Verl, M, 4, 

'. M. Eoden, Wien, 





III. NEUH BLCHES. 



3990—91. MaurtenB !_Maarten), The New Religion. A Modern Novel. 
2 Tols. 

3992. Eita, Ä Man of No Importance. 

3993. Ridge (W. Pett), Name of Oarlfind. 

3994. Hearn (Lafcadio) Glimpaes of Unfamiliar Japan. 

3995. Conrad (Jos,), The Secret Agent. A Simple Tale. 

3996. McCarthy (Justin), ASbortHistory ofOur Own Times. Vol.IIl 

(Snpptera.), Prora 1880 to tbe Accessiou of King Edward VII. 
3997—98. Crawford (F. Mariou), Aretbusa. 2 vols. 

3999. Weymanu (SUnley), Laid Dp iu Lavender. 

4000. Noch nicht erschienen! 

4001—2. Hope (Anthony), Taleii of Two People. 2 vols. 

4003. Hütten (Baroneaa v.), The Halo. 

4004—5. Haggard (H. Bider), Fair Margaret. 2 vols. 

4006. Whiteing (Rick), AU Moonshine, 

4007. Hasou (A. E. W.), The Brokeu Road. 

4008. Doyle (A. Conan), Tbrongh Uie Magic Door. 

cc) Unwifl't Llbrarir, London n. Leipzig, T. F. Unwin. Je H. 1,50. 
öO. fietham-EdwardB (H.), A Close Ring, or Episodea in tlie Life of 
a French Family. 

e) Amerikanische Literatur. 
Emarton (R. W.), Gesellschaft n. Einsamkeit. Aas dem Engl. t. E. Conrad. 

2. Ana. rV, 266 a. Jena, Dieilerichs. M. 3, geb. 4. 
Pai. Probst (Dr. Ferd.), Edgar Allan Foe. 46 s. München, Reinhardt 



Mit < 



LosuB-Ausg. H. 4. 



Bibliographie t. Bibltoth. 
Minden, BrunB. M. 2,50, 



IV. MITTEILUNGEN. 
English Dictionary On Historical Frinciples. 

(Volnme TU: 0-P.) 

Polff enoua — PremiouH. 

By Dr. James A. H. Murray. 

This triple seclion eiteudiug from Polvqenous to Premious c 
324ö Main words, 638 Combinationa explaiued linder theae, and 818 Sub- 
Ordinate entrieB of obsolete forms, etc. , amounting to 4701. Tbe oboious 
combitialions ctassiäed and illnstruted undei tbe Main wonla, nnmber 1023 
more, raising the total to 5726. Of Ihe Main worda, 2429 (75.85 "/o) are 
non cnrrenl EngliBh, native vr natoralized, 639 (19.69 %) are marked f os 
obsolete, and 177 (5.46 °i„) \\ as alien, or not fully natnralised. 

CumpariBon with Ur. Juhnsou'B and Bome more recent Dictionaries 
showa the following figurea: — 



■admrd.' Hm. 



loordod, I*»t]fff eHi 



-i 



nr. MITTEILUNGEN. 63 

ThJB portion of P contnina the Inst two tliinlH of tbe words in Polv-, 
and tbe fiist bnlf of thuse iu PrE', with ull tbe interveniug words, in- 
cluding tliose in Post-. In the intrydnctorj articies on Pre- and Pobt-, 
Ihe leas important words compoanded with these prefties aro groQped. 
The modemitj of most of these componnds ia uul&lile: aee Pre- B. I. 
Among the Main words of Hiatorical interest are Polynesia, Port in it« 
many applieations, with portma/i, portmoU, porl-reere, and other compoOQrle 
of pari in ite Dld English sense of town ; also port ' ^ larboard, and }iorlaije 
in itä nautical nae, porl-euUis, (the Ottoman) Porte, Potwaller, wilh 
ita popnlat rariant pottvailoper, Pound, poumlage, Poirdike, Prbferencb, 
fiifmier. But the inost iuportaut liidtorical article ii that on Post', under 
wLich and ita manj derivatives, posfage, postal, poatman, post-magter, 
po»l-ofßce etc. will be found mnch that illnsti-atea the history of the poatal 
Bestem (rom 1506 oiiward. Law and legal antiquitie« are repreaeuled by 
pone, possf, posseesion, pottralUc, pracipt, prxtnunicntrs, aud Ph^munirb: 
the formnlB 'and joxa Petitionen will ever pray' in treated under Pray 
T. 5 c. Kcclesiastical and theological terma are excmplificd by portas, 
prfbtnd, prrbendary, prccentor, and predestination. Among nanies of 
Planta, the premier place k taken by Potato, the article on whicb cleara 
np varions pointa iu the early hietory of Ihe word and the plant, takiug 
US back to a lime when ' common potatoes ' were the Siceet Potato or Batata, 
and the common potato of onr day was 'Bastard Polntoea'. Thanka are 
due to the Bojal Society for extracts from their M.S. Jonrnala of 1663 
and 1693, the first recommending the polnto for cultivation in England 
in time of acarcity', and the aecond mentiuning (for the first time) the 
giandfatber'a tale' that aasociated it with tbe name of Sir Walter Ral ei gh. 
Other intereating words of tliis claas are pomegranaU , Poupelmoobe, 
pompion, poppte, poppy. Zoologj is represeuted by polyp, Popinjay, 
PoRCüPiSE, PORPOIBE, poarc\tttU, prawn, prcke; Qeulogy and Miuenüogy 
by PORPHYRY and its derivatives; Chemistry by the history of Potash 
and its family; Physics by poUnliat; Astronomy by the history of PßE- 
CEBSiON. Among other words worth notice are pomandtr, pomp ('the 
poraps and Tonities'), pool in atakea and apecnlation, poppiiig-crease, 
poreelain, porter (the drink), post-captain, pol, poidtry, poicder, power, 
poicwOK, pox, practic aud tbe practice gronp, pragmalmn, prank, pre- 
earious (at first a tenn of feudal law). 

Words already in Old English are ratber more nnmeroua than in 
eatliet eections of F; they include jioTid (?), pool, pope, port (in aeveral 
gensea), poal (wooden), pol, pole, pougk, pound' and ', preea; but most 
of tlicse were early adoptious from Latin. To Latin, ultimatcly, have to 
be referred tbe vast majurity of the words in thia section, though tbey 
came to us immediately from French: to enumerate these would more thau 
GH this Note; but they inclnde niany of our commonest words, e. g. poor, 
pony (?), pardi, pork, port, portion, posaible, posl, poucli, pounce, pomder, 
pmtier, preac^, praite, and pray. There are also numeroUB words directly 
from Latin, some retaining even tbeir Latin form, aa pomalum, posae, 
poat-mortem, priEtnunire. Worda from Greek are raainly those in poly- 
and poma-; othen, as pcmp, porism, porjAyry, practice, etc., come t« lu 



64 



IF. MITTEILtTNOEK. 



tbrongli Latin onil French, Bomuiic ton^es, otlier tbau French, he.ve 
given pcyi\ent, jiorifolio, porlico, predella; G^nnaD contributee poodle and 
posautie, Rugskn pood. Distant langnage«, Ameriain, Oriental, Äfrican, 
and Polfuesian, bare lent ds «ome two dozen nanies of Dative auimals, 
vegetable prwlucla, persona, and cnatoms; sucb are potie, ponget, pottgo, 
jjoojWi, pookoo, poonghie, etc. Among nnmeroufi worda of imcertain 
origiu are tie twu common verbs pore aud poiir, pong, pooh! pop, poppte, 
anil othera are onomatopoeic. The poverty of language i» again esem- 
plißed in tJie fact tliat there are 3 Bubstantives acd 3 verba expressed by 
poop, 8 BbB. and 5 vba. by porl, 10 abs., 5 Tbs., an adv. and a prep. by 
post, wbich, t«king all things iuto account, ia tbe hardest-worked o 
Bf llable between polygenoug aud premioua. 



Angekündigte schritten. 

An der nniverBität Kiel werden folgende themata aU diiBerta- 
tionen bearbeitet nnd siml a. t. fertig: 

Die Präpositionen in der sc. PoeBJe. — Die Negation bei 
Alfred. — Daa Ausaterben ae. Adjectiva u. Verb». — Die Ad- 
JBctiva bei Cjuewolf. — Die Bildung der ae. Conoreta mit 
Vouaonaut. Suffix. - Das Prüfix be- in der ae. Poesie. — Die 
Frage in der me. Poesie, — Ausgaben der me. Gregorleg. und 
des „Sir rerceval". — Fleiionslehre dei „Ayenbite of InwU". 
— Laut- n. Formenlehre von Henry'* „Wallace". — Der Modui 
der NebenBÄtze im Frühme, — Die Quellen der Coventry 
Plays. — Die Personennamen im alteren engl. Drama. — 
Cibber'B „Heroic Daughter" nnd Corneille's „Cid". ■- Quellen- 
Btndien an Lee'B nnd 0. Üolman's Ben. Dramen. — Richard- 
Bon'8 Belesenheit. — Die Alliteration bei Pope. 

In Prag ist eine doktorarbeit Über „Schwund von tu im Mittel- 
eng^liechen und in neaengÜBchen Dialekten" nahezu abgeichlosBeo. 



INHALT. B^t, 

T*. ealiimne, A □nmmu of tfaa Dl>l«it of UldhKm (KrolBlnn) » 

Clnb Lk«. A Oonady vilad In CUt8 HM, Ouubrldge ibont 1 ( 

IM«— 1600, Ed. by Hmllh } (AfonHaln) { «I 

KdIiu. Dints ud 1hfl tnifLlih Foeti rrom ChKUW to Tsduthiii J l 41 

Onlipp, 9lr jD.hu. Keynvldi (.Voll) '.'.'.'.'.'.'.'.'.'.'.'.'.'.'.'.'. t7 

Ib. HolibrnDHH, £u[ ■ItsQEllBDben Lltuntiu. V 41 

II. HobDoiuD, Dl« HomuDyniB dar wiBUHbeD Sp»ohe (Krod«) U 

Knugnr, EnKllHjheB UDtsirichMwtik lUc bUbe» Scbnlaa (Halm) M 

Sh>luip«cE'i Maobglh. RikIBrt fod llcrmum Connd .... 1 r Gt 

Tho SlPti o( Looduu l I u 

Bgflkan WorUebaU tur Hei«, and Un'aFTlcbt. Im Bngllicba Uh«r. / (Llnoka) { 

IL ».«. B??h«''™ ^"!'\°': f ■°".'"'. *. ". '.:■,■■.■.■'. *■ S 

IQ. MlltaUungus; A New Eueliih Dlulluucy on tUilorliiil Priuaiplai «1 

AngakUodlgtl Bohrifton M 

HeittUBgegeben Ton Prot Dr. Mm Frladrlch Han n in Franktgrt a/M. 

TkU« TOD Mu HUmqiar, HaUa. — Omok tbu KliTbitdt Xami, HkIU, 

M 



Beiblatt zur Aiig'lia. 

Mitteilungen 
über englische Sprache und Literatur 

u;id üher englischen Unterricht. 




l'reiH: Für üeu Jahrgang 8 Harh. 

<Pnli (BT 'AnglU' nnd 'Bdblilf Jihrligh M Mi 



SX. Bd. 



Nr.m. 



I. SPRACHE UND LITKRATUR. 

Dr. D. Schmid: George Farquar, sein Leben und seine Werke. 

A. u. d. 1': Wiener Beiträge zur englischen Philologie, Iirsg;. 

L von J. Schipper. Bd. XVni. Wien u. Leipzig (BraumüUer) 

I 1904. 

r Durch die vorliegende, nunmelir dritte, niouograpliie über 
Vertreter des restaurationsdramas hat die Sammlung eine wert- 
volle bereieherung erfahren. Wenn auch dr. 0. Hallbauers 
treffliche dissertation {Erlangen 1880, als prograniui Holzminden 
1880) bereits das wesentliche über Farquar brachte, ist es 
dem Verfasser doch gelungen , indem er alle daten bis in die 
letzten möglichkeiten nachprüfte, dieselben mehrfach zu korri- 
gieren. Auch einiges neue material vermochte er beizubringen 
vor allem durch die entdeckung einer sammlang von Farquar- 
briefen im British Museum. Wie sehr dr. Schmid auf diesem 
gebiete zu hause ist, hat er schon durch mehrere diesbezüg- 
liche arbeiten (in dieser Sammlung über Congreve) bewiesen. 
Das reichhaltige buch ist demzufolge auch ein mustergültiges 
geworden. Ohne störende Weitschweifigkeit gewährt es uns 
tiefe einblicke in die Zeitverhältnisse, aus denen der dichter 
so und nicht anders hervorgehen mufste. Dafs bei einer 
biographie, welche .so diii-ftiges material zur stütze h»* ie 
hypothese einen unangenehm breiten räum einnin 
solchen fällen eben nicht zu vermeiden. Mit mai 
vollen Seitenblick ins gebiet der vergleicheudei 



ti6 1. SPRACHE V. I.ITEBATUB. 

acliichte werden Faniuars werke besprochen und nach ! 
Seiten hin gewürdigt. Hocli ist es dem Verfasser auch anzu- 
rechnen, dal's trotz seiner gründlichen gelehrsamkeit sein werk 
völlig jener hölzerneu trockenheit entbehrt, durch die so viele 
derartige biicher sich traurig auszeichnen. Schade nur, dais 
die sonst so prächtige spräche manchmal so verdächtig nahe 
an die ominöse Stilblüte angrenzt, — Zum Schlüsse sei noch 
mit freude darauf hingewiesen, data der Verfasser noch weitere 
arbeiten auf diesem gebiet in aussieht gestellt hat. 

Ansbach, im Dezember 1907. F. Kratz. ^^H 



H. B. George and W. H. Hadow, Select Poems of Tennyson. With 

Iiifrodiiction and Noteä for ihe Ifse of Schools. IjOndOD, 

Macmilian 1903. Pr. s. 2. 6 d. pp. XXIX + 154. 
Ä. u. d. T. : Mac Millan's English Classics. 
I. Stibbe, Maud, A Poem by Alfred Lord Tennyson. With ex- 

planatory Notes. Groningen, P. NoordholT 1905. pp. 95. 

fr. 0,50. 
W. P. Mustard, Classical Echaes in Tennyson. New York. The 

Macmilian Comp. 1904. pp. XVI + 164. 

A. a. d. T.: Columbia University Studies in English Vol. III. 
In der neuesten zeit, wo fast jede gröfsere Sammlung 
englischer Schulausgaben in Deutschland ein bändchen auswahl 
aus Tennyson publiziert ha), während vorher nur Knoch Arden 
in den schulen eingang gefunden hatte, ist es von doppeltem 
Interesse, diese englische auswahl für Unterrichtszwecke zu 
vergleichen, und zwar aus der bekannten klassiker-sammlung 
Mac Millans, die uns schon manche gut kommendierte ausgäbe 
geliefert hat. Die wähl der gedichte, die für Tennysons poesie 
als "representative" gelten, ist bei den Briten naturgemäi's 
eine andere als bei dem deutschen herausgeber, der den poeti- 
schen wert der "Ode on tlie Death of the Duke of Wellington" 
weniger hoch anschlagen wird oder die formvollendang von 
"The Eevenge", das die wunder englischen heldenmutes gegen- 
über der Armada darstellt. Eine Vorliebe für die dichtungeu 
mit klassischen Stoffen macht sich vielleicht auch bemerkbar. 
Zu den für spezielle Studien empfehlenswerten werken konanit 
jetzt "Tennyson by Morton Luce" in "The Temple Primei-s" 





w 



I 



I. BPHÄCHE V. I.ITBEATÜH. 67 

trnd vor allem dessen " A Haiidbook to the Works of Tennyson". 
LoD. G. Bell & Sons 1895, hinzu. Die reichlichen noten, die 
meist Sacherklärungen nnd hinweise anf quellen und an- 
regungen zu dem Stoffe geben, bieten auch sprachlich viel des 
interessanten und lehrreichen; für Oenoue fehlen neben 
Ovid der hinweis auf Apollodor und Quintus Smyrnsus, die 
den Stoff ausführlicher behandelten, nnd parallelen einzelner 
stellen zu den Vorbildern bei Homer; bei "Crossing the Bar" 
fehlt jede historische notiz; etwa folgendermafsen : "The 
poem was written in the poet's eightj-first year, as he crossed 
the Solent in October, on his way from Aldworth to Fairing- 
ford." Auch einzelne punkte in "Introdaction" bedürfen der 
ergänznog: (p. XVII) "His days were spent in his home at 
Farringford" ergänze: "and at Aldworth". 

In dem Verlage von Noordhoff in Groningen sind schon 
wiederholt kommentiert« ausgaben englischer und französischer 
autoren erschienen, an die sich die vorliegende ausgäbe von 
Maud anschliefst, mit einer praktischen neuerung: auf der 
linken (reverso) seite steht der text, und gegenüber (recto) 
die Notes, um das bedürfuis nach erklärung von wort oder 
satz möglichst zu erleichtem. Die worterklärung geschieht 
meist durch synonyma. in selteneren fällen auch durch die 
(holläDdische) Übersetzung, wie es in Deutschland bei den 
„reformausgaben" ebenfalls üblich ist. Obgleich die ausgaben 
nicht ausdrücklich für schulzwecke bestimmt sind, läCst sich 
die vorliegende sorgfältige und dabei billige recht gut in den 
oberen klassen unserer höheren schulen verwenden. 

Der quellenstudien Mustaid's in bezug auf Tennyson's 
dichtungen und ihre vorlagen bei Virgil und Homer ist in 
dieser Zeitschrift bereits gedacht worden. Diese sind nun von 
dem Verfasser, der ein ebenso grofser kenner Tennyson's wie 
"classical scholar" ist. in diesem bände zusammengefafst 
worden, indem der Verfasser alles sammelt, was der dichter 
an Übersetzungen, nachdiclitungen, Stoffen, metrischen Übungen, 
anspielungen , zitat«n , bewufsten oder unbewufsteu nach- 
ahmungeu und einzelnen Wörtern und phrasen von den alten 
genommen hat. deren lektüre ja bis in das hohe alter seine 
tägliche bescbäftigung war. Dieses aufspüren all der anlehen 
,aa8 den Griechen und Römern soll dem modernen nicht den 
'urwurf des plagiates eintragen, sondern einen einblick in des 



68 r. BPRACHB U. LITEEATPR. 

dichters Werkstatt geben, dessen werk wie wenige vielfach 
auf dem klassischen altertuni beruht, trotzdem ihm anderseits 
der titel eines echt vaterländischen dichters nicht versag;! 
werden kann. AuTser eigenen forschungen hat Mustard nator- 
geuiäls auch die schriften andeier über Tennyson. so von 
Stedman, Miss Allen, Churton Collins, Shorey verwertet. Die 
zwölf kapitel in ihrer zitatenfülle zeigen die stupende belesen- 
heit Tennyson's in den klassikern, selbst sehr fernliegenden; 
die klassischen parallelstellen sind meist auch in englischen 
prosa-übersetzuDgen gegeben. Die anhänge beschäftigen sich 
noch mit den klassizismen in wort und satz, mit den klassi- 
zismen, die "mere commonplaces of poetic rhetoric or imagery" 
sind und teils schon im altertum gemeinplätze oder sprich- 
wörtlich waren, und endlich mit nur zufälligen oder schein- 
baren parallelen, hauptsächlich der naturbetrachtung ent- 
nommen. Diese für jeden philologen interessante Sammlung 
zeigt, wie vielfach noch die moderne poesie auf klassischen 
grundlagen ruht, und den Verfechtern einer nur modernen 
bildung der jugend mit ausschluTs der klassischen sprachen 
möchten wir doch den satz F. W. H. Myers zu erwägen geben, 
den Muatard seinem buch als motto vorangestellt hat: "For 
myself, I am no fanatical advocat« of a classical education, — 
a form of training which must needs lose its old uuique Posi- 
tion now tliat there is so much eise to know. But for one 
small class of students such an education still seems to me 
essential, for those, namely, who desire to judge the highest 
poetry aright." 

Nürnberg. R. Ackermann. 



Beam, Jacob N-, Die erslen Deutschen Uebersetzungen engliicher 
Lustspiele im achtzehnten Jahrhundert. Hamburg und Leipzig. 
Verlag von Leopold Voss, 1906. 

A. u. d. T. : Theatergeschichtliche Forschungen. Herausge- 
geben von Berthold Litzmann, XX. 
Als Gottsched, der noch heut« viel verkannte, im jähre 
1730 in der "Critischen Dichtkunst vor die Deutschen" seine 
landsleute aufforderte, solange auf dem gebiete des dramas aus 
den werken der Franzosen zu übersetzen, bis sie poeten be- 
kommen würden, die selbst etwas regelmäfsiges leisten könnten, 





I. 8p«ac;hb u. i-iteratük. 



ßO 



leitete ihn die erkenntiiis, die er an andrer stelle in die worte 
falst: "Denn der deutschen originale gibt es leider! nocli so 
wenige, daFs man kaum eine wocbe lang gute deutsche stücke 
würde spielen können." Die Übersetzungen sollten also zu- 
nächst das repenuire füllen; ihre weitere bestimmung war die, 
den geschmaeb des publikums zu bilden und die jungen dichter 
zu selbständigem schaffen anzuregen. Der kräftigen mahnung 
des diktators entsprechend schief-sen jetzt die Übersetzungen 
wie die pilze hervor. Nicht immer sind die beweggrunde der 
Übersetzer so rein wie bei Gottsched, und um ihr ki:innen ist 
es manchmal schlecht bestellt. Daher klagt Lessing : "Unsere 
Übersetzer verstehen selten die spräche; sie wollen sie erst 
verstehen lernen; sie übersetzen, sich zu üben und sind klug 
genug, sich ihre Übung bezahlen zu lassen." Zwischen den 
jähren 1737 und 1768. also in der zeit von Gottscheds litera- 
rischer tätigkeit. sind nach Goedecke nicht weniger als 168 
ausländische lustspiele ins Deutsche übersetzt worden, darunter 
111 ans dem Französischen, 35 aus dem Dänischen, 9 aus 
dem ItalienisL'lien , '■i aus dem Holländischen und 1 aus dem 
Polnischen. Aus dem Englischen entstammen 9 Übersetzungen, 
die schon Danzel bekannt gewesen sind. Sie bilden den gegen- 
ständ der vorliegenden abhandlung. Es sind die folgenden: 

1. Der , AuBloiuial / oder ; [lar Force ; Ductor. ; Ein / Lustapiel 
iii ,' clrey Haudlnngen / entworfea j von / Herrn Ravenscroft. , Aus dem 
Engrtitchen Übersetzt. >' Frankfurt und Leip»^ 1748. 

2. Der ,' anfgebrachle Ehemann, ,.' niter eine Seise nach IjuuiIuu. < 
£ia Lust-Spiel. . Wie solcbeB auf dem Königlichen SchauspielplittiZ znm öftern 
Torgestellt worden, in fünf Handlungen, entworfen Ton St. Joh. Vanlmrgb 
nnd Uerrn Cibber, Am dem Englischen übersetzt. Frankfurt und 
Leippzig 1748. 

3. Der ; sorglose / Ebemuin, , ein Lust-Spiel / am dem Englischen 
dee Olley Cibber übersetzt. , Gattingen, , verlegtn Abraham Vandeuhoeck. 
UniTerBitäta-ßiicbdr. / 1750. ; 

4. Der / Rlltkfal! oder ,' dieTiiguud in Gefahr, / Ein , Lustspiel , 
de« Herrn Johann Van bnigb. . Aus dem Englischen übersetzt, (lüttingen. / 
Im Verlage der Wittwe Abraham Vandenhoeek ; 17.50. 

5. Die/ weiblichen Liebhaber. , Ein Lastapiel / »on fünf Aufzügen. , 
Ans < dem Englischen übersetzt. ; Hemihut 1751. / 

6. The Consciuns LoTer» , Das bt: , Die nitb mit einander ,i' ver- 
liebende / Liebhaber. ,' Ein / Schauspiel von / Bitter Bicbard äteele / in 
fitgligeber Sprache ; geschrieben .' und ,' mich der Londoner Ausgabe / Ton 
1723 / in dttsDeiilathe llberselzt , von Ueandem von derOber-Elbe / 1752. 



70 I, SPBA.CHE C. I.rrKRATTR. 

7. Der , argwjihuische / Ebemuin , ein . Lustspiel in fünf Auf- 
aligen von ' dem Heim D. Benjamin Huadl}'. ; In: Keneete Proben / der , 
englischen / ScbaobUhne .' oder i D. Beiijamiii Uoadlye / Ltutspiel, / der 
Argwöhnische Ehemann / und / Edwards Moorens / Tranenpiel, / der Spieler ; 
Im DeutacheD dargestellet. / Hamburg be; Chrietian Herald. 1754. 

8. Der / nnversöhnliehe Yaler ,' Oder / die ami Liebe verstellt« / Liebe , 
Ein Lustspiel / ans dem Englischen des Era, CoDgreve / ülersetst nnd in 
untersoliiedeiieii Auftritten ver / ändert und nach den Regeln der deut 
sehen Schanbilhne einge/ richtet, / In: Sammlnng ,' Dramatisrber / Gedichte. , 
Herausgegeben ■ von ; einem Liebhaber der schflnen Wissenschaften, i 
Leipiig und Rostock bei Johann Clir. Koppe. 1754- / 

9. Der / Lauf dar Welt. / Ein Lustspiel des / Herrn Wilhelm 
('ongreve / Rostock und Wismar i hey Joh. Audr. Berger and Jacob 
Boedner / 1757, 

Es ergibt sich aiis Beams Zusammenstellung ohne weiteres, 
dafs Leipzig, Göttingeu. Dresden nnd Rostock je zwei über- 
seUnngen lieferten, Hamburg nur eine. Die erscheinangsjahre 
entsprechen seiner einteil ung in fünf gruppen, und die Unter- 
suchungen, die er im II. teile seines budies über die Über- 
setzer und ihre kirnst anstellt, ergeben die inneren gründe für 
berechtigung zu dieser gruppiernng vollends. Der III. teil der 
arbeit behandelt die beziehungen dieser Übersetzungen zur da- 
maligen deutschen literatiu' und insbesondere ihr Verhältnis zu 
Gottsched und Lessing. 

Beams arbeit ist ein sehr nützlicher beitrag zur ver- 
gleichenden literaturgeschicht« des 18. jahrliuhderts. 

Frankfurt am Main. Max Friedrich M 



The Hundred Best Poems (Lyrical) in Ihe English Language. Selected 
by Adam L, Gowans, M. A. Gowans & Gray, Ltd., London 
lfi07. Wilhelm Weicher, Leipzig 19Ü7. 
Da« vorliegende bändchen ist eine bnchtechnische letstnng 
ersten ranges. Es wiegt bei dem sehr behaglichen format 
von 10 X 15 cm und 143 Seiten umfang nur 85 g. Dabei ist 
das papier fest und für die äugen von wohltuender, leicht 
gilblicher färbe. Der druck ist überaus klar und schfin. Der 
preis ist ei-stannlich niedrig: 75 pfennige für das broschierte 
exemplar. Zieht jemand einen einband in leinwand vor, so 
kann er das für M. 1.2U haben. In geschmackvollem leder- 
einband mit biegsamen deckein kostet das bändchen 2 M. 
Solche billigkeil ist nalUrlich nur möglich bei massenabsatz. 




I. SPRACnE r. IiITERATÜB. (1 

'In der tat sind denn auch seit 1903, dem jalire der ersten 
aufläge. 50000 exemplare gedruckt worden. 

Wie der titel besagt, werden die 100 besten lyrischen 
dichtungen Englands geboten. Die anordnung ist alphabetisch 
nach den verfaritcrnamen durchgeführt, sodats ein anonymus 
den reigen eröffnet. Lebende dichter sind augge»Jchlos.sen 
worden, ebenso dichter der älteren Sprachperioden, die bei 
dem grofaen publikum philologische kenntnisse voraussetzen 
würden. Als ältester erscheint Sir Walter Raleigh (1552 — 
1618), Über die auswahl selber ist eigentlich kein wort zu 
verlieren. Es wird wohl jeder leser dies oder jenes gedieht 
vermissen und möchte dafür andre ausgemerzt sehen, denn 
hier will das subjektive empfinden sein recht. Man wird aber 
Gowans das Zeugnis nicht versagen können, dafs er gewissen- 
haft und mit geschniack gewählt hat , und für die melirzahl 
der gedichte seiner Sammlung steht ja unbedingt fest, dafs sie 
zu den 100 besten gehören. Shakespeare steht oben an. Darauf 
folgen Shelley, Wordsworth, Keats, Burns, Browning, Tennyson, 
Byron und Müton. Alle übrigen sind nur mit je einem ge- 
dieht vertreten. Die lesarten sind mit wissenschaftlicher Sorg- 
falt nach den besten ausgaben hergestellt. Man kann somit 
das bändchen warm empfehlen. Ks verdient weiteste Ver- 
breitung in den schulen und unter den freunden der englLschen 
dichtung. 

Ich darf hinzufügen, dafs für Deutsch, Französisch und 
Italienisch dieselben aus wahlband eben veröffentlicht worden 
sind: Die besten Gedichte der deutschen Sprache, herausge- 
geben von Kolf Lembeck; Les Cent Meilleurs Poemes (Lyriques) 
de la Langue franf,aise. Choisis par Auguste Dorchain; Le 
Cento Migliuri Liriche della Lingua Italiana. Scelte da Luigi 
Ricci. Auch diese bändchen verdienen alles lob. Beachtens- 
wert ist dabei der umstand, dals die. 100 besten gedichte bei 
dem Engländer 143, bei dem Franzosen 157, bei dem Italiener 
176, bei dem Deutschen aber — Schillers Glocke und Götter 
Griechenlands eingeschlossen — nur 109 selten erfordern. 



Frankfurt a/9 




Max Friedrich Manu. 



1 2 1. SPRACHE r. LITERATUB. 

Wiederkehr nnd geisterstnnde 
(Longfellow's Musician's Tale „The Mothers Ghost"). 

Iwan, wie Ihr wifet. sobald der haha gekrSLt, 

So iafi mit all demapnk, der swigchen eilt nnd «weiten 

Im dankein schleicht, geapenstem oder elfeu, 

Ala hätte sie der wind davon gewebt 

(Wieland, „Oberon-"). 
AnlKTülJch meines artikelü im „Sprechzimmer'' (1er„Zeitscbr.f.d.deat8chen 
Üntemchi" vom 24. März 1904 (vgl. auch n.jahrg- 6, hett), „Zn F. W. Wehere 
gedieht „Andre, denen Leid geschehen" ■;, worin der dichter auf den alleu 
Tolksglanben anspielt. daTs allzuviel klagen nnd nachgeweint« tränen die 
toten in ihrer mhe stßren und sie deshalb znr Wiederkehr auf die erde 
veranlafst werden, teilte mir eine dorne aus Udine (Italien) in frenndlicber 
weise ein englische« gedieht mit, das die sage ;,Ton des Kindes Wiederkehr- 
nder „Tom Trän enkrügl ein" zum gegenstände hat und hier znm abdrnck 
gelangen soll. 

Vorher bemerke ich noch kurz, dals dieser sageunioff ganz nahe mit 
dem „Von der toten Mutter Wiederkehr", den ja Longfellow u. «. poetisch 
bearbeitet haben (vgl. meine früheren beitrüKe in „Änglia-Beihlatt", „Zo 
Longfellow's Tales" IX ff.), verwandt ist, was eigentlich nicht erat gesagt 
zu werden braucht. Beide gestnlten, das t«te kind nnd die tote mntter, 
nehmen nuter den „wiederkehrenden" eine vornehme, hervorragende Stellung 
ein und sind von jeher in sage nnd dichtung verherrlicht worden. 

Wo nun iumier von „wiederkehrenden" nnd spuk aller art die rede 
ist. sei es in sagen oder gedichten, da ist anch meistens die zeit de« 
erscheinen!! nnd venchwiudens angegeben, die geisterainnde. Ant dieaen 
alten volksglanbeu von der geisterzeit wurde schon (rliher einmal hinge- 
wiesen, seit dieser zeit sind uns weitere belege dazn imtgestofsen, einige 
von hnnderten, die wir im anschltirs an die sage von des kindes nnd der 
mntt«r Wiederkehr hier ebenfalls mitzuteilen gedenken. Da» erwähnte 
gedieht lant«t; 

The C'rnse of Tears. 
(A Kussian Legend.) 
Tbere w«it a widuw womau troro the outakirts uf the city, 
Whose lonel; sorrow might have mored the stones she trod to iiity. 
She wandered, weeping thrungh the tields, b; God and man forsaken, 
Still (-«lling ou a little child. ihe reaper Death had taken. 
Wheu, lo! npoD a day she niel a white-robeil train advauciug. 
And brightly on their golden heada. their golden crowns were glanuing; 
Child Jesns led a bappy band ot little ones a-maying, 
With Dowers of spring, and gems of dew, all innocently playiag. 
Far from the reat the wldow aeea, aud flies to clasp her tre^anre; 
.niiat aita tbee, darling, that thoa mnat not take with these thy pleasnre?" 
„Ob, mother. little motber miue, bebind the rest I tarry. 
For tee, how henvy with yonr tenra the piliher 1 must carrj-: 




1. SPKACnK V LITEKATUK. 



73 



I jou had cewed to weep for me, when Jesna went (t-Biftyiiig', 
I I ihoutd bave beeu amoog the bleit, witb little Jesns plajinif!" 

(Mra. Emily Pfeiffer.) 

Dms Unge, liingsam einberactireitetiile venmafa veranschanlicht ge- 
Mhickt den langsamen, mUhBamen gang des schwer schleppenden, suriick- 
Ueibecden kindes. Alao eine englische hearbeituug der russischeiL sage! 
Auf eine mtheniache (kleinrnsaiache) foseung macht „The Times Literarj' 
Snpplemeat" vom 17. Febmar 1905 noch nnftnerkBam , in dem artikel 
^Bnlgarian Folklorp": There is a Rnthenian täte of a dead and much wept 
child which came to ils mother in n dream, ahowing ils clothea all dripping. 
„Why are jour clothes so wet, niy child?" ,Thej are wet witb yonr t««re, 
mother; why can you not leave me in jieacc in iny graTe?"* — Gleich in 
ansehlars daran wird ein inhaltlich verwandtes bnlgarisches gedieht mit- 
geteilt, of the de«d bridegroom, who appears to bis siater in a dream and 
entreate tbat bis wife and familj maj raonro for bim no longer; for when 
he goes witb the olber sha<leR to the river to dnulc of an eveuing, he 
alone is nnable to quench his thirst, because for biui the stream is galt 
with tearg. — 

Der TOlksglanhe , dal's man den verstorbenen die mhe nimmt, wenn 
man ihnen zu heftig nachweint , ist nralt nnd weit verbreitet. In einer 
dentitcheii sage ist eine mntter beim garbeiisch neiden heecbäftigt und weint 
ihrem jüngst veratorbenen Xindc bitterlich nach. Da liegt es plDtzlicb 
lebend vor ihr auf einer garhe, aber seiu heuid ist durch der mutter tränen 
völlig dnrcbnSTst. Dieselbe erzflhiung sieht schon in kirchlichen aufzeieh- 
unugen des 12. jahrhandert« ! In einer andern sage siebt eine mntter, als 
sie den tod ihrea erst geboren cii beweint, viele Jünglinge jubelnd des weges 
sieben, während ihr söhn weit znrück mit schwereni schritt nachschleicht. 
Anf die frage der mutter weist er auf sein von tränen schweres kleid und 
sagt: „Das sind deine trSnen, deren gewicht meinen gang beramt." Schon 
im eddischen Helgiliede, einer arl Vorstufe zu Bürgers „Lenore", sagt der 
be^grabene zu seiner weinenden gemahliu, jede ihrer tränen falle wie ein 
bittrer bintstropfeu auf seine brnst (vgl. über diese mitteilnngen den artikel 
„Dos dentsche leicheu- und totenmahl" von dr. Albert Preybe in der halb- 
monatBKhrift „Niedersachsen" vom 15. August 1896; ein ansEUg aus dem 
8- beft des 5. jahrga. der „Neuen kirchl. Zeitschrift"), Die sage von Helgi 
nnd Sigruu erzählt übrigena schon lieiiie in den ,,Elementargeiatem" ; aber 
ea iat zeit, sagt Hcigi, dafs ioli meinen licbtweg wieder wandle, imd mein 
bleiches slreitrols seinen Inftpfad wieder antrete, den das murgeu- 
roth schon zu erhellen beginnt; denn ich mnl's westwärts von derWindb- 
jalm-brücke (regenbogen) sein, ehe Salgofuir (der bahn) das volk der 
Sieger weckt 1 Also ein ganz alter beleg zum Volksglauben vom babu als 
geistervertreiber ^ Schambach -Müller teilen in ihrer prächtigen nieder- 
sächsischen sagensammlang die sage aus Wnlften unter nr. 233 so mit: 
.Beweine die todten nicht zn sehr": jade traue, die um einen begrabenen 
geweint wird, fällt in dessen leicheutucb und macht es nal's. Der grofs- 
mntter starb ein kind , das sie sehr beklagte und beweinte. Da erschien 
ihr das kind des nachts and sprach: „Mutier, bore doch auf Über mich an 
weinen! In meinem leicheutuche ist nur eine stelle, wie ein laier groIJa, 




71 



I. KPRACEE U. LtTEBATttR. 



iior.]] rrocken; wenu auch Aiwp. nafB int, dann Labe icL keine ruhe im 
gtsite mehr." In Thüringen erscheint die Bage mil der sagü von der 
„Fran Holle'' Terwebt, die seligen kiiider erscheinen in ihrem euge. Dr. 
AngUBt WitzBchel teilt sie so in seiner samralnng: ^Sagcn ans Thüringen'', 
Wien 1866, nr. 218 mit: „Das Kind mit dem ThTHneakruge.' Diese 
fassniig Ohemimrat such Julius Wolff für seinen „Wilden Jsger" ; er legt 
sie Waldtrnnt in den mund : 

eine mutter habe 

^icb einxt eu trSsten nicht vermeint, 

Anf ihres liehen kindes grabe 

Die langen nachte durcbgeweinl. 

Da zieht ganz nahe ihr eur seile 

Vorbei im iiiondscbein hell und klar 

Fran Holle und hat im geleite 

Von kindem eine grolse scbaar. 

Und hinten, ganx zuletzt im zöge 

Ein kindlein wankt mit mildem achritt, 

Schleppt sich mit grofsem, schweren kriige 

Und Kcbzt und stObnt and kann nicht mit. 

Der weinenden da» äuge flimmert, — 

Es ist ihr kind? daa lü^st den Schwann, 

Wirft sich au ihre bnut und wimmert: 

„Ach! wie eo warm ist mntterarm!" 

Dann aber fleht's mit leisem stammeln : 

„Nicht weinen mehr! sei froh wie einst, 

Ich mni's ja all die IhrSnen sammeln 

In meinem kruge, die du weinst, 

Sieb doch! ich kann ihn kaum noch heben, 

Voll ist er, daTs er liberflielBt, 

l'nd achi so schwer, dsls er im schweben 

Mein ganzes hemdchen mir begialst!" 

Da nahm Urlaub von ihrem leide 

Die matter 

Denselben Inhalt weist da« gedieht „Das Tränenkrügleio" auf (1862) in 
der „Zsclir. (. d. deutsch. Unter." vom 9. März 1!X)6. Ich erinnere noch an 
Vogl's gedieht „Das todte Kind". 

Doch horch ea rauscht; zwülf ist die stunde, 

Was nah't so spät noch für besuch? 

Nebenbei sei bemerkt, daTs sich auch die maierei des sagenstüfi'eG be- 
mächtigt hat. Die valkat Um lieben maier Ludwig Richter und Paul Thumann 
haben die sage „Vom Träneakrügloin'' bildlich dargestellt. Auf der la aus- 
stellnng des Vereins Berliner klinstlerinneu erregte das hild von Hedwig 
Weifs, „Das Tränen k rllglei ii " aufmerkt-amkeit, der ganze zanber des Volks- 
märchens lag ül>cr diesem achlichten und doch so ergreifemlcn bilde aui>- 
gebreitet (vgl. „Vom Fels zum Meer", 2:j. Jahrg., heft 19, 19Ü4). Ergreifend 
wirkte auch die zeichnnug zu Becbsteins märcheu „das Tbrünenkrüglein" 
in der „Dlustrierten Zeitung" vom 20. November 1902. 




I, 8l-KAt.lll{ U. l.l'IKUAl'Ult. 75 

Es hraticht nicht erst, gesagt zu werden . dafs mit rier siige „Vom 
wiederkehrenden Eiude" ganz nahe yenvaiwlt ist die aage „Von rler wieder- 
ke-hrendeu Mutter": wie das tote kind keine ruhe hat vnr den tränen der 
muttcr, so hat die t«te mutter keine ruhe im grabe vor dem gejnmmer 
und geweine der Kurücligebli ebenen kinder. Gerade auf diese sage spielt 
Weber in seinem gedichte aus „Dreieehnlinden" an, die ebenso alt und 
weitverbreitet wie die erste ist. Ea mfigen einige fasaungen hier folgen. 
Scham bach-M Aller erzählen sie aus Drüber, einem dorfe des kreises Einbeck, 
pLiebe nach dem Tode" : In Drüber war eine fran gestorben und hatte ein 
kleines kind hintcrlasseu. Für dieses machte nicht so gesorgt «ein, wie 
es eigentlich hStte geschehen müssen; denn acht tage uachber kam nachts 
um elf ubr die verstorbene mntter in die stnhe, worin das kind lag, 
ging hin znr wiege, nahm es hernns und tat so, als wenn sie es säugte. 
Dann raohle sie die kiudertUcher zusammen, ging damit aus dem hause 
Eiim hrunnen, wo sie dieselben wusch und zum trocknen aosbreilete. Hatte 
sie das getan, so kam sie in die stnbe zurück, wo sie bei dem kinde blieb, 
bis es zwiilf schlug, worauf sie Terschwand. In dem wenig bs- 
kBJinlen, aber interessanten btlchleiu Ludwig Scholmanus, „Norddütscho 
Stippstörken nn IiCgendchen^' , 2. Aufl. HUdeaheim 1858, erscheint auch 
nniere sage als „De witt« Fma"; . . . Mutter, mutter, warum weenst du 
denn sau veel? Ach, segtc de mntter, wat will ut Jeck weren, wenn eck 
uich mehr da bin? Mutter, mutter. aegde de eldeste duchter, et giwt noch 
gu'e Lüdel — — Kind, %i de mutter, 'ue irera'e kau Hck'et kein fremd 
kaJf! Dat segte se, seufze, slut de ogeu, un bei se nieh wediler upeslan. 
Da gingen de bedreiweten kiuner un togen ehr dat do'enhemd an uu 
weenen dnbei ein schuer over dat andere, dat dat do'eudank ganz natt word, 
H£ wenn et ntel'rungeu were. De frue word 'graben; aber in der andern 

nacht satt se np ehren grabe Dat kam bal'e under de lüde, nn et 

Word nah den kapzinem schicket, dei, wi ju wol wettet, seck np dat be- 
sprekeu verstaht na mit geistern uu spoikedingern körten prozefs ttin 
maken pleget; de prior mit twei andern kapzinem kam ok in der nacht 
twischen elben an twelben nn rede dengeist, dei wedder da was, 
an, an sproki In'n uamen gottes, frue. wammme ligt sei nich in geweihter 
stidde ? De frue aber antwor'e : Dei trüuen, dei dat kindesoge up'r matter 
do'enhemd wuent, dräget nich, se brennet un naget in den kol'en herien, 
dat et wedder wann werd, un latet in'n grabe keine ruhe! — .'ftark ver- 
breitet ist die sage im hohen norden^ eine altschwedische ballade trSgt den 
lilel „Herr Clf und Frau Silberlind" (Altschwedische Baliaden, Mährchan 
und Schwanke sammt einigen ditnitcheii Volksliedern übersetzt von Göttlich 
Hohnike 1836) : Herr Ulf nimmt eine zweit« fran, die mit den kindern der 
ersten schlecht amgeht: 

Frau Stineborgs kinder gingen zum spiel, 

Frau Öilberlinda kinder weineten viel. 

Das kleinste kind, es weinte so schwer, 

Dal's es weckte die inntl*r in der schwarzen erd*. 

Frau Silberliud sprach zn den engelscharen: 

„Uab ich erlaubnis zur erde zu fahren':"' 



7(3 I. SPRACHE U. LITERATUR. 

^Wohl hast du erlaubnis znr erde zu gehn, 
Doch kehre zurück, eh die hähne krähn." 
Sie klopft an die tür mit den fingern klein: 
„Steht auf, liebe kinder, und lafst mich ein!*^ .... 

In dem roman der Unterhaltungsbeilage zur „Täglichen Rundschau^ 
(20. März 1907), „Der Pfarrer von Wetterberg" von Karl von Schimmel- 
pfennig kommt die stelle vor: „15. Oktober 1798. Ich habe mir einige der 
gedichte abgeschrieben, die kollege Balk aus dem Nordischen übersetzt hat 
und will sie dieser meiner chronik einverleiben . . .". Darunter befindet 
sich j,Fn\n Silberlind", wozu er später bemerkt: „Und wie ergreifend 
schildert das zweite karmen die mutterliebe, so selbst grabesfesseln sprengt, 
wenn das geliebte kind leidet. Balk sagt mir, davon eristiere noch eine 
andere dänische fassung, die noch schauriger, aber auch dieses regt an." 
Ja, die sage verherrlicht eben die alles besiegende mutterliebe! Die dänische 
volksballadc , auf die hier angespielt wurde und die es selbetverständiich 
gibt, wurde bekanntlich meisterhaft von Longfellow übersetzt und als „The 
Mother's Ghost*" in den „Tales of a Wayside Inu" dem musiker in den 
mund gelegt. 



In the evening late they cried with cold, 
The mother heard it under the mould. 
The woman heard it the earth below: 
.,To my little children I must go". 
She staudeth before the Lonl of all: 
^And may I go to my children small?^ 
She prayed him so long, and would not cease, 
Until he bade her depart in peace. 
.At cock-crow thou shalt return again: 
Longer thou shalt not there remain! 
Sie kehrt nun auf die erde zurück und pflegt und hegt die kinder; aber 

.Now crows the cock with featheis red: 
Back to the earth mnst all the dead. 
.New crows the cock with feathers swart: 
The gates of heaven flj wide apart. 
.Now crows the cock with feathen white; 
I can abide no longer to-night.~ 
In neuerer zeit hat Borries von Münchhansen die alte dänische volks- 
Kallade übersetzt, ^Die tote Mutter*, und in aeine baUadensammlnng auf- 
gen%>Bn;en: diese tlelle $%>: 

Spricht g\^tt: .Der hahn am morgen ruft. 
Dann bist du wieder in deiner gruft!*" 



Jeut kräht der bahn, der hahn ist rot« 
Jettt muL^ ich fort ich bin ja tot! 
Jeut kräht der hahn. der hahn ist gram. 
^«xmTateT uiiat meine zeit g«Ban! 
}t\iX kräht der hahn. der hahn m weif«. 
Eine n»^ndev'ke hebt sieh Im.- 



I. SPHAOHE LT. LITERATUR. 



77 



Über die drei hähne siehe noch weiter unten. Die dfiniscbe TolkBbkllade 
weist noch eine beachtenswerte stelle nnf, die Münchliansen so libertiF'txt : 

Und als bei nacht durchs dort sie schlicli, 
(die tote matter) 

Die hnnde heuUeo so schauerlich .... 
Binier Ubersetct: 

Als sie ging das dorf entlang, 

Da heulten die hunde, erschreckt und bang .... 
Bei I/ODgfellow lautet die stelle; 

Aa through the village ahe flitted hy, 
The watch-dog» howled aload to the skry. 
Diese stelle bringt einen underen Volksglauben zum ausdruck, nämlich den, 
dars tiere die geiater witterni Gostitv Freytag hat sich diesen Tolks- 
glanben eu nntze gemacht; sein roman „Aus einer kleinen Stadt" weite 
TOD einem spuk, dem bruunenweibe zu erzählen, in langem weifsen ge- 
wande versinkt sie; die sohafe wissen besoheid, es geht selten eines bis 
za den steinen, und der hund weifs e» auch, er winselte die ganze 
nacht .... Verknüpft erscheint die sage von der toten wiederkehrenden 
matter mit der verbreiteten sage vom tiirmer, der dem toten sein hemd 
stiehlt, in dem gedieht von Heinrich ViehofT, ,.Der TUrmer von Bnrgeis" 
(nach der Tyroler sage) .... 

. . . und sieb! schon wjedemm regt sicb's 

Dort unten im grab, und langsam bewegt sich's 

In schleppenden totenkleidem hervor, 

Sie hängt und breitet die tUcher und bSnder 

aeschäftig entlang am mauergelfinder, 

Auf leicbensteinen und gittertbor . . . 

Die witchnerin läfat es im grabe nicht. 

Sie übt, wann mitternächtige stunden 

Vom bleiernen eclilaf die glieder entbunden. 

Fürs neugeborne die mntterpllicht 

Sich zur rechten seit erinnernd, divis die geister den laut der gloeken 
nicht hären kOnnen, schlftgt der diebische tGrmer in seiner angst mit dem 
klSppel an die gloeke, nnd das nachfolgende gespenst starzl zerschellend 
in die tiefe. ') Bekanntlich hat auch Goethe die türniersage in seiner 
ballade „Der Todtentanz* behandelt: 



') Glocken, auch andere heilige, geweihte dinge, kreuz, hoatie, kitchen- 
tören n, dgl. sind geistern und gespenstern verbalst und vertreiben sie. Zn 
dieser bemerkung einige dichterische belege. So verleiht Mepbistophelea 
(.Faust" II) seinem Widerwillen ausdnick: 

Wer läugnet's! jedem edlen ohr 
Kommt das geklingel widrig vor. 
Und das verfluchte bim-baum-bimmel .. 
Heine äulsert sich so im „Atta TroU" : 

Niemais dringt dorthin das blJSde 
Dumpf laug wcil'ge glockenlSuten, 




[. SPRACHE C. MTERÄTÜB. 



Der thUrmer, d«r ichant in mit 



Hinab aof die gj&ber . . . 

Da regt sich ein grab nnd ein anderes dann; 

Sie kommen hervor 

Die glt>cke, sie donneit ein mächtiges «im, 
Und unten iserachellt das gerippe. 
weil jetüt die eeisteistnnde, vou EWöIf bis eins, nacii dem niten Yolks- 
glanben abgelaufen ist und die geister zurück sein mUssen. In vielen 
Bagen und dicbtungen wird diese zeit angenommen; ein oatfriesisches 
Sprichwort lautet: „TUscheu twalf an een sunt olle Dlivels to Been." 
Shakespeare hat den alten glauben für die „Herr; Wivea of Windsor* 
nutit (IVu.V>: ~ 

There is an old tale gocB, thal Herne the hunter, 
Sometime a. keeper here in Windsor forest, 
Doth all the winter tiroe, at still raidnight 

Walk ronnd about an oak 

You have heard of such a apirit 

Hark, good mine Hott: 

To-night at Heme'B oak, just 'twist tweWe an 
Unat my sweet Nnn preeent the fairy qaeen . . . ■ 
Away! disperse! But, till't is one o'clack, 
Out dance of cnstom, ronnd about the oak 
Of Herne the bunter, let us not forget, 
lu der samintuug „52 ungedruckte Balladen des 16-, 17. n. 18. Jahrb." 
F. W. von Ditfuhrt, Stuttgart 1874, findet sieb in „Vortans und NaohtHH" j 
dieselbe teit angegeben {die tote mntter erscheint dem mädclien): 



idsor* be- 

I 



Jene trüben bnmm-bamm-klänge, 

Die den f een so verhakst 

Und du folgst dem wilden heenng 
Mit Dianen und Abnnden. 
Mit den heitern jagdgenossen. 
Denen kreni und qaal rerbaf«t istl 
Wir haben bei diesen stellen der beiden dichter nur den allen volksglanben 
im äuge! F. W. Weber sagt in seinem epos „Dreieehnlinden" : 
Freundlicli waren sie, die holden , . 
Doch jet&t sind sie ausgewandert; 
Sie rertiieb das glockenlänten . , , 
nud in einem gedieht „Die Zwergfrau": 

Zur waidkapelle, zum frühamt mit 

Die frommen beter der glockenklang. 

Die zwergfrau bCrt es, sie mächte fliehu 

In den tiefsten grund, auf die hOchste fluh 

Als der gespenstische vennsritter in Eichendorffs meistemovelle „Du 

Uarmorbild" den glockenklaug hürt, erschrickt er und stüret ans den 

RUckert beuntzt den volksglaaben in dem erifiblenden auf einer 

ortBsage beruhenden gedickt ,,Das Irrglücklein". Solche „Irrglikkl einsagen* 

kommen in menge vor. 



lisglanben 

1 




I. SPBACHB U. LITERATUR. 79 

Zu nachte, mitter-n achte, die todten kommen sachte — 



Da ichlagt es eine — 

Das mütterlein 

In lüften thät zergehn. — 
Goethes „Todtentanz" rief nachahmnngen hervor; als eine solche be- 
trachten wir Joh. N. Yogis ballade „Die Friedhofsschenke" (da kein gast 
kommen will, so ladet der wirt die Toten zn gaste): 



Da h&mmert's nnd — eins — weis't die nhr an der wand, 
und fort holpert alles, nnd stolpert nnd flieht 
Hinans nach den gräbem, blntneblicht nmglüht . . . 
Anch hier ist die geisterstnnde mit dem glockenschlage eins zn ende, 
ebenso noch in zwei anderen bailaden Yogis, „Herrn Gnnther^s Kampfzng'' : 

Da schlägt es eins im fernen thnrm, 
und sieh' urplötzlich schweigt der stnrm, 
Yerschwnnden ist die grimme schar .... 
(das totenheer nämlich, das Günthers feind verfolgt). „Der nächtige 

Reiter zn Prag": 

Mit einmal schlägt*s, — vom thnrm dröhnt es eins ... . 
Und sie, verschwunden ist der reiter dort . . . 
(eine nachahmnng von Bürgers „Lenore"). Im achten traumbild Heinrich 

Heines heifst es: 

Da scholl vom kirchthnrm „eins" herab. 
Da stürzten die geister sich heulend ins grab, 
(ein totentanz, der wieder an Goethe erinnert) und im „Atta Troll": 

Was ich sah zu jener stunde — 
Zwischen mitternacht und eins — 
(die wilde jagd nämlich). Wir erwähnen noch ein gedieht von Luise von 

Ploennies (1803—1872), „Die Geschwister von Eyck" : 

Da horch! schallt die glocke im alten türm. 

Und zwölfmal schlägt sie, — *s ist mitternacht — 

Beim zwölften schlage ist alles erwacht 

In der Kiypte von St. Bavo 

(die leichensteine rollen herab, aus den grüften erhebt sich die tote schar) 



Da rasselt das uhrwerk im alten türm 
Die glocke schlägt eins — und mit dem schlag 
Mufs enden das werk — 
und ein gedieht in ostfriesischem platt, „Unner de Oldenhörger Earkhofs- 

linde*^: 

Wen de maan schynt un de steerens flimmert. 

De klokke twalf sleit un de karkhof schimmert 

Un weg is *t jümmer mit klokslag een .... 
(die ungerechten richter nämlich, die nach dem tode keine ruhe haben ; das 
gedieht ist den „Dichtungen un Spreekworden" von Karl Tannen, Leer 1892 
entnommen und behandelt die bekannte, auch sonst vorkommende sage von 



80 I. SPRACHB D. LITEEATüB. 

dem uiuchaldig hiDgericIiMtaii m&dcbenV Einige bumoristische dich- 
InDgeii. ^Ein TergnügungsBÜchtiger Geist" (.Fliegeude BlätWr" vom 

17. August 1906): 

Drin föliit er vergnügt Ewiscben dach nnd parterre 
Von xwülfe bia eins jede nacht bin und her 
(der bnrggeiBt im eingefflhrten lift). „Da« Wolle-Einfiideln'', eine niitter- 
nBchtige ballade (15. Man 1907). „Spuk" („Eliidderadatfich" vom 15- No- 
vember 1906). In den komischen romanen A. v. Wintertelds, „Das Spnbe- 
batiB" und „Das alte EnJemeat" gehen der gespenatische Schneider nnd 
Wirt ebenfalls von kwOH bis eins nm. 

Seltener ist die stände von elf bis ewüIT den geisteni ingemesBen, 
doch Undet anch sie sieb, wie wir gesehen liaben. Diesen anfang der geister- 
stunde kennt z. b. noch der nachtwA(^ht«r in Wagners „Heistervingern": er 
singt im zweiten mfe: 

... die glock' hat eilfe geschlagen, 
Bewahrt euch vor gespenstern nnd spnck, 
Dais kein böser geist enr' seeV bemck'! . . . 
Es ist in der jobannesnacht ' (SchluTs folgt.) 

Wilhelmshaven, Ang. Andrae. 



II. UNTERRICHTSWESEN. 
Krons Taichengrammatiken. Englische Taschengrammatik des Nö* 

tigsten. Von Dr. K. Krön. Professor. Freibuig (Baden), J. 

Bielefelds Verlag 1907. 80 s. M. 1,25. 
DaJ's jemand nach einem laschen Wörterbuch verlaugt, ist 
wohl zu verstehen; wer sich in geschäfteii oder zum vergnügen 
ins ausländ begibt, will sich nicht mit einem dicken bände 
schleppen. AVeuig einleuchtend aber ist es, dafs jemand das 
bedürfnis haben sollte, eine winzige grammatik in der tasche 
zu tragen — es miirste denn ein priifling sein, der in der 
klausurarbeit seinen grammatischen kenntnissen mifstraut 
Die fassung der regeln wird manchen begründeten widersprach 
hervorrufen, z, b. s. 11 : that bezeichnet das gegenteil von this; 
s. 13: further hat als positiv fore, nicht far\ s. 15 auf first 
„zuei'st" folgen then und last (das prädikat bleibt dreimal das- 
selbe); 8. 19: die Ortsbestimmung mufs, die andern adverbien 
können dem verb folgen; s. 21: of me ist nur nach o/'-verben 
statthaft ; s, 22 : die akkusative wfiom, uihieh, that können aus- 
gelassen werden; 8.32: ought io ist das Präteritum zu must; 
s. 55 : die aktive form des infioitivs (bei passivem sinn) ist 
zulässig „nach" tu Uame usw. Die gelegentlichen eskurse 




II. 0NTEKRICHTSWE8EK. 81 

in die historische grammatik entsprechen nicht dem zwecke 
des buches. 

Fi'ankfurt a/M. K. Lincke. 

Echo Ol Spoken English. First Part: Childrcn's Talk, bv Hob. 
ShJndler, M. A. London. PkoneÜc Transcription by Herbert 
Smith, M. A., Ph. D. Marburg. N. G. Elwert. 1908. VIII 
u. 73 s. 
Die in phonetischer Umschrift gegebenen gespräche be- 
handeln die trivialitäten des faniilienlebeiis und bieten geringe 
sprachliche Schwierigkeiten. Kinder, die auf dem lande auf- 
wachsen, sind diehauptsprecher; ihre eitern und ihre erzieherin 
stehen ihnen rede und antwort. Das einerlei des landlebens 
wird durch eine reise nach London unterbrochen. So wird 
der Wortschatz des täglichen lebens ziemlich erschöpfend be- 
handelt. Das lautsclu'iftliclie aiphabet ist das der Association 
phon^tique internationale, mit geringen abänderungen (ij statt 
(';, mm; st. m; etc.). Grundsätzlich ist es ja ein mangel, dafs 
die Umschrift einzelwörter gibt, nicht die wortgruppen, in die 
der satz in natürlicher rede zerlegt wird; wer aber diese 
gruppen in Sweet's Elementarhiich studiert hat, kann beur- 
teilen, welche Schwierigkeiten ihre eutzitferuug bereitet. Sie 
sind nur für vorgeschrittene. Für anfänger ist die Smith'sclie 
methode vorzuziehen, umsomehr als der text nnr in lautschrift, 
nicht auch noch in gewölinlicher Orthographie gegeben wird. 
Die lautschrift ist sehr sorgfältig ausgeführt und ge- 
druckt; druckfehler finden sich so gut wie gar nicht, was 
eine unbedingte notwendigkeit für phonetische texte ist In 
der Überschrift zu kap. XXIX steht di für (fT. S. 42, z. 10 
scheint die kurze form gmm st. ijruwm als allgemein üblich 
empfelJen zu wollen (vgl. Sweet's rum = room). Kleine In- 
konsequenzen sind bei solcher arbeit wohl schwer zu ver- 
meiden, 80 der Wechsel zwischen steifan und steifn (s. 31), 
dtrekÜX und darekilt, indg» (s. 41, z. 22) und indjan (s. 42, z. 25), 
fa und fö. Dieses ö ist in der vokalliste s. VIT wohl aufge- 
führt, aber durch kein beispiel erläutert, sodals der leser über 
die natur des lautes im unklaren bleibt. Für j : a (^a) steht 
durchweg ».■, also ww;, biß: etc. In soti Shtsrntn (s. 56, z. 22) 
scheint mir das h übei-flüssig, oder der akzent müfste zwischen 
fi und /( gesetzt werden. S. 65, z. 8 ist die länge der zweiten 

AagUm BilbUit XIX. {^ 




a2 n. ÜNTEBHICHTflWESEK. 

Silbe in kywe.t befremdlich. Es wäre wünscbenswert, dafs das- 
jenige wort, das im satze den hauptton trägt, durch doppel- 
akzent bezeichnet wüi-de. — Dem zweiten teile des niitzUcben 
baches ist mit interesse entgegenzuselien. Wer wert daranf 
legt, sich eine möglichst richtige ausspräche des Englischen 
anzueignen und besondei-s über die schwachen formen der nn- 
betonten Wörter klarheit zu gewinnen, wird aus dem vor- 
liegenden und ähnlichen büchern grofsen nutzen ziehen. 
Frankfurt a^M. K. Lincke. 



FrejiAgs Satnmlang b-aazöilsclier nnd englischer 
Schriftsteller. 

A Selection trom Oliver Goldsmith. Für den Schulgebranch 

herausgegeben von Dr. A, Stoeriko, Direktor der Höheren 

Mädchenschule zu Giefsen. Mit einem Titelbüde. Preis: 

geb. 1 M. 50 Pf. = 1 k 80 h. 144 S. 

Seleclions from Lord Byron's Poems. Für den Schulgebrauch 

herausgegeben von Dr. Albert Hermiann, Oberlehrer an der 

Zwölften Realschule zu Berlin. Preis : geb. 1 M. 50 PI = 

1 k 80 h. 135 S. 

Edward Lytton-Bulwer, Money, a Comedy, Abridged and an- 

notated for school use by Dr. Gustav Krueger. Price: bound 

1 M. 20 Pf. = 1 k 50 h. 103 S. 

Thomas Carlyle, (two Lectures on) Heroes, and Hero-Worship. 

Selected and annotated by Louis Hamilton, English Master 

iu Ihe Oriental Seminary, University Berlin. With one 

Vignette. Price: bound 1 M. 50 Pf. = 1 k. 80 h. 130 S. 

Samuel Rawson Gardiner, Ofiver Cromwell. In gekürzter Fassung 

für den Schulgebrauch herausgegeben von A. Greff, Oberlehrer 

an der Humboldtschule in Hannover -Linden. Autorisierte 

Ausgabe. Mit 1 Titelbild und 1 Karte von England nnd 

Wales. Preis: geb. 1 M. 40 Pf. = Ik 70 h. 134 S. 

[Leipzig, G. Freytag, G. M. B. H. nnd Wien, F. Tempaky, 
1907.J 
Aus den werken des Oliver Goldsiuith. eines der we- 
nigen älteren dichter, die noch immer mit interesse an unseren 
schulen gelesen werden, sind von dem heransgeber folgende 
proben ausgewählt worden : „The Traveller" (ganz) , „l'he 



^ 



n. ONTEBRICHT8WE8ES. 83 

''Tfeterted Village" (um ein drittel gekürzt), vier briefe aus den 
^Leiters front a fXtocH of the World" und ,7'Ae Vicar of 
Wakefifld" (ätark verkürzt, aber doch 70 selten umfassend). 
Die „anmerkungen" zu diesen proben sind vollkomnien zweck- 
entsprechend, der druck des ganzen buches ist tadellos. 

Jede schule wird wolil ein Jahresdritte! des englischen 
Unterrichtes dem genius widmen können, dem Goethe „so viel 
schuldig geworden". 

In den „Seleciions front Lord Byron's Poems" ist natur- 
gemäls dem grofaen gedichte „Ckitde Harold's Filgrimage" 
als dem hauptwerke Byrons der löwenanteil zugefallen. Denn 
aus den vier büchern desselben sind nicht weniger als 15 
längere stellen (s. 15 — 53) abgedruckt worden. Darauf folgen 
The Prisoner of Chülon (s. 54— Ö6), The Lament of Tasso 
(s. 66 — 74), einige perlen aus den Hebrew Melodies (s. 74—78), 
ein paar lyrische abschnitte aus Tke Corsair (The Piratc's 
Song, Sunset and Moonrise in Greece), The Bride of Abydos 
(Know Ye tJie Land), The Giaotir (Cime of the ünforgotten 
Brave). Den seliMs bilden das ergreifende Fare thee well 
und des dichters schwaneugesang Tis time this heari shoiild 
be unmoved. 

Die arbeit des herausgebers besteht in einem warm ge- 
schriebenen lebensbilde Byron's, worin sehr ansprechend die 
einzelnen phasen seines reich bewegten lebens mit den akten 
eines dramas verglichen werden, und in den reichhaltigen 
„anmerkungen" (s. 88 — 133), io denen es dem heraosgeber 
gelungen ist, alle schwierigen stellen, an denen die texte 
ziemlich reich sind, sowohl in sprachlicher als auch in sach- 
licher beziehung aufzuhellen. 

Das büchlein entspricht vollkommen den anforderungen 
an eine gute Schulausgabe und ist daher bestens zum schul- 
gebrauche zu empfehlen ; der druck ist korrekt. 

Bulwers lustspiel „Money" ist, obwolü im Jahre 1840 
erschienen, noch immer auf der englischen bühne lebendig und 
verdient daher, auch unseren schillern zur lektilre vorgelegt 
zu werden. Der grund der beliebtheit des Stückes ist die 
darin enthaltene ewig wahre lehre von der anziehungskraft 
des geldes: Evelyn, ein armer Schreiber, der plötzlich Universal- 
erbe eines reichen verwandten wird, sieht sich von allen selten 



84 n. DNTEBEICHT3WK8ES, 

umworben, und sein brotherr, Sir John Vesey, bietet ihm 
sogar seine schon mit einem andern verlobte tochter an. Da 
läfet er das gerücht aussprengen. daJs er durch unBinniges 
spiel sein ganzes vermögen verloren hat, worauf sich sofoil 
alle freimde und bekannten, dai-unter Sir John und seine 
tochter, von ihm abwenden; nur seine base Clara bleibt ihm 
auch in seiner vermeintlichen not treu und wird seine gattin. 

Die en^iadt geschriebenen anmerkuiigeii enÜuJteii alles znr wort- 
nad ncherkltnuig des t«it«» nötige. Filr die äpracUiche riditigkeit der 
.JnwohrtMMu' bflrgen eowohl der nauie KrDgren »Is anch der des Eng- 
linden Lonis Hunillon, der die BnmerkongeD änrchgesehen bat. 

Der druck eotliUt Eiemlicli viele versehen, deren einige hier ange- 
merkt werden mügen: S. li, z. 43 Juk, b. 6, t. 33 aqnaiHtOMW (ebenso s. 9() 
in der uuneikong dun), s.9, i- 63 adrtss, a. 67, 1. 160 ist. a. 71, s. 15 and 
rncA, s. Sä z. 87 i»t, B. 83. >. 25 if Ott loortt eomt to Vte Kor^ (t. 102 in 
der uuneiknng dasa richtig: eomt*'.). a. 67 ye (K. yd). 

Bolwers „Moncy*, das in dieser Schulausgabe natOrlich 
entsprechend gekürzt ist. eignet sich als klasseulektüre für die 
oberklassen aller höheren knaben- und mädcheuschalen. 

Thomas Carlyle. der sprachgewaltigste kritiker, pbilo- 
soph und historiker nach Uacaular. dnrfte unseren schulen 
nicht fernbleiben; allerdings kann er wegen der schwierig- 
keilen, die er seinen lesem bietet, nur der obersten stnfe vor- 
behalten werden. Mit grofsem gesdimack hat der heraus- 
geber, Louis Hamilton, aus dem bache 'On Ueroes, Hero- 
\\'orship and The Heroic m Hislory", das ans sechs vortragen 
besieht , die Carlyle im jähre l&tO in London gehalten hat, 
die «wei interessantesten kapitel. nämlich 'Tke Hero as Poet" 
und -The Hero as King" ausgewählt. In dem ersten kapitel 
g»ht Carlvle nach einer einleitong, in der er die dichter neben 
die Propheten stellt uod die po^e masikalisches denken 
(•mHiital TkMtgkt') neuui. daran. Dante und Shakespeare 
u&her lu betrachtai. Beide sind ihm beiden. Sänger und 
pn>lthet«n in einer persun. doch bSreu wir. welchen rergleich 
•r iirisekea büdea nAti & 35, i. 13 ff.: ,As Dornte, tke 
/Mhm mmh, ttma s«mt mit mit worU fe tmtboäf «m riniBy Oe 
AriVMii ef At JtfHUb A^ts, tke JU^mw of <wr Modem 
RenpK •** Itttr Life,' M Skmtifttn^ w€ maf aag, mbeiUes 
/kr w O« Omttr Life »f mv Emtft «s imhpti Acn, Ut 
d d tmlr in , «emHttm^ kmmmn, emUUmis, tHttd pnttieal wog of 
ik imkiin f , McfH«, l»tim $ et CW mrW, men tkem iod." Was 




II. UNTEKRICHTSWESICN. 



85 



Carlyle über Shakespeares Unsterblichkeit sagt, ist das schöusLe 
und erhabenste, was je ein begeisterter Shakespeare-kenner 
gesprochen oder geschrieben hat. In dem zweiten kapitel 
bespricht Carlyle Cromwell und Napoleon; jenen ninunt er 
in schütz gegen ilie vorwürfe des ehrgeizes und der falschheit 
und hält ihn für gröfser als den französischen eroberer, 
bei dem schliefslich das marktschreiertum die oberhand ge- 
wonnen habe. 

In den „Annotations" (t. 100— 127j hat sich der heransgpeber seiner 
nnfgabe, einen gcliwierigen eoglischen teit deutscheu achülern englisch xn 
erklären, auf dos gewiss enhaftcste entledigt. 

Leider uhiTb heirorgehoben werden, ddls der druck aebr schlecht über- 
wacht worden ist, da eine nnzoU fehler stehen geblieben sind, von denen 
hier nnr die stCrendsten angeführt werden mügeu: s. l'J, s. 15 a these (statt 
at these), a. 29, z. 13 reculi (st. resuit), s. 36, e. 33 was aftoJwb (!), s. 38, z. 9 
is (»t kiai OK» force, s. Vi he as (st Aas), s. 39, z. 37 meam (niea.t), b. 43, 
z. 13 Sbekspeare (1), n. 49 The dar of all ilte Butstas (et. Eiusians), s. 52 
a denn« (at. rfi'rnw) eirtue, e. 57 Scfjttial (st. üc^lical), s. 57, z. 5 find in 
(8t. >■() vtrt/ natural, a. 65, z. 12 centtaii/ (bL cathtry), z. 16 at is wtrr (at 
as ü icare), 9.71, b.6 iiided, a. 82, «.31 a (st as) iU hopeleas problem, 
8. 83, z. 29 Ulis (8t. hin) Cause, s. 93. z. 11 jf/ace (at glance), z. 30 or (st. 
our) dumb l'rQphti, a. 108 (zu 28, 19) g!rt (st. girl), B. 110 (»n 36, 6) Siral- 
ford-on-Aroii, s. llß (zu 54, 3-() prest (st. presa). 

Von allen englischen historikeru nach Carlyle hat Gar- 
diner am meisten partei fiir den grofsen puritaner ergriffen 
und sich bestrebt, sein andenken von allen irrtümern, die 
Crorawells gegner über ihn verbreitet haben, zu befreien. In 
diesem sinne ist Gardiners im jähre 1899 erschienene bio- 
graphie Oliver Cromwells, die hier in gekürzter fassung vor- 
liegt, für die geschichte des puritanismus und ihres fühvers 
von auCserordentlicher Wichtigkeit. Nui' will es dem referenten 
scheinen, dafs diese schrift, die vielfach weniger auf die reiu 
persönlichen erlebuisse und die kriegerischen taten Cromwells 
als vielmehr anf seine politischen und religiösen kämpfe mit 
dem Parlament, das heilst auf da.s ringen d&s puritanismus 
mit dem presbyterianismns das hauptgewicht legt, unseren 
schalem nicht dasjenige Interesse einflöfsen wird, das ihr die 
Engländer von natuv aus entgegenbringen; jedenfallß hätte 
der 118 selten starke text noch vielfache kürzungen vertragen. 

Die „anmerknngen", ilie zu dem nicht schweren lest nötig waren 
(a. 119—129), besteljcn meiat aus sai'hHciicn erklBmugen . die einwandfrei 
sind. Dankenswert ist dos Verzeichnis der eigenuameu mit angäbe der 




II. UNTEBBICHTBWKHKN. 



aoiapraciie denelbeu. Im teste finden sich einige ilmrkfebler, 
a. 19, B. 29 aaäiiers, a. 33, z. 24 ommission. s, 34, c. 13 nursUd nsi 



Daa büchlein kann in guten oberklassen mit erfolg ge- 
lesen werden. 

Wi^, Dezember 1907. Job. Ellinged 



S. D. Waddy, The English Echo. A Practica! Guide to English 
Conversation. 25. Aufl. Neubearbeitet von John Ch. Limschou. 
Stuttgart, Wilh. Violet, 1907. VI + 128 S. Preis 1,80 M, 
Charles Lawrence, A Merchant of New York. Englische Novelle 
für den Sprachuiiterricht an Keatanstalten , Handelsäehulen 
und Privatiostituten. Herausgegeben und mit ÄnmerkuiigeD 
versebeu von Georg Kluge. Stuttgart, Wilh. Violet, 1907. 
Vm + 158 S. Preis 1,80 M. 
From Lincoln to Mac Kinley. Forty-one l'ears of Ute Uistory 
of ike United States (1860—1901). Mit Anmerkungen zum 
Scbulgebrauch herausgegeben von Prof. Dr. P6ronne. Vel- 
hagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig, 1906. 108. Liefenmg 
der "English Anthoi-s", 
Lives of Eminent Explorern and Inventors. Ausgewählt und mit 
Aumerkun;-^eii zum Schulgebraucli herausgegeben von Dr, Aug. 
Sturmfela. Velhagen & Klasing, Bielefeld imd Leipzig, 1907. 
113. Lieferung der "English Authors". 
Die neubearbeitung: der Jubiläumsausgabe des wohlbe- 
kannten und bewährten "English Echo" von S. D. Waddy ist 
durch John Ch. Limschou in glücklichster weise besorgt worden. 
In berUcksichtigung der tatsache, dafs auch die Umgangssprache 
im laufe der jähre eine andere färbung annimmt, erfuhr der 
Inhalt eine zeitgemärse Umgestaltung. Auch fanden alle be- 
merkenswerten erungenschaften auf technischem und .sozialen 
gebiet gebührend erwähnung, so dals man mit recht behaupten 
kann, in den sorgfältig ausgearbeiteten, munter dahin spru- 
delnden dialogen ein treues Spiegelbild „täglicher Unterhal- 
tungen in haus und familie. in gesell»cliaftlichem verkehr und 
auf der reise" vor sich zu haben. Auch dein Zeitungs-Englisch 
ist in einein anhange rechnung getragen worden. Die anzahl 
der kapitel ist um 38 vermehrt. Eine münztabelle, ein falir- 
plaa nnd eine karte von Grofsbritannien bilden willkommene 




II. UNTEREICHTBWESE». 



87 



Ein angefügtes englisch-deatsches wÖrterheft mit 
gewissenhafter aussprachebezeichnung nach der methctde Schlie- 
mann macht das treffliche biichtein noch brauchbarer. Es 
kann bestens empfohlen werden. 

Zur einführuug in die spräche und in das leben der mo- 
dernen knlturvölker, zunächst Frankreichs, Eudglands und 
Amerikas, hat der gleiche, rührige verlag (W. Violet in Stutt- 
gart) „fremdsprachliche lerntexte" von einheimischen kräften 
verfassen lassen. Die „Sprachnovelle", die uns mit Amerika 
näher bekannt machen soll, liegt mir zur anzeige und be- 
sprechung vor. Der titel "A Merchant of New York" ist in. e. 
wenig glücklich gewählt. Es ist eine jener abenteuerlichen, 
zum teil der Sentimentalität nicht entbehrenden geachichten 
des sich emponingeus eines wacki'en hurschen bis zum wohl- 
habenden kaufmanne. Mit eclit amerikanischer Schnelligkeit 
entwickeln sich und verlaufen die einzelnen episoden der er- 
zählung. Ist der literarische wert gering, so bietet andrerseits 
der Stoff gerade durch die buntheit der ereiguiase hinreichend 
gelegenheit zur Schilderung amerikanischer charakterzüge. 
Selbstverständlich macht uns der leicht lesbare text mit vielen 
Amerikanismen bekannt. 

Die anmerkungen zum texte, die meist nui' aus Über- 
setzungen einzelner Wörter und Wendungen bestehen, nehmen 
elf Seiten ein. Dankbar zu begrüfsen ist ein anhang, der das 
leben und die einrichtungen New Yorks beschreibt. Ein wörter- 
lieft ist dem büchlein nicht beigegeben. 

Einer darstellung der kulturbestrebungen Amerikas ist das 
dritte bändclien gewidmet. Unter der aufschrift From Lincoln 
to Mac Kinley bildet es gewissermafsen die fortsetzuDg des 
schon früher in gleichem Verlage erschienenen werkchens: 
"The United States. Their Origin and Growth." Die vor- 
liegende textsammlung will besonders „die zeit des blutigen 
ringens zwischen nord und süd und den darauffolgenden un- 
vergleichlichen aufschwung von ackerbau und Industrie und 
endlich die entwicklung der Vereinigten Staaten zu der ge- 
waltigen weit- und kolonialmacht" schildern, zu der sie sich 
im laufe der letzten Jahrzehnte emi>orgeschwungen haben. 

Der dargebotene stoft stutzt sich hauptsächlich auf das 
ausgezeichnete werk von Edw. Channing: "A Students' Hiatory 
of the l'nited States." Weitere entlehnungeu aus anderen 




i 



ü 



?fl 



IL ÜSTEBBICHTSWESeX. 



Terfuscm sind m der eiiil«itaBf veneichnei. Die aoswabl 
der einzeloeD Abschnitt« Terdient lob. Übersichtlichkeit nnd 
klarheit, die noch dnrch kleine kartenskizzen gesteigert werdeiL 
zeicbceD das bachlein vor allem ans. Die anmerkiingen , die 
anch kürzere ergänznngen zmn texte selbst enthalten, scfaeinea 
ausreichend zn sein ; die Ameritanismen sind besondOTS kennt- 
lich gemacht. Zor erleichtentng der lektöre ist aach ein 
kleines spezialwSrterbuch erschienen. 

Beschäftigt sich das eben besprochene bündchen ams- 
schlielslich mit der gescbichte und dem aofblühen der Ver- 
einigten Staaten, ao wollen hiswiedemm die 'Lires of Eminent 
Explorers and Inrentors" auch anderer Völker anteil an den 
errongenscbaften modemer knltur in gerecht rerteiltem lichte 
zeigen, t'nter den henorragenden entdecken) werden uns in 
ihren haupttaten vorgeführt : Walter Raleigh. Cook. Livingstone. 
Stanley and Nordenskjöld. Die rulmiestaten nnsrer eignen 
grorsen landsleute wurden deshalb imberücksichtigt gelassen, 
weil sie „sich nur in deutschen darstellungeu vollauf gewürdigt 
finden *-. 

Unter deu erfindem dagegen sehen wij' auch Büttger nnd 
König nach den gerechten und würdigen darstellungen Smiles' 
eingereiht. Es schliefsen sich an James Walt, Rieh. Arkwright, 
G. StephensoD und James Nasmyih. r>ie teste sind anerkannt 
vorzüglichen Schriftstellern, deren in der einleitung erwälinung 
geschieht, entnommen, jedoch in sprachlicher wie in sachlicher 
hinsieht — namentlich soweit Smiles in betracht kommt — 
nicht immer leicht. Ob daher die beigegebeuen anmerkungeu 
für schöler immer und vollständig ausreichend sind, will ich 
oline einen praktischen versuch gemacht zu haben, nicht be- 
liaupten, jedoch ist augenscheinlich grofser fleifs darauf ver- 
wendet worden. Es findet meinen vollen beifall , dafs den 
Anmerkungen ein index beigefügt ist, der auch die ausspräche 
der schwierigeren eigeunamen enthält. 

Nürnberg. Julius Kiegel. 




I 

J 



tu. NKUK »ULI 



III. NEUE BUCHER. 



3. Erziehnngg- and Uoterrichtswegeu. 
ft) Ällgem eines. 

Handbuch, eiicyklopädiscLes , der Pädagogik. Hng. t. W. Rein. 2- Aufl. 
VJ. Bd. 2 Hillfteii n. VU Bd. 1. Hälfte, VI. Bd. m 8. VH. Bd. a. 1—464. 
Langenfialza, Beyer & Söhne. SntiBkr.-Pr. je 8 M, 

Blumbirg«r (Sohnldir. Schulr. Dr. Frdr.), EinfUhniiig iii die PHdagogUi. In 
3 Tln. I. Seelenlehre n. Denklehre u. ihre Anwendunp auf d. Anrgaben 
iler Erziehg. u. des UntemchtR. 11. Allgemeine EreiehmigB- u. Unter- 
rithUlehre. 2. amgearb. Aufl. vm, 190 s. CöId, M. D^lnDIl^ScllB^lbe^g. 
M. 2,50, geb. 3. 

Muimann (Prof. Fr. S. BndA Allgem. Erzieliuugilehi'e. ö. Aufl. VI, 136 s. 
Paderborn, Schöningh. SI. 1,90. 

DDrr (E.), Eiafühnmg in die Pädagogik. Leipzig, Quelle & Meyer. H. 3,80. 

SchmldliDni (Dr. Han«), Einleitung in die akadeuiBche Pädagogik. 207 b. 
Halle, finchdr. dea Waieenbanseä. M. 3. 

Scbulenlehung, deutsche. Hrsg. t. W. Bein. 2. ScMiih-Bd. a. 267—634. 
Hüneben, J. F. Lehmanu'i Verl. M. 4,50. 

Nauendorll (E.), Moderne pädagogische Slrümungen n. einige ihrer Wurzeln 
im geistigen Leben der Zeit. Progr. Haape. SO i. 

Llndheim (Alfr. v.), Saluti juventutis. Der Zusaramenhaag kßrperl. u- gei- 
stiger Entwic:kelUDg in deu ersten 20 Lebensjahren des Menschen. Eine 
aozial-stotiBtiBche Intersuchg. 1. n. 2. AnH. je XI, 504s. Wien, F. 
Denticke. M, 10. 

Agihd (Eonr.l, Jugendwohl u. JngendrechC. Prakt. W^weiaer einer Kinder- 
u. Jugendfüraorge. XX, 231 a. Halle, Scbroedel. M. 3,25. 

Schrlllir (Lehr. Loui«), Wie künneu wir znm Glücke anaerei Kinder bei- 
tragen':' Vortrag. 29 b. Oranienburg, W. Möller. M. 0,20, geb. 0,40. 

ßurliH (Ludw.), Der Verkehr mit meinen Kindern. 195 b. Berlin, Concordia. 
M. 3, geb. 4. 

Schräg (Mädchenrealacb.-Rekt. Dr. Aruold), Unsere Hildegard. Uedaukeu Üb. 
Mädtheabildg., f ranenbemf u. Frauenbeaiimmuug. 95 b. Bern, Franeke. 
M. 1,60. 

Huiill (Oberstlentu. a. D. Dir. t.), Wer trtet die Schuld? Refonngedankeu 
über die Erziehung der männl. Jugend nach der Eoniinnation, 50 s. 
Stuttgart, Ch. BelBer. M. 0,80. 

WalRiar (Oberl. Dr. Herm.j, Der Weg kuiq Herzen des Schulen. VH, 162 b. 
München, C, H. Beck. Gel. M. 2. 

Biidtnkipp (Dr. Geo,), Schul taugeu ich tse u. MnstenchUler. V, 232 s. Jena, 
Coetenoble. M. 3, geb. 4. 

M«ytr (Kanon. Prof. Wilh.), HelJgitiae u. äitr.liche Probleme f. junge studie- 
rende Männer. Progr. 84 s. Lueem, Räber & Co. M, 0,50. 

Lembarg (Rekt. Ang.), Über Sc bnl wand eräugen im Sinne des erziehenden 
Unterrichts. 3. Aufl. lV,tl<HB. Langeuialza, H. Beyer & SOhne. M. 1,50. 

Wlazar (Rektor H.). Schnlreise u. Charakterbildnng. ICa. Langensalza, 
Beyer & Sühne. M. 0,20. 

Fiichtf (K.), Erziehung u. Naturgefühl. Ein Beitrag sur Kututerziehg. 
94 a. Leipzig, Modernes Verlagsbüreau. M. 1,50. 

GurliH (Ludw.), Scfanle u. Gegen wartaknual. 3Ü b, Berlin-Suhtiiieberg. Verl. 
der Hilfe- Geb. M. 1,Ü0. 




V>) III. NBCE BUCHER. 

Guleoiohn (Eduard), Gniudiätxe, Ziele n. Wege der KmutersiebiiBg. 3d£. 

Httncben, EMiog. M. 0,60. 
Nugl« (F.), Bildende Ennat n. Eniehniig. Beitrag zun Bildimgastrebeu 

der Gegenwart. Progr. Erlangen. 55 s. 

b) Geacbicbte der Pildagogili. 
Schroidir (W.), Plfttoniüche StaaMeriiehnng. Progr. GeeeWmünde. 47 s. 
Chryioilomui, des hl. Johs., Bllchlein tSber Hoffurt n. Eindereraiebnug, saiut 

e. BInmenlese ü\kt JagenileTsiehuiig aue Heüieu Schriften über», u. br«g. 

V. Prof. Dt. Seh. Haidacher. VUl, 131 s. Freiburg i,'B., Herder. 
M. 2,50, 

U Salle. Mayer (Oberi. Ferd.), Der hl. Joh. Baptiäl de USalle, einer äei 

grölsten PäditfOgeii »Her Zeiten n. «eine Stiftnng d. Instituta der Brüder 

der Christi. Schtilen. HI, 64 b. Nardlingen, Th. Eeiachle. M. 1. 
Gemenlus <Juh. Anios), Ptidflgogüche Scbriften. 3. Bd. I. Der Mutter Schul. 

n. Didaktische .Ährenlese. Hrsg. t. Prof. Dr. C. Th. Lion. 2. Aufl. SH. 

106 «. Lnugenmlza, Bever & Sebne. H. 1,20, geb. 2. 
— Didactica magna od, Grofse ünterrichlalebre. Mit Einleitg. o. erUa- 

lemden Anmerkgn. ver». t. Sem.-Dir. W. AlteuOller. 2. verb. Aufl. 

XI, 'i66 a. Paderborn, Sehüningh. M. 2. 
Halwig. Siebeck (H.), ChrLatoph Uelwig als Didoklilier. 1G05— 17. Gel. 

Gie&en. 36 e. Lei. 8». 
LscIh'* (John) Gedanken Ober die Erziehaog. Ins Dentsche Üben. a. in. e. 

Einleite, n. erklär. Aanierkgn. vers. v. Prof. Dr. Lndw. Wattendorff- 

VI, 292 9. Paderborn, SohÄningb. M. 2,40. 

Reusinu't Emil, Über«, ni. Bii^raphie n. Kumuentar v. Dr. E, t. Sall- 

wBrk. 4-AQfl. VD, XXU, 2Tös. Langensalza, Beyer & Söhne. M. 3.50, 

geb. im. 
Obradsvli'. Perovii» (M.), Die pidogog. Ansichten des DositheosObradoTii'. 

EinBeitrsginrOesch.der.^nfklämngapädagogik. Di»s. Zürich. '06- 729. 
RschoWi (Frdr. Eberh. v.J sämtliche pOdagog. Schriften hng. v.Schnlr. Dr. 

F. Jonas u. Lehr. Frdr. Wieoecke. L Bd. XV, ä59s. Berlin, 

Beimer. M. 9. 
PutalonPs Lienhard u. Gertrud, f. den Gebrauch der SeminarzCglinge u. 

Lehrer eingerichtet V. Schnlr. F.Wilh. BOrgel. 7. Aufl. VIII, 200 s. 

Paderborn, Schoningh. M. 1,20. 
iMtln. Gnüchtel (e!), IssaklseUu u. sein Verhältnis inm Philanthropinis- 

mns. Diss. Leipzig. 83 s. 
Witlaad. Hamann (E.), Wielaods Bildungsideal. Dias. Leipiig- lä3a. 
Fichtt. Vogel (Dr, Paul), Fichtes philosophiscli-pädagog. Anaichten in 

ihrem VerWItnis in Pestaloxüi. V. 175s. I.aagensalza. Beyer&SShne. 11.2. 



i. Berlin, Bcniher &. BeicLardt. M. B, geb. 3, 
MInch (E. V.). ^chneiderhan (Prof. Job.), Matthäus Konielins t. M^ch. 

ein achwSbiacher PSdagog. 1771—1853. 3. vollst, umgearb. Aufl. '348 9. 

Ravensburff. F. .Über. M, 2,40, geb. 2,80. 
Hwtitrft (Job. Frdr.) säuilicbe WeAe. In chrtinot. Reihenfolge lavg. \. 

K.Eebrbacb. 23. Bd. Bng. v. Otto Flögel. Vm, 351 a. LanseB- 

saUa, B. Beyer &. Söhne, M. o, geb. 6,50. 

— Flügel (0.), Berbart aber Hebte im J. 1606. 20 s. Lugeiukln, 
Beyer & Söhne. M. OÄ- 

(^. Hfl. des Pidagujf. Magaxiuä.) 

— Reiuicke (U.), Herbarts Theorie der Hemmnng^u u. ihre Verwertung 
fllr den Cnlerrieiil. Diss. Erlangen. 61 *. 

~ Fr ü h I i c h {Dt. G.y. Die wi«enM±aftliche P&dagogik Herbart-Ziller-Stoya, 
in ihr^n OrundaBgeu Kenninachaftlich dai^esteUt o. aa Beispielen er- 
Unt«rL Uekidotcr Preis«clirift. K. Aufl. XV. 244 s. Wien, A. PicUeis 



III. HEUE HUUQER. 



91 



) Pädagogik. Wegweiser mir Bihlimg f. deutsche Lehrer. 

2. Tl. Dm Besondere, 6. Anll. Beerb, n. hrsg. y. KbtI Richter. S, 

440 B. Frankfurt a/H., Diesterweg. M. 4, geb. 5. 
— Briefe, im Auftrage des Vorataudea des deutschen SchulmuBenuu m. 

Äomerkgn. hrsg, v. Adf. Rebbuliu. VUI, 156 s, Leiptig, Quelle & 

Meyer. M. 2, geb. 2,C0. 
Monumtnla Qermaniae paedagugica. Begr. v. K. Eebrbach. Berlin, A. 

Hof mann & Co. 

► XXXIX. Cohra (Konsist.-R. änperint. Lic. Ferd.J, Die evangeliKheu 
KatechiirnnsTerguche Tor Luuierg Enchiridion. 5. Bd. Register. 
XV. 212 s. M. 5. 
XL. Delbrück (Frdr.), Die Jugend des Königs Friedrich WUhelms IV. 
r. Preufsen n, Aet Kaisers Wilhelms I. — TagebnchblKtter ihres 
Eriiehers D. {1800—1809). Mitget. v. Ärcbivr, Dr. Geo, Schuster. 
m. Tl. 1808-9. Vm, 387 h. n. UFakBms. M. 10, geb. 11. 
Mitteilungen der Gesellschaft !. deutsche Erxielinng»- u. Schul geschichte. 
Beihefte. Berlin, A. Eofmann. 
m 13. Beiträge zur Geech. der Erziebg. ii. des Unterrichts iaSacbsen. 

^k Hrsg. V. d. Gruppe Sachsen. Inhalt: Ludwig (Frank), DieEut- 

^H stehg. der kursächs. Schalordnung t. 1580 auf Gmnd arcbivaliacher 

^P Stufen. Vm, 176 s. H. 3. 

H 14. Beiträge xar Gesch. der Eraiehg. n. des Unterrichts in PreoüeQ. 

Wiene<^ki.> (Frdr), Das nreuls. Oamisonsdiulwesen. XII, 1169. 
M. 2,50. 

c) pBjfbologie. 
Mstrkalz (Seni.-Lehr. A.), Eiufübrung in die l'srchologie. FUr Scbnie n. 

Selbstbelehrung beatb. VII, 178 s. Halle, H. Schrorfel. H. 2. 
MtUBtann (Prof. Ernst), Vorlesungeu xnr Einflihruug iu die eiperimeut«lle 
Pädagogik und ihre psjcbol. Grnndlagrn. 1. Bd. XVIII, 555 s. Leipzig, 
W. Engelmann. M. 7, geb. 8,25. 
Welodkawltteh (Nicolai), Eine Untersuchung der höheren Geistesftlhi^keiten 
bei ächulkindent. Aus dem Russ. ins Dentscbe Ubertr. r. Fr. Aldinger. 
61 B. BerUn, H. Walther. M. 2, 
Lahmann (Dir. Alfr.) n. Padarsan (Lehr. R. H.;, Das WetWr u. unsere Arbeit. 
Experimentelle Uaterauchungeu üb. den Einflnfs der meteorolog. Faktoren 
auf die korperl. n. seelische Arbeitsfähigkeit. Mit 20 Fig. 106 s. Leipzig, 
W. Engelmann. M. 2. 

(Abhandlgn. znr psychol. Pädagogik hrsg. v. Prof. Menmanu. 2. Bd.) 
Halipach (W.), Technischer Fortschritt o, seelische Gesundheit. M. e. Ueleit- 

wort. Vom BUdnngswert der Psychologie. Gel, Halle. 30 a. 
Jacob« (W.), Übersäe Lernen mit ftulserer Lokalisation. Diss. Göttingen. 61». 
Mlttaniway (K.), über abstrahiereade Apperzeption. Dias. Leipzig. 138 i. 
Wraichntr (Pnv.-Doz. Dr. Artb.), Die Reproduktion u. Assoziation t. Vor- 
stellungen. Eine eiperinjentell-paychol. Uniersuchg. l.Tl. VI, 328 s, 
Leipzig, Barth. M. 10. 
Mauh (0.), Die Assoziation in ihrer Anwendung auf den Unterricht. Diss. 

BaseL '06. 7a s. 
Rollitr (H.), Die Be 

2. And. 25 s. Langensalsta, Beyer & Söhne. .U. 0,30. 
Paulsin (Jobs.), Du Problem der Enipflndung. I. Die Emplindnng u. das 

Bewufitaein. IT, 115 s. GieJsen, TilpelmanD. M. 2,80. 
Mnnirntkl (Frz.), Die Temperamente. Ihre psychologisch begründete Er- 
kenntnis D. piidagog. Behandlung. Paderborn, ScbSningb. M. 4,60. 
d) Gesundheitspflege. 
Verband luns an der VUI. Jahres vire. de« dentscbeu Verei 
heiUpAege am 21. -23, V. '07 in Karlamhe hrsg. v. 
Seiter u. überl. K. Boller. 171s. Leipiig, Teulme 
(Ergäniungsheft isa 'Gesunde Jugend' 7. Jahrg.) 



is f. Schulgesand- 

Priv.-Doz. Dr. H. 

M. 2,35. 




!'2 ni. MEUB BUCHBK, 

Taschmbueh.schulhygieuisclieB, hrsg. V. DD. Mor. Fürs t, Krnsl Pfeiffer. 

Vm, 38i s- mit S Äbbildgn, Hunbnrg, L. Voss. Geb. H. 4. 
Cierny (Prof. MfX Der Arzt als Eraieber des Gindes. Vorlesungen. HI, 

105 «. Wieu, F. Deuticke. M. 2. 
Cholzen (Dr. M.), Sexunlleben u. Greielmng. Vortrag. 37 s. Wien , W. 

Branmülter. H. 0,80. 
Sdtrimm (Bellt. Paul), Sexnelle AnfklSningeii n. die Schale. 36 ■. Langen- 
salza, Beyer & Söhne. M. 0,60. 
Slail (SylvanuB), Weis ein Knabe wissen mnTs. Einzige antoiie. deutacLe 

ÄMg. V. StadtadiulinBp. Dr. P. v. Giijcki. LU, 231 s. Berlin, G«rde« 

& Hödel. H. 3, geb. 3,75. 
Schmidt (E.), Die Schale n. die Alkoholfrage. Progr, Eger. lös. 
Wcfu (Sek.-LehT. Vi".), Die Aufgabe der Schule int Eampfe gegen den Al- 

koholiBinnß. Vortrag. 3. verb. Aufl. 9.— 10. Tans. 31 a. BbmI, Schrifl- 

stelle dea Alkoholgegnerbnodei. M. 0,10. 
Buchnar (Prof. Dr. H.), Die studierende Jagend n. die Alioholfr^re. Eiu 

Vortrag. 13 a. EM. M. 0,10. 
Ehrtnghiui (F.), Der gesnndheiüiche, erzieherische n. patriotiBche Wwt des 

Turnens. Progr. Eupen. 13 a. 4". 
Rardt (Stndiendir. Hofr. Prof. U.), Spielnachmittage. 2. stark Teim. Anfl. 

VI, 139 s. Leipzig, Tenbner. M. 2, geb. 2,50. 
Vogt (Gjmn.-Lehr. Dr. Martin), Jageudspiele an den MitUlachnlen. Vortrag. 

50 9. Hflncbeii. Verlag der ürzll. Rundscban. M. 1,20. 

e) nnterriebläorgauiaatiou. 

Klflln (F.), WtndliDd fP.), Brandl (AI.), Harnack (Ad.), Lniversität n. Schale. 
Vorträge auf der Versammlg. deutscher Philol. n. Schnlmänner un 25. 
DC. '07 zD Basel geb. 88 s. Leipzig, Tenbner. M. 1,50, geb. M. 2. 
(Rekt. Prof. Dr. J.), Eanfmannsbildoug i 
1. Stall Lsrerwaltung. 2 akadem. Fe«trede 

Schintdl (Lehr. Otto), Die Frage der Heichsschnigesetzgebung. 120 b. 
Leipzig, Elinkhardt. M. 0,80. 

Zialian (Dr. Jul.), Über die Führnn^ dea Scbalaufsichtsamta aji heberen 
Schalen. 14 s. Frankfurt a/H., Diesterweg. H. 1. 

LehrpHna u. Lahraulgaban f. d. höheren Schulen in Preufaeu v. 1901, nebst 
den Bestiromangen üb. d. Versetenngen u. Prüfungen. 5. Abdr., ergänzt 
rtch, eittige Miniaterial-Erlaase. 115 s. Halle, Bachdr. d. Waisenhauses, M. 1. 

KrDgar (Geh. Schulr. Prof. Dr. Gnst.), Verordnungen a. Gesetze f. die Gym- 
nasieu u. Realauatalten des Herzogt. Anhalt. 1. Ergsnzungaheft N.äTO — 
80L (Jan. 1902 — Miti 1907.) VD, 140 b. Deaaau, Düunhanpt. M. 3, geh. 4. 

DIatt (Ob.-Real8oh.-Dir. Prof. Dr. Carl), Aufgaben, Ziele, Berechtigungen der 
Oberrealachule in Bremen. Mit e. Anh. I3ie LebrverfaBsgu, der höheni 
Schulen der Stadt Bremen. 32 s. Bremen, G. Winter Verl. M. 0,50. 

Haiina (Gust.), Die grundlegenden Unterschiede znischen Knaben- u. Hsdchen- 
schnlen. Preisschrift. Preisgekrünt v. Verein f. d. hjlhere Hadchenschnl- 
weeeu im Kgr. Sachsen. 212a. Hohen-Neuendorf, R.Fuchs. M. 3,50. 

Hsnza (Dr. Walt), Die soziale Bedeutg. der Reform anstalteu f. kleinere Ge- 
meinden. 8 s. Berlin, 0. Gerhardt. H. 0,30, 

Holtschulla (;H.). I>cr gegenwärtige Stand der hüheru Scimlen mit bes. Be- 
rückaichliguDg der lateinloaen u. der sogen. Reformschalen. Progr, Münster, 

Hsckhofl, Über die Entstehung u. Einrichtung der Reformsi^huleu. Progr. 

AltetlBBSBU. 14«. 4*. 




tn. NEUE BüCBEH. Vd 

Adolphl (Herrn.), ElosgiBch od. real? Eine Weltauschsuuiig. 23 i. Riga, 

Jonck & Poliewak;. H. 0,60. 
Fetter (Realsch.-Dir. a. D. Kee.-R. Job.), Beiträge lur Ssterreichisrheu Mittel- 
schal refonn. V, 42 s. Wien, A. Pichler'B Wwe. M. 0,80. 
Capitaint(W.), DaH.Schnlwesen inGrofsbritanoien. ProgT- Ka^bweiler, 48b. '07. 
Oerlli (Ed.), Bericht Üb. e. Reis« nnch Dentachland, D&nemark u. Schwedeu 

lam Slndinm der Koabeuband arbeit. 6- VII. — 4. VIII. '06. 53 s. ünrioli, 

A. Bopp. M. 1. 
Horich (Bealgrmn.-Oberl. ["rof. Dr. H.), Das höhere Lehramt in Deutschland 

n.Oestreich, Ein Beitrag eur Tergleicb. ScholgescbicJite n. cur Schnlrefomi. 

Ergftnssangsband. TV, 136 9. Lex. 8*. Leipiig, Tenbner. M. 5, geb. Ö. 
lahrbBch f, Lehrer an heberen Sehnten u. deren Tonchnlen in Prcarsen 1907. 

Hrsg. T. A. Lampe. 6. Jahrg. 73 s. Berlin, Bnchh. des Hilfsvereina 

deutBcher Lehrer. H. 0,75. 

f) Didaktik nnd Methodik. 

Scharrelmann (H.), Weg inr Kraft. Des herzhaften llnterrichtee 2. Tl. 
ö.— 6. Taus. 283 s. Hamhnrg, Janssen. Geb. M. 4,50. 

Alttchul (Emily), Znm Horsl- Unterricht. Ausgewählte Kapitel aus eng- 
lischen LehrbOchem. Ins Deutsche Übertragen a. m. e. Binleitg. yersehen. 

IV, 84 a. Wien, A. Hartleben. M. 2. 

Schreiber (Hob.), Geschichtliche Entwicklung der Anschanang, 60 a, 

Paderborn, F. Sobünlngh. M. 1,20. 
Spiu (Luise), Anleitg. zum franz. u. engl. Unterricht noch den BUchem 

V. Horsmann u. Schmidt 2. Schnlj. 2. Anll. IV, 47 s. Bielefeld, Velbagen 
u. Elasing. H. 0,50. 

Bargemann (R.), Aoleitg. zur schnellen a. sichern Erlemnug der franz. Q. 
englischen Sprache, iusbes. der Vokabeln m. Hilfe der Mnemotechnik. 52 s. 
Brake (Bttltmann & Oerriets). Kart. M. 2,50. 

Schidlof's (Dr. B.) Spracbsystem „Praxis" znm äelbststudinm fremder Spra- 
chen. (1000 Worte-Sjetem) Englisch (unter Mitwirkg. v. Prof. James B. 
Bradley). lOLfgn. 317fl. Berlin, Singer & Co. je M. 0,50, Mappe M, 1. 

Verhandlungan der Direktoren-VersBinniltuigen in den Provinzen des EQnigr. 
Preofaen seit d. Jahre 1879. BerHo, Weidmann. 

71. Bd. Verhandinngen der IX, Direktoren- Vera, in der Rheinprovins. 
1907. Sil, 232 8. M, 6. 

72. Bd. Verhandlungen der X. Direktoren-Vers, in dar Provinz Han- 
norer. 1907. VII, 140 a. M. 3,40. 

73. Bd. Verhandinngen der IX. Direktoren -Vers, in der Provinz 
Schleswig-Holstein. 1907. IX, 296 s. M. 7. 

74. Bd. Verhandlnageu der X. Direktoren -Vers, in der Provina 
Sachsen, 1906. 15,228 8. M. 5,40. 

Theorie u. Praxli des Seknndarschnl-Unterrichts. Diskassions- Vorlagen f. d. 
St. Gall. Sekondarlehrer- Konferenz. 17, Htt. 280«. Lichtensteig. St. 
GaUen, Febr. M. 4,50. 

g) Lehrbücher für den englischen Unterricht 
aat Penner (Dr. Emil), History of English Literature Compiled from the Best 

Eiiglisb Antbors and Adapted für the Uae of Schools. 2nd ed. Xu, 151 s. 

Leipzig, Renger. M. 2, geb. 2,40. 
Barllli (M.D) and Sommanille- Story (A.), English Literatare with Eitract»i 

and Eiercisea. 3rd rev. ed. VI, 322 s. Berlin, Cronbach. Gab. M. 4. 
Schwirl (Prof. Dr. Adph.), Englisches Lesebuch f. Real- n. Handelsschulen, 

sowie f. d. mittlem Klassen realer Voll anstatten. Mitplanen n. Karten. 

XrV, 370 s. Bielefeld, Velhagen u. Klasing. üeb, M. 3,50. 





TIL NSTTE BCOHBR. 



M. 1,20, 
DickMS (Cbarles), A ChriBtmiu Ciuol in Prose, Erkl. t. Bcuuo ESttgerB. 

2. 1>ericht, U. ergänzte Aufl. X, UOe. L«ipEig. Benger. M. 1,10. 
Hop« (Ascott R.), Adventnre« inEiiglui<l. Für den Schul- u. Privatgebrancli 

bearbeitet V. Prof. Dr. .r. KUpperich. Ausg. A. VU, 109 s. Berlin, 

Flemming. M. 1,20. 
Hunt (Williom), The American War of Independence. Eitmcts from tue 

uolitical history of England, vol. X. Bearb. v. Ob. -Lehrer Prof. Dr. 

Weber. IV, 109 b. Leipzig, Renger, M. 1,10. 
LindentteMJ (A,), The Heroea of English History &nd what are nnderatood as 

Blich. From Egbert to Edwarf 1. 827 — 1272. m, 92 a. Leipzig, 

Renger. M. 1. 
MonIgOflitry (Florence), Hisunderstood. Im AnsEUge nach der 22. Anfl. des 

Onginals m. Anni., Fragen n. Würterb. hng. y. Prot. Dr. C. Th. Lion. 

5. Aufl. rV, 111, 47 n, 20«. Dresden, Kühtmann. M. 1,20. 
Schulzt (RealgfmQ.-Prof. Dr. 0.), Oelebrated Hen of England and Scotland. 

3. Aufl. rV, 8i 8. Dresden, Kühlraann. Geb. M. 0,80. Wbch. 56 a. M. 0,36. 
Shahtipeare (W.), jQlins Caesar. A Tragedy. Witb introdnction and ei- 

planatüiT uotes ed. bj Prof. K. Grosch. (Ausg. B.) XXIV, 109 8. 

Berlin, Flemming. M. 1,60. 
Warihovan {Prof. Dr. F. J.), England and the Englisk Ausgew. n. bearb. 

m.43Dlu«tr. 2. verb. u. verm, Aufl. IV, 235 h. Dresden, KOhtmann. M.2. 
WirihevM (F. J.l, EBglisli History. Ansgew. u. erklärt f, d. Schiügebraucb. 

M. Karten n. Plänen. 3. Aufl. IV, 142 s. Leipzig, Renger. M. 1,40. 
bb) Sachminn (E.), Englisehe KonTerBationa- n. Korrespondenz- Grammatik 

f. d. Selbst-Unterricht. 12. Aufl. VU, 63, 16, 96, 128, 96 n. 63 s. Berlin, 

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BQHnvr (Rosalie), Lese- u. Lehrbuch der engliscben Sprache (nach direkter 

Methode). 1. Tl. 207 s. + 43 s. Dentsche Überietfsnngjistücke. 9 Bilder 

n. 1 Karte. Leipzig, RotJi n. Schnoke, 
Deuttchbeln (Prot. Dr. Karl), Prakl. Lehrgang der eng!. Sprache. Grofse 

Ansg. A. 20. nenhearb. Aufl. X, 396 b. cathen, Schulze. M. 3. 

— DasHfllbe. Kleine Ausg. A. 20. nenbearb. Aufl. X, 392 s. Ebd. Geb. 
M. 2,50. 

— Dasselbe. Atug. D f. Realschulen. 3. Aufl. VIU, 290 s. Ebd. Geb. M. 3, 
Daulschbaln (Prof. Dr. Karl), EurzgefaTste englische Grammatik n. Übungs- 
stücke f. reifere Schüler. Ausg. A. 2. TL Übungabuch. 7. Terb. Aufi. 
JV, 134 a. CBthen, Schulze. M. 1.20, geb. 1,40. 

Fehl« (Prof. Dr. Herrn.), Euglischea Lehrbach. 1. Tl. nach der direkten Me- 
thode f. höhere Schulen. 4, verb. Aufl. X, 316s. Leipzig, Renger. 
M. 3 geb. 

Xnark (Dir. O tto) o . Jon« (M. A., DD.), Englisch für Kaufleute u. Gewerb- 
treibende. Vm, 312 a. Berlin, Wiehert. M. 3,50, 

PDnjer (Rekt. J.) u. Kilna (H., Oberl.), Lehr- n, Lesebuch der englischen 
Sprache f, Handelsschulen. Grofse Anag, A, 4. verb, u, verm. Aufl. 
VIU, 335 s. m. 13 Formularen, Hannover, C. Mejer. M, 3,60, 

Thiorgen (Prof. Dr. Osk.), Lehrbuch der englischen Sprache, Unter Hitnirkg. 
V. Lehrerin Frl, M, Zieger hrsg. Ausg. D f. Bürger- n, Hittelschnlen. 
Hit Vollbild (Herbst), 1 Münztaf. sowie e. graramal. Anh, in Tasche, 
2. Anfl. X, 206 u. 36 b, LeipKie, Tenbner, Geb. M. 2,80, Wö^teITe^ 
zeichnisse. 2. Anfl, a. 37—126, H, 1. 

cc) aOrilch (Dir. Prof. Dr. Ew.), Englisches Übungsbuch, 3. AnÖ, Vin.202!, 
Paderborn, Schüningh. M. 2,20. 




nr. ITBDE BÜCHER. 



9.^ 



Koch (Prof. Dr. John), SchlUsBel zu den deutschen Übnng;siätzeii u, ÜbmiKH- 

BtQcken im prakl. ElemenUrbnch enr Erlernong der englischen Sprache. 

30 E. Berliu, E. Goldschmidt. H. 2. 
Langridga (Prof. Henr; S.j, English Curamerci&l CorrealiondeDce , iui;luding 

Eiercisea, Fhroses, Qaestions and Vocahaluy (EngiiBh-Oerman). VIIT, 

2208. Wieu, F. Deuticke. Gel». M. 3. 
RoboUk)' (Dr. H.), EDKlüche HaDdelBkorrespondenz. 5. Anll. IV. 131 u. 77 a. 

Leipzig, Rengcr. Geb. M. 3. 
dd) HMkar't syBlematisch geordneter Wortechati den tsch-franz. -engl. -espe- 

ranlo, ins Frz. übertragen v. Prof. P. Besson, ins Engl. v. Dir. Lekt. 

Prof. Dr. Hamann, M. A., in» Eaperanto v, Dob. Dr, A.t, Mayer, U.A. 

Vn, 324 a. Berlio, B. Beht's Verl. M. 3. 
Kamcki (Lehrerin Helene v.), The GirSs' Book of Dialoguea for the Uae o 

Classes and for Private Use. 3rd rev. and angmented ed. 15Gb. Dresden 

Hnhle. Kart. M. 1,20. 
PIO«h(Eieh. A, M. A.), The Traveller'« Companion. Sprachführer t. Deutsche 

in England. 8. Terra, n. verh. Aufl. Sil, l(iO b. BerUn, F. Ä. Herbig. 

M. 1,30. geb. 1,70. 
Shifldlsr (Rob. H. A.) , Echo of Spoken English. I. P. Chitdren'R TtOk. 

Phonetic Transcrintäun bj Lect. Dr, H. Smith, M. A. VIÖ, 73 8. Har- 
burg, Elwerü Verl, M, 1,50. kart. 1,80. 

i. Geschichte und Geographie Englands und Amerikas. 

a) Zinmarmann (Athanas,), Alfred der Grofse. Graz, Styria. M. 0.70. 
Lotsrth (J.). Studien zur Kirchenpol iük Englands im 14. Jbdt. II. T. Die 

Geneais v. Wiclifs Summa Theologiae n, seine Lehre vom wahren u. 

falschen Papsttum, 118 s. Wien, Hülder. M, 2^70. 
(äitzuugsber, d. K. Akad. d, Wissensch.) 
Blennerhatictt (Charl, Lady), Maria Stuart, Königin v. Schottland. 1542— 

Ic.87. Kempten, J. Kaael. Geb. M. 5,20. 
Inglli (Lady) n. Forbat-Mitchctl (Sergeant), Erinnerang ans dem indiiclien 

Aufstand. Ifi57;58. Bearb. r. Elia. Brannboltz. l.-3.TftUa. 375b. 

Hamburg, G Uten berg- Verl. Dr. E. Schnitze. H. 6, geb. 7. 
VIctOfia't (Klinigiu) Briefwechsel n. Tag ebuchblütter. Auf Veranlasse. S. M. 

König Edwards VII. hrag. v. A. C. Benson n. Lord Esher. Übers, v. 

Konter-Admiral z. D. M. Plüddemann. 2Bde. XV, 691 n. Vm, 693 B. 

Berlin. K. Sigiamnnd. M. 24, geb. in Leinw. 28. 
Low (Sidney), Das Staatswesen EnglandE. ÜbeJS. v. J. Hoops. Tübingen, 

Mohr. M. 4,50. 
Bleibtrcu (Karl), Die OfTenaiT-Inrasion gegen England. Eine Phantasie 

76 s. Berlin. Schall & Rentel. M. 1. 
Thirlmsr* (Bowland), Der Zusammenprali der Weltmäcbte. (The Clash of 

Empires.) Berlin, K. Curtius. M. 2,50. 
Rcvantlow (Graf Eniat) Englische Sorgen. Deutsche Oefalir. Betrachtungen 

zu R. Thirlmere'a The Claah oE Empires. Ebd. M. 0.50. 

b) fiaebltr (Ednard), Wandkarte der Britischen Inseln. (Grofsbritannien u. 
Irland.) 1 : 1,800000. 3. verb. Aufl. 4 Blatt je 78 X 58 cm Frbdr. 
Leipzig, G. Lang. H. 13. auf Leinw. m, Stäben bar 18 H. 

Sautr(A.), Englisch-schottiBcbeReisebilder. 222b. Berlin, Herrn. Walther. H.3. 
Hohinann (H,). Eine Nordlandsfahrt Schottland, hland, Nordkap, Norwegen. 

Dannstadt, U. Hohmann. M. 2. 
London n. Umgebung m, der Insel Wight. 12. Aufl. Neu bearb. v. Carl 

Fr.liayer. 5 Karten u. 2 Grundrisse. 250b. Berlin, Goldschmidt. M. 3,50. 
Gthring (Eans^, Indien. Da* alte Wunderland n. seine Bewohner. 1. Tl. 

Mit 92 Abbildgn. nach photogr. Nato rauAi ahmen. VI, 261 s. Leipzig, 

Spanier. M. 6,50, geb. 7,50. 




96 m. NBDE BÜCHER. 

c) 8hal (Geo. y.), Das amerikanische Volk. Berliu, E. Fleischel & Co. M. ß. 
luf (Oberetleuta. z. D. Bes. K oinmand. le), Dm Heer der Vereinigten Staaten 

V. Amerika. 53 s. Berlin, Bisel's dentache Centrale t, Militärwisaenachaft 

M- 1,50. 
Kullnick (Dr. Mai), Vom Reitersmann zum Präaidenteu. Ein Lebensbild 

Theodor RooBevelts. XU, 246 9. Öerlin, Mittler A Sohn. M.4, geb. 5. 
Barih (Thdr.), AraerikatÜBche Eindrücke- Eine impressionUt. Sckilderg. 

amerikan. ZuatJlnde in Briefen. 117 ■. Berlin, Reimer. M. 2, geh. 2,^. 
SchulU« (Dr. Ernst), Knltnrgeschichtliche Streifeüge. 1. Bd. Ans dem Wtrdeu 

u. Wachsen der Vereinigten Staaten. 2"24 ». Hamburg, Gntenberg-Verl. 

V. Dr, E. Sehnitze. M. 2, geb. 3. 
Wilda (Jolis.), Amerika- Wandemngren e. Deatschen. lU. Schlnls. Im Süden 

des Eontinenta der Mitte, niuatr. V, 391 s. Berlin, Allgem. Verlag f. 

denlache Literatur. M. 6, sreb. 7^. 

5. Volkskunde. 
BhHu (E.), Die Bedeutung der Trinksitten in der Kultur der AngeUadiBeu. 

DiBs. Jena. 102 s. 
Branntr (F. J.), Denteche Sitt n. Art. Volkssitten n. Volksbräuche in Bayern 

tt. darüber hinaDS. München, M. Kellner. M. 3^. 
ScknRiiSprichwertlicheKedeiuartenderSamoaDer. Berlin, W. Sttsserott. U.4. 
Leipcig. Paul Lange. 



Ik. SohnU: 0*ait* Fansmr. Hin LAh i 
(Hatf ud Bkdow, Sdwtl Ponu nf Ti 

Hob lud HaM 

Subb«. Mand, A Potu b>- AIfr*d L«id Ttunrtai 



IHHILT. s.iu 



tan. With «- l (Agkaauns) 



Tbl Hudnd BtX POMi (Lritaid} 'bl'uw Esilbb' ljuiiiw«l' S*^ { (>■•»>> 

iHUd bT Adui L. 4bwu* I 7* 

1. Ktow TMeb«Mr»»^tlb—. I^äunhi TaädMBgrüiüllk d« ttfl- 1 ' ' / 

uMm. Tob Ih ». Kma ' . . - , I *• 

Kcko (f a»few Eb(UA. Wim Pm: Cbildnai T«lk. by Bob. i ii-»">» i 

ShIadI«. rbaoMle TnuoiipUoa by Haben Smlu . . . | I »1 
PnrUf* StaKhi^ fMutalaak« ud u^lHbu Schrinoclla. 

A. SdäMiM ftoa IH" — "-■-■ — ■■*■ ■"- '— =-■—■—■- ' 



M»W I«M hvm U nd ^m«^ FuM. Wi da «chBlcvbnxib I 

Bdntd b.vtiM^I*a, lf«MT. ■ OiMJj. Abiidaid'ud u- >, (XUlD«er) 








1 



Beiblatt zur Anglia 



Mitteilungen 

über englische Sprache und Literatur 

und üher englischen Unterricht. 

Preis; Für den Johts^ng 8 Huk. 

(Pnli nii 'AngUa' and -BolMitf llhiUob H Uuk.) 



XIX. Bd, 



April 1908. 



ITr.iy. 



L SPRACHE UND LITERATUR. 
The Complele Works of George Gascoigne. In Two Volames. 

Vol. I: The Posies. Edited by John W. Cunliffe, M. A., D. Lit 

(London), Professor of English in the University of Wisconsin, 

U. S. A. 

A.u.d.T.: Cambridge English Classics. Cambridge: at tbe 

University Press 1907. 506 p. Price 4/6 net. 
Die werke George Gascoigne's liegen vollständig bisher 
nur in der zweibändigen ausgäbe vor, die Hazlitt für die 
Boxburglie Library in den jaliren 1869 und 1870 veröffent- 
lichte. Leider ist diese ausgäbe nur schwer zugänglich, weil 
sie bloXs für subskri beuten, und zwar nur in 200 exemplaren 
gedruckt worden ist. Aus diesem gründe ist es mit freuden 
zn begrüfsen, dafs durch die vorliegende Veröffentlichung die 
graamtwerke Gascoigne's auch weiteren kreisen erschlossen 
werden. G. ist kein dichter ersten ranges; seine gedanken 
bewegen sich in engem kreise. "Hopelessly tedious" nennt 
ihn irgendwo ein englischer kritiker. Die freuden und leiden 
der Hebe, mit einer ausgesprochenen betonung der letzteren, 
die in seinem leben die grüfsere rolle gespielt zu haben 
scheinen, sind das wenig variierte thema seiner reime. Manches 
eigene erlebnis, so besonders in dem jubel- und klagelied 
des Dan Bartholmew of Bathe, mag seiner leier die schmerz- 
lichen töne entlockt haben, die dnrch seine liebeslieder klingen. 
Daneben liefert ihm das waffenhandwerk , dem er in den 





b 



Niederlanden von 1572 — 75 oblag, mannigfachen stofE zn 
poetischer betätigung, so in den Fruits ofWar, über das 
thema dulce bellum inej^perlis, entstanden in Holland, "written 
by stelth at such times as we Loytered from aervice", wie 
es in der wjdmung an Lord Grey of Wylton heilst Dieses 
gedieht beginnt in einem lehrhaften ton nnd schildert schliels- 
lich die kriegsabenteuer des Verfassers. Auch hier zeigt sich 
jener mangel an tiefe der gedanken, der alle Schöpfungen des 
dichters kennzeichnet. Dafür weifs G. aber mit der spräche 
trefflich umzugehen, die verse lesen sich angenehm und fliefsend; 
vereinzelte füllwörter helfen über gelegentliche Stockungen 
hinweg. Man merkt, dafs das reimen dem dichter frende 
macht, selbst wenn er niclit viel zu sagen hat; er fühlt ein 
unwidei-stehliches bedürfnis 

To frame a long disconrse, on sturring of a strawe, 
To rumble rime in raffe and ruife, yet all not worth an 
hawe {s. 381, z. 3). 
Reiche volle alliteration wird fast in jedem verse angestrebt, 
sie erstreckt sich oft auf drei und mehr Wörter, sie beherrscht 
bisweilen die ganze zeile, wie s. 377, z. 17 

He pynde in pryson pinchte with privie payne. 
Sie verführt den dichter allerdings auch oft zu ermüdenden 
Wiederholungen (to hop against the hill, to strive against the 
stream). Daneben sind die kennzeichen des Knphnism, die 
paralleliamen, antithesen und umständlichen vergleiche, wean 
sie sich auch noch nicht so aufdringlich breit machen wie bei 
Lyly, nicht selten im stil nachzuweisen, auch in der prosa, die 
ihm in der bearbeitung der Suppositi Ariost's leichter und ge- 
fälliger aus der feder fliefst als in den Adventures of Ferd. 
Jeronimi, einer etwas schwerfälligeren Übersetzung einer no- 
velle Bandello's (G. nennt ihn Bartello). Der band schlielst 
mit den kurzen Certayne notes of Instruction conceraing the 
making of verse or ryme in English, die als erster anföatz 
Über englische metrik interessant sind. Die bekannteren (sa- 
tirischen) werke G.'s sind für den zweiten band vorbehalten. 

Der vorliegende erste band, die Fosiea enthaltend, ist ein 
wörtlicher, auch in der Orthographie getreuer abdmck der 
zweiten, von Gaseoigne selbst im jähre 1575 veranstalteten 
qoarto, mit vollständigem verzieht auf einleitung und anmer- 
kungen. Die Varianten der ersten quarto von 1573 and der 




I. SPRACHE Ü. UTBHATTH. 99 

dritten von 1587 sind im anhang gegeben; nnr selten, bei 
ausgefallenen buchstaben oder sinnstörenden oder -verdunkeln- 
den druckfehlern, nimmt sie der berausgeber in den te^t auf. 
Er hätte besser getan, nach Hazlitt's Vorbild darin noch etwas 
weiter zu gehen, so s. 127, z. 4 and zu streichen (wie Qua), 
s. 408, z. 15 Brides in byrdes (Qu,) zu ändern usw.; er ergänzt 
ja z. b. s. 131, z. 27 das fehlende lo aus QUj und ändert s. 231, 
z. 21 sorotce in soiere usw. Die Zeilen wären besser numeriert 
worden. 
H- Frankfurt a M. K. Lincke. 



A. Vogt, Ben Jonsons Tragödie Catiline his Conspiracy und ihre Quellen. 
Inaug.-Diss. Halle -Wittenberg. Halle 1903. pp. 57. 8". 
Emil Koeppel hat in seinen „Quellenstudien zu Ben Jon- 
son etc." (1895) Cicero und Sallust, die beiden hauptquellen 
des vorliegenden dramas, namhaft gemacht Hier knüpft Ver- 
fasser an, um, nachdem er den Stoff bei den Vorläufern und 
nachfolgern Ben Jonson's kurz erwähnt hat — auch Hermann 
Lingg scheint durch Jonson direct beeinflufst! — akt für akt 
die parallelen der stellen des dramas mit Ihren Vorbildern in 
seiner Untersuchung vorzuführen. Vogt weist selbst darauf 
hin, dafs ihm in dieser richtung die kommentierte ausgäbe des 
dichters von ■Whalley-Gifford schon vorgearbeitet habe, sodafs 
er nur deren andeutungen zu folgen hatte; einzelne quellen 
jedoch wuixlen von ihm selbständig gefunden, ebenso die ein- 
zelnen stellen zusammengetragen. Es ergaben sich neben 
Sallust als hauptquellen Ciceros Catilinarische (1, 3, 4) und 
andere reden, sowie Plutarch; daneben kommen vielleicht Dio 
Gassius und Appian in betracht. Als dramatisches vorbild 
benutzt Jonson nachweisbar Senecas Thyest, für einzelne stellen 
und das lokalkolorit die Satiriker Juvenal, Horaz und Petronius, 
nebst anklängen an Lucan und die Gigantomachia des Claudius 
Claudianus. Dals die ergebnisse der fleifsigen arbeit definitiv 
sind, beweist der umstand, dafs Ph. Aronstein in seiner bio- 
graphie Ben Jonsons (1906) dieselben angenommen hat 
Nttrnberg. Richard Ackermann. 




7» 



J 



100 



1. SPR&CHE U. LITKRATDB. 



Otto Pape, über die Entstehung der ersten Quarte von Shakespeares 
Richard III. Inaug.-DIss. Erlangeu. Berlin. Druck von G. 
Reimer 1906. 49 pp. 8". 
Diese sehr bemerkenswerte abhandlimg beschäftigt sich 
mit einem veraucli der lösung des langwierigen Streites, ob 
Qi oder F von Richard IIL den besseren text besitze; eine 
Streitfrage, deren lüsung auch bei anderen stücken Shakespeares 
(vgl. Romeo und JalietJ von Wichtigkeit wäre. Bekanntlich 
treten besonders Clark und Wright, die herausgeber der Cam- 
bridge-Edition, für die Vorzüge des Q,-textes ein, während 
unter anderen Delius ilir Widersacher ist. Die fi-age war, wie 
Verfasser richtig bemerkt, nur zu lösen, wenn man über die 
entstehung von Q, ins klare kam. Die meisten hielten sie 
für eine abschrift nach einer handschrift oder nach rolleoaus- 
zügen; erst A. Schmidt (Shaks. -Jahrb. XV) kommt auf die 
hypothese, dafs die Qs. aus stenographischen nachschriften 
während der aufführung entstanden seien. Dafür sprechen nun 
die Untersuchungen von Curt Dewischeit, zusammengefalst 
in „Sliakespeare und die Anfänge der engl. Stenographie", 
Berlin 1897, in denen er die Verbreitung der Stenographie in 
damaliger zeit und ihre wahrscheinliche benützung im theater 
nachweist, zugleich auch das System, das benützt wurde.') Nun 
ergibt die Untersuchung Papes, daCs Richard III. eine menge 
stellen enthält, die sich auf die stenographische tecJinik, oder 
vielmehr deren mängel, zui-ückführen lassen: vertauschungen 
von personen , falschen rollenbezeichnungen , auslassungen, 
falsche abbrechung vou versen und eine grofse menge Meiner 
Varianten. Er kommt auf diesem wege zu dem ergebnis: 
Qi ist nach der Übertragung eines stenogrammes gedruckt, das 
während der Vorstellung nach dem system Bright aufgenommen 
wurde. Daher seine mäugel. F dagegen ist authentisch, nur 
schlecht gedruckt, und ist unter benützung von Q, nach dem 
mannskript des dichters hergestellt. 

Die eigentliche Untersuchung verdient deshalb besondere 
beachtung, weil sie von einem stenographischen facbmann 
herrülirt, der neben seinen Studien als philologe, eine reihe 



') Cbaiucterie. An Arte of ahorte awifte and secrete writin^ bj 
Choncter. Innented by Timothe Bright, Br. of Pbistke, Lond. 1588. (Nen- 
drnclt von J. Herbert Ford, Lond. 1888.) 




I. SPRACHE U. I.ITKHATOB. 



101 



fOn jähren amtlicher kammerstenograph war. In einer reihe 
von statistischen tabellen stellt er uns die ergebnisse seiner 
beobaclitungen zusammen, die neben anderen ergeben, daCs 
bei der aufnähme von Richard III. drei (sechs) Stenographen 
beteiligt waren, femer, in Übereinstimmung mit A. Schmidts 
oben erwähnten Untersuchungen, dafs F TU, 1—166 und V, 3, 
69 oder 177 aas Qj abgedruckt ist. Das endergebnis der 
arbeit lautet: Q, von 1597 ist „die Übertragung eines 
während einer aufführung von sechs Stenographen mit- 
telst des vervollkommneten Stenographiesystems von Timothy 
Bright aufgenommenen stenogrammes". Die angefügten 
Verzeichnisse der erklärbaren Varianten sind aufseilt ausführ- 
lich abgefafst. 

Es liegt auf der hand, dafs auf diesem wege die teitfrage 
nicht nur des hier behandelten Shakespeare'schen dramas aus- 
sieht hat, einer klärung bedeutend näher zu kommen. 

Nürnberg. Richard Ackermann. 

Theodor Eichhoff, Ein neues Drama von Shakespeare. Der 

älteste, bisher nicht gewürdigte Text von Romeo 
and JuUet herausgegeben u. erläutert. Halle a.d.S., Verlag 
^T. M. Niemeyer 190i. pp. IV + 95. 8*'. Pr. M. 2,40. 
W" A. u. d. T.; Unser Shakespeare. Beiträge zu einer 
' wissenschaftlichen Shakespeare-Kritik HI. 
Theodor Eichhoff, Die beiden ältesten Ausgaben von Romeo and 
Juliet. Eine vergleichende Prüfung ihres Inhalts. 
f: Halle a. d. S., Verlag von M. Nienieyer 1904. pp. XV + 278. 
Hs«. Pr. M. 6.— 

^P A. u. d. T.: Unser Shakespeare. Beiträge zu einer 
wissenschaftlichen Shakespeare-Kritik IV. 
Beide büclier, deren anzeige i-eferent leider etwas verspätet 
bringt, gehören nach des Verfassers eigenen angaben zusammen 
und ergänzen sich gegenseitig. Das erstere bringt zunächst 
einen dankenswerten abdruck der ältesten fassnng des 
dramas, des Quartos (Q,) von 1597, die bis jetzt schwer zu- 
gäugig war. Diese fassuiig ist nach Eichhol? ein meisterwerk 
und die bis jetzt bekannte ausgäbe nach Folio , (diese wieder 
nach Qj von 1599) eine schändliche entstellung dieses meister- 
werkes. Dies mit allen mittein zu beweisen und den leser 



: 





102 



[. SP&ACSE D. LITERATUR. 



ZU dieser seiner aosiclit za überreden, ist der zweck setuer 
beiden Schriften. 

Der abdruck, dessen treue wir hier aieht kontrollieren 
können, bringt als fiifsnoten gute erklärungen zu schwie- 
rigen stellen und die falschen lesungen von Q,. Hieran knüpfen 
sicli erläuterungen, an deren beginn wieder Eichhoff seine 
schon früher verfochtene ansieht markiert, dafs Shakespeare 
„mehr oder weniger ein erzeugnis unserer phautasie ist"; 
und deren erster teil die behauptung aufstellt, dafs Q, die einzige 
gruodlage für eine wissenschaftliche betrachtuug des dranias 
sein kann. EichhofI' betrachtet zuerst einmal Q, „unbefangen 
für sich allein", indem er wenige „notwendige" änderungen 
am text bringt, die meist auf der willkürlichen Orthographie 
der zeit beruhen, dann noch einige „erklärungen zu dem text'' 
hinzufügt; er geht dann zur „metrik" seines in prosa ge- 
druckten textes über, wobei er eine lanze für den prosadruck 
aller dramen aus praktischen gründen bricht. Hier geht der 
Verfasser in seinem selbstbewufstsein zu weit : er leugnet alle 
errungenschaften der neueren forscher über Shakespeares vers 
rund weg! Seine feder wendet sich hier besonders gegen 
Van Dam und C. Stoffels (William Shakespeare , Prosody and 
Text, Leyden 1900) sowie andrerseits gegen Mark H. Liddels 
(An Introduction to the Scientific Study of EngÜsh Poetry, New 
York 1902} theorieen, ohne anderer zu gedenken. Was über 
„akte, Szenen und bühnenan Weisungen", sowie über „bedeutungs- 
losigkeit des prologs" folgt, beweist, dafs Verfasser sich mit 
der bühne zur zeit Shakespeares nicht zu eingehend beschäftigt 
hat, wie es seitdem Brodmeier, Prölfs und besonders Wegener 
getan haben. Mit dem letzten abschnitt über die „quelle des 
Stückes" stöEst Eichhoff offene tore ein, indem er in seinen 
tbeorien über diese fiuge die quelle des Stückes mit der 
quelle des Stoffes vermengt. 

Soviel über beitrag III zu „Unser Shakespeare". Im 
bS-udchen IV der beitrage kommt das vorwort wieder daranf 
zui-ück, „es sei des Verfassers feste Überzeugung, dals wir in 
Q, den authentischen text Shakespeares besitzen", und 
dafs Qj nur „eine entstellung und Zerstörung" ist. Nun ist es 
ja richtig, dafs gerade bei diesem drama die textkritik einen 
sehr schwierigen stand hat; ob man nun Q, für eine unvoll- 
ständige (gekürzte) bühnenausgabe hält oder mit Knight in 



I. 8PHACHK lt. I.ITBRATUK. 



103 



ihr einen jagendentwurf des dichters sieht, oder ob man mit 
T. Mommsen die schlechte, verstümmelte ausgäbe eines älteren 
Romeo darin erblickt, jedenfalls hat Q. die autorität der Folio 
und der meisten kritiker für sich (vgl. über die frage auTser 
bei Detius T. Mommsen. Kritische Ausgabe des Doppelteites 
1859, Gericke im Shakespeare-Jahrbuch XIV und Daniel in 
New Shakespeare Society Publications 1874 — 75 , series II). 
Morton Luce in seinem neuen "Handbook" nennt Qi "the 
iisual patchwork, made iip partly from memory, partly from 
notestaken down during the Performance"; Qj "a more faithful 
copy of the same early draft of the play"; nach ihm hat vor 
Qa der dichter das drama revidiert, sodafs gerade bei diesem 
stück das wachsen der kunst des dichters wahrzunehmen sei. 
Zu gunsten von Eichhoffs Skepsis bezüglich Qj spricht andrer- 
seits der umstand, dafs auch Daniel dem Qi wieder mehr be- 
dentung zumifst und dals die Cambridge Editors Qj nicht als 
einen druck nach dem ms. des dichters anerkennen, eine auf- 
fassung, der sich in allerneuester zeit WolfE anschlielat: „Qj, 
auf der alle Übrigen ausgaben, auch die Folio, beruhen, ist um 
800 verse länger als Q, , geht aber trotzdem kaum auf 
des dichters origiualhandschrift zurück" (1,469). Es 
fragt sich also nur, was Eichhoff gegen diesen unsicheren stand 
der forschung positives zu bringen vermag, und ob er seine 
obige Charakterisierung der beiden Qs. nur annähernd be- 
weisen kann. 

Der Verfasser beginnt seine eingehende vergleichung, als 
„eine sorgfältige begi'ündung des eindi-uckes, den Q, und Q, 
auf ihn macht". Er führt sie besonders nach vier gröfseren 
gesichlspnnkten durch, zunächst (p. 12 — 88) „gröfsere ein- 
schiebnngen" des „korrektors" betrachtend, an dessen eigen- 
schaften er im ganzen buch kein gutes haar läfst, obwohl wir 
ebensoviel recht haben anzunehmen, dafs es Shakespeare selbst 
gewesen. Auf „änderungen iui einzelnen", bei denen er 
allein unter demtitel: Verschönerungsversuche des kor- 
rektors 43 stück und unter dem titel Kuriosa 47 stück 
anfahrt, folgen als hauptschlager die „trauungsszene" und zum 
schluls noch weitere auslassungen aber die methode des 
korrektors. 

Wir müssen gestehen, dafs wir die beweisführung des 
verfassei« nicht anerkennen können: er geht überall von der 




4 



104 



L SPRACHE ü. LITBBATÜB. 



absieht aus, alles iu Q, besser zu finden und stellt überall 
seine Subjektivität in den Vordergrund, z. b. immer wieder; 
„Im drama soll gebändelt, aber nicht geschildert werden!" 
Da nun bei all diesen fragen den versclüedensten faktoren. 
wie dem geschmacke der zeit, besonders bezüglich des mode- 
stües Euphuismus, rechnung getragen werden muls, wenn man 
an des dichters worten im einzelnen mäkelt, so ergibt sich 
fast bei der mehrzahl der stellen veranlassung, eine entgegen- 
gesetzte meinaug aufzustellen und zu begründen; aus vielen 
seien nur zwei stellen, IT, 5, 1—17 und III, 2, 5 — 33 angeführt, 
die wir mit unrecht bemängelt sehen, Besonders kühne be- 
hauptungen werden ad vocem „Sprachgefühl" aufgestellt; 
nach seinem, Eiehhoffs, Sprachgefühl ist Qj „nicht nur oft 
altertümlich, sondern auch durchweg gesucht und gekünstelt" ! 
Welche eigenschaften und Vorstudien setzen dagegen wir bei 
einem geborenen Engländer voraus, dafs er souverän über 
die spräche der Elisabethaner aburteilen darf! In nicht we- 
niger als 196 stellen wird die korrektheit der änderung des 
korrektoi's gegenüber Q, angegriffen, in 116 stellen der regel- 
mälsige blankvers von Qj verdammt. Von vielen stellen nur 
wenige, wo E. unserer auffassang nach unnötig angreift: in 
IU, 46 hat Eichhoft die tätigkeit von squirrel und old grub 
offenbar milsverstanden ; in IV, 19 und IV, 59 werden „die 
verschöuerungsversuclie" des korrektoi's zu unrecht gerügt: 
sollte er "what lady is that that doth enrich" stehen lassen? 
Oder klingt es „aulser ordentlich affektiert", wenn die form 
murther für murder mit verliebe verwendet wird? In VI, 7 
ist die Umstellung der Substantive iu Qj ganz berechtigt, in 
Xi wird die stelle "claps me his sword upon the table" mit 
den Worten gerügt: „Man meint die jungen leute von Verona 
hätten breite ritterschwerter getragen." (!!) Bei ge- 
nauerem Studium der historischen und der neuenglischen gram- 
matik wäre die mehrzahl der ausstellungen wohl unterblieben. 
Was die trauuugsszeue anbelangt, so sollte Eichhoff nicht 
mit seinen modernen und subjektiven ansichten über liebe und 
verkehr der geschlechter absolut abuiteÜen; man vgl. dem 
gegenüber die schönen worte, die Wolff in seiner Shakespeare- 
biographie 1, 265 über diese stelle sagt. Für uns hat die 
Szene in Q, wohl gi-ofse und einfache Schönheiten, die in Q; 
mehr nach euphuistischer manier ausgearbeitet sind. Für 





I. SPRACHE U. LITBBATCB. 105 

Eichhoff sind (p, 2i3) „alle diese kritiker im höchsten grade 
befangen" und Romeos gedanken „gelinde ausgedrückt — 
lächerlich". Satis est. 

Am schlufs gibt der Verfasser selbst zu, dafs seine auf- 
fassuug „Phantasie" ist. „Moramsen wollte, dafs die andern 
glauben sollten, Shakespeare habe so geschrieben, wie es in 
Qj steht, ich dagegen will nur, dafs die andern glauben, dafs 
Qj geschmacklos, Q, aber schön ist." Und dämm diesen 
ganzen apparat? 
^i Nürnberg. E. Ackermann. 



Zwei neue ShakeBpeare-inszenierungen. 

Im hanse Kteist'B existierte ein alter familieospTUch: „Alle Kleists 
Dichter." Sein OderfruDlcfurter landsmanQ tind adelsgenoBse , der finanz- 
minister von Hheinbabeu, kUante ihn variieren und sagen: pAUeEheinbabens 
Dramattirgeu,'' Die bescliäftigung mit der literatnr im nebennmt scheint 
in der fatnilie Rheinbaben ein guter brauch 2u «ein: vor just iwei Jahr- 
hunderten hat Georg Wilhelin, der damalige „FürBtl. Sadisen-WeiinariBche 
Geheime Bat and Oberbofmarschall", zum ersten male des Torquato Tassu 
acbäferspiel „Aminta" und xwai recht gut, ina Deutsche übertragen, der 
gegenwärtig bekannteste träger des namens, eben der preiifsiache finanz- 
minister, ist der grUnder und die seele des Bheinischen Ooethe- 
Vereins, und vur einigen Jahren ist in der familJe wieder ein übersetier 
anfgetaacbt, der dem Holbergschen „inaim, der nie zeit hat" sein toleut 
hat angedeihen lassen. I'ieser Rheinische Goethe-Verein veranstaltet, wie 
mau weifs, tJljabrlich in Düsseldorf unter der Leitung des Berliner ober- 
regissenrs Max Grabe, der desien andere ieele ist, festvorste Hangen von 
klassischen werken der literatur. Im sommer lfX)7 stand Shakespeare im 
mittelpunkt der auffllhrungen und „Antonius und Cleopatra" im 
mittelpnnkt der ShakeBpeare-anffüliningeD. Wenn das Berliner gastepiel 
von Beerbohm-Tree neben dem negativen resultat, dais Shakespeare in der 
weit immer noch nicht an schlechtesten auf der hühne Deutschlands be- 
handelt wird, auch einen wesentlichen positiven erfolg hatte, so ist es der, 
dafs die aufmerksamkeit unserer bühnenlente wieder einmal auf diese« 
wnnderwerk gelenkt worden ist. Ich glauhe nicht, dars es ein zofatl ist, 
wenn sich plätxlich Herzer in Cassel und Grube in Düsseldorf duranf be- 
sonnen haben, nach dem ihm vor neun jähren schon Gilian von der provinz 
aus, also vergebens, wieder den weg auf die bühne weisen woUW. 

Es ist schwer zn hegreifen, dafa „Antonius und Cleupatra" nie festen 
fulJB bei ans in Deutschland gefafst hat; es wird wenig gelesen, noch we- 
niger gespielt. In England hatte das (und hat es am ende noch) seine 
gnien gründe: dem puritanischen geist ist die dichtang zu (sagen wir in 
ermangelung eines anderen wortes) nnparitauiscb. Es sind noch keine 
hundert jähre her, dafs sich Englands griJl'ste tiag&din standhaft bis an ihr 




J 



106 I. SFBACHE U. LiTEBATUB. 

kbensende weigerte, die grolse slinderiD am Nil zu spielen, uro ihr gewiaaeti 
nicht KU beBcbweren, ') Im übrigen auBland haben die grolsen Bchaiupie- 
lerinnen sich anf die rolle gestllrzt: die Düse hat Cleopatra gespielt, auch 
Sarah Bernhardt. (Heutigen tages würde die „Sarah" TJelleicbt deu An- 
tonius Bpielon!) Bedenken icoraliscber art waren es gewifs nicht, die in 
Dentachland „AntoniuB und Cleopatra" den cngang zum pnhiikmn vei^ 
sperrten, wohl aber, Kheint mir, dramatargiech-technigche gründe. Wie 
sagte Heinrich Laube, der sich auch an die dichtnng heranwagte? „Ohne 
zwingende einbeit im gange der handlung fesselt man kein pnbliknm, man 
mag noch Bo viel reize aufbieten im Inhalte der worte, ja im lauber ein- 
zelner Hzenen." Und mit der eile des schulfuchsers oder dea puren theater- 
praktikna ist ja unter allen werben Sbakespearea dein „Antonins" wirklich 
am wenigsten beiznkommen : ihm „mangelt'' eine stralTe szenenfUbning, 
ihm „mangelt" ein „hShepankt". Dem sogenannten „gebildeten pnhlikum' 
aus welchem sii'h die Zuhörerschaft eines theaters im wesentlichen znaammeii 
setzt, ist durch doktrinär- engherzige lehren von der „technik" des dramas, 
die es aus der ecbule mit int leben nahm, das Verständnis filr den „Antonius" 
gewifs nicht erleichtert worden. Und doch hat sich Shakespeare wohl (ich 
teile Coleridge's begeisternng für das werk) als menschenkenner niemals 
grUfser gezeigt als in dieser weltliebesbistorie, psychologiscli reicher scheint 
mir aufser dem Hamlet keine seiner gestaJten ausgestattet worden zn sein 
als die Terföhrerisch- verführende teufelinne mit ihren lannen, lügen, lasten. 
Max Grube hatte, getreu seinem a1t«n Meininger herm und meister, 
das werk mit prunk in szene gesetzt. Er gab ihm eine neue btthnenbe- 
arbeitnng, die, ihren festspiele wecken gemfifs, nm einiges yoll stündiger ist, 
als Kilian's peinlich sorgfältige, die bedürfnisse der mittleren deutschen 
bahnen im ange behaltende Earlsniber fossnng, die vor einigen monaten 
auch in Kassel Verwendung fand. Qrube ging bei der reduzierung der Ver- 
wandlungen da und dort noch einen schritt weiter als diese; er verband 
zum eiempel ohne zwang die Unterhandlungen von Pompejus nud Caesar 
am Vorgebirge Misenum mit der sonst meistens auf einen eigenen schauplati 
verlegten Szene auf Pompqus' galeere. Des viel und nicht in allen punkten 
mit recht geschmähten Beerbohm-Tree's einJlurs zeigte sich in zahlreichen 
dekorativen und in szenischen Unordnungen ; deu empfang des liebespoareE 
an dem landnngasteg in Aleiandria und die beste szene der Tree'schen 
„ Antonius"- in szeniemng (die «inzige, die darstellerisch bei ihm genügte), 
wo Cleopatra, sich wollüstig nach dem femon Antonius sehnend, mit mau- 
dragola zu berauschen, mit musik za betäuben sucht, hat Ombe mit ge- 
ringen ändeningen übernommen. Auch den von Tree so glücklich einge- 
führten itnmmen boten , der dem der geliebten fernen Antonius bot^chaft 
von Cluupatren bringt und so von neuem die erinuemng an diese weckt, 
hat er beibehalten, nur IKCst er ihn bereits unmittelbar nach Antonius' 
wiedervermählung mit Octavia und nicht erst in der (von Tree — das ist 

') Als im November lbl3 Johu Philip Kemble die dichiung einstudierte, 
vetiicntete Mrs. Siddons (es mag ihr schwer genug gefallen sein) auf den 
part: "Becanse she would hnle hereelf if she were to plaj it as it onght 
to be played." 




I. SPRACHE U. LITERATUB. 



107 



fiir seine art bezeichnend — wühl nur dieser finneBse wegen beibehalteneu, 
sonet meist gestrichenen) Szene in Atlien auftreten; aof diese weise wirkt 
lies Antonios' verhalten gegenüber der ihm eben erst aogetrouten Rümerin 
noch brutaler als bei Shakespeare, wo schon das gespräcli mit dem Wahr- 
sager über des tiiamvirs wahre neigang nicht den geringsten Eweifel laagen 
kann.*) In anderen ssenen ging Grabe's regte selbständiger vor. Seine 
wiedergäbe der galeerenszene, die das fest, immer nur diskret andentend, 
von seinen anfangen bis zum hChepnukte führt nnd über dem tollen tanmel 
den Vorhang fallen Ulst, ist der allzubreit und -dentiich ausmalenden 
Tree'suben, die die oi^ie abschwellend von der höchsten tust bis zu der, 
zu dem stnrm der siuue allerdings raffiniert kontrastierten totenstille anf 
schiff und nfer darstellte, unbedingt vorsiizielien. Was aber vor allem du 
gesamtniveau der Düsseldorfer aiiffUhrnng über das der Londoner hob, sind 
die, im ganzen genommen, erheblich bUher stehenden darstellerischea lei- 
Bttmgen. Manclie kleinen rollen, so die eminent wichtigen botenpartien, 
wurden bei Tree zwar zweifellos besser gespielt, aber gewil's nicht die drei 
führenden: Antonins, Cleopatra, Enobarbus. Derberben, etwas nüchternen 
art Eranssneck'i, wohl des besten charakteristikere der Berliner hof- 
bühue neben dem huinoristen Vollmer, liegt die rolle dieses überlänfers 
besonders; das trugische ende von Antonius' trealos-l reust era getährten zeigt 
er ergreifend. EmmaBerndl von der MUncheuer hofblihue, ein stAndiger 
gast der Düsseldorfer Spiele, die Cleopatra gab, hat in den letzten jähren 
an darstellerischem ansdrueks vermögen ganz Qberrascbend gewonnen; vor 
allem der (odesszene verschaffte sie eine unerwartet tiefe Wirkung. Der 
Antonius ton Alei Otto (vom Hambnrger Schauspielhaus) dagegen litt 
unter einer ncrvfisen zappeligkeit, die seit dem Richard StrauTs'schen Herodes 
für ilie darst«llung „gebundener beiden" (wenn ich mich so ausdrücken 
darf) eine übte mode werden zu wollen scheint. Elsa WohlgemutL 
(▼om Schweriner hoftheater) hauchte den wenigen werten, die Shakespeare 
der Octavia gab, den stolz und die nur in einem kurzen blick, einer 
schwachen geste sich enthüllende seelische grsrse der (wir könnten beinahe 
sagen, modern- englisch empfindenden) blonden Römerin ein; in dieser bild- 
schBnen könstlerin steckt ein talent. Auch die scharfe Charakterisierung 
des Octavios Caesar durch Ingo von Kranss (vom laudestheater in Gras) 
fiel vorteilhaft auf. Was Grnbe's regle jedoch besonders ehre macht, ist 
die einheitlicLkeil , die trotz der wenigen gemeinschaftlichen proben die 
von allen winden zusammeugebtaseue darstellerschal zeigte, eine eiuheit- 
lichkeit, die natürlich nur bei der sorgHltigsten answahl der künstler nnd 
von einem sehr befähigten regisseur sieb erreichen liefs, dem man manche 
weniger gelungene eiozelheit, manche ans dem stile fallende geste seiner 
darsteiler nicht anrechnen mag. 

Die Düsseldorfer bearbeitung hat noch das besondere verdienst, dafs 
ihr die .Antonius und Cleopatra" ■ Übersetzung von Faul Heyse zu 



') Die Londoner Inszenierung von „Antonius und Cleopatra" durch 
Tree ist von mir im Jahrbuche der deutschen Shakespeare- Gesellschaft für 
1907 ausführlieh besprochen worden in dem aufsatze rDie englischen Shake- 
speare- Antitihrungen 1906—7", auf den ich für weitere eiozelheiteu verweise. 




1 




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I. SPKACHE D. LITEBATDR. 109 

noch darch das inzieheu eines, die tapete vorstellendeD EwUcbenvorbBug:» 
dargestellt. Die Bchrinapieleriiche wiedergäbe war, nnd i\aa ist an sieb 
erfreulieb, nichts weniger als zimperlich, mir perstinlicb war sie sogar dann 
und wann kq grob; su fand ich die verachiedeDen handgreiflichkeiten, du 
ringen der achweateni nud Petrachio'fl (ifter wiederlioltes spielen mit der 
peitsche, überflüssig, tnmal die regle ansgesprocbenermarsen und wobi mit 
recht auf den vcrsnch der wierterbelebnng der mit weit gröfseren brnta- 
litäten operierenden commedia del arte - sebaiiapi eiere i verzichtet hatte. 
Was die derbbeiten der daratellung geniefsbarer gemacht hätte, fehlte: der 
liebeoswtintige humor und die grazie, die englische anffübmngen Shake- 
spearescher lustspiule fast immer aUHzeichnen, Katharina ist eine böse 
sieben, aber ein edelfrSnlein und darf nicht, wie von Hedwig Gasny 
(Tom nenen schanspieihaua in Serlin), mit den allUren einer wascbfrau 
WolfFen gespielt werden; hübsch gelangen ihr nur die allmtthligen Über- 
gänge zur beziibmten nud die kleinen zUge von selbstironie gegen ende des 
Spiels. (Besonders die sonne-mond-szene „Feld" konnte beiVJedigeu.) Auch 
dem Petrucbio Haus Marr's (vom Berliner Lessingtheater) gebrach es 
stark an bnmor, für den seine frische Jagendlichkeit keinen genügenden 
ematx bieten konnte. Die beiden dienerrollen waren gleichfalls nicht eben 
hervorragend besetzt; e« gibt in Dentachland immer noch (dos gilt auch 
fQr den Schlau) bedaaerlicb viele Schauspieler, die schon dadurch im 
klassischen lustspiet komisch zu wirken glauben, dsJs sie in ihre rolle mehr 
oder minder unverfälscht ihren heimatlichen dialckt hineintragen. Den 
vogel schofs von den mannlicheu darstellem wiedenim Krauasneck mit 
seinem trocken-bumorvollen vater Baptista ab, von den frauen Lucie 
Wendt (DüEseldorO mit der derben wirtln des Vorspiels. Es liefse sich 
nun wohl zn guter letzt noch darüber streiten, ob die „Widerspfinstige", 
die einzige von Shakespeares komßdien , an denen die zeit kaum spurlos 
vorübergegangen ist, überhaupt verdient, in den rahmen eines anspruchs- 
vollen festspielzfkluB , wie die Düs^jeldurfer Sommerspiele es sein wollen, 
einbezogen zu werden, aber die originelle form, in der sie dargeboten 
wurde, ihre einorduung in die mitte zwischen die schweren tragSdien von 
„Coriolan" nnd „Antonius", und nicht zuletzt der auf heitere genlisse he- 
Booders erpichte sinn des Bheiuländers künnen die wähl zur genüge recht- 
fertigen. 

Nottingham. Ernst Leopold Stahl. 



Zur Interpretation zweifelhafter stellen in 
ShalieHpeiiro's Bicliard II. 

Die im folgenden zitierten ausgaben von Richard IT. sind : A b e I (King 
Richard U, Swan Edition, London I8ä!)), Barry (Blackie's Janior Scbool 
Shakespeare, London), Gibson (Amold's School Shakespeare, London), 
Heiford (Warwick Shakespeare), Johnson (King Eichord U, Blackwood, 
London), Harsball (Shakespeare, King Richard II, GiU and Sons, Londoii), 
Verit; (Pitt Press Shakespeare for Schools, Cambridge 1900), Paetsch 



110 t. SPKAOBE U. LITBBATUB. 

(Bicbard II, Velliiigen Q. ElBsing, Leipeig), Fernow (Richard FI, Sammlang 
Elappericli, Flemming, Glogan). 

I 1. 23 f. l'ntil ihe lieavent, envying earth's good flaj>, 
Add an imnwrlal title to your crown. 

An immortnl title scheint mir nicht, wie es bei den kommentatoren, 
aulser Barry, geschieht, als tfu tiüe of immortality oder the title „immortal'' 
anfEufasseu, sondeni immortal ist hier nicht nur der form, sondern aauh 
dem sinne nach als attribntives odjelitiv zti verstehen. 

Der himmel, neidisch anf dos glück, dos der erde veratattet, Bichord 
IQ den ihren zu züblea, nnd ihm den irdischen tttel könig zu verleiheu, 
wünscht ihn nnnmehr zn sich zu berufen und fügt damit seinem irdischen 
titel, der kröne, einen himmliachen, alen unsterblichen titel, etwa „der 
verewigte", hinzu. Dieser atiffassung entspricht es, wenn Borrj deu ans- 
druck Oidd an immortal title als „a enphemiatic wa; of avoiding the nn- 
pleaiant worda' until jou die" bezeichnet. 

I 3. 229 S- Thou caml Jtelp time to furrow me witit age, 
But gtop no lerinkle in his pilgrimage; 
Thy word is curreiü with tum for my death, 
But dead, Iky kingdom cannot buy my breath. 

Anfser von Marahall und Qibson wird vcrs 231 von den kommeuta- 
toren in dem sinne anfgefafet, aU würde das wort von der leit als befebl 
hingenommen, Oaunt zu tüten. Diese erklUrung erscheint mir ans inneren 
und äufseren gründen unhaltbar. Die zeit wirkt durch sich selbst auf den 
tod des menschen hin, ohne befehl oder ermächtigung. Ihre Wirksamkeit 
kann tinterstützt and bescbleuuigt, aber nicht befohlen werden. Daher 
heifst es auch vers 229: Thoii canet help time etc. Ebenso drückt is 
current mifh das zusammenwirken von wort und zeit, nicht das einwirken 
des ersteren anf die letztere ans und bedeutet demnach nicht „ist in geltnng 
bei", sondern „ist in geltnng gern einschafti ich mit". Diese aafTaasnng 
scheinen Marshall und Oibson zn teilen. Letzterer schreibt zu der stelle: 
„As the king can iasue coin, so bis word is a valid aathorit; for deaUt" ; 
und Marshall bemerkt: „The kiug's word is a valid anlhoritj for dtath". 
Das ergSbe die deutuug; „Dein wort, in gemeinschatt mit der zeit ist für 
meinen tod eine gültige erm&chtigung (mich dahinzuraflen)." Diese er- 
kläruug läfst jedoch unberücksichtigt, daTs der Zusammenhang mit dem 
folgenden verse, wo ,.buy my hreath" dem „current for my deatli" entgegen- 
steht, fUr curretil den wörtlichen sinn „gültige münze" erfordert Die beiden 
verse sind also folgendermafsen zu verstehen : „Meiueu tod zn kaufen (wört- 
lich für meiueu tod) ist dein wort gemeinsam mit derzeit gültige münze; 
aber mein leben zu kaufen, wenn ich erst tot bin, ist dein ganzes klinig- 
reich nicht imstande." 

Wahrscheinlich liegt hier zugleich ein Wortspiel vor mit dem doppel- 
sinn von currcnl, das nicht nur „vaHd", sondern auch „Twming" bedeutet. 
In dieser ursprünglichen bedeutnng wird es in Mturaf's Dictionar; in erster 
linie erwshnt, unt«r angäbe zweier belege aus den jähren 1651 oud 1756: 




I. SPRACHE D. LITERATUR. 111 

Tliey tciä go eurrenl down the rirer, und: The vraterwas current through 
tht ptmd; ferner als auadruclt, der speziell in Verbindung mit b'me bSaflg 
iit, mit einem beleg kub dem jabre 1608: There was not atij/ long time 
currettt and pagt. Gerade die Terbinduug- mit Urne spricht auch hier fllr 
die nebenbedentaag mnning, so dafs sich als mügliche Interpretation ergfibe: 
„Dein wart läuft in gemeinschaft mit der zeit auf meiaen lud hin." 

U 1. 93 f. Now, He tkat viadt me hiowB I »ee thee ill; 
lU in mytelf to see, and in Ihee »teing ill. 

Veritj , Abel, Oibaon und Paetsch geben „to tee" die bedentnng „to 
loot Ott", ohne das „in" ynr mgself weiter za berUcksicbtigen. Johnson, 
Herford und Fernow nehmen an, dafs „to see" als „telio »ee thee" anfun- 
fassen ist. Barry n-ill to see — al seeing litis verstanden wissen, fügt 
jedoch binEQ, dafs, da der rers Alexandriner ist, durch Wegfall von io see 
sowohl metram wie sinn verbessert werden. Übersehen wurde bei all diesen 
interpretationen der paralletiBmua iu der bonstroktiün des hier eininal ab 
Infinitiv, einmal ab partizip erscheinenden verbs to see. Wir haben im 
gleichen verse zweimal dasselbe verb, zweimal dazu als direktes objekt 
dasselbe Substantiv (((0 mul zweimal als indirektes objekt vom verb ab- 
bängend nach zweimal derselben prSposition (in) ein Personalpronomen 
(myself— thee). Dieser grammatische Zusammenhang läfst fUr die erklürnng 
zwei möglicbkeiten zu. Man kann entweder den satz in vers 93 abhängen 
lassen von „hiojcf' ans dem vorhergehenden verse und lesen: Hethatmade 
me knouts (me) to see iU in myself, and (Ahöics me) seeing tu in thee. Man 
mitTste freilich bei der akkusativ-cnm-infinitiv-konstruktion „me" dem 
sinne nach ergänzen und als in dem Subjekte des gleichfalls von „ktiows" 
ahhüngigeo Satzes „I see Ihee iH" enthalten ansehen. 

Die andere erklärung wUrde eine int erpunk tionsänderung erfordern: 
IU, in myself to see, and, in thee neeing ill. Hier wftre iU EUerst adjektiv, 
am BCbloTs sobttantiv. Der sinu ist dann : 1 st* tliee ill, (I, who am) IU, 
to see in myself (iU), aiid, seeing in Ihee ill. Obschon diese erklSrnng 
keinerlei ergänzung oder Streichung erforderlich macht, scheint mir doch 
die andere wegen des vollständiger durchgeführten parallelismus der gram- 
matischen konstmktion den vonug zu verdienen. 

A> n 2. 30 ff. I cannot bttt be sad; so heavy sad 
^B As, thovgh on thinking on no Ihought I think, 

^V Makes me wilh heavy nothing fainl and shrink. 

On Ihifiking wird von den beranagebem, mit ausnähme von Verity, 
als „in my brooding" kommentiert, Terity bemerkt zu dieser stelle: Pn-- 
haps on thivking depends on / tiiink. Das scheint mir die einzig mögliche 
erklSmng. Es liegt kein gmnd vor, hier in für on zo snbatituieren , da 
sich unter beibehaltang von on der satz durchaus sinngemäfs wie folgt 
erklärt: „Ich kann nicht anders als traurig sein, so bedrückend traurig, 
dafs mich meine traurige stimnang, obwohl ich mir das gebirn am 
grübeln über nichts zermartere (wörtlich: obwohl ich am denken 
Über keinen gedanken herumdenke), vor diesem bedrilckenden nichts er- 




112 



I. 8PKACHE C. LITEHATÜB. 



bloBseo und erachatieni macht." No thoughl hat hier offenbar in seinem 
EOBaaimeubang mit ikinh'ng on einfach deu sinn „nicLla" nnd wird dem- 
gemäTs im folgenden vexse „htavij nothing" genannt. Es liegt Uer ein 
ahnlidier fall vor wie in n 1. 94: Zweimal dasselbe Terb {set — (Aini) nnd 
«weimal dieaelbe zn diesem verb gehürige präpoaition (in — on). 

IV l. 201 f. Anf Bolingbiokc'a frage: Are you contniUd to resign 
ihe erovm? antwortet Richard: 

Ay, no; no, oy ; for I muit nothing be; 

Therefore no no, for I resign lo thte. 
Bei dem hier vorliegenden Wortspiel ist, wie mir echeint, von den 
herauBgehem aberaehen, dafa nicht nur /(ay), sondern anch nothing in 
zweierlei bedeatung za Tentehen ist, wodurch sicli ans dieser stelle zwei 
sinngemälse lesarteu ergeben. Nothing bezieht sich einmal anf I nnd be- 
deutet in beantwortnng der frage: Are i/ou contented? „neither contented 
Kor diseontenleii" ) anr^erdem aber steht es im üblichen sinne „nichts", 
indem es sich anf ay bezieht. Die beiden lesarten, deren zweit« die toh 
Barry vorgeschlagene interpnnbtion erfordert, lauten: 

1. Ay, no; no, ay; for I must nolhinn be; 
Therefore no no, for I reiign to thte. 

2. i, no; no ay; for ay mnet nothing be; 
Therefore no no, for J resign lo Ihee. 

1.: Ja, nein; nein, ja; denn ich darf weder zufrieden noch nnznfrieden 
■ein; deshalb auch kein nein, denn ich überlasse dir (die entscbeidung/ 

2.: Ich, nein; kein ja, denn (mein) ja mnfs nichts sein; deshalb auch 
kein nein, denn ich überlasse dir (die kröne). 

V 3. 134t. Tioice saying „pardon" does nol pardon iwain, 
But niakes one pardon strong. 

AnTserFernow fassen alle kommentatoreu twain als tioo persans auf. 
Das kann nach dem Zusammenhang jedoch keinen befriedigenden sinn geben. 
Nur wenn man twain wie Femow als verb nimmt, fügt sich der sinn des 
Terses in den Zusammenhang, To twain bedeutet nach Hnret-Sonders 
trennen, teilen (wohl zunächst in zwei teile). Die herzogin bittet den 
kOnig, das wort Verzeihung für ihren söhn nocbmals auszusprechen, „denn 
zweimal Verzeihung sagen, bedeutet doch noch nicht, die Verzeihung zwei- 
teilig sein EU lassen", äie will ihm nicht zumuten, ihrem söhne etwa eine 
zweite verzeihtmg zn gewähren, sondern sie will nur „make one pardon 
atrong-'. Gerade das „one pardon" des folgenden veraes erfordert den 
gegensatz „two pardon s" nnd nicht „ttoo persans". 

Hamburg, Theodor Milbe. 



J 



II. UNTERRICHTSWESEN. 113 

n. UNTERRICHTSWESEN. 
Freytags Sammlung französischer and englischer 

Schriftsteller. 
William Shakespeare, Julius Caesar, a Tra^edy. Für den Schul- 
gebranch herausgegeben von Prof. Dr. August Sturmfels. Preis: 

geb. 1 M. 50 Pf. = 1 k 80 h. 147 S. 
William Shakespeare, First Part of King Henry IV. Ausgabe für 

Studenten. Herausgegeben von Prof. Dr. Gustav Krueger. Preis: 

2 M. 50 Pf. = 3 k. 195 S. 

Die einleitung zu „Julius Caesar" (s. 1 — 34) enthält fol- 
gende abschnitte: I. Das Zeitalter des Dichters, II. Das Leben 
des Dichtei-s, HI. Shakespeares Werke, IV. Julius Caesar (der 
Stoff der tragßdie, die behandlung des Stoffes durch Shakespeare, 
die Überlieferung des textes, abfassungszeit , zeit und ort der 
bandlung, vers und prosa, Charakter und gnindgedanke des 
dramas), V. Englische Bühnenverhältnisse in Shakespeares 
Zeit, VI. Metrische Bemerkungen, VII. Abweichungen der 
Sprache Shakespeares vom heutigen Sprachgebrauch. — In 
allen seinen ausführungen folgt der ^^erfasser den besten quellen, 
sie sind daher einwandfrei und entsprechen dem neuesten stände 
der foi-schung. Im abschnitt VII wird s. 30, § 13 bemerkt, 
dafs die auslassung des nominativs des relativpronomens sich 
heute nur noch nach Ihere is und here is findet; aber in den 
beiden aus „Julius Caesar" zitierten beispielen fehlt der no- 
minativ des relativiironomens auch nur nach there is. Un- 
wissenschaftlich stilisiert sind bemerkungen, wie s. 32, § 28 
„Der Infinitiv ohne to steht entgegen der heutigen regel 
nach ought, go, come" §30 „Das gerundium folgt bezüglich 
des artikels und des gebrauches von (»/"nicht immer den 
heutigen regeln." 

Der text folgt der zweiten Dyceschen ausgäbe (1866), 
doch sind einzelne lesarten anderen ausgaben entnommen; von 
neueren arbeiten werden besonders die ausgaben von Alex, 
Schmidt, von W. A. Wright (the Cambridge Shakespeare) und 
von A. W. Verity (The Pitt Press Sliakespeare) berücksichtigt. 
Die „anmerkungen" (s. 118 — 147) ergänzen in bezug auf si)rach- 
liche und ästhetische Würdigung des textes trefflich die in der 
„einleitung" dargebotenen belehrungen. 

Diese neue ausgäbe des an unseren höheren schulen als 

AdcIU. Btlblkit III. 8 




114 



II, rNTEKRICHTSWESBN, 



schullektüre längst eingebürgerten dramas mOge daher bestens 
empfohlen werden. Der druck ist korrekt; ein dmckfehler ist 
s. 28, z. 1 von nnten stehen geblieben: enterprize. 

Umfang und einrichtung der ausgäbe von „King Henry IV, 
I. Pari" zeigen auf den ersten blick , dafs diese nicht für 
Schüler, sondern für Studenten bestimmt ist Auf zwei kurze 
einleitende abschnitte über Überlieferung und abfassungszeit 
des dramas folgt der längere absclinitt über die „quellen", 
wovon die betreffenden kapitel aus Holinsheds "Chronicles 
of England, ScoÜand, and Ireland" vollinhaltlich abgedruckt 
sind ; am Schlüsse der „eiitleitung" wird noch die Stellung des 
Stückes zu den anderen geschichtlichen Schauspielen des dichters 
besprochen. Für die herstellung des textes ist der heraus- 
geber auf die ersten quartos und auf die erste folio zurück- 
gegangen. 

Zu den ausführlichen ^anmerkungen*' (b. 122—195) wird der grondaata 
befolgt, an koiuer scbwierigkeit vorbeiiugehen und sich von dem sinn jeder 
Zeile and jedes wertes genaue reclienschaft zu geben. Viele seiiiet erklS- 
rangeo verdankt der heransgeber seinen vor^Sngem, wie Steevens, Delioa 
und Deighton; er bat aber auch vielfach eigene ansichten voi^etragen und 
vorschlage zu besaerongeu gemacht. Zu Erilgers beuerungsTorachlägen 
gehören folgende: I, 3, 50 I IAdi. aü smarimg mlh mg viowvh, beittg eiM 
(durch das komma hinter v!oun(h wird bewirkt, dals being cold nicht zu 
wouMrfs, sondern / gehört); 111,2, 11 Teil me, eist Could giuA inordinate 
a»d low desirrs .... Aeeoeipany the grralnrss oflhg bliiod? (Daa komma 
hinter me, statt, wie bisher, hinter eUe!) ; III, 2, 178 bg tckieh accovnt Otr 
bveineas valued, aome tteelce dags hence Oiir general forcts at Sridgenorth 
thtdl meet (kein komma hinler accotmti); tn, 3, 82 üoto! the prittce ig a 
Jack, a sneoA-cujj (statt cup schlägt Krüger ape vor); IV, 1, 50 for 
therein ahould i« read The rtrg botlom and the soul ofhope (statt read 
mtSchte Krüger gern da» besser passende reach leaenl)- 

Doiig. Yea, or to-night. 

Ver. Content. 

Hot. To-night, say I. 
Zu dieser stelle (IV, 3, 19-21) bemerkt Krliger, dafa ÜotOeta aU antwort 
Yemong anf den verschlag des Douglas unbegreiflich sei, da Vemon mit 
diesem vorschlage nicht einvcratanden sei und sofort in längerer gegenrede 

einsprach ilagegen begründe; daher nimmt er an, dafs die rede des 
Douglas gelautet haben mag: Yen, or to-night — Vcmon, content? und 
data der setzer Vemon als vcnnerk der redenden peraon anfgefalat hal. 
Alle diese ändentngs vorschlage werden mit grofsem philologischeu Scharf- 
sinn begründet, und auch alle Übrigen texterklämngen »engen von jenem 
gründlichen wissen, das wir iu allen bisher erschienenen grammaliach- 
lexiknlischen arbeiten Krügers knunen und schützen gelernt haben. 




a. ITNTEHRICHTSWKSKN. 115 

Der ilmck ist korrekt; an druckfehlerii siud mir nur ftofgefallea 
». 33, z. 2 V. 0. coTuiA und b. 14ö, z. 2! ihm (st. him). 

Die schöne ausgäbe ist allen jungem der anglistik wärm- 
stens zu empfehlen. 

Wien, Dezember 1907. Joh. Ellinger. 



Französisch • englische Klassiker •Bibliothek. Herausgegeben von 
J. Bauer und Dr. Th. Link. MUnchen, J. Lindauersche Buch- 
handlung (Schöpping). 

Nr. 55. The Tragedy of Macbeth, by W. Shakespeare. 
Herausgegeben von Dr. H. Dhom. 1907. XX u. 79 s. An- 
merkungen u. Wörterverzeichnis 47 s. 

Unter den Shakespeare'schen dramen, die in der schule 
behaudelt werdeu, ist Macbeth nach dem selten gelesenen 
Hamlet unstreitig das schwierigste. Verderbtheit des textes, 
veraltete Wortbedeutung, dunkelheit und knappheit des aus- 
drucks begegnen dem scliüler auf schritt und tritt und er- 
fordern einen ausführlichen und geschickten kommentar. Der 
herausgeber der vorliegenden ausgäbe wird von dem gedanken 
geleitet, dem schüler das stück ausscliliefslich als knnstwerk 
vorzuführen, unter möglichster Vermeidung alles philologischen 
beiwerks. Der kritische apparat ist deshalb in einen von den 
anmerkungen getrennten anhang verwiesen und ziemlich kurz 
gehalten; er künnte in einer schnlausgabe \ielleicht ganz weg- 
gelassen werden , sodafa es dem belieben des lehrers überlassen 
bliebe, über die textkritik in der klasse so viel mitzuteilen, 
wie ihm rätlich scheint und seinen neigungen entspricht. Eine 
erschöpfende behandlung der einschlägigen fragen, die durch 
das von Dhom gar nicht benutzte Murray'sche Wörterbuch 
teilweise in eine ganz neue beleuchtung gerückt werden, geht 
ja doch weit Über den rahmen der schule hinaus. Die ab- 
weichungen der granimatik und des Sprachgebrauchs Shake- 
speares vom heutigen Englisch hingegen müssen ausreichend 
erläutert werden, damit sie der schüler nicht nachahmt, und 
in dieser beziehung läfst uns die Dhom 'sehe ausgäbe im stich: 
die grammatischen bemerkungen in der einleitung sind be- 
klagenswert dürftig, und in dem sonst recht brauchbaren 
Wörterverzeichnis, in das allerdings manches verwiesen ist, was 



i 



116 n. UNTBBBICHTSWESEK. ^^^H 

in die anmerkungen gehört (vgl. das auch so noch an verständ- 
lich bleibende to all and htm we thirst s. 44), stehen die noch 
gebränclilichen und die veralteten Wörter und Wortbedeutungen 
unterschiedslos und ohne einen Linweis nebeneinander. Der 
text folgt mit vier geringen abweichungen der Globe Edition; 
I 2 und III 5 werden nach unserer nieinung mit unrecht, 11 3 
mit recht für echt erklärt. In der biogiaphie des dichter^ 
(s. VI) heilst es, Sh. atelie in der dritten periode seines Schaffens 
„wie Dante bei abfassung des Purgatorio in der mitte des 
lebenswegs: To be, or not to be: that is the question"; welche 
berechtigung soll dieses rätselhafte zitat haben? 

Die anmerkungen sind in der hauptsache übersetzungs- 
bilfen; als solche hätten sie an manchen stellen nicht blofs 
den sinn, sondern eine wörtliche Übersetzung geben sollen. 
I 2, 56 wird arm mit waffe übersetzt; bei Sb. kommt es nie 
im sing, in dieser bedeutung vor. I 2, 25: „statt der sonne" 
steht nicht im text. 13, 15: the very porls iJicy blow so zu 
deuten, dals ports akkus. zu blow ist, ist sprachlich unmöglich. 
14,19 nicht erklärt; proportion {^= richtiges Verhältnis) 
fehlt im Wörterverzeichnis. 14,27: safe (Schmidt: an ex- 
pression undotibtedly sirained and ohsaire on purpose) fehlt, 
I 5, 36: die annähme, Lady M. habe von der ankunft Duncans 
schon gewulst, als der böte ihr die meidung brachte, ist falsch ; 
warum gerät sie in solche aufregung? I 7, 8: that = so that 
fehlt. I 7, 25 ff. ist falsth erklärt; Sb, mischt hier die bilder, 
I 7, 42." 01-nament of life sind nicht die golden opinions (v. 33), 
aondern die kröne. I 7, 50 gibt eine unbefriedigende erklärung 
für die sehr dunkle stelle, n 1,25: when 'tis = wenn es so 
weit ist. IT 1, 45 : worth ail the rest = so viel wert, wie die 
übrigen zusammengenommen. 113, 101: raxf^ nicht :=hinunels- 
gewölbe, sondern = erde. 113,146: the nearer bloody: das 
Subjekt dazu sind nicht die königssöhne, sondern die ver- 
wandten. LII2, 38: valure's copy mit „pfandschein" zu über- 
setzen , ist irreführend ; der ausdruck bedarf einer längeren 
erklärung mit hinweis auf IV 1,99. 1112, 56: go tcith me 
einfach — wir wollen gehen. III 4, 32 : ourselves seltsamei*- 
weise ganz übersehen. 1114, 106: if (remhUng I inhabii = 
wenn ich fortfahre zu zittern. HI 4, 124. 5 bleibt ganz un- 
erklärt und kann sich doch an Schwierigkeit mit jeder andern 
dunklen stelle des Stücks messen! Wäre es vielleicht allzu 




n. ÜNTERRICHTSWESES. 117 

gewagt, die anordntuig der verse in der folgenden weise zu 
ändern : 

Ängars by maggot-pies and choughs and rooks 
And uuderstood relations have broiight forth 
The secret'st man of blood? 
III 4, 129: at our great bidding soll sich auf den bau der feste 
Dunsinane beziehen. Dies ist unwahrscheinlich. Macduff war 
nicht in Scone zur krönung (I[4, 06), auch nicht bei dem 
grolsen bankett (III a); vgl. III 6, 21: 'cause he failed his 
prcsewe at fhe tyrant's feast, Macduff lives in disgrace. IV 1, 25: 
die fassung „mumieu wurden lange zeit als arznei verwendet" 
ist nicht sehr geschickt Über V 2, 3 — 5 geht der herausgeber 
stillschweigend hinweg. 

Frankfurt a/M. K. Lincke. 

Methodisch geordnetes englisches Vokabularium zu den HÖlzelschen 
Anschauungsbildern (Frühling, Sommer, Herbst, Winter, 
Bauernhof, Gebirge, Wald, Stadt, London, Wohnung, 
Hafen). Von Dr. Max Seelig, Professor am Königl. Real- 
gymnasium zu Bromberg. 4. Auflage (9.— 12. Tausend). 
Bromberg, Fiiedr. Ebbecke 1906. 131 s. 
Der Verfasser verficht in der einleitung den sehr berech- 
tigten Standpunkt, dafs bei der Verwendung der Hölzelschen 
bilder im Unterricht dem schüler nicht ein beschreibender text, 
sondern das blolse wortmaterial in die bände zu geben ist. 
Die Sprechübungen können dann freier gestaltet werden, die 
gefahr des mechanischen answendiglernens wird vermieden. 
Die tatsache, dafs das vorliegende Vokabularium schon die 
vierte aufläge erlebt hat, spricht am besten für seine verwend- 
bai'keit. Die einzelnen bilder brauchen nicht in der im buche 
gewählten reihenfolge behandelt zu werden; die notwendiger- 
weise wiederkehrenden Wörter sind bei jedem bilde wiederholt. 
Füi' die ansaprachebezeichnung ist eine zweckdienliche laut- 
schrift verwendet . leider nicht in genügendem umfang. In 
büchern, die für aufänger bestimmt sind, sollte jedes einzelne 
wort, vielleicht von den ganz einfachen abgesehen, lautschrift- 
lich festgelegt werden. Warum geschieht dies nicht bei 
peasant, shone, brecches, vineyard n. a., die erfahrungsgemäfs 
so häufig falsch ausgesprochen werden? Die diphthonge ea 
und ow sollten stets irgendwie bezeichnet werden, das buch 




118 



II. UNTBHEICHTSWESEN, 



imterläfst es sogar bei leap , leapt (s. 54). Von to pour out 

mufste das gauze lautbild gegeben werden, wegen r. In ravine 

(s. 47) ist der ton fälsch liclier weise auf die erste silbe gelegt. 

Frankfuit a/M. K. Lincke. 



Deutsche Shakespeare ■ Gesellschaft. 

Die mitglieder der Deutschen Shakespeare -G-esellsch« 
beehren wir uns hiermit zur diesjährigen 

Jahresversammlung ^^ 

einzuladen, die ^^H 

Donnerstag, den 23. April ^^H 

Vormittag 11 ulir ^^^ 

im Saale der „Amibrustschützen<Gesellschaft" zu Weimar 

stattfinden wird. 

Die Tagesordnung ist festgesetzt, wie folgt: 

1. Eröffnung der Sitzung durch den Piäsideiiten Prof. 

Dr. Erauäl. 

2. Erstattung des Jahresberichtes. 

3. Festvortrag des Herrn Prof. Dr. Morsbacli-Güt- 

tingen: „Shakespeare als Mensch". 

4. Bericht über das Ergebnis der Preisausschreibong. 

5. Rechnungsablage und Entlastung des Schatzmeisters. 

6. Anträge und Wünsche von Mitgliedern. 

7. Wahl des Ortes der näclisten Jahresversammlung. 




Die Vorstand agltzimg findet Mlttnoch, dpn SS. April, dar hniit tags 
3 nhr im Schillerhaage statt. 

Tagesordnnng: 

1. Mitteilungen des V-orsitEenden. Festatellnug des Jahreabericfalc«. 

2. Bericht über die Bibliotliek. 

3. Kassenbericht. 

4. Feststellung de» Voransdikges. 

5. Antrage. 

Weimar und Berlin, den 15. März 1908. 

Der Präsident der Deutschen Shakespeare-GesellschafLl 

BraniU. 

Der Vorsitzende des geschäftsführenden Ausschussn. 

V. Sojunowski. 



lU. JtBVE bCcHER. 1 

m. NEUE BÜCHER. 

r In Sngland ersoliieiien in den monaten Oktober bis 

Ende Dezember 1907. 



1. Sprache. 

a) Macintirra (D.), Soarces and Sounila of the EDglish Laneuage. An Outline 
Coorse on tlie History and St.nictnre of the EDg'Iian Langnage, with 
Spei^ial Reference to Phanetica and Dinlects, pp. 77. Ralph, Holland, 
net, 1/. 

Jonii (D.), Phonetie Trauscriptions of Eng-Iish Prose. Clarendon Press. 2/. 

b) Loring (Andrew), The Rhymer'a Dictionary. Introdnction hy Oeorge 
Sftintflhury. Cheap ed. pp. 928. Roiitledge. 3,6. 

Rhyntng Word Book. Contaloing Nearly S,000 Rhyming Worda. pp. 46. 

Allenson. uet, Gd. 
Yaonian (G. D.}, 2,000 Rhyming Lines, pp. 178. Simpkin. uet, 2/6. 

c) Oxford Engliah Dictionary (The) on Historical Principles. Edit. bv Dr. 
James Ä. H. Mnrray. Nkhe-Nyw!. (Vol. 6) by W. A. Craigie, 
M. A. Fol. Hy. Frowde. 5'. 

Paarson's Easy Dictionary. Engliah Worda and Phrase«, their Use, Ueaning, 
and Pronnnciation. Edit, by A. Cyril Pearson. pp. vüi— 431. C. 
Arthur Pearson. net, 3/6. 

d) Dcinhardt - Schiomann. Series of Technical Dictionaries (The) Toi. 2. 
Elettrical Engineering. Edit. hj C. Kinibrunner. 12nio. (Sonatable. 
net, 25/; Ir., net, 30/. 

HewIcH (Graham), Sea Terms and Phrases. English-Spanish and Spanish- 

English. 32ino. Griffin, net, 8/6. 
Mlchitlls (II.), Pocket Dictionary of the Portugneae aud Engliah Langaages. 

Imp. lemo, pp. 796. I. Pitman. net 15,. 
Borrow (George), Romano Lavo-Lil. Word-book of the Bomany or Giiay 

Language. Re-issne. pp. 282. J. Murray. net, 2/6. 

2. Literatur. 

ft) Altgem eines. 

aa) Cambridga History of English Literatnre (The) Edit. by A. W. Ward 

aud A. R. Waller. Vol. 1. From the Beginnings to the Cycles of 

Romauee. pp. svi^öOi. Camb. Univ. Press, net, 9,'. 
SalDdbury (Oeorge), The Later Nineteenth Century. (Periods of European 

Literatnre.) pp, 490. W, Blackwood, net, 5/, 
Hill (Julian), Great Euglish Poeta. lUuat, pp, 304. Richards, net, 3,6. 
bb) ülerary Year Book (The) 1908. pp. 82C, Eontledge. net, 5., 
Braokt (Stopford A.), Studies in l'oet^. pp. 253. DncKworth. net, 6/. 



Stapiien (Leslie), Essays. Literary aud Critical. Witb Introdnctory Essays 

hy J, Brvce and H, Paul. 10 vols. Dockworth. net, 60/. 
Rssd (M.), IiOve Aifoirs of Literary Heu. pp. 210. Pntnam's Sons. 6.'. 



hy J, Bryce and ( 
---* "T.), Love Äffftii 

■ (F. B.), The Populär Ballad. (Types of English Lit.) Constahle. 

net, 6 . 
Elllfit (F.), The Tmatworthioess of Border Ballads. Cheap re-issne. 4to. 

W. Blackwood, net, 5/. 
Archer (William) aud Barker (E. GranviUe), A National Theatre Scheme and 

Estinmte». Roy. 8to, pp. 210. Duckworth. net, Ö/. 
Born (Mario), The Engliah Stage of To-day. Translated and edit,, with a 

Prefatary >ote by Selivyn Brinton. pp. 330. Laue, uet, 7,6. 
Chindkr (F. W.), The Literalure of Roguerj. 2 vols. Constable. net, 12/. 




120 



III. NECE bOCHES. 



cc) fiolden Treasury (The) of tbe Best Sovgs aod Lyrical FoeniH in tbe 

Sngptisli Lanmiage. Selected anil nrrauged with Notes tij Frsncis 

Turner Palgrave. Together witli 100 additional Poems {to the end 

of the 19th Century). Ouord edit. pp, liii— 4«e, H. Frowde. 2/; net, 

2/6; 8,'6. 
— Illnat. in Colour and Liae by Robert Auniug Bell. 4to, pp. 384. 

Deut, net, 10/6. 
Stabbina (WiUiam), Tbe PoetA. Geoffrey Chaucer to Alfred Tenny- 

90D. 1340—1892. Vo!. 1. Cbaiicer— BnruB. Vol. 2. Wordsworth — 

Tennyson. 2 vola, Frowde. net, 8/. 
Engliih Ljrics from Spenser to MMlon. pp. 240. Bell, nel, 3/G. 
Queen'i Oarland (The) Being Cbosen Lyrica ol tbe Belgn o( Queen Elisabeth. 

Select«dandarTaneedby Fitzroj Carringtou. 12mo, pp.l2ä. Dnck- 

wortb. bds., net, 2,6. 
King'i Lyrics (The) Being Lyrical PoeniB of tbe Beigns of Janiea I. and 

CLarles I. Selectfid and Arranged by Fitiroj Carrington. 12qio, 

pp. 132. Dnchworth. bde., net. 2/6. 
OownM (RobertP,), Eonrs with the Inunortalii. William Cowper to 

E.B.Browning, pp.xi— 371. E- CuUey. 3/6. 
Po«t» and Poetrj of Ihe 19th Centnry, Chriatina G. RoaBetti to Ka- 

tbarine Tyoan. Edit. fcj Alfred H. Miles. 12mo, pp. 4SH. Eont- 

ledge. net, 1/6. 
Book of the Living Poeta (The), Edit. by Walter Jerrold. pp. 396. 

Alatou Rivers, net, 7,6. 
Naw SongB. An Antbology of Coatemporary Verse. Being (for the moit 

partltbeUnpublishedWorkaofNewWritera. Edit, by Fred. G. Bowles. 

pp. 200. Chanman & Hall, net, 3,6. 
Englith Prose Hiscellany (An) Selected, wttb an Introductiou , by Jobn 

Masefield. pp. 314. Hethnen. 6/. 
Saventonlh Centnry Proae. Select«d and edit., with lutrodaetiona , Note«, 

OluBsary, &c., by Elisabe th Lee. 12nio, ad., pp. liü— 83. Hnunillan. 1/. 

b) Literatur der älteren Zeit. 

ChRUCtr, Canterbury Tales. Tbe Prologue. Illnat, b; Ambroae Dudley. 

4to, pp. 42. A. Fairbaime. net, ,S,'6. 
Tne Nnn'a Prieat'a Tale. Edit. with Introduction and NotǤ by 

Alfred W. Püllard. 12nio, pp. iiiv— 67. Macroillan. 1,6. 
A Modem Rendering into Proae of the Prologue and Ten Talea by 

Percy Hackave. Illnst. Roy, 8vo, pp, 2öO, Ri^ards. net, ö/. 
Birbour (Jobn), The Bruce. Being tbe Hetrical History of Bobert Broce, 

King of Scota. CompUed A.D. 1375. Tranelated by 0, Eyre-Todd. 

pp, 384- GowauB & Gray, net, 3/6. 
BooR of Curtesje (The) Printed at Westminater bj IVilliain Caiton 

abont Ihe Year 1477. 4to. Camb. Tniv, P. net, 10,'. 
c) Literatur des 16,-18- Jahrbunderts. 
Robart Laueham'a Letter, describing a Part of the Entertainment nnto 

Queen Elizabeth at the Castle of Eenilwortb in 1575, Edit., with In- 
troduction by F. J.Furnivalt. pp.222. Chatto & Windua, net, 5/. 
Quoen Mary'a Book. A CollectJon of Poems and Essays bv Mary Queen 

Scota. Edit. by Urs, P. Stewari-Hackensie Ärbutl ~ 

8to, pp, 204. 
fiucoignr "" 

Cambr . __., _,_ 

Sldney't Apologie for Poetrie. Edit., with Introduction aud Note«, by J. 

Cburton Cullina, pp. 142, Clarendon Preaa, 2/6. 
Spantar (Edmund) The Fowre Hymnes, Edit. by Liliau Winstanley. 

pp. lisii— 79, Camb. Univ, Presa. net, 2/, 
Momaigne, Essays. Translated by John Florio. 1603. Sei. aud edit. bf 
Adolphe Cohn. pp. 412. Putnam. 7/6. 



ckensie Arnnthnot. Roy. 




in. SEÜE bOcher. 



121 



Plutarch't Life of JuUns Ciesar. North's Traiislntion. pp. 108. G. Gill. 1/. 
Hcrwood (Thomaa), A Woman Killed by Kindness. Edit. with Introdnclion 

an'I Notes by F, J. Cox. (Old English Playa.) 12mo. Griffiths. 6 d; 1/. 
MarJow« (Chris Kiplier), Tbe Tragical History of Doctor FaoBtns. Edit. wiüt 

Introdaction and Notes, by F. J. Coi. (Old English Playa No. I.) 12mo. 

F. Griffiths, sd., net, 6d.; net. 1/. 
Shakuptira'i Works. (The Bed Letter Rh.) Edit. hy E. E. Chambers. 

Ifimo. Blackie. ea., net, 1/6. 

(Antony and Cleopatra. — Cymbeline. — Troilns and Creuida. — 
Twelfth Kight.) 

— Midsnmmer Night'a Dream; Two Genlleraeu of Verona; The Taming oi 
the Shrew ; Twelfth Night. (Old Spelling Edition.) Chatto & Windus. 
each., oct, 2,6. 

— The Tragedie ot Anthonie and Cleopatra. New Variornni Ed. Edit. by 
Horace Howard Furness. Eoj. 8to, pp. 6a6. Lippincott. 18/. 

— Sonnetfl and A Lover's Complaint, 1609- With Introdnction by W. H. 
Hadon. (Tndor and Stuart Library.) Clarendon Press, net, 5/. 

— The Comedy ot Errors. Edit. by Henry Canningham. (Arden 
Edition.) pp. 30. Hethaen. net, 2.6. 

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128 



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Leipzig, Paul Lange. 

INHALT. a.,„ 

Ii. TUflComplBtaWorktofGt'.rgiiG.Molgue. In T*o Volum», Vol. I: The PdiIb». 

Edlted by Jotin W. CuutltT^ (LiDLkc) B7 

Vsit, Ben Janione TngOdla (.'aliliDS bl> Ooiie|>uiuy und Ihn k ( 

Quellen \ f» 

Fipe, üehüi die Enuiehngg der eielen Qgurto TOD Sbiihe- 

blibei iilDht eewaidlgta Tsit tdo Homao nnd JuUei | ) 

hena>a«nboD u, etlHulen 101 

ElsUiuS, Dia Mden klteilin Anagiliea Toa Bumeo und Juliet. 

Etu larglelobend« Frafiiug Uitu InhüU } ( lol 

Ib. Buhl, Zirei nine älukispHn-luuDlaruDgm IUI, 

MBliB. Zu iBIsrpigullnn iweirelbBn« Blrlleo <ii Shiks-peue'i Richard II, . . IM 
II. FicfUgi Sumnlung fr^DiOeiHbei ond eoglliolier ächrirteuUar. ) I 

ShakHpH», JallBiOHUi. i>Tnged]r, Flii den ttubnlgebiiiDoli 

ber-mgegehen lon lTo(, Dr. Augut BtntnitBl ^ (Blllnier) { IIJ 

ühabeipe«!, Finl Part nf Klag Henr; IV. Auigibe fllr Sta- I 

denun, Hmuigegabeo -von tiol. Dr. Qatwi Kintgi^r ' ' ■'- 

FruHliilicb-englliahe Klmlkor-BlbUothek. HenutgegebBn 
J. Bur UDd Dr. H. Llnuk. 
Nr. U. Tha Tngedy of Mubeth, bf W. Shikaapaira. Hai 

Seella. MelhodlKih geordnetea anKllicbai Volubalirliiiu na 

JlOliuleohcn AoHshmoongeblldeFD 

IIb. Htll^ilBDgep : DtntKha »hiliealmta-aaHllIahafI 

III. Neue BUelier 

Herausgegeben von Prof. Dr. Hax Friedrich Mann in Franklurt a 

Verlag •ud Mu Nlamayer, Malle — Droak iDii Ehrbudl Kbriw, Hall«. 



L 



I 



Beiblatt zur Anglia. 

Mitteilungen 

über englisclie Sprache und Literatur 

und über englischen Unterriclit. 



: FOr den Jahrgaag 8 Hark. 

ngUi' und 'B«lbUtt' jthrllub U Kl 




XIX. Bd. 



Ifr.Y. 



I. SPRACHE UND LITERATUR. 

1. Henry Bradley, The Making of English. London, Macmillau 
& Co., 1904. VIII, 245 pp. 8". 

2. Otto Jespersen, Growth and Structure of the English Language. 

Leipzig, Teabner 1905. IV, 260 pp. S'\ 
It may safely be said that no more readable and attractive 
books of this type have been prodnced in recent years than 
the two here in question, and it is satisfactory to see that one 
of them, (Jespersen's), has been publicly rewarded by the con- 
ferment of the Volney gold medal. They complement and 
illustrate each other and should be read side by side. 

Bradley's book is intended for "readers unversed in 
philology". Its object Is to give tbe ordiuary educated English- 
inan " some idea of the canses by which the more remarkable 
changes" from OE. to NE. have been brought about, and "to 
estimate the effect which tbese changes have had on its fitness 
as an instruinent for the expression of thought". But though 
primarily a populär treatise, it contains very much that is 
instructive and suggestive even for the practised Student of 
English, as we might well expect fi-om the work of the leamed 
editor of the N.E.D. Foreign students particnlarly will find 
many a point put in a light perhaps new to them. It does 
not profess to give a regulär chronological history of the 
English language. Only the most characteristic features in 
the developmeut of granunar and syntax are dealt with. 





I 



130 r. SPRACHE ü. LITEHATtfH. 

Phonology ia left out of account Changes in pronunciation 
only come in for attention as far as tliej "have affected the 
expressive faculties of English indirectly by cansing other 
changes, or by obscuring the couneiion of related words or 
forms". 

B. stai-ts from the siniilarities and differences between 
modern English and modern German in vocabulary and grammar, 
and then reviews the changes whicli have in the conrse of a 
thousand years converted OE. with its complicated grammar 
and unmised vocabulary into the English of to-day with its 
simple grammar and mixed vocabulary, and done away with 
so many features in which the two languages were originally 
alike. Then he passes to the causes of these changes. The 
most striking one of all, the slmplification of accidence, is 
chiefly due to two causes — phonetic change and the mixture 
of peoples of different languages or dialects. These are 
counteracted by the retarding intiuences of tradition. "Cultore 
is one of the iufluences which retard the process of simpli- 
fication" (p. 18). Consequently the process is slow, but has 
been less slow in England than in Germany on acconnt of 
the power of the two ahove-mentioned "hastening infiuences". 
Phonetic change resulting in 1. confiuent development, 
2. divergent development, 3. the dropping of Sounds, leads to 
much upsetting of the grammatical System, but does not 
necessarily produce simplification. On the coutrary, it often 
produces a multiplicity of forms, as in OE, Its direct in- 
tluence on grammar "is chiefly for evil; it makes it more 
complicated and less lucid" by multiplying forms and by 
dropping uaeful disttnctions. But when these inconveniences 
hecome too great, the language helps itaelf by other means 
and so phonetic change leads indirectly to simplification. 

In discussing the other "liastening influence", the mixture 
of peoples, B. lays more stress on the mixture of the OE. 
dialects and the resutts of the Danish occupation of England, 
the importanee of which is in general perhaps not adequately 
appreciated, than on the results of the Norman Conquest, 
which had at first little influence on the actual speech of the 
people, though it doubtless contributed later its share to the 
Bimplifying process. Bat the process was in evidence long 
before the Norman Conqaest and was most rapid in those 





t. SPBACHB U. LITEBATOS. 



131 



parts in which the Danes settled. Varions details of change 
are discassed, the generalisation of the endings -es and -as, 
later nnited in -es, (a process which was not due to French 
influence, having begun before the Conquest in the North), 
the disappearance of the accus, and dat. endings, the Substitu- 
tion of natural for grammatical gender (a peculiarity of Engtish 
gT&mmar, complete already by 1200 in Orm's Midland dialect), 
changes in veibal forma, the disappearance of the subjunc- 
tive, etc. etc. 

B. thinks " the fiual disappearance of grauimatical gender, 
for which thcrc were ttianij causes, was promoted by the ex- 
tensive use of the French language" and the uncertainty 
produced by the clashing of contradictory English and French 
genders. But this at any rate cannot account for the com- 
plete arrival at natural gender in Orm's language, which shows 
comparatively little French influence, though more than has 
bitherto been generally acknowledged. 

In accounting for these changes B. ascribes more weight 
to the desire to avoid ambiguity and the disposition to save 
time or trouble than to the striving after uniformity, and 
illustrates thia by the survival of the forma men, teeth, geese, 
mice, lice, oxen, all short, easily pronounced and unambiguoua 
forma, but all abnonnal from the modern generalised -es form. 
Theu follows a paragraph on "New Grammatical Material", 
new machinery which has been deyised to take the place of 
the cid abandoned forms — new pronominal forms, the ex- 
tended use of auxiliary verbs, the attributive use of the Sub- 
stantive, the use of of for the genit. (one of the few changes 
in grammar due to the influence of French). A foreigner, 
Florio, was the flrst to use the form Üs in 1598. Foreigners 
of the present day who find a difficulty in distinguishing the 
use of the perfect and preterite in English will ßnd a useful 
note on p. 67. " The use of the perfect tense ia to indicate 
tbat a fact relating to the past is viewed ss an element in 
the present condition or character to the subject, or aa a 
portion of a history that extends to the present moment" 
The rule of the use of the auxil. verb do in negat, and in- 
terrog. sentences is explained as being due to the greater 
frequency of Compound tenses, whence it became nnusual for 
the particie not or the subject of an iuterrog. sentence to 




132 



I. SPRACHE D. UTEKATDS. 



i 



follow any verb bat an auxiliary, and instances in wUch this 
occurred were apt to soond unnaturaL This seems very 

plausible. 

On p. 72 the modei-D use of shall and icill as ausiliaries, 
■wbicli ofteu proves so puzzling to foreign learners, is touched 
upon. "Futnre events are divided into two classes, those wbich 
depend on the present volition of the Speaker, and those which 
do not. In the former case we say 'I will', and 'you or he 
shall'; in the latter case we say 'I shall', and 'you or he will'. 
There are many exceptions, each with its own special reason; 
but in the maiu the rule is correct." The nse of two auxil- 
iariea for one tense cannot be at the best otherwise than 
nnsatiafactory , and B. admits that some ambignity in the 
tise of will still remains possible, but the sense of shall has 
become quite unequivocal. This seems ti'ue. It is scarcely 
possible to find a phrase with shall which is not perfectly 
unambiguous for an Englishman. 

Ou p. 73 is an interesting remark " that the increased 
precision of modern English, though it is a great gaiu for the 
purposes of matter-of-fact Statement, is sometimes the reverse 
of an advantage for the language of emotion and contempla- 
tion. Hence we find that onr poetry, and our higher literature 
in general, often returns to the less developed gramniar of the 
Elizabethan age". Is this the real explanation, or can all be 
explained by mere üterary tradition? 

In summing up the question of proflt and loss resulüng 
from the modern English developments, B. admits that "the 
loss of the OE. iuäexions has not been unattended with dis- 
advantage .... In «Titing modern English special care and 
ingenuity are often required to avoid falling into ambiguities 
.... Mueh of our poetry is obscure on a first reading". On 
the other band English has its merits, e. g. its power of 
vigorons condensation and its noiseless grammatical machinery. 
Whether it is right to say that "the making of English grammar 
is now probably a finished process" (p. 75) may perhaps he 
questioned. Although the " simplification of accidence has 
nearly attained its utmost conceivable limit" and the spread 
of edncation tends to a conservative preservation of grammar, 
still it is difficult to think that the process of change has 
come, or will come, to a standstill, even in grammar, though 





r, BFRACH£ V. LITEKATOE. 133 

it may proceed more slowly than hitherto. B. says on p. 8 
that the Engl, language "is changing still". He sliows how 
very modern are some of its present constriictions , e. g. the 
form / am spcahng, tliougli found in early ME., did not become 
the regulär eipression for the true present tili late in the 
17th Century. The analogous passive fürni the house is being 
built was hardly known tili the end of the 18th Century. It 
is qnite possible that other new forms may arise in a similar 
way, that many constructions now tabooed by the grammarians 
or still generally looked upon as slang or slovenly may be- 
come universal, and on the other band, that many things of 
old Standing may gjadually disappear just as the subjunetive 
is doing. 

Chap. III treats of "what English owes to foreign tongues" 
in its vocabulary. Althongh now "the words of OE. origin 
are far outnumbered by those derived from other languages", 
and although "it Is a real defect . . . that such words as mind 
and mental, eye and ocular . . . have no formal relation cor- 
responding to their relation in meaning", still on the whole 
the etymological diversity of NE. is an advantage in giving 
the language "an unequalled profusion of approiimate Syn- 
onyms expressing subtle shades of difference in meaning and 
in tone of feeling", a feature whose value foreign critics are 
often unable to appreciate. B. protests against the "sentimental 
purism that regards mixture in langnage as a sin which no 
gain in expressive power can atone for". 

Chap. IV dealfl with " word-making", by 1. composltion, 
2. derivatioü and 3. "root-creation". The power of composi- 
tion has deereased in NE. Words of the types upset, outhreak, 
onlooker have ceased to be formed since the 16th Century. 
Authors difCer very much in their use of Compounds. Shake- 
speare uses them freely, so also Shelley, Eeats, Tennyson and 
Browning, but Spenser, "VVordsworth and Byron are sparing 
in their use of them. In the paragraph on derivation B. shows 
how the specially English habit of using any noun as a verb 
has arisen through the loss of inflexional endings, which often 
made noun and verb actually alike, and the various modes of 
derivation by prefixes, and Suffixes, backformation, shortening, 
etc^ are all clearly and briefly treated and illustrated by in- 
structive examples. Under "root-creation" are handled those 




134 



r. aPRACHE U. 1.ITEHATDH. 



words, a very large section of the English vocabolary, which 
liave no etymology — onomatopoetic or "echoic" words (as Dr. 
Murray has called them), neitlier inherited nor adopted, bnt 
formed spontaneously, so to speak, to tmitate some Bound, or 
to suggest symboiically by their own eounds some cliaracteristic 
of some action or object. Some cases of iatentional root 
creation, like Lewis CajToH'a coinages galumphing and to choriU, 
have found their way into general uae. 

The largeness of the subject of Chap. V, "Changes of 
Meaning", raakes an exhaustive or systematic treatment im- 
possible. but its desultory lemarks on some of tlie causes of 
change of lueaning are all of great interest. Comparisons 
with German are frequent. English has a far greater a- 
bundance than German of "those extreme changes by which 
a Word comes to espress a variety of notions that seem to 
have nothing whatever in common, This has led to an in- 
crease in the nuuiber of homophones, which, while useful for 
the punster, are. says Bradley, otherwise "an umnixed nui- 
sance". Sometimes the written language has artificially 
distinguished such homophones by an arbitrary difference in 
spelling, e. g, llour and flotcer, iravcl and iravail. This B. 
considers an improvement and a strict phonetic System of 
spelling would apparently find no favoui- with him, Pp. 101 ff. 
have some most interesting remarks on changes of meaning 
prodnced by the addition of an "emotional connotation" to 
the primary sense, so that a word no longer nierely states a 
fact but expresses the speaker's feeling witt regard to the 
fact. Thus enormous qow means more than abnormal; great 
is an "emotional" word, while large is not, and a great kouse 
means something more than a large hottse. Similarly, Utile 
and small are not always absolutely synonynions. If any 
emotion is assoeiated "with the desiguation we must chose 
Utile. Hence, while a small boy may be nsed, poor small boyl 
is hardly possible. 

Finally comes a chapter in "Some Makers of English", 
authors who have contributed to the enrichment of the langnage, 
whether by the introdu.ction of new words and phrases or by 
giving a special popularity to those already existent. Here 
B. ia able to tum to account tbe statistics of the NED. An 
important place is, of course, giyen to tbe Bible translations, 




[. SPRACHE D. LITEEATUH. 



135 



from Tindale to the Äuthorised Version of 1611. It is 
sarprising to learn that the word heautiful is not known to 
have been used by any writer before Tindale. Many words 
that were already old-fashioned and obsolescent were brought 
to new life aitd saved from extinction by the Bible. Chaucer's 
share in the "making" of English is difficnlt to fix, Spenser's 
inrtuence is easier to trace. Shakespeare is unequalled in the 
esteut and profundity of bis infliience ou the language; to him 
are due multitudes of "household words", a term due to bim 
also. It is perhaps stränge to find that Milton's contribution, 
in spite of the honour in which he is beld, is bat small, and 
that no reference is made to any dramatists besides Shake- 
speare, nor to Bnnyan (except for a few household words like 
Vanity Fair and the Slough of Despond), nor to Dryden. In 
recent times the greatest influence is often exerted by inferior 
writers, for popularity and literary excellence do not necessarily 
go together. Herein lies a possible source of injury, but yet 
on tbe other band even the influence of the much decried 
"newspaper English" may be for good in leading to cleamess, 
directness, conciseneas, and the author bids farewell to his 
readers with an optimistic look into the futnre, seeing a pro- 
spect of progress rather than of decay. Clear, precise, eober, 
füll of Suggestion and of carefully weighed pronouncements 
by a Eound scholar who has had exceptional means of insight 
into the development of the language, the whole book is to 
be commended to the notice of all students and teachera of 
English. 



Covering, as its title implies, very much the same gronnd 
as Eradley's Making of English, Jespersen's book has natnrally 
much in common with B.'s, but yet it has distinctive features 
of its own whieh make it a valuable pendant to tbe other 

book. In the first place it is interesting to read 'how it 
strikes a contemporary' foreigner and to compare bis results 
with those of the native scholar; and then, while B. pro- 
fessedly aims only at the non-philological reader, Jesp. has a 
double aim before him, "to write at once popularly and so 
as to be of some profit to the expert philologist". It must 
be fnlly admitted that he has eminently succeeded. 

Although he has, with a view to the specialist section of 



136 



. 8PB.ACHX D. LITEBITUB. 




Ms andienccj introduced more phUological details than Bradley, 
still these are kept within bouiids, !ie always manages to 
abstain from matter beyond the ränge o£ comprehension of 
tbe lay reader, aud a broad general view of the whole subject 
gives tbe guiding lines tliroughout. The book may therefore 
be specially recommended to young university students as an 
excellent initiation into tlie liistorical study of Englisli, while 
at the same time even more advauced students may find much 
suggestive matter and many well-known tliings put in an 
attractive and striking form. Altbougli written by a foreiguer, 
it is in a style excellently fi-esh and readable, in whicli even 
a captious critic would find little opportunity for picking holes. 

Jespersen first characterises the most striking features of 
modein Englisb and then Sketches the history of the language 
from its beginnings, tracing the various foreign influences it 
has undergone, and the main liues of its inner growth, so as 
to explain the development and the significance of those 
features of its structui'e wliich have been of permanent im- 
portance. Ät tlie same time he attempts to connect the 
teachings of linguistic history with the chief events in the 
general history of the English people, so aa to show their 
mutual bearings on each other and the relation of laugiiage 
to national character, -ft^hile he also further illustrates the 
idea of his earlier work Progrcss in Language, that the 80 
calied corruptions of modern languages are rather signs of 
strength and prügress than of weakness and decadence, that 
the gradual obliteration of the old distinctive marks does not 
necessarily mean deterioration. 

In Chap. 1 (Prelimiuarj' sketch) J. finds the most striking 
featui'e of English in its masculinity, and sums up as follows : 
"The Knglish language is a methodical, energetic, business- 
like and sober language, that do^ not care much for tinery 
and elegance, hut floea care for logical consistency and is 
opposed to any attempt to narrow in life by police regulations 
and strict ruies either of grammar or of lexicon. As the 
language is, so is the nation 'For words, like Natnre, half 
reveal And half conceal the Soul within' (Tennyson)." 

While perliaps not prepared to subscribe to everything 
the enthusiastic author says in bis admiralion, a native wonld 
like, with a modest blush, to admit the justice of much tbat 




r. SPRACHE U. LITEKATUK. 137 



this chapter contains. Bnglish by no means monopolises all 
of the masculine features inentioued. In one manifestation, 
however, of business-like, virile quality, viz. its regalar, direct 
word-order, it certainly holds an extreme position. 

On p. 11 we find some striking; statistics concärning 
the use by English authors of the normal sentence order, 
1. sab]. 2. pred. 3. obj. Of those quoted by Jesp., BjTon shows 
the lowest percentage in bis verse, 81. Then comes Macaulay, 
prose, 82. Amongst the highest he quotes the prose of Dickens, 
91, Byron 93. Pinero 97, Contrasted with tbese we have 
Goethe 30, Tovote (prose) 31. An examination of otlier, 
especially of recent authors, wonld have shown the contrast 
in an even niore striking measure, as may be seen from the 
following approximate percentages (based on only partial 
examinations) : Milton, prose 94, verse 84, Bible and Meredith 
94, Kipling prose 95, verse 90, Thackeray and H. G. Wells, 
prose, 95, Ruskin 98'/s, Darwin 99. 1, B. Shaw 99. 8. The 
tendency of modern English prose, then, seems to be towards 
a coraplete extinction of inversions, except in interrogative 
and interpolated senteuces. Poetry, and prose which affects 
archaism, will, of course, have more of the abnormal order. 
Stephen Phillips scarcely reaches more than a percentage of 80. 

Ch. 2 (The Beginnings) discuases the place of the Germanic 
dialects in the Aryan group of languages, Ch. 3 (Old English) 
the relation of English to the other Germanic languages, its 
borrowings from Celtic and Latin, the theory of language 
mixliug, and the chief characteristics of OE. In Chapters 4 
to 7 we are shown the iufluences of Scandinavian, French, 
Latin and Greek through the Eenaissauce, and of other 
languages. In discnssing the influence of French, mention 
might have been made of the remarkable number of French 
words in populär Scotch dialect, e. g. ashet (< assiette), gigot 
of mutton, etc. 

Large use has everywhere been made of the N. E. D., 
showing how much may be learnt form a scientific exploitation 
of this great storehouse of material. A good example is ofEered 
by the statistics of the influx of French words, which was 
strengest in the 14th Century — owing to literary infiuences, 
of course, rather than populär language mixlng — and only 
Blight in extent in the age of Dryden, where the streng literary 




138 I. SPRACHE D. LITEBATUB. ^^^H 

inflnences might have led us to expect a proportionate increBe 
of French bovrowings in tlie vocabulary. The E. D. D. has 
also been turned to ac-count. futeresting results may be ex- 
pected from a füll investigation of the French Clement in the 
modern dialects, aa also of the Scandinavian element. This 
latter is naturally strengst in evidence in the districts where 
the Danes were most firmiy settled. But a ciirsory esamination 
of portioüs of the E. D. D. showa that Scandinavian words not 
known in Standard English may be foaud in districts not usnally 
reckoned amongst the Danish Settlements, e. g. in the extreme 
S. W. and W. (about the Sevem). 

Amongst the observations in Chap. 6 on the inflnence 
of Latin on English sj-ntax it is perhaps surpriaing to notice 
that the absolute participle did not come into freqneut nse 
tili after 1660. The classical Milton hardly nses it at all ; in 
the 18th Century it is very populär witb some authors, e. g. 
Defoe. Modern authora vary considerably in its use; Tennyson, 
for example, is very sparing of it. J. calls attention to the 
false purism of the cla&sical writers of the 18th Century who 
measured English Syntax by Latin measures, like Addison, 
who in bis "Humble Petition of who and tchich" turns all 
Mstorical truth topsy-turvy and tabooes the original native 
pronoun that in favour of who and uhich, forma wrongly con- 
sidered by bim to be older than Ütat. It may be added that 
Milton also had a preference for who and which and 18th 
Century writers generally, whether influenced by Addison's 
precepts or not, show a strong aversion to that. In Defoe's 
Eohinson Crusoe we find who and which nearly three times 
as often aa that (73 per cent); in Smollet's Roderick Bandom 
the percentage is 93. A partial examination of a few modern 
authors gives the following approximate percentages for wht. 
and which over against that. Stephen Phillips 64, Marion 
Crawford 79, Bernard Shaw 80, Sir Gilbert Parker 83, Mrs. 
H. Ward 86, Euskin 91, Conan Doyle 96. In populär and also 
in educated conversational language who and which have not 
nearly so strong a position, and the poetry of Tennyson and 
Bums proves to be less artißcial than the language of the 
prose writers {Tennyson 44, Burns 40 "/a). Modem authors 
generally aeem to avoid that in reference t« persona, bat 
Tennyaon and Borna make no such distJnction, except in the 





I. SPRACHE O. I.ITEEATÜH. 

accusative, where whom is preferred to ihal. In the 18th 
centnry the accnsative relative was freely omitted, but modern 
prose wTiters are also giving up this feature of the populär 
langnage; Ruskin seldom, Doyle almost never omits tbe relative. 
The case is similar with the Omission of the conjunction that. 
Füll statistics, distinguishing different kinds of wiiting, would 
be useful. 

The advantages and disadvantages of the classical in- 
flnences are calnily and fairly discussed, the balance on the 
whole being given to the advantages, though J, considers tbe 
latest influences from the classical languages "something 
between a hindrance and a help", takes a somewhat less 
optimistic view than Eradley of "journalese" aud lays stress 
on "tbe diffieulty and undemocratic character" of a large 
portion of the modern English vocabnlary, words wbich convey 
DO associations of ideas between them and the ordinary stock 
of words and no likenesses in root or in tbe formative elements 
to assist the memory. 

In Chap. 7 (Various Sources) the author sees the chief 
cause for the numerous borrowings from other languages in 
the "linguistic la/iness" of the English, that spirit of con- 
renience which prompted Englishmen of the Renaissance period 
"to cross the stream in search of water", and to adopt Latin 
words Wholesale rather than give themselves the trouble of 
forming new words by means of native speech material (as 
was done with such felicitous results in tbe OE. period), and 
which has shown itself in recent times in a stronger tendency 
"to swallow foreign words raw" than is found in any other 
language. He quotes Australian English as evidence of the 
capacity which the lauguage still possesses for helping itaelf, 
if it chose to do so, with its own materials, as shown in new- 
coined expressive English Compounds like friar-bird, long-fin, 
sugar-grass, and cites many features of the modein language 
which show its still living resonrces. 

Chap. 8 (Grammar) presents the loss of inflections and the 
simplification of grammar as marks of progress, of the tendency 
"from chaos towards cosmos". The final words on p. 210 
should be noted by the "almighty schoolmaster", not only the 
foreign teacber of English who is often too fond of insisting 
on a cast-jron acheme of grammar and of rejecting what is 





140 I, SPEACHE D, LITEEATÜE. 

perfectiy good because it does not agree with bis book rales, 
but also ot the English sclioolmaster, who, although he lives 
in the garden itself, is unable "to hear the linguistic grass 
grow", and, failing to recognise the ever-continuous growth 
and progress of language, is too prone to "nip beneficial 
changes in the bud", and on the otherhand towrongly contemn 
constructions of old Standing which have as much right of 
existence as they themselves, e. g. the splii infinitive against 
which so many English people have such an unreasonable 
dislike. Such changes as tbose discussed in this chapter, (the 
growth and generalisation of the s-ending in nouns and TCrbs, 
the development of participial and gerundial constructions, 
new tense forms, the regularisation of word-order, etc.) are 
continually going on. and " it would be a gross error to suppose 
that any devlation fi'ora the established rules of grammar is 

necessarily a corruption Tbe Attest [innovationsj survive 

and make human speech ever more varied and flexible and 
yet ever more easy and convenient to the Speakers. There 
is no reason to suppose that this development has come to a 
Btop with the close of the 19th Century". 

The exact history of the s-ending of the 3rd pers, sing, 
in received speech has not yet been settled. The cbapter on 
this subject in Hoelper's dissertation ("Die englische Schrift- 
sprache in Tottel's Mscellany". 1894) is ba,sed on insufficient 
material and is not qnite exact in all cases. The practice of 
difEerent authors in the 16th Century varies considerably ; it 
is clear that the s-forms found their way into poetry earlier 
than into literary prose, but it is not probable that they fuund 
their way into prose lit«rature through the influence of poetry, 
as Hoelper implies, but rather through direct influence of the 
colloquial language, as Jesp. indicates. The s-foim was the 
populär form, and poetry showed itself in this point more 
populär than prose for some time. Shakespeare, like Spenser 
and the rest of the poets, prefers s in his poems (Ven. and Äd. 
SSV», i-ttcr. SO"/!), Sonnets 94'/i "/n). Betöre the end of the 
16th Century the s-form gains the Upper band with some prose 
writers, not only Gossoii, but also Nash and Greene (in the 
prose passagea of his plays and in some of his pamphleta). 
Jesp. says Dekker is the hrst to make almost exclnsive ose 
of s. Ben Jonson seems to have been with liim. In both 



r. SPRACHE O. UTERATÜB. J4I 

Dekker and Jonson we find also tlie forms has, does, sa^s, 
oustiDg haih, doth, saith, which long remained the sole forms 
even witb writers wbo otherwise preferred the s-form. Milton 
nses cbiefly s. The th-tona disappeared for a time, biit was 
later restored throngb the influence cliiefly of the Bible. 

On p. 207 the examples of Compound nouns accented on 
the first syliable and witb level stress are not all happily 
chosen; kousckccper has frequently a strong stress on the 2nd 
syliable, and snotcball and iooth brtish are usnally stressed on 
the first syliable only. 

The explanation offered for the split inflnitive (p. 209), 
that the to is feit to belong to the preceding verb, may be 
qinestioned. In the flrst place there need be no preceding 
verb at all, aiid, secondly, the split inflnitive needs no other 
explanation than other "split" forms, as we might call them, 
like we sincerely hope, he has freely confesscd, he was cruelly 
murdered, he will certainly come. 

Chap. 9 (Shakespeare and the Language of Poetry) is 
particularly interestiug. It shows the usefnlness of the 
" concordances" toEuglish authors, of which the nuraber, though 
happily more than we liave in German, is still far too small. 
We need very much concordances to all the chief contem- 
poraries of Shakespeare, to Milton's prose, to Byron's prose 
and verse. A Bacon concordance would settle the Bacon 
qaestion once for all. Jesp. menlions the fact that in the 
whole of Shakespeare the word aho only oecurs 22 times, 
while in Bacon it abounds, 22 examples occurring on 4 small 
pages of Allaniis. Similariy mought, frequently used by Bacon, 
oecurs only once in Sbakeap. Our knowledge in the rather 
neglected field of syntax would be vastly increased by careful 
Statistical investigation of the complete texts of authors, Prot 
Bang's projected concordances of Shakespeare'» contemporaries 
and the formatiun of a Concordance Society in America are 
therefore wannly to be welcomed. Would it not be a good 
plan to set senijnar students to this kind of work? Ä dozen 
workers at one author might havc some chance of önishing 
liim soon. It would be excellent training, frora which students 
would derive much knowledge, and would perhaps produee 
result« equally useful to those of many a still-born dissertation. 

Jesp. discusses the Statements usually made about the 




142 f. SPlUCttE D. LnBRATUR. 

vocabularies of Shakesp., Milt^ the ordinary man, the child, etc., 
and Shows how unreliable these Statements are. An important 
fact is that in Sliakesp.'s time there was not that wide gulf 
between poetic and prose diction tbat there is now ; also that 
Shakesp.'a influence is not the greatest influence in modern 
poetic diction. Should not Bjron, as well as Scott and Eeats, 
be made responsible for some of the revivals of older poetical 
words? 

The concludiog chapter gives varioua notes, e. g. on the 
capital I, thou and you, the influence of the Bible, of Puri- 
tanism, of Eupbuism, the growth of the domain of the Euglish 
ianguage. It may be noted that although the j)hrase prodigal 
son is not found in the text of the English Bible, It occurs 
in the heading of the chapter. 

Some minor points of detail may perhaps be open to question 
or correction, but on the whole few books contain in such small 
compass so much well-arranged infoi-mation for the leamer and 
so much suggestive matter for the advanced Student. 

Frankfurt a,M. F. J. Curtis. 



Alt- und mittel englisches Übungsbuch zum Gebrauche bei Univer- 

sitätsvorlesungen und Serainarübungen mit einem Wörter- 
buche von Julius Zupilza, Achte verbesserte Auflage bear- 
beitet von J. Schipper. Wien und Leipzig. Wilb. Braumnller. 
1904. Xn, 339 SS. 8". 
Diese nenauflage hat zwar keine erweiterung erfahren, 
ist aber im text und glossar vielfach verbessert worden. Das 
werk ist so bekannt, dafs ich mich bei dieser anzeige auf die 
erörterung einiger beim gebrauch des buches bemerkter fehler 
beschränken kann. 

II (Ciedmons hymnos). Nach den von Waest mitgeteilten 
neuen hss. ist v. 9 firum on foldu zn lesen. — IV, 2, a) z. 3 1. 
mit Vietor darsltB. — ib. 3, b, v. 56 1. Crist, da Cnst doch erst 
mittelengl. (frz.) ist! — VII, v. 576 setze komma nach -bianmm. 
— ib. V. 584 1. bätan. — ib. v. 605 1. Criste. — ib. v. 658 
möchte ich aus metrischen gründen lieber friies ergänzen. — 
ib. 702 f. ist die interpunktion zu ändern: setze Semikolon nach 
öperne und streiche es nach -dMum, denn die beiden instru- 
mentale hängen doch gewlTs von geömor ab ! — VIII, v. 668. 



I. SPRACHE Ü. LITERATtrB. 143 

Die lesung ist metrisch unmöglich, da es ja mereri, nicht mereri 
bellst! Mein Vorschlag genügt doch allen ansprüchenl — 
IX 2872 1. öneite statt des unmöglichen on'ette, das fast wie 
die transkription eines semitischen wortes aussieht, — v. 2906 f. 
1. ßre sicencan | m/ig his dcorne, ct. Jovy, Bonn. Beitr. V, 31 f. 

— X, 179 1. Mdnes. — XIII, 89 setze komma nach hete&t. — 
ib. II, 6 1. gelifden und oml statt £• in V. 9; 17; 20. — XV, 17 
L ^ö. — ib. V. 44 1. ftrurn on foldan. Was soll das komische 
fir'um'i — ib. 75 1. Cristes. — XXII, 54 erg. mi nach sceolon. 

— XXIV, zu 1 erg. er b'. — Zu 6 erg. icealiiand h*. — 
XXXI, 150 erg. giue nach me. Vgl. zum gedichte jetzt die 
abhaodlung von Marufke, Bresl. Beitr. 13. — XXXVI. Vgl. 
hierzu Köibing, Engl. Stud. VII, 179 f. — XL, 48 str. mut — 
61 1. as pe kende. — 122 str. ne. — 127 erg. pi vor merci; 
128 erg. no vor ne; 129 str. Ne. — 136 !. nille. — 153 str. 
das komma. — XLI, 1043 erg. godes vor gras. — 1094 erg. 
idon vor purdi. — llltj 1. wimmen st. men\ 1117 erg. now 
nach he. — XLII, 29 str. das komma nach wele. — 38 fehlt 
die cäsur. — 43 1. paim (; claym). — 127 1. of Almayn pe 
hyng {: Comyn). — 137 erg. here nach Almayn (: ^ere, vgl. 
v. 191). — 164 setze die cäsur nachte und 1. se statt ise. — 
165 1. sones 'söhne' st. sonnes 'sonnen' I ^ LV, 1136. Die 
cäsur gehört hinter aias! — LIX. Vgl. hierzu noch ßubinson, 
Studies and Notes in Phil, and Lit. Boston 1896, V, 177 ff. 
Str. 62, v. 3 erg. and vor Guy. — LX, 370 1. into st. in. — 
407 1. o straik statt he. — LXI, 301 erg. higt nach has. — 
LXV, 34 1. Kalaice (: place). 

Zum glossar: s. 220 unter bulan fehlt böte on XL, 38. 

— s. 245, froward: Vgl. Wischmann p. 68. — s. 2C3 unter 
henwyfe erg. our lady's h. 'zaunkönig'. — s, 285, s, nay erg. 
iclihouten nay 'ohne zweifei'. ^ s. 330 s. wUan 1. wwton, uton. 
Woher sollte wohl langes m hier kommen? — s. 331 wären 
icrwc und wracu besser als zwei getrennte Wörter zu behan- 
deln. Me. wrake kann doch nur zu letzterem gehören! 

Das glossar könnte übrigens mit leichtigkeit um viele 
Seiten gekürzt werden, wenn verf. den benUtzern etwas mehr 
verstand zutraute. 

Kiel. F. Holthausen. 




144 L SPaACBE Ü. LITERATDH. 

Shakespeare's Sonnets, aDd A Lover's Complaint. With an In- 
troducHon by W. H. Hadow. Orford, Clarendon Press 1907. 
XXrV u. 103 s. Price 5 s. net. 
Die englischen Verleger sind von einem lobenswerten Wett- 
eifer erfüllt, die bedeutendsten werke des 16, und 17. jahrh. 
den bücherfreunden in sorgfältig ausgeführten, buchstabenge- 
treuen neudrucken zugänglich zu machen. Die neueste Ver- 
öffentlichung der Tudor and Stuart Library, Shakespeares 
Bonette nach der quarto von 1609, empfiehlt sich durch eine 
in jeder beziehung vornehme ausstattung. Die einleitung gibt 
eiue klare darstellnng des gegenwärtigen Standpunkts der 
wissenschaftlichen forschung und zeichnet in kurzen werten 
den gedankengang dieser vielkommentierten gedichte. Der 
teit ist mit recht sehr konservativ behandelt; so wird 29, 11. 12 
from Süllen earth nicht mit in die vorhergehende klammer ein- 
bezogen, was einen sehr guten sinn gibt; ebenso wird die 
lesart der quarto beibehalten in 24, 1 steel'd (st. stell'tl), 39, 12 
dost {st. dolh), 41, 8 he (st. she), 47, 10 are (st. art, obwohl die 
miiglichkeit eines druckfehlers zugegeben wird), 47,11 nor 
(st. not oder no), 54, 14 btj (st, my), 56, 13 as (st. or oder eise), 
88, 8 shall (st. shalt), 106, 12 still (st slill), 152, 13 eye (st. I). 
In wenigen fällen nur, wo augenfällige druckfehler oder un- 
leugbare verderbtheit des textes vorliegen, ist gebessert worden 
(so 34, 12 losse in Crosse, 65, 12 or in of, 69, 14 soltfe in soyle, 
nicht in das sonst gewählte solve, 76, 7 fei in tel, 113, 6 lack 
in latch usw.). Besser wären 19, 5 fleefst des reimes wegen in 
flects (cf. Franz, Grundzüge § 1, a), 51, 10 perfecta in perfecf st- 
(stperfeci), 108,3 now in ncw geändert worden. Das komma 
nach Urne in 126,8 kann nicht unsern beifall finden. 

Der vorzüglichen ausgäbe gebührt volle anerkennang. 
Frankfurt a/M. K. Lincke. 

Die lateinischen Zitate in den Dramen der wichtigsten Vorgänger 
Shakespeares. Von Dr. Alfred Dorrinck. Strafsburg i. E^ M. 
Du Jlont Schauherg, 1907. 60 s. (Strafsburger Dissertation). 
Der verf. stellt die lateinischen zitüte in den dramen von 
Lyly, Marlowe, Kyd, Greene, Peele, Nash, Lodge und Rieh. 
Edwards zusammen und unterzieht sich der mühevollen auf- 
gäbe, sie auf ihre quellen zurückzuführeu. Bei anonym über- 
üeferten stücken (Selimus, Locrine u.a.) wird versucht, die 




t. 8t«ACttl 0. LltEftAttlB. 145 

Verwendung von zitaten als kriterium für die Verfasserschaft 
zu verwerten, aber ohne nennenswertes ergebnis. Das prunken 
mit lateinischen floskeln war damals eben zu weit verbreitet; 
erst unsere zeit fängt an^ sich langsam von dieser sucht frei 
za machen. Der wert der fleilaigen arbeit besteht mehr in 
der zosanunenstellung der zitate und ihrer quellen als in den 
daraus abgeleiteten ergebnisseu, die uaturgemäls nicht be- 
deutend sein konnten. 

Frankfurt a/M. K. Lincke. 

The Works of Francis Seaumont and lohn Reicher. In ten volumes. 

Vol. V edited by A. R. Waller, M. Ä. Cambridge, at the üni- 

versity Press 1907. 398 p. Price 4/6. 
Von der auf zehn bände berechneten gesamtausgabe der 
werke Beaamonts und Fletchers, deren Vorzüge in diesen 
blättern (November 1906 s. 331) schon gebührend gewürdigt 
worden sind, liegt der fünfte band vor. Er enthält fünf stücke: 
A Wife for a Month, The Lover's Progre.ss, The Pilgrim, The 
Captain, The Prophetess. Zu gründe gelegt ist die zweite 
folioausgabe von 1679; die Varianten der ersten folio sind in 
einem anhang zusammengestellt. Die ausgäbe empfiehlt sich 
wie alle bände der Cambridge English Classics durch vorzüg- 
liche ausstattung und handliches format, 

Frankfurt a/M. K. Lincke. 



Wiederkehr und gelsterstnnde 
(Longfellow's Musician's Tale „The Mother's Ghost".) 

(Schlufs.) 
Seit (iltershar aber nimmt der volkag-laube noch eine andere geister- 
fltoncle an, die zeit van mitternaclit bis zum bahnenBchrei. Jeden- 
falls schon ganz früh, schou in gennanischer rorzeit, iat dem habne, dem 
den gOttem geheiligten Togel, das amt als tagverkünder , als geiaterver- 
treiber nnd gespensterveracheucher übertragen. Wie gar seltsam war es, 
dafs er plötzlich ganz früh am tage anfängt zn krähen ; es miifate etwas 
l>e»onderea mit ihm sein! Dieses sein amt nimmt er in die christliche sieit 
mit herüber, nnd wird dnrch seine gewalt, die er anf Petms, den jUnger des 
heiTD, ansUbt, noch darin befeatlgt; er erhält den ehrenvollen beinamen 
„ Petrus vogel". Der volksglanbe an diese zeit erscheint nns als der poe- 
tischste, and unsere gTofsen und gräfssten haben auch ihn poetiHcb ver- 
wertet, Shakespeare, Longfellow, Goethe, Bürger, Heine, Eichendorff n. a. m. 
Shakespeare erwähnt ihn aasfflhrlich im „Hamlet": 




Im 



I. 8PKACHE U. LITERATD&. 

I have beud, 
The Cook, that Ib the tmmpet to the mom, 
Doth with his lofty and sbrill-iouDditig throat 
Äwake the god ot <lay; and at his wuming, 
Whether in sea or fire, in earth or air, 



Tb' extra' 



t and e 



ring Bpirit hit 



To his coufine; and of the tmth herein 

This present object made probation. 
Der geiat von Hamleta vater erscheint nSmlich beim glockenicblage BwSIf 
nnd verschwindet beim bahnen schrei : 

It was about to speak, wben the cock crew. 

And then it started . . . 

It faded on the crowing of the cock. 
Noch fta Ewei stellen bei Shakespeare fanden wir den aberglanben erwähnt; 
im „King Lear" (111,4): 

Pool: Look! here comes a Walking fire. 

Edgar: This is the fonl fiend Flibhertigibbet: he begins at curfew, 
and walkB tili the first cock .... 

F. ist ein dKmou. At cnrfew ist am zehn nhr; der habn kräht, wie 
schon vorhin bemerkt wnrde, ^nz früh, oft schon nm mittemacbt, und 
sudann gegen drei uhr, und maa findet deshalb die ausdrücke ^First Cock" 
und „Secoud Cock" (beim ersten hahnenschrei . . .) und im „Uidsnmmer- 
night's Dream" (II, 2); Oberen gibt Fnck einen auftrag, 

ind look thou meet me ere the first cock crow. 
(später mafs ja der dienstbare geiat und er selbst Terschwanden sein). 
Oberen ond seine elfen sind ans noch einmal begegnet, in der kinderge- 
Bchichte „Die Waldmühle" von Robert Beioick, wo sie als dragoner gcricht 
sprechen; ganz in der ferne krfiht ein bahn, das kriegsgericht mit allen 
seinen dragonem ist verschwundeti. Qoethe benutzt den alten Volksglauben 
in seiner wundervollen bailade „Die Braut von Corinth" : 

Eben schlug die dumpfe geisterstnnde, 

Und nun schien es ihr erst wohl zu sein 

StUl! der bahn erwacht! — 
sagt die dem grabe entstiegene braut und mahnt dumit an das scheiden. 
Goethe benutzte als quelle für seine ballude eine erKäblung des Fhle^ou 
von TralJea in Ljdien; dieselbe quelle benutzte M.G.Lewis fiir die er- 
zählung „The Gay Gotit Bing" („Tales of Wonder" ISOl): die gespenstische 
Bchüne verläijt den lord beim hahnenschrei. Der hahn scheint bereits 
in der ijnelle vorzukommen. Im zweiten teil des „Faust" heifst es: 

. . . dos gebild des wahns, 

Verschwindet sehen beim krähn des hahus. 
Es läiat sich auch die stelle aus „Paudora" anführen : 

Doch der morgeulüfte wehen 

Uit dem kräh'n des bahns vemehm' ich! 

Eilen mnls die morgendliche .... 
spricht Elpore, das luftige, geisterhafte wesen, mit dem morgenstern ant 
dem hanpte und als echo vencbwindend. In BUi^ers weltbekannter ballade 
„Lenote" spornt der geapeuatiscbe reiter mit den Worten : 



I. 8PBACHE O. LITEEiTUE. 



Leaore » 



Bapp', rapp'l mich dUnkt, der hah 
pferd zu grÜfBerer eile ftn. 



Wann erscheint der reiter? 



• Dnd horch! Es brammt die glocke noch, 

Die elf scbon angeschlagen . . . 
Also um elf! Er selbst sagt vorher: 

Wir satteln nur am niitternacht, 
Weit ritt ich her von Böhmen .... 
Das pafat nicht gut zusammen! Um mittemacht, das ist doch 
mnTste er also erst von Bühmen atifgebrochen sein. Wenn man 
absieht und das erscheinen um elf nbr festhittt upd auf den weg ein 
rechnet, so hat man aU geisterzeit die zeit von zehn nbr bis zum 
schrei. Diese zeit mag auch Totkommen, wie ja ans der stelle in 



l 



BwOlf, 

hierron 
B stnnda 
hahneii- 
„Lear" 

ersichtlich. Der hahn erscheint anch io den zwei BUrger bekaimten g»- 
dichten, „Wilhelms Geist" (Herder, „Stimmen", aus Percj's „Eeliques"): 
Da kräht der bahn, da schlug die uhr! 
Da brach der morgen für! 
„Iit zeit, ist zeit nun, Gretchen, 
Zn scheiden weg von dir!" 
und in dem angeblichen original „Lenore" („Des Knaben Wunderhom"): 
Der hahn, der thät schon krähen, 
Er singt uns an den tag, 
Nicht lang mehr bleiben mag. 
Eemer hat eine ähnliche dichtung „Die Erscheiunng" (ans dem Polnischen 

Übersetzt); der treue tote geliebte erscheint dem mädchen 

Wehl wohin verschwindest du? o weile! 
Noch zu früh ist's! Gott, der hahn kräht ... 
An dieser stelle wollen wir die belege aus Percy's „Reliqnesof ancient English 

Poetry" emfiigea; „Sweet William's Ghoat" (a Scottiah bailad) : 

Tbeu Dp and crew the red red cock, 
And up then crew the gra;: 
Tis time, tis time, m; dear Margret, 
That I were gaue awaj .... 
Evanish'd in a cloud of miat .... 
(venchnindet beim zweiten bahnenschrei). „Hargaret's Ghost": 
Thts is the dark aud drear; hour 
Wben injur'd ghosts complain . . . 
But hark! the cock has warn'd me hence! ... 
„Eing Arthnr's Death" (der tote Uawein erscheint dem kSnig Arthur 
warnend vor der schlacht): 

Ere the first crowinge of the cocke, 
When as the kinge in bis bed laje, 
fie thonghte in Gawaine to bim oame .... 
„The Witches' Song", die dritte singt; 
I last night lay all aloue 
0' tbe gronnd, to heare the maudrake grone; 
And plnckt him up . . . 
And, as I had done, the cocke did crow. 

10* 



iiS I, SPRACns ü. LITERATtTK. 

(da mnü sie verecli winden). Als eine Terquicknog ron Bilrgera „Lenore*^ 
und Goethes „Branl von Corinth" erscheint nns Th. KÜrnere baltade 
^W&llhaide", die sich DatUrlicb mit jenen beiden kunstwerken nicht messen 
kann. W, ist die tote brant, die im grabe keine ruhe hat und lungeht' 
Ton zwHil bis znm hahnenacbrei : 

Weno'B Ewßlfe schifigt, 

Eonunt Wallhaide langsam gegangen . . . 

Da kräbt der hahn: 

ScbneU hält si« an 

Heinea neantes tranmbild kommt noch in betracht: 



Da kräht der h«hn — and atumm entwich 

Die marmorblasBe maid. 
und dai in den „Elementargeistern" mitgeteilte dänische Volkslied, das Ton 
Herder in den „Stimmen" mitgeteUle „Elwenbüh" ; 



Und hatte es gott niobt gnädig verliehn, 
Dala der hahn geregt seine flUgel, 
So mllast' ich mit den elfinnen ziehn 
Hinein in den clfenhügel. 
Ehe der bahn kräht, schlügt er gewübniich mit den äugeln; beim balinenmf 
müssen die elfen vom ritter ablassen nnd verschwinden. Der Volksglaube 
vom hahn als vertreiber von elfen nnd feen ist natUtllcb auch in Frankreich 
sn hause, wie ja fast überall. Im anscbluls an Jene im norden weit ver- 
breitete elfensage erwähnen wir eine feensage aas der sammlnng „La 
Bretagne enchantee" (Po^sies aur des tb^mes popnlaires) von Paul S^billot, 
„Les Fees de MünCanban": den feen füllt ei ein auf einem herrlich ge- 
legenen hügel ein scblofs zn banen 

Lorsqu'il ne reatait phts i poier qu'une pierre . . . 

Le coq vint i, cbanter, Bnnoni;ant la lurai^re 

Qui met fin anx travanx des esprils de la noit. 

A ce cri bien contin, chaque dame tressaitle, 

Et s'enfuit 

So erbleichen und erzitt«m beim hahnenschrei auch die feen und der 
palast in dem Tieckschen feenmärcben „Die Freunde", umsomehr, als der 
habn hier aul'ser der zeit ruft, Gespenster und geisler sind vor dem bahn 
in angst und furcht; bei seinem schrei müssen sie an einen ort znrQck- 
kebreu, der weniger angeuebm ist ais die erde. Hamlets Tat«r spricht von 
qualvollen flammen, worin er den tag zubringen müsse. Wer mit dem 
glockenschlage eins oder beim hahnenschrei nicht an ort und stelle ift, 
hat auch sonst dafür in leiden. WinterCeld sagt mehr hnmoristisch imd 
wohl uach eigener erfindnng, pnnkt eins wird das grab zugemacht, und 
wenn er zu spät kommt, mufa er draufaen bleiben, bia die nächste geister- ^ 

stunde schlägt Übel ergebt ee den erdgeistem in der russischen auf einer .^ 

volkssage beruhenden erzühlung Gogols, „Der König der Erdgeister" (klein- 

mssisch „W^"), die den ersten bahneuichrei Überhören und sich erst beim .^^r^ 
«weiten davon machen wollen. — In dem unvollendet gebliebenen draroa ■.^^_^ 
PuBohtins „Die Russalka", ergehen sich die Enssalken (Wassernymphen) eben — j-^ 




I. SPRACHE U. LITEBATDB. 1 

fiUlB bis zam hahneuBcbrei. Die franz. «amtnlimg eathält noch die sage „ 
Nuit des Morts" {„Geiitermesae", der weitverbreitete sagenötoff) 

Quand minuit a souite, tout a'allame en l'^gliee . . . 

QaftDd le coq a chante, chaque asautant e'empresse 

De regaeuer la couche , . . 
Eini^ belege aue EichendoriFs dichtungen, ^Der Eehrans": 



Die bähoe schon krähen, 
Da verstleben tie sacht 
(der tod mit den tänzem). „Der Zeitgeist", beiblatt zam „Berliner Tkge- 
blitt" vom 20. November IMö enthielt einen „Totentanz*- übeischriebenen 
artikel: Der tod spielt anf, die grab er üETnen sich und entaenden die toten 
... Doch still! Rief da der bahn nicht im dorfe? Und im osten 
der blDtige hauch — sie schaudern. Hinab, hinab, ebe der morgen 
kommt .... 

„Die Hochzeitsnaeht" : ^ 

Sie sprach: „Schon seh ich itTeifen 

So rotb im morgen atehn. 

Und stimmen hür' ich scbweifen, 

Vom ofer bahne kräbn. 

Du siehst so still und wilde. 

So bleich wird dein gesiebt . . . 
(der tote bräutigam holt die treulose braut im schiff). In den romui 
„Abnung und Gegenwart" ist ein märcben eingeflocbten, das wir „Vom 
RitterMulein und Wassenuano" Überschreiben küonen ; lichte streifen 
zeigen sich, aus den tSleru kr&hen häbne, je nsher der morgen rückt, 
je blasser wird der Wassermann, der als ritter in wasaerblane färbe ge- 
kleidet ist. Das im see versunkene schlofs aus dem märchen „Liberias 
nnd ihr Freier'' taucht in schlinen Sommernächten manchmal berauf, bis 
die ersten bahne kräheu. Aus MGrikes Mienmärcben „Niie Biusefofs" : 
Ade, mein kindl Ade fUr heut! 



Dei 



nbabu im d 



rfe s 






Annette von Droste- HUIshoffs ballade „Der Spiritus Familiaris des Rofs- 
tätucbers": die gesellschaft, die den geist verscbafft, ist in der Sylvester- 
nacht zu treffen, bis der habn gekräht. Dafs auch Geibel den Volks- 
glauben gekannt hat, kann man wohl aus seiner längeren dichtong, 
„Morgenländiscber Mythns" schlielaen. Von Kemer gibt ea noch ein ge- 
dieht „Hobenetaufen" 

Doch kündet jetzt aus dunklem thal, 

Den bleichen tag der rothe bahn, 

Da steht der fels gar üd' und kahl, 

Verschwunden ist die barg fortan . . . 
ihren spukgestalten, kaiser Rotbart, Eonradin ... An dieses gedicbt 

erinnert Franz Dingelatedts „Altheaaische Sage vom Scharfe nstain" 

Beim ersten hahnenschrei im dorf da eilt von allen enden 
Der zag zurUck zum acharfensCein .... 
der geisterhafte zng der Römer. Eine übnlicbe sage, „Die schwedischen 
Beiler", teilte die „Tägliche Unterhaltungsbeilage zur Wjlbelmshavener 



ISO 



I. SPRACHE D, LITEBATOß. 



Zeitung" (olme dstnni, 1907) mit, ans der gegend des dorfes Wittenwejer, 

W01638 ein marderiaches gefec.tt stattfand; noch heut« herrscht nnter dem 
landvolk die sage, dafe die geister der erschlagenen in der geisterxtnnde 
mit einander kämpfen; mit dem ersten hahnenschrei aber kehren olle 
wieder in die moore BUiUck, die einst ihr grab geworden (bekannte nnd 
verbreitete sage). In dem gedieht „Die wilde Jagd" von Adolf Bube, warnt 
der getreue Eckart tot der wilden Jagd: 

Bis, wenn der hahn geschrieen 
Beim ersten morgenschein, 
Die tollen geister riehen 
Zum hürselberg hinein. 
Julius Wolf lälst Waldtraut noch sagen; 

Und zieht der grorse schimmelreiter, 
Der wode and sein wüthend beer, 
So geht als menschenfreund und leiter 
Der trene Ecknrt vor ihm her 
Und warnet ror dem halsnmdrehen, 
Vor heienspuk und lauberbaun 
Und allem, wa3 das kreni nicht sehen 
Und hahnenkraht nicht hßren kann. 
Das kann natürlich auch der heienspnk auf dem Brocken nicht; wenn der 
hahn kräht, sagt Ueinä in den erläuterungen zu „Doktor Faust", ist das 
wüste treiben auf dem Blockbeig in ende. — Das „Sagenbuch des PreoM- 
■chen Staats" von Grässe I 1868, nr. 530, kennt ein alles gedieht toh 
dem Brocken, worin das arge treiben der bJSsen geister auf dem he^e ge- 
schildert wird 

Wann aber kommt der bahnen geschrei. 
So fahren sie wieder heim ohne scheu 
Ueber hohe berg nnd tiefe thal .... 
Hier lüfst sich das gedieht „Walptu^nacht" von F.W.Weber aureihen: 
Da kräht der hahn, kühl weht der wind: 
Der SohlBfer erwacht, er stiert wie blind: 
Der galgen ist fort und die tänier sind 

In iliinst und nebel verflogen 

Aus der volksliedersammlnng van Ditfurth entnehme ich noch die ballade 
„Das Blutmesser": 

„Wer pocht so spät an meine thllr? 
's ist schon die mittler nacht ... 
Die Bchneeweifs gekleidete dem grabe entstiegene fran ist ee, die im grabe 
keine ruhe hat, weil ihr mann einen mord begangen hat; nachdem sie ihr 
anliegen angebracht hat, verschwindet sie: 

Es kam ein. starker donu erschlag, 

Der wind so wUthig geht . . . 

Der hahn den morgen kräht. 

Bas verschwinden unter donnerschlag beim krähen des habnes wird hier 

mehr angedentet, wie es ja das Volkslied liebt. Und aus ,.Dea Knaben 

Wunderhorn" ein streitgedicbt iwisohen seele und leib, „Vision" : 




I. SPRACHE U. LITERATUR. 



151 



Die aeel wollt da oocb widersprechen, 
Da that der morgenstern anbrechen, 
Sanct Petrng \ogel tbät auch krähen, 
Da waren beid nicht mehr 2u sehen. 
Zwei plitttdentsche gedieht«; das eine von £1bi)9 Groth, ans „Quickborn" 
(„Wat sik dftt Volk verteilt-), „Dat gmli Hus" : 

Des nachts is dat en grali huB . . . 

Doch wenn de dag des morg-enfi graut, so hürt man dat ni mehr. 

De saaldttr bett en iaen ked, dar ritt dat ganze stunn'. 

Doch wenn de hahn des morgens kreiht, 



Das andere Etand in „Sonntagsblatt des Hannoverschen Cooriet" vom 26. Juni 
1904, „ Sachsentreu e" (von Hans MUller-Brauel, zeveuer mnadort); der tote 
Sachsen herzog steigt alle jabre johaoni ans seinem grabe, um sein land 
abxnreiten und sich sonst amzusehen . . 

Blot vor den'n ihrsten hahnenachrei 

MUfs t'rUgg he Unuem steen 

Ähnlich ist das gedieht „Das Hünengrab" („Sonntagsbeilage" EU ,, Kieler 
Neueste Nachrichten" l.Sept. 1907): am mittemacht entsteigt der k«nig 

mit seinem trofs dem grabe 

Der morgen graut, die bahne kräh'n, 

Der kiiuig ruht im grabe 

Bis in die neueste zeit wird der Volksglaube poetisch verwertet! 

Kurz vorher hatte „Niedersachaen" (15. August 1907) erst ein gedieht 

„Die Alte" : 

Zur nacht knarrt's auf der stiege, es klappert nnd es rollt, 
£s hiucbt ein graues weiblein nm einen hänfen gold, 
Es reibt sich kichernd die hunde, als ob es recht glücklich sei. 
Und lOst sich auf in uebel beim ersten hahneuscbrei. 
Humoristisches. Wir wollen diese abteilung mit einer ballade, 
einer schau erball ade Pfeffels erüffnen, „Die Erscheinung-' ; der mann nimmt 
■ich aas uunnt der frau wegen das leben und erscheint nuu .... 
Sie segnet aud bekreuzigt sich. 
Umsonst, der schwarze mann entwich 
Erst mit dem habnenrufe .... 
Auch Gellerts mittel wird versucht; 
Pauline las, doch ohne frucht. 
Dem geist ein schock souette. 
Anapielnog auf Gellerts bekannte poetische erzählung „Das Gespenst", die 
eine polnische nachahmung gefunden bat, eine humoristische , „Die Ge- 
spenster" 

. . . . nm mitternacht 
Streicht ein anhold durch die zimmer, 
Sie Enm frühen morgenschimmer; 
Erst der hahnrnt treibt ihn fort . . . 
Zwei schaoerballaden von Hölty können wir dreist, ohne den dichter an 
beleidigen, mit in diese huntoristiache abteilung setzen; „Adetstan und 
Eöschen" helfet die eine 




152 



I. 8PRACHK n. LITEBATDB. 



Sie zei^e, wann va zwölfe schlug:, 

Jetzt &lle Dächte sich . . . 

Auch pflegt er, bia die hithneo krähn, 

Den blQt4i>lc!i ia der bnut . . nmsagehn 

„Die Nonne" iat die andere liberschrieben ; 

Ihr ^eiat soll, wie die aageu gehn, 

In dieser kircbe weileo, 

Und, bis im dorf die bahnen hrähn, 

Bald wimmern und bald beulen. 

Sobald der zeiger zwDIfe schlagt, 

Ktkuacht sie . . Ana einer gmft empor 

Bekannt und viel genaont ist dagegen Höltjs lied „Der alt£ Landmajm" 
(„Ueb' immer Treu' und Redlichkeit"), diu uns gerade jetzt in diesem angen- 
bliebe, wo wir diese Zeilen niedenchreibeu , so recht interessiert, weil es 
mit UDserem tbema in naher fceziebung steht, weil es allerlei spukgeatalten 
aufzählt, die zur nachtzeit, „in der geistcrBtond'" ihr Unwesen treiben, 
der Bchwarze kettenhund, der feuermann, der amtmann, der pfarrer und der 
Junker. Von dergleichen spuk gestalten erzählen sich auch die jungen in 
seiner hübschen id^lle „Das Feuer im Walde". 

Reizend sind einige ans hier angebende gedichte von Angnst Eopiscb, 
ans der Sammlung „Allerlei Geister" (Hährchenlieder, Sagen und Schwanke, 

1848), „Zeit£lmoo9" : 

Er aitzt und sitzt, — auskräht der bahn den morgen, ^ 
Da rufen sie: „nun guter mann hist du geborgen!" 
Und fliehn und lachen .... 
die spakgeister im walde Zeitelmuos. „Pnk" . . . .: 

Er zwickt den armen braun and blau. 

Da kräht der hahn, ans ist der knmmer . . . 
Die sage von solch tückischen kobolden ist weitverbreitet; die sage ans 
der franzÜBiachen Sammlung pafat noch hierher, „Les FoUeta et lea rieilles 
Fiiles" . . . .: 

Et juBqn'au chant du coq ils prolongeaient leurs niches . .. 
Erinnert sei auch an Milton'a dienstbaren geiat Gobiin (L'Allegro): ^^^1 

And crop-fuU out uf doors he flings, ^^^H 

Ere the firat cock bis matin rings. ^^ 

Eb läPst sich auch ein gedieht ans der zeitachr. „Niedergacbeeu" Tom 1. Juli 
1900 anreihen, „Jan Düstig mit de Vigeliln" Ton S. T. Uhlmann, in hol- 
■tetniacbem platt, mit sagenhaften zügen; er begegnet nacbts im wtjde 
drei alten hexen, denen er zum tanze aufspielen mufs . . . 
So raast ee foort, het günt de heid' 
Een haan siin „goden morgen" krei't; 

Nu ia er tüd bald um . . . 
Doch OS de haan het wedder krei't. 

Die hexen verschwinden also beim zweiten habnen schrei ; der geschenkt« 
apfelknchen erzeigt aicb am anderen tage als „Peerappeln rund un gioot" 
(sagenhaft). Aach die kleine niedliche kittdergeschichte atu der „Beilage 




I. 8FBACHE n. LITERATUR. 



153 



zur SoimUgB-ZeitDiis fürs Deutsche Haus" („Pur iiiiaeTe Jugend"), nr. 7, 
Dez. 1906, „Die Pnppentee" benntit deo Volksglauben 

Hürt ihr püppchen, lafst each sagen. 

Wenn die ahr hat zwölf getchlagen . . . 

Aber wenn der hanahahu krähet 

Und der tag iaa fenster spähet . . . 

Kehrt 211II1 alten plats znrilek! 
Du geschieht denn aach richtig beim „Eike-ri-ki". 

Einige gedichte ans Witzblättern. „Der erlÖsteRitter" („Meggen- 



dorfer-Blätter", nr. 2, 1906) ist verdamnit z 
ihm soll jedoch erlüsung werden 

Wenn er einmal vor bahiieii 
Das klostergrab besuche. 
^ach dem hahnenschrei ist er ja nicht mehr da; i 



nde zu jagen; 



: erreicht e« im automobil. 



„Der ewige Jäger- („Fliegeode Blatter" 

Im birscheCBcblBg beim eulenhorst, wenn'a zwillf nhr hat geschlagen ... 

Gar spukhaCt ziehen sie vorbei in dnaklea geisteratnnden, 

Und mit dem ersten bahnenschrei sind alle zwei verschwanden . . . 

C "vaidmann und band). „Geapensterzug" (16. Nov. 1900); einer ans d. j. 1500 

<!Hackelberga Jagdj, der andere bub d. j. 1900 (eine veikraehte Localbaim) . . . 

Und wenn auch der morgen sich rSthet, 

Die hSbne schon krähen 

Er hat sich wie immer verspätet. 

"N'iel mehr wert hat das dritte gedieht der „Fliegenden Blätter" vom 13. Ja- 

»anarlSOS, „Der betrogene Teufel", weil es zwei sagenstoffe enthalt, teufels- 

'^nltt nnd „Teufel and Eahu". Es leitet zu der folgenden abt«ilung über. 

^K)er bauer gebraucht zu lange zeit, den Schuldschein zu anterscbreiben, 

deshalb schimpft und faucht der tenfel, nimmt den Schuldschein unbesehen, 

Um voller eile davonzugeh'n. 

Denn drauTaen schon ein paar bahne kräh'n. 

^enn auch der tenfel moTs, wie aller spuk, vor und mit dem hahnenschrei 

amrücksein. Hierauf gründen sich die vielen sogen, die wir unter dem 

namen „Der Tenfel als Baumeister" zusammenfassen küanen. Der tenfel 

verpflichtet sich bis zum hahnenschrei irgend ein banwerk, einen weg n. dgl. 

zu liefern. Oft wird nnn der teufel bis zu der zeit nicht fertig, wenn auch 

nni noch ein stein fehlt; öfters wird der tenfel in diesen sagen angeföbrt, 

dadurch, dafa der bahn durch bände klatschen oder stimmnachahmong ver- 

inlaTst wird vor der zeit zu kriEhen und so den teufel vor TollenduDg des 

versprochenen nerkea verjagt und kontraktbrüchig macht. Auf diese weise 

sind, nach dem volkaglaaben, die vielen, oft bis auf eine kleinigkeit, uu- 

roflendet gebliebenen banwerke zu erklären. Wie gesagt, dieser sagen gibt 

«s nnzäblige; ich verweise n. a. auf das „Sagenbuch des Preulsischen Staate»" 

'oo GrilBBe. Hehrere nummem der zeitschr. „Niedersachsen" enthielten 

loch derartige sagen, vom 15. Juli 169G: „Des Teufels Bau", vom 15. Juni 

löOO: „Teufelssagen aus dem Osnabrllckschen" , vom I.September: „Dat 

■tkQweUfculemaur", vom 1. November 1902 : „Die Tenfelssteine bei Laer" u. a. 

^l&bschB beispiele bringen auch Schambacb-Uiiller in ihrer Sammlung, unter 

-^^i 167. FoetiBch hat Eopiach die sage „vom betrogenen Baumeister" be- 





154 I. SPRACHE D. LITERATUR. 

handelt, in dem schwink „Das Krähen" : der tenfel will alles liefern. «chlolB, 
garten usw. — „Noch tot der ersten Hahnenkrat" — es fehlt nnr noch der 
letzte stein; da h ruht Hans sein kikerikÜh; das gilt zwar nicht; aber alle 
hShne im dorfe werden dadnrcli nngeregli za krühen, nnd so liat der teufet 
Terloren; den letzten fehleaden stein aber kann man nicht einsetzen, er 
fällt immer wieder beninter. Die sammlnng „Nonvelles et legendes" re- 
cueillies ä DSmuin (Picardie) von AI. Ledien, Paris 1895, bringt eine fran- 
Eüsische faesnng, „La Orange infernale" („avant le premier ehant du coq" 
will der teafel liefern . . . ^eana perdre nn instant, la jeone fermiere, heu- 
reasement inspir^e, conmt ä la porte du pnulaiüer et frappa dans ses main^. 
n ne restait plus au baut du toit qu'un tron de deux pieds carr^ i fermer 
... quand le coi| chanta ... Tonte la bände infernale dispamt en 

hntlant ). Anderer, aber ähnlicher art, ist die teufels^ag-e , welche 

sich an den Zwischenabner see im Oldenburg) «eben anknüpft und die 
Strackerjan, „Aberglanhe nnd Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg*', 1867 
mitteilt: Als die Oldenbnrger ihre erste kircbe banten, ward der teufel — 
wie immer, wenn es sich um kirchenbau handelt — sehr zornig und he- 
schlofs, die Stadt zn veniichten. Er griff in der nacht bei Zwiicbenahn 
einen grafscn bascb aas der erde und tnig ihn fiber das moor, um ihn auf 
die Stadt zu schütten. Als er eine strecke weit gekommen war, da krShte 
ein weifaer haho, und der teufel sprach: 

Witte hahn witt, 

Ick »cht die en — 
Er setzte seinen weg fort; nach einer weile krähte ein roter habn, 
und der teafel sprach: 

Rade bahn ro 

Ick acht di so no. 
aud liefs einen teil des waldes fallen (der kleine WUdenloh). Endlich. 
krShte ein schwarzer liabu, da schrie der teufel: 
S warte habn 9 wart, 
Du trekst ini all wedder npt hart! 
nnd warf die übrige last ins moor (der grofse Wildenloh), Also beim rufen 
des dritten hahnes mufs der teufel zurück. Da sind wieder die drei häbne, 
die wir schon aus Longfellow und seiner vorläge kennen ; die vollcBtilmlicbe 
zahl drei kommt ancb sonst viel in sagen vor. Heiner mejnuug nach steht 
der erste, zweite, dritte habn einfach für den ersten, zweiten, dritten 
hahnensclirei; denn nach einem anderen volkaglanhen verschwinden die 
geister erst beim dritten hahnenschrei. Heinrich Heine kennt diesen Tolks- 
glauhen, wenn er in der „Harzreiae" sagt: „Die nebel flohen, wie ge- 
spenster beim dritten hahnenschrei ..." Der Volksglaube gSnnt 
den armen geistern zu ihrem verachwinden so zu sagen eine Torbereitnngs- 
zeit; ist die geisterstnnde mit dem glockenschlage eins zu ende, so beginnt 
die Vorbereitung beim einröcken der uhr. 

Humoristische erwähnangen der sage vom hahn finden sich noch bei 
Keuter in einem reisebericht -(vgl. Beuterkalender für das jähr 1907, b. 91 ff.), 
bei Winterfeld im „Spukehans", bei Rudolf Banmbach in der erafthlung 
„Weihnachtszanber" („Erztthlnngen und Härchen", 1885; wer vw geapen- 




I. 8PE4CBE U. UTERATDR. 



155 



vtem bange ist, soll einen habn mitDehroen) , in einem bnche „Eomisclie 
Tftosend and eine Nacht" von Adolf Olafsbrenner, Hamburg IS54, „Herr 
Boffey nnd die Klopfgeister" {gerade vor Iflsclien dea dnrstes rübrte ihn 
der Eclilag; hat nnn keine rohe im grabe vor dnrst, wankt umher Tom 
Rannennntergang bis der bahn kräht and Bchmaehtet nacli dem ent^ 
mgenen biere) und bei Dickeng im „B'eak Hoose" (Peffer in Cook'B Cunrt). 
Borns spielt auf den volkfiglanben an in dem gedieht „Addreae to the deil" 
(Some c c k or cat your rage maun stöp . . .). 

Ancb gespenstische ticre sind an die geist^ratnude gebunden; oft ist 
rede von gespenstischen pferden, in „Lenore", im „Fanst". Von einem 
solchen spricht aucb Scott in einer anmerkusg zn seinem epischen gedieht 
„Marmion": GerTB:se of Tilbnry (der hiBt«riograpb GerrBsias t. T. , geb. 
um die mitte des 12. jabrb. in Eseex, schrieb anter a. „Otia iroperiaüa", 
eine Sammlung der verschiedenartigsten, merkwürdigsten dinge) berichtet 
eine „populär atory concerning a fairy knigbt''; dieser hat eiu gespensti- 
sches pferd, Ton dem es beut; „he remained with bis keeper tili cock- 
crowing, wheu, with eyes flasliing fire, he reared, spumed the gronnd, 
and vanished ... Also noch ein recht alter beleg zum rolbsaberglaubeu ! 
Eine andere englische sage mit gespensterpferden wird mitgeteilt in der 
sammlnng „The Maggie Mist and other Xiartmoor Legends" by Eva C. 
Bogers; in „The legend of the grey welhers" erzählen sich die niänner in 
stürmischer nacht nach alter volkstümlicher sitte geschichten, auch die 
von der „Geisterkutache" : . , Lady Howard iö her coach of hones drawn 
by fonr headless horses . . . 'Tis said her ladyship is doomed to run, 
in the skape of a houud , from the gateway of Fitzford to Okehampton 
Park 'twiit midnight and cock-crowing . . . Der roman „The Blaok- 
smith of Voe" von Paul Cnabing (1891) knüpft eine sage an „Carkloe-Manor" 
au, die ebenfalls ein gespensterpferd aufweist; every year, at midnight 
OB the 5th of Oetuber, up fiom the old lake in the park rose a grey 
horse . . and then without sound of hoof went like the wind . . until its 
form was lost to view in the white miats of the Valley .... Von einem 
geisterwagen, von vier schwarzen geisterhaften rossen gezogen, der um 
mitternacht lautlos daherfliegt auf dem schlachtfelde bei Jena, ereäblt 
Natajy von Eschstruth in ihren „Spukgeschichten" („In der Dämmerstunde", 

Abenteuer mit Goethe). Eichendorfis ballade „Nacbtwanderer" ; 

Wenn tag nnd nacht in verworrenem streit, 
Schon bahne krähen in dörfem weit. 
Da schauert seiu rofs und wUhlet hinab, 
Scharret ihm schnaubend sein eigenes grab. 
Eichend orff führt noch eiu gespenstisches pferd m der novelle „Das Marmor- 
bild" vor; je später es wird, desto unruhiger wird es, es ist in unhegreif- 
Licher hast nnd angst kaum mehr zu halten und fliegt pfeilschnell mit 
seinem reiter in die dnnkelheit fort, dafs der wind hinter ihm drein pfeift. 
Damit es ja mit ahlauf der getsterstuude an ort und stelle ist! (So 
scharrt anch der rappe in der „Lenore" vor Ungeduld I) 8ehr geschickt 
nnd poetische Stimmung erweckend ist das auftreten des gespens tischen 
ritters iplit am abend, als die meisten gilbte sich bereits verlaufen haben 
und es ruhig geworden ist; er geht sofort eum leltwirt und schllirft hastig 



4 



156 L SPEAHCE ü. LrTERATnB. 

dnnkelroten wein mit den bl«iclieii lippen in langen xügea hinunter. Da 
läfat ja anch Goethe „Die Braut von Corintli" tun: 

Gierig schlUrft« sie mit blassem munde 
Nnn den dnnkel blntgefärbteo wein . . . 
Die geifiter kommen aus einem orte der quäl und leiden durateaquaieij. Man 
denkt ouwiliknrlicb an den „Bs'cli^n Mann" am orte der pein, der mit einem 
tropfen wasser zar kUhlnng seiner znngpe zufrieden wilre. ~ 

Aufaer der bestimmten Zeitangabe, glockenscblog zwülf, eins, bahnen- 
schrei, findet sich noch eine nnbestimmte, allgemeine. Manche sagen nnd 
dii'btangen begnügen sieb mit dieser letzteien allein. Hiemach yerschwindeu 
geister und geapenster, die feinde des iicbts, wenn es hell, tag wird- Mit 
solcher unbestimmten angäbe kann auch grolse poetische Wirkung erzielt 
werden; wir denken an die stelle im „Faust"; 
Meine pferde scbandem, 

Der morgen dKmmert auf 

nnd an Bürgers „Lenore": 

Rftpp'l Rapp'! ich wittre morgenlnft! 
Kapp'! tummle dich Ton hinnen! 
und an die worte des geistes im „Hamlet": 

But, soft! methiaks, I scent tbe morning air: 

Brief let me be 

Fare thee well at once. 

The glow-worm ehowa the matin to fae near .... 

Adieu, adieu! 

Ans Heinrich Heine: „Geoffroj Bndel und Melisande von Tripoü"; allnächt- 
lich werden die Gguren der gestickten tapete lebendig . . - 
Doch den holden spuk vertreibend 
Kommt am end' die morgenrßthe — 
Jene huschen scheu zurück 
In die wand, in die tapete. , 

„Atta TroU" : 

0, ihr holden nachtgesichte, 
Die das morgenroth verscheuchte .... 
Eiehendorff, „Der stille Freier" . . . . : 

Wenn die morgensterne blinken, 
Todtenbleich der hirte wird, 
Und lie müssen all' versinken: 
Reiter, heerde und der hirt. 
Hübsch poetisch! Am morgen verbiasseu der mond und die steme (der 
hirt nnd die heerde). 

Ein gedieht Seidls, „Die Bardeninse!" (auf der insel Bardsej befinden 

sich der sage nach 20000 Bardeugräber, darunter das grab Merlins) 

Erst spüt, wann der abend die insel begrlifst 

Und herangereift bis zur mitternncbt, 

Scheint rings das leben auferwacht . . 

Wir . . . kehren ing grab bei des morgens hlick . .. 

Da Bchimmert's im osten, da fallen im nn I 

Wohl sweimal zehntausend gr&bei zu! 



I, gpRiCHE ü. Literatur. 



Da stockt der tanz — die mädchen schrei'n 
Und werden immer bläseer: 
Der Täter ruft! Pah! Morgenlntt! 
Znriicfc in daa gewäaaert . . . 
El dämmert schon der morgenstrahl, 
Und lilien schwanken wieder 
Im Wasser auf und nieder. 
Mörikes Mumm eleeegedi cht „Die Geister am Hommelsee" beginnt: 
Vom berge was kommt dort um mitternacht spfit 
Mit fackein so prächtig herunter? 

Freiligraths wirkongavolle ballade „Gesicht des Beisenden" : 

Morgenwind nnd morgenröthe werden ihnen zu bestattern . . . 
den „nächt'gen ziehera'' der „geiaterkarBwane". — 

Zn.m achlufs gedenken wir noch einer stelle aus SchillerB „Jnngfraa 
von Orleans"; der alte vater sagt erzürnt: 

Die tiden berge sucht sie auF, verlüsset 
Ihr nächtlich lager vor dem habnenruf, 
Und in der schreckensstunde .... 

Schleicht sie 

Heraus ins graulich düstre geisterreich 

Der nacht 

Nach dem hahneuruf hat sie draulsen nichts mehr zu schaffen, da sind 
die geister verschwunden und kein verkehr ist müglich. Ich meine, dafs 
Schiller bei dieser stelle den Volksaberglauben vom habn als vertreiher der 
geister und gespenster im äuge gehabt hat. 

MarkoldeDdorf-Wilhelmshaven, im Juli 1907. A. Audrae. 



II. UNTERRICHTSWESEN. 

The Laureate Poetry Books. A Series of liepresentative Sdeclions 

from Leading Foets. Each 48 pages. Paijer, 2 d.; Cloth, 4 d. 

— Book VIII. Selections from Tennyson. — IX. Shakespeare. 

— XII. Scott. — XXVm. Thomas Gray. London: Edward 
Arnold. 

Vor den zahllosen gediclitsammlungen , die dem schüler 
die meisterwerke der englischen poesie näher bringen sollen, 
hat die vorliegende den unschätzbaren vorzug der billigkeit. 
48 Seiten sorgfältig ausgewählten textes, in tadellosem druck 
auf gutem papier für 17 pf., das schlägt beinahe die besten 
teistungen der Reclamschen Universalbibliothek. Die samm- 



158 n. DKTERBICBT9WE8EN. 

lung nmfafst bis jetzt 34 heftcUeii. Wenn auch anerkannt 
werden soll, dals die auswahl im allgemeinen geschmackvoll 
nnd zweckentsprecbend getroffen worden ist, so wird der 
einzelne leser doch manches vermissen, was ihn besonders an- 
spricht und ihm als besonders charakteristisch für seinen lieb- 
lingsdichter erscheint Tennyson's oder Shakespeare's lebens- 
werk ist natürlich nicht auf 48 selten erschöpfend darzustellen. 
Aus dem Merdiant ofVenice hätte sich statt der szene zwischen 
Launcelot Gobbo und seinem rater ohne Schwierigkeit eine 
wertvollere probe geben lassen. Statt der seitenfültenden 
Battle of Flodden aus Scott's Marmion wären kürzere gedichte 
besser am platze gewesen, so die hallade von Alice Brand usw. 
Jedem bändchen ist eine kurze biographie des behandelten 
dichters beigefügt. 

Frankfurt a/M. K. Lincke. 

Englisches Lesebuch für Real- und Handelsschulen sowie für die 
mittleren Klassen realer Vollanstalten von Prof. Dr. Adolph 
Schwarz. Bielefeld u. Leipzig, Velhagen n. Klasing 1907. 

XIV u. 370 s. 
Das Torzüglich ausgestattete buch bietet eine solche über- 
fülle des Stoffes, dafs er an einer sechsklassigen anstalt nicht 
bewältigt werden kann. Kaum ein gebiet der landläufigen 
schullektüre bleibt unberührt. An kinderreime, rätsei und 
anekdoten schiiefsen sich teilweise recht unterhaltende erzäh- 
lungen aus dem täglichen leben, aus der geschichte, ans der 
märchenweit an, zum teil englischen Schulbüchern entnommen. 
Dann folgen moralisierende abschnitte mit einer reiclieo sanua- 
lung von Sprichwörtern, briefe, kleine aufsätze On Useful 
Knowledge, bilder aus der englischen geschichte und landes- 
knnde, ein geschichtlicher und geographischer überblick über 
The British Empire und eine lehrreiche Charakteristik der eng- 
lischen spräche (nach Jespersen, Bradley u. a.) , die allerdings 
erst in oberklassen behandelt werden könnte. Zahlreiche ab- 
bildungen ond skizzen erläutern den text, eine karte von 
England und ein plan von London sind angeheftet. Die poesie 
ist in dem umfangreichen bände etwas zu knrz gekommen; 
es hätte ihr füglich ein wenig mehr räum zugebilligt werden 
können. In den historischen abschnitten wild mancher eine 





n. DNTEKaiOHTSWESEH. 



159 



breitere darstellung des bürgerkriegs yermissen. Die revolu- 
tion von 1688 und der amerikanische Unabhängigkeitskrieg 
sind leider ganz übergangen worden. Dem vorzüglichen buche 
ist eine recht weite Verbreitung zu wünschen. Vielleicht steht 
dem aber der grofse umfang des buches im wege, da an die 
lekttire eines Schriftstellers daneben nicht zu denken ist. 
Frankfurt a/M. K. Lincke. 



ni. MITTEILUNGEN. 
A New 

English Dictionary On Historical Principles, 

(Tolume VI: L-S.) 

HoDopolj — MoTemeut. 

Bj Henry Bradley, Eon. M.A., Pli.D. 

This iustftlmeiit includea 1347 Main words, 500 Special Conibination« 

explained ander tbese, and 786 Snburdiuate entries; in all 2033. The 

obvious combinalioiis tecorded and illuetmted nnrnber 43ß, making 8 total 

of 3069. Of the Main words 241 (18"/o) are marked f as obsolete, and 

107 (7Vi °,'o) are marked || as allen or not folly natnralked. 



lug Iba Bnjjplsm 



The portion of tbe Euglish vocabnlary here t.reated inclndes an 
nnusually large nnraber of words that have been for many centuries in 
extremely frequent Qge, and are in ecusequeuce remarliable for tlie variety 
of their sensea, and in most instances also for the muUitude of their 
combinations and derivatives. Many of these are of native Engliab orjgin, 
as monlh, mood sb.', moon, moor sb.', tnoot ab.' and vb,', more and 
Btoat adva. and a^js. , mom, morning, morrow, mOiS, moth, moUier, 
mouid ab.', tnoum, mouse, mouth; the reraainder are of Latin or Romanic 
etymology, «neb, BLsmanster, monunient, mood ab.', moral, morbid, mortui, 
mortttT, mortify, motion, motive, mould ab.', mount ab. and vb., mountain, 
more. Tbe native Euglish and the Romanic words together form a mors 
than ordinarily large pioportion of the whole. The Greek derivatives are 
chiefly UiOBe beginning with mono- and morfho-, together with morphia 
and the related chemical terms. Continental Teatonic gives na morganatic. 
Celtic woids are abseilt, except for one or two Iriah words (marked as 
'allen') nsed by dialect mit«n. Fiom Oriental langnagea there are 




DL UFTTSnATSOKS. 



I, moolree. vioontftee, Modem, motqut, uid a few otben of littJe 
cwrenc;; from Amehoui langfiugai oaljr wMOnack uid moote. Of midii- 
cotcred ori^riii, trat interutiii^ in tbör mbm derelo^eut. m moimdA.* 
■nd tbe reUted mound Tb. Among the artidea containing new e^mological 
eridence ot Eoggesnons maj be mentioned thow on moor vb.', Mop« rb., 
mother sb.', MOtley, miqhU ab.» 

Moqaet. Delete tbii aitide, and cnbititate: Hoqiiet, ob«, tu. 
Mngget'. 

ForthcomiDg Innes, Jnlj- 1, Oct. 1, ld06: ASection, conrlnding M, bj 
Dr. Bradlej, a Double SectioD of B, b; Dr. Cnigie. 



AngekQndigt« Schriften. 

New York, Keb. 27, 190a 
Editor, 

Dear Sil: — 

We eipect to pnbliab before tbe end of the jear a work enlitied 
"Chancer: A Bibliography" bj HIsb Gleaoor P. Hammond of Chicagro 
ünivenit;. Tbis vork ii intended to be a compleie critical bibliograpb; 
of Chaocer. We sbonld greatlj appreciate joai kindness in annooncing 
the intended pablication of thia wütk to yoar readera. 
We are, 

Vety tmlj joUTs, 

For THE MACHILLAN COMPANY. 
E. C. M. 



In HKnater wird an einer diaKrtation Bber Balwei*« .Harold' 
gearbeitet 



INHALT. ,,,„ 

I». Bndlair. Th» Miklng nt Engllib 1 ,_ _, 1 . . . !■ 

Jtipewii , OtdwUi ud etrgcian ot Ib« SngUiti Lugiui» f (Omu) ( ... IM 
Alu und mltMlangllichH Ol-angibneb igm Oibnceha bat UntnnltauvatlaiBana 

Tab—Kiia ADlUxe twIibciMI »on J. nchipp« 141 

HlMliiw. BIwIiHpcin'i BoDDCU ud A Loxr'l Complliul .... 
Darrlnck, DI» t*iflDl«b*D Zluu In den Dimmaa du wklitlgaMii 

Vominger 81i»kM|««™ 1 (LlBcM i 

Tb» Wot*i otFruid. BumniiDt and John Fltlcbu. - - ■ ' > 





Beiblatt zur Anglia. 

Mitteilungen 

über en^dische Sprache und Literatur 

luui über englisclien Unterricht. 




Preis: Für den Jahrgang 8 Hark. 

(Pnli »1 'AdrIU' und ' BciUUtt' llbrlluti H Mi 



CCLBd. 



I. SPRÄf^HK UND LITERATUR. 
A late eighth Century Latin-Angla-Saxon Glossary presemed in the 
Library of the. Lekhn Univemty (MS. Voss. Q" Lat. Nn. 69) 
edited by John Henry Hesseis, II. A. St. John's College, Cam- 
bridge. Cambridge, at the UujÄ|Bity Press. 1900. LVII 



u. 241 as. 8«. 



u^feit: 



Das nichtige alte Leiden« Glossar, das etwa 250 germa- 
nische, meist ae., zum kleineren teile ahd. Wörter enthält, er- 
scheint hier nicht zum ersten male im druck, Auszüge hatten 
schon früher Goldast, Faraenctici veteres 1604, Junius, Glossar. 
golh. 1665, Suhm u. Nyerup, Symbolae 1787, Bethmann, Zfda. 
V, 194 ff. (dazu verbess. und nachtr. von Martin ib. XIV, 191) 
yeröffentUcht; dann kamen die Publikationen von Sievers und 
Steinmeyer, Ahd. gll. 1 und II, Sweet, Oldest English Texts 
p. lllff. , Goetz, Corpus glossar. lai. V und endlich Glogger, 
Bas Leidener glossar I u. II, Augsburg 1901—3 (Gymnaaial- 
Programm und Müuchener dissert.). Ohne von letzterer arbeit 
zu wissen, unternahm der bekannte holländ. latinist Heasels, 
der sich schon durch seine ausgäbe der ae. Corpus-gll. (Cam- 
bridge 1890) um die englische philoIogie verdient gemacht hat, 
die vorliegende publikation, für die er aber glücklicherweise 
Gloggers abhandlungen noch nachträglich benutzen konnte. 

Die einleitung des schön ausgestatteten buches behandelt 
gründlich die handsi^ift uebst bibliographie und quellen des 



162 I. BPHACHE D. LITEBATUB. 

glossars, die jetzt fast alle gefunden sind, z. t. erst von G]ogger; 
s. 1—60 werden dann die gl], mit reichlialtigen anmerkungen 
gedi-uckt und darauf folgen ein lateinischer, griecliischer, he- 
bräischer und germanischer index , worin alle schwierigen 
Wörter eingehend besprochen und auch die andern glossen- 
samraluiigen ausgiebigst herangezogen werden. Den schluls 
machen zwei Seiten nachtrage und Verbesserungen. 

Man wird dem herausgeber gern zugestehen, dafs er es 
an deiTs und Scharfsinn nicht hat fehlen lassen, um die vielen 
rätsei, die in diesen oft stark entstellten, von abschreiber- 
fehlem wimmelnden glossen stecken, glücklich zu lösen. Wenn 
ihm wohl das meiste richtig zu deuten gelungen ist, so hat 
er dies allerdings nicht zum wenigsten den bemühungen seiner 
Vorgänger zu danken. Kr spricht dies auch offen ans. Um 
so sonderbarer und peinlicher berührt es, dafs Sweet's uame, 
so viel ich sehe, im ganzen buche ebensowenig wie sein ae, 
Wörterbuch erwähnt wird, obgleich darin die ae. formen doch 
in der regel richtiger angesetzt sind, als bei Bosworth-Toller. 
Dagegen werden Schlutters flunkereien mit Sorgfalt gebucht. 
Sapiaili sat! 

Den anglisten werden in erster reihe oder wohl ziemlich 
ausschlicfslicli die ae. Wörter des Leidener glossars interessieren. 
Wenn auch jetzt die meisten richtig erklärt sind, so bleiben 
doch noch einige harte nüsse zu knacken, vgl. Kerns anzeige 
von Gloggers arbeit") in den Engl. Stud. 36, 111 ff. und dessen 
autwort, sowie Kerns replik ib. 37, 453 ff. Bei der lektüre von 
Hesseis einschlägigen artikeln hat man aber oft das peinliche 
gefühl, als ob sich der verf., wo er ae. oder überhaupt gram- 
matische dinge bespricht, auf einem ihm eigentlich fremden 
boden bewege; diese erklärungen sind z. t. sicher falsch, z, t. 
mindestens anfechtbar; hin und wieder finden sich triviale 
bemerkungen, die man kaum hier erwarten sollte. Ich lasse 
meine einschlägigen notizen im anschluCs an den alphabe- 
tischen ae. index folgen. 

aam Corp., haam Ep., fatn Er£ soll lat. eaatere 'brenneisen' 
glossieren, was natürlich unmöglich ist. Es gehört offenbar 



■) Eine fortietxnng denelben (3. teil A und B) kommt mir eben bei 
der ewciten karrektnr durch die gute des verfnesen m lianden; berück- 
Bichtigong dieser arbeiten ist leider nicht mehr nCglicb. 




I. SPRACHE V. LITKRATÜB. 163 

tXi dem vorhergehenden poplite, vgl. s. 77 s. v.: popUie . . . 
caitterio debiliiato (bei Eufiiius). Ebenso lieifat es z. b. in 
Napiers Aldhelmglossen s. 99, nr. 3727 : ciirua poplite, seb[t]ge- 
dum hamme. Ui-sprüngllch lautete die glosse gewiTs: poplite, 
Itatnmue, resp. hämae, daraus machte ein Schreiber, nachdem 
sie zunächst irrtümlich auf das folgende cauterio, cautere be- 
zogen war, hama, was dann schliefalich haam, faam, aam ergab. 

— agledd^go soll labefai^t]are übersetzen; H. erblickt darin 
einen inf. = ä<jledd^gon = ägieddian 'to overthrow', resp. ein 
kaas. zu aghdanll S. 136 bezieht er sich dann auf gleddian 
'to spatter' bei Bosworth-Toller. Ich brauche wohl kaum zu 
sagen, dafs nur aglcddf = äglfiddf in betracht kommen kann 
und das in der hs. davon getrennte go zu einem folgenden 
Worte gehört haben mafs; vielleicht ist es fälschlich aus dem 
hinter labefactare in der vita s. Anfonii stehenden constantiam 
übernommen? äglmdd^ kann nun entweder der Sgl. prt. von 
aglwdan 'gleiten machen' sein, oder der nom. pl. des pari, prt, 
desselben verbs, vgl. labefactati in Sulp. Sev. Dial., wozu Stein- 
meyer die glosse stellen wollte. Schon Glogger hat an die 
as. gl. bigledda 'labefactat' erinnert, vgl. ESt. 36, 114; 37, 457 
n. 460, Wenn übrigens Kern daran austofs nimmt, dals die 
Übersetzung ungenau ist, so mufs er auch die as. gl. verwerfen ! 

— adexa 'eideclise' steht natürlich für äöexae, nicht für ade^a, 
trotz des Verweises auf Sievers, den H. s. 13ö gibt. Sievers 
spricht da doch von viel spiiteren quellen! — analreten : in- 
extricabilcs soll für nnätreden zu einem inf. vnUtredan stehn. 
Das wäre dasselbe, als wenn man im hd. zu nnentwirrbar einen 
inf, *unentunrren , oder im lal. einen inf. *inextritare bilden 
wollte! Ich vermute übrigens in anatreten einen Schreibfehler 
für unabrecen{d)lic, vgl. incxtricabilem : Jia unabrecendlican bei 
Wr.-Wü. n, 419, 2. — ansceat Corp., anseot Erf. als Übersetzung 
von extentera = exentera, exiniera 'weide aus' (Tob. VI, 5), 
kann doch nur eine Imperativform, also = onsceot, wörtl. 
'entschiess', seinl H. nimmt es mit Bosworth-Toller als subst. 
hTffia, 'beweis', obwohl der verachtete Sweet, OET. p. 622 
schon richtig ansceotan ansetzt. Vgl. noch euisceranda : a- 
sceotende bei Napier, OE. Gl. p. 212, 47, ferner Wr.-Wü. 190, 30: 
exentera, unsceol, uel geopena; 393,7: exentera, ansceot (Ms, 
Cott Cleop. A III). Damit dürfte Hesseis merkwürdiger 'channeV 
or 'conduit' through wUch food is conducled or 'shoV endgültig 




4 



164 



:. SPRACHE U. LITEUATüB. 



erledigt sein, i) — amgeus besteht gewifs aus am, ^rn ' 
nnd geus, das in Corp. als geot, in Ep. als geat, in Erf. als 
geup ersclieint nnd bei Wriglit-Wülker ebenfalls zwischen geat 
und geap schwankt. H. möchte gnip als entatellung von 71V 
auffassen, da das wort die glosse zu arpa = aQjin, resp. vultur, 
ist. Ich halte geap für die ursprüngliche form und stelle es 
zu ae. geap 'crooked, cm'ved', gopa, -e, gupe, gype, ahd. goffa 
'steils, lenden', nicht bei Sweet, vgl. aber Wr.-AVü. 205,41: 
clunis, renibus, coxe : gvpan; ferner Lehmann, Das präfix ue- 
p. 9 anm. und Kern, ranl. gope in 'Album Kern', p. 253 ff., ferner 
ae. geopan 'swallow', aisl. gaupa 'luchs', zu lett. gul}i 'sich 
bücken', asl. gijbhhh 'biegsam', lat yubbus. Der raubvogel ist 
entweder nach seinem krummen Schnabel oder seinen krallen 
als geap bezeichnet worden, gerade wie /i'v 'geier' zu Yvaiov 
'Wölbung', yvptk 'rund', yt-foi' 'glied', pl. 'scliols', oder Y(ivtp 
'greif zu Y(ivx6g 'gekrümmt' (cf. Boisacq s. v.}. — berian beed 
(sie!) soll als glossierung von ledi aurei ein 'bearable bed' ~ 
ahd. traga-beUi sein, indem berian als ableitung von heran 
erklärt wird! Als nothelfer mufs natürlich wieder Schlutter 
herhalten, der Angl. XXVI, 303 unten ein bericganbed 'trag- 
bett' (zu bericge 'tragerin, trage'!) zusammen phantasiert. Ich 
kenne nur ein verbum berian '1. entblöfsen; 2. schlagen' nebst 
dem subst. berige 'beere' und will blofs fragen, ob in berian 
nicht angl. ber = ws. biSr 'bahre' stecken könnte, was auch 
Glogger II, 39 als möglich erwähnt. Mit ian weils ich freilich 
nichts anzufangen; ein berendlic 'tragbar' wage ich nicht zu 
emendiei'en und fer-bed 'reisebett' liegt zu weit ab. — Zu 
Ueä hätte auf Osthoff, Engl St. XXXII, 181 if. verwiesen wer- 
den sollen, — borgenti : terebrantes steht nicht für borgende 
= "'borgenti, wie wunderlicherweise s, 223 erklärt wird, son- 
dern natürlich für boriendi; ebensowenig ist borjan (!) die ältere 
form von borianl — braadlasl^cus : dolalura und braedlaest- 
naesc : dalaturae Erf. kann ich nicht recht ernst nehmen. 
Sollte etwa ein sola : lsst{as) mit dolatura zusammengefiossen 
sein? — Unverständlich ist mir die bemerkung unter brcd- 
isem : „bred = brmd, part. of bredan (= bregdan)", die wieder 



b 



>) Wie ich nachtrSglich aehe, hat Bchon Schlutter, Ängl. XSVI, 303 
den richtigea lochTerhalt erkannt, Wenim ist ihm H. hier denn nicht 
gefol^? 




I, SPRACHE D. LITERATUR. 



165 



ans dem unglücklichen Bosworth-Toller stammt. Warum nicht 
= 'bretteisen', wie es Sweet, OET. p. 527 ansetzt? bred ist 
offenbar das blatt (carta), das die sclireiber nach der erklärnng 
von scalpdlum {p. 186 b) mit diesem gerät schneiden, vgl. den 
beleg für charlu 'platte, tafel' bei Georges und die glosse 
album : bred bei Napier, OE. Gl. — cinum: nach s. 182 gebort 
ae. reöma (sie!) als ableitung zu rima'); hr. H. weifs also 
nicht, dafs ae, reoma (nach gew. Schreibung reoma) dem nbd. 
riemen entspricht, in die «-reihe gehört und mit ae. rima, 
rloma 'rand' nichts zu tun hat! — cisil-siän kann nacb s, 120 
(s. glarea) auch die form ceösel annehmen! — Über cöp 'cope' 
bemerkt H. nichts, auch ist mir keine erklärung des wertes 
sonst begegnet. Sollte es nicht = nhd. kafe, ahd. huofa, as. 
cöpa sein ? Ein weiter Überrock [ependytes) konnte wohl nach 
seiner form scherzhaft als 'kufe' bezeichnet werden, vgl.Chancer, 
Pro], der Cant. Tales, v. 262 ff.: 

Of double tcorsted was his semicope, 
That roiivded as a belle out of the presse 
und unsem modernen gloclienrocM — credenti : scaientibus. 
Obwohl H. B. 1S7 auf Napier, OE.Gl p. 158, anm. 101 ver- 
weist, wagt er es, das offenbar entstellte credenti nebst dem 
prt. cridii(n) und den formen criid, criji, crid auf den inf. cradan 
zurückzuführen! Das von Sievers postulierte *cri(/an könnte 
übrigens mit westf, krifmeln, nl. krielen 'wimmeln' wurzelver- 
wandt sein und auf einer idg. wzl. "gri- als erweitenmg von 
*j/tr- beruhen (vgl, Walde s. grex). — crog, croog hat natürlich 
ö, wie das identische ndd. Jcrog, nl. hroeg, nhd. krtig und die 
Schreibung mit oo zeigen! H. liätte dies auch richtig bei 
Sweet gefunden (dieser steht bei ihm wohl auf einer art von 
persönlichem index?), während er nach Bosworth-Toller fälsch- 
lich crog schreibt (p. 137 unter lagonam und lagunctilas). Ne. 
crock und nl. Untik sind aber meines erachtens fem zu halten, 
denn krug steht im ablaut mit kragen (wegen der engen 
Öffnung!), vgl. verf. I, F. XX, 322, nr. 20 und Wood, ib. XVni, 
35, nr. 11. ^ — distyUige 'distelfink', Cov'^.pislelitL'ige, ahÜL-distil- 
ewl gehört schwerlich direkt zu ae. Iwiccian 'twitch', wie H. 
s. 74 s. cardella meint, sondern zunächst zu ae. Uvig, ahd. eu>l(g) 




) aber richtig rima, 



I 



166 



L SPRACHE D. LITEKATtJK. 



i 



'zweig'. Er wurde wohl als 'zwitter' bezeichnet (aL dvayd' 
'zweifacli'), weil sich beide geschlechter täuschend ähnlich 
sehen. — drep, dreh 'fomix' stellt H. e. 116 zu iat. trahs, afrz. 
tref. Es gehört aber zunächst zu aisl. Tire/" n., }irep n., prepi m. 
'dachboden, oberzimmer, gailerie, bodenkammer, gerüst, gestell, 
absatz, etw. vorspringendes, erhöhte unterläge', das seinerseits 
mit xQÜ^riS,, XQämj^, Iat. trabs verwandt sein wird. Aber ne, 
tkrave = dän. schwed. trave, &is\.Jire{i 'garbenhaufen' ist fem 
zu halten, da es wohl zu ae. prafian 'drücken, pressen' gehört, 
das sich zu TQUJtico 'presse wein', Iat. trepidxis, asl, trepetati 
'zittern', lit irepti 'stampfen', pr. trapt 'treten' stellt. — 
Warum ist dtiäe-halpf — dhddehalf 'two and a half mit 
fragezeichen vei-sehen? Über die bedeutung und erklärung 
von ausdrücken wie drittekalb kann doch kein zweifei be- 
stehen; es ist eine ellipse: 'zwei ganze und der dritte halb". 
— ebind 'Verstopfung' steht wohl kaum für gebind, da ein 
solcher abfall von g im Leid. Glossar nicht vorkommt, sondern 
für ebbind = aisl. abhcndi < *afbr,iidi. — Warum soll clir- 
ähring 'Orion' nicht 'eberhaufen', sondern 'eberjäger' bedeuten? 
Für nrsprüngl. dringa (sie!) 'dränger' liegt doch nicht der ge- 
ringste grund vor! — eglc 'achel'; der vergleich mit nL egfl 
'egel; igel' s. 120b läCst tief blicken! Die bedeutung 'hasel- 
maus' dürfte ausgeschlossen sein. — fala -. tabula kann nicht 
als grundwort zu falod 'hürde' (= ne. fold) dienen. Es wird 
wohl (cf. Glogger 2, 81} zu aisl. fal-r 'röhre' gehören und tabula 
für tttbula oder lubulo verschrieben sein. Dän. fal aber gehört 
nach Falk-Torp zu got. filhan, aisl. fela, ae. bcfeolan, as. alid. 
hifeUian, pr. pelkis 'mantel'. — felo-spric = ~ spriBci: das 
zweite glied bedeutet nicht 'speecb', wie H. s. 208 unter truf- 
fuUis und 22ö behauptet, sondern ist natürlich das adj. {ge)- 
sprmce 'eloquent'! Das subst. heilst sprs^c. — fctim steht 
eher für feSin oder fethm (Kern), als für fetltim. — fUcci: das 
seltsame fossa (: penia) wird wohl aus coxa entstellt sein. — 
floda kann natürlich nicht die ältere form neben sonstigem 
fladae, flöde sein, wie H. s. l.?6 vermutet, soudem ist einfach 
für fiödae verschrieben, vgl. oben fala = falae. — Wunder- 
lich ist die erklärung von flydi-clad, commissura Corp.: flj/cti- 
soll = (Ight 'flucht' sein, also ein flüchtiges, fremdes stock 
bedeuten! Zugleich aber wird nhd. fleck, flicken, nL vUkken 
zitiert, als wenn das zusammengehörte. Hätte H. bei Sweet 




I. 8PEACHB U. LITERÄTÜB. 167 

nachgesehen, würde er die ansprechende beziehung auf {liiohtan 
gefunden und seine eigne vermotiing gewiCä unterdrückt haben ! 

— Unglaublich ist auch die erklärung von foor, for : porcaslrum; 
es soll — fork (sie!) sein und mit fEarh im abl Verhältnis 
stehn. Da foor, för mehrfach belegt ist, kann natürlich ein 
Schwund des A nicht in frage komme«; ich möchte an Ver- 
wandtschaft mit lat. pario 'gebäre' und jtÖQiq 'kalb' denken. 

— gaesitopf = abd. gasopha: xBgiiprjita ist entweder gdsop^ 
zu lesen, dann ist es mit dem ahd. wort identisch und unserm 
grundsappe vergleichbar, oder o ist in c zu bessern und wir 
haben gäswep^ zu lesen, dann kann es zu ae. gestcäpe, -et ge- 
stellt werden. — gegenta = gegenga : peiUsscqua ist nicht von 
dem adj. genge 'gär\g' abgeleitet, wie H. s. 164 meint, sondern 
das subst. genga 'ganger' steckt darin, das auch in andeni 
Zusammensetzungen erscheint! — gdoed üorp., Erf., gloed Ep.: 
caiasta, bringt H. mit nhd. Laden zusammen! Denn „every 5 
being due to a, the root ia lad-, which may ^^ Goth. "lap-". 
Jeder kommentar zu dieser ausführung würde nur den ein- 
druck abschwächen. Ich sehe in giwd 'glut' den rest eines 
ursprünglichen glced-potlc, vgl. fyr-polUna : catastarutn in Napiers 
AldhelmgU. nr. 4485. — Zu gepuxsad : liirida : pox = Pox = 
dox fügt H. s. 142 b die gleichsetzung von ne. dim und as. thhitm 
als begründung an! Das richtige hätte er in Skeat's Conc. 
Etyra. Dict. finden können, wo aber statt ahd. timtner natürlich 
titiimer zu lesen ist. — Dafs in gipparre : excdlentiores wohl 
ein ahd. parre steckt, hätte H. aus Glogger II, p. 88 ersehen 
können. Sollte gipparre etwa aus giparre (mit präflx gi-) ver- 
schrieben sein ? Dann wäre ae. geap fern zu halten. — glimit : 
seuit Steht natürlich nicht für yn'jHiM (Schlutter!), sondern für 
grimmitb, da die gemination wurzelhaft ist. — haegtis, hegitiss^ : 
eumcnides, striga. Man vermilst einen hinweis auf Franck, 
Geschichte des Wortes Hexe, Bonn 1901 (Sonderabdr. aus 
Hansens Quellen u. Unterss. zur Gesch. des Hexenwalms etc.). 

— halt : labrttm, ambonem ist offenbar falsch; lahrum ist hier 
gewifs nicht aus labarum 'reiclisfahne' entstanden, sondern ist 
=^ lat. labrum 'gefäfs, hecken, wanne' und ambonem halte ich 
für entstellt aus ambicem, akk. von ambix 'deslillirhelm, blasen- 
hut', vgl. das zitat bei Georges: vascula quae a/jßtxag vocanl 
(Cael. Aur. Chron. 4, 7, 94). Die glosse ist wohl durch Ver- 
wechslung von labrum mit labarum unter die RufinusglL ge- 




168 



. SPRACHE ü. LrrEBÄTUB. 



b 



raten. — hl^dr? : trogleis = irochleis dislenti (Hut VJJU, 10, 
139 b) ist keine glosse, sondern ein erklärender zusatz. Man 
ergänze on Mfdr^ 'auf der folterleiter' und alle weiteren Spe- 
kulationen sind überflüssig. — hiini kann nicht eine ält«re 
form von hüne sein, da es ja sonst *kgm heilsen müfste; also 
bleibt nur lat. Humii oder alid. Huni zur wähl. — ibaei, ifeg, 
ißg 'epheu' wird immer noch mit kurzem vokal angesetzt, 
obwohl ne. iiy [phon. aivi] eiue deutliche spräche redet! — 
iU 'schwiele' (Corp.) steht doch zunächst für ili, nicht für ile. 

— inuuerpan ist natürlich keine ae. form, sondern eine mischung 
von ahd. uuerfan und ae. nnvorpan; uuep 'gewebe' ist sicher 
ahd. — Das lemma sollte Irlnges, nicht Iringis ttuec lauten! 

— So lose Vermutungen, me dafs leer, lesera : pessulus mit 
dial. engl, lär, larra 'bar' zusammengehören oder aus ahd, rigil, 
ae. reogoi verderbt sein könnte, wären besser unterblieben, 
ebenso die naive bemeikung, dafs es mit nl. leer 'leiter' nichts 
zu tun habe! Das von Napier, OEGl. beigebrachte pessulus: 
scgtels erwähnt H. nicht. — Dafs kes ia der gl. histrio, saures 
für leas stehe, glaube ich nicht, sondern meine, dafs die kon- 
jektur scurriles, resp. scurra leuis vollkommen zur erklämng 
genügt. — mapal-, mapuldur hat kein langes a iu der ersten 
Silbe, wie schon die ne. form mit c beweist, und -dur ist nicht 
die unbetonte form von treow, sondern ein auch sonst wohl 
bekanntes suffii ! — Wenn ober-scociddo : in pennias für ober- 
sceööo steht, wie Glogger vermutet, dann mülste doch wohl 
iniurias, nicht impunit^s, für das sinnlose in pennias gelesen 
werden. Klar wird die glosse natürlich erst sein, wenn einmal 
die quelle des betr. abschnittes gefunden ist. — oroccerum : 
histrionibiis hat schwerlich etwas mit dem orcus zu tun. Ich 
möchte eher an ableitung von roccian (ne. io rock) oder 
roc{c)cttan 'rülpsen, aussprechen, äuCsern' denken, also rocce- 
rutn achreiben. — pox : lurida kann natürlich für pox oder 
dox verschrieben sein, aber ein Wechsel von anlautendem^ 
und d wird weder durch ae. dox neben gefuzsad noch durch 
ne. dim neben as. thimm bewiesen, wie verf. s. 142 b sub lurida 
meint! Die annähme Buggea (P. Br. Beitr. XII, 399 ff.), dafs 
Verners gesetz auch für den anlaut gelte, hat m. w. keine 
allgemeine Zustimmung gefunden. — sner : fidis ist nicht = 
snSaru, sttiarh (ne. stiare), sondern entspricht nhd. schnür, ahd. 
snuor, got, snsrjs, aisl. snäri, hat also ß < ä, vgl. Xapier, 




I. BFBACHE U. LITERATUR. 



169 



0. E. GL 1, 962 anm. Die form erscheint anch im Eeinilied 
V, 25 b (: gear = ger). ~ spaedmi : vangas steht natürlich für 
BjiUadun. — Für slyra ist slyria zu lesen (Kern). — sü und 
siigu sind doch nicht dasselbe wort, der ausdruck „also wTitten" 
ist daher falsch ! — suithclon ist nach Kern eher fränk. als ae. 
— Sollte tkeMisuir (Benier hs. hesiims) nicht = lat. festittis 
sein? — iyrfaliga : Ugones kann natürlich nichts mit nhd, egge 
zu tun haben, wie H. seltsamerweise p. 140 vermutet, sondern 
das zweite element, in der Bemer lia kaga geschrieben, wird 
zu aisl. kaga 'ordnen' gehören; der tyrf-haga wäre also ein 
'rasenorduer'. Gloggers Zusammenstellung mit got. höha 'pflüg' 
(Leid. Glossar 2, 32) will mir nicht einleuchten, verechreibung 
für hacca halte ich für unwahrscheinlich. — Wai'um soll 
Htostun : cos aus fiueot-stan entstanden sein? — uitu-bil ist 
doch ahd. — Dasselbe gilt von ituep 'gewebe'. — uuld-paexksue 
ist natürlich in wald-waxhsae zu bessern ! — Über uuluc vgl. 
jetzt Glogger, E. St. 37, ibQ f. 

Mit gemischten gefüblen legen vrir das schön ausgestattete 
buch aus der hand. In Oxford hätte man wohl eine bessere 

kenntnis des Ae. erwarten dürfen. [Zu fala vgl. auch Lid^n, 

E. St. XXXVni, 337 ff.] 

Kiel, im März 1908. F. Holthausen. 



John Hart's Pronuncialion of English (1569 and 1570) by Otto 

Jespersen. 

A. u. d. T. : Anglistische Forschungen hrsg. von Dr. J. Hoops. 

Heft 22. Heidelberg, Carl Winter. 1907. — V + 123 SS. 

8"". M. 3,20. 
Der vollständige text von Harte werken ist bereits seit 
1893 druckreif, konnte aber von der K. E. T. S, noch nicht ver- 
öffentlicht werden; so gibt Jespersen jetzt die von ihm ange- 
fertigten wichtigen Wortlisten mit einigen erklärungen heraus. 
Ob damit in der tat -practically everything of importance in 
Hart's works' geboten ist, mnfs dennoch erst abgewartet werden, 
zumal J. selbst (p. 59) einige 'very intricate problems' beiseite 
schiebt. J. ist der raeinang, dafs die neuere phonetische lite- 
ratur Hart, der ihr nur ans den angriffen Gills und den un- 
zulänglichen auszügen von EUis bekannt ist, unterschätzt hat. 



i 



170 I. SPRACHE ü. LITEEATDB. 

Die literarischen denkmäler J, HartSj über den wir atil 
seinem sterbedatnm (16. Juli 1574) und seiner amtlichen eigen- 
scliaft herzlich wenig wissen, sind 1. ein in des Verfassers 
handschrift erhaltener entwurf zu seiner 'Orthographie' 1551, 
2. 'An Orthographie .... Composed by I. H. ehester Heralt 
. . . 1569' und 3, eine durch J.'s bemühtingen der Vergessenheit 
entrissene lautschriftfibel 'A Methode or comfortable be- 

ginning to read English . . . by I. H. ehester Heralt 

1570'. Da J. die Seitenzahl der gedruckten werke anzugeben 
unterlassen hat, kann seine bebauptung (p. 2), daCs der zweite 
teil der 'Orthographie' 'the longest connected phonetix text 
printed before Sweet's Elemeniarbiich (1886)' nicht kontrolliert 
werden, bevor der neudruck vorliegt. Kef. nimmt indessen 
noch mit Ellis (E. E. Pr. p. 39) Ch. Butlers 'English Grammar' 
und 'Feminin' Monarcbi' or The Histori of Bee'a' als solchen 
in anspruch, ganz abgesehen von dem französischen werke 
Meigrets (1545), dessen einfluCs auf Hart uns J. vielleicht hätte 
deutlicher machen sollen, als dies durch die blofse erwähnung 
der darauf bezüglichen bemerkung H.'s geschieht (p. 9). 

Mit guten gründen tritt J. (p. 5 ff.) der nach einer über- 
eilten äui'serung Ellis' verbreiteten ansieht entgegen, dafs H. 
ein Waliser gewesen sei: eine stelle der einleitung der 'Me- 
thode' und die sicher zu erschüelsende ausspräche des u> vor u 
beweisen das gegenteil. Nach J. ist H. keineswegs ungebildet 
gewesen, kannte ]& auch leidlich Französisch, Deutsch, Italie- 
nisch und Spanisch; ein genauer kenner der Verhältnisse des 
heroldsamtes erklärt es für ganz ausgeschlossen, dafs em 
solcher posten einem nicht gebildeten manne anvertraut worden 
wäre (p. 7 f.). So war denn auch sein ausspracheideal das der Lon- 
doner „besten gesellschaft" und J. erkennt ihm auch die nötige 
befähigung zur beobachtung und transkription dieser ausspräche 
zu: der unterschied zwischen 'voiceless' und 'voiced coosonants', 
zwischen 'stopped' und 'open consonants', zwischen 'back' und 
'fiont vowels' ist ihm im prinzipe geläufig und seine definition 
des vokales ist klar und zutreffend; er kennt silbische nasale 
und liquide und 'aspired stops' (wobei J. auf die vagen be- 
griffe hinweist, die H, sonst mit dem ausdruck 'aspired' ver- 
bindet)'), er erwähnt satzphonetische doppelformen und aus- 

') Vgl. ß.Brotanek, Simon Daiuea's 'Orthoepia Argücana', p. vi.n. UU. 




I. BPEACHE D. LITEEATÜB. 



171 



geaprochene sandhi-erscheinungen im Wechsel von aaslautendem 
s und e, bei of, icith, a und on. Bei and, das mit an wech- 
selt, findet J. eine auaspracheunterscheidung aus stilgründen. 
Diesem fortschrittlichen Standpunkte R's entspricht auch sein 
phonetisch gedachtes, wiewohl zuweilen unzulängliches tran- 
skriptioDssystem, das J. mit denen Bullokars und Orills zu deren 
nacliteil vergleicht. Dafs H. trotz seines hlols über fünf 
vokalzeichen gebietenden syst«ms (das übrigens durch zahl- 
reiche dinickfehler entstellt wird) als 'Lhe least spelling-bonnd 
of all the cid phoneticians, grammarians, and spelling-reformers' 
bezeichnet wird (p. 22), mufs aber doch zum Widerspruche 
reizen, wie unten ausgeführt werden soll. 

Wenn sich J. {p. 24 ff.) eine eingehende besprechung aller 
lantlichen erscheinungen in H.'a werken erspart, dai-f ref. 
wohl ein gleiches in noch gi^öfserem ausmafse tun, zumal ja 
die Wortlisten, die mit aller genauigkeit ausgezogen er- 
scheinen und äufserst praktisch angelegt sind, den gi-undstock 
der Vermehrung uusres Wissens bilden. — Die hei H. allein 
belegte ausspräche von to read [T], die durch Schreibungen wie 
teed, reede, rede sowie das heutige to rede ^= 'advise' erhärtet 
tvird, erklärt J. als späte analogieform zum past tense read |"e] 
Wie ferd : fed, spced : sped u. s. f., [kli'n] ') für clean als die alte 
icentische form; für m stcd ov = instead of findet J. 'no quit« 
Satisfactoiy esplanation', somit wird man doch bei Ekwallg 
Erklärung der formen (Jones, § 188) mit [Ij (Hai-t nnd Bachanan) 
liiid [\] (Butler) aus A'E.slyde, ME, sf/rfe im er.steren falle mit 
ÜE. längung von [l] beharren müssen. — Interessant sind H.'s 
länguugen von [I] in to give, üpe, wit neben den regulären 
Stürzen. — Von den bei H.'s nebeneinander laufenden aus- 
sprachen des i im Lateinischen als [l] und [ei] scheint letz- 
tere erst mitte des 16. jahrh. aufgekommen zu sein und erft-eut 
sich nicht der bevorzugung durch den alten orlhoüpiker; des- 
halb sprach er auch in Wörtern, die er aus dem Lateinischen 
ableitete, [l] v/iü in aspire, derive, devisc u. ä. — Für (n)either 
bietet H. nun neben der ausspräche mit [e] das früheste bei- 
spiel mit [ej vor Lediard (1725) cf. Vietor, Shaksp. Phon., p. 40). 
— In transkriptioneu wie [piuer] = pure, [feii'r] ^= ^re, [o'erj 
= oar sieht J. woiil mit recht die entwicklimg eines 'mixed 



') Der punkt uacli e 



rokale steht [ili' H.'s llliit^ezeiclien, 



172 



I. aPBACIlE D. LITEBÄTÜB. 



Towel' [9] Tor dem r nach diphthong oder langem vokal. — 
Bei a, dessen 'back quality' H. als weniger 'broad' als die der 
dunkleren deutschen a-varietät bezeichnet, polemisiert R 
gegen ViHor (Sh. Phon., p. 6G}; doch an dieser stelle finde ich 
bei V. den Vorläufer des modernen [ö], den es ja doch gegeben 
haben muCs, nur für den beginn des 17. jahrh. und beträcht- 
lich später angenommen, während J, vom 16. und 17. jahrh. 
spricht. Hart verficht hier offenbar eine ausst«rbende aus- 
spräche, wähi'end Victor, der ja für den diphthong [flu] auch 
eine 'palatal or even a "clear" type' [ü] zugibt, doch moder- 
nere artikulation im äuge hat. — Über die qualität des langen 
und kurzen erfahren wir durch H. nichts neues; vereinzelt 
und unerklärt ist eine apostrophierte form fbör'J für horrov!\ 
wälireud ona und once oline u erscheinen, taucht only in der 
'Methode' mit einem H-diphthonge und wholly mit einem w- 
vorschlage auf, letzteres also ein neuer beleg für die von 
Bnllokar und Gill bezeugt«, seither wieder zurückgegang;ene 
unorganische erscheinung. — Die entrundung von frilhne. [n], 
deren eudergebnis mod. e. [a] ist, kann bei H. noch nicht nach- 
gewiesen werden, 

Wenig befriedigend sind H.'a mitteilungen über die 
diphthonge, obwohl J. gerade hier die stärkste seite seines 
Phonetikers findet. Freilich uiufs er zugestehen. daXs H. mit 
seinen fünf vokalzeiclien die diphthongischen Schattierungen 
des Englischen nicht wiedergeben konnte: 'bis notation was 
deflcient' (p. 34), 'we find a great deal of vacillation, the evident 
result of a deficient appreciation of the real nature of the 
diphthong' (p. 35). Besonders auffallend treten diese mängel 
bei Harts [e-] zu tage, das die aus ME. [^] und ME. [ai, ei] 
entstandenen laute bezeichnet. Daraus, dafs H. in der 
'Orthographie' für [ou] in groic, knoic etc. noch [o"], in 
der 'Methode' dagegen [o'u] transkribiert, sclüiefst J., dafs 
H. den diphthongischen Charakter des ow-Iautes bereits klar 
erkannt habe, bezüglich des ci-lautes aber noch nicht so 
weit ging , ilm in der notation auszudrücken. Ausnahms- 
weise findet J. sogar deutliciie bezeichnung des diphthongs 
im ersten buche bei [steid] und [ste-ij?] zum verb to siay) 
auch [aehtl'] = eigM, [auluai(8)J = always, neben gewöhn- 
lichem [auluez], [painter] = painier deuten nach J. auf 
diphthong und zwar [ie-i], doch gibt er die gewiTs sehr 



I. 3PHACHE U. LITEIIATUK. 



173 



feheliegende miigliclikeit der beeintiussung dieser transkrip- 
tionen durch das Schriftbild zu. An stelle von Luicks theorie, 
dafs die ent^ickluii^ von ai uud a tiand in liand ging, setzt 
J. die behauptung, dafs die modernen [e'ij und [o'u], die er als 
'slow diiihthougs' bezeichnet, die unveränderten entsprechen- 
den laute des sechzehnten jahrh. darstellen, was man doch 
mfolge der langen spanne zeit und der ganzlichen abwesenheit 
von Zeugnissen des 18, jahrh. — die J. sehr bequem mit havt- 
hörigkeit erklärt, die er sogar für Ellis {p. 42), nicht aber 
für H. gelten läfst — bezweifeln möchte. — Bei den deszen- 
denten von ME. t und u bekämpft J, die ansiclit Victors, die 
Shakespearischen laute in by und how seien [ij] oder [li] und 
[uw] oder [uu] gewesen, mit dem nicht von der liand zu wei- 
senden einwände, dafs in diesem falle doch zu oft mischungen 
und Verwechslungen mit [r] < ME. f und [u'] < ME. Q ein- 
getreten sein raiilsten. Für H. ergaben sich schon die werte 
[aij nnd [au] ; für die endung -ly kennt er [-li] und [-lei], ähn- 
liche doppelformen für -ous, -our. — In den Z- Wörtern, in 
denen l jetzt verstummt ist {chalk, half etc.), schreibt H. niclit 
au, sondern a. 

Am ausführlichsten verbreitet sicli J. über den lautwert 
von iw nach H.'s werken; es steht klärlich 1. für [ju] > mod. 
[ja], z. b. [iung] ^ young, 2. für [i] + [u] in getrennten silben 
z. b. [kuriuz] ^^ curious, wobei nach J. zusammenfall mit 1. 
nicht ausgeschlossen ist, und 3. für den laut in to use. Letz- 
teren laut fafst J, als [iu] im gegensatze zu Ellis und andern, 
namentlich Lnick, die für [y] eintreten. Trotz der mehr als 
14 6s^ die J. zur stütze seiner ansieht aufwendet, scheinen 
TeL die ausfühi'ungen Luicks (Anglia XIV, 291/2, aum. 2) schon 
Igegengründe genug zu enthalten. 'Hart's style shows nowhere 
to less advantage than in this important paragraph' gibt J. 
(p. 45) zu. DaXs H. , der nur fünf vokalzeiclien gebrauchte, 
für das — nach J, falsche — [y] ein neues zeichen erfunden 
hätte (p. 48), ist nach H.'s ideal, die lateinischen vokale in 
seiner muttersprache beizubehalten, wohl sehr zu bezweifeln. 
In seiner polemik gegen Luick ist J. entschieden ungerecht, 
wenn er verschweigt, dals L. die existenz des [iu] zur frag- 
lichen zeit nie geleugnet, ja dessen entstehung mit rund UOO 
angesetzt hat; wenn er Wallis' zeugnis 'sono nempe quasi 
composito ex i et w' als beweis der diphthongischen ausspräche 




174 



I. SPOACHE D. LITEHATDK. 



ansieht, mufs man neaerdings auf die bekannte stelle H-'s 
'confounding the soundes of i, and m, togitlier' hinweisen, die 
eben zeigt, 'dafs er nur die vermisclmng der für i und u 
charakteristischen Stellungen der mundorgane, eine Vermischung 
der klänge i und « im sinne hatte' (Luick a. a. o,), also kein 
nacheinander. 'It is true that there are espressions that 
would seem to show that the two articulations were simulta- 
neous' räumt J. p. 54) ein, fügt aber sofort mit einer nur aus 
Voreingenommenheit erklärlichen bcsdiränkung hinzu: 'but 
this was probably a mere self-delusion'. Nachdem er die bis- 
her angesprochenen zeugiiisse für [y] revue passieren hat lassen, 
behauptet er (p. 56), daCs 'their evidence may even partly be 
construed in favour of [iu]'. Dies ist aber kein zwingender 
beweis, wie J. sich an einer anderen stelle (p. 47 i) auch mit 
der vorsichtigeren feststellung begnügt: 'It appears to me 
piueh more probable that Hart realjy pronounced [iu] in 

use '. Butlers unklares zeugnis möchte ich denn dodi 

nicht als einwandfreie beweissteile für |in] annehmen, sondern 
vorläufig noch als nort liquet beiseite lassen, wie Ja auch KUis 
(E. E, Pr,, p, 171) zu tun vorzieht. Wenn also J. auch manche 
belegstellen, wie ihm gerne zugestanden wird, in scharfer und 
klarer weise interpretiert hat, kann dies doch nicht von allen 
gelten und jedenfalls nicht der existenz der [y]-aussprache 
schlechthin widersprechen. ') Mit recht weist er wiederholt auf 
den fortschritt hin, den H. von seinem 'entwurf zur gedruckten 
'Orthographie' in phonetischer erkenntnis aufweist, wanim 
erklärt er da nicht den sonderbaren Widerspruch, dafs H. 
znerst das e mit you identifiziert, später aber, wo er doch 
nach J. den diphthongischen Charakter klarer erkannt liaben 
miifste, diesen doch so bequemen und eindeutigen vergleich 
einfach wegläfst? Wenn man auch seinem lobe der phone- 
tischen begabuüg H.'s ruhig zustimmen kann, so sollte seine 
begeisterung und die offenbar beabsichtigte ehrenrettuiig nicht 
so weit gehen, den mangel gewisser feiner distinktionen bei 
H. und dessen ganz natürliche befangenheit im schriftbilde zu 
verschleiern. J, hat nachgewiesen, dals Gill dem Vorgänger 



J) Anch Dunes (1640) -wird Ton Erotanek (Ortlioepia AngUcann, p. 

XXXV ff.) als Zeugnis — wenn anch blofa ei »ileiitio — fUr [y] ang«- 
«proohen. 



L SPIU.OHE U, LITEBATDlt. 



175 



H. nnreclit getan hat; aber die polemik g;egeü Luicks an- 
sicliten über H. ist mit einer gewissen empfiudlichkeit geführt, 
die den wannen Verteidiger H.'s den wahren wert der tat- 
sachen doch zuweilen nicht erkennen liefs. 

So wenig überzeugend J.'s m-theorie dem ret erscheint, 
so ist sie doch weiterer diskussion zu unterwerfen, wie über- 
haupt in der abhandlung eine fülle von anregungen steckt, 
der ein referat nicht annähernd gereclit werden kann. So 
ist die Publikation als uiaterialsammlung sowie als beitrag zui' 
frühneuenglischen lautgescliichte mit freuden zu begrüfsen. 

Wien, im Apiil 1908. Albert Eichler. 



Selections from Ihe English Poels. The Spenser Anthology. 1548 — 
1591. Edited by Edward Arber. Wilh Portraits. London, 
Henry Frowde, 1901. 2/ö. (British Anthologies III.) 
Das rezensieren ist doch ein leidiges geschäft! Da soll 
man ober ein bnch urteilen, dessen herausgeber sich durch 
den musterhaften abdruck der Begistas of ihe Stationerif 
Company und erst jüngst wieder durch Sammlung und Ver- 
öffentlichung der englischen melskataloge {Term Catahgues) 
anschätzbare Verdienste um die Wissenschaft vom englischen 
Schrifttum erworben hat; man sieht auf den ersten blick, wie 
der wahrspruch wird lauten müssen und legt den band immer 
wieder beiseite, bis der einer besprechung eigentlich nicht 
zugebilligte tennin Horazens fast erreicht ist und ein richter 
in zivil- oder Strafsachen beinahe die eingetretene Verjährung 
aufatmend feststellen könnte. Aber das prozefsverfahren in 
wissenschaftlichen dingen kennt leider keinen Verjährungs- 
paragraph und so mufs es noch heute ausgesprochen werden, 
dafs der vorliegende band der Jirilish Anlhologivs um nichts 
besser ist als der von demselben referenten vor sieben jähren 
angezeigte erste teil des grofsangelegten Unternehmens (vgl. 
Beiblatt XIII 172 ff.). 

Nicht als ob gegen die auswahl der aus der zweiten hälfte 
des 16. Jahrhunderts hier zusammengebrachten gedichte sonder- 
lich viel einzuwenden wäre. Im mittelpunkte sollte Spenser 
stehen, der ja seinen gepriesenen namen für das buch her- 
geben mufste, aber neben den 40 selten umfassenden bruch- 
stücken aus der Faerie t^iieene nur noch mit der vierten Ekloge 



176 



t. SPRACHE ü. LITERATTB. 



aus dem Shepherd's Calender vertreten ist. Nun, Spensers 
werke sind sonst leicht zugänglich und so würden wir diese 
Vernachlässigung eines archipoeta dem Sammler nicht besonders 
verübeln, zumal er sonst wirklich fleiTsig umschau gehalten 
hat und von dem breiten , volkstümlichen humor in Gammer 
Gurton's Needle oder des Roister Doister bis zu den ver- 
stiegenen liebespbrasen eines Thomas \\'atson kaum eine ge- 
schmacksrichtung unberücksichtigt läfst. Allerdings bleibt die 
eigentliche dramatische dichtung vollkommen ausgeschlossen, 
denn nui* lyrische einlageti werden gelegentlich aus den stücken 
eines Lyly, Peele usw. herangezogen. 

Der Sammeleifer Arbers ei-streckt sich löblicherweise auch 
auf die erzeugnisse der schottischen dichter, von denen Jakob VI., 
Alex. Scott und Ales. Montgomeiie herangezogen wurden. Mit 
der auswaUl aus den werken des letztgenannten hat Arber 
freilich insofern wenig glück, als das eine gedieht "A bony 
'JVo' wilh smyling looks", wie bisher nicht bekannt, nur eine 
ziemlich genaue Übersetzung aus Marot ist {Oeuvres compUtes. 
Paris 1824, 11 440), während die autorschaft des tagliedes 
"Hay! nou the day dauis" mindestens sehr zweifelhaft er- 
scheint (vgl. des referenten „Untersuchungen über das Leben 
und dieWerkeAlexanderMontgomeries". Wien, 1896, 8.53f.).') 
Das alles möchten wir, wie gesagt, dem sammler nicht zum 
Vorwurf machen, und es lälst sich schliefslich auch verteidigen, 
wenn elende macbwerke wegen des berühmten namens ihrer 
dilettierenden Verfasser eingang in die anthologie fanden, wenn 
z. b. Arber für die poetischen fleifsaufgaben der königin Elisa- 
beth oder für eine jämmerliche neujahrsreimerei des grolsen 
Burleigh platz hat (s. 115, 156, 157). 

Mit der von Arber getroffenen auswahl wollen wir also 
nicht rechten; wohl aber gibt seine art der textbehandlnng 
ungefähr zu denselben bedenken anlafs, die gelegentlich der 
besprechung seiner Dunbar Anthohgy geltend gemacht wurden. 



■) Ich benutze diese gelegenheit, nm en meiner abhnndlong nachin- 
tTflgeii, daCs auch MonlgomerieB Elegie (ed. Laing s. 2i(0£f-, ed. CrauBtoiui 
B. 202 ff.) die genaue wiedergäbe eines Marotsohen Originals ist (H&rot, a. a. o. 
1 231), wahrend der maekeuzug 37« NavigiUiouK nnd A CarteU of (An Otre 
Ventrous Enichls (Laing b. 233 ff., Cranatoan s. 205 ff.) an eine dichtniie- 
Dn BeUays anklingen (ed. Martj-Laveaas, U 441— 448> 



L 



I. SPRACHE U. LITEEATUR. 17t 

Der lierausgeber bekennt sich als anliänger der in Kngland 
noch immer nicht abgetanen richtung, welche das heil populärer 
neudrucke in möglichst weitgehender modern isierung älterer 
denkmäler sieht, eine gepflogenheit, durch welche eben wieder 
das rüstig fortschreitende und sonst so verdienstliche Corpus 
der englischen biihnendichtung, The Earhj English Dramatists, 
für kritische zwecke so gut wie unbrauchbar werden mufs. 
Freilich hat diese sucht der Spracherneuerung in einer Spenser 
Anthology nicht soviel Spielraum wie seinerzeit in der blüten- 
iese von gedichten aus dem Zeitalter Dunbars, da eben die 
sprachformen den modernen weit näher stehen. Aber auch 
in einem werke Spensers ist ja nichts damit gewonnen, wenn 
wir statt guyde das moderne guiäe, statt accompanyde : ae- 
compunied, für traveild : travdled lesen, weil in derselben 
Strophe {Faerie Queme II, 7, 2) die im gegensatz zu den an- 
geführten, bloüs orthographisch veralteten formen dem durch- 
schnitt^Ieser gänzlich unvei-ständlichen Wörter reedes und yode 
notgedrungen stehen bleiben müssen. Übrigens hat Ärber 
selbst eingesehen, daCs seine modemisiernngskunst an gewissen 
texten einfach versagt; während er in der Dunbar Anthology 
schottische texte auf höchst gewalttätige weise umschreibt, 
lärst er in dem vorliegenden bände die gedichte der oben er- 
wähnten Schotten ganz unberührt und verkündigt damit den 
bankerott des modernisierungsprinzips. 

Mit der leidigen „vernewerungswut" Arbers steht häufig 
sein festhalten an olfenbaren irrtümern und ganz schlechten 
lesarten in seltsamem Widerspruch. So bietet das glossar für 
grossy green (179,21) die spalsige erklärung "gross, dark 
green", wo doch die besseitmg grassy p-een auf der band liegt 
Ich sehe auch keinen grund, warum in einem bekannten ge- 
dieht, das sich etwa „blumensprache" überschreiben Uefse 
{" Rosemary is for liemembrance", vgl. Ophelia im Hamlet IV, 5), 
der verderbte schluls der siebenten Strophe stehen bleiben 
muXste: "And then fl. there) for ever to ahide, Then (1. When) 
you might (\. my) heart have won" (175, 11—12). 

In der nächsten Strophe erweckt Arber den anschein 
grofsartiger genauigkeit, wenn er das fehlen einer silbe auf 
diese weise anzeigt: "[?} (hing you hnow"; wäre es nicht ein- 
facher gewesen, das einzig mögliche wörtchen one in die 
klammer zu setzen? Auch in einem anonjinen gedichtchen 

AngUi. Bclhliitt ZU. 12 



178 I. SPKACHE 0. L!TKHAT0B, 

ans W. Byrds Psalmes, Sortnels etc. (s. 181) 
wort der z. 5 so leicht herzustellen: 

'And, Fortune's fate not fearing (1. still scoming), 
iSiM^ swcet, in sumtner morning." 

Kecht schlecht bestellt ist es auch in diesem bände der 
British Änthologics um die interpunktion, ja an mehreren stellen 
fällt eine geradezu gedankenlose Setzung der Unterscheidungs- 
zeichen sehr unangenehm auf (1, 5; 5, 14; 284, 5, 9 etc.). 

Auch diesmal hat Arber das Verzeichnis der zeilenanftnge 
mit nachweisen über den fundort der einzelnen stücke ver- 
bunden ; diese literarhistorischen notizen sind aber doch gar zu 
kurz ausgefallen, denn es wird z. b. ein bekanntes lehrhaft«s 
werk immer nur als Tusser's Five hundred Poinfs zitiert, 
was gerade für das publikum eines populären bucbes viel 
zu undeutlich ist (ergänze mindestens "ofGood Busbcmdry"). 
Oder es fehlt der Quellennachweis vollständig, wie za dem 
gedieht "Ät liherty I sit and sce" {s. 123). Auch ohne irrtümer 
geht es in dieser Quellenkunde nicht ab ; so sind die auf s. 157 
gedruckten zeilen der königin Elisabeth im MS. Eawlinson 781, 
femer im MS. Tanner 76 erhalten (vgl. Flügel, Anglia XIV 360). 

An dem kurzen glossar Arbers, da.s sich zugleich als index 
der eigennamen gibt, prallen schon die wallen der ernsten 
kritik wirkungslos ab. Wir haben nicht versucht, diese 
heiteren kolumnen bei der lesung der texte zu rate za ziehen, 
sondern als feinschmecker vorgezogen, sie als ganzes auf uns 
wirken zu lassen und von überwältigender komik gefanden. 
Wir erfahren z. b. auf s. 309 genau, was love ist, nämlich 
" ihe affeetion between individuals of tkc opposHe sex€S that are 
capahle of intermarriage" (daher der ansdmck mutterliebe I), 
Auch der tiefverborgene sinn des Wortes lover wird uns end- 
lich erschlossen; "A man wko loves a tooman", und der begriff 
passion erscheint — offenbai- ad usum Delphini — ungemein 
feinsinnig ausgedeutet auf s. 310: "anxieties of mind and 
agonics of sottl through love for onc of tke opposite sex". Und 
damit kein leser Elisabethanischer liebeslyrik im zweifei 
bleibe, wer das objekt der von unserm geschmackvollen Arber 
Bo trefflich definierten "passions" ist, wird das anscheinend 
so durchsichtige wörtchen she durch folgende dentung in ganz 
neue beleuchtnng gerückt: "She, the emphatic (1) famnime 
Personal Pronoun, iised when Üie poetical name of ihe Laäg 



^«fejl 



I. BFKACnK tl. I.ITEBATÜH. 179 

doea not occur" (s. 311). Für welche klasse der "gcneral 
readei-s" werden weiters so schwierige Wörter wie hanlmr, 
mllinff, desire, e'er, fee etc. erklärt? 

Auf die zahlreichen versehen und seltsamen etymologien 
das glossars näher einzugehen, wäre zeitverschwendnng, nnd 
so fragt der rezensent — um zum schluls noch einmal ernst 
zn werden — nur noch, was man von einem erklärer halten 
soll, der das ganz geläufige moderne wort shotanchor (auch 
ihectanchor „notanker") in der Schreibung shoetankcr nicht 
erkennt und letztere wortgestalt folgendermafsen glossiert: 
a nonce word, to rhyme tcith banicer, meaning one wko gave 

t"?! Damit aber — satis superque! 

Wien, 17. April 190ö. E. Brotanek. 



Die etyinologie Ton ne. to bore "ennnjer". 

Von den versuchen, die bislier gemacht worden sind, die 

Abstammung dieses interessanten Wortes zu erklären, dürfte 

keiner allgemeinen beifall gefunden liaben. Der Vorschlag 

IMurray's NED. s. v. bore sbJ ist durchaus abzuweisen, und 

»uch Skeat's vermntnng Gonc. Etym. Dict. 1901 s. v. bore (2) 

scheint kaum annehmbar. Zu der dort angeführten stelle aus 

Sbakespea,re vgl. man übrigens Farmer and Henley, Slang and 

Its Analogues 1890— 19ÜJ, (F-H) s. r. bore. Eine Verbindung 

mit dem verbum "perforare" läfst sich nnr auf künstliche 

weise konstruieren; die argumentation von Kittredge Mod. 

Lang. Notes 22. 159 (May, 1907), der sich zu guusten dieser 

herleitung ausspricht, kann mich niclit überzeugen, trotz der 

etwas weither geholten aualogien, die er zur Stützung seiner 

ausführungen heranzieht. 

Mein Vorschlag geht nun dahin, die sippe ne. lore aus dem 
subst. boor herzuleiten. Dieses würde die priorität von bore 
sb.* 3 (NED.) in der bedeutung von "one who wearies or worries" 
voraussetzen. Das wort boor ist unzweifelhaft kontinentalen 
ursprangs; da^ mnd. bür "bauer" wurde nach England einge- 
führt zu einer zeit, als das ae. ü sich zu einem diphthongen 
entwickelt hatte, sodafs der vokal des neuen lehnwortes mit 
dem ans ae. ö entstandenen [ü] zusammenü*^!. Dessen Schick- 
sale teilte er nun in der späteren entwickluiig ; d. h. er wurde 
in der neneugl periode in der Stellung vor r zu [C] gesenkt 





l80 I. SPRACHE Ü. LITERATUR. 

(Lnick, Angl. 16. 455; dazu Koeppel, Q. u. F. 89, p. 49; Hörn, 
Q. u. F. 98, p. 35 ; ders. Histor. na Gramm. § 105). Um das 
j'alir 11550 (Hoin, Q. u. F. 98, p. 36) hat das wort boor sicher- 
lich in gewissen kreisen die ausspräche [bör] gehabt, die ja 
auch dui'ch die Schreibung hoar (rusticus) im 17. jahrh. bezeugt 
ist (NED. s. V. boor). Der Übergang von der bedeutnng "a 
rustic, country clowu — bauer" zn der spezielleren "ennuyeux" 
ist so naheliegend, und durch parallelen so häufig zu belegen, 
dafs hier keiue bedenken möglich scheinen. Man braucht 
blofs die belege des NED. s. v. hoar durchzumustern, um sich 
hiervon zu überzeugen. Das neue wort mit seinem neuen Inhalt 
hat sicher zuerst in der Umgangssprache gelebt, und dort seine 
besondere bedeutung entwickelt. Für den Süden, besonders 
London, ist ja die ausspräche von fruhne. [nr] als [ör] bezeich- 
nend fvgl. z. h. Kippmann, Sounds of Spoken EngÜsh, London, 
Dent & Co. 1906 p. 69; EUis KEP. HI, 861 "some say (mooif 
d. h. [m39(r)] für moor). In seiner Sonderstellung fand [hör] 
bald eine mächtige stütze darin, dafs in dem "hochenglischen"') 
idioni das zu gründe liegende hoor mit [o] gesprochen wurde, 
oder mit diesem laute in seiner ursprünglichen bedeutnng — 
teilweise als buchwort — wieder eingeführt wurde. AA'ährend 
Horo 1. c p. 38 diese [ü]- formen Luick gegenüber . erklärt als 
aus dialekten stammend, die überall [uj bewahrt hätten, möchte 
ich in diesem Zusammenhang doch darauf hinweisen, dafs in 
den hierhergehörigen Wörtern der Schriftsprache die [uj ent- 
halten, dieses stets nach labial steht, d. h. also in: hoor, vioor, 
poor, mourn''); — door, fhor, mvord etc. kennen dagegen nur 
[ä], obwohl bei den beiden ersten Sharp (1767) nordengl. [ü] 
bezeugt Hom, 1. c. p. 36; cf. Windhill § 113; 165. Das "wenig 
volkstümliche" gourd [göd, güad] kann nach dem bei Hom 1, c- 
p. 39 gesagten nicht ins gewicht fallen, da das [il] auf direkter 
anlehnung an das frz. beruhen wird. So Iie£se sich denn Horn's 
ansieht mit der Luick's dahin vereinigen, dafs mau annimmt, 

') Um einmal diejen wenig glücklichen ftorirnok m gebraachen. 

') Neben [man] wiril — nach prof. Wyld in Liverpool, [mOan] "im 
hüheren Btil" gebraaciit, Aurserdem habe ich in London noch [rnüanln] 
Ton einem eiebjsigjShrigen heim gehört, Tgl. anch Ellis EEP. III, 860 "aome 
pereona say (mun.m)". Ein "Pronoancing Dict. of the 17th cent." Brit. 
Mna. MS. Sloane 13öl fol. 141 ff. verBcichnet "written: mouni; prononnc«d: 
moom"; leider fehlen weitere beispiele fOi CrtUuie. fir. 




L SFBACnE D. LITKßÄTDR. 



181 



[ar] habe sich in dieser form in einigen dialekt«n, oder in 
gewissen kreisen der gebildeten nach labial erhalten. Später- 
hin wurde dieses [Q] dann verallgemeinert, hauptsächlich des- 
halb, weil hier die Schreibung mit oo diese Substitution unter- 
statzte. Da es hier, und zwar nur nach labial, eine ausspräche 
mit [fl] gab, hielt man diese für koiTekt, weil sie eben mit 
dem Schriftbild übereinstimmte. Bei »loiirn trifEt dieses aller- 
dings nicht ZU; dafür ist die lautiing Imüan] ja aber auch 
äufserst selten, und wohl hauptsächlich deshalb erhalten, weil 
sie bei dem eigentümlichen Charakter des Wortes als besonders 
gesucht nnd feierlich gegolten haben mag. 

Die möglichkeit also, eine form bore "importun" etc. des 
17. jahi-h. aus boor "msticns" abzuleiten, wäre demnach nicht 
zu bezweifeln. Das neue wort wurde zunächst wie das bei ent- 
lehnungen aus dem "Slang" — H.-F, bezeichnen es als "old 
Slang, but now recognized" — zu geschehen pflegt, von den 
männlichen mitgliedern der geseJlschaft aufgegriffen. Wer 
Moli^re's komüdie Les Fächeux kennt, wird verstehen können, 
"Wie begierig gerade die kreise der hiifischen gesellschaft, unter 
der wir es zuerst antreffen, das neue ausdrucksvolle wort auf- 
genommen haben müssen, da sein fehlen vorher sicher schwer 
empfunden worden war. ') Und in der tat zeigen die frühesten 
belege, dafs man sich seiner mit aufrichtigem vergnügen be- 
diente. Heute ist das wort gemeingut der spräche geworden; 
aber z. b. noch bei Thackeray läfst sich beobachten, dafs er es 
durchaus nicht allen seinen Charakteren in den mund legt, 
obwohl es in seinen werken recht häufig vorkommt. 

Es bleibt noch übrig, kurz auf die bedeutungsentwicklung 
in unserer wortgruppe einzugehen. "Wer nur die belege des 
NED. heranzieht, wird allerdings geneigt sein können, die 
Priorität des subst. iot-e "un importun" zu bezweifeln. Die 
glückliche entdeckung, die Kittredge I.e. veröffentlicht hat, 
ermöglicht es uns jedoch, die existenz des fraglichen Wortes 
für den Januar des Jahres 1766 nachzuweisen. Es Hegt also, 
wenn auch nnr wenige nionate, vor dem abstraktum bore "the 
malady of ennui". Der gang der entmcklung war folgender: 
aus dem substantivum, das eine person bezeichnete, wurde ein 



■) Wegen der bedentnng derartiger eTwKgtmgen b. Edw, Schröder, 
Nwhr. T. d, legi Ges. d. Wisa. zu Götlingea. Mitwil. 1906, heft 2, 106 ff. 



182 I. SPRACHE V- LITERATUR. 

Tfirbnin toborev.'' abgeleitet, das die tätigkeit, die das gmnd- 
wort einschliefst, ziiiu ausdrnck brachte. Man vgl. hierzu 
Jespersen, GrowthaudStructure etc. g§ 163—165'); Schmedinp, 
Wortbildimg bei Cadyle, Morsb.'s Stud. 5, p. 262 f. ; 289 ff. Zu 
den dort gegebenen beispielen will ich nur eins hinzufügen, 
da es mit unserem werte der bedeutung nach fast identisch 
ist: carl s6.' 2 NED. "a fellow of nide manuere" führt zu 
dem Zeitwort lo carl v. l "to behave like a carl''.^) Das ab- 
strakte substantivuni höre sl.'^ 1 geht seinerseits aus dem 
verbum hervor. Hierüber vgl, man Jespersen 1. c, §§ 166; 167; 
Schmeding 1. c. p. 202 f.; Franz, E. St. 35. 85. Auch hierzu 
seien aus der fülle des materials, das die Wörterbücher darbieten 
— bes. Wright, D, D. und F.-H. — noch einige beispiele hin- 
zugefügt: stvoon "a fainting fit", haunt sb. 1 a, b, NED. "habit, 
wont, act of frequenüng a resort", glum sh. 1, "a suUen look", 
sb. 2, "sullenness"; ancli den ausdruck io be in a brown study 
rechne ich hierher. Es wäre absurd, in study das substantivum 
"apartment appropriated to literary employment" zu sehen. 
Es ist vielmehr aus dem verbum to study "to fix the miud 
on something, to muse" zu erklären, wozu pore sb.^ "an act 
of poriug over something" zu vergleichen ist. Was den aus- 
druck broum betrifft, so halte man damit das bekannte graue 
elend und ähnliche bildungen wie das frz. pensees mauve.s, 
pens^es grises, zusammen; bemerkensn^ert ist auch noch ttrown 
talk "conversation of ao exceedingly 'proper' Charakter" F.-H.; 
cf. artikel Uue ib. 

Die drei hauptstadien der entwicklung der grruppe bore 
liegen ganz analog vor in verschiedenen anderen fällen; man 
vgl. z. b. den artikel hoycott des NED., dann das über gossip 
gesagte bei Jespei-seu 1. c. § 171. Auch ckoiise sb., v. dürfte 
hierher gehören, wenn die im NED. gegebene erklänuig zu- 
treffend ist Interessant ist auch die sippe dun sb.\ v.\ Im 
anschluls hieran möchte ich noch den Zusammenhang der ver- 
schiedenen bedeutungen von pet sb. ', sb.\ v.\ «.' auf ähnliche 



') Aus Shakespeare sei noch angefahrt: 

.... and I shall bm 
Soiue equenkiag Cleoputra boij m; greatueu 
r ihe posture of a wbore. (Ant. V. iL 218). 

*) Becbt bemerkenswert ist anch bull c. 2 D.D. "to tcar np fcucca". 



I. SPBACHB ü. lilTEBATUE. 183 

weise erklären. Die einwürfe, die wegen der nicht ganz genau 
mit meinen annahmen übereinstimmenden daten der belege des 
NED. gemacht werden könnten, kann ich nicht als bereclitigt 
anerkennen. Denn gerade bei solchen Wörtern, die der Um- 
gangssprache angeliören, ist es leicht möglich, dafs sie lange 
in gebrauch sind, ehe sie aufgezeichnet werden. Auch werden 
sie dort, wo sie importiert sind, d. h. fern von ihrem ursprungs- 
ort, am ehesten die würde eines literaturwortes erlangen. 
Aufserdem ist ja soeben noch gezeigt worden, wie das bild, 
das uns das NED. von der grnppe bore gewährte, durch einen 
glücklichen fund gänzlich verändert wurde; wer kann sagen, 
was alles verloren gegangen ist, oder was die zukunft noch 
ans licht bringen mag! Als den Ursprung von pet sehe ich 
wie Skeat 1. c. s. v. pet (1) und Jespersen 1. c, § 173 das frz. 
petit an. Zuerst hat es wohl die bedeutung gehabt "an animal 
that is tamed and kept as a favourite, or treated with indul- 
gence" st. ' 2; daraus leitet sich auf ganz natürliche weise ab 
"an indulged and spoiled child" st.i2a, b. Dieses wiederum 
ergibt das verbum " to behave like a spoiled child (or person), 
to snlk" f.', woraus sich dann das abstraktum "a fit of ill- 
bumor" ä6.' erklärt. Dals dieses zuerst häufig in der Verbin- 
dung "to take the pet" vorkommt, hat nichts befremdliches. 
Im übrigen finden wir es ohne "to take" als einfaches ab- 
straktes substantivum schon 42 jähre (1548) vor dem frühesten 
beleg des NED. (1590), wie aus dem zitat bei F.-H. s. v. pet 
suhst. l hervorgeht. — Was die nicht besprochenen bedeu- 
tungen von bore und pet angeht, so erklären sie sich von 
selbst aus irgend einer der erwähnten drei kategorien. 
Bonn, im Februar 1908. Heinrich Mutschmann. 



n. NEUE BUCHER. 
In Deutschland erschienen vom 1. Januar bis 
1. AprU 1908. 
1. Sprache, 
ft) Hörn (Prof, Dr. Wilh.), HistoriscLe neuengliache Grammatik. I. Tl. Laut- 
lehre. XVI, 239 1. m, 1 färb. KaUe, Strafabnrg, K. J. Trübner. M, 5,50, 
geb. M. 6. 
Hirtt (T. 0.), The PhonoJogy of the London Ms. of the Earliest Completfl 

EngÜBh Proae Psalter. Dib». Bonn. '07. 79 i, 
Stolz (Tlr. Walth.), Der Vokaliamus der betonten Silben in der oltnonl- 
hombriichen luterline&rverBiou der Lindisfamer Evangelien. XI, 107 s. 
BuQU, Haustein. H. 3. 




m. HEUB sCcmoL 



liMkes Poeäe. DtM. Eid. V7. Ml 

(H.), SjbUx der Wreüge- Fwi n ^mM em Obenebaig o. der AntluiriMid 



W. 39a. 



Terora iü < ErmigeliB. Dhb. bitare. 
■i^ill ^), Zar ^waite d» lUnderibads m W«tniiiEt«r. (Cotton 

FaHtüa A. HL) JUm. BMloek. V7. KB t. 
e) Kartzke (O.), Bit TtHMiiiih dca Mtmr tat Magirtntea fl597> Ko- 

Beriü. ä7i. 



(F.V Die «gÜMhe Orthocnnhie aeil ^akespeue. Sit Bertdi- 



LderlBtapaaktKML Dih. M&rbnrg. 
PnMmMÜliM ~ 
dbecff, «Dritt. K. 3^ 



«■^HtoX J«taHut^>PnMnMiUiM of EBgUik. (1369 ud 1Ö70.) 
. _ 8k. Hoddbecff, WiaUr. TL3^ 
(AflglktiKlw Foneh«^g«% hm;, r. H»*ps. 



PriidHr (O-X J<AwB KU(t (JikH Kiag» IwHtcfc Mgtiwte Gramnutikeu 
■- ure^ÜoM B«uioÜBe& (170S— 180S.) Temkch dner kritisdieii 



liebt« des 19. Jahrbdt«. 



BffciiwllMiig. DiH. IbAmig. 

2. Literstar. 

a) ASftmäat». 

I (Paul), EnropCisclie Litenlnrc« 

ist a. XXir >. LdlBtig, PaaL (Viaiatar-KU. T5t— »1.) 

Bnadi (Alrä), Geschidiie der »ll«B^iKbeB lüleninr. L Tl. Angelsidu. 

Periode läf xnr Mitte des t'2 Jhits. (Aw fuil't Gmndrifs der getm. 

PhOoL 8. Aal.) S & Ml— 1134 a. 10 a. Strafsbnrg, Trübner. H.4,S0, 

U) t dwaidw (E.), Plahmiifaa ia der ensliMlieQ Baiüssance vor iL bti 

Lj\r nebrt Kcadniek tob Sir Tkimaa Elioi's "Piiiolacian Hatonike" of 

that kM^a« wliicbe nuketii a wijc man. Iä33 (Kap. 1-4). Din. 

Bslia. W. 76 a 

bkd (P.l Die Sace tob Hdtukli Y. bis n Sbake^eaie. Eap. 1 — 1. Diss. 

Beriia. W. ^i. 
P n aaiab lelaÜBg to the OCGce of the Renls in the Time of Queen Eliubetb. 
Ed.w)tkSat«iaadIadaeibvAlb. FeailletaL XVII, 513 ■. Leipiig, 
HanaaMwita. Sal«kr.-PT- M. 40, Küa«lpr. 48. 

(Haterialidi cnr Kunde des altera engl Dramaa Img- t- W. Bang. 

XXL Bd.) 
r (L), Cbet die Blntiache-Tng^ien in der EüsabetliEmiBcbn 



Litetatar. Dim. Halle. "07. 



a <W.) 1 



Itoi bei den Zeitgenossen o. Xacbfolgeni Shak^ 
seine e&gÜKlien Xachalunnngen. 



I 

i 



Dm. Halle. 49 s. 

b) Literatar der Uterea ZeiL 
ff. Kt aasfahri. GIomt bng. t. Mor. Heyne. & Ätifl. bei, T. 
ria L. Sebflekiae. OingtOAcha Daakmller. LT.) XII, USA 



Pa^erbon, F. SdtSningb. 



.^ 



n. HEUB BÜCHEB. 185 

Wanderer u. Siefihnr. Immelmann (PnT--Doz. Dr. Rad.), Wanderer n. 

Seefahrer im lUlinien der altenglischen Oduakerdiclitung. 91. b. Berlin, 

Springer. M. 3,(10. 
Ba DOmes Daige. Hrsg. ti. erläutert v. I>r. Hans Lohe. 106 1. Bonn, 

HauBtein. M. 3,40. 

(Bonner Beiträge ziir Anglistik. Hrsg. v. Trantmann. 22. Hft.) 
On God Urtlsun of ur« UMi. Murnfke (Dr. Will;), Der älteste engliscbe 

Marienlijmnns On God Oreisiiu al ure Lcfdi. V, 7G a. Leipzig, Qnelle 

& Meyer. Subskr.-Pr. 2,40; Einzelpr. 3. 

(Breslaaer Beiträge »ur Lit.-Gesch. hrsg. v. Koch n. Sarraiin. N. F. 3.) 
CynawttK. Jausen (E.), Die Schriften zu u. über Cynevmlf na«b der Zeit- 



totge. Dias. Bonn. '07. 53 a. 
Jhrlsl " ~ -- 



Christ Bim (Guat.), Untersnchongeu znm Kltengliachen sogenannten Chris t. 

16». S.-Ä, ans der Festachrift zur 49. Vers. denUcher Pbilol, u. Scbul- 

mfinner in Basel 1907. Leipzig, C. Beck. M. 0,60. 
Schmidl (Dr. Wilh.), Die altengliachen Dielitnngen "Daniel" u. "Azariaa". 

Traulmann (M.), Berichtigungen, Erklärungen n. Vermntungeu tu Cjne- 

wnlfa Werken. NaobtrSge 1. zur Elena, 2. zum Andreas, 3. in dea 

Bnnenetellen, Zum Verabaa des Helianil. Werge (Wyrge) "verflucht". 

m, 156 ». (Sammelhcft.) Bonn, Hanstein. M. 5. 

(Bonner Beiträge zur Anglistik. Hrsg. v. Tranünann. 23. Hft.) 
Gower- Walz (G,), Das Sprichwort bei Qotver mit besonderem Hiuweia auf 

Qnelleu n. Parallelen. Diss. Milncheo. '07. 63 s. 
Etnmerig (0,), "The Bataile of Agyncourt" im Liebte gescUicbUicher CJuellen- 

werke. I. Dias. München. '06. 67 a. 

o) Literatur des 16.— 18. Jahrhunderts. 
Enterlude, An, of Wclth and Helth. Eiae englische HoralitSt des 16. 

.IhdtB. kritisch hrsg. t. F. Holthauaeu. Qel. 66 b. Eiel, Lipsius n. 

Tiscber. M. 0,60. 
Shahespeara'f Werke in 12 Tin. Über», v. A. W. v. Schlegel u. L. Tieck. 

Mit biogr. Einleitg. v. Eud. Geafe. XXIV s. Berlin, Deutsches Ver- 

lag^bauB Bong U.Co. In 4 Bde. geh. Ln-d. M. 6; Halbfr. M. 10; Trachte 

ausc. in 5 Bde. geb. Goldleinw. M. 12,50 ; Lniusbalbfrz. M. 17,50. 

— Wo 1 ff (Dr. Mas J.), Shakespeare, der Dichter a. sein Werk. In 2 Bdn. 
l.Bd. Mit Droeshont Portr. V, 477 b. (4.— 6. Tans.) München, C.H. 
Beck. M. 6. 

-- äieper CErust), Shakespeare u. seine Zeit. Mit 3 Tafeln a. 3 Text- 
bildem. IV, 140 s. Leipzig, B. G. Teubner. M. l. 

— Hübner(Dr. Walt), DerVergleichbeiShakespenre. Vn,HOa. Berlin, 
Mayer & Müller. M. 3. 

— King Henry V. Parallel tests of the flrst and third naartoB and tbe first 
tolio. Ed. by E. Roman, Marburg, N. G. Elwerts Verl. H. 4. 

Nash. Piehler (.A.), Thomaa Nash u. seine Streitschriften. DisB. Leipzig. 

119 a. 
tlehker (Thom.), Satiro-Ma.atii or The Uutrussing of the Humoroua Poet. 

Hng. nach den Drucken v. 1602 t. Dr. Hans Scherer. XVI, 13S s. 

Leipzig, Harraasowitz. Sabskr.-Pr. H. 6,50; Einzelpr. M. 8. 

(Haterialien zur Kunde der älteren engl. Dramas hrsg. v. Prof. W. 
Bang. XX. Bd.) 
^tywood. Sander (A.), Thoraas Heywoods Hiatorien King Edward IV. 

(T- 1 H. 2) n. ihre Quellen. Diss. Jena. '07. 59 s. 
f^lflld. Fischer (H.), Nathaniel Field's Komödie "Aniends for Ladies" eine 

titerarhlBtor. Untersuchung u. Quellens tu die. Diss. Kiel. '07. 64 s. 
debiler. Tischner (F.), Die Verfasserschaft der Webster-Rowley-Dramen, 

Diss. Marbnrg. 75 s. 
— Schröder (0.), Marlowe and Webster. Dias. Halle. 32 b. 
Qhadwell. Heiuemann (0.), tihadweU.Stndien. Diss. Eiel. '07. lOö a. 




186 n. NEUE BÜCHEE. 

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lischen LiteriLtnr. Disi. Leipcig. '06. 136 s. 

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to Litcrary Analjais with a Side - Refercnce to Richard Beer-Uufmann'i 
Graf TOQ Charolais. Diss. Bern. 84 s.' 

Rirmw (Timm.), Hofherr (Ä.), Thomas Bymera draniatiBche Kritik. I. T. 
Die Kritik BeamooDtfl d. Fletcher«. Disa. Freiburg. 80 s. 

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'07. 58 b. 

SIcrna. Vacano (S.), Heine n. Sterne. Ein Beitrag zur vei^leirbenden 
Literaturgeschichte. Dias. Bern. '07. 81 s. 

d) Literatur des 19. Jahrhundert«, 
an) Sh*lle<r (P- B.), A 1 1 e n (L. H.), Die PerBöiilichkeit P. B. Shelleys. Diss. 

... . . D«8- 

Bern. '06. 113 s. 
Lylton-Bulwsr (Ed.), Zauoni. Aus dem Engl. Qbers. u. neu bearbeitet Mit 
e. Vorbemerkg. n. dem Bilde des Verf. IV, 418s. Halle, Hendel. In 
Geschenk-Bd. H.2,5Ü. 

— Müller (J.), Bnlwers Roman 'The Last of tbe Baroua'. Disa. Boatock. 
'07. 88 b. 

— Petri (Dir. Dr. A.), The Coming Bace. Von Edward Bulwer, Lord 
Lj-tton. Eine Quellennutennchung. 19 s. 4°. Progr. SchmGlin, S. A. 

Thacheray. Bauch (H.), Studien über Thackerays "Sketches and Trareli 

in London" n. Dickens "Sketches". Diss. Leipaig. '07. 74«. 
Dickem. Schmidt (Th.), FrauengestaitenbeiDickeng, Dias. Halle. '07. 58a. 
Carlyk (Thom.), AnagewühUe Werke. Mit e. Biographie t. Th. A. Fischer. 

9 Bde. Leipzig, 0. Wigand. M. 40. 
Ward. Davies (D. J.), Beitrüge znr Stilistik Mrs. Humphrj Warda. Diss. 

Marburg. '07. 139 b. 
Rutkin (John), Über Mädchen«rziehußg. Nach dem Oiiginale übertr. n. m. 

e. biogr. Einl. Ter». T. Johanna Severin. 2. Aufl. VII, 85 s. Halle, 

GeBenius. M. 1, geb. 1,50. 
Wilda'a (Obc.) sämtliche Werke in deutscher Sprache. Wien, Wiener Verl. 

je M. 2, geb. 3. 

(7. Vera od. die Nihilisten. Mit e. Essaj Oscar Wüde u. A. Drama 
T. Paul üreve. 203s. 

8. Sftlome. — Die Herzogin von Padna. 225 a. 

9. Lady Windermere'8 Fächer. — Eine Frau ohne Bedeutung. 237 s. 
10. Ein idealer Gatte. — Bunbury. 273 a.) 

— Ernst sein 1 (The importaace of being eamest.) Bnnbnry. Eine triviale 
EomOdie f. seriOse Leute. Deutsch t. H. t. Teschenberg. 2. Anfl. 
115 B. Leipzig, Spohr. M. S. 

bb} Collectlon of SrItUh Aulhori. Leipzig, Tanchuitz. je M. 1,C0. 

400Ü. NorriB (W. E,), The Square Peg. 

4010-11. Mathers (Helen), Pigskin and Petticoat 2 vols. 

4012-13. Znngwill (Israel), Ghetto Tragedies. 2 vols. 

4014. Castle (Agnes and Egerton), My Meny Bockhurst Some 
Episodes in ihe Life of Vhtcount Eockhurst, a Friend of Ihe 
Kmg at one time Constable of his Majesty'a Tower. 

4015—16. Robins (Eliz.), The Convert 2 toIs. 

4017. Merrick (Leonard), The House of Lynch. 

4018. Hewlett (Maurice), The Stooping Lady. 
4019—20. Ätherton (Gertrude), Anceatora. A NoTel. 2 yoIb. 



U. NECE BUCHBK, 



187 



4021. 



2»ol8. 



White {Perey), Mr. Stmdge- 
Wharton (Edith), The Fruit of tlie Tree. 
4024. Bagot (Bich.), The Lnkes uf Nurlliern Ittily. 

4025—20, Benson (E. F.), Sheaves. 2 vola. 
4027. Swinbnme (Algernon Charles), Chastelard anit Mary Stuart. 

Two Tragedies. 
cc) Unwin'i Library. London n. Leipzig-, T. F. Uuwin, Je M. 1,50, 
51. Ward (Mrs. Hnm]>hi7), Miliy und Oll; or a Holidaj aniong tbe 
UonDtainB. 

e) ÄroeriknnJBche Literatur. 
Longfellow, Evangeliue. Aus dem Eugliachen roo Otto Häuser. BUd- 

Bcbmuck V. A. Diion. 160 a. Nürnberg, E. Uiater. Geb. M. 5. 
Pee {ErtCTT Allen), Die Novellen Toii der Liehe, Ühertr. t. ü. EtzeL 

Manchen, G. Müller. M. 3. 
Twmln'« (Mark) humoriatiathe Schriften, N. F. Stuttgart, Lut^. je M. 2, 
H^geb. 3. 
HL^ 6. Wie Hptdleyharg verderbt wurde. Nebat andern Erzählungen. 



3. Ers 



nd Ontei-i 
a) Allgemeines. 



clitsi 



Hdlnann (Setn.-Dir. Dr. K.), Handbuch der Plidagugik. Leipzig, Dürr. 

1. Bd. Fajcholugie u. Logik. Unterricbta- u. Erziehnnnlehre, Schnl- 
kmide, 11. u, 12. verb, Aufl. m. 55 Fig. 378 s. M, 4, geh, 4,60. 



Wajil (Ingen, Max), Erziehung. 55 s. Berlin, A. Schall. Kart. M. 3. 
Slirn (Th,). Henechenhildung, Ein Wort an Natur- u. Schfinheiuf^unde. 

27 B. Zürich, A. Funk. M. 1. 
EIckhoff (Reich»- u. LandL-Abg, Prof, Rieb.) , We!t]iiilitik n. Schulpolitik. 

Festrede. 16 s. (Aus Ztschr. f. latcinlose bOhere Schulen.) Leipzig, 

Teubner. M. 0,40. 
Krausa (F.), Der Staat «la Erzieher, 6 VortrKge. V, 107 b. Cöthen, P. 

Scbettler« Erben. M. 1,50. 
RBdern (Oberetl. a. D. L. Qruf), Nicht fnr die Schule, aondern fUrs Leben u. 

fürs Vaterland. Einige Gedanken üb. Notn-endigkeit n. Art st&atsbUrgerl. 

Eniiehg. in der Schule. Vortrag. 28 8. Freibnrg i/B., P. Waetzel, M.0,50. 
Naumann (Reicbat.-Abg. D, Fr.), Die Erziehuag zur Peraünlichkeit im Zeit- 
alter de» Groühetriebfl, 4.-8. Taua. 47». Berlin-Schöneberg, Verl, der 

„Hilfe". M, 0,50. 
Buch (Eerm.), Neue Moral n. Erziehung. FQr Eltern a. solche, die es 

werden wollen. 18 ». Briinn, L. u. A. Brecher. M. 0,40. 
dnaplui (Dr.), Lehren eines Vaters an seinen in die Feme liehenden Sohn. 

30 ». Lorch, E. Rohm. M. 0,30. 
^•rg (E.), Schule n. Haua, Eine Kritik ihrer Beziehungen zu einander 

Tom Standpunkt eine» RealachuloberlebreraauB. Progr. Hamburg. '07. 36». 
Stolfell (Lehrerin Elia.), Bildungsfragen f. das weibliche Geschlecht. 56 s, 

M.-Gladhach;ZeutralatelledeaVDlksvereinBf.d.kathol.DGal£chland, M.D,G0. 

b) Gesehicbte der Pildagogik. 

Camtnlu» (Job, Arno»), Das Labyrinth der Welt u. das Paradies dea Herzens, 

Ana dem Tachech, tlbertr. m, Einleitg, u. Anmerkgn, vera. v. Zdenko 

Baudnik. XI, 339b. Jena, Diederichs. H. 6. eeb. 8. 

DSrpdld. Wienatein (Sem.-Lehr. Frdr), Friednch Wilhelm DCrpfeld. 

Leben n. Schriften, 2, vcrb. AuU, IV, 123 ä. Halle, Sehr oedel. M. 1,25. 



188 III. NEUE ItUCILBR. 

Ehitra. Kelle (F.), Unrtin Ehlers' pädogog, Reformbestrebimgen. KLn 

Beitrug XTtr Gesch. der Pädagogik des 18. JldtH. Di sa, Leipzig. "07. 93«. 
Fichte, nntmann (S. H.), J. G. Fichtes Sozial pädagogik. Diu. Bonn. 

■07. 100 s. 
jHn Paul. Mnile: 

deutlichen Natinn 

C. H. Beck. M. 2. 
Kraule. Rnnft {M.}, Der Philosoph Karl Friedrich Krause als Eraieher, 

Dies. Halte. 141 s. 
Ptitalozzl. Frey tag 0^'.), Pestalezzi's Ansichten Über Henschenbildniig 

n. Standes- n. Berafsbildg. im Zusammenlian^e mit seinen philos, a. so- 

xialpoli tischen Anschauungeu dargestellt. Disi. Leipzig, '07. llt ■. 
— Henbaum (A.), Johann Heinrich Pestalozzi. Berlin, Rentier & 

Eeichard. M. 3. 

c) Psychologie. 
Harlmann {Eduard T.)^ Gniudrifs der Psychologie. BadSacbsR^.Hitacke. M.6. 
Wllastk (Stephan), Gmndliuien der PsTchologie. Leipzig, Dürr'sche Bochh. 

H. 3. 
Habrlch (Sera.-Oberl. L.), Pädagog. Psychologie f. Lehrer n. Erzieher. 1. Tl. 

Da» ErkenntnisverraBgen. 3. Terb. u. yenii. Aufl. 12. u, 18. Taus. XIjIII, 

278 a. Kempten, J. KOsel. M. 3,50; geb. 4,30. 
Tracy (Prof. Dr. Fred.) n. Slimpn (Sem.-Lehr. Dr. Job.), Psychologie der Kind- 



seldorf, E. R. Langewiescbe. 
Eine Nalorp- 



Leipzig, Wunderlich. M. 2, geb. 2,40. 
Lhelzky (Heiur.), Die Seele deines Kindes, 

Kart. M. 1,80. 
Meyertiolz (Frdr.), Erkenntniabegriff n. Erkenn tniserwerb. 

Studie. fiS s. Hannover, Meyer. 
RIbol (Thöodule), Die Psychologie der Au Emerkaamkeit. Deutsch t. Dietze. 

Leipzig, E. Haertcr. M. 2,50. 
Ziahtn (Th.), Dos Oedilchtnii. Festrede, geh. am Stiftnugslage der Kaiser 

Wilheima-Äkiideraie f. d. militarärzU, Bildungswesen. 2. XH. '07. (50 8.) 

Berlin, Eirschwald. M. 1. 
onnsr (M.), Das Gedächtnis. Berlin, Reuther & Reichard. M. 2. 
Ludwig (Gurt), Die Gedächtnislehre. 56 s. Berlin, Hillger. M. 0,50. 
Weigl (Frz.), Gedächtnis u. Memorierep. 60 B. München, Höfling. M. 0,80. 
lansen (M.), Über den Einflnfs der Ubnng eines Spezinlgedäehtnissea aut 

daa Allgemeingedichtnis. Dies. Zürich. '06. 40 s. 
Bltchofl (E.), Die Bediogangen der psychischen Energie. Diss. Leipzig. '07. 

71 s. m. 14 Fig. 
Heuer (Aug.), Empfinden n. Denken. Leipzig, Quelle & Meyer. M. 3,8a 
Meumann (E.), IntelligenB n. WUle. Leipzig, Quelle & Meyer. M. 1. 
Leclair (Ant. v.), Erziehnng u. Willensfreiheit. 20 a. Wien, Pichlers Wwe. 

& Sohn. M. 0,50- 
Paul (Alb.), Wie sollen wir geistig arbeiten? Eine Hygiene n. Aesthetik 

der geist. Arbeit 10. Aufl. CO s. Berlin, P. Nitschmann. M. 1. 
d) Geanadheitspflege. 
Allichul (San.-R. Dr. Tlidr.), Lehrbuch derKürper- u. Gesundheit«! ehre. Für 

Hüdchentyzeen u. ähnl. Lehranstalten, 163 s, Leipzig, Freytag. — Wien, 

Tempsky. Geb. M. 3. 
Weigl (Dr. L), Gesundheitspflege für die Jugend, bda. München, Ph. L. 

Jung. M. 0,30. 
Poslchau (Gust.), Anleitung f. die schulärztliche Tätigkeit. Haraburg, L. 

Vofs. M.2,50. 



n. NEUE BöCSER. 



Liabcrmann (L. t,), Aq die Hka<Iemisi-hen Bürger n. Abiturienteu htiherer 

Sclinleu. Zur AutkISrung in aesuellm Fragen. Halle, A. Marliold. M.0,4(). 
Lliehnewska (Maria), Die geselilechUiclie Belehrnng der Kinder. Znr Gesch. 

n. MetlioJik de« GedankeDS. 4. erweit. Aufl. Frankfurt a/M., Sauer- 

lander. M. 0,70. 
RDhI (Stadtschulr. Prof. Dr. Hugo), Entwickelutigsgesch. des Tnrnens. 4. Atiil. 

Vn, 163 B. Leipzig, E. Stranch. M. 1,80, geb. 2. 
Dunmeycr (C. H.), Hamburger Mädchenspiele. Gesammelt n. hrsg. 70 b. 

Hamburg, A. Jaüssen. M. 1. 
Kohlrausch (Gfuiii.-Frof. Dr. E.), Bewegnugaspiele. 2. verh. Aufl. Mit 15 

Abbildgu. 150 s- Leipzig, Guschen. M. 0,80. 
e) Unt^rriclitsorganisation. 
Gurlitt (Ludw.), Die Schule. 112 s. Frankfurt a/M., Lit. ÄusUlt. M. 1,50, 

geb. 2. 
Geitmann (Minist-Beicher. n. Landc.-Abg. Dr. Alb.), Zur Mittelachulreform. 

Vortrag. 36 s. Wien, Manz. M. 0,85. 
HOfkr (Alois), 3 Vorträge zur Uittelaclinlrefonn. Wien, W. BraumUller. M. 2. 
Pe«z (Dr. Alex, t.), Bemerkungen zur Mittelachnireforta. 15 a. Wien, Miuiz. 

M. 0,40. 
VorichlSga zur Mittelachulrefonu. ErBt«tt«t von dem Vereiu für Schulreform. 

57 fl. Wien, Manz. M. 0,85. 
Henjchan, nicht Lexikal Zur Reform dea GjmnBfinmi. 16 a, Wien, W. 

Frick. M. 0,40. 

Zur Erwiderg. 

Schaindler (Aug.), Pro gjmnaaio. Ein Beitrag znr Eeuutuis des ^egenwUrt. 

Zustandes des Österreich. Gymnasiuma, Mit einigen Berichtigungen n. 

Ergänzgen. Wien, BranmüUer. M. 0,80. 
Ohlarl (Arnold), Abbruch n. Aufbau dee ScbnlarBtenis. 2 Tle. Hannover, 

C. Meyer, je M. 1,50. 
Eichhotl (H.), Das Petit Lyc^e. Zur Vergleichg. der Gmodklassen der 

franz. Lyzeen m. unseren Vorschulklassen. Berlin, Tronitzsch & Sohn. 

M. 0,75. 
Sarloriui (Max), 22 Jahre kgl. prenfs. Oberlehrer. Ein Knlturbild aua der 

Gegenwart. IV, 270 b. Berlin, U. Walther. M. 4. 
Schröder (Dr. Heinr.J, Ein Wort in 12. Stunde f. die Gleichstellung der 

Philologen n. Juruten gegen die Taktik der Herren Mertena, Lortzing, 

Hel]maun,Kanneugiefser, Werner n.Genoasen. 134 b. Kiel, Cordea. M.1,20. 
MidchanbilduuB, die höhere. Vorträge, geh. auf dem Eongrel'B zu Kassel 

amil. u. 12. X. '07. v. Helene Lange, Paula Seh lodt manu, Lina 

HÜger, Lydia Stöcker, Julie v. Kästner, Marianne Weber, 

Dr. Gertr. Bäumer, Marie Martin, IV, 97 a. Leipzig, Tenhner. 

M. 1,80, geb. 2,40. 
VtrhindJungen der XX. Hauptversammtg. des deutschen Vereins f. d, bühere 

Mfidchenschulwesen in Ulm am 3.-5. X. '07. Erstattet v. Frl. Äug. 

Sprengel n. Dir. Dr. Rafsfeld. 85 8. Leipzig, Teubner. M. 0,40. 
Mitteilungen, statiatiache. Hb. das höhere Unterrichtswesen in PrenTaen. 

24. Hfl. *07. 111 8. Stuttgart, Cotta Nachf. (Zweigniederlassg. Berlin). 

M. 1,80. 
JahreibnicM« Üb. d. höhere Schulwesen hrsg. v. Cour. Bethwiach. XXI. 

Jahrg. '06. Berlin, Weidmann. M. 17, geb. 19. 
RilChawy (Bekt. Gotthard), Die Universitätefrage in Hambnrg n. die Volks- 

.„(.niii.!.,,., Oft « Hamburg, 0. Meifsnera Verl. M. 0,75. 




Lthrprobcn u. LahrgBna« ai 

Hrsg. T. Fries u-McDg 



190 n, NEUE bBcheh. 

BHrgtr (Alex.), I^e Rhein-HainiBche Volks akftdemie. Eine Darstellg. Ewei« 

Bozialpilda^og;. Versuche, sng'leicb Einfilbrg. in die wicliügateii Frafen 

de» VoUtsbildungs Wesens. Vlll, 120 ä. Leipzig, Quelle & Mejer. Subskr.- 

Pr. M. 2, Einielpr. M. 2,40. 
Helgel (Fräs. K. Tli. tA Die Anfänge des Weltbandes der Akademien. Bede. 

18 B. München, G. Franz. M. 0,40. 
Gcicich (Eng.), Dos kommerzielle BiKInngswescn in Italien, Frankreicb, 

Griechenland, Peni, Urngnav, Paraguay n. Costa Rica. Wien, HOlder. 

M. 5,20. 
MDIIcr (Prof. Siegm.), Technische Hocbachnlen in Nordamerika. Mit Teit- 

abbildgn. VI, 102 s. Leipzig, Tenhner. M. I. 
Didaktik und Methodik. 
Gerlich (.OX Allgemeine Unterrichtslehre. Breslau, C.DlUfer. M. 1,60. 
Itschncr (Herrn.), Unterricht ahf Entbindung gestaltender Kraft Leipzig, 

Quelle u. Mejer. M. 4. 
PIcchtr (Hans), Die SchulprSfangea im Lichte fcrtechrittlicher P&dagogik. 

35 a. Berlin, Gerdes & Hödel. M. 0,RO. 
Ruika (Prof. Dr. J.), Was hat der nensprachliche Unterricht an den Ober- 

reolschnleu zn leisten? S.-A. 23 s. Heidelberg, C. Winter. H. 0,40. 
Mtllmann (OberreaUch.-Dir. pTof. Dr.), Kann n. «oll das Englische an unseren 

Gymnasien als obligat. Lehrfach eingeftlhrt werden? Vortrag. 37«. 

Berlin, Pnttkaraer & Müblbrechl. M. 0,50. 

I der Praxis der Gymnasien u. Bealachalen. 
. 1908. 4Hfte. {94.-!>7. Hft.). 1. Hft. 110s. 

Halle, Buchh. des Waiseuhanses. M. 10, einzelne Hefte. H. 3. 
Varhandlungcn der Direktoren.- Versammlungen in den Provinzen des KOnigr. 

Preafsen seit 1879. Berlin, Weidmann. 

75. Bd. Verhandlungen der SV. Direkioren-VersammlE. in derProT. 
Pommern. '07. Vm, 139 8. M. 3,40, 

76. Bd. Verhandlungen der XXVL Dir.-Versnmmlg. in der ProT. 
Westfalen '07. IX, 187 s. M. 4,60. 

77. Bd. Verhandigen der XIII. Dir.-Versammlg. in der Prov. Posen 
■07. VU, 126 B. M. 3,20. 

78. Bd. Verhandlgen der XVII. Dir.-Versammlg. in den ProTinsen 
Ost- n. Weatprenfseu '07. IX, 130 b. H. 3,20. 

g) Lehrbücher für den englischen Unterricht. 

aa) Brandt (A.), Outline of Engliab Lil«ratnre. 3rd ed. UI, 60 s. Bam- 
berg, Illlbacber. Kart, M. 1,90. 

Aronittln (Prof . Dr. Ph.) , Engli^h Prose iHelections. Answahl engl. Prosa- 
stücke Tom 16. Jhdt. bis zur Gegenwart Ergänzungeband B, Hö b. 
Bielefeld, Velhagen & Klosing. U. 0,90. 

EleInmDNar (Gymn.-Prof. Dr. Oeo.), Englische Gedichte in Auswahl. FBr 
den Scbnlgebranch ansam mengestellt n. erläutert, nebst WQrt«rbnch. 
VI, 112 fl. Mtlfichen, Oldenbourg. Kart. M, 1,50. 

Biidde (Ljc.-Prot. Gerb,), PbiloaophtHchea Lesebuch f. den englischen Unter- 
riebt der Oberstufe. Mit biogr. Einleitgn. n. Anmerkgn. hrsg. VI, 247 a. 
Hannover, Hohn. Geb. M. 1^. 

Naumanfl (Dr. Hab.), A Teciinical Reader. EspeciaUj adapted for üae in 
t«cimical achools, containing extracts from technical Journals and works. 
XU, 323 s. WilhelmsbaTen, F. Schmidt. M. 5. 

Saanger (S.), Commercial Reading Book. Berlin, Weidmann. Geb. M. 2- 

Dtcl«nt (Charlea), Paul Dombey From Dumbev and Son. Ausgew. u. erklärt 
T. Prof. Dr. J. Klapperich. Ausg. A. XU, 109 b. Berlin, Flcmming. 
M. 1.80. 

Eicotl (Thora. Hay Sweet), England. Iti People, Polity, and Pnrauits. 
AoBgew. n. hrsg. t. Prof. Dr. E. Regel. 3. AuH. VIII, 126 s. Berlin, 
Weidmauu. M. 1,10. 




n. NEUE BÜCHER. 



191 



nuuiiiHii (LoQÜ), The Gnglüh Newspaner Beader. Compilcil, explained, njid 

aunotaMd by L. H. 365 a. Leipzig, Frejtag. (Wien, Tempskj.) Geb. M. 4. 
Henty (ü. A.), Bolh Sides the Border. A Tale of Hotspnr aud Ulendowcr. 

In AuiEü^en lirsg. y. Dr. H. Strobmeyer. AuBg. ß. VI, 171 u. 2ß 8. 

Bielefeld, Velhagen & Kloainff. M. 1,40. 
IrvlWi (Waahingtoii), Tbe Sketch Book. Nen hrsg. t. Olerl. Dr. A. fioadel. 

1 (Eip van mnkle. Rural Lite in England. Christmaa. The Stage Coach. 

Christmaa Eve. Chriatmas Da;. Tbe Chriatmaa Dinner. Traita of Isdian 

Character) B. XJI. 120 n. 5G a. Bielefeld, VelLagen & Klaaing. M. 1,10. 
Jtrom« (Jerome E), Three Hen in a. Boat. Erkl. v. Prof. Beinr. Schmitz. 

3. Aufl. VI, 100 B. Gotha, Perthes. M. 1,40. 
Macautay (Lord), Warren Haatiners. Hrsg. y. Prof. Ed. Paetsch. Mit 

Karte. B, Xlt, 167 n. 71 b. Bielefeld, Velhagen & Klasing. Geb. M. 1,40. 
Mirkham, Ooe Century of Euglish History. (1758—1858.) EAl. v. Prof. 

Dr. Hugo Bahrs. 2, Aufl. Vm, 116 b. BerUn, Weidmanii. M. 1,20. 
Hirryat (Capt), The Settlera in Caiiada. Nen hrsg. v. Prof. Dr. Q. Stein- 
müller. Mit 1 Earte n. öAbbUdgn. B. X, 215 n. 35 s. Bielefeld, 

Velhagen n. Klasing. M. 1,40. 
— Masterman Keadv. Hrag. v. Prof. Dr. Ed. Paetach. IL T. A. 164 s. 

Ebd. M. 1. 
Shaketpeara'f Herchant of Veniee. A Comedy. Nea hrsg. y. Oberl. Dr. F. 

OBt. ÄUHE-B. XXII, 101 n. 37 a. Bielefeld, Velhagen & Klasing. H.0,90. 
Warthoven (Prof. Dr. F. J.), Great Explorera and liiventora. Biographien. 

Mil Abbilrtgn. n. Karten. VII, 147 s. Berlin, Weidmann. M. 1,40. 
bb) Goriar (Lehr. J.), Kleine engelache spraakkunat. (Elementar; English 

Grammar for the Use of Dutdimen. VUI, 216b. Heidelberg, J. Groos. 

Geb. M. 2. 
GmciiIus a. Ernst Reg«l, Euglieche Sprachlehre. Aneg. B. Oberstufe f. 

Knabenacbnien. Vüüig nen hearb. y. Prof. Dr. B. Hegel. 4. Aufl. Vm, 

279 B. Halle, Geseniua. M. 2,40. 
LSwa (H.), Out Eiigliflch. Unter Uitwirkg. y. B. Meienreia. Berlin, 

Regenhardtsche Veriagaanatalt. Geb. H. 2,50. 
Oiivtr (George A. S.), Unterrichtsbriefe zum Selbatstud. neaer Spinchen nach 

origineller Methode m. humorist. Übungaatotf. Englisch. 20 Briefe. VIII, 

322 n. SchlQBael 55b. Nebat Beilage: Flasman (Bob), Haudbuch der 

engliachen Umgangssprache. SXII, 584 a. Berlin-Schöaeberg, Langen- 

Bcheidts Verl. H. 20. 
Schwiakar (A.), Lehr- n. Lesebnch der englischen Sprache. Mit bes. Be- 

rScksichtg. der Auschanungsbiliter v. Leutemann-Lehmaan , Meiuholil u. 

Kehr-Pfeiffer bearb. Auag.B. 2. Aufl. VIH, 296 b. Hamburg, 0. Meirsner 

Verl. M. 1,60, geb. 2,20. 
PDnltr (I.) u. Hiine (HO, Deutsche Ubungssätze f. d. 1. Kap. des Lehrbuchs 

der engl. Sprache i. Handelsschulen. 3. Aufl. 16 a. Hannover, C. Meyer. 

M. 0,20. 
cc) Crump_ (William Haubj), Engltsh as it is Spoken. Familiär Dialoguea 

on Variooe Subjecls. 14th ed. Bey, and bronght up to date by Omar 

Fawcett, B. A. VI, 130 s. Berlin, DQmmlerB Verl. M. 1, geh, 1,30. 
■^JUdlay (Prof. F. H.), Deacriptioua and Conversations on tiie Pictnrea of 
^ HoeiieL Lex. 8". Wien, E. Hülzel. 

■ (X. The Lodeing. 12 b. M. 0,50. - XI. The Harbour. 12 s. M. 0,50. 

■ — Xn. The Building of a Hon»e. 12 a. M. 0,50. — XllL The 
[T Mining Works. Interior ofa Goal Mine. 12 s. 2 farli. Taf. M.0,70.) 

XroR (Prof. IJr.K.), Engliah Daily Life. Specially prepared for ladiea' Colleges 
and girls' schools. 4th ed. XV, 196 a. Freibnrg i, B., Bielefeld. Geb. M. 2,50. 
VokabuTarlan, englische. Leipzig, Renger. M. 0,40. 

9. Wallenfela (Oberl. H.), Per Wald, im AnschlulB an daa Hölzelsche 

Anachanungabüd : Der Wald. 34 s. 
Leipsig. Paul Lange. 




192 ni. vnmsiLVsQSs. 

m. IHTTTEILUNGEN. 

Emchtung einer zweiten ordentliclien professur 

für cngliKche pliilologie an der Universität in Wien, 

Nach jahrelangem bemühen ist die errichtnng einer »weiten ordent- 
licbeu lelirkanzel für eDglische apracbe uud literatur an der uuiTcrsitill 
Wien erreicht worden, woen die immer mehr annehmende aneahl der atii- 
dierenden, der Anglisten wie der neoecon philologea Uherhanpt (schun jetzt 
über 200!} den zunächst liegenden sdIoTs bot. Znr übemabme dieser pro- 
feasnr, die mit beginn des näcli^ten winteraemesters ins leben treten wird, 
iat der ordentliche profeasor der englischen spräche und literatur an der 
nniveraität in Or&E Dr. Karl Luick berufen worden. 

Die lelirttttigkeit der beiden demn^hstigen Vertreter dieses facba an 
der Wiener nniversität ist zwischen ihnen dabin vereinbart worden, dal'H 
prof. Lnick vorwiegend grammatische nnd sprachgeschichtJiche Toilesongen, 
prof. Schipper hauptsächlich Vorlesungen über literaturgeschichte nnd 
metrik halten wird. In ähulich«r weise wird auch die leilnng des Seminars 
unter die beiden orJinarien verteilt werden. Doch werden sie sich nicht 
etwa ausseht iefsl ich auf die genannten gebiete beschränken, sondern je 
nach wünsch und bedOrMs auch weiter Vorlesungen nnd seminarilbnngen 
aus dem gesamtgehiete der englischen philoiogie halten, sowie auch He 
Wahl der interpretatiomikollegien dem beiderseitigen freien ermessen Qber- 
lassen bleibt. Es wäre zu wUnscheu, daA auch andere grärsere nniveni- 
tUteu eine eweifacbe Vertretung der englischen nnd romanischen philulogie, 
nach der sprachgeschichtlicheu und literarbistori sehen richtnug, wie sie 
nun in Wien bald durchgeführt sein wird, erhalten würden. 

Wien, 25. Mai 190Ö. J. Schipper. 



Zur Nachricht. 

Herr Prof. Dr. Albert Eichler hat sich als privatdozent fiir eng- 
lische spräche nnd literatur an der Universität Wien habilitiert 



INHALT. a.11, 

I>. BuMli, A Ute tlglilh oentnrf LaUn-Angla-SHOD OIuhsit fwttBtrti lo Ihn 

Lrldm linlret.lly (HoUhfcoieb) Icl 

Jsaparwn, Jobn Uiil'i l'riinun^litlDii ot Bngliab (ISO» ud ISIO) (Eloliler) . . UI 
Arbel, Bslmitloiii fiom ths üugllih Ponti. Tbn Speuni ADtbolagy. 1148—16)1. 

CBr<Hui.k) Kl 

Ib. IlgtHhmnn, DJs ■tftnolDgl« ran n«. la borg "«1007«" 11t 

U. Nm» BUehn ISl 

III. KltMlnngieiii Errlcblnng «liur ■ffeltm ordentllDben proreiiiu' Rlt angUuhapbi- 



Eeransgegeben toü Prof. Dr. Mix Friedrich Mann in Frankfurt b/M. 

Tulkg 10a Uaii Klaotyn, llalla — DmDk ton Khtbudl K«rM. BnU*. 




Beiblatt zur Ang'lia. 



Mitteilungen 

über englische Sprache und Literatur 

und über englischen Unterricht. 



Pieis: Fttr den Jahr^ng 8 Hark. 

(Pnli rar 'AtiglU' UDd 'BolbliU' jllirUcli U Um 



XTS-Bd. 



JJr.VIL 



L SPRACHE UND LITERATUR. 
Documents relating to the Office of the Revels in the Time af 

Queen Elizabeth. Edited, witli Notes and Indexes bj Albert 

Feuillerat. Louvain, A. Uystpruyst, 1908. i". XVII + 513 8. 

M. 40, bezw. M. 48. 

A. u. d. T.: Materialien zur Kunde des älteren Englischen 

Dramas herausgegeben von W. Bang, Bd. XXI. 
Eine vollständige geschichte der dramatischen literatur 
Englands wird neben den leistungen der Volksbühne auch der 
höfischen spiele und der in theatralische formen gekleideten 
lustbarkeiten gedenken müssen, schon ans dem einfachen 
grnnd, dals die beiden gattungen keineswegs nur parallel 
nebeneinander herlaufen, sondern in ihren richtungslinien zu 
wiederholtenmalen einander berühren. Machte einerseits die 
hofbühne naturgemäfs starke anleihen heim Londoner bürger- 
theater, indem sie volkstümliche stücke in die paläste ver- 
pflanzte, ferner in den ausschlielslich füi- höfische festlich- 
keiten bestimmten dramatischen szenen nnd maskenspielen die 
fortschritte der technik des grolsen dramas sich zu nutze 
machte nnd auch den ungezwungenen, ja derben ton der Volks- 
bühne durchaus nicht vermied, so wurde anderseits die eia- 
wirknng höfischer ausstattungs- und kleiderpracht auf die ui-- 
sprünglich so anspruchslosen volkstheater allmählich bemerkbar, 
ja die dramatiker der blntezeit, Shakespeare nicht ausgenommen, 




J 



194 L SPRACHE ü. LITKRATTR. 

brachten dem schaulustigen publiknm zuliebe oft genug die 
formen der höfischen maskeraden und spiele als einlagen auf 
die bretter der öffentlichen pflegestatten dramatischer tarnst 

Es ist daher aufs freudigste zu begrüfsen. wenn Albert 
Feuillerat die weitverstreuten nachrichten über die geschichte 
der höfischen aufführungen zu einem -Corpus Jocorum Reve- 
lonmi et MascÄrum" zusammenzufassen gedenkt und Wilhelm 
Ring, der ausgezeichnete Organisator und hochverdiente heraus- 
srebor der -Materialien zur Kunde des älteren Englischen 
Dramas ^ dem unternehmen nicht nur seine so gut eingeführte 
Serie zur Verfügung stellt, sondern auch nicht zögert, seine oft 
anerkannte beispiellcse art-eitskran im dienste der gnten sache 
zu betÄiicen. Keinem würdigeren konnte daher FeuiUerat den 
vorlit4ren.;en cewaliigen band von mehr als 500 groüsquart- 
seiten zueicneR. 

Aus «suiser^n grlnien setzt FeuiUerat mit einer Sammlung 
der auf vias hrische dr^xa unter Elisabeth bezüglichen doku- 
miv/.t ein und spssn sich die er»eitening seines -Corpus" 
du!Yh einV-ejirnuriT der ar:hiv&lien aus der zeit Heinrich TII^ 
Kdw^rd VI. uui M&riax endlich dnrvrh aasnützung der quellen 
uKr die hcfi-ühnt unter den Stuans :ur eine ^tere. hoffentlich 
nicht al'.su ttr^e reit iui Au:h die Verwertung der so reich- 
lich :l;? .V^^ndcn Nrlrj^r ;u einer n::;s;&i:ix<enhingenden darstellung 
der sviclr unter rlliSÄ^nrth hit s:h der h^ansgeber für ein 
N-^ss. n,itres w^irk v;r>'hjL:?n. I^ iibt aio noch h«ite arbdt 
V:> d^f ^rntr ^r^nr untrr dAch und firh isi, wie leferent in 
tr.untruiu au d.t nivdrrschr::: den erstea kapitel seiner ^'Eng- 
l:s»;hen v,vskt n>: :- .t * :n sAr^n ^cils^ dtnr di-e bofbeamten unter 
VV.nsN/:. ^^^^:n a:.:- v.-ljcireir^er. üre krszepie. ob nun la- 
,5„..s, .v.-r ;v^ .:>::. >-i sccir^evsL.i^i T:.rn:^^:ll uid in einem 
An::^^::: \;r, s^^ AU5*:r.ttÄntr r:<cirfcn::iö: imd hilslichkeit 
ANcvtAJsr. dAs dw :i:^rt :x Vin-rr iina inecuMprobe wird. 

l'ifc^ it: nv.v^n.:;:i ^;n den jh t^s^eK teil Tereinigten 
a;ku:x;n;^:*., 'ä;!;::- $c:i in: d.t i^rsrijÄtc oid einrichtong 
d:^ *r.;^ d:;^ S:^^: x.:^: xnd i:t S:rarL»» der beamten be- 
«^>^x l\irr.ur >: v.r refvidtr-it ^-n no.L der Tersuch 
♦fc^wc ^>w».v,;\w i^^ v.^^. . -v^ rlev:lx xx£*jäck Torschläge 
iWMft^feirt six>f^rxT^ d^r i^^iirr^jc-iiirxix al^ahead. welche 
JAJIKV* ^:fedr,T^>i^r .X d.n d:ixxDta: 3i^. U. JL FUmU of 
iPNÄrt* V ^ xdisft-vi .. ii^ :x.:;-r JiMjxf^mms Y &e Office 



I. SPRACHE ü. LITERATCB. 

wiederholen. In den anderen hierher gehörigen Urkunden 
kommen standesfrageii des Masler of tke Revels zur spräche, 
wir nehmen ferner mit Feuillerat in die anstelliingsdekret« 
der einzelnen Würdenträger einsiclit und mustern mit interesse 
die beschreibung des amtslokales, eines ehemaligen spitals 
(hierzu als willkommene ergänzung eine Übersicht der orts- 
verändernngen des amtes in Feuillerats anmerkungen, s. 430f,). 
Das wichtigste scbriftstück ans diesem abschnitt ist wohl ein 
im jähre 1560 aufgenommenes, dreiteiliges Inventar über die 
bestände an maskenkleidern, gerätschaften und andern behelfen 
der aufführungen, durch welches wir über eine reihe von 
maskeraden zum erstenmal aiifschluEs erhalten (s. 18—46). Es 
gibt uns auch künde von einem beliebten und mit einem wohl- 
klingenden kunatausdruck als translating bezeichneten ver- 
fahren, will sagen von den vielfachen Umänderungen der 
maskenkleider, durch welche z, b. aus demselben material 
kostüme für eine maske von schiftern, dann nacheinander für 
aufzuge von Deutschen, fischem, ferner für eine zweite raum- 
merei von Schiffern zugeschnitten wurden, bis sie endlich als 
ausstaffieiiiug der fackelträger in einem aufzuge von Türken 
ausdienten: ganz charakteristisch für die sparsame Elisabeth, 
welche auch nichts dagegen hatte, wenn eine anläCslich ihrer 
geplanten begegnung mit Maria Stuart vorbereitete allegorisch- 
mythologische maakerade zehn jähre später zur feier eines 
bündnisses mit Frankreich zur aufführung kam.') 

Den weitaus grölsten teil des Werkes von Feuillerat 
(s. 77 — 403) nimmt der abdruck von rechnungsbiichem über 
die durch höfische aufführuugen verursachten kosten ein, ferner 
die Wiedergabe von Voranschlägen, anweisungen auf gelder 
und Stoffe an den Schatzmeister, bezw. an den voi-steher der 
königlichen garderobe, Zusammenstellungen der oft sehr be- 
deutenden schulden des Ofßce of tiie Bevels, gewährung von 
Vorschüssen usw. usw.; scheinbar eine sehr trockene materie, 
aber doch durch die genauigkeit in der aufzählung der ein- 
zelnen posten sowie durch die meist festgehaltenen titel 
der spiele und anfführuugen eine dokumentensammlung von 
ganz hervorragender Wichtigkeit für die geschichte des 



■ 



') FenilUrat J53il57. Ich habe auf die identitSt der beiden auftüh- 
rnngeD Bchon in meinen "Haskenipielen" 8.25 rerwieeen. 




J 




196 I. SPSACHE D. LITEaATDK. 

liöfisclien dramas, deren voller wert freilicli erst iu die äugen 
springen wird, wenn derselbe gelehrte, dei- hier, untei-stützt 
von seiner gleichstrebenden frau, mit seltener Selbstverleug- 
nung zeile für zeile der oft schwer zu entziffernden eintra- 
gungen kopierte, uns auch die eigentliche frucht seiner be- 
schäftignng mit diesen " dry-as-äust" papiermassen vorlegen 
wird, nämlich die Verarbeitung der gesammelten nachricliten. 
Denn niemand beherrscht heute den schwierigen gegenständ 
auch nur annähernd so meisterlich wie Feuillerat, und dafs 
wir von ihm eine tiefbohrende und durchaus förderliche Aus- 
legung erwarten dürfen, davon erhalten wir schon hier nnd 
da in den noten einen Vorgeschmack. Ein beispiel : wenn wir 
lesen, dafs im jähre 1574 zu Reading Stäbe und lammfeile für 
Schäfer, pfeile für nymphen und roi'shaare für die kleidung von 
wilden männem gebraucht wuiden, so ist das schon an und 
für sich ganz interessant, rückt aber doch erst in die richtige 
beleuchtung, wenn Feuillerat darauf hinweist, dafs damals in 
Reading italienische Schauspieler auftraten und dafs genau ein 
jähr vorher Arainta, das berühmte schäferspiel Tassos, er- 
schienen war (458/227). So geben uns die dürren eintragungeu 
eines recbnungsbeamten den Schlüssel zur aufdeckung wich- 
tiger literarischer beziebungen an die band. 

In einem besonderen anhange (s. 405—421) hat Feuillerat 
noch einige Schriftstücke gesammelt, die zum teil kein be- 
sonders günstiges licht auf die beamten des Office of the 
Revels werfen und geeignet sind, die übrigens schon aus dem 
ersten hauptteü der Dacitments uns bekannten klagen über 
mifswirtschaft in diesem institut vollauf zu bestätigen. Da 
weigert sich Richard Leys, Clerk Controller of the Revels, die 
rechnungen weiter zu unterschreiben und i'uft selbst nach 
einer genauen revision des amtes ; ein gewisser Thomas Gylles, 
wohl der ei-ste besitzer einer maskenleihanstalt, von dem die 
kulturgeschichte weils, beklagt sich, dafs ihm der Yeoman of 
the Revels durch unbefugtes ausleihen der in seiner obhut 
befindlichen kleidungsstücke arge konkun'enz mache: kein 
schlechtes zeugnis für die aulsergewöhnllche freude am mununen- 
Bchanz im "merry old England". Es folgen bittschriften der 
handwerker und kaufleute, denen es zu wiederholtenmalen 
sehr schwer wurde, ihre rechnungen einzutreiben; zur recht- 
fertignng des Master of the Revels hat Feuillerat die aulser- 




[. SFBACIIE O. LITBRATUK. 107 

ordentliche luülie nicht gescheut, aus den origrinaldokumeiiten 
alle Zahlungen der ataatskasee für maskeraden und dramatisclie 
aufführung tabellarisch zusamnienzusteUen und so nachzu- 
weisen, dafs der Schatzmeister tatsäclilich bis zu fünf jähren 
verstreichen liels, ehe er die nötigen gelder zur tilgung der 
schulden anwies. 

Auf die frage, ob Feuillerat in den ilirem Inhalt nach 
eben skizzierten Urkunden viel neues niaterial herbeigeschafft 
habe, wäre zu antworten, dafs er trotz des anerkannten Sammel- 
eifers und des hervorragenden finderglückes seiner Vorgänger 
immerhin eine recht stattliche nachlese zu den entdeckungen 
Colliers und Conninghams zu bieten vermag; so vermittelt er 
uns zum erstenmal einsieht in das oben erwähnte Inventar 
(s. 18 — 46), schafft aus den Loseley MSS. ganz neue nachricliten 
über die anfführungen im ei'sten regierungsjahr der königin 
Elisabeth herbei {Account Boolcs s. 79—108) und durchsucht 
die papiere des Schatzamtes nach reclmnngen, die zum teil 
recht wichtige aufschlüsse zur ge^chichte der höfischen dramatik 
ergeben. Neben den vollständig mitgeteilten dokumenteu sind 
die zahlreichen auszUge aus minder wichtigen ui-kunden nicht 
zu übersehen, welche Feuillerat in den auhang verwiesen hat. 

Eine unsumme von arbeit hat der herausgeber auch in 
seine überaus reichhaltigen anmerkuiigen gesteckt, in welchen 
er vor allem zu seiuen Vorgängern in der erforscbung der 
höfischen bühnengeschichte Stellung nimmt. Zunächst hat er 
sich mit Collier auseinanderzusetzen, dessen unermüdliche 
forschertätigkeit und hervorragenden Spürsinn er neidlos an- 
erkennt. Aber auf dem namen dieses mannes lastet anderseits 
nicht nur der Vorwurf der flüchtigkeit, sondern auch der lite- 
rarischen Unehrlichkeit und seine angaben werden namentlich 
von gelehrten diesseits des ärmelkanala, welche die Original- 
dokumente nicht einsehen können, nur widerstrebend und 
zögernd verwertet. So müssen wir Feuillerat besonders dank- 
bar sein, dafs er eine ganze reihe von schier unglaublichen 
flüchtigkeiten und erfindungen des gewissenlosen Collier richtig 
steUt {vgl. 438/51, 444/77, 447/113, 451/148, 456/187, 4Ö4/312, 
469 359). 

Besser besteht die probe der bei den geschichtsschreibem 
des englischen dramas gleichfalls nicht sonderlich gut ange- 
schriebene Cunningham, und bis auf einige falsche lesuugen in 




198 



L 8PRACHK ü. LITEHATOB. 



den von ihm zuerst herausgegebenen rechnungsbücliern und 
einige kleine irrtümer in seinen anmerkungeu sind diesem 
forscher keine ernstereu vei-stölse nachzuweisen (vgl. 454165; 
455/178, 27; 456/186, 10; 457,193, 25; 471,370). Weitaus der 
tüchtigste und gewissenhafteste Vorgänger Feuillerats ist aber 
E. K. Chambers, auf dessen Notes on the Ilislory of the licvels 
Office muler the Tudors (London 1906) der berausgeber immer 
wieder mit ausdrücken der anerkennung verweist; aber in 
eiuzelheiten geht er ancb über Chambers vielfach hinaus und 
ist imstande, auch diesem forscher mehrere irrtümer nachzu- 
weisen (vgl. 427/6, 19; 436 47; 437/47,7; 447/113; 451/148; 
456/187; 470/365,19 usw.), 

Auch sonst bringt Feuillerat in seinen aumerkungen mehr 
neues als mancher andere gelehrte in einem ganzen buche; 
vor allem eine staunenswerte menge biographischer nachrichten 
über die beaniten des Office of the Revels, die bisweilen geradezu 
für eine ehreurettung dieser nicht besonders gut angeschrie- 
benen herren ausreichen: man lese die ausführliche lebens- 
beschreibung Sir Thomas Bengers (s. 427 — 429 und s. 452) oder 
die neuen daten über Ek-hard Leys (435/10, 440,56). Zu den 
bemerknngen über Will. Hunnys (454/165, 1) wären vielleicht 
die aufsätze der Mrs. Ch. C. Stopes mit nutzen heranzuziehen 
gewesen (Jahrbuch der Deutschen Shakespeare -Gesellschaft 
XXVU, 20üf[.; Athenaeum 1900, 1140). 

Die benutzbarkeit des ungeheuren in diesem bände auf- 
gestapelten Stoffes wird durch die praktische einrichtung des 
Werkes ungemein eileichtert und niemand soll sich durch das 
schwerfällige aussehen der Documents, durch die unendlichen 
zahlen- und namenreihen, tabellen u. dgl. m. abschrecken lassen; 
vielmehr findet jeder, was er braucht, sozusagen auf den ersten 
griff entweder in der sehr erwünschten liste der verschiedenen 
aufführungen s. XIII^XVII oder in einem von frau Feuillerat 
angelegten iudex der eigennamen, endlich in einem ausgezeich- 
neten Sachregister, welches masken, stucke, personale, requi- 
siten gleich sorgfältig verzeichnet und namentlich durch seine 
praktischen zusammenfassenden artikel wie Properties, Masques 
usw. von groCsem nntzeu sein wird. 

Der abdi'uck der Urkunden macht den eindruck höchster 
Zuverlässigkeit; die palaeographischen eigentüuilichkeiten der 
originale finden nach niöglichkeit beachtung und namentlich 




L SPRACHE U. LITEKÄTÜH. 199 

e bezeichnung neu einsetzender liände ist liöchst dankeaswert, 
das hierbei augewandte System keineswegs verwickelt wie der 
heransgeber meint, sondern im gegenteil überraschend einfach. 
In diesem Zusammenhang darf die glänzende typographische 
leistung der dnickerei Uystpruyst nicht mit stillschweigen 
übergangen werden, welcher das werk auch eine höchst vor- 
nehme ausstattuug za danken hat. 

Alles in allem bat Feuillerat sein Corpus EeveÜorum 
durch diesen ersten band bestens eingeführt und wir sehen der 
fortsetzung des Unternehmens, zunächst dem bände 11 mit den 
gegenwärtig im besitze des einsichtigen und zuvorkommenden 
Mr. W. More Molyneux befindlichen Loseley Papers mit freuden 
entgegen, denn ihre Veröffentlichung ist ein altes desideratum 
der theatergescbichtlichen forschung und der referent weiTs 
aus erfahrung, wie unzureichend die von Kempe aus diesen 
dokumeuten hergestellten auszüge sind. 

Mit dem hiuweis auf die besondere Wichtigkeit der von 
Feuillerat zugänglich gemachten Docutncnts für die bühnen- 
geschichte Englands ist aber die bedeutung des werkes noch 
nicht erschöpft. Auch für die erforschung der lautlichen Ver- 
änderungen in der englischen spräche würde so manches ab- 
fallen, wenn man die texte etwa in der art dui-chforschen 
wollte, wie es Diehl (Anglia XXIX) für eine reihe von ur- 
Icanden und tagebüchei-n teilweise aus derselben füi- die ent- 
Tvicklung der englischen laute so bedeutungsvollen zeit getan 
liat. Dann sei die aufmerksamkeit der nationalökonomen auf 
Feuillerat« Bocuments gelenkt, die als fundgrube für wiil- 
schaftgeschichtliche dat«n wie lohnverhältnisse, bewertung der 
verschiedenartigsten artikel, wohnungspreise u. dgl. sich er- 
weisen kbnnten, und endlich lielse sich auf gruud desselben 
quellenwerkes so mancher einblick iu die geschichte und den 
betrieb der hofiimter unter Klisabetli gewinnen, woraus die 
jünger der stuatswissenschaften nutzen ziehen dürften. Kurz, 
es ist nicht nur im interesse der Wissenschaft vom englischen 
Schrifttum zu wünschen, dafs es Feuillerat beschieden sein 
möge, sein groCsaogelegtes unternehmen in einem zuge und 
ohne jede hemmung zum abschlufs zu bringen. 

Wien, 26. Apiil 1908. K Brotanek. 



200 I. ePBACHK U. LITEKA-rUB. 

All Fools and The Gentleman Usher by George Chapman, < 
by Thomas Marc Parpott, Ph. D., Professor of Euglish at 

Priiiceton Uiiiversity. Boston u. London 1907. 

A.u. d.T.: The Beiies-Lettres Series. SectiouUI: TheEngÜsh 
Drama. L + 308 ss. 16". 

Die ausgäbe bringt zwei der besten lu.stspiele Chapmans 
in einem nach den in den bibliotliekeu zu Edinbuigli, London 
und Oxford befindlichen drucken hergestellten kritischen texte. 
Der lierausgeber hat die ursprüngliche Schreibung beibehalt«ii, 
abgesehen von der Verwendung der grofsen buchstaben, und 
nur die interpunktion verändert. Der druck ist sehr sorg- 
fältig; der herausgeber ändert nui' vorsichtig in zwingenden 
fällen nnd gibt dann die lesnng der rjnarto unter dem texte. 
Am Schlüsse jedes Stückes finden wir erklärende anmerkungen 
nnd dann am Schlüsse des buches noch ein kurzes glossar. Die 
ausatattung ist geschmackvoll; ein bildnis des dichters schmückt 
den eingang des buches. 

In einer kurzen biographie stellt der herausgeber das 
wenige zusammen, was wir über Chapmans leben wissen. Er 
nimmt an, dafs die von Mr. Dobell im jalire 1901 im Athcnaeiim 
veröffentlichten briefe Chapmans und .Jensons an die grafen 
Salisbury, Pembroke und andere betreffend eine strafverfo^ng, 
die den dichtem di'ohte, sich auf Eastivard Ho beziehen. Dies 
ist aber schon deshalb unmöglich, weil Marstons name. der 
an Easitoard Ho beteiligt war und mit den beiden andei-n 
dichtem ins gefängnis wanderte, hier gar nicht erwähnt wird. 
Auf welches stttck sich diese briefe beziehen, mufs vorläufig 
noch unentschieden bleiben. Vielleicht ist es — ich spreche 
dies nur als eine Vermutung aus — Chapmans luspiel Monsieur 
d'Olive gewesen. Hier hält im ersten akte Monsieur d'Olive 
eine schwungvolle rede zum lobe des tabaks, die wohl bä 
dem königlichen bekämpfer des tabakiauchens anstofs erregen 
konnte, und giefst dazu noch im vierten akte seinen bitteren 
spott aus über die, welche die ritterwürde kaufen oder gar 
durch die gunst von hofdamen {wHh fighting above the knee 
heilst der cynische ausdruck) erwerben. Allerdings haben wir 
keinen anderen anhält dafür zu glauben, dals Jonson an 
diesem prächtigen lustspiele mitgearbeitet habe, als das intime 
Verhältnis der beiden dichter. Jedenfalls ist es für Chapmans 
Unabhängigkeit des Charakters sehr bezeichnend, dals er so 



I. SPUACHE V. LITERATUR. 



201 



Kid nach der bitteren erfahrung von Easlward Ho es wieder 
wagte, an diesen dingen sein mütchen zu kühlen. 

In der einleitung beliandelt der herausgeber Cbaiiniana 
bedeutnng als histspieldicliter. Dals das tuatspiel All Fools 
unter dem einflusse der humoristischen komödie Jonsons steht, 
ist zweifellos. Doch lehnt es sich nicht, wie er meint, an 
JoDsons The Case is altered an, das in seiner ersten gestalt 
— es enthält in der uns überlieferten von 1599 oder 1600 
mehrere später eingeschobene szenen — sicherlich älteren 
datums, von 1596 oder 97, ist, sondern an Everi/ Man in his 
humour und Everi/ Man out of Ms humour und geliört zu 
der reihe von realistisch-humoristischen komödien, die um die 
wende des jahrhunders unter dem einflusse der Jonsonschen 
wirklichkeitskuust entstanden. Mit dem ersten stücke hat es 
die anlehnuug an die Ädelj/ki des Terenz sowie die einfüh- 
rnng eines eifei'Süchtigen gatten gemeinsam, mit beiden und 
besonders mit dem zweiten die ganze anläge und tendenz der 
blolsstellung und beschämung einer reihe von „Humoren", d.h. 
vorherrschendeu , einseitigen Charaktereigenschaften. Aller- 
dings ist diese anleimung nur eine äulserliche. Chapman hat 
weder Jonsons moralischen enist noch seine bitterkeit. Er 
will kein Satiriker sein und spricht dies deutlich im proIog 
aus, wo er sagt, dafs „die alte komische art des Eupolis und 
Cratinis wieder aufgelebt sei, die zur persönlichen anwendung 
iieige" und dieser kunst die seine entgegenstellt als "merely 
comical and harmless jests . . . void of the otlier satyrismes 
aauce". Auch in dem stücke selbst (II, 1, p. 48) spricht er 
ablehnend von jener satirischen kunst. Es heilst dort: 
"Fayth, that same vayne of rayUng 
Became now most applausive; your best poet is 
He that rayles grossest." 
Dafs Chapmän sehr verschieden von Jonson wai', mora- 
lisch mehr ein cyuiker als ein moralist, zeigt sich noch deut- 
licher in dem zweiten hier abgedruckten lustspiele : Tlie 
Getilleman Usher. Der herausgeber findet mit recht iu dieser 
anmutigen komödie einen Vorläufer der kunst Fletchers. Er 
hätte diesen gedankeu noch reicher ausführen können, ^^'ie 
in den aus Fletchers kreise hervorgegangenen stücken, etwa 
The Little Lawijer , The Humouroas Lieutenant oder The 
Coxcomb, haben wii- eine romantische Laupthandlung und eine 



202 I. SPRACHE D. LITBKATUB. 

Immoristisch-satii'ische , sich um einen lächerlichen Charakter 
drehende nebenhandlung , nach der das stück benannt ist 
Mit The Humourous Lieutenant hat das stück aufserdem das 
motiv gemein, dafs der vater die geliebt« des sohnes begehrt 
Koppel hat darin eine szene gefunden, die an das drama 
Ä Wife for a Month erinnert (IV, 1, s. anm. p. 292); es lätst 
sich noch eine andere liinzufügen (V, 1), die eine parallele in 
dem stücke The Cuslom of Ute Couniry findet, nämlich die 
belauschung einei- liebesszeue durch rivalen von einer galerie. 
Und wie im einzelnen, so berührt sich das lustspiel in seinem 
freien, phantastischen tone mit der muse des jüngeren dichters. 
Berlin, April 1908. Phil. Äronstein. 

Joseph Aynard , La Vie d'un PoMe. Coleridge. Paris, Hachetle 

& Cie. 1907. 369 ss. 16". Pr. 3 fr. 50. 
Eine Würdigung Colei-idges ist eins der schwierigsten and 
interessantesten probleme der englischen literaturgeschichte. 
Oder sagen wir besser kulturgeschichte. Denn Coleridge ge- 
hört nicht blofe der geachichte der dichtung an, so herror- 
ragend seine rolle als vollbringer und namentlich, wie überall, 
als erwecker und anreger auf diesem gebiete auch gewesen 
ist, sondern vor allem auch der geschiclite der ästhetischen 
kritik, wo er bahnbrechend gewirkt hat, ferner der der poli- 
tischen, philosophischen, religiösen und sozialen ideen in Eng- 
land am ende des 18. und antang des 19. Jahrhunderts. In 
diesem umfassenden sinne hat Aynard auch seine aufgäbe auf- 
gefaßt. Das eigentlich literarhistorische, das ja auch schon 
von anderen biographen, namentlich von Brandl, ei^schöpfend 
behandelt worden ist, tritt bei ihm etwas zui'ück gegenüber 
der darstellung der entwicklnng der Weltanschauung, der denk- 
weise Coleridges, und diese darstellung baut sich auf auf der 
breiten und soliden grundlage einer umfassenden und gründ- 
lichen kenntnis der zeit Und durch die denkweise Coleridges 
dringt der Verfasser durch zu der merkwürdigen, widerspruchs- 
vollen persönlichkeit dieses Hamlet unter den englischen schrift- 
fitellern, bei dem vollbringen und wollen in so beständigem 
Widerspruche stehe, der immer derselbe ist und doch so wandel- 
bar, sich entwickelnd von dem begeisterten Verehrer der fran- 
zösischen revolutjon und der „allgleichheit" (Pant-iso-kratie) 
zu dem orakelnden romantisch-konservativen philosophen von 



I. SFKACQE Ü. UTEILLTUK. 



203 



igligate, iinuier im träum und fern von der Wirklichkeit 
lebend, ein büclieiinensch, der „das mUfsige lesen alter folianten 
nicht für 2000 mal 2000 i aufgeben möchte" und doch fiir 
jede geistige regung der zeit empfänglich und sie in seiner 
ganz persönlichen weise widerspiegelnd, im leben hin und 
her getrieben, weiser und Und, Idealist und opiumsüchtiger 
scliwäcliling , bald hewundeiimg und häufiger mit gering- 
scbätzung gemisclites mitleid hervorrufend. Aynard betrachtet 
ihn mit voller Sympathie, aber frei und ohne befangenheit, 
"trfes admirateuF et pas du tout dupe", wie er von einem der 
jünger Coleridges, Henry Crahb Robinson, rühmt (s. 285), vor 
allem scharf zu unterscheiden suchend, was bei Coleridge un- 
bewafslfi Selbsttäuschung und was Wirklichkeit war. Füi- eine 
solche selbsttänschung hält er auch die Philosophie Coleridges. 
Er sagt, sie sei bei ihm „nie etwas anderes als eine form des 
traums und nicht eine disziplin des gedankens" und nennt 
seine philosophische forschung "la poursuite comme en un reve 
du dessin d'un arabesque sans commencement ni fio" (s. 216). 
Sehr schön und geistreich gesagt, aber an stelle dieser geist- 
vollen negalion würde man doch Heber einen ernsthaften ver- 
such sehen, den philosophischen anschauungeu Coleridges ge- 
recht zu werden, üewifs, dieselben sind weder selbständig 
noch zu einem Systeme abgeschlossen , ebensowenig wie die 
Carlyles, den wir trotz der berühmten kaiTikatur, die er von 
dem alten propheten von Highgate entworfen hat, als dessen 
gröf^ten schüler bezeichnen dürfen. Aber wie dieser hat er 
doch eine in ihren hauptpunkten feststehende idealistische 
lebens- und Weltanschauung, die aufserordentlicli befruchtend 
auf das englische denken der folgezeit, namentUcli das reli- 
giöse (man denke nur an Newnian, Maurice, Kingsley u.a.) 
gewirkt hat. Das ist eine aufgäbe, die m. e. noch zu tun 
bleibt Im übrigen bietet uns Aynards buch ein ebenso 
glänzend geschriebenes, als auf gründlicher erforschung aller 
quellen, darunter auch handschriftlicher, von dem enkel des 
Richters überlassener, beruhendes lebensbÜd jener merkwür- 
digen Persönlichkeit, die so prophetisch grofs am eingange des 
19. Jahrhunderts steht, einer der väter der aristokratisch-kon- 
servativ-reiigiösen renaissance. 

' Berlin, April 1908. Phil. Aronstein. 



^V Ber 



204 t. SPKABCE V. LITERATDB. 

Samuel Taylor Colertdge. The Ancient Mariner und Christabel. 
Mit literarhistorischer einleitung und Kommentar herausge- 
geben von Albert Eichler. 

A. u. d.T.: Wiener Beiträge zur englischen Philologie lieraasg. 
von J, Schipper. XXVI. Vi'ien u. Leipzig, Wilh. BraumüUer. 
1907. XII + 133 SS. 8". 
Der herausgebet bietet uns hier eine wissenschaftliche 
ausgäbe der beiden bailaden von Coleridge mit ausfülirlicher 
einleitung, die die entsteimng und atifnalime, metrum, spräche, 
Stil und die nachfolge der balladen in der literatur behandelt, 
und einem gründlichen, eingehenden kommentar. Von Tlu 
Aficient Mariner druckt er die beiden verschiedenen Versionen 
von 1798 und 1817 ab und vergleicht sie unter hinzuziehnng 
der zwischen beiden stehenden ausgäbe von 1800; Yoa Christabel 
druckt er die ausgäbe von 1829 ab und vergleicht diese mit 
den ausgaben von 1816, 28 u. 35 nnd nach Campbell mit den 
drei überlieferten handschriften des gedichtes. Der Verfasser 
stutzt sich im wesentlichen auf Canipbells ausgäbe und Brandls 
biograpliie, verhält sich aber im einzelnen durchaus selbständig 
gegenüber seinen vorgäogern. Dafs die Opiumbetäubung auf 
die Phantasie Coleridges bei der komposition der beiden ge- 
dichte befi'uchtend eingewirkt habe, wie Eichler, Brandls aus- 
fühi'ungen über die entstehung des fragmentes Kubla Kiian 
folgend und sie erweiternd, annimmt, ist wohl kaum glaubhaft. 
Das Opium war für Coleridge im wesentlichen ein mittel, seine 
leiden zu vergessen und seine schmerzen zu lindern, und die 
fruchtbarsten epochen seiner dichterischen tätigkeit fallen, wie 
das auch natürlich ist, mit denen seiner vollständigen gesund- 
heit zusammen. Etwas wirklich grolses, wie diese beiden 
balladen, ist wohl kaum jemals uuter der einwirkung solcher 
reizmittel entstanden. — Das buch soll bei seminarübungen 
dienen und auch eine für schulen brauchbare ausgäbe bilden. 
Den ersten zweck wird es recht wohl erfüllen können; da- 
gegen ist es seiner ganzen anläge nach auf schulen wohl kaum 
zu verwenden. — Der stil des Verfassers ist zuweilen nicht 
ganz glatt. Zu dem druakfelilerverzeichnis füge ich noch hinzu 
Ckrashaw statt Crashaw (p. 25). 

Berlin, April 1908. Phil. Aronstein. 




r. SPRACHE ü. LITERATÜK. 



205 



James Thomson, der jüngere, sein Leben und seine Werke, dar- 
gestellt von Josefine Weissei. 

A. u. d. T.: Wiener Beiträge zur Englischen Philogie. Bd. 
XXIV. 1906. K. 4.80. 

Jämes Thomson the younger — and greater — is a poet 
well wortli writing about. The detail» of liis life are few. 
He was born in 1834 of Scotch parents. He was educated at 
the Royal Caledonian Asylnm and on leaving scliool he beeame 
an Army schoolmaster in Ireland and various other parts of 
the Ullited Kingdom, subsequently he turned to journalism. 
The death of a yonng girl wliom lie oiet in Irelaud and whom , 
he was to have married dealt him a blow from which he 
never recovered. Of his last years it is difflcult to speak. 
Dipsomania was hereditary in his family; in his case it was 
aggravated by an esteme nervous seusibility, by his loneliness 
and misery, and finally it was the cause of his deatli in London 
iß 1881. It may not be snperfluous to add that in spite of 
the circumstances of bis life he retained the respect of his 
friends in a liigh degree to the last. 

Thomson is best kuowu as the writer of the City of 
Breadful Nit/ht and he is generally regarded as the "poet of 
pessiraism". That is the catch-word about him in most histories 
of literature. It i.s so far true that bis Cüij of Dreadful Night 
— a picture of London as seen through bis despair — is the 
most powerful and terrible expressioD of pessimism in the 
langnage. Bat it is by no lueans tbe wbole truth. He was 
as he Said of Heine, though inade different by circumstances, 
"by nature a joyous heathen of riebest blood, a Greek, a Persian, 
a Insty lover of this world and life, an enthusiastic apostle 
of the rehabilation of the flesh". And the poems in which 
tbis side of himself finds atterauce are among tbe best of their 
Itind in Englisb for the way in which he expres.ses his fine 
lioliday mood, fun, high spirits, his (alas only temporary) whole 
Tiearted enjoyment of things in terms of really high poetry. 

Miss Weissel's book is, as every life of Thomson must 
'be, mainly based on Salt's biography. I cannot find that she 
has left out anything of importance, that Salt had to say, or 
added anything new. Her criticism is weak and does not 
throw much light on Thomson's character, sometimes, indeed, 
she mistakes his playful irony for dead earnest. Under the 




206 



I. SPRACHE ü. LtTERATtm. 



heading Sprache slie ouglit to liave noticed Thomson's pretty 
frequent vulgarity and bombast, whicli contradict her State- 
ment ...: "war seine Ausdrncksweiae so, dafs sie durchaus 
nicht einen Mangel an gediegener Erziehung merken liefs". 
They were the direct lesults of a "Mangel an gediegener 
Erziehung". 

Bonn. H. T. Price. 



George Eliot. Fünf Aufsätze von Helene Ricliter, Wien. 

A.u.d.T.: WissenschaftltcheFrauenarbeiten. 1 Band. Hett4/5. 
Mk. 5. Berlin, Alexander Duncker, 1907. 

Thia book consists of four essays on various aspecta of 
George Eliot's woik {Humor, Fravenfrage, Historischer and 
FoUHsch- sozialer lioman) wbich have been collected froin 
various magazines, together witli one on George Eliot's life 
hilherto unpublished. Whatever Miss Richter has to say 
about George Eliot's personality is admirable and is written 
with that understanding which only one womau can have for 
another. In most of the criticisma written on George Eliot 
by men there is to be detected a note of more or less un- 
conscious patronage on account of her sex. On the other band, 
when Miss Richter dwella on the fact that George Eliot 
combined the qualities of the most "womanly" woman with an 
iron will, deep knowledge and an immense ränge of interests, 
there ia perhaps a sort of defiance in her insistence on what 
a woraan really has been capable of. Miss Richter generally 
follows the historical method. George Eliot's debt to her 
predecessors is stated and her metbods compared with theirs 
and thoae of her contemporaries. Miss Richter does not 
however alwaya draw upon the right persona for comparieons. 
In her treatment of the historical novel, Bulwer's works come 
in for fnll discussion, although they are comparatively un- 
import-auL But Reade's Cloislcr and the Hearth and Thackeray's 
Esmotid, the two greatest novela in this kind since Scott, are 
not so much as mentioned. Much of what ahe says about 
George Eliot's liumour is good, but some explanation ought 
to have been given of its capriciouaness, the way it had of 
snddenly deserting her, and its almost entire absence in her 
later works. Again speaking of English hnmour in general, 




L SPBACTTB C. LITEBATDB. 



207 



Ibe authoress says: — "Freilich darf man nicht aulser acht 
lassen, dafs die grenzlinie zwischen posse und humor jeuseits 
des kanals nicht vollkommen mit der uns geläufigeu zusammen- 
fällt. Man verträgt und liebt dort grellere färben, derbere 
töne. Gestalten , die uns grotesk erscheinen , werden von 
englischen kritikem als humoristische nieisterwerke gepriesen." 
Two nations never do properly nnderstand one another, least 
ot all do they understand one another's jokea, but with all 
respect and without intending the least derogation to her 
country. I should like to ask Miss Kichter what representative 
English humourist is so "derb", "grotesk" nud "grell" as 
Wilhelm Busch? The chapter on the political novel would 
bare gained a good deal if Miss Kichter had made use of 
Cazamian'e Le Eonian Social en Anglelerre. Miss Richter 
makes one or two slips as to naraes, tlie gentleman she reters 
to on p. 161 as Sir Frederick Harrison is plaio Frederick 
Harrison, and the regiment referred to on p. 177 as Scallfs 
Orey is the Scois Greys. Miss Richter's study is an informing 
book and shows signs of hard work, oiily it seems to me that 
her sense of pei'spective as to George Eliot's contemporaries 
is somewbat at fault. 
^■L3oim. H. T. Frice. 

'vA Crundiagen der literarischen Kritik bei Joseph Addison von 

Emil Saude, Dr. phil. Berlin, Mayer und Müller. 1906. 

The author of this little book asks not to be judged too 

severely, as it is his first work and merely the forerunner of a 

larger one on the same subject. This latter circumstance makea 

criticism difflcult, because we do not know how much the 

author has kept iutentionally in reserve. It seems that more 

öiight have been done in tracing the reiationship between 

Addison and his pvedecessors and contemporaries, but that will 

perhaps be treated in the larger work. Some passages however 

Show an inability to distiugui.sh between Addison and the other 

\vriters of bis age which is not justified. On page 16 Dr. Saud§ 

Inentions that Addison praises a ballad for being "natural" 

and tben goes on to say that we know what is meant hy 

"nature" here, because Pope had said, speaking of Horace, 

•*Natnre and Homer, were he found the same" {Ess. Grit. 135), 




208 T. SPRACHE ü. LITEBATUB. 

aad again "Leara faeoce for ancient rules a jast esteem: To 
copy nature is to copy them" (ib. 139). But it does not st 
all follow tliat because Pope thoaght that to copy tbe Andents 
was U) copy Nature that Addison thooght so toa If Dr. Sandö 
nill examine the meanings that Addison gires to the word 
Itahire in the Spectator from No. 411 to N'o. 421, he will never 
find Addison thinking Natore and the Ancients the same. It 
is true that he adrised poets before treating a snbject to 
consider how Homer had deall with it Matthew Arnold 
niight faa%'e given similar adrice, bnt that is qnlte different 
from saying that Homer and Natnre are identical. Ägain on 
p. 18 we read: — "... während er am Epigramm bedauert, 
dafs er besitze 'no manner of inflnence either for the bettering 
or enlarging the mind' (Spect Xo. 409). Diese Philisterart 
steht auf der Höhe, die sich Thomas Kymer über Shakespeare'» 
Othello in seinem 1692 erschienenen 'Short View of Tragedy' 
geleistet hatte." In the fiist place it ukes a good deal of 
courage to rall a man of Addison'» disciplined and fastidions 
jndgeme&t * pkilisterkaß'. In the swood plwre. in the passage 
qnoted, Addison is not condeaBitig q>igram in general, bnt 
certain kinds of - Epigram. Tnms of Wit and forced ConceJtf" 
which were tM^valent «t the time aad whicb he considered 
in very bad taste. In the saue spirit and with the same words 
as be nsed one conld oondemn the present rage for Limericks 
— tbat wonld »rarcely be fiWütfHU/3: In tbe third place it 
sbows a complete misiiadtnttaBdiBp of Addeon's tborongh 
sanity and äne sanse of tbe ridkaloQs to sappose that be 
coald crer bare deseeuded to tbe level of Rymer. If Dr. Saod^ 
istends to «4»ider tbe Shakespeare critidsm of tbe eigbteenth 
cealoiT ia mare detail I sboald like to call bis attention t« 
a Tolüe of uacls in tbe UaloM CoUectiM in tbe Bodleian 
at Oxfocd. I tbtik be TtU fiad tben rar ««fnL To tbe 
bert «t my betiel ibe; bare not httm ««tfced apoti yet. bat 
I htn Bot 9MB tbe lateet repriats oC eigbleettb eentaiy 



a T. Pricb 



J 



I. SPRACHE D. 1.1TERATÜK. 



209 



Dr. R. Dyboiki: Tennysons Sprache und Stil. 

A. u. d. T.: Wiener Seiträge zur engtischen Philologie, herausg. 
von I. Schipper. Bd. XXV. AVien u. Leipzig, Wilhelm Brau- 
müller. 1907. 

Das vorliegende bucli ist der weitere ausbau voraus- 
gehender einzelaibeiten. Die einleitung über Tennysons leben 
nnd werke wurde 1903 als Vortrag im englischen semiuar in 
Wien gehalten; der abschnitt über Wortbildung ist ursprung- 
lich in L. Kellners Zeitschrift „Bausteine" erschienen. Es ist 
nicht die erste derartige arbeit, mit der die AViener Sammlung 
die Wissenschaft bereichert. Schon 1895 hat Leopold Wurth 
in seinem berühmten werk über das Wortspiel bei Shakspere 
nach ähnlichen gesichtspunkten gearbeitet. Dyboski schlieCst 
sich Heinzeis methode an, „der annäherung der Philologie von 
einer einseitig historischen betrachtuiigsweise an das beob- 
achtend -beschreibende verfahren der modernen naturwissen- 
schaft". Für die grammatische Schablone legt der Verfasser 
L. Kellners "Historical Outline of English Syntax" (L. 1892) 
nnd Gerber: "Die Sprache als Kunst", 2. Aufl. (B. 1885) zu 
gründe. 

Innerhalb dieses rahmens hat der antor eine riesige stoff- 
masse verarbeitet , die bei engerer auff assung des tliemas 
vielleicbt bescbi'änkungen zugelassen hätte. Im übrigen durfte 
nur ein so gründlicher kenuer der englischen spräche sich auf 
dieses gebiet wagen, wo so oft die Interpretation auf des 
messers schneide balanciert. Mit stets wachsamem äuge ver- 
■weist derselbe auch immer auf verwandte, erscheinungen in 
erstaunlich zahlreichen anderen dichtungen und sprachen. 

Der biographischen einleitung folgt zunächst ein kapitel 
^Syntaktisches", beginnend mit der syntax des satzbaues; dies 
ist vielleicht das einzige kapitel, bei dem die iuterpretation 
der beispiele da und dort Widerspruch erregen könnte, wo es 
sich weniger um grammatische erscheinungen handelt als um 
<lie erkenntnis der vom dichter gewollten Vorstellungen. Es 
folgt dann ein ausgedehnter abschnitt üiser die sjiitax der 
einzelnen redeteile (auch Wortstellung). Sehr interessant ist 
das zweite kapitel „Stilistisches", in welchem wir all die 
feinen kunstmittel des dichters analysiert finden zur erziehung 
von -Kürze und Fülle des Ausdrucks", „Intensität des Aus- 



ADglln, BelblMt 




14 



210 I. SPRACHE n. LITBRATCB. 

drucks", „Anschaulidikeit des Ausdrucks", dann „Innerer und 
äuTserer Schmuck des Ausdrucks". Besonders aufgefallen ist 
mir gelegentlich der ausfuhrungen über das Wortspiel, dals 
Tennyson fast nur das klangliche Wortspiel und wortwieder- 
holungen mit sinn Verschiebung, wenig aber die feinere art, 
das wirklich auf reinem doppelsinn beruhende Wortspiel, knl- 
tiviert zu liaben scheint, das besonders Kabelais so meisterhaft 
gehandhabt hat. 

Ganz modernes gebiet betreten wir im dritten teil über 
„Wortbildung". Dyboski bringt eine reiche auslese von neu- 
bildungen durch Zusammensetzungen jeglicher art, arcbaismen 
und Sinnänderungen. Reine wortneuschöpfungen (vor allem 
solche onomatopoetischen Charakters) scheinen sich bei unsenn 
dichter niclit zu finden. Für den giammatiker mag er des- 
halb recht wohl als einer der grofsen "Makers of English" 
gelten; damit deckt sich aber nicht ganz, was wir gemeinhin 
unter „wortbildnerischem genie" verstehen. Verwandte Vor- 
gänge behandelt das vierte kapitel über „Wort^ebrauch". 
Pen schluls bildet ein sehr verdienstvoller „Glossarialer Index", 
in welchem Tennyson'sche lieblingswöi-ter in alphabetischer 
anovdnung aufgezählt sind. 

In der gesamtanlage des trefflichen Werkes vermisse ick 
ein stärkeres eingehen auf die änderungen in Wortwahl nnd 
ausdruck infolge metrischen zwanges, das durch die „sparsim" 
eingestreuten bemerkungen (z. b. p. 56, 57, 70, 98, 127, 146, 
171, 197 f., 248, 427, 442. 454) noch nicht erschöpft ist. So- 
dann wäre es wohl sehr lehn'eich gewesen, die gleichsam nur 
„sparsim" eingestreuten, sehr interessanten feststellungen (z. b. 
p. 152, 202, 234, 276 f., 332, 438 ff,, 447), inwiefern die spräche 
des dichters sich mit zunehmendem alter verfeinert hat, in 
einem besonderen kapitel zusammenzufassen. Was rein ftuTser- 
liches anlangt, so würde sich die lektüre des buches wesentlich 
leichter gestalten, wenn der Verfasser seine Vorliebe für hydra- 
mälsigen satzschwnlst etwas gemäfsigt hätte. Ich verweise 
nur auf die sechzehn zeilen lange periode p. 429. 

AUes in allem schliefst das werk eine gewaltige geistes- 
arbeit in sich ein, wenn auch derartige zertieischungen der 
dichtersprache nicht auf allgemeinen beifatl rechnen dürften. 



Ansbach im Mai 1908. 



F. Kratz. i 



I, SPRACHE D. LITERATÜB, 



2U 

Leipzig, 



1. George Moore. Memoirs of my dead life. Yc 

Bernhard Taiiclinitz. 

2. Aus toten Tagen {ilenioirs of my dead life), Novellen von 
George Moore. Deutsch von Max Meyerfetd, Egon Fleische! 
& Co. Berlin, 1907. 

In der novelle "Spent Love" läfst George Moore einen 
m&nn sagen: My tUoughts run upon women, and why not? 
On what would yoii have them runV on copper-mines? Woman 
is the legitimate sabject of all nien's thouglits. We pretend 
to be interested in other things. In the smoking-rooms I have 
listened to men lalking about hunting, and I have said to 
myself, " Your interest is a pretence : of what woman are you 
thinking?" We forget women for a little while when we 
are thinking about ai-t, bat only for a while. The legitimate 
occupatio!} of man's mind is woman . . . Das ist der Stand- 
punkt, von dem ans die mehrzalil der vorliegenden novellen 
Moores geschrieben sind. Das ewig-weibliche spielt eine be- 
deutsame rolle und zeigt sich an allen enden. Der mann, in 
den George Moore geschlüpft ist, frischt mit Vorliebe die süfsen 
erinnemngen an vergangene schöne tage auf, er berauscht 
sich an dem reiz verblichener liebscliaften , wie ein kenner 
sich an dem hauch schöner alter dinge erfreut, er kostet zu- 
weilen den vertieften genn£s, den es dem liebhaber gewährt, 
den gerissenen liebesfaden nach jähren wieder anzuknüpfen 
und fürsorglich weiterzuspinnen. Moore bebt dabei vor nichts 
zurück. Die letzten Intimitäten verliebter abenteuer, die selt- 
sam aufblitzenden lannen eines mannstollen weibes, die weh- 
mütige grazie eines hektischen mädchens, das zu gut ist für 
die straTse, finden in ihm einen ebenso gewandten und über- 
zeugenden schilderer wie die grotesk- phantastische abendliche 
"Vision in einem Londoner park oder die wundei-same Schönheit 
einer friihlingsfahrt von Dieppe nach Paris, der Stadt, deren 
name allein schon für ihn mit Mai und lust identisch ist. 
Und was ist ihm Paris? Glühend bekennt er: Paris has made 
me. How much do I owe to Paris? And by thus acqulriug 
a fatherland more ideal than the one birth had arrogantly 
imposed, because deliberately chosen. I have doubled my span 
of lifa Do I not exist in two countries? Have I not furnished 
myself with two sets of thoughts and sensations? Ah! the 
delieat« delight of owniug un pays ami — a country where 



212 



. SPRACHE r. LITERATUR. 



one may go wLen one is weary to madness of the itiatine of 
life, stire of Gnding there a.11 the sensatiutis of home, plos tliose 
of irresponsible caprice. So wird das bnch zu einem waliren 
ditliyrambus auf dieses zweite Vaterland Paris, den boden, aus 
dem Moore seine geistige and künstlerische nahrniig sangt. 
Und ähnlich wie in seinen liebesgeschichten schürft er auch 
hier wieder nach dem golde der erinnerung und schwelgt in 
den lauschigen winkeln von Alt- Paris, der butle Montmartre 
und dem Lusembourg. Eine entschwundene weit taucht herauf, 
die weit der Symbolisten und decadents, die weit der Verlaine, 
Rimbaud und Villiers de TIsle-Adam samt ihren courtisaneo. 
die zeit, da die "Nouvelle Äthanes", das kürzlich geschlossene 
literatencafe, im zenith ihres ruhmes stand, da man füi' Bichard 
Wagner noch schlachten sclilug, auf die zukunft des cabaret 
hoffnnngen setzte und Manets zn billigen preisen erstehen 
konnte. Eine fülle von geist und laune sprüht in diesen ge- 
schichten, die scheinbar so mühelos das treiben der Boheme 
und das ringen der künstler malen. Moore hat seine er- 
innerangen an die impressionisten zwar schon in einem beson- 
deren anfsatz zusammengefafst, der leser desselben wird aber 
auch hier noch manche willkommene ergänzung finden; will- 
kommen deshalb, weil sie nicht von einem nüchternen chro- 
niqueur herrühren, sondern von einem künstlerisch empfin- 
denden menschen, der mit allen sinnen das miterlebt hat, was 
er berichtet. 

Was Moore ganz besonders dazu befähigt, den hauch des 
Pariserischen über seine bildet zu breiten, das ist sein 
flackernder, gallischer, leichter und doch mit künstlerischem 
raffinement durcbtränkter stU, Man möchte Moore einen stil- 
impressionisten nennen. Er zwingt die flüchtigsten eindrucke 
in seine feder, er folgt, wie er selbst einmal sagt, der male- 
rischen flucht seiner empfiudnngen und gedankeu "wie ein 
kind, das hinter Schmetterlingen dreinjagt", und bezeugt so- 
zusagen einen sinn für das atmosphärische, wie ihn nur ein 
maier haben kann. So erklärt es sich auch, dafs er, um 
seinen schilderuugen eine eindeutige bestimmtheit und färbung 
zu geben, häufig den uamen eines maiers in seine sätze hinein- 
wirft, ohne damit einen mangel an Charakterisierungsvermögen 
verdecken zu müssen. Dieses verfahren setzt z\s'ar eine ge- 
wisse künstlerische erziehung beim leser voraus, verschafft 



I. SPUACnU Ü. LITKKATUll. 



213 



ihm aber auch erhöhten geniiCs. Man sieht eine gestalt viel 
greifbarer, wenn man weifs, dafs sie die haartracht der frauen 
des Rossetti trägt oder dem frauentyiius des Alfred Stevens 
ähnelt. Man sieht eine lichtimg, eine gebirgslinie deutlicher, 
wenn man hürt, dafs sie an "Watteau oder Lionardo gemahnt, 

George Moore ist mit den "Memoirs" einen weg gegangen, 
auf dem mau ihm seither noch nicht begegnet ist. Ein eifriger 
Verfechter der naturalistischen doktriu im roman, ein blen- 
dender kunstki-itiker und polemiker, hat er hier zum ereten- 
male den boden der groteske mit glück betreten. 

Max Meyerfelds deutsche Übertragung des buches ist eine 
geradezu mustergültige leistung. Es kann ihm passieren, dafs 
er einmal von "weifs und gold gestrichenen wänden" spricht, 
aber das verschlägt m, e. ebensowenig wie das auftauchen von 
Wendungen wie "abmui'ksen" oder "schuckeln" u. ä. Die 
hauptsache bleibt bestehen; jede probe, die man aufs gerate- 
wohl anstellen mag, zeigt, mit welch erstaunlicher treffsicher- 
heit spezifisch Englisclies in spezifisch Deutsches umgewandelt 
wurde. Der satzbau verrät deu übertragungsprozefs an keiner 
stelle. Der kurze, lebendige rhythmus der prosa des Originals 
pocht auch iu der Übertragung. Georg Moore darf sich freuen, 
einen solchen vermittler gefunden zu liaben. 

Frankfurt a;M. Dr. Gustav NoU. 



Znr Altenglischen literator. 

VI. 
22. Ein frühmengl. Zauberspruch. 
Im 31. bände der Zeitschr. f. deutsches Altert, s. 45 ff. ver- 
öffentlichte Zupitza einen wohl im südwestl. England frühestens 
um 1150 niedergeschriebenen Zauberspruch in versen, den 
schon vorher Walter de Gray Birch in den Transactions of the 
royal Soc. of Lit. XI, 463 ff. weniger genau mitgeteilt hatte. 
Er steht in der hs. royal ms. 4 A Xrv des britischen museums 
und ist bis auf zwei stellen, die dem Scharfsinn beider heraus- 
geber merkwUi'digerweise getrotzt haben, wohl verständlich. 
Ich di'ucke den spruch hier nun nochmals in hergestellter 
form nebst Übersetzung und erklärung ab, indem ich die 
Quantitäten bezeichne. 



I 




214 I. SPBACHK U. LITEBi.TDB. 

Wenne, wenne, wenehlchenne, 

her ne scSalt pü timhrien, ne nenne tun habben, 

ac pa scSalt north [h]Sonene tö pän nHigan herghe, 

per pä hauest, ermi[n]g, enne bröper: 
5 he pe sclal legge leaf et heafde, 

ander ßt uolmes, ander ueper farmes*), 

under Cannes') clea. S pü gewSomie: 

dinge pa, alstcä col on kSorpe, 

scring pü, alswä sceme *) a wage, 
10 and tveorne, alswä weier on amire^); 

swä litel pü gewurpe, alswä tinsetcom and miccU lesse; 
alswä anes handteurmes hupebän, and alswä litel pa getvurpe, 
Pet PU näwiht gewurpe ! 



■)K I 



') tarne» hs. ') sceane hs. ') anbre b*. 

Übersetzung. (1) Geschwulst, geschwulst, geschwulst- 
küclilein, hier sollst du niclit bauen und keinen liof haben, 
sondern du sollst nordwärts von hier zu dem nahen berge, 
wo du, elender, einen bruder hast: (5) er soll dir legen laub 
ZQ häu{>ten, unter den ftils hände, unter die feder arme, unter 
die arme eine klaue. Immer mögest du schwinden ; dn mögest 
dich zusammenziehen, wie kohle auf dem herde; schrumpf ein, 
wie dreck an der wand (10) und schwinde, wie wasser im 
eimer : so klein mögest dn werden, wie ein leinsamenkom, und 
um vieles kleiner; wie eines handwurmes hUftbein, und so 
klein mögest du werden, dafs du nichts werdest! 

Anmerkungen. V. 1. Bei chichenne = ne. chicken, ae. 
ciecen, ist die lautgesetzliche palatalisierung auch des zweiten 
c bemerkenswert, wofür sonst kein beleg vorzukommen scheint 
Wegen der bedeutung von chicken (hier 'kind') vgl, das NED. 
und Zupitzas verweis auf The 7 sages ed. Weber v. 2159: 
Ae is thc f'cndes chike. Zum ganzen ausdrack erinnere ich 
ferner an den as. spruch 'contra vermes': gang at, nesso, mid 
nigun nessikUnon .' — 4. erniig ist gewils für erming ver- 
schrieben, da -ing sonst nur nach n zu -ig wird. — 6 f. Dals 
Harnes in Sarmes zu bessern ist, halte ich för sicher; die beiden 
heraosgeber haben es zu ae. i'urn 'adler' gestellt, was keinen 




U. NEUE BUCHES. 215 

sinn gibt — 9. In scesne haben die herausgeber einen Schreib- 
fehler für sceme = ae. sc^rn erkannt. 

Zupitza nimmt gewils mit recht an, dals dieser Zauber- 
spruch noch aus altengl. zeit stammt und uns nur in moderni- 
sierter form überliefert ist 

Kiel, 29. Mai 1908. F. Holthausen. 



n. NEUE BÜCHER. 
In Deutschland erschienen vom L Januar bis 1. April 1008. 

4. Geschichte und Geographie. 

a) Gerber (Ob.-Lehrer Prof. L.) , Englische Geschichte. 162 s. Leipzig, 
Gdschen. Geb. M. 0,80. 

Low (Sidney), Die Eegierong Englands. Übers, t. Jobs. Hoops. Mit e. 

Einleitg. t. Geo. JelPinek. VH, 309 s. Tübingen, Mohr. M. 6, geb. 7,50. 
Walther (Prof. Dr. Wilh.), Heinrich Vm. t. England u. Luther. Ein Blatt 

ans der Beformationsgeschichte. 53 s. Leipzig, A. Deichert Nachf. M. 1. 

Blennerhasf et (Charlotte Lady, fi;eb. Gräfin t. Leyden), Maria Stuart, Königin 
y. Schottland. 1542—87. Nach den neuesten Forschungen u. Veröffent- 
lichungen aus Staatsarchiven dargestellt. YII , 387 s. Kempten, Kösel. 
M. 4,20, geb. 5,20. 

b) Bosse (Past Geo v.), Karl Schurz, Deutschlands beste Gabe an Amerika. 
48 8. Stuttgart, Ch. Belser. M. 0,80. 

Schulwandkarte v. ^Nordamerika. 1 : 4500000 (Physik. Ausg.). 4. durchges. 
Aufl. 6 Blatt je 70,5 x 103 cm. Farbdr. Leipzig, G. Lang. M. 16, auf 
Leinw. m. Stäben b. 22. 

5. Vermischtes. 

■annhardt (W.), Aus dem englischen u. schottischen Bechtsleben. Berlin, 
K. Curtius. M. 0,75. 

Larch (Bildhauer Prof. Hans), Zehn Tage in London. 79 s. Innsbruck, 
Wagner. M. 1,50. 

Shadwell (Dr. Arth.^ M. A.), England, Deutschland u. Amerika. Eine ver- 
gleichende Studie ihrer industriellen Leistungsfähigkeit. (Industrial 
efficiencyp Deutsch y. Eelicitas Leo. XX, 624s. Berlin, C. Hey- 
mann. M. 16. 

Carnegie (Andrew), Deutschland u. Amerika in ihren wirtschaf tl. Beziehungen 
zu einander unter bes. Berücksichtigg. Englands. Deutsch y. J. M. 
Grabisch. 69 s. Berlin, Marquardt & Co. M. 1,50, geb. 3. 

In England erschienen in den monaten Januar bis 

März 1008. 

(Wenn kein ort angeführt, ist London sa ergftnsen, 
wenn kein format angegeben, 8" oder er. 8".) 

1. Sprache. 

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Crabbe to Edmund B. V. Christian.) Edit. by Alfred H. Hiles. 

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II. NEÜK BLCUEH. 



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W«»t Saxon PMlmi (The). Edit. by J. W. Bright and R. L. Hamsaj. 

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Engligh by ProfeBaor Skeat. Roy. IGnio. pp. 161. Chatto. net, 1/6. 

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Mors'i tFtopia. Translated by Ralph Robiusoa. Witb Introduction 
Text and Notes, Bxaniiiiation QnestioDS, and Index. EdiC. by David 
Sftlmcn. pp. iTÜi— 175. Ralph, Holland, net, 2 6, 

— Utouia. Bflited with Introdnction and Notes by J.Chnrton Collins. 
pp. 324. Oxford Univ. P. 2/. 

— Utupia. Translated by Ralph Robinson. (Eing'e Clasaics.) Roy. 
16mo, pp. 276, Chat!« &, Windns. net, 1/6. 

m, vs. , Tranalated by Ralph Robinson. With Introdnction 

, H. B. CotteriU. '" "" 

Bacon. Selected Easays. 

Edit. by .\. F. Watt. pp. viü— 141. W. B. Ulive. 6 d. 
Marlowe't Tmmcal History of Doctor Faiistiw and Ooethe's Fanst. Part 1. 

Translated bj John Analer. With an Introduction by Adolphns 

William Ward. 18mo, pp. xix— 33ö. Hy. Frowde. net, 1/. 
Greens'i "Pandosto", or "Dorastus and Fawnia". Being the Original of 

Shakespeare's "Winter's Tale". Newly edit. hy P. G. Thomas. Fron- 

tiapiece. pp. xxii— U7. Chatto &, Windns. net, 2/6. 
Brooka's "Rorneus and Juliet". Being the Origiual of Shakespeare's "Romeo 

and Juliet". Newly edited by J. J. Munro. pp. Ixvüi— 167. Chatto &. 

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ea., net, 7,'' 6. 

— King Hern? IV, Paria 1 and 2. King Henry V. King Henry Vm. 
Imp. 8vo. Harrap. ea., 7,6. 

— The Comedy of Errors. Edit. by W. G. B. Stone. (Old Spelling ed.) 
Chatto & Windna. nel, 2/6. 

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Press, net, l,(i. 

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net, 1/. 

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Playe ror School Reading. Edit., with Qlossary, by A. V. Honghton. 
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Tmateea audGuardiana of Sbakeapeare'aBirthplace. Describedby Sidney 
Lee. Witb 5 Illnatrationa in Fac-simile. pp. 63. Ofüce. uet,6d. 

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218 



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ri. NEUE BÖCHER. 



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Tennysun. (Eversley Series.) pu. vüi— 380. Macmillan. uet, 4,'. 

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H. Frowde. net, 1, ; Ir., net, 1 6. 

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Elements of CryBtalliantion. 18mo , pp. li — 244. 0. Routledge. net, 1;. 

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A Story of Wegt and Ea«t. — The Day'a Work. — The Second 
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in 3 Parts, 19 Acta, and 130 Scenes. pp. 370. Macmillan. net, 4 (i. 

Cargill (Alexander), Tbe Flower of tbe Hebrides. A Lyric Opera. 4to, ed., 
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INHALT. g,.|„ 

AU FdoIk and TH« ElsatleDiiui Uiliw by Gaoigs Ohi|aun, idltcd \ ' i 

by Tbamu Miig rariatt I I loa 

Ayn»rd. L» Vi» d'nn Pofelfl. CoIerWm I, , I ■-■O» 

Oalarldgs. Tbl Anolcnl Mulner anä Cluliubel. Mit llunr- i (Arouiiln) < 

Albwt Btohl«" ' J [ K* 

Jim« Tbomuin, der JUngme, Hin Lshtm und tclius Wtrka. •!«- \ I 

■ Bob W.l»wl ('■'Im) l n^ , J *o* 

---— von iieUdo Uiobu. ( <ri") i WM 

„._ .itlk UlJoHpb AdJliou T. KmU Siudt I 1 M7 

Dybottl, ToDuyKiiiäjnch« ond Stil (KiDli) V» 

Adi tölm 'Ingas (Mimaln af mr'dgid Iirs). NdtbIIoi Vgii'oaoi^ l (NdII) f 

MontB. DBUHcb von M.x Utytttald J l »H 

Ib. HDlthiBien, Zur iLiniilKctaisu UMratur. VI SU 

IJ. NeuB llUobur »1 

Heransgegeben von Prof. Dr. Mu Friedrich Mann in Franklurl ft/H. 

Vtrtmg von »u Blamayar, Hall*. - UruBk von Xhihwdt Kuna, Itklla. 





I 



Beiblatt zur Ang-lia.^ 

Mitteilungen 

über englische Sprache und Literatur 

und über englischen Unterricht. 



Freia: Für den Jahrgang 8 Uuk. 

(Vnll tot <AssU«> tud -BalbUlt' Jahiliuh H Mut) 




ZIX Bd. August 1908. 2Tr. THI. 

I. SPRACHE UND LITERATUR. 
Die Handschriften der öffentlichen Bibliothek der Universität Basel. 

Erste Abteilung. 

A. u. d. T.: Die Deutschen Handschriften der öffentlichen 
Bihliothek der Universität Basel, beschrieben von Dr. Gustav 
Binz, Bibliothekar und a. o. Profes.sor. Erster Band: Die 
Handschriften der Abteilung A. Basel 1007 (Verlag Carl Beck, 
Leipzig). 8". XI und 437 S, 

Wem der aufserordentlich reiche besitz der Baseler Uni- 
versitätsbibliothek an alten handschriften und zugleich die 
Unzulänglichkeit der früheren katalogisierung ans eigener er- 
falirung bekannt geworden, der wird das erscheinen des vor- 
liegenden katalogbandes mit besonderem danke begriirsen. 
Den anstofs zu seiner Veröffentlichung gab die von der Ber- 
liner akademie ins werk gesetzte herstellung eines general- 
inventars der „deutschen handschriften", das bekanntlich nicht 
nnr alle handscliriftlich erhaltenen wichtigeren stücke in 
deutscher spräche, sondern auch von der mittel- und neu- 
lateinischen literatur die innerhalb des deutschen Sprachgebiets 
entstandenen erzeugnisse von ästhetischem anspruche in sich 
begreifen solL Mit recht entschloCs man sich bei der be- 
arbeitung des Baseler katalogs die nichtdeutschen stücke von 
aammelbänden mit der gleichen ausfUhrlichkeit zu beschreiben 
wie die „deutschen", was denn freilich für den bearbeiter eine 
»ehr erhebliche erweiterung seiner arbeitsaufgabe zur folge 

Aja«IU^ SalbUlt XIX. IQ 



226 I. SPRACHE C. LTTEBATÜß. 

hatte. Von den z'nölf abteilungen des handschriftenbestands 
sind nach angäbe der vorrede die beiden ersten nun vollständig 
für die zwecke des Berliner Inventars katalogisiert. Die ein- 
ladung der 49. Versammlung der deutschen Philologen nach 
Basel gab deu erwünschten anlals zur sofortigen drucklegung 
des ersten bandes, der die theologischen papierbandschriften, 
soweit sie „deutsche" stucke enthalten, umfafst, und welcher 
der Baseler philologenversammlung als festgabe dargebracht 
wurde. Wie die Baseler bibliotheksverwaltung durch die 
energische inangriffnalime der katalogisierung und die rasche 
drucklegung, so hat der bearbeiter des vorliegenden bandes, 
Gustav Hinz, der inzwischen die leitung der Mainzer stadt- 
bibliothek übernommen hat, durch seine aurserordentlich hin- 
gebende und gewissenhafte katalogisierungsai'beit sich in hohem 
mafse verdient gemacht. Die von Binz gegebenen band- 
schriften-beschreibungen — sie erstrecken sich auf 104, zum 
teil aus hunderterlei verschiedenen stücken und Stückchen 
zusammengesetzten handschriften — lassen in der tat an 
gründlichkeit und Zuverlässigkeit nichts zu wünschen übrig. 
Angesichts des gewaltigen noch zu beschreibenden banschriften- 
bestandes legt sich sogar die frage nahe, ob nicht zum zwecke 
eines rascheren absclilusses der katalogisierung von der ge- 
nauen Untersuchung und vergleichung der allergeringfügigsten 
handschriften-teilchen nicht besser künftig abzusehen sein wird. 
Besondere Sorgfalt hat Binz der herstelluug des registers ge- 
widmet, das uns über die früheren besitzer, Schreiber und 
entstehungsorte der einzelnen handschriften unterrichtet und 
durch ein Verzeichnis der Verfasser, titel und Schlagworte den 
reichen Inhalt des bandes der benutzung in zweckmäfsigster 
weise erschliefst. 



Gielsen. 



Herman HanpL 



1. The Populär Bailad by Francis B. Gummere, Professor of English 
in Haverford College. Autlior of „The begianings of poetry", 
„Handbook of poetics", etc., etc. London, Archibald Con- 
stable & Co., Ltd. Boston and New York, Houghton, Miffln 
& Co. 1907. I-XIV. 1—360. 6/— net. 

2, The Literature of Roguery by Frank Wadleigh Chandler, Professor 
of English iu the Polytechnic Institute of Brooklyn ; sometime 




t SPHArHE n. I.ITEKATCH. 22f 

lecturer in comparative literature in Columbia Unirersity; 
author of „Romances of Roguery". Hiimani nihil a me 
aliennm poto. London (wie oben). Vo). I P, I — VTII, 1—284. 
Voi. II P. I— VI, 235-584. 12;— net. 

(„The Types ot English Literature" under the general 
editorship of Professor Willram A. Neilson. Each Square 16mo.) 
Von einem nenen literariHchen nnternehmen in England 
und Nordamerika liegen die ersten drei bände vor. Die Samm- 
lung, welche unter der flagge „The types of English literatui-e" 
segelt, verfolgt den zweck, typischen literaturgebilden wie 
Tolksballade , schelmendichtung, Mrt engedicht, maskenspiel, 
tragödie, novelle, heiligenlegende u, a. gründlich zu leibe zu 
gehen und sie auf ui-sprung, fremde einflüsse, dichterischen wert, 
kurz nacli allen seilen hin zu beleuchten. Der eröffnungsband 
hat die volksballade znm gegenstände. Das eingangskapitel 
"befafst sieh hauptsächlich mit Ursprung und charakteristischen 
cigentiimlichkeiten der volkstümlichen ballade. Volkstümlich 
"bedeutet aus dem volk heraus entstanden. Die ballade war, wie 
schon der name besagt, ursprünglich unzertrennlich vom tanze; 
sie wurde gesungen und von gesclilecht zu gescklecht über- 
liefert von leuteu, die der ungelehrten klasse angehörten, die 
weder etwas lasen noch schrieben. Die bailaden, wie sie jetzt 
vorliegen, gehen bis in das 15. jahrh. zurück. Aus dieser 
zeit stammen die besten Robin Hood- Versionen. Aber etwas 
gleich der ballade mufs schon in früheren Jahrhunderten vor- 
handen gewesen sein. Das zweite kapitel, das interessanteste, 
macht uns sodann mit den verscliiedenen vom Verfasser auf- 
gestellten balladengruppen bekannt. Da sind zuerst die 
rätselballaden , die auf rätseltänze zurückgehen („Cloetie" : 
der nicht gekannte, nicht gewufste name verleiht dem träger 
macht und gewalt, die beim bekanntwerden schwinden. Auf 
diesem Volksglauben beruhen auch, wie ich bemerke, mär- 
chen wie unser „Rumpelstilzchen", „Herlittcheu" u. a.), bai- 
laden von der gestohlenen braut , verwandtschaftsballaden 
(„Edward"), stief- und Schwiegermutterballaden, eifersuchts- 
balladen, ehebruchsballadeu, verbrecherische liebe zwischen 
geschwistem , der falsche diener, der falsche haushofmeiater, 
der anbeständige liebhaber, der herzlose liebhaber, toten- und 
klageballaden, gute nacht-balladen, feenballaden, verwandlungs- 
balladen (vgl. Chaucer's geschictite der Frau von Bath), wieder- 

15' 



228 I. SPRACHE r. LITERATUR. 

kehrbftlladen (LoDgfellow's tale „The Mother's Ghost", „Sweet 
William's Gliost", Bürgers „Lenore"), legendenhafte balladen 
(„King Orfeo"), minstrelballaden („Tlie Boy and the Mantle", 
„The Marriage of Sir Gawain"), humoristische balladen („Get 
np and bar the Door"; diese englische oder eine andere Version 
hat Goethe für seine ballade „Gutmann und Gutweib" benutzt), 
seeballaden, schlachtballaden, ßobin Hood-balladen n. a. nt. 
Fast alle balladen werden mehr oder weniger ausführlich mit 
textproben besprochen. Das dritte kapitel ist den quellen, 
das vierte und letzte dem poetischen werte der balladen ge- 
widmet. Was über die englisch -schottische ballade gesagt 
werden kann, das ist in dem vorliegenden bände gewits ge- 
schehen; ein buch darüber, das mit tieferer Sachkenntnis g&- 
Bchrieben wäre, gibt es wohl nicht — 

Die Eobin Hood- und ähnliche balladen, in denen gewifs 
ein gut teil schelmenpoesie steckt und die selbstverständlich auch 
mit berücksichtigt werden, leiten über zu der „Literature of 
Koguery". Wir können den überreichen inhalt hier nur an- 
deuten. Es ist zu unterscheiden, wenn auch die grenze nicht 
streng gezogen werden kann, zwischen schelmen und schui'ken, 
zwischen schelmen- und Schurkenstreichen. Eichard der dritte, 
Jago und als dritter im bunde Hamlets onkel sind schurken, 
Falstaff uud Autolyeus schelnie. Aus unserer literatur worden 
sich jenen Franz Moor und Mai-inelli anreihen. Der aller- 
weltsschelm ist Euleiispiegel. Das typische verbrechen des 
schelmen ist der diebstahl, das des schurken der mord. 

Bekanntlich stammt die schelmenpoesie aus Spanien; 
mit dem „Lazarillo de Tormes" im jähre 1554 erblickt auch 
sie das licht der weit, wenigstens bei uns im Westen. Laza- 
rillos einflufs ist weit und lange bemerkbar. Um 1620 steht 
die spanische schelmenliteratur in voller blute, wohingegen 
das jähr 16(38 als das todesjahr gelten kann. Frankreich 
tritt 1596 auf den plan, unter spanischem eiuflufs. Das un- 
übertroffene meisterwerk auf dem schelmengebiet ist der „Gil 
Blas", mit demselben weitgehenden einflufs wie der spanische 
Lazarillo. Deutschland ist mit seinen vielen bekannten 
Bchwankbüchern vertreten, deren hauptblüte in das 16. Jahr- 
hundert fällt. Die höhe wird im „SimpUcissimus" erreicht. 
Nach diesem einleitenden abrifs behandelt der Verfasser ia 
England zunächst die zeit vor 1550. Chaucers Schelme! Das 




L BPKACHE Ü. LITERATÜB. 229 

äielmische im fiühen drama. Legendenhafte sclielme wie 
Robert der Teufel , Robin Hood u. a. Es schliefsen sich die 
„Jest-booka" an, besonders wertvoll sind die „Scoggins Jesta" 

(1565), an diese die volkstümlichen erzühlungen, 

In den „Scoggins Jests" wird u. a. ein m-alter, weitver- 
breiteter streich erzählt, der darauf beruht, dafs jemand weis- 
gemacht wird, er habe und sehe etwas anderes, als in Wirklich- 
keit vorhanden ist. Noch Reuter benutzt ihn in seinem 
Lauschen „De Gaus' handel". Dem in den „Merrie Conceited 
Jests of George Peele" (1607) mitgeteilten streich von dem 
Schelm, dem witzbold als Schauspieler begegnet man unter 
den verschiedensten formen. Dergleichen taucht immer wieder 
in den tagesblättem auf; vgl. z. b, „Kölnische Zeitung" vom 
2. März 1904: „Der Betrug der Welt" und „Wilhelmshavener 
Tageblatt" vom 25. Nov. 1906: „Verschwinden eines lebenden 
Menschen". Ich erinnere mich auch an eine früher einmal 
gehörte schnurre: Zwei sclielme kündigen auf dem lande eine 
Vorstellung an. Abends sitzt alles erwartungsvoll da. Bald 
kommt auch der eine auf die bühne gestürzt mit dem aus- 
rufe: „Wo ist mein Vater? Wo ist mein Vater? Fort, und 
ihm nach!" Nach einem weJlchen stürzt der andere herein; 
„Wo ist mein Sohn? AVo ist mein Sohn? Fort, und ihm 
nach!" Dafs beide so mit, der kasse verduften, braucht nicht 
erst gesagt zu werden. Ein französischer trick dieser art 
knflpft sich an die kleine stadt Brou in Beauce an: „La fnite 
des enfants sans souci." Und Geliert berichtet in seinem 
erzählenden gedieht „Hans Nord" einen derartigen theater- 
knifE aus London. Das aus den „Pasquils Jests" (1604) vom 
.,Pariser Bettler" mitgeteilte stückleiu ist der unter dem namen 
„Der \A'eg ins Paradies" bekannte FabliostoS, der von Sachs 
an bis in unsere tage iioetische bearbeiter gefunden hat, 
Otto Roquette, „Der fahrende Schüler", u. a. Die „England's 
Jests Eefin'd" (1687) enthalten ein schwänklein wie Bilrgei-s 
„Der Kaiser und der Abt", das schon in den novelleu des 

Nicolas de Troyes (16. jahrh.) eine rolle spielt. 

Das jetzt folgende kapitel benennt der Verfasser die „Zer- 
gliederungen der Schelmerei" und rechnet dazu „bettlevbücher", 
„Pamphlete", „gefängnistraktate", „schelmenverse" u. ähnl. 
Ein weiteres kapitel befafst sich mit „Verbrecherbiographien", 
ein anderes behandelt werke wie -Tiie Unfortunate Traveller" 




b 



230 t. 8FBACHE U. LITEKATUR. 

von Thomas Nash und „Tlie English Eogue" (17. jahrh.). 

Die geschichte reit dem „Stroh im Bart" (Der schlaue richter 
sagt, der dieb hätte einen Strohhalm in seinem hart«; sofort 
greift der dieb nach dem harte und verrät sich so) ist eine 
von unzähligen ähnlichen, die sich unter dem namen ^Der 
ertappte Dieb" zusammenstellen lassen. Mir ist noch eine 
morgenländische fassung bekannt: einem drechsler war ein 
Pfeifenrohr aus dem laden gestohlen und er beklagte sich 
darüber beim heiligen Sulejman. Dieser liefs die gemeinde 
sofort in die moschee berufen. Als die ganze Stadt versammelt 
war, trat er auf und rief: „Ist es nicht eine schände, vor 
allem volke ein gestohlenes pfeifenrohr im turbantuch za 
tragen?" Der dieb griff erschrocken nach seinem köpfe 

und ward so entlarvt. Das sechste hat die Schelmerei 

im drama zum gegenstände und beginnt mit Shakespeare und 
Jensen. Shakespeare ist auch im erschaffen von Schelmen 
meister. Aus der späteren zeit darf „The Beggar's Opera" 
nicht unerwähnt bleiben. Den zweiten band eröffnet die 
Schelmennovelle im 18. Jahrhundert; bekannte dichtemamen 
wie Defoe, Fielding, Smollet u. a. ziehen an dem leser vorüber. 
Scott bringt dann ein romantisches element in die schelmen- 
dichtung. Er findet nachahmer. ^^'i^ heben aus den folgenden 
Seiten noch heraus Dickens mit seiner unvergleichlichen reich- 
haltigen schelmengallerie, sowie Thackeray mit „Vanity Fair", 
und aus der neuen zeit Stevenson (neuromantiker). Werke 
der „Verbrechenentdeckung" (Pee's meisterhafte erzälüungen 
dieser art; „Sherlock Helmes" 1891 — 1904) bilden den schluls 
der arbeit. 

Das ist in greisen zügen der Inhalt des überaus inhalts- 
reichen buches, welil des ersten, das diesem so interessanten 
und wichtigen zweige der literatur, der so glänzende Vertreter 
wie Chaucer, Shakespeare, Byiou, Scott, Dickens, Poe aufzu- 
weisen hat, den ihm darin gebührenden platz zuweist, das alle 
arten der Schelmendichtung und von neuen gesichtspunkten 
aus betrachtet, und zu einem wissenschaftlich ganzen ver- 
einigt, was vorher nur lose und zerstreut vorhanden war. 
Auf wie fleiTsigen, umfassenden Studien die arbeit beruht, ist 
aus den 13 kapiteln bibliographie ei'sichtlich. Kaum haben 
die zwei bände genUgt für die überfülle des Stoffes, sehr oft 
hat sich der Verfasser mit blofser titelangabe begnügen müssen. 




1. SPRACHE U. L.ITERATDB. 



231 



Äilf ToUständigkeit kann und braucht eine derartige arbeit 
keinen ansprach zu machen. Man kann es sich schon ein 
paar tage in dieser „schelmengesellscjiaft" gefallen lassen. 

Die ausstattung der drei bände ist die bekannte gediegene 
englische. 

Wilhelmshaven. Ä. Andrae. 



The New Inn, or The Light Heart, by Ben Jonson. Edited with 
Introduction, Notes, and Glossary by George Bremner Tennant, 
Ph, D. A Thesis presented to the Faculty of the Graduate 
School of Yale Univei-sity in Candidacy for the üegree of 
Doctor of Philosopby. New York, Henry Holt and Company 
1908. LXXm u. 340 s. 

A. n. d. T.: Yale Studies in English, Albeii S. Cook Editor. 
XXXIV. 
Die komödien Ben Jonsons scheinen ein lieblingsstoß der 
doktoranden der Yale University zu sein, denn in schneller 
aufeinanderfolge sind Alchemist, Bartholoraew Fair, Poetaster, 
Staple of News, Devil is an Ass und Epicuene als disserta- 
tionen dieser hochscliule erschienen. Der vorliegende text isl 
ein getreuer abdruck der oktavausgabe, die Jonson 1631 ver- 
öffentlichte, nachdem sein stück vom publikum schnQde ab- 
gelehnt worden war. In der einleitung untersucht der heraus- 
geber die gründe dieser ablehnung, die nicht in personlicher 
feindschaft, wie Gifford meint, sondern in dem geringen bühnen- 
wert des Stückes zu suchen sind. Sodann prüft er die quellen, 
stellt die entlehnungen aus Plato und Aristoteles fest und 
entscheidet die frage, ob die parallelstellen in Love's Pil- 
grimage Fletcher'sches geistiges eigentum oder aus Jonson 
entnommen sind, zu gunsten des letzteren. Der text ist sehr 
sorgfältig ediert, die reichlichen anmerkungen zeugen, wenn 
sie auch gelegentlich etwas weitschweifig sind und zu elemen- 
tare dinge berühren (z. b. Archimedes II 5, 98 ; gebraucli von 
to do I 6, 114) von gründlicher philologischer bildung und dem 
löblichen bestreben, auch die kulturgeschichtlichen beziehungen 
gründlich zu beleuchten. Doch geschieht in letzterer hinsieht 
manchmal des guten zu viel. Aus Jonsons Zeitgenossen hätten 
mehr belege zu einzelnen stellen gegeben werden können, so 
zu I 3, 115 skinke: Shakesp. H. IV. A U 4, 26 underskinker, 



^ 



232 I. SPRACHE D. LITEEATÜR. 

öreene & Lodge, Looking Glass 1768, 1866; I 6, 21 Gigcs ring: 
Selimus 2126; III 1, 104 wkistle: vgl. die nicht ganz klare 
stelle in Greene, James IV, 473: I can keepe the doore at a 
■whistle; m 1, 110: vgl. Euphues, ,\rber's Repr. p. 318: Tlion 
must halt cunningly if thou beguile a Cripple, und p. 131; 
IV 2, 5 : zur Charakterisierung der kaufleute vgl. James IV, 
2106—22. Heinrich IV. von Frankreich kam 1593 zur re- 
gierung (niclit 1598 I 6, 120). 

Frankfurt a'M. K. Lincke. 



1 



Elizabeth Barett Brownings Sonetie nach dem Portugiesischen Über- 
tragen von Rainer Maria Bitke. Leipzig, Inselverlag 1908. 

Marie Gothein hat das verdienst, die „Sonette nach dem 
Portugiesischen" der Elizabeth Barrett -Browning zuerst ins 
Deutsche übertragen zu haben. Ihre Verdeutschung, die 1903 
bei Eugen Diederichs in Leipzig erschien, fand bei der kritik 
eine im allgemeinen freundliche aufnalime: es war hier ein 
voratofs geführt, der anerkennung verdiente, mochten ihm auch 
mancherlei schwächen und Unzulänglichkeiten anhaften. Bald 
nach dem erscheinen des buches brachte dann die „Frankfurter 
Zeitung" aus der feder von Frieda Buecking einen anfsatz, 
worin die Verfasserin gegen die mängel dieser ersten Ver- 
deutschung zu felde zog und als kardinalfehler das „geradezu 
pedantische" festhalten am reime bezeichnete, unter dem rhyth- 
mus, melodie und diktion des Originals bitter gelitten hätten. 
Die Verfasserin fühlte richtig, dafs nur „ein grofser dichter" 
die aufgäbe befriedigend lösen ki'mnte, gab aber gleichwohl 
zur Illustration ihrer kritik einige eigene übertragnngsproben. 
In diesen proben verzichtete sie auf den reimzwang des 
Sonetts, um nicht auf kosten der äufseren form „das Innere 
zu vergewaltigen und das eigene, das dem kunstwerk gehört, 
zu zerstören". Sie übersah dabei leider, dafs die äulsere 
form ebensosehr das „eigene" des kunstwerks ausmacht wie 
der innere gehalt. 

So standen die dinge bis vor kurzem. Was auf der einen 
Seite treuer fleifs und frohe arbeitslust, auf der andern innigeres 
erfassen und begeisterte hingäbe zu leisten vermochten, war 
geleistet. Es fehlte eines: der dichter, der die bände des 
reimes zu einem schmuck zu wandeln wuIste, ohne darüber 



1. SPRACHE U. LITEHATÜB. 



233 



die seele des fremden lebens zu ersticken, der dichter, dem 
es gelang, diese fremden, zavten blumen ohne merkliche ein- 
bufse an form, färbe und duft in unsere heimische erde zu 
verpflanzen. Rainer Maria Rilke scheint mir ein anrecht auf 
diesen titel zu haben. 

Seine Übertragung erbringt den beweis dafür, dafs er der 
wirklich berufene dolmetsch der grofsen Engländerin genannt 
zu werden verdient, Eilke hat nicht blofs worte übersetzt, 
er hat nicht blols dem satz und sinn des Originals zu seinem 
rechte Terholfen oder den reim gewahrt, er hat, wenn man 
so sagen darf, die atmosphäre mit übertragen, aus der heraus 
diese dichtungen geboren sind. 

Man kennt diese atmosphäre. Ellen Key hat sie treffend 
geschildert. Ein zartes, gebrechliches wesen, seit dem 15. Jahre 
abwechselnd krank und kränkelnd, in die ihr verhafste Lon- 
doner luft gebannt, lebt Elizabeth fern von der tafel des 
lebeus in menschenscheuer abgeschlossenheit dahin. In den 
tagen und jähren, da andere froh in das leben hineingelien 
dürfen, ist sie zu leid und todeserwartung , zu herber ent- 
sagnng und erzwungener selbsteinkehr vernrteilt. Ihr leben 
verrinnt wie in einem kerker, monatelang kommt sie nicht 
ins freie, ein grüner fenstervorhang muls ilir dazu helfen, 
sich in den wald hinauszuträumen. Kein mensch, kein ereignis 
von draufsen stört diese einsamkeit, nicht einmal der rühm, 
der zu ihr nur auf leisen sohlen kommt. Da tritt Robert 
Browning über ihre schwelle und mit itim die Hebe. Und 
auf einmal wandelt sich alles. Die müde erstarkt, die kranke 
gesundet, die welke erwacht zu einem neuen, strahlenden leben. 

Dieses ungeahnte erwachen zum leben, über das noch die 
angst des überstandenen schlimmen traumes wie ein rascher 
dunkler fittich hinstreift, findet .seinen vollendeten künstle- 
rischen ausdruck in den „Sonncts from the Fortugucse" , die 
Elizabeth in ihrer brautzeit schrieb, die sie Browning aber 
erst zeigte, als die Würfel gefallen waren, ein paar monate 
nach ihrer hochzeit. Um das persönliche leben in ihnen zu 
verschleiern , hatte Elizabeth ursprünglich beabsichtigt , sie 
„Somtels from thc Bosnian" zu überschreiben. Browning aber 
hatte den jetzigen titel vorgezogen in bewufster anspielung 
auf das gedieht ^Catarina to Camoms", das ihm von den ge- 
diclit«n seiner braut am meisten ans herz gewachsen war. 



23i I. SPRACHE U. LITERATüK. 

1847 erschicB ein privater druck der sonette, 18 
sie in den Focms der üffentlichkeit zugänglich, 

Elizabeth Barrett hat stets für ihr schaffen zuversichtlich 
die Würdigung der ziikunft erhoffte Mit recht. Die zeit ist 
an diesen gedichten spurlos vorübergegangen. Sie sprechen 
hente noch zu uns, wie sie vor über einem halben Jahrhundert 
zu ihrer generation sprachen: überzeugend und überwältigend 
wie jedes tiefinnevliche erlcbnis. 

Man wird fragen: Warum sind sie uns Deutschen denn 
erat so spät vermittelt worden? Der grund dafür ist in den 
formalen und inhaltlichen Schwierigkeiten zu suchen, die sich 
dem Übersetzer auf schritt und tritt in den weg stellen. Da 
ist zunächst die form des sonetts, das, auf üppiger reimver- 
schwendung basierend, zur deckung dieser ansprüche an unsere 
reimarme spräche die stärksten anforderungen stellt. Nicht 
als ob wir diese anforderungen nicht schliefslich befriedigen 
könnten, allein man merkt uns nach dieser kräfteaasgabe die 
erschöpfung nur zu sehr an. Rilke hat diese gefahr bewufst 
umgangen. Dadurch dafs er die ohrenermiidende — auch 
Shakespeare fi-emde — reimschnörkelei durch die ersten beiden 
Strophen aufgab und diese als zwei selbständige Vierzeiler mit 
eigenen reimpaaren behandelte, hat er das zwängende corsage 
des Sonettes mit glück gelockert und gelüftet. Der fatal 
asthmatische klang des typischen Übersetzersonettes ist ver- 
mieden, sein gang ist gezügelt, ohne gefesselt zu sein. D& 
ich es mir mit rückaicht auf den räum versagen ma£s, ein 
umfängliches beweismaterial hier einzufügen, woran keinerlei 
mangel wäre, so sei wenigstens ein sonett, das XXIL, als 
beispiel der von Rilke erreichten formalen Vollendung her- 
gesetzt. 

Wenn schweigend, angesicht in angesicht, 
sich unsrer seelen ragende gestalten 
so nahe stehen, dafa, nicht mehr zu verhalten, 
ihr feuerachein ans ihren fiügelu bricht: 

was tut uns diese erde dann noch banges? 
Und stiegst du lieber durch die engel? Kaum; — 
sie schütteten uns Sterne des gesanges 
in unsres Schweigens lieben tiefen räum. 



k 




1. SPKACHE U. IiITEBATüB. 235 

Nein, laTs uns lieber auf der erde bleiben, 
wo alles trübe, was die andeix treiben, 
die reinen eluzeln zueinander hebt. 

Da ist gerade platz zum stelin und lieben 
für einen tag, von dunkelheit umschwebt 
und von der todesstnnde rund umschrieben. 

In diesen Zeilen empfindet man keine unerquickliche jagd 
Dach dem reim, keine dadurch bedingte geschraubte wort- 
Btellung; breit und ruhig geht in ihnen der atem und puls- 
8chlag des Originals. Ein anderer Vorzug der Rilkeschen 
nachdichtuDg ist die treue gegenüber dem inhalt des Originals, 
die ihn vor sinnstörenden entgleisungen bewahrt hat. Rilke 
bricht keinen stein aus dem fremden geschmeide, ohne ihn 
sorgsam neuzufassen. Wenn Elizabeth sagt "the threshold 
of my door of individual üfe", so überträgt Rilke frei, doch 
mit rettung aller Schönheit „die schwelle alles dessen, was 
ich bin"; spricht sie von ihrem "minstrel-life that once 
was girt to climb Äornus", so heifst es bei Rilke, wenn auch 
mit Verschiebung des bUdes, kaum minder dichterisch „dieses 
leben, das für sein singen gipfel träumte". Das sind nur aufs 
geradewohl herausgegriffene einzel Wendungen. Aber aucli in 
den sonett-ganzeu ist es nicht anders. Oder verspürt man 
etwa den leisesten Übeln geschmack einer Übersetzung, wenn 
man verae liest wie die folgenden? 

(IV.) 
Du bist da droben im palast begehrt, 
erlauchter Sänger lauterer gedichte, 
wo tänzer stillstehn, deinem angesichte 
und deinem munde dursteud zugekehrt. 

Und es gefällt dir, dieser dürftigen tür 
griff anzurühren? Ist es auszuhallen, 
dafs deiner fülle klang in goldnen falten 
vor eine tnre fällt, zu arm dafür? 

Sieh die zerbrochnen fenster. Fledermaus 
und eule baun im dach. Und meine grille 
zirpt gegen deine mandoline. Stille. 



i 



236 I. SPRACHE U. LITEBATÜB. 

Das echo macht nocli traui'iger das haus, 
drin eine stimme weint, so wie die deine 
Da draufsen singen mufs . . . allein, alleine. 

Man hat hier die empfinduug einer vollkommenen eigen- 
schöpfung. Keine feinheit des Originals ist vergessen, weder 
der feierliclie pomp der am-ede "most gracious singer of high 
poems", noch die gewollte pracht des Stabreims "in /bids of 
golden /ulness", noch die verhauchende wehmut des "alone, 
aloof" am Schlüsse. Rilke besitzt wie als selbstschöpferischer 
künstler, so auch als uachempfindender die gäbe, das angreif- 
bare zu haschen, er weifs neben dem sinn das poetische floidnm 
zu retten samt dem zanber, der geheimnisvoll zwischen den 
Worten schwebt und der zwischen unkundigen fingern nur zu 
leicht zerrinnt Er versucht nicht zu klären, wo dnnkel lockt, 
und er dämpft nicht, wo gleissendes liclit ergossen ist. Das 
XVII. Sonett ist in dieser hinsieht kaum zu überbieten. 

Du hast, mein dichter, alle macht zu rühren 

an gottes äufsersten und letzten kreis 

nnd aus des Weltalls breitem brausen leis 

ein lied zu llisen und es hinzuführen 

durch klare stille. Deine heil-kunat weiTs 
ein gegengift zu linden, dessen kraft 
selbst aufgegebene noch rätselhaft 
zu retten scheint. Gott gab dir das geheilJB 

dieses zu tun, sowie er mir befahl 

zu tun nach deinem wort. Was soll ich sein: 

Vergangnes oder kommendes, dafs dein 

gesang es gi-üTse oder es beweine? 

Ein schatten der dich mahnt an palmenhaine? 

Ein grab, dabei du ruhst? — Du hast die wahL 

Wer Rilkes dichterischen entwicklungsgang verfolgt hat, 
sieht deutlich die brücken, die von seinem schaffen zu diesen 
Schöpfungen der Barrett hinüberfuhren. Der mystische glänz 
und die keusche Inbrunst, die über ihren Sonetten lagert, 
mufste den dichter des „Stunden-Buchs" entschieden zur dich- 
terischen eroberung herausfordern. Rilke ist dieser herana- 
fordening gefolgt, und wir verdanken ihm, dals der nieder- 



I. SPRAaiE D. LITEKATDE. 237 

scbTa^ jenes wundersamen „neuen lebens" nns nun vertraut 
und traut werden darf wie den landsleuten der Barrett, 
unsere literatur (ich sage abeiclitlicli nicht: iibersetzimgs- 
literatnr) scheint mir mit dieser Übertragung eine bereicherung 
erfahren zu haben, der wir aus den s]>eichem der neueren 
epoche nichts ähnliches an die seite zu stellen vermögen. Man 
mnfs schon — und dazu wird man durch Eilke aufs neue 
veranlafst — bis zu Mechthild von Magdeburg oder der hl. 
Angela von Foligno zurückgehen, wenn man der Barrett 
wesenaverwandte trauen finden will. Die Visionen dieser beiden 
geben an vielen stellen ein prächtiges religiöses seitenstück zu 
den gluterfüllten, dunklen und visionftren Strophen Elizabeths, 
auch bestätigen sie das urteil, das Ellen Key über Elizabeth 
Ban-ett ausspricht, wenn sie ihr „die Intensität einer mittel- 
alterlichen heiligen" zuerkennt. Zwar sind jene von der 
geistlichen minne, Elizabeth von irdischer Sehnsucht erfüllt, 
allein ihre herzen tragen alle die gleiche glut, die gleiche 
keuschheit, das gleiche bangen vor der gnade der liebe, die 
gleiche demut vor dem geliebten. Die vorstellungskreise be- 
rühren einander trotz der trennenden kluft der Jahrhunderte. 
Wie Mechthild sich die „arme, kleine dirne" und den himmels- 
hräutigam „den hohen vursten, den geber aller gäbe" nennt, 
der sie „grüsset mit der hove spräche, die mau in dirre kuchin 
nit vemimet", so nennt Elizabeth ihren geliebten den „gast 
von königinnen, den freigebigen, fürstlichen geber", der vor 
ihre „dürftige tür" kommt. Wie Angela von Foligno gestehen 
mufs, dals sie während der umarraung- ihrer seele nicht mehr 
stehen kann, so gesteht auch Elizabeth, dafs ihr die knie ver- 
sagen, „kaum wissend wie dies schwere herz hier tragen". 
Und wenn Mechthild dem herro bekennt, dafs alle Sandkörner, 
alle wassertropf en , alles gi'as und laub, stein und holz, alle 
toten und lebenden kreaturen, menschen, engel, heilige — und 
riefen sie auch alle bis an den jüngsten tag — , nicht imstande 
wären, auch niu- halb ihre Sehnsucht dem herrn zu verkünden, 
so erinnert auch das an Elizabeth, die kaum die gröfse ihrer 
liebe in worte zu bannen vermag: 



L 



(XLm,) 

Wie ich dich liebe? Lafs mich zählen wie. 
Ich liebe dich so tief, so hoch, so weit, 



^ 



»38 I. 8PBACHK U. UTEBATTTB. 

als meine seele blindlings reicht, wenn sie 
ihr dasein abfühlt und die ewigkeit 

Ich liebe dich bis zu dem stillsten stand, 
den jeder tag erreicht im lampenschein 
oder in sonne. Frei, im reclit, und rein 
wie jene, die vom rühm sich abgewandt. 

Mit aller leidenschaft der leidenszeit 

und mit der kindheit kraft, die fort war, seit 

ich meine heiligen nicht mehr gelieht. 

Mit allem lächeln, aller tränennot 

und allem atem. Und wenn gott es gibt, 

will ich dich besser lieben nach dem tod. 

Derartige parallelen liegen auf der band; dafs man sich 
aber gedrängt fühlt, sie gerade bei dem ei-scheinen einer Über- 
setzung zur Sprache za bringen , zeugt für deren glänzende 
Suggestionsstärke, eine eigenschaft, die man nur wenigen er- 
zeugnissen moderner ubersetzungstätigkeit nachrühmen kann. 

Vieles in diesen ausfiihrungen mag dem fachmann über- 
flOssig scheinen, allein es galt hier nicht zu zeigen, was ihm 
diese Übertragung ist — er kanu sie entbehren — , vielmehr 
was sie denen ist, an die sie sich Ihrer natnr nach wenden mufs. 

PVankfurt a/M. Dr. Gustav Noll. 



Hochileuttjches spracli- und kulturgat int modern- 
englischen Wortschätze.') 

Das hänflein des dauerhaften germanischen sprachgutes, 
das durch das medium des Lateinischen, Französischen, 
Italienischen und Spanischen, zuweilen selbst durch nieder- 
deutsche dialekte aus dem Hochdeutschen ins Englische durch- 
gesickert ist, erscheint erstaunlich gering: läfst man alle 
sprachlich unsicheren Wörter beiseite und beschränkt man 
sich nur auf gebräuchlichere ausdrucke, so erhält man blofs 
etwa 200 Wörter. Doch sind darunter solche, die sich im 



') Vortrag, gelialteu aaf dem XHI. allg. ileDUcheu NeupliilologenUge 
EU H&nnover. 



I. SPBACHE ü. LITERATDH. 239 

Englischen selber sehr produktiv gezeigt haben oder znm 
Wortschätze des mannes aus dem volke gehören, also nicht 
mehr aus dem heutigen Englisch wegzudenken wären. Ich 
erinnere blols an blank, butdter, fce, frank, to gain, io wait 
u. V. R. Ja, die bedeutsamkeit dieser wortgrnppen wächst 
noch, wenn wir bedenken, dafs einige dieser Wörter imstande 
waren, den altenglischen ausdruck für eine ähnliche sache, 
oft sogar bei noch fühlbarer etymologischer Verwandtschaft, 
zu verdrängen. Ein so unentbehrliches wort wie ne. blue 
„blau" weist z. b. in seiner heutigen lautgestait auf ahd. bläo 
zurück, während das ae. hlaw ausgestorben ist. — Seihst 
bei einer bezeiclmung wie ae. cocur „der köcher" siegte der 
französische eindringling deutscher abkunft und der Eng- 
länder bezeichnet nach 1300 das ding rüiiquiver aus af. cnivre, 
ahd. kohhar, das nun allerdings mehr taschenartig, d. h. aus 
Stoff oder leder gefertigt war, wärend das behältnis des ags. 
bogenscliUtzen eher aus festem materiale, meist wohl holz, 
hergestellt wurde. — Ahd. roup, ursprünglich „spoUa, er- 
beutete rüstuug des erschlagenen feindes", dann „kleid" über- 
haupt, hat ebenfalls auf dem umwege übers Französische 
in beiden bedeutungen als ne. to roh, rohber „rauben, rauher" 
und rohe „das kleid" das gute ae, ri-af mit seiner groCsen 
Wortfamilie reaßan, reafere, riafol, reafung, riaftäc ei-setzt, 
nur to bereave ist noch daneben als seltener und poetischer 
ausdruck geblieben. 

Weniger auffällig erscheinen beispiele, bei denen keine 
etymologische konkurrenz eintrat: a.G. forht oder of drctdd 
mnfste vor dem modernen aj'raid, das über das französische 
auf ahd. fri^v. zurückgeht, also „entfriedet" bedeutet, die 
segel streichen. Ebenso sind etwa ae, gewinnan, strienan, 
tilian etc. über ne. to gain, das von ae. gaagnier, ahd. tceidenön 
„weiden" stammt, vergessen worden. 

Hat sich nun diese zwiefache entlehnung vornehmlich in 
bestimmten gebieten menschlicher betätigung bewährt oder 
ist sie mehr oder minder ein spiel des Zufalles geblieben? 
Wenn letzteres auch in manchen fällen nicht geleugnet werden 
kann, 80 bleiben doch einige begriffskreise übrig, die bei der 
in betracht kommenden vokabelzahl immerhin ein stattliches 
kontingent stellen. Wie die Romanen, denen alUTdings die 
germanische kultur in bestimmten richtungen als gesclilossenes 



240 I. SPRACHE Ü. LITERATUR. 

ganzes gegenüberstand,') dasjenige übernabmen, was jeneviS! 
ihrer eigenen kultur am meisten unterschied, d. h. begriffe 
aus der rechtsanscliauiing, dem kriegs- und familieu- 
wesen, so fiudeu wir nacb der Umpflanzung der romaniscli 
gewordenen kultur der Normannen nach England gar nicht 
wenige neue Vorstellungen dieser kategorien, die ursprünglicli 
hochdeutsche bezeichnungen tragen, auf britischem boden 
wieder. — Reclitsleben und Verwaltung der Äugelsachsen 
hatten schon dui'ch nordgermanischen einflufs eine gewaltige 
Umwälzung erfahren und verloren nun durch die besetzungs- 
politik der Normanueu viel von Üu-em bodenständigen Cha- 
rakter. Dabei zeigt sich nun manchmal, dafs der hochdeutsche 
ansdruck in seinem französischen gewande nur eine nüancierung 
eines gemeinwestgermanischen begriffes darstellt, wofür die 
Angelsachsen selber ein wort besalsen, das aber fortan 
entweder den einfacheren sinn beibehielt oder gänzlich vor 
dem eindringling scliwand. — Ahd. ban „gebot unter Straf- 
androhung, gerichtsladung, gerichtsbarkeit, Verbannung" etc. 
feiert in ne. to abandon „preisgeben", bandit „bandit", to 
banisk „verbannen" , contrahatid „Schmuggelware" seine auf- 
erstehung, obwohl ae. beodan, bebeodan, das freilich immer 
mehr mit biddan vermengt wurde, oder etwa äflyman den 
grundbegrifE gedeckt hatte, der auf der vei-pflichtung der Ver- 
antwortung vor dem gerichte der freien beruhte; dieser war 
eben jetzt in feudaler richtung gewendet worden. — Ähnlich 
ist die wertvolle „stütze der friedlichen gemelnschaft als 
gegenseitige selmtzgesellschafl" den Angelsachsen als frioä, 
friö, sibb bekannt gewesen, aber auch dem Franzosen in ent- 
lehnungen von ahd. fridu und Weiterbildungen davon geläufig 
geworden. Von diesen hat das NE. aufgenommen und be- 
wahrt : to affray „aus dem frieden reiXsen , ersclirecken", 
afraid „erschreckt, in furcht", to defray „die kosten eines 
Prozesses decken", bclfry heute volksetymologisch „der glocken- 
turm", früher richtig „der alleinstehende wachtturm" aus mhd. 
bercfrit „der belagerungsturm. — Selbst der stamm des gewifs 
häufigen ae. feoh „vieh, hesitz, geld" erfühl' eine mederbe- 
lebnng in den abkOmmlingen des völlig gleichbedeutenden 



■) YgL Mackel, Die germauiacLeu Elemeote i 
Sprache, p. 7. 



der fra. n. prove 



I. SPHACIIB tj. LITERATÜB. 



241 



ahd. fehlt, fihu : enfeoff „belelinen", feud „das lelien", ße und 
ßef „das leben, lehensgut", feudul „feudal", aber letzteres ad- 
jektiv drückt auch den Charakter der ganzen sippe klar aus: 
reiu feudale begrLße haben sich mit den alten ausdrücken 
verknüpft. 

Etwas reichhaltiger ist die gruppe der dem kriegswesen 
angehörigen lehnwörter. Hier ist zu nennen: ne, garh „rüstung", 
dann „kleid, tracht, nianier", das auf ahd. garawe zurückzu- 
führen ist. Welche art von rüstung die Franzosen und Nor- 
mannen und nach ihnen die Engländer so bezeichneten, ist 
noch nicht klar; merkwürdig ist jedenfalls, dafs nicht blols 
das ae. giarwe sich nicht weiterentwickelte, sondern auch ein 
skandinavischer stammverwandter derselben grundbedeutung 
aufgenommen wurde: me. gere, ne. gear aus Jsl. gervi, görvi. — 
Schon vor 1300, taucht dann der hattberc „panzerrock" in der 
britischen bewafCnung auf, eingeführt nach dem muster des 
mhd. halsherc, das einen „panzerkragen aus wirklichem ring- 
geflecht (nicht blofs auf leder genähten ringen)" bedeutet; 
später entwickelte sich schon in Deutschland daraus „das den 
ganzen Oberleib samt hals und koiif enge umschliefsende 
Panzerhemd", das die Franzosen mit dem deutschen worte 
dafür übemahmen. In England geriet darüber das ae. hials- 
biorg, offenbar nur ein „kleines kragenstück des panzers", 
ganz in Vergessenheit, zumal kein gefühl für lautliche Ver- 
wandtschaft mit kauherc mehr zu erwarten war. — Ne. kolster 
„pistolenhalfter" weist auf die zeit hin, wo dieses ding nur 
eine unscheinbare Vorrichtung an der pferdedecke gewesen 
sein kann, denn mhd. holst und hulfler, mit denen das eng- 
lische wort durch ein französisches mittelglied verbunden ist, 
bedeutet nichts anderes als „pferdedecke" und zwar „schutz- 
decke über der eiaenpanzerdecke". — Die leichtgekrümmle 
hieb- und Stichwaffe der neuzeit, der „säbel" scheint, obwohl 
nicht deutschen Ursprungs, doch erst von dieser spräche und 
nation aus nach dem westen verbreitet worden zu sein: die 
Engländer verdanken sache und wort natürlich wieder den 
Franzosen: frz. sabre, ne. sabre. — Die bezeichnungen aller 
dieser und mehrerer anderer neuer waffeu und riistungsstücke 
bedeuten eine beträchtliche bereicherung des bei den Angel- 
aachsen obndies ansehnlichen wortseliatzes für kriegerische 
gerate und mancher neue terminus hat das altehrwürdige 




^■^ fleisch' 

^^H „schlit 



342 [. SPBACHG ü. UTEKATUR. 

wortmaterial lange überlebt, — Noch einige andere militi 
begriffe erfreuen sich im NE. urspranglich hochdentsclier 
namen: lo s^ty und to esptf „spähen", harbinger „qnartier- 
macher", htvresaek „brot- und futterbeutel" (unser „ hafersack "), 
marshall „der marschall" und das schon erwähnte to roh 
„rauben" und rohe „Icleid", beides aus der gmndbedeatmig 
spolia von ahd, roup herzuleiten. — Der gennanische krieger, 
dem die Franzosen im kämpfe begegnet waren, wofste seinen 
sckild trefflich zu führen nud zwar nicht nur als Verteidigungs- 
waffe: der mit metali beschlagene rand war ein gefährliches 
Werkzeug des angriffes; nur so erklärt sich afrz, randor „ein- 
dringen auf jem." und randon „die heftigkeit". Letzleres 
nonien lebt nun als ne. random „das geratewohl" fort — 
Vielleicht geht auch ne. skirmish „Scharmützel", das in letzter 
Unie zu ahd. *fcirmjan „schirmen" zu stellen ist, auf die 
deckung durch den schild zurück. — Militärischer Sphäre ent- 
stammt auch ne. coif, qtioif, das seltene wort für „kappe, 
frauenhaube" ; mlat, cofea und afrz. coif{f)e „kappe" sind 
nämlich stämuilinge von mhd. kvffe, hupfe, ahd. ckuppha, wie 
„die unterm helme oder der kettenkapuze getragene engan- 
liegende haube" genannt wurde, die als köpf- und haarschntz 
diente, — Den seltenen fall, dafs eine begriffswandening aus 
dem Deutschen ins Romanische im kirchlichen leben ein- 
tritt, sehen wir bei ne. röchet „Chorhemd eines biscliofs", dann 
„kurzer mantel" ans afrz. rocket „chorhemd", eine dirainutiv- 
bildung zu ralat. roccus von ahd. rocch „das oberkleid, der 
rock". Hier dürfte der schnitt mafsgebend gewesen sein, 
wenn vielleicht nicht für die erste entlehnung dui-ch die Ro- 
manen, so doch für die zweite ins Englische ; offenbar handelt 
es sich um einen nicht sehr laugen, leichten Überwurf, der 
plissiert war, wie die verba port. enrocar und ital, arrochet- 
tare fälteln bezeugen. 

Wenig zahb-eich sind die kulturübertragungen auf dem 
gebiete der Jagd: der Romane konnte hier infolge seiner 
raffinierten art, die tiere zu fangeu und zu töten, vom Deutschen 
nicht mehr viel beziehen. AVir finden nur das seltene ne. brach 
„Spürhund" von ahd. bracco derselben bedeutung, ne. brau'n 
„eberfleisch, dickes rauakelfleisch" von ahd. bräto „das brat- 
und ne. trapan „schlingenfalle" von ahd. trt^po 
„schlinge". — Ferner einige termini der falkenjagd, so z. h. 




I. SPHAOHfS O. LlrEBATDR. 

gyrfaleon, gerfalcon, womit beute „der giolse, weifse islän- 
dische falke" bezeichnet wird, im ME. jedoch jeder „grötsere 
falke". Das mhd. etymon tßrvalke, volksetymologisch = geier- 
falke aus richtigem „beutegieriger falke", bezeichnete indessen 
„einen gi'ofsen weifsen oder grauen falken aus Norwegen oder 
Irland": die im Englischen unverstandene Zusammensetzung 
blieb hier an der grölse des tieres allein haften. — Die vom 
falken gejagten vögel aigrelie, egrett „kleiner weiTser reiher" 
und heran und heronshato „grorser reiher" sind lautlich übers 
Französische auf ahd. heigir zurückzuführen, setzen also auf- 
züchtung deutscher Spielarten in Frankreich voraus; die form 
dieser benennnngen hatte dann im Englischen keinerlei be- 
ziehung mehr zum ae, kragra „reiher'', das ganz in Wegfall 
kam. — Ob nicht auch bacon „der schinkenspeck" von ahd. 
baecho „clunis" der Jägersprache seine Verbreitung verdankt, 
bleibe dahingestellt; es könnte auch mit modernerer koch- 
kunst ans dem Französischen ins Englische gedrungen 
sein, wie dies wohl sicher bei ahd. hrebiis, afrz, escremsse der 
fall war, das als volksetymologlscbes cray-fisk, craw-flsh „flufs- 
krebs" noch im NE. lebt. 

Ziemlich grols ist die gruppe von geraten, deren hoch- 
deutsche bezeichnung durchs Französische ins Englische 
hinüberwanderte, wobei allerdings die sache selbst ihren Cha- 
rakter von giund auf änderte. Ahd. balto „ball" verbreitete 
sich über Frankreich und Italien als Spielzeug der ritterlichen 
gesellschaft und ist durch diese beiden sprachen Stammvater 
der ne. Wörter ball, balloon, ballot u. a. — Ahd. craiiho „daa 
gekrümmte, der haken, die klammer" hat im Bomauischen 
reiche produktion aufzuweisen, die im NE. noch recht gut 
erkennbar ist: agraffe „die zierspange", grape „die traube", 
grapnel „dregg&nker, bootsanker", grappel „enterhaken" ge- 
hören hierher. Der elegante biitzblanke cniet-stand der eng- 
lisohen tafel ist unser schlichter deutscher krug, dessen ahd. 
name freilich über miat. crüga, und im Anglonormannischen 
mit diminutivsuffix versehen, als name für ein küchengerät 
nach England kam. 

Schwierig gestaltet sich die erforschung der begriffsüber- 
tragungen bei adjektiven und verben des Althochdeut- 
schen und Mittelhochdeutschen, doch darf man schon 
jetzt die behauptung wagen, dafs hier das rittertum und bei 






> 




244 I. SPRACHE ü. LITERATUR. 

den farbadjektiven besonders die heraldik eine nicht un- 
bedeutende rolle gespielt bat. So gehört ne. baivd „kuppler" 
und dessen Wortfamilie zum alid. bald „kühn, tapfer"; ne. 
kardy „tapfer" zu ahd. harti, allerdings über ein afrz. verb 
hardir „harten, kühn machen"; ne. grizely „grau" znm ahd. 
gris „grau", tawny und tenny „lohfarben'' zu mlid. tanne „die 
tanne", wovon die ganze französische Wortfamilie für „gerben" 
abstammt Der heraldik gehören auch z. b. zwei substan- 
tivische entlehnungeu au; ne, garb „das ährenbündel im schilde" 
übers Französische aus ahd. garba, das aber als name für 
die wirkliche garbe das ae. sceaf, ne. shcaf nicht zu ver- 
drüngen vermochte; ferner ue. gyron „ein zwickel, ein schild- 
achtel in form eines rechtwinkeligen dreieckes", das aus afrz. 
giron, ahd. gerun, akk, zu gero „die gehre, speerspitzenartig 
geformtes zeugstück als aaumputz oder zwickel" entstanden 
ist, also eine schwache form zu ahd. g^, die natürlich mit 
ae. gära derselben grundbedeutung auf einer stufe steht, das 
sich aber gegenüber dem mit der französischen rittermode 
eingeführten worte und dinge nicht halten konnte. ^ Die uns 
interessierenden verba sind meist termini technici bestimmter 
gewerbe und kunstfertigkeiten , meistens jedoch wohl erst 
romanische umprägungen einfacherer und allgemeinerer 
tätigkeitsbegriffe des Hochdeutschen. So kann z. b. ne. 
to furbish „putzen, polieren" aus gleichbedeutendem af. forbir 
nur der spräche der schwertfeger entstammen, in der es sich 
auch als mhd. vurben, vürben findet; ob jedoch ahd. *furbjan 
schon diese prägnante bedeutung hatte nnd nicht „reinigen" 
schlechtweg hiefs, mufs offeu bleiben. — Parallel fortschrei- 
tende entwicklung zeigen die abkömmlinge von ahd. Jiolön, 
halön. Im nhd. }iolen wie im ne. io hawl {to hole) über frz. 
haier ist die grundbedeutung „rufen" sehr verblafst nnd die des 
„physischen herbeibringens" ausgebildet worden. Das franzö- 
sische wort gehört der schiffersprache an und es muTs 
auffallen, dafs auch nhd. Itolen in diesem Jargon wie ne. to 
hawl „ziehen, zerren, schleppen" heilst. 

Einzelne beispiele aus bestimmten Sphären lassen sich 
oft nur sehr schwer zurückverfolgen, so z. b. die meisten ab- 
strakta. Ahd. icisa „art und weise'' bildet ja unzweifelhaft 
das etymon zu ne. guise, ohne dafs man aber wüIste, in welchem 
gebiete der betfttigung dies wort wanderte. Dagegen düi-fte 




L SPRACHE D. LITEHATÜB. 



245 



Id. gelücke, das mit vorsilbenverlust über Holland als ne. 
luck eiDgewandert ist, als spielerausdruck gangbar geworden 
sein. Denn auch abti'ägliche Charakteristika der deutschen 
kiütur sind samt iliren namen in die englische hinübergezogen. 
So hat der triumphierende ruf des deutschen sauftenfels beim 
leeren des vollen bechers garaus! ein fi-anzösisches subst. carom 
„ei-trinken" gezeigt, das in dieser bedeutung ins NE. aufge- 
nommen wurde und das übliche verb to carousc „zechen" 
weitergebildet hat. 

Recht klein ist die schar der substantiva, die den träger 
bestimmter eigenschatten kennzeichnen, ans dem höfischen 
kreise etwa clmmberlahi „kammerherr oder kammerdiener". 
Unsicher nach der sprachlichen wie nach der sachlichen seile 
hin sind die heziehungen, die zwischen ne. niason, afrz. ma^on 
„maurer" und ahd. steinmezeo resp, steinmeisso hergestellt 
worden sind; könnte das etymologische daran geklärt werden, 
so wäre hier vielleicht eine bedeutsame technik übertragen 
worden. — Entschiedene bedeutnngsversclilechtemng ist bei 
ahd. wUago „prophet" eingetreten. Bereits im Hochdeut- 
schen war Volksetymologie mit sagen hergestellt worden, 
woraus mhd. wi^^sager, nhd. Weissager entstand, dessen be- 
deutung auch der holländ. entlehnnng wijssegger zu gründe 
lag; diese nahm aber auch schon den sinn „Wahrsager" an, 
der allein für ne. wiseacre ausgangspunkt sein kann, das jetzt 
auch für „besserwisser, naseweis" gebraucht wird. 

Wie schon diese ganz flüchtige auslese der mannigfachen 
durch eine mittelsprache aus dem Hochdeutsehen ins Eng- 
lische eingewanderten Wörter gezeigt haben dürfte, ist ein 
gründliches realienstudium füi' diese noch nirgends syste- 
matisch behandelten zusammenhänge nötig. Wenigstens bei 
den sprachlich klaren Wörtern müi'sten künftige etymologische 
Wörterbücher des Englischen mit benutzung zahlreicher ein- 
zelner vorarbeiten, die ja das N. E. ü. zuweilen schon zu- 
sammenfafst, auf die genaue beschaffenheit der den bezeich- 
nnngen zugrundeliegenden konki-eten oder abstrakten begi'iffe, 
auf die geschichte der sache ganz kurz hinweisen. Nur so 
wird sich jenes eigenartige ablösungsverfahren der spräche, die 
ersetzung ae. Wörter durch ursprünglich hochdeutsche, in 
dieser charakteristischen auswahl annähernd erklären lassen. 
Für den anglisten an der hocbschule, ja sogar für den mittel- 




246 I. SPRACHE D. LITERATUR. 

Schüler, der sich mit dem Englischen befafst and dem bloCs 
vereinzelte proben solcher entwickelungen geboten werden 
können, wird sich ein ganz ungeahntes feld von uralten be- 
ziebungen der beiden grofsen schwesterkultiiren des Deut- 
schen und Englischen eröffnen. 

Auch für jene begriffe, die zumeist im laufe der letzten 
beiden Jahrhunderte ohne Vermittlung einer andern spräche 
und kultur von den Briten aus unserer geistesbildung über- 
nommen worden sind, wird j«ne kulturgeschichtliche etymologie, 
wie ich sie nennen möchte, fruchtbringend sein. Das mosaik, 
das uns hier entgegenleuchtet, ist hier freilich aus wesentlich 
anderem materiale zusammengesetzt als das der ersten, weit 
gröfseren gruppe. Typisch ist hier ein starker Prozentsatz 
von faehausdrücken der deutschen Wissenschaft in ihren 
verschiedensten zweigen, was häufig darauf zurückzuführen 
ist, dafs manche Wissensgebiete ihre erste oder die in letzter 
zeit ausschlaggebende pflege zunächst in Deutschland gefunden 
haben (z. b. germanistik and anglistik). Da es sich jedoch 
hierbei nm internationale ausdrücke handelt, die auch in Eng- 
land selber keineswegs gemeingut des Volkes oder auch um* 
aller gebildeten geworden sind, können wir sie füglich aniser 
betracht lassen. Sonstige begriffskreise lassen sich kaum mit 
erfolg abgrenzen. Das kriegswesen, eine früher so ergiebige 
entlehnungsdomäne, ist eigentlich nur durch einen typischen 
beleg vertreten: fuglcman, eine offenbar auf versuchter aus- 
spracheangleichung und dann ausspracheerleichterung beruhende 
entstellung von dmtsch fh'igelmann; doch hat das Englische 
neben dem militärischen sinne auch schon den von „wortführei-*", 
ja sogar „rädelsführei-" weiterentwickelt. — Unser guter pudel 
hat sich freunde in England erworben und seinen namen als 
poodle beibehalten ; die mangelumrsel ist als viehfntter jenseits 
des kanales ebenso gesehätzt wie die deutsche mangoldwured. 
Sir Walter Scott dürfte einen für kenner leicht herauszu- 
schmeckenden unterschied zwischen cherry-hrttndy und kirschen- 
wasser gekannt haben, sonst hätte er letzteren ausdruck, der 
heute noch in einer abkürzung, die deutsehen oder englischen 
Ursprungs sein kann, als kirsh fortlebt, wohl nicht in The Le- 
gend of Montrose eingeführt. ^ Der mit kleinen mittein und 
betragen arbeitende deutsche gauner hat sieb zu einer krimina- 
listischen Spezialität entwickelt und neben seinem autocUthonen 



I. SFKAOHi: U. LITERATUR. 247 

EbUegen, dem impostor und cheat tauchte dann der ursprüng- 
lich deutsche swindler auf, dessen bezeichnung heute schon 
eine allgemein übliche Wortfamilie begründet hat, Gewiüs 
nicht weniger Widerspruch als die einführung dieses verbrecher- 
typns hat im anfange des 19. Jahrh. die unseres flotten walaers 
in Albion wachgerufen; aber sache und name blieben zur 
freude der britischen jungen damen als walii bestehen. Sogar 
die deutsche Studentensprache hat ein ganz modernes lehnwort 
geliefert: ein „ungezwungener, mehr oder weniger zweckloser 
Spaziergang" wird nun mit Sanktion gelesener romanschrift- 
steller als hummel bezeichnet. 

In allen diesen Wörtern, die nur als sprachlich klarge- 
stellte Vertreter einer weit gröfseren vielfach umstrittenen 
klasse gelten müssen, ist völlige aiiglisieriing in der ausspräche 
und z- 1. sogar in der Schreibung eingetreten. Ebenso deutlich 
wie sich der heutige hrug auf dem deutschen tische vom cruet- 
siand unterscheidet, wird auch Englands ^oodie in wenigen 
Jahrzehnten schon spielartendenkmale gegenüber seinem deut- 
schen bnider aufweisen, wird sich der britische laudau vom 
gemütlichen laudauer immer mehr differenzieren. Bei diesen 
dingen und ihren namen gilt für den Engländer wie bei den 
lehnwörtem zweiten und dritten grades der unverbrüchliche 
grundsatz gänzlicher einbürgerung des in der fremden kultur 
als kräftig und praktisch oder als vornehmer bewährten gutes. 
Im einzelfalle zeigen sich bei diesem vorgange stamm- und 
Sprachverwandtschaft zuweilen förderlich , aber seibat dann, 
wenn das deutsche elemeut, wie viel häufiger der fall ist, 
anfänglich als fremd empfunden wurde, bestätigt dieser kleine 
nmdblick wie die gesamtgeschichte der englischen spräche 
und kultur den satz Goethes: „Die gewalt einer spräche ist 
nicht, dafs sie das fremde abweist, sondern dafs sie es ver- 
schlingt." 

Wien. Albert Eichler. 




248 I. SPRACHE D. MTBBATDR. 

Znr Altenglischen literator. 

vn. 

23. Seefahrer. 
V. 9. wwron mlne fet forste gebunden. 
Sievers bessert Eeitr. X, 483 den ersten halbvers durcli ein- 
setzung der neubildung ßtas statt fet. Einfacher scheint mir 
heilung durch Umstellung: wmron fet mlne. 

T. 24 fL ful oft Pcet iam bigicU 

ürigfepra. Nwnig hleonuega 
feascSaflig ferd feran mSahte. 
Kluge, Ags. Lesb. ' s. 144 ändert der alliteration wegen arig- 
in hSaswig-. Da aber iBnig vor dem nomen alliterieren kann 
(vgl. Gen. 540b: Snig tacen)s so möchte ich lieber ncenig in 
«nig besseiTi und ein »e in v. 26 zwischen feran (1. frefran 
mit Grein) und mvahte ergänzen. 

V. 109. Stieran msd scial strongum mfsde etc. 
Offenbar ist in Kluges text mit Thorpe, Grein und Bieger 
möd in mon 'man' zu ändern, da der vers sonst viel zu lang 
und zu schwer wird! 

V. 111 ff. Scyle monna gehwylc mid gemete hSaläan 
toip leofne and wid läjme bSalo, 
peahpe Jie hine wille fyres fulne 
oppe Ott bsle forbiemedne, 
his geworhtrie wine. 
Diese verse sind in greulicher Unordnung. Man ergänze zu- 
nächst Itifan nach leofne (vgl. "Sal. u. Sat. v. 489 b: d<e.l he 
lufan hSalde), stelle sodann wille hinter fulne uud ergänze 
endlich seon 'sehen' hinter bwle; oppe bedeutet hier blofs ' 
Das ganze würde dann lauten: 

Scyle tnonna gehwylc mid gemeie hialdan 
wip leofne [lufan] and wiö läpne blalo, 
peahpe he hine fyres fulne wille 
oppe an bcele [seon] forbcernedne, 
his geworhtne unne. 

24. Klage der frau. 
V. 50. on dreorsele. Dreoged se min wine. 
Der zweit* halbvers wird durch Umstellung korrekt: dreoged 
se wine mi«. 



II. DNTERBICHTSWESEN. 



249 



25. Judith. 
V. 273 erg. etwa: 

eades and ellendiBda. Hogedon pa Sorlas [söna], 
V. 275. pa icSarff siö and laie sum tüdSm arod. 
In der zweiten vei-shälfte ist offenbar umzustellen: sum arod 
töJam (typus D). 

Kiel, 4. Juni 1908. F. Holthausen. 



II. ÜNTEßEICHTSWESEN. 
Gateways to History. Book III: Men of England. 192 s. ~- 
Book III A : Men of Britain. 224 s. London. Edward Arnold. 
Die beiden liiibsch ausgestatteten bändchen sollen als 
erste einführung in die geschichte Englands dienen, und zwar 
betont das erste besonders die beziehuiigen zu "Wales, während 
es sich das zweite zur aufgäbe macht darzutun, me die vier 
volksatämme, die England, Schottland. Wales und Irland be- 
wohnen, zu einer grofsen nation verschmolzen wurden. In 
einfacher, dem kindlichen fassungsvennögen angepafster spräche 
werden die ereignisse um einzelne hervorragende Persönlich- 
keiten gruppiert. Die zahlreichen in den text eingestreuten 
abbildungen, teilweise wiedergaben alter nieister, sind mit 
gutem Verständnis ausgewählt und recht schön ausgeführt. 
Besonderes lob verdient der gi'ofse, klare druck. Die beigäbe 
einer guten karte hätte den wert der biicher erhöht. Der 
gröfste teil des raumes ist den kämpien des miitelaltera ge- 
widmet, die neuere zeit ist dabei zu kurz gekommen. So wird 
der Verlust der amerikanischen kolonien, das bedeutendste 
ereignis des 18. Jahrb., überhaupt nicht erwähnt. Dals die 
künste des friedens allzu sehr vernachlässigt sind, ist be- 
dauernswert, denn es soll doch nicht in dem kindlichen gemüt, 
für das diese bändchen ausschlielslich bestimmt sind, der 
glaube geweckt werden, als wäre geschichte gleichbedeutend 
mit schlachten und blutvergiefsen. Nach der ermüdenden 
darstellung all dieser metzeleien wirkt das kapitel über Shake- 
speare trotz seines allzu kindlichen tones erfrischend. Die 
Charakteristik der einzelnen personen , besonders der könige, 
als good and wise oder als ttot good and wisc ist zu dürftig. 
Karls n. fehler, seine treulosigkeit, seine selbstherrlichen 



250 



IL UirrBBBICHTBWBSBUr. 



neignng:eii, hätten anch einem kind gegenüber scharf hervor- 
gehoben werden müssen. Dafs Straffords hinrichtung der erste 
schritt zum bürgerkrieg war (III A s. 177), kann schwerlich 
behauptet werden, Croniwell wird das buch nicht gerecht 
In der geschichte Jakobs II. fehlt die erwähnung des religiösen 
monients, das filr seine Unbeliebtheit and seine schliefsliche 
absetzung so hochbedeutend war. Die schlacht bei Waterloo 
wird allein von den Engländern gewonnen, von den Preufsen 
heilst es nur: As et-etting dreui on, they wcre seen advancing 
(8.217). Als kleine Unstimmigkeit sei erwähnt, daCs es von 
den Sachsen bei Hastings heilst (III s. 39) : Ät (hat time they 
scarcely used hoio and arrows at all, während auf der folgenden 
Seite thc arrows front the English Imes eniptied many a Nortnan 
saddle. m A s. 21 Tlie Teutons lived about the southern shorc 
of the Baltic ist wohl nur ein versehen. Diese germanischen 
Seeräuber, Sachsen und Angeln, werden in dem buch durchweg 
fälschlicherweise vihings genannt; diese bezeichnung wird sonst 
nur von den nordischen pirateu gebraucht. 

Beide bändchen könnten mit umfangreichen kürzungen 
als erste lektüre im englischen Unterricht auch in einer 
deutschen schule mit gewinn verwendet werden. Preis 1 sh^ 
bez, 1 sh. 3 d. 

Frankfurt a. M. K. Lincke. 



Ruleg for Compositors at the University Press, by Horace Hart, M. A., 
Printer to the University of Osford. The English Spellings 
revised by 1. A. H. Murray, and Henry Bradley, Editors of "The 
New English Dictionary". 20th Edition (the 6th for Publica- 
tion). London und Oxford, Henry Frowde 1907. 96 8. 
Price ö d. net. 
Das kleine büchleln, Aaa zunächst für die setzer und kor- 
rektoreu der Clarendon Press bestimmt war, seit März 1904 
aber der breiten öffentliclikeit zugänglich ist, bedeutet einen 
akt der Selbsthilfe gegen die Unsicherheit und regellosigkeit 
der englischen recbtschreibung. Bei dem gänzlichen mangel 
staatlicher fiirsorge auf diesem gebiet, der sich erklärt aus der 
angeborenen abneigung des Engländers, dem Staate eine ent- 
scheidende stimme in solchen fragen einzuräumen, müssen die 
groEsen verlagshäuser sich selbst helfen ; nur wäre zu wünschen, 
daCs sie sich unter einander verständigten und einheitlich vor- 



n. ÜNTEKRICHT8WE8EM. 



251 



fingen. Die wiederholten versuche, die eDglisclie Orthographie 
nach rein phonetischen Grundsätzen radikal umzugestalten, 
scheiterten an dem ausgeprägten konsen'atismus, der in Eng- 
land alles heherrscht. Vielleicht kommt das heil einmal von 
der grofsen transatlantischen republik, wo die ersten ansätze 
zu einer Vereinfachung, die doch schlieMich auf eine Ver- 
drängung des rein historischen prinzips hinauskommt, schon 
zu verzeichnen sind. Das vorliegende heftchen stellt zunächst 
die Wörter auf -alle, -ise und -/ce, -ment zusammen und gibt 
dann auf zehn selten eine alphabetische liste schwieriger oder 
zweifelhafter Wörter (z. b. ay = always, aye = yes, dispatch, 
lour = frown, natight, oneself, Shorkespeare [trotz Murray's 
einsprach], show usw.). Dann folgen anweisungen über den 
gebrauch des bindestrichs, der abkiirzungen, der grofsen an- 
fangsbuchstaben , über sperr- und kursivdruck , über Silben- 
trennung und Interpunktion, über a und an {an historical, an 
kotel). Den schlufs bilden Vorschriften über den druck fran- 
sBsischer und deutscher werke und über die Silbentrennung 
lateinischer und griechischer Wörter. Das nützliche buch, für 
dessen brauchbarkeit die grofse zahl der bisher erschienenen 
auflagen (vier im jähre 1904) spricht, bringt auch dem aus- 
länder mannigfache anregung und helehrung. 

Frankfurt a/M. K. Lincke. 



Modern English Stories. For Students of the Englisch Language 
and for Use in Schools. No. 2. Adventures of Sherlock Holmes : 
The Bhte Carhmde. by Sir A. Conan Doyle, M. D., LL. D. 
Slightly abridged and annotated by Wm. Sharpe Wilson, 
M A. , Lecturer in Jingllsh at the Imperial Univereity of 
St. Petersburg. St. Petersburg 1907. 68 s. 
Was könnte es zeitgemäfseres geben als eine detektiv- 
geschichte, in der der berühmte Sherlock Holmes leibhaftig 
auftritt? Die erzählung ist kurz und spannend, also wohl 
geeignet für solche schulen, deren erstes ziel die beherrschung 
des rein sprachlichen ist. Ihr bildungswert ist natürlich gering. 
Die ausgäbe ist zunächst für russische handeis- und realschulen 
bestimmt. Die Vorderseiten geben in grofsem, schönem druck 
den test; auf den rückseiteu stehen die reichlich bemessenen 
anmerkungen, und zwar ist jedes wort zunächst englisch er- 
klärt, dann ins Deutsche und Kussische übersetzt Die eng- 





k 



252 n. uirrERRiCHTSWEgEnr. 

lißchen erklärungen sind durchgängig zu schwierig; auch wcrdea 

manche als bekannt vorauszusetzende Wörter weitläufig erklärt 
(z. b. maker, lo hdieve, ahoul, to compel, bitter, thief, mistalic usw.). 
Die deutschen Übersetzungen enthalten vielfach unnötige frerad- 
wörter und sind oft recht mirsglttckt (taUish etwas hoch, a 
Korn-out hat ein ausgetragener hut, spotted gefleckt, st. fleckig, 
*w?^es(iuc biuweis entbaltend, foresight Torsichi, st. voraussieht, 
remonstrance verweis, ill-nsage mifsbrauch, lo tuck einwickeln, 
a couple of dozen ein paar dutzend, to tchine greinen, to eUitch 
festgreifen usw.). Unter jeder gnippe von anmerknngen steht 
eine kurze fragensammluDg. 

Frankfurt a II. K Lincke. 

Descrlptions and Conversations on the Piclures of Hoelzel, by F. 
H. Hedley, Professor at the Imp. and Royal Consular Academy 
and at the Vienna Acadeuiy of Commerce etc. etc. With 
rednced coloured Pictures. Vienna, Ed. Hoelzel. X. The 
Lodging. XI. The Harbour. XII. The Building ofa House. 
XIII. The Mining Works. Interior of a Coal-mine. 12 s. 
Die Hoelzelschen anschaunngsbilder sind anerkanntermafsen 
ausgezeichnete hilfsmittel im fremdsprachlichen anfangsunter- 
richt, denn sie eignen sich vorzüglich dazu, den ersten sprech- 
versuchen zu gründe gelegt zu werden. Dies gilt aber nur 
für diejenigen, welche dinge von allgemeinem interesse zur 
darstellung bringen, wie die charakteristischen züge einer 
landschaft in den vier Jahreszeiten oder einer Stadt oder eines 
Waldes. Die bilder scheiden jedoch für die durchschuittsbe- 
dürfnisse der schule aus, sobald sie sich auf spezielle gebiete 
begeben, Dies scheint bei den vorliegenden bildern mit aus- 
nähme des ersten der fall zu sein. Die natur der gewählten 
stofte bringt es mit sich, dafs der wertschätz zu selir ins 
einzelne geht und sich zum teil auf das technische gebiet ver- 
liert. Die heftchen sind füi- die haud des lehrers bestimmt. 
Sie bringen zunächst in trocknen, nüchternen Sätzen eine 
beschreibung des büdes zur einübung der Vokabeln, hierauf 
eine fi-agensammlung, sodann ein gespräch zwischen lehrer 
und Schüler, endlich kleine Übungsstücke über tbemata, die 
mit dem bilde im Zusammenhang stehen, oft allerdings in sehr 
losem (was haben die menschen rassen XI s. 7 oder die polar- 
expeditionen XI s. 9 mit dem liafen zu tun?). Was das sprach- 
liche betrifft, so ist der wi€derholte gebrauch von for + gerund. 



II. ÜNTEBKICHTSWESEN. 253 

'% Gnalsätzen zu tadeln (z. b. for hecoming a good piaiiist we 
must have g^-eat perseverance). Partizipialsätze wie: a hat 
tlie rim of which serves to protect tlie neck wken carrying 
weights on Ms Shoulder, sollten weder für lehrende noch für 
lernende als muster limgeatellt werden. 

Frankfurt a/M. K. Lincke. 



Philosophisches Lesebuch für den englischen Unterricht der Ober* 
stufe. Mit biographischen Einleitungen und Anmer- 
kungen herausgegeben von Gerhard Budde, Professor am 
Lyceum 1 in Hannover. Hannover u. Leipzig, Halmsche 
Buchhandlung 1908. 247 s. 
Der forderung, dals in prima der realen vollanstalten we- 
nigstens in einer neueren spräche ein philosophischer Schrift- 
steller zu lesen ist, sollte allmählich eis platz in den amtlichen 
lehrplänen eingeräumt werden. An geeigneten ausgaben man- 
gelt es nicht, nur scheinen sie im allgemeinen etwas zu um- 
fangreich aaszufallen. Sie dürften nicht mehr Stoff bieten, als 
in 30—35 stunden bequem verarbeitet werden kann. Das 
vorliegende lesebuch bringt geschickt ausgewählte abschnitte 
aus Hobbes, Locke, Shaftesbury, Berkeley, Clarke, Adam Smith, 
Hume, J. S. Mill, Spencer und Buckle, läfst also an mannig- 
faltigkeit nichts zu wünschen übrig. Es wird den lehrern 
besonders willkommen sein, die schon im zweiten seniester der 
Unterprima mit philosophischer lektüre beginnen. Die nicht 
sehr zahlreichen anmerkungen, die manches überflüssige bringen, 
stehen unter dem text, was in neueren Schulausgaben nicht 
mehr sehr beliebt ist. Sie sind leider nicht mit der wünschens- 
werten Sorgfalt abgefafst. Neben der bösen entgleisung to 
tum on reveal = plötzlich erhellen (s. 197, z. 28), wo turneä 
on als partizi]! zu lighl gehört und reveal das verbum finitum 
ist, findet sich manches schiefe und uiiTei"ständliche, z. b. s. 78, 
a. 4 : fo cJieclc = zähmen, st. in schacli lialten ; s. 92, a. 1 : to 
attend to = folgen, st, achten auf (wie s, 93, a. 2); s. 93, a. 1, 
die keinen erkennbaren sinn hat; s. 94, a. 4: nicer =^ feiner, 
st. spitzfindiger; s. 192, a. 4: „dm-chwaltend" j s. 19ö, a. 2: 
developed = „hoch" entwickelt; s. 201, a. 2: ctirriculum = 
lebensart, st. studiengang, lehrplan; s. 202, a. 6: emotional = 
„gemütlich"; s. 228, a. 3: conscioiisness = selbstbewuTstsein, 
St. bewufstsein usw. Die anmerkung über Edmund Spenser, 
.dessen name mit c geschrieben, und dessen todesjahr falscli 





254 



VL DITTRRBICRTSWESBir. 



angegeben ist, gibt als gmndlage der Fairy Queen die sagen 
von „König Arthur"; das erregt falsche Torstellnngen. Leider 
enthält das sonst empfehlenswerte buch (besonder« in dem 
abschnitt ans Hobbes) nele sinnstörende dracfcfehler; s. 199. 
z. U. 12 z. b. ist ganz ohae sinn. 

Frankfurt a M. K. Linckc 



The English Newspaper Reader. Compiled, Explained. and An- 

notated by Louis Hamilton, English Master in the Oriental 

College, University Berlin. Änthor of "The Practical 

Englishman". etc. Leipsic, G. Freytag; Vienna, F. Tempsky. 

1908. Price: Bound 4M. 365 ss. 

Es ist längst anerkannt, dafs es, um eine moderne spräche 

kennen zu lernen, keineswegs genügt, die klassische oder auch 

nur die neuere Bchöngeistige literatnr durchzuarbeiten: das 

praktische leben hat in täglich wachsender ausdehnnng eine 

schier unerschöpfliche fülle sprachlicher formen und erschei- 

nungen geschaffen, die man vei^eblich in der romanliteratur 

suchen würde, und bei deren erklärung uns häufig genng die 

gröfsten Wörterbücher im stich lassen. 

Welchen Schwierigkeiten begegnet man z. b. bei der lektflre 
einer englischen oder französischen zeitung! Da sind es die 
redewendangen der anzeigen, die fachausdrflcke der spo^^ 
berichte, die juristischen ausdrücke in den berichten von ge- 
richtsverhandlungen, die spräche des parlamentarischen lebens 
und die unzähligen realien, die hinter all diesen Wendungen 
und Worten stecken, die den nenling leicht mutlos machen 
können. Deshalb war es ein höchst verdienstvolles unter- 
nehmen, dafs vor fast 20 jähren schon ein gründlicher kenner 
der engl, spräche und des engl, lebens, geh. rat Landmann, da- 
mals Professor an der Leipziger handelsschnle, eine nummer 
der "Times" mit einem vortrefflichen fortlaufenden deutschen 
kommentar herausgab. (The Times No. 31 725 , als Lesebuch 
für Vorgerücktere bearbeitet von Dr. Friedrich Landmann, 
Leipzig u. London 1888.) 

Landmanns buch wurde hei seinem erscheinen von der 
gesamten kritik mit ungeteiltem beifall aufgenommen und fand 
in England wie in Deutschland eine weite Verbreitung. Auch 
heute noch ist L.'s buch keineswegs veraltet: wenn auch viele 
angaben von den ereignissen überholt sind, die darin erkUrtea 



n. ÜKTBERICHTSWESBN. 255 

amärücke und redewendungen sind heute noch so modern wie 
vor 20 jähren, und ich kenne bis Jetzt kein besseres buch zur 
einfiihrung in die englische zeituiigssprache als L.'s "Times", 
Hamiltons "EngUsh Newspaper Header" hat sich nun das- 
selbe ziel gesetzt wie L.'s "Times". Da ist mir sogleich auf- 
gefallen, daCs Hamilton L.'s buch mit keiner silbe erwähnt, 
obwohl L.'a "Times" im Orieutal. Seminar zu Berlin, an dem 
Hamilton unterrichtet, meines Wissens längere zeit gebraucht 
wurde. Gekannt hat Hamilton L.'8 "Times" jedenfalls; ich 
wollte nur, er hätte dies buch sich auch zum muster genommen. 
Da finden sich z. b. bei Hamilton viele anmerkungen, sachliche 
und sprachliche erklärungen, welche, wenn sie in deutscher 
statt in englischer spräche abgefaTst wären, dem schüler viel 
mehr genützt hätten. So linden wir z. b. seite 26 den satz; 
"You might also imagine the case of treason, of tampering 
with the Tunnel garrison on the eve of a declaration of war"; 
hierzu gibt der herausgeber die anmerknng (pag.291): "tamper, 
to injure; to try little experinients without necessity or 
authority". Der schüler wird aus dieser erklärung wohl 
schwerlich herausfinden, was hier to tamper bedeuten soll; 
wie viel einfacher und klarer ist hier die deutsche Übersetzung: 
to tamper with s. o. jemanden bcslccften, verführen. Auf der 
folgenden seite heilst es : " Much traf&c in manufactured goods 
would go through to Marseilles without breaking bnlk, thus 
saving three or four days at sea, including the redoubtable 
Bay of Biskay." Hier bedeutet to break bulk = amiaden; 
seite 291 findet aber der schüler die ihm jedenfalls liCchst 
rätselhafte erklärung: "io hreak biilk, to open a hole in a 
package or a load, etc., and take out some of it". In manchen 
fällen hätte sich der herausgeber eine erklärung s])aren können, 
wie z. b. die: " to pave the way, to prepare the way. To pave 
means to form a road or path by covering it with stones, 
cement, or asphalt, etc." — Die erklärungen bringen nicht 
selten neue Schwierigkeiten für den scliüler; so z. b. wird per- 
tinacions durch das dem schüler wohl kaum bekanntere Iho- 
roughljf fetiacioiis erklärt. Durchaus zu verwerfen ist der viel- 
fach gebrauchte depeschenstil ; so heifst es z. b. von Macaulay 
pag. 298: "Macaulay, Thomas Babington. Lord (1800— 1S5H), 
famous English historian and politician. Was elected to 
Parliament for firsi Urne in 1830." — Auch sonst läfat der 
Btil laanchmal zu wünficben übrig. 





2bQ II. ÜKO'BRBICHTSWEiSEM. 

Auf eiiizelheiten will ich hier nicht eingehen; eine gründ- 
liclie darcharbeitung der gegebenen erklärungen wird dem 
buch bei einer zweiten aufläge recht wohl tun. Wünschens- 
wert wäre es, daXs, wie dies in L,'8 "Times" geschehen ist, 
den eigennamen eine gute phonetische Umschrift, z. b. die von 
Krueger in seinem "Engl. Unterrichtswerk" gebrauchte, bei- 
gefügt würde; auch für sonstige schwierige fälle wäre die 
aussprachebezeichnung zu i^ünschen. Ganz besonders aber 
muTs das buch von den allzu zahlreichen druckfeblem gereinigt 
werden. Ich weifs aus eigener erfabrung, wie schwierig es 
ist, einen fi-emdsprachlichen text korrekt zum druck zu bringen; 
da sind Irrtümer leider fast unvermeidlich, aber was der di'uck- 
fehlerteufel sich in Hamiltons "Engl. Newepaper Reader" ge- 
leistet hat, übersteigt das gewohnte und erlaubte mala bei 
weitem. — So finden wir auf einer seile (291): vor moot 39 
st 29; cantial (st. ca.nal); tbe name, originates: hier ist das 
komma zu streichen, dagegen ist es zweimal vor etc. zu setzen; 
ebenda steht nobelman; »j th'vidual (st. individual), vr'dc (st. 
vide); in Ärbutbnots fehlt der apostroph vor s, 

Es wäre vielleicht ratsam, bei einer zweiten aufläge den 
zeitungstext reichlich um ein drittel zu kürzen, die anmer- 
kungen dagegen bedeutend zu vermehren; dann könnte aus 
Hamilton's "Engl. Newspaper Header" schliefslich noch ein 
brauchbares buch werden. 

Danustadt, Januar 1908. H. Heim. 



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I R H A L T. ft 

H. DIg HiDdKhtirttn dar UlfeDtUaheD BiUllotbsk du Uninnfut BueL Enu Ab- 

Wllung (H«QBl) 

Tb» PopolM B.ll.Ä by Fruncl« B. GummsTB . - . . l.. . ,J ... 
Tb» Lileralure ol Hagoeij bj- Kr»Bk W«dleJgh ChpiullBr ) tAidr») ( ... 
Tlw N'aw Ion, Di 'l'h« Llghl Kurt, b; Bbd Janion. £dllsd «Üb Inlodiutlan, 

NatM, and aia»i»7 by Seorge BreiaoerTennut (Llncke) 

Xllub«Ui Buntt Browning! SonstM ucb dem PaTtnglnlKtaeD iibcrtngon Toa 

Rdimt Mull mite (Nall) 

Ib. BioblsT, HoohdenuobH iiiniDb- nnd kultntgat In inDdBiii-DnBliKbin «DrtKhutH 

HolIhnuHO, Zur »ItanRUacbtn lltanlui. VII 

U. Gi<Bwi»a 10 UlitDiy. Dwk IE): Meo ot Eoglud. Book IIIA: t i 

BglufarCoiBpoiiUnattiMilBi>erglirFnH,'byllona'H>rt'. Ths 1 

Cnglilll Spellingt »'litd by Mumy, tni Honry Bindlsy . 1 

Uulgm t:DBlli1i StDTln, Si. t. Advutoni ot Sbulook HDlm«: I „ , ._ I 
Tho Bluo O.rlinncle, by A. Oonsn Doyle. Hi. by WlUon . ( ll'"«««) \ 

DcmlpUaDi ud CoD»ir»lioni en Ihe Fioluii^a o! lli»l»l. by F. | 

PhllowphiMbBi Lewimch fllt dsn togtluhcn Unl«richt d« Obtt- I 

ttah. HeraoigegebeD idd Oerbird Bndda ) I 

Tbl) Bngllmb Neir8[i())ei Bgldtr. Bj IaqIi HiidHIod (Halm} 

EeraoBgegeben von Prof. Dr. Mix Friedrieh Minn in Frankfurt a/H. 

VatUg von Hu Mlamayai, Iliilli. ~ Snick tob Eluliudl KarrH, BtOt. 




crj- 



I 



Beiblatt zur Aiißiia/ sj s 



'yi/ö 



Mitteilungen 

über englische Sprache und Literatur 

und über englischen Unterriclit. 

Preis: FUr den Jahrgang 8 Hark. 



(Fnli [Dt 'Asgllk' 



nd 'Bal1>Ult'Jitiili«h U Ifuk.) 



XEtSd. 



September 1908. 



Nr.IZ. 



I. SPRACHE UND LITERATUR. 
Wentworth Huyshe, Beowulf, an 0hl English Epk translated 

into Modern English Prose. With Notes and Illustrations, 
■ London, George Routledge & Sons , Ltd.; New York, E. P. 
k Dutton & Co. [1907.] Pp. liii + 216. 
r This book, wliicli is addrest') to the general Student 
ratlier than the specialist, gives evidence of the growing 
interest of the English people in their oldest epic poem. It 
is modeled somewliat after Clark Hall's translation, especially 
in its method of providing various kinds of help, such as 
breaking the text up into major and minor divisions with 
summarizing headlines, distinguishing the Episodes by snialler 
print, adding copious Notes and a general lutroduction, and, 
in particular, pajing füll attention to the Realien. In fact, 
in its explanatoiy and illustrativ matter lies the main value 
of this publication. There are fouud scattered thru the volurae 
nomerous pictures representing "authentic examples of tlie 
antiquities of the period preserved in the Northern museums" 
(p. xlvi), e. g. armor, weapons, horse trappings, gold armlets, 
ships (one of tlie illustrations, by the way, from the Bayeux 
Tapestry), also Queen WealhJ'eow with "authentic details of 
costnme and Ornament"; and even a fanciful sketch ol Grendel 



AugU*, Balblktl XIX, 



258 I. 8PEACHE O. LrrBRATOR. 

with his highly interesting glsf has been inserted. The in- 
trodnctory remarks and tlie textaal annotations consist chiefly 
of quotations judiciously grathered (roin a nnniber of anthorities 
(alraost exclusivly English ones), notably Thorpe, Wyatt, 
Arnold, Ker, Earle, S. A. ßrooke, Clark Hall. That the 
translator'a information is not strictiy fii-st-hand, and that he 
is in some respects a liLtle behind tlie times, may be seen 
from his comment on Beowulfs cliaracter faithfally copied 
from Hall, viz. "he takes great credit to himself for not haTing 
sworn niany false oaths" (p. li), his reference to Sarrazin as 
"the eminent scholar of Eiel" (p. xxvi), er the following 
Statement occurring on p. 215: "Grein came to the concliisiou 
that Beowulf as we have it is the connected work of a 
Single poet, an opinion which was fiercely combated by Lach- 
mann and MuUenhof (sie)." 

The translation itself is comparativly literal and execnted 
with evident care and considerable skill. The langnag'e is 
on the whole simple and easy to understand. However, a 
nniuber of stränge Compounds have been admitted in imitaUon 
of the original, e. g., 'twilight-foe', 'battle-laggards', 'batÜe- 
flasher', 'kin-burgh', 'month-murderer', also the rather nn- 
fortunate coinage 'honor-fast' (ärfiEst). Occasionally a felic- 
itous use of alliteration is made, e. g. 'sad-bearted, he moomed 
bis sorrows, sole survivor of all', 'the worthiest warrior 
thruout tbe wide earth', 'high-hearted heroes, they bore the 
head', and even truly rhythmical passages are met with, 
Sometimes it looks as if Huyshe had been leaning a little on 
Clark Hall's Version. 

In pbilological respect this new rendering cannot be called 
fnlly up-to-date. A number of eiTOrs, mostly old ones, can 
easily be pointed out. E. g., 1. 6 'a cause of terror was he, 
the earl', 1.21 'among bis father's friends', 1.459 'thy fatber 
fought a mighty feud', U. 748 f. 'but he, with canning thonght, 
swiftly seized and sat upon his arm', 11.14951 'it was a 
day's Space ere he could see the bottom', 1. 1873 'for bim . . . 
there was hope of two things'; etc. A careful, critical stndy 
of the modern editions would no donbt be condnciv to a 
materially increased accuracy of detail 

In conclusion it may be said that in spite of its shorU 
Comings the present pnblication will be fonnd qulte belpful 




I. BPRACIIE V. LITEHATDH. 



259 



for tlie study of the poeni. It has the merit of being suffic- 
iently düferentiated from all other translationa to vindicate 
ita right to exiatence. 

TLe University of Minnesota. Fr. Klaeber. 



W. Fletcher Melton, The Rhetoric of J. Donne's Verse. Diss, Balti- 
more, Fürst, 1906. i)p. ATTI + 209. 
Ein bucli, über das man entweder eine reclit lange oder 
eine recht kurze kritik schreiben kann: entweder eine gründ- 
liche Widerlegung etlicher 200 druckseiten in mindestens ebenso 
vielen Sätzen, oder den kurzen hinweis, dals wir es hier mit 
dem acLIinunen answuchs einer metrischen betrachtungsweise 
zn tun haben, die eine irrgeleitete wiasenachaftlichkeit im 
letzten Jahrzehnt gezeitigt hat. Wir haben es im jähre 1900 
erlebt, dafs — wohl in ermangelung des richtigen Theseus — 
«n metrischer Prokmstes aufstand, der alle anormalen Shak- 
Bpere'schen verse in ein fünf fuTs lauges gastbett zwang und 
durch tapferes abhauen der herausstehenden und kräftiges 
ausrenken der allzukurzen versfiiTse ein wundervolles gleich- 
maXs alsbald erzielt hatte. ') Melton , selbst Amerikaner und 
von klein auf englisch sprechend und lebrend, ist ein ähnlicher 
dr. Eisenbart, der vor messer und schere nicht zurückschreckt, 
am allerwenigsten vor den keulen des metriscJien „iktus", mit 
dem er gelegentlich von ungefähr einen ganzen verskÖrper 
zeniuetscht .... 

Nur ^ine Überlegung noch für solche kollegen, die zunächst 
lieber auf dem gesunden boden der historischen betrachtungs- 
weise wandeln als auf der messei-schneide metrischer spinti- 
siererei herumtänzeln. Leider ist der gescheite dr. Donne 
nicht gescheit genug gewesen, um — etwa wie Jean Paul — 
die prosa znm ausdrucksmittel seiner reichen und tiefen ge- 
dankengänge zu machen; ganz im bann der zeitsitte, glaubte 
er den vers wählen zu müssen, für dessen rhytlimisches wellen- 
spiel er kein gehör besafs. Rechtlichen ainnes, wie der gute 
Dean immer war, hat er die grofsen mängel seiner vers- 
schmiedekunst sicher eingesehen; jedenfalls ist es tatsache, 
dafs Zeitgenossen und nachgeborene, dichter wie gelehrte, ihm 



•) Van Dam, Wiltmm Shakespeare, Pr^aody and Texl. Ley.len 1900. 



260 I. BPRACHB C. UTEBATDR. 

bei aller bewiinderung des reichen genies den Vorwurf einer 
ganz ungehobelten verstechnik nie ersparten; dafs Pope und 
Parnell sogar den rauhen edelsteinen seiner satiren schliff und 
glatte goldfassung geben zu müssen glaubten. Dem 20. Jahr- 
hundert, der aufstrebenden Wissenschaft Amerikas war es 
vorbehalten, das sog. ngeheininis" von Donnes versraelodie 
aufzufinden und die ohi-en illustrer aänger und liörer Midas- 
ohren zu nennen, — Ist dies schon tollheit, hat es doch 
methode. 

Ansbach, August 1908. Armin Kroder. 



English Poems seleded and ediled tvith ühstralive and explanatory 
notes and Ubltographies by Walter C Bronson. Chicago, The 
University of Chicago Press (London, T. Fisher Unwin). 1908. 
il 1.50 net. 
Mit überraschender Schnelligkeit hat Bronson dem viei*ten 
bände seines anthologiewerks, das die englisclie dichtung des 
19. jahrliunderts zum gegenständ hatte, einen weiteren band 
folgen lassen. Er ist in der geplanten reihe von vier bänden 
der dritte und umfalst die restauration und das 18. Jahrhundert, 
also den Zeitraum von 1660—1800. Bronson hat sich bei seiner 
bearbeitung von den gleichen prinzipien leiten lassen wie bei 
dem vierten bände: es ist ihm weniger darum zu tun, dem 
leser eine vom ästhetischen Standpunkt aus einwandfrei ge- 
reihte Perlenschnur zu bieten, als ihn vielmehr in den stand 
zu setzen, an der band besonders instruktiver proben sich 
selbst einen gradmesser für das poetische niveau des in frage 
stehenden Zeitabschnittes zu schaffen. Den hervorstechendsten 
wesenszug der dlclitung des restaurationszeitalters und des 
18. Jahrhunderts sieht Bronson mit recht in dem hang zn 
reflektierenden, satirischen oder beschreibenden werken. Um 
von ihnen ein treffendes und umfassendes bild zu geben, war 
er zur wiedergäbe grolser passagen und ganzer gesünge ge- 
nötigt. Ja, Popes "Eape of the Lock" ist gar vollkommen 
lackenlos in der umfangieicheren zweiten veraion aufge- 
nommen. Den bedeutenderen dichtem ist naturgemäls weitaus 
der grUfste teil des buches eingeräumt worden. Indessen sind 
auch die minor poets von Sedley und dem Earl of Bochester 





L 8PBACHB D. LITEBATDB. 261 

an bis zu Matthew Green, John Dyer, William Shenstone u. a. 
recht zalilreich und charakteristisch, vertreten. Die anmer- 
kimgen sind auch in diesem hande mit grölster gewissen- 
haftigkeit hehandelt. Sie geben einem, wo man sie auch zu 
rate zieht, jeden wünschenswerten aufschlnfe und sind trotz 
der fülle des in ihnen aufgespeicherten materials von erfreu- 
licher kürze. Die beispiele zeitgenössischer kritik, die auch 
diesmal bei keinem wichtigeren dichter vergessen worden sind, 
werden zweifellos dem grö[sten interesse jedes ernsthaften be- 
nutzers begegnen. Recht dankenswert ist anch das dem bände 
beigegebene glossar zu den schottischen gedichten sowie die 
alles wesentliche bietende bibllographie. 
^ Frankfurt a,'M. Gustav Neil. 



Johannes Müller, Bulwers Roman "The Last of The Barons". Diss. 

Rostock 1907. 88 s. 
Der Verfasser ist so vorsichtig, den weiteren ausbau seiner 
arbeit für die zukunf t in aussieht zu stellen ; in ihrer jetzigen 
gestalt wäre dieselbe doch zu knapp und dürftig. Zu beginn 
werden die quellen besprochen, die uns die bekanntsehaft 
mit dem historischen Warwick vermitteln. Leider sind die 
daraus gewonnenen resultate nicht angegeben, so dafs ein 
vergleich mit dem ^y. des Bulwerschen romans, von dem doch 
eine so ausführliche Inhaltsangabe gebracht wird, nicht mög- 
lich ist. Der Verfasser geht sodann zum Verhältnis des dicbters 
zu seinen quellen über und zeigt, anstatt erschöpfender fest- 
stellungen, „an einigen charakteristischen beispielen, in welcher 
weise der dichter die historischen tatsachen bearbeitet hat". 
Unter den quellen werden unterschieden: „I. Zeitgenössische 
werke, II. Früh-Tndor chi'oniken und werke der Elisabethzeit, 
III. Werke, die den Übergang bilden von der chronikenliafteu 
darstellung der ereignisse bis zur wirklichen geschichtsschrei- 
bung, IV. \V'erke der modernen historischen forschung (von 
D. Hume bis zur zeit der abfassung des romanes." Von diesen 
werken werden iu rücksicht auf ihre Verwertung durch Bulwer 
in auswabl kurz besprochen: ad I.: 1. Die chronik des klosters 
Croylaud, 2. die memoireu des Philipp de Commines [es wird 
Junker zitiert!]; ad II.; 1. Hall's Chronicle, 2. die chronik 




262 L BFUACHE U. LirERÄTHR. 

Robert Fabyans; ad III.: die englische g:eschichte von Kapin; 
ad IV.: die gesdiichtswerke von 1. David Haine, 2. Sharon 
Turner, 3, Liiigard. Auf diesen hauptteil der arbeit treffen 
sieben seiten. Nirgends finden sieb erschöpfende nachweise, 
sondern nur beispiele oder bemerkungen wie (p. 22) : „B. hat 
aus Fabyans Chronicle besondere viele einzelheiten für die 
letzten bücher seines romaues entlehnt." pp. 26 — 53 bringen 
die Inhaltsangabe des romanes. pp. 53 — 82 besprechen, und 
zwar ausführlicher, des dicbters allenfallsige quellen für den 
alchymistischen teil seines werkes. Es kommen in betracht: 
Eobert Greenes stück "The Honorable Historie of Friar Bacon, 
and Friar Bungay", Roger Bacons "Opus Mains" (vieUeidit 
sekundär), endlich die Volksbücher über Bacon, Virgil und 
Faust. Im anhang bringt der Verfasser andeutungen über 
B.S Verhältnis zu Sliakespeare, zur sage von Robin Hood und 
zu Goethes „Götz von Berlichingen". Die dissertation bringt 
eine recht interessante Übersicht über das thema, eine aus- 
reichende darstellung wird aber wohl erst die versprochene 
erweiternng bringen. 

Ansbach, im August 1908. F. Kratz. 




Montgomery, K. L, The Cardinal's Pawn. Fisher-Unwin 1903. 

M. 1.50. 
Hobbes, lohn Oliver, The Vineyard. Ib. No. 24 1904. H. 1.50. 
SutclifTe, Hatliwell, Through Sorrow's Gates. Ib. No. 22. 1904. 

M. 1.50. 
Becke, Louis, Chinkie's Fiat. Ib. No. 25. 1904. M. 1.50. 
Fletcher, J. S., TheThreshingFloor. Ib. No. 40. 1905. M. 1.50. 
Holdsworth, Annie L, The Iron Gates. Ib. No. 47. 1906. M. 1.50. 
Betham-Edwards H., A Close Ring. Ib. No. 50. 1907. M. 1.50. 
Humphry Ward, Milly and Olly or A Holiday Among the Mountains. 

Ib. No. 51. 1907. Pr. M. 1.50. 
Mancherlei, nicht durchweg leckere, kost bieten uns diese 
fünf jähre englischer romanschriftstellerei. Montgomerys buch 
"The Cardtnal's Pawn", to begin with, ist durch sein alter 
nicht geniefsbarer geworden. Sein niveau steht nicht viel 
höher als das jener kolportageromane, wie sie das entzücken 
unserer dienstmädchen sind. Kann auch eine gewisse plastik 



I. SPRACHE ü. LITEKATDR. 263 

: fignren niclt geleugnet werden, so sind doch andererseite 
die mittel, mit denen Spannung erzielt werden soll, derart 
plump, dals man sich mit Widerwillen von kapitel zu kapitel 
durchquält. Fast jede Seite enthält einen mord oder mindestens 
eine todesgefahr. Verbrecherische kardinale und schöne kour- 
tisanen, verbuhlte füraten und edle ritter, tapfere mädchen 
und getreue schensäler wirbeln in tollem reigen durchein- 
ander. Der pseudo-historiache hintergrund sind Florenz und 
Venedig zur zeit der Medici. 

Schier ist's ein verbrechen am Verfasser, wenn ich gleich 
neben diesem machwerk einen köstliclien roman des folgenden 
Jahres nenne, Sutcliffes "Through Sorrow's Gates". Sein in- 
halt ist schnell erzählt; Griff Lomas hat, um einen freund 
von scliweren ketten zu erlösen, dessen trunksüchtigem weihe 
den Selbstmord ermöglicht Für diese schuld hülst er in 
jahrelanger, freiwilliger einsamkeit und schwerer, körperlicher 
arbeit. Langsam und sicher, in rastlosem fleilse ringt er dem 
tückischen moor furche um furche guten bodens ab. Mit 
tiefem Verständnis ist die poesie dieses "intake" geschildert. 
Griffs seele ringt sich allmählich zum frieden durch, da wird 
plötzlich die erzwungene ruhe gehrochen. Der einsame findet 
im tiefen schnee eine junge frau mit ihrem toten kinde. Er 
trägt die erstarrte in seine hütte und pflegt sie gesund. Neil 
ist die witwe eines jungen Wüstlings, dessen frömmelnde ver- 
wandte sie durch ihre kalte gransamkeit in den schnee hinaus- 
getrieben Iiaben. Zwischen Neil und Griff keimt bald eine 
starke liebe auf, die für letzteren auch zur inneren erlösung 
führt. Vorübergehende konflikte schaffen der wohlmeinende, 
aber kurzsichtige prediger Gabriel Hirst und schwere er- 
krankung Griffs. — Nicht in dieser einfachen handlung be- 
ruht der hauptwert dieses romanes aus den "Times". Mit 
tiefer liebe umfalst der autor wie in früheren romanen, so 
auch hier, die haide und ihre bewohner mit den geraden 
Seelen und starken leidenschaften. In der innigen einheit 
dieser menschen mit der haide findet er ergreifende töne, die 
an Annette von Droste-Hiilshoff gemahnen. Als rauster köst- 
lichen humoi-s sei auf den faustkampf hingewiesen, den Griff 
mit Ned O'Bracken Clough besteht, um das prächtige haide- 
kind Bester vor schmach zu retten. Auch die ..reden" und 
taten des hundes Trash seien nicht vergessen. — "Through 




264 



I. SPRACHE n. LITEBATDR. 



Sorrow's Gates" ist ein buch, das mir stets wert bleiben wird. 
Mit ganz anderen roitteln arbeitet der Verfasser des 
zweiten romanes von 1904, J. 0. Hobbes (nicht Hobbe, wie 
auf dem titelblatt angegeben). Wie in den früheren romanen, 
so auch in "The Vineyard" verschlingt die liebesgeschichte 
alle anderen interessen. Ein schönes, begabtes und, wenn 
auch nicht als tief, so doch ansprechend gezeichnetes mädchen 
„fällt in liebe" zu einem moralischen schwäcliling, der, um 
das arme mädchen heiraten zu können, durch zweifelhafte 
machinationen schnell reich zu werden sucht. Als er ins ge- 
dränge kommt, opfert er seine liebe, um sich durch Verlobung 
mit einer verschrobenen, aber reichen erbin zu rangieren. 
Die verlassene sucht vergessen an der seite eines talentvollen, 
jungen maiers, mit dem sie seit langem sympathisiert. Die 
Charaktere erheben sich nicht über die herkömmliclie Schablone; 
bedeutend wirkt der Verfasser nur in den wirklich fesselnden 



In Chinkie's Fiat (etc.) bringt uns Louis Becke wieder 
einige recht interessante Studien aus der südsee. Teils handelt 
es sich um (meist naturwissenschaftliche) Skizzen, besonders 
Über fische (A Memory of tbe Southern Seas — Some South 
Sea Notes — Bulldogs of the Sea), teils nm erzählung:en 
(Chinkie's Fiat — John F'rewen, South Sea Whaler — Luck 
— Eevenge — Saundersen and the Dynamite — The Stealing 
of Sa Luia). Den erzählungen gemeinsam ist die auffallende 
akzentuieruug der tagenden der gröüseren hälfte der figuren, 
die besonders in dem idealen Verhältnis zwischen arbeitjfeber 
und arbeiter, zwischen kapitän und mannschaft 2u tage tritt, 
während die bösewichte in den allergrellsten färben gemalt 
eind. "Chinkie's Fiat", "John Frewen" und "The Stealing of 
Sa Luia" enthalten aufregende, aber dezent gehaltene, ent- 
führungsgeschichten. "Ch. Fl.", "J.Fr." und "Luck", welch 
letzteres an "Helen Adair" erinnert, behandeln aufserdem die 
gewinnung grofser reichtumer durch ketten von merkwürdigen 
zufallen. Die Sammlung steht auf der höhe unserer besseren 
bücher für die reifere Jugend. 

Mit urgesundem realismus schildert J. L. Fletcher, der 
Verfasser des romanes aus dem folgenden Jahre, "TheThreshing 
Floor", den Untergang eines wilden geschlechtes, in dem die 
tradition von keinem manne zu berichten welTs, der nicht ein 



I. BPKACHE ö. LITBBATDR. 



265 



Säufer, voa keinem weibe, das tugendhaft gewesen. Mr. Chal- 
lengers verkommener solin, ein jämmerliches degenerations- 
produkt, erliegt, ganz diesen traditionen der familie gemäfs, 
der räche einer wahnsinnigen mutter, ohne die leiseste regung 
Ton Sympathie erweckt zu haben. Der alte, eine wahre 
praclitgestalt, wird wenigstens vor seinem ende noch moralisch 
reliabilitiert. Im mittelpnnkte der erziihlung steht die tochter 
des hausea, Brigit, ein schönes, kraftstrotzendes mädchen, das 
in seiner uubehüteten Jugend lebt, wie alle Challenger gelebt 
haben, bis ihr in Marriot zum erstenmal ein wirklicher mann 
entgegentritt. Der konflikt zwischen ihrer liebe und ihrem 
sündhaften vorleben führt zur katastrophe. Voll wtit und 
Verachtung verläEst sie der geliebte und tötet im ersten stürm 
der eifersucht einen ihrer galans. Durch langen schweren 
dienst als ki-ankenpflegerin sucht Brigit ihre schuld zu büfsen 
und den verlorenen zurückzugewinnen. Ergreifend, wie in 
Longfellow's Evangelinc, ist die lange, hoffnungslose suche 
nach dem geliebten, der nach der entlassung aus der haft 
verschollen ist, der dann, als schwachsinniger entdeckt, nach 
seiner plötzlichen genesuog wiederum verloren wird, bis nach 
langen quälen ein glücklicher schlufs die beiden zusammen- 
fährt. Trotz krassester mittel, wie der auf dem faniilienfluch 
beruhende geiaterspuk, ist der ronian durch die Wahrheit der 
Seelenvorgänge, durch die Straffheit der durchführung und 
seinen poetischen gehalt, hoch über die masse der durch- 
Schnittsromane zu stellen. 

Mit "The Iron Gates" (1906) beschert nns Annie Holds- 
worth wieder ein soziales problem. Dieses mal handelt es 
sich um das glück der kinder aus der hefe des volkes. 
Dunstan Momerie, einer der häufigen typen, die von sich 
selbst und, weil ihnen die gäbe schöner rede verliehen, auch 
von anderen für einen grofsen künstler gehalten werden, hat 
seine lebenagefährtin Priscilla und sein kiud Dollie aus egois- 
mos und kindischem eigensinn zu gründe gehen lassen. In 
heuchlerischer Selbsttäuschung legt er sich nun die bulse auf, 
im schmutzigsten teile Hosham's einen kramladen zu halten, 
um so PriscUIas lebenswerk, die rettung der armen kinder, 
fortsetzen zu können. Um ihn gruppieren sich zunächst leute 
ans seiner Sphäre. Als aufopfernde liausfreundin steht ihm 
ein alterndes mädchen, Miss Cardrew, eine gewandte schrift- 




266 



I. SPRACHE D, LITBBATDS. 



stellerin, bei, die ihr auf Priscillas hinterlassenen papieren 
beruhendes, epochemachendes werk dem freunde zuschreibt 
in der vergeblichen hoffnung seine band dadurch zu gewinnen. 
Die beschämende euttfiuschung wird ilir tod. — In echter 
aufopfei'ung vertreten die sache der armen die hochbegabte 
Sängerin Gertrude, die von ihrer zunächst hoffnungslosen liebe 
zu dem maier Maldon. dem freunde Priscillas, in dieses viertel 
geflohen ist, und der maier selbst. Mit ihnen kommen die 
"upper ten" in beriilirung durch "Sister Goodfellow", alias 
Lady Dartmore, welche die kinderfreundschaft als sport, aber 
auch mit viel natürlicher gutmütigkeit betreibt. Durch Miss 
Cardrew's buch werden nun die weitesten kreise für die sache 
der kinder interessiert, vor allem der Lady tochter und deren 
Verehrer und vetter Lord Frensham. Von dem praktischen 
anfang, den kleinen körperliche reinheit anzugewöhnen, will 
man sie zur reinheit der seele emporbilden, vor allem indem 
man ihrer Jugend den Sonnenschein reiner freuden zugänglich 
macht (vgl. H. Hoffmanns Ostseemärchen). Mit dem gipfel- 
pnnkt dieser plane, der gründung von "Dollie's Hostel", einem 
Vergnügungsetablissement für die kinder, verliert sich das 
ganze ins utopieenhafte. Klaren blick bewahrt nur Lord 
Frensham, der in alter stille in seiner arbeiterkolonie das 
soziale ideal verwirklicht. Die andern figuren sind von der 
gute ihrer bestrebungen durcbgehends nur ungenügend über- 
zeugt. Bald da, bald dort blitzt der gedanke durch: „Pack 
bleibt pack." Auch in diesem roman zeigt das unsichere 
tasten, dafs die gewandte Schriftstellerin sich zu keiner klaren 
Überzeugung in der frage durchgerungen hat. Köstlich cha- 
rakterisiert sind die typen aus dem volke: die unglückliche 
tänzerin Zoo und vor allem das drollig-verkommene Zwillings- 
paar Bobbie und Bella; aber auch die übrigen, zum teil recht 
komplizierten, Charaktere sind glaubhaft gezeichnet. 

1907. Der durch seine Schilderungen deutschen und 
französischen lebens bekannte Betham- Edwards gibt uns in 
"A Close Ring" eine heschreibung des französischen provinz- 
lebeus aus der zeit nach der gi-oCsen revolntion. Der "Close 
King" ist eine fest geschlossene gemeinschaft durch Verwandt- 
schaft und verschwägerung eng verbundener familien, in denen 
die tradition alles gilt, denen ideale bestrebungen eine terra 
incognita sind. Diese gesellschaft in ihrer lang^'eiügen ein- 




I. SPRACHE D. LITERATUR. * 267 

oigkeit ist sehr gut, wenn auch za aasgiebig, gekennzeichnet. 
Ein schöner künstlerischer vorwarf wäre nnn der kämpf einer 
hochstrebenden seele mit dieser philisterhaften verknöchening. 
Zwei Personen finden wir auch, die diesen kämpf aufnehmen. 
Leider entbehren beide höheren flugea. Auf der einen seite 
haben wir ein emanzipiertes, nnr nach änlserem glänze stre- 
bendes mädchen, das durch seinen reichtum einen adeligen 
namen zu gewinnen sucht, unterliegt und ins kloster geht, 
auf der andern einen herzlich unbedeutenden jungen mann, 
der gegen das familienherkommen ein armes, noch dazu pro- 
testantisches, mädchen zu gewinnen sucht und voraussichtlich 
auch gewinnen wird. Auch den Lonrdes-kultus streift der 
Verfasser und beschwört damit zu seinem eigenen nachteil die 
manen Zolas herauf. Es ist kein erfreuliches buch. 

Umso ansprechender ist "Milly and 0!ly" von Humphry 
Ward, ein kinderbuch anspruchsloser, aber feiner art Es be- 
schreibt den ferienaufenthalt zweier kinder mit ihren eitern 
im gebirge. Das wertvolle an dem buche ist das liebevolle 
versenken in die kinderseele — nicht ganz auf der gleichen 
höhe stehen die zahlreieh eingestreuten märchen, zum teil 
ehrwürdigen alters (Beowulf, König Arthus). Die feine kunst 
der berühmten Verfasserin, über ein nichts eine stunde lang 
geistreich zu plaudern, erinnert mich an die novellen des 

Ienfers ßudolf Töpffer. 
Anabach im Juni 1908. F. Kratz. 

The Dialect of KendHl. 
Professor Luick, in Anglia Beibl. XIX, 20 raises two main 
questions connected with the above: first that of ihe method 
whereby my material was coUected; and second, that of the 
aecuracy of certain Statements made by me with regard to 
the dialect in question. 

I have nothing to complain of in the tone of Professor 
Luick's remarks, but I think it desirable, in the interesta of 
the subject, to point out that mach of this criticism of my 
work is beside the mark. 

The material for the investigation, was in the flrat instance 
carefully collected fiom Mr. Capslick, each word being taken 



268 t. BFaA.CHE V. LITEaATUB. 

down on at least a dozen separate occasions. I also noted 
the forms used in ordinady conversation, and compared them 
with my word-lists. I constructed sentences to be torned 
into dialect, in order to learn espressiona which might have 
escaped niy attention. In the summer of 1903, I spent some 
wecks investigatiug tlie dialect on the spot, visiting dialect- 
speakei^ out in the country away from the influences of the 
town. 

I foand Mr. CapsHck's speeck to be quite aa pure as that 
of the country people, wio had never left the Kendal districl. 

So much in vindication of tlie niethoda of collation, and 
the soiirces of informatiou, Now as to the question of what 
forms do or do not occur in the dialect. 

The dialect is quite the same throughout the area speciAed 
in Diy book (p. 5). No traces of mixture appear in any part 
of the district. For instance liuJt is the form in use for 
'lock' (vb.), "lytiJ: occurring nowhere. Likewise giius ('goose') 
is the normal type and not *gius. 

Hyulc ('hook') it is true occurs by the side of f\f(h)^k 
Cfishhook'), but may be a borrowing from sixteenth Century 
polite English. 

OE. ö appears in some words as im or ja, in others as 
yu. Of j» and ö there are sixteen examples, of t/u thirteen. 
The iu-type seems to occur before h, t, p, d, n, m and in final 
positioDs, the jrt*-type before s, f, p, d and l. Still there are 
words where one would expect tu which liave {m and vice 



Besides the words given in my book (p. 50) there is also 
a Word yrmp occurring in /"{ffn-grtup "cow-house drain', which 
may perhaps liave original o — though the word is not re- 
corded in OE. 

OE. ö evidently must have had two distinct developments 
in the ME. dialect from Kendal is descended. 

Professor Luick overlooks the fact that I have showu 
under which, the two types occui' [see pp. 49, 50]. The forms 
like fynt, fiiiuJc, hiup, I{mm, sp{iun (ov spaun), tiup, I admit 
are difficuU to explain, liut still after all they are the genuine 
dialect forms and not importations from outside. 

Of course I would not go so far as to deny the existence 
of borrowing at any earlier date — say during the fifteentli 



L 8PBACHE n. LiraaiTüH. 



2G9 



F sixteenth Centimes, but I see no reason for treating: these 
troublesome words as modern, and hence unreliable loanwords, 

Smtjud may be taken from polite English as snod is the 
Word most in use. Other dialects according to EUis's üsts 
(pp. 537 — 637) show the same plienomena, I speak tlie dialect 
mysetf, not as my native foiin of English it is trne, but 
accurately enough from the phonetic point of view. I have 
moreover tfie advantage, as an outsider properly trained in 
phonetics, of being alive to minute differences of sound, wMch 
myrt escape the notice of the native Speaker. 

I know that my word-lists are comparatively scanty, but 
it should be reraembered that tlie difficulty of collecting 
complete lists of reliable esamples is very great. Tliere are 
many test words whieh a philologist would like to get, which 
nnfortunately are never used in tbe dialect at all. The 
object of these reniarks is to assert disliuctly that my account 
of the Kendal Dialect is accurate and reliable, and may 
therefore be safely used by scholars engaged upon compar- 
ative dialect work. 

Liverpool. T. 0. Hirst. 



» 



Znm dialekt von Kendal. 



Die neuen mitteilungen , welche Hirst oben s. 267 — 269 

über den dialekt von Kendal macht, ergeben die erfreuliche 
gewilsheit, dafs seine darstellung {Angl. Foi'sch. 16) doch 
nicht ausschliefslich auf der beobaehtung eines ehepaares be- 
ruht. Da er in seinem buche bemerkt, dafs er beinahe sein 
ganzes material ('almost all my iufornnation ' § 2) Mr. Capstidc 
verdanke nud aiiTserdera (im Vorwort) nur noch für eine reihe 
von vogelnamen eine andere quelle angibt, so konnte man 
nicht anders als annehmen, er habe in Kendal selbst keine 
beobachtungen angestellt. Aus dieser annähme Öossen natur- 
gemäfs meine Angl. Beibl. 19, 16 ausgesprochenen zweifei. Dafa 
Hirst den dialekt nicht als seine 'native form of English' 
spreche, ist eben dasjenige, was ich mit meiner bemerkung 
a. a. 0. meinte. Dafs icli endlich seine erklärung s. 49 f. über- 
sehen hätte, ist ein irrtum seinerseits, da ich doch ausdrücklich 
§ 102 anziehe und bespreche. 



270 



L BPHACHK D. LITBBATÜK. 



In der sache selbst kann ich mich leider zu keiner an- 
deren auffassung bekennen als der a.a.O. bereits ansgespro- 
clieneu. So lauge das seltsame nebeneinander von tu und yu 
(für me. p) und TOn yu and au (für me. ü) nicht anders be< 
friedigend erklärt ist, kann ich den verdacht, dafs eine dialekt- 
tnischnng vorliegt, nicht abweisen. Ob sie im 16, oder 19, 
Jahrhundert sich vollzogen hat, ist für die fragen, um welche 
es sich Beibl. 19, 16 handelte, von keinem belang. Übrigena 
ist es mir zweifelhaft, ob ein aufenthalt von 'some weeks' in 
Keudal und Umgebung genügt, um die gleichmäfsigkeit der 
Bprecliweise auf dem ganzen von Hirst umschriebenen gebiet 
durch eigene beobachtung mit Sicherheit festzustellen. 

Graz, 6. September 1908. K. Luick. 




II. UNTERRICHTSWESEN. 
A Grammar ol Laie Modern English. For the Use of Continental, 
especially Dutch Students, By H. Poutsma, English Master 
in the Vierde Hoogere Burgerschol met Drijarigen Cursus, 
Amsterdam, Part I, The Sentence. Section I. The Ele- 
ments of the Sentence. P. Nordhoff. 1904, Groningen. 
VI + 348 S. M. 4,50, 

P. meint (s. 4), wendnngeii wie the bed feela hard, the ment cnta 
ton^b, the calce eats «liort and criap aema entstAiiden, indem das log^he 
Objekt graniinatischeB snbjekt sei: wenn 1'. damit recht b&tte, dum mäTsten 
sie eigentlich gelautet haben: I feel the bed toagh, I cut the meal tongh, 
I cnt tbe (Mike ehort. Davon kann keine rede sein, nach wenn sieb P. mit 
seiner verrnntnug anf Sweet stützt 

Wie man die wendnng to matte one ^ sich beteiligen (I made one 
in the dance) gleich elellen kann mit to make merrj, to make bold, ist 
HnbegTeitlich ; und doch sagt P.: These eipressions aiTord other inatancei 
of fi Torb becoming faded in meaning througb the dropping of the reflexite 
prononn. 

Ebenso wunderlich ist die vermutnog (b. 6), dab to make a good 
huaband nrsprilnglich sei = to make oneself s g. li. Wir sagen: Kr wird 
einen guten Offizier machen = abgeben; der Franzose il tait le bei esprit 
(Hier freilich mit dem uehensinn von machen wollen, spielen, aber nicht sein.) 
Wendungen wie be was sitting chattingr, she is sitting knittiog 
sind nicht deshalb selten, weil die bedentnng von to alt hier abgeschwächt 
ist (s. 8), sondern weil sie «clilecht klingen; von abschwllchung des sinns 
ist keine rede. 

Die behandlnng der gmppe to become, grow, gct, tnrn gibt eu rieten 
itellnngen aalaSa. Es ist nicht gnt, die anwendungen des lütworts 




II. DHTEBHICHT8WE8EH. 



271 



to get io der bedentnng komnicn, gelangen, ohne neiterea hier mit 
nnterxnbringen , wenn sie sich anch wie die von werden aas der weg- 
lassDng des rückbczilgtichen fUrworta entwickelt hat. Wie kann man 
sagen, dals die unterschiede in der bedeutnng obiger wUrter nnr gering 
sind (g. 11)1 Und noch wnnderlicher ist die behanptnng, dafs to tnm 
'both anddenand gradual cbange' aOBdrücken kann. He tnmcrl poct ohne 
EnaatE iJt ein schlecbtea beiapiel; das kann man nnr sagen, wenn mau dos 
"dichter werden" als eine rantatJo in pejns anaieht. 

Von «amtlichen beispielen, die zeigen aollen, dafa 'to he' sotoetimes 
seems to implj a getting inUi a State, especially when tued in connection 
witb worda pointing to a fntnre State (a. 16), beweist nicht eins diese be- 
deatting. 

We nieant to be sailors, every one of ns; beiTst für die Engländer 
Bein und nicht werden. 

"The Terbs which are Q.ied to expresi a Statement considered matter 
ot certainty or nncertaint;, are to he, can, may, mnat, shall, shonld 
and will (s. 20)." Damit ist das wesen der modaUeit Wörter ganz und 
gar nicht getroffen; I doabt, I do not know bezeichnen ebenfalls eine als 
unsicher angesebeue aussage. Nichtssagender hätte die begriffsbestimmnog 
nicht anffallen können. 

Wer ahnt wohl, dafs mit der erklUrnng: "Tu he impliea that tbe 
State or action mentioued in the prediuate is held nncertain, bnt desiiable. 
It occors only in certwo conditional clanses that eipreas a secondwj rela- 
tion of pnrpose" (a. 20), sätze wie If tbe Experiment is to succeed, the 
atmoBphere rauat be perfectly dry, getroffen werden sollen? Es wimmelt 
darin von Schiefheiten. Erstens muftte von to be mit folgendem inflnitiy 
mit to gesprochen werden; zweitens kann dieses in jedem satz vorkommen, 
und drittens ist von " wflnschenawert" gar keine rede, oder soll in If I 
were to die in a foreign coontry, das sterben als sotchea bezeichnet 
werden? 

Gleich inhaltlos ist die sogleich folgende bestinimung: "can ia osed 
te represent an action or a State os merely coutingent or nncertain. Was 
ist an "the child can walk already" nnsiclier? 

In: Coald Miss Bichland bave set bini at liberty? soll coold kon- 
l'nnktiy sein ; er es ist ebenso wenig wie in What coold have tnrned the 
foolish fellow'a brain? 

"When an infinitive-clanse representing the nominal part of the 
pred;cate Stands in an adnominal clause whose snltject ia a nonn modified 
by the relative pronoun whose, the copnla is often preceded by the 
personal prononn it" (s. 19). Beispiel: A glazier is a man wbose dnty 
(it) is to fix panea of glass in a window. Danach mllfste man glauben, 
dafa fOr diese etscheinung ein relativsatz bediugnng sei; sie kommt ja aber 
ebenso gnt in einem hanptaate vor: My dnly ia to remain here, it is my 
dnty te remain here. In der erfaasDng des wesentlichen bant P. meist 
daneben. 

In He might be a very good friend t» yon soll sich migbt auf die 
znknnft, in he may be a very good Mend to yon aof die gegenwart be- 



272 



n. DHTKfiSICHXaWESEN. 



liehen (a. 23). Natürlich beaieien sie sich beide auf ^genwart oder zu- 
knnft. 'In SDch s sentenc« as 'We niight have gone abont half a mile' 
the verb miglit ia, of couree, n preterite iDdicative' (s. 23). Ob might 
indikatiT oder konjuuktir ist, kaou utu der tusammeahang ergehen; es 
kann ebenso gat heiTsen: "wir hatten vielletcht lorückgelegt" nie "wir 
hatten unrücklegenedilrfen", also int of conrse possierlich. 

"For 'Are jon perhapa in a burrj' we coald not say 'May jou be in 
a hurry?'" (a. 23). Sicherlich nicht, aber der Englander fragt gar nicht 
mit perhaps, sondern mit; Are yon in a hnrry? 

Vom selben wert wie die oben gegebenen ist die bestimmnng von 
must: "m. expresses conviction and ia uaed m drawing inference«" (9.25). 
Aach I am sore drückt überzcagimg ans und so, thos zieht folgerangen. 

"This will be the Tower of London, I Buppose." Von dieser nord- 
englischen wendnng sagt P.; "will as a verb of this class eipresses a 
feeling on the part of the Speaker tliat he conaidera the «täte or action 
meuttoned in the predicate aa probable." Die hanptsache, dafs die Ver- 
mutung sich anf die gegenwart bezieht, fehlt. Ich habe übrigens den ge- 
branch in Ergänz. Gr. § 436, Santax 1440, Engl. Gramm. 439 behandelt 

Während ein syntaktikcr überall nach allgemeinen gcsicbtspnnkten 
sncht, werden hei P. fortwährend eng znaammen gehörige tatsachen ans- 
ei nandergeri säen. So ist mir Tdllig anbegreiflich, wamm eine erste and 
zweite gruppe bei den modalzeit Wörtern gebildet werden nnd erscheinongen 
wie If I am to teil a ttorj (s. 20) nnd yon are to give to John (b. 32} als 
Terschieden behandelt werden. Ebenso scbiet ist: "In present English we 
find no instances of shall or shonld being osed in the sense of to be 
in sentences or in clanscs that are not subordinat« etatemeuts" (a. 34). 
Gemeint ist, dal's shonld heute nicht mehr wirkliches Präteritum sein kann; 
mit haupt- und nehensati hat das gar nichts zu tun. 

So hat es gar keinen zweck, sätze wie We muat make it cleaj that 
the British power is to be pnramount nnd What waa I to do? in zwei 
nnterabteilimgen zu bringen (a. 34J35). 

Seltsam berührt eine benierknng wie: "To be ia (gemeint ist to 
be to . .) also found, sometimes, perhaps, less proper!;, a) in the sense 
of OQght (shonld), /i) in the sense of may or can when foUowed by a 
passive voice, ;') in ihe sense of lo have and mnat etc." Was soll das 
Bometimes nnd perhaps'' Ich mflchte wissen, iu welchen der von ihm ge- 
brachten heispiele t« be to nicht gut ist. 

"To have (gemeint ist to have to . .} ia uaed when the acting power 
ta a) an irresistihle power" (8.35). Wer ist die wirkende kraft in: In 
October the eipedition saüed, but it had to make ita way against adverse 
winds; I saw he had to bite his Ups (s. 35). Gesagt hütte werden sollen: 
wenn das Subjekt unter der Wirkung einer unwiderstehlichen macht steht- 
Siunlüs iat geradezu die anmerknng; sentences with to have are mostly 
suggestive of a condiüon to be fulfilled, or a purpose to be attained (a. 96). 

That should be Barbados, unless mj reckoniug is ont soll altertümüch 
Bein (s. 2G); durchaus nicht. 




n. tnrTKBRiCHTSWESsir. 



273 



P. meiut, ditTe ein shonld in «ätzen wie What Bhonld he be doin^ 
tliere? hente Belten sei (t. 29). Man snge jetzt nicht ehonld he kuow 
alreadj, sondero I wonder whether he knows. E« fehlt ihm offenbar das 
gprachgeftllil für den Qnterechied. Nocb heate ist jenes ahould ganz ge- 
wöhnlich, es besagt aber; Wob mochte er da wohl zu snchen haben? und 
so kann ich, nm bangen iweltel oder verdacht anszudrücken, aelic wohi 
sagen: Should lie know abead;? Sollte er etwa schon davon wissen? Das 
andere ist gleich: Ob er es schon wcils? 

"Mast not sometimes has the meaning of maj not" (s. 41), Das 
ist wieder ungeecliickt anagedrllckt. £s gibt zwei mar ^^ot; wenn aber 
"darf nicht" gemeint ist, so hat mast not nicht "manchmal" diese be- 
dentong, sondern meist. 

"Need is uaed wben the acting power is a re^ioirement" (fi. 41). 
Wie kann eine wirkende kraft ein erfordemis sein? Zudem ist zwischen 
dem bejahten nced, das = must ist, luid dem verneinten (need not) ein 
■charfer nnterscbied mi machen. Spafshaft ist: "instead of need not we 
find in tbe preterit« indicative did not need, occaaionally needed not(?)" 
(s. 42). Das fragezeichen gehurt P., nicht mir. Ein grammatiker mnla 
sich doch darüber klar werden, ob eine erscbeinung bestebt oder nicht, 
jeilenfalls kann er nicht, wenn er ihr dasein bezweifelt, von ihrem ge- 
legentlichen vorkommen reden. Ein bcispi«! bat er wohlweislich Dicht 
gegeben. 

Warum nnterabteilungen bei must gemacht werden mUssen: a) an 
inevitable fate, h) an irresistiblo power, e> an uucontroilable desire or 
determination ist mir unerfindlich; dafür isrst sieb leicht eine gemeinsame 
formel finden. Dafs 'must differs from to have (gemeint ist to have 
to , .) b that it is more forcible' (s. 37) wird nicht eu beweisen sein. 

SMxe wie Ärrtved at Keswick I niust needs recklesslj risk my life 
sind nicht pure principal sentences, sondern das muet erklärt sich ans 
einem nebengedanken wie: Katürlich rnnfs ich mich, als ich in K. ankomme, 
schleunigst in gefahr stürben. Den punkt glaube ich doch genügend er- 
örtert EU haben (Sjntax § 1288/89). 

Wenn Ich sage jou need not bave told me tbat, so leugne ich die 
notwendigkeit von etwa* gescheheuem. Diesen einfachen Sachverhalt drückt 
P. BD ans: "lu eipressiug that a reqiiirement, thougb on a certain coudition 
it wonM bave been a1)Eent, hss lakeu efiect, we nse need not followed 
by have + past Partidple" (s. 42). Das ist vüUig unamtreffend, ja fast 
niiverst&ndlicb. Gnt dagegen ist die liemerkung, dafs redensarten wie there 
is no call for a p. to do a th., oder to bave no call ; ebenso dafs I bave need mit 
iufinitiv ohne to dem einfachen need gleichkommen. Ganz falsch ist wieder 
die aufl'ASEung von ought als einer pait Obligation in Batzen wie be osked 
me «'bat onglit to be done (s. 44). Der inhalt des fragesatzes ist ja mit 
dem des hauptsatzes gleichzeitig oder später als er; das Satzgefüge ist nnr 
die in die vergangenheiteelEung von he osIls what ought to be done. 

Wenn P. ferner behauptet, dafs eine post Obligation in hauptsätzen 
beute ausgedrückt werde durch It wa« my duty und Shnlichen Wendungen; 
I offered bim my help, becaose it wu tny duly to do lo (s. 44), so vergifst 

Asglli, BtlbLilt XIX. IS 



t 



274 n. tJNTEKEICHTSWESES. 

er, dafs It was m; dut? sich. Dicht verhalt eh I oaght to wie I had lo 
cn I ffliut. 

"Shall is nsed when the »eting power i» the will of Bome pereon 
(or au.ythiiig tbonght o f rb a pereon) directed towards the actione of anoth? r 
person or a tbing" (s. 45). Ung-lUcklicherweise pafst diese begtimmniig 
eheoao auf will. 

Äny person who can . . sLall receive a reward ataht unter a) threat, 
proinise or tow; then joq gliall know her unter 5) the eipreasion of a 
tolicitnde (s. 48), oder a, 1) a commaod, b, 3) some enactment. 

VcUig dunkel bleibt mir wieder die bemeiknng, dafs in sätien wie 
Mary shan't come to heor any more of yonr reaaoning, I promiee f oo, "an; 
jdea of a person or thiog being suhjected to tbe will of another is in this 
case abaent" (s. 47). Ein kind sieht doch, daTs hier jemand etwas soll, 
weil ein anderer, der Sprecher, es so will. 

Nun bomraen wieder die kleinlichen Unterabteilungen, die nur den 
blick flir dae gemeinsame trüben nud einem beim lesen des bnchea toit- 
wShrend den trübseligen eindmuk bcrvormfen : 

„Er hat die teile in seiner band, 
Fehlt leider nnr das geistige band." 

Ferner falsch und gefiLhrlich ist die behanptnng, daTs sbould anch 
Tei^Dgenheit bezeichnen künne, wenn aach nnr in abhängigen behaup- 
tnngen nnd fragen (a. 55). 

In 'Sir Änstin signified bis opinion that a bo; shonld obe; bis parent' 
liegt die »eit des nebeusatzea Tom Standpunkt des hauptsatzes in der gegen- 
wart oder der zukunft: I am of opinion that a boy sball obcy. 

"In eipresaing that an actual Obligation has not been fnlfiUed, we 
ose sbonld followed b; have -1- past participle" (s. 56). Eretena mnfate 
es heifsen: shonld -|- have + p. p. eipreases tbat etc. Zweitens hatte die 
bedentung von 1 sbould ^ 'leb würde ' erwithnt werden müssen nnd drittens 
kann die nicht erwähnte verpflichtnng auch durch ought to ansgedrückt 

"Eicepl in the preterite «nbjuDctive, will i» not oft«n nsed to ei- 
presB & desire." Dazu die beiapiele: In fact I think, thongh I will not be 
certain, tbat . . | Wbat will you have done with bim that 1 cangbt atealtng 
yonr plate in the pnntrj? | A tme English officer in not conlented with 
beating the French, bnt bc will acold them too (a. 58). Hier handelt et 
nm einfachea wollen und will in dieser Verwendung ist so alltäglich 
wie mHglich. Er fUgt hinzu: "Note tbe tdjoms in: he would have none 
of them. I She would having aotbing to say to hira. Das klingt, als ob 
would als Präteritum des Indikativs nur in diesen Wendungen vorkomme: 
das ist sehr ineführend. 

"Ä blending of intending and desiring is expressed b; to be for" 
{s, 60). Aber At first I was for giving np all and going bome bt einfacb 
= at first I iatended etc. Ähnliche mir unverständliche blendiugs sind: 
He had not come yet, they told me. "Would I wait?" Das soll eine 
frage sein intermediate betweea direct queBtion and subordinat« stAtementa 





n. DNTEKRICHTSWESEH. 275 

Von letzteren nicht«, sondern es ist eine miachnng von unmittel- 
barer und mittelbarer frage. 

"If yonr love for me were flied and ardent, jou wonld not lose jont 
hold etc. wird als beispiel des gebraacli» von will 'sacb as serve to remind 
tbe person Hpoken to ot a determinalion or a deeire nttered previonsly'" 
(b. CS). Ein seliüler mnfs doch aber sehen, dafa would oben Conditional 
ist. Falsch ist ferner die behanptnng, dafs will in der eweiten person 
Bellen zweideutig sei; ca ist es nicht mehr nnd nicht minder als in der 
dritten. 

"Can is nsed, to dcuote that a pecnliaritj in a person or thiiig manifeats 
itself occasionally " (b. 64). Das soll das wesen von c*n treffen 1 Er hat 
gelegentlich keingeld; manchmal ist er halb verrückt, sie hintergeht i5fter 
ihren gatten", fällt nnter dieselbe bestimmung. 

Noch eigener lAut«t die fortGctzting : "Conld is uacd in descrihiog 
past events and has no particnlar meaning of its own," So viel pwticnlar 
meaning wie can wird es wohl noch haben. Zndem bezieht sich coold 
auch anf die luknnft. 

"The foUowing phrasea convej approiiraately the Bame meaning [aa 
ean] bat without any idea of capabilitj: to be apt to, to he given to, to 
have a trivk of, to have a way of. Nun nehme man e. b. Brown Major 
had a trick of hringing up unpleasant aubjecta oder they had a way ot 
'Stiukiug np for oue anotber and euche hier can einzuCUhrenl 

"The preterite uscd often merely Jenotes that an action or atate ia 
dooe witb", z. b. They nsed to be quite conomon, and now tbey are qnite 
rare. — Sbe never nsed to take any intereat in tbem. I wonder why she 
does now. 

Ich sehe hier keinen unterschied von dem sonstigen gebrauch von nsed lo. 
Auch die aamerkung For this nsed to we never find would (». 66) trifft 
nicht zu; warum soll man nicht sagen künnen: She never would take any 
iötereBt in tbem? 

Von will = pflegen sagt P.: "It ia evident that eicept in auh- 
ordinate Statements, this will occnra only in the 3rd person and in the 
pre»ent tense" (s. 66). Das ist so wenig ereichtlicb, dafa man sich fragen 
mufa, warum? 

"Hay is nsed wheu we wiah to eipress (hat the conditions renderiug 
il possitile for a person to do a certain action or get into a c«rtaiu State, 
are (were) beyond Ihe sphere of bis control" (a. 73). Diese hegriffsbestim- 
mnng pafat mindestens ebenso anf: 1 cannot do it, I mnat not do it. 

Dann kommen wieder abteilnngen, die iliatinctions without a difference 
sind: a) it is pennitted; beispiel; yon may go now. b) it does not aeem 
to be amias ; beispiel : yon may add etc. c) it doea not aeem eiceptionable ; 
beispiel : you may just aa well reaaon with a post aa reason with mamma. 
Völlig unveretäadlich ist die beraerknng : "Less freqnently do we meet 
with instauces of may not being nsed aB an alternative form for is (are) 
not" (s. 76). Beispiel: BUbb witli mortal meu may not abide. Also darf 
man sagen ia (are) not abide? 

18* 



S76 n, DSTEHHICHT8WE8EN, 

"Might is occaaionallj nscd inthesense ot shouH like t-o" (a. 76). 
In einer Orammor of late modern EnglUk ist eine solche behsaptang ohne 
den vermerk "völlig veraltet" verwunderlich. Von den drei daiu gege- 
benen beispielen aiud mindeatens zwei umotreffend ; It is a wish of all 
hen-pecked bnsbnnilB that the; might have a qnieting dranght out of 
Rip van Winkle'a llagon. | For some weeka Iherc was hardly anything 
tnlked of, we tnight atmost sb,j hnrdl; uiythiug thongbt of, in England, 
bot et«. Von einem shonld like to ist hier keine rede; es ist maj in eeiner 
bedeutung "dürfen", 

"To do occnrs in a weak and in a strong form. Weak du is used 
merelf foc the eake of enphoiiy or metre, adding nothing to tbe meaning 
ot tbe aentence. Tboa: 'I don't like tbia book' means no more than 'I 
like not this book'." (s. 79). Srsteres klingt offenbar acbüner oder steigt 
nnd mit besser, nicht wahr? Ganz nngenan ist die behanptang, dafa Ido 
like tbis book == I like tbis book very mncb; dann mauste man jenes f&r 
dieaes immer einsetzen dürfen. Probe: Wby don't you work? — I do 
work. Nach P.; Why don't yon work? — I work very much. 

"Do open tbe doar ezpressea eitber an nrgent request ot a per- 
emptory commaud" (s. 79). Nur erateres, es sei denn, dals jon hinter do 
auftritt. Aber dann ist das v«rbAltnis der wOrter ganz verschieden. Bei 
Do, aing ua a aong ist sing imperativ, do desgleichen, wm daraus hervor- 
geht, dar» man auch sing us a aong, do sagen kann; in 'do yon watchf 
dagegen ist do imperativ, watch inünitiv. 

"To da wird gebrancbt g) in conditional clnnsea that don't open 
witb any conjunctive" (s. 84). Beispiel: äod remains, Even did men for- 
sake you; did iat aber hier ebenso konjunktiv wie unser "tllte". Wmider- 
üch ist PoQtamas art, festzustellen, wo ein wort nicht verwendet wird; 
so z. b. to do in Wunschsätzen wie Periah India! Suffice it to saj. Wer 
küme auf den gedanken, hier to do zu verwenden? So etwaa hat doch 
nur da sinn, wo man aus erfabrung weifs, itafs der lernende ein bestimnitea 
wort, das die spräche unter bestimmten hedingungen nicht gebraucht, zu 
brauchen geneigt ist 

In Wendungen wie uow -was Euatane's tum ta be ronsed, now that 
Rebecca is witb na, will be tlie very time kann ich kein unperaünlicbes 
Zeitwort ohne it sehen (s. 95), sonderu das Subjekt ist tum und time. 

Nach as and than kann it fehlen, nicht nnr in early modern Englisb, 
■wie P. meint (s. 102). In meiner Syntai, §581, ist dea bebandelt. In 
HO. 18, s. 105 gibt er ja aelbat ueuengliacbe beiapiele. 

Zu Sätzen wie What he feit, it ia impossible to guess bemerkt P.: 
In early Modem Englisb tbia use of it aeems to have been more freqnent 
(s. lOG). Er scheint danach zn glauben, dala ea im heutigen Englisch selten 
sei. Dies ist es jedoch nicht nur nicht, sondern dieses it kann nicht fehlen; 
Nur nach that-sätzen wird es iiicht gesetzt. 

Kapitel III beschäftigt sich mit dem objekt. 

Das direkte objekt ein leidendes eu nennen (s. 130), ist unzutreffend, 
da jedes objekt leidend ist. £heuso wenig baltbar ist, dals das indirekte 



n. ÜSTERRICHTSWESEN. 



277 



e a place 



I Baute 



I oigest V 



Objekt fast immer eine person bezeichne, und dafs, wo ea eine aache s 
diese in nnserni geiste aU peraon Torgestellt wurde (s. 131). 

Die stelle ans 1 Henry IV. ist ungenan angezogeo (s. 131). 

buy nie a couple of pair of trousers, make me a coat, find n 
aa Clerk ist ebenso llblich wie for me (a. 138). 

Der unterschied zwischen: He opened Ihe door for me und ti 
willkürlich, nnd ich miiij bekennen, dah icli mich dieser Willkür ii 
1904 erechieneneu Syntax in fj 71 echaldig: gemacht habe. Waru 
wie Set me the stoupa of wine upou that table an anderer Btelle (s. 133) 
erscheinen als he thnt killi me aii or seren dozens ot Scots (s. 131), würde 
mich wundern, wenn P. einen nicht schon daran gewöhut hUtte, Ensammen- 
gehSriges anBeinandergerisEen zn sehen. 

alongside ist nicht a eemi - prepositioual adjective (s. 137), aondem 
eine prSposition, und nicht« weiter. 

Selten ist of nach räumlichem ontaide nicht, wenn es auch häufiger 
fehlt ali ateht. F. hätte erwähnen sollen, dafs es auch zeitlich ist. Unter 
den heispielen, die near to belegen aollen, findet sich He waa one of that 
thorongh brced of misers that go*s near to make the vice respectable 
(s. IJt); das pafst aber gerade hier nicht; near te hätte ja near to making 
verlangt. Seine aufatellnngen über den gebTauch von to bei near acheinen 
mir wülkUrlich. 

dry Champagne ist nicht suis, sondern das gegenteil (>. 139, drittes 
heiapielj. 

DaTs like etwas von der nator einer konjunktion habe, wie P. a. 140 
meint, kann ich nicht zngeben; dagegen spricht gerade, waa er zar unter- 
atUtzong seiner ansieht beibringt, der verglich mit as; man kann sagen: 
be walked aa in a dream, aber nicht like in a dream; jenes kann man zn 
einem satze vervollständigen: as if he v 
nnr in der umgangsspracbe , denn diese e 
vorläufig wird dieser gebrauch aber noch n 
von ihm spricht auch P. gar nicht. 

In Sätzen wie he will have it that all Tirtues met in bis hero; he 
would have it that 1 must have known all bemerkt P.: "In these ^nota- 
tions tbere is an ellipsis of an antecedent so, and the clause tntroduced 
by that is, therefore, adverbial'' (b. 148). Diese annähme eines ao ist ganz 
überflüssig; vgl. unser: das Unglück wollte, dafs er mich sah. Der dafs- 
satz ist Objekt. 

Was er damit sagen will, dafa in to conduct oneaelf, betake oneself 
die Cürwürter are onl; ol^ecta in form, weil ersteres ^ to bebave, letzteres 
= to go (a. 150), ist mir unfafabar. Dann ist auch in he killed bintself 
dieses nnr der form nach objekt, weil es ^ he committed suiciile ist. 

Two pronominal non-prepositional ohjects are seldom found together, 
nnleaa the direct object haa atrong streaa, or is represented by it" (a. 154). 
Ich wiifate nicht, dafs bring them me (me unbetont), give me them (tliera 
unbetont) irgendwie aclten wäre. — Da to own immer lo vor dem ferneren 
otgekt verlangt, so gehSrt das beiapiel he owned it to me nicht nnter die, 



n a dream, dieses vorläufig 
sagt allerdinga like iu a dream; 
kUt allgemein anerkannt, nnd 



278 



n. ÜNTERRICHTSWESEN. 



WO ea unter umstHmlen fehlen iann, Dafs man neben to beg a person to 
do a thiDg sagt of a p. etc. ist eine einfache tateacbe, die mit der länge 
dea Bachobjekts gar nichts zu tun bat; ebenso ist ee mit to prepare a tb. 
toi a p. 

Die von seite 159 an gegcbeoe liste verliert dadurch sehr an wert, 
daA in unkritischer weise zeitwGrter, die neben einem onmittelbaren noch 
ein mittelbares objekt in der form eines uubezeiclmeten dativa haben, m- 
»anun enge werfen werden, mit aolchen wo das aachobjekt nur in form eines 
that-saties oder Infinitivs anftreten kann, wie in he cantioned me not to 
do it, be conjnred tbem to retire, he ordered them tu approach, he reqnesled 
lüm to leave; ferner dafs ganz veraltete filgncgen wie Nor wonld we deign 
him barial of hb men ohne kennzeichnang gegeben werden. Das iat Late 
modern Englisb? Was soll femer darin be had been disniis^ tbe Army, 
da dies ja nur an^laseung von from ist? 

Ich glanbe nicht, dal's to prescribe hente fiberbanpt je ohne to oder 
for vor dem personenobjekt vorkommt; dann ist der vermerk "more lunal 
ia the uae of to before the name of tbe person" ungenau (s. 161). Und 
waa sollen solche ganz vereinzelte fälle me he prevented him that troable. 
Bei to reatore ist to nicht das bänSgste. Unrichtig ist, dafs to yield in 
«inne von to fnmish to verlangt (s. 168). 

To telegrnph kommt bSnfig ohne to vor; ebenso to wire. To reproach 
for kommt nur mit gerunilium vor. Die behauplung, dafs to listen is 
aasociated with the prepoaition to, and with none other (s. 177) ist irrtüm- 
lich; to listen für = nach etwas ausborehen. 

Der nnterachied zwischen 1 listeued t« bim, wo to him proposttional 
objeot sei und be went to tbe gardeu, wo to the gardeo adverbial a^junct 
sein soll, wird wohl gewObnlichen sterblichen nnverstSndlich bleiben. 

Die liste der zeitwürter, vrelche to verlangen, ist sehr unvollständig. 
To iosist upon it that . . ist nicht selten. Die auTserordentlich mftii- 
oelige and wichtige festatellnng, in welchen fällen eine verbiodong von 
prSposition mit gerunditmi durch to mit iufinitiv vertreten werden kajm, 
an der ich jähre gearbeitet habe (siehe Erg. Gramm. §§ 576—586, Syntax 
§§1615—1621, hat sich P. etspart; er berührt die aache in acht reihen 
(a. 181). Hier hfitte sich sein Sammeleifer betätigen kCnnen. Es ist 
sonderbar, dafs seio schweigen mit dem aller anderen gramuatiker zn- 
s&mmen ßllt. Das war nooh aenland. 

Die wenig gründliche weise des Verfassers zeigt sich wieder in anf- 
stellungett wie : The English appositions are of three kiuds. a) Tbey are 
merelj another Uesignation of what ia expressed by their headword, e. g.: 
Joan of Are, The Haid of Orleans, b) Tbe; denote the substance of the 
perBons or thinga to which a n.onn eipreising a quantity, a nuniber or a 
meaanre refers; e, g. : a few persona, a little wine, a dozen shirte; aponnd 
reward. Gruppe a) und b) sind so verschieden, dafs, wer sie unter den ge- 
meinachaftlicben begriff apposition znsammenfaasen will, doch znerat eine 
begriffsbeatimmung von diesem gehen raiii's. c) Tbey denote a ipecimen 
of what ia eipresaed by their beadword, e. g.i tbe river ßhine. Waa den 
genannten drei fällen gemeinschaftlich ist, erfährt man nicht, ich kann es 



n. DNTEHB1CBT8WE8EN. 



270 



Weh Dicht ans ihnen ersehen. Noch verwickelter wird aber die Bocle 
dadurch, dafs er sagt, wartgrappen wie King ÄJtred, bis clerg^man conun, 
the niinstrel boy, Edward VIT, King of England, the King, a trained 
theologian, seien nicht apposition (s, 184). In The riverBhlne haben wir 
upposition, in Eing Alfred nichts das begreife wer kann! Denn niemand 
wird mit der begrUndang etwas ansafangen vermögen, dais in the foruier 
(King Alfred) the first noun qualiöea thesecond lihe on ordinarj adjectire, 
and in the latter Ihe secund noun with its modifiera (Edw. VII, K. of E.) 
represents an nndeveloped clause. Gerade solche, habe ich immer geglaubt, 
seien appositiouen. Aber die hoffnung, auCklärnng über grammatische be- 
grifFe bei P. zq finden, mnla man an/geben. 

" Dozen ia mostlj foilowed bj an apposition i. e. conatracted witbout 
tbe prepoaition of, when it ia preceded by the indetinite article or a de- 
finite nnmeral" (s. IST). Es rnnfs aber doch heil'aen: A doxen of these men, 
of the king's men? Zu viel ist mit der behauptnng, dafs half-dozen mei^t 
ohne of vorkommt (9. 187), gesagt. Die bemerkung über den gebrauch von 
of bei score leidet an denselben mangeln; ich verweise auf meine Schul- 
grammatik, §§ 372, 373. 

Dasselbe gilt ftlc die Über hondred nnd thousand (a. 189). Man mnls 
hundreds 1 , , , hundred 1 , 

aagen some (t^^n^^jids | "' P"?'^' *"" """"* thousand J P^^P'* = ungefähr 
100 (1000) lente ist. Diese bedeutnng von some erwähnt P. anch s. 192, 
dann hätte aber die fa^anng der regel s. 189 anders ausfallen müssen. 
Spalsbaft ist, wenn er sagt thna some has prebably the meauing of abüiit 
in: Äldworth was built some dozen years ago. Da« ist doch etwas mehr 
als wakrsclieinlich. 

Dasselbe gilt für: The foUowing sentence is ambiguons; He had lost 
some score ot gaineaa after dinner. Das heilst nur : einige scores in je 20, 
also 40—60; nnd für die Vermutung, dal's in 7216 bottles pickles, SOüO tons 
sardines of durch ein Tersehen des setzers weggefallen sei (s. 193). DaÜs 
die» kaufmännischer stil ist, hätte P. doch jeder englische Schreiber ver- 
raten kCnneu. 

The river of Shine in Esmond ist nur eine beabaichtigte altertämelei ; 
in der bibel heifat ea the river of Jordan, und in Schottland kann man das 
heute noch hören. 

S. 199 gibt P. ein beiapiel, the cry 'Lob trom Rome', und nennt dies 
a qneer instance of inconsistency ; dieser ausdnick ist aber nur a queer 
iUHtance of making rulea without fonndation; in meiner Syntax §852 hätte 
er die sache richtig dargestellt finden kfinnen. 

half vermisse ich ganz. 

300 foot, 400 borae erklärt sich am ungezwnngeuatcn durch annähme 
einer anslaasung von soldiers. 

Es iat kein grund, in go thy ways in ways nicht einen berechtigteu 
plural zu sehen, vgl. unser "Geh deiner wege". 

In zeitbeatimmnngen wie of a moming das "of" als verwechselt mit 
on anzusehen, wie P. Storm nachspricht, dazu ist kein grund; man ver- 
gleiche eines morgens, abends; de jour, de nuit. 



I 



280 



H. ONTEBRICHTSWESEN. 



To prevent the conftision that might arise from onr holh addreasing 
Lhc samc lady. Daza bemerkt P., man kann hier dio kOQBtmktion of üb 
nicht anwenden {s. 217). Du ist irrtUmlich ; mau kann ganz gut «agen: 
from both of UH etc. 

" Finally it mny be obserred Uint all (both) -|- possesBive prononn may 
stand for the genitive of a word-gronp coniiBting of all (both) 4- personal 
prononn" (a. 218). Unter genitiv kann nnr die Verbindung mit of gemeint 
lein. Setzen wir alao ein in : Yen will end by making both their live« 
miBerable, both their = of both them, so erbalten wir by making ot both 
them lives (b. 218). Ich hin genau nach dem rc7,ept verfahren. 

Warum to find nicht zu der grjppe der zeitwörter deem, esteem, 
count, reckon gehurt, verstehe ich nicht (b. 230). Zwischen I ihink it cold 
und I find it cold iBt doch nickt der geringste unterschied. 

as noch ausdrücken wie to acknowledge ai ist doch keine konjunk- 
tion! (a. 231). Der unterachied, den P. swischen to consider mit as und 
ohne as machen will {s, 233), ist aus der luft gegriffen. Im übrigen ist 
aber die zuaammenstellnng dei zeitwürter, welche as erfordern, oder er- 
lanban, »ehr dankenswert; ebenao die derer mit for, nur hätte angemerkt 
werden milssen, welche veraltet sind, wozu to declare for . und hail for . 
gehören. — Yon do me proud ist noch heute Volkssprache. Xach t« chooae 
ist (or ganz gewöhnlich; andererseits ist die behanptnng, dal's die zeit- 
wGrter des emennens und wühlcus for scheinen haben zu müssen, wenn dem 
hanptwort ein beeitzauüeigendes fUrwart vorangeht, wieder unbegründet 
(s. 236); ebenao dafa der gebrauch von to bei to promote selten sei. Ein 
einziger blick durch die spalten der London Gazette oder einer audcm 
milittlriBchen Zeitschrift würde F. belehrt haben, dafs He was promoted to 
captain stehend ist Solche behauptuugen zeigen doch, dafa die heutige 
englische spräche ihm nicht genügend vertrant ist. 

Die voranstellnng verneinender und beschränkender adverbialer be- 
stimmungen verursacht nicht, wie P. meint, the placing of the weak there 
after ihe predicate (6,261), sonst miifste es z. b, beifsen never there did 
he smile agoin, sondern nur vor to be oder intransitivem Zeitwort; der 
kempunkt der aache iat wieder verfehlt worden. 

Erstaunlich ist ferner; "When in a aeutence openiug with so a 
prononn-subject is modifled by all or both, the regulär word-order is 
■iways preserved" (s, 254). Dos beispiel "He likes to have bis owu wa; 
very well, repüed Colonel FttswilUam. Bat so we all do." beweist na- 
türlich nur, dafs nach 'so' die regelmäfsige Wortstellung statthat, wenn 
es das objekt zum Zeitwert vertritt, ob danach nun both oder all oder 
sonst was das aubjekt näher bestimmt. Dagegen kann es doch nur 
heifaen: You say you work — so do we all, Ebenao wenig atichhallig 
ist nr. 9; die erUrterung würde aber viel rauni wegnehmen, Waa soll 
aufserdem eine stelle ans Hamlet über den heutigen gehrauch tebren? 

Seltsam ist, dafs P, bei der erCrtemng der Stellung des Subjekts eines 
■atzes, der den Inhalt von etwaa gedachtem oder gesagtem wBrtlich wieder- 
gibt, den einzigen punkt vergtiJit, den hervorzuheben so nSlig ist, nämlich 




n. tJNTBRHICHTBWKSEIT, 

den, dar» die um Stellung, die ja Bonit ininier müglicb ist, nicht Riigelit, 
wenn der sat^ noch ein DumittelhareB objekt hat. Siehe meine Sjntax § IDT5. 

Die behanptnng: "Never is inrerEion obeeired in adyerbial clanses in 
nhich AB or thongli ia placed aftcr the principal wotd of the sentence'' 
(s. 263), widerspricht strack» den eine aeite vorher (s. 262) gegebenen bei- 
spielen wie Cheap as is tlib issue, the volamea aie pleasant to read. 

Vom wesen des satzadverbs hat P. keine klare vorsteliung, wna ihm 
mit den meisten grammatikem gemeinBclmttlich ist, sonst kilnnte er nicht 
in she referred gratefnllf to onr kiudneaa, both of üb glanced iDatiactiTelf 
dan'n, I did not save yon intentionall; (s. S03), Batxadrerbien sehen; drei 
viertel «einer beispiele pasaen nicht. Da» sieht man nach daraus, dafs ganz 
Dnz weif el hafte satzadverbien wie at all eveuls, undonbtedly, evidentl;, 
certainly, tmlf, of coarse, in fitct, enrely, nicht als solche, sondern ala ad- 
verbial adjnncta ot mood (s. Ö01/2) behandelt werden ; sie mufsten jedenfalls 
als solche jenen untergeordnet werden. Dafs 'also' meist dem hanptwort 
oder fUrwort, zn dem es gebfirt, vorangeht (s. 297), kann ich nicht engeben; 
liberbanpt ist, was sonst über Beine Stellung gesagt wird, wenig befrie- 
digend; also hat freie Stellung. 

Unklar ist mir die bemerknng, dafs das zn einem Zeitwort gehürige 
nmstandBwort hinter das ohjekt tritt, wenn man es aU verhftltniswort niifs- 
verateben konnte, z. b. in be smnggled wine in, he seemed to be thinkiDg 
the matter over (s. 275). Einem Engländer kann eiu solches mifsverständuis 
gar nicht zostoLseu, wenigstens nicht, wenn er den satz hurt. Damm kann 
er jederaeit sagen he smuggled in wine. be seemed lo be tbinking over 
the matter. 

" Ünharmonions is the placiug of claiiaes or predicative odnominal 
adjuncts betwcen a prononn-suhject and the predicate in snbordinate clauses " 
(s. 288). Das habe ich in der Syntai § 195G so ansgedrückt, wie ich glaube, 
zuerst and viel besser: "Das fUrwort darf (als Subjekt) nicht von seinem 
prüdikat getrennt werden, aufser durch kurse adverbien." Diese regel gilt 
nicht nur für nehensiltze. Dann fährt P. fort: Earle (Phil. §374) 
howerer writes: Ä surve; of English noaua would iudeed be deficieut 
which should omit that cnrt, stunt, ilang element to which we, aa a nation, 
are so remarkablj prone. Dieses however zeigt, dafs er diese Stellung des 
snbjekt-ftlrworts fUr die besonderheit eines Schriftstellers hält, was natür- 
lich nicht der fall ist. Bai mir heifst es g 1957: Nnr, wo dos pronomen 
betont (als subjekl) ist, kann es getrennt werden. 

Das satzadverb now kann eine frage auch eröffnen, braucht also nicht, 
wie P. angilit, dem fragewort zu folgen (s. 30U). 

Die bemerkuug: "in the ordiunry Bpoken langaage tlie prcpoEitioua 
tu and for raorlly precede the prononn, if it indicatcs a persou, Thus 
'the man to whom I had written' woüld be more usually aaid Ihuu 'The 
man whom I had written to'" iat anch befremdlich (s. 325). Im Umgang 
sagt man jeden tag the mau (who) I had written to. 

Ä three-year-old mare ist doch üblicher als a mare three years old! 

Wann ein partizip im Euglischeu seinem bauptwort vorantreten kann, 
dieser punkt iat bis jetzt nirgends genügend testgestellt worden; auch ich 



L 



282 n. ÜNTERBICHTBWESEN. 

habe Um in der syntai nur gestreift. Hier wäre P., der in seinem kapitel 
80 viel ÜberflÜBsiges bringt, gelegenlieit gegeben gewesen, etwas für die 
Wissenschaft des Nenenglischeu zn tan. Und wa« sagt er? £iceptioiis 
(von der nachateilnng) are nncommon (8.342). Deib ist kons, bündig — 
mtd falsch. 

Die von Stoffel willkürlich gemacht« nntetscheidnng swiscben no 
worse man than he niid uo woise a man than he bat P. gläubig äber- 
nommen. 

Es mnrs anerkannt werden, dals das besprocbene buch Ton riibm- 
lichem fleifse siengt und zu meist schon viel erörterten punkten der eng- 
lischea gramoiatik eine nUtülicbe nachlese briugt. Andererseits sind die 
darin euthnlteuen allgemeinen syntaktischen begriffe fielCacb so unklar, 
oder es wird über sie weggegangen, nnd sind die sprachlichen aufstcUnngen 
vielfach bo anfechtbar, ja falsch, dafs es als ein Terläfslicher fUbrer dnrch 
das gebiet des Englischen nicht gelten kann. 

BerUn. O. Krügei. 



m. NEUE BUCHER. 

In Dflutsohland erschienen vom 1. April bin 

SO. Juni 1908. 



1. Sprache. 



i 1640 hreg. v. M. Röster i 



a) DaiRH (Simon), Ortboepia angli« 
Brotanek. Halle, M. Niemeyer. 

Lloyd (Dr. Rieh. J-, H.A.), Northern English Phonetics, Grammar, Texte. 
Und ed. VI, 127 s. Leipzig, Teubner. M. 3,20. 

b) Thimm (W.), Das Relativpronomen in der Bibelübersetsung Wydils n. 
Pnrveya. Diss. Berlin. 'Üö. Ö4 s. 

Engt] (H.), Siiensers Belativsate. Diss. Berlin. 'Ü8. S2 a. 

Hering (F.), ZusammenstellnuKen über den zulässigen elliptischen o. pleo- 
naslischen Gebrauch der eDgliecbeu persünLichen l^ÜrwCrter. Progr. Ham- 
burg. '07. 43 s- 

Schoiz (E.), Der absolnte Infinitiv bei Shakespeare. Diss. Berlin. '08. 72 s. 

8chulze (E.), Das Hendiadyuin nnd Hendiatron in Shakespeare'« dramatischen 
Werken. Diss. Halle. '08. 53 s. 

c) Xellsr (J.), Grundlinien zu einer Psychologie des Wortes n. Satzes. 
Progr. Mannheim. '07. 42 s. 4°. 

Morris (John), Organio History o-l Engliah Words. Stralsburg, K. J. Trübner. 

M. 3,50. 
Rflstner (F.), Die franzüsischea Lehnwörter im Frllhneuenglischen. Diss. 

Harburg. '07. 5U s. 
Klump (Wilh.), Die alteng liscbeii Elandwerkernamen, sprachlich n. sachlich 

ertäntert Heidelberg, Winter. M. 3,60. 
HDlIir (Oberl. Dr.), Znm Bedeutungswandel englischer Wiirter. 28 9. 4'. 

Progr. Freiberg i/Sa. 

d) Jamu (William), Wörterbuch der englischen u. deutschen Sprache. 41. 
völlig nen bearb. n. verm. Aufl. Englisch- Deutsch u. Deutsch-Englisch 
in 1 Bde. XD, 592 n. 532 s. Leipzig, B, Tauchuiu. M. 4,50, geb. 
Lwd. 5, Ualbfhs. 5,50. 




ir, NEUE BUCHER. 

Hueiln y Arsiu (Hanptm. Prof. Cnrloa), Techiiisclioa IVBrterbnch in Deutsch, 
Euglisch, Französisch Q. Spnniich. XV, 720 a. Madrid, A. Homo, Geb. M. 10. 

Klugt (Frdr.), Seemannsspraclie. Wortgeachichtliches Handbuch deutBchcr 
SchifferauMlräcke älterer n. neuerer Zeit. In 6 Lfgn. 1. Lfg. s. 1 —160, 
Lex. &'. Halle, Bacbh. des WnisenhanBeB. H. 5. 

^^ 2. Literatur, 

W~ a) Allgemeines. 

la.) Haun (Fritz), LiteratHra-Bildnngwirbeit. 41b. Easen, Baedeker. M.0,60. 
Sautr (Prof- Dr. Aug.), Literaturgeschichte u. Volkskunde, Eektoratarede. 

42 B. Frag. Calye. M. 1,20. 
Dohrn (W.), Zur Theorie der Poeük, Dias. Mllnchen. '07, 61 s. 
Mitkop (P.), Das Wesen der Lyrik. Diis, Heidelberg. '07. 54 s. 
Keilsr (Heinr.) u. Kalltn (Tony), DerBoraan. Geacbichte, Theorie n. Technik 

des Eoniana n. der eriähl. Dichtlinngt. 3. yerb. n. verm. Anfl. der Theorie 

des Bamans. XIV, 509 s. Essen, Fredebeal & Koenen. M. 4, geb. 5. 
bb) Schipper (JA Beiträge n. Studien zur eDgUschen Kultur- u. Literatur- 
geschichte. X, 371 8. Wien, C, W. Stern. M. 8. 
Gaittter (0,), Religion n. Aherglanbe in den mittelenglischen Venromauzen. 

Dba, Haue. '08. 82 s. 
Sehapar (H,), Der 3Qj&hrige Erieg im Drama u, im Roman Englands. Ein 

Beitrag zur Gesch. der titer. Beziehungen zwischen Dentsi:lilaDd u, Eug- 

Iftüd. Progr. SohGnlanke. '08, 40 s. 4". 
FDarilar (E,), Die Franeufrage in den Eoroanen von George Egerton, Mona 

Caird u, Sarah Grand. (Beiträge zur englischen Literatur neuster Zeit.) 

I. T. Disa. Marburg. '07. 49 s, 
MBIIar (G, H.), Beiträge zur dramatischen Cleopatra-Literatur. Progr. 

ScliweinfnrL '07. 39 s. 
cc) LiebttbrFal«, italienische n. englische. GesamDielt a. m. e. Einleilg, 

hrsg. V. Paul Seliger. TiteUchinuek v. Walt. Tiemann. XII, 544 b. 

Leipzig, Zeitler, M, 5,50, geb. 7. 



b) Literatur der älteren Zeit. 
Darts and Diciyi. Griffin (N. E.), Dares ajid Dictys, an introdaction to 

ihe Blndj of medieval versioDB o( the Btorj of Troj. Diss. Baltimore. 120 s. 
Blbttvaraionan, die germanischeu. (Ulfilas^ Angelsachsen, Kotker, Interlinear- 

glossen, niittelbochdentBche Bibel Versionen.) Text m Urschrift n. dent- 

Bcher übersetzg. Leipzig, Verlag Lumen, M. 23. 
Arundal-Psaltar. Oesa (G.), Untersuchungen zum altengliscben Aruodel- 

Psaller, Disa, Heidelberg. '08. 39 a, 
Alfred. Mtlnch (R,), Die sprachliche Bedeutung der Geaetzsanimlung Künig 

Alfreds des Grolaen. Auf Grund einer Uiitersucbiing der HandBchrifi H 

(TextuB Boffensia). Progr. Dilgaeldurf, '08, 38 s. (Halle, C. Ä. Kaem- 

merer & Co. M, 0,80.) 

I angelsScbs, Gedicht 

Judith. Tenber(V.), Die mittelalterlichen Gedichte vou der Jmlith in 
ihrem Verhältnisse zn einander untersucht, Progr. Komotan, '07. 19 a. 

Phoanlx. Schlotteroae (0.), Die altenglische Dichtung Phoenix. Bonn, 
üaustein, M, 5. 



284 m. NE1TE bCcheb. 

Siwl» Ward«. Wagner (Dr. Wtlbelni), Sawlen Wunle. Kritische Text- 

Amg. anf Onmil aller HandscUriften m. Einleit^r., Anm,, n. OtosB&r. V. 

LXJmi, 107 8. Bonn, Haiutein. K. Ö. 
Wim. Ulbricb (A.), Über das Verbältnis von Wace's Boman de Brnt tn 

seJDer Quelle, der Eiatoria rcgnm Britanniae des Gottfried v. Monmoutb. 

Diss. Leipzig. '08. 79 s. 

c) Literatur dea 16.— 18. Jabrhnnderta. 
ShakaipMrt (William), König Lokrin. Trauerspiel. DenCsche Übersetzg. 
m. literarhist. Einleitg. u. Änmerkgu. t. Alfr. NoBbner. LI, 138 b. 
Berlin, Paetel. M. 3,75, feb. 3,75. 

— ßneitt (Dr. Änselm), William ShalieBpeare. Sein Leben, seine Dicbtong. 
184 a. Berlin H. Seemann, Hachf. M. 1. 

— Wolff (Dr. Max J-l, ShokeBpeare, der Diebter n. sein Werk, 2. Bd. 
m, 47Üa. München, Beck. M. 5, geb. M.6; in Halbkalbled. 8,50. 

^ HoUer (Ob.-EealBch.-Prof. Gast), Shakespeare im Lichte der neusten 
Fonchnng. Eine Studie. 33 s. Karlsmhe, F. Gntsch. M. 0,60. 

— Qoll (Ä.), Verbrecher bei Shakeapeare. Mit Vorwort von Prof. Dr. F. 
V. Liset. Ubertr. t. Obw. Gerlotf. m, VI, 212 8. Stuttgart, A. 
Juncker. M. 4, 

— AlbertB (Dr. Wilb^, Hebbels Stellung zu Shakespeare. VII, 78 3. 
Berlin, A. Duniker. M. 2, 8ubskr,-Pr. 1,70. 

(ForMhungen zur neueren Lit., hreg, v. Prof. Dr, F. Mnncker. XXXUl) 

— Wendung (E.), Qoetbea Bühnenbearbeitung von Romeo n. Jnlia. 
Progr. Zabem. '07. 22 s. 4". 

~ BösBer (R.), Shakespeare's Romeo and Jnliet in franzSaiacher Bear- 
beitung. Dias. Rostock. '07. 132 s. 

Popa (Alex,), Der Lockenranb. Ein kom. Heldengedicht Mit 9 Zeich- 
nungen T. A. Beardsley. Üben, v. Rnd. Alex. Schröder. IV, 49s. 
Leipzig, lusel-Verl. In Pappbd. M. 14, VorengBanag. in Kalbldr. b. M. 40, 

Olway. Falke (J.), Die dentachen Bearbeitnngen des "Geretteten Venedig" 
von Otwaj. (1002.) Diss. Bostock. 'OC. b'i s. 

Wychtrlar- Qaaas (C), Willitim Wycberle; als Mensch n. Dichter. Dias. 
Rostock. '07. 231 B. 

d) Literatur des 19. Jahrhunderts. 



Shalley (PercyB.), Prometheus nubound. A Ivrical dramn. Testausg. m. 

Einleitg. n.Kommentarv.B. Ackermann. Heidelberg, Winter. M.3,40. 
Wordiworlh. Lienemann (K.), Die Beieaenbeit von Wüliam Wordsworth. 

Kap. I. Englische Literatur liis Dryden. Diss. Berlin. '08. 55 s. 

— Sanftlebcn (F.), WordBworth's "Borderers" n. die Entwickelnng der 
nationalen Tragödie in England im 18. Jhdt. Diss. Bostock. '07. 56 s. 

ColMidg« (H.). Flehinger (Ä.), Hartlev Coleridge. Diss. Freiburg. W. 

101s. 
Tbackeray. Frisa (Dr. Heinr.), Deutsche Kulturverhältniwe in der Anf- 

rasjung W. M. Thackerajs. X, 78 a, Wien, BranmÜUer. M. 2. 
(Wiener Beiträge aur engl. Philo). 27. Bd.) 

— Werner (R. M.), Der EiaHnla der deniseben Literatur auf W. M. 
Thackeray. Progr. Teplitz-Schönau. '07. 36 s. 

Barralf-Srowning's (Elizabeth) Sonnette nach dem Portugiesischen, übertr. 
durch Rainer MariaRilke. XLIVb. Leipzig, Insel- Verl. M. 3, geb. 4. 

— Jacobi (Bemh.), Elizabeth Barrett Browning als Übersetzerin antiker 
Dichtungen. MUuster, H. ScbOningh. 

Garifif. Winther (F.), Carljles litterarische Kritik u. deren erzieherische 
Tendenz. Progr. Freibnrg i/ B. '07. 60». 4". 



rn. NEUE BÜCHER. 285 

■Twnyion. Eaoch Arden. Übera. v. F. W, Weber. 4. Aufl. 48b. Pader- 
born, Schüaingh. Geb. M. 1,G0. 

Patsr (Wale). Marius der Epiknräer. Rom«u in 2 Bdn. Aüb dem Engl. 
T. F. P. Greve. Leipzig, Insel-Verl. M. ti,50. 

ÜBrcdlth (George), Gesammelte Romane. 4. Bd. Die tragischen KoniUdianten. 
Eine Studie nach einer wohlbekannten Geschichte. Obertr. v. Julie 
Sott eck. 249 s. Berlin, S. Flacher, M. 3,50, geb. 4,ä0. 

Shaw (Bemard), EapitSn Bra^bonnda Bekehriuig. Ein Abenteuer in 3 
Akten. Deutsch t. Siegfr. Trebitsch. 148fl. Berlin, 8. Fischer Ted. 
M. 2,50, geb. 3,50. 

— Der Liebhaber. KomBdie. Deutsch v. Siegfr. Trebitsch. 135s. 
Berlin, S. Fischer. M. 2,50, geb. 3,50. 

— Kttnalilerliebe. Boman. Ans dem Engl. t. Alfr. Brieger n. Wilh. 
Cremer. 554 s. Berlin, Dr. F. Lertermann. M. 6, geb. 7,50. 

Kipling. Hermann (Geo.), Badyord Kipling. BerUn-Ch., Vita. M. 0,50. 

bb) Collcctlon of Briliih Authori. Leipzig, Tanchnitz. je M. 1,60. 
4038- Castle (Agnes and Egerton), Ftewer o' the Orange, aud other 

Stories. 
4029—30. Croker(B.M.), TheCompanj'aServant. AEomance of Southern 

India. 2 yoIs. 
4031. Pemberton (Mai), Wheels of Anarchy. The Stary of an 

AsaaBsin, as recited from the papers and tlie personal iiarratiro 

oC his secretarf, Mr. Bruce Ingersoll. 
4032—33. Crawford(F.Uarion), The Primadonna. Ä Seqnel to "Soprane". 

2 vols. 
4034. Chesterton (G. K.), The Mau who was Tlinrsday. ANightmare. 

4035—36. Bnrnett (Frances Hodgson). The Shuttle. 2 vols. 
4037- Grand (Sarah), Emotional Moments. 

4038— 3Ü. Hnnt (Tiolel), White Rose ot Weary Leaf. 2 vola. 
4040. Phillpottfl O^den), The Hnman Boy Again, 
4041—42. Parker (Gilbert), The Weavers. A Tale uf England and Egypt 

of 50 years ago. 2 vois. 
4043. Kita, The Millionaire Girl, and Other St«ries. 
4044—45. Danby (Frank), The Heart of a Child. Being passoges from 

the eariy life of SaLly Snape, Lady Kidderminster. 2 vols. 
4046. Pastare (Mrs. Henry de la), The Grey Knight. Au Antnmn 

Love-Story. 



iehungs- nnd Unterrichtswesen, 
a) Allgemeines. 



1 soU. 



Leipzig, 
Berlin, L. Simion 



l. Marre. M. 0,50. 
Bri«tfl an Eltern, V. Delphobe. J, L. 0. 2. Anfl. 

Sacht. M, 2. 
Erzieh ungikuntt, die, der Mntter. Ein Leitfaden der Krziehuogslebre. 124 s. 

M.-Gladhach, Zentralstelle des VolksTereuiE f. d. kath. Dentechiand. In 

Leinw. kart. M. 0,75. 
Kay (Ellen), Mutter n. Kind. Berlin, Pan-Verl. M. 1. 
■flller (A.), Über Erziehung im Elternhaus bis zum Beginn der Schulpflicht. 

Progr. Biebrich a.'Bh. '08. 19 b. 
Schallar (Lehr. Frz. Xaver), Die Erziehg. dea Eiuiles im vorschulpflicbtigen 

Alter. Vortrag. 63 s. Ängshnrg, Lit.-Inat. t. Dr. Huttlor. M. 1. 
P«lligk«lt (W,), Das Recht des Kindes auf Erziehung. Dresden, 0. V. 

Böhmert. M. 1,60. 
Petzel (Erich), Eltern Vereinigungen. HüucLen, Süddeutsche Monatshefte. 

M. 0,60. 
Pirkminn (J.), Die wissen sc haftlichen Grundlagen der Pädagogik, Progr. 

Wien. 'OS. 20 s. 





286 ni. KBUB bDchbe. 

Cvnnd (Sem. -Dir. P.), Qrandzüife der PSdn^ogik n. ihrer HilfswissenschiLfteü 
in elementarer Daretellg:. IL Tl. Eletnentfi der Ethik n. allgem. Päda- 
gogik. 2. Verl), n. venn. Anfi. 4 Uga. VI, 443 s. Chur, Schnler. SL 4,80, 
geb. iu 1 Lw.-Bd. M. 5,60. 

mide'i (VinEenE Eduartl) Lelirbnch der allgem. ErEiehimgeknnde. Bearb. 
V. 8flm.-Dir. G. K. Kahl. 13, XII, 214 n. VUI, Iffi ». Paderborn, 
SchQningb. M. 2,80. 

WalUel (A. D. C. S.), Pädagogik f. techniache Lehranatal ten. Wien, A. 
Earüeben. M. 3. 

Manch (Geh. Beg.-R. Prof. Dr. Wilh.), ZnkiinttdpBdagn^k. Berichte u. Kri- 
tiken, Betrachtongen o. Vorschläge. 2. umgearbeitet« u, auf den dop- 
pelten Umfang erweit. Aufl. VIII, 373 s. Berlin, Reimer. M.7, geb. 8. 

BluB (Gymn.-Dir. Prot. Dr. Altr.), Pädagogik q. Poesie. Vermiachte Aof- 
eStze. 1. Bd. 2. Aufl. K, 843 a. Berlin, Weidmann. M. 6. 

Schräg (UadchenrealBch.-Rekt. Dr. Arnold), Schnle, Leben a. Bildiug. Vor- 
trag. 19 a. Bern, A. Franeke. H. 0,50. 

b) Geachichtlichea. 

HtrtRiann (Ernat), Syatenint. Hepetitorium der Qeach. der Pildagoeik in 
Frage Q. Autwort f. d. pSdagog. Prüfungen. Berlin, G. Frenkel. M. 3,80- 

Lack«. Pechtner (Dr. Ed^, John Luckea 'Gedanken üh. ErKiehung' dar- 
gestellt n. gewürdigt. 2. umgearb. a. ergänit« Anft. 64 a, Wien, 
Holder, M. 1 30- 

Reustgau. Zabel (E.), Die sosiale Bedeutung v. J. J. Eousseaiu ErEiehonga- 
theorie. Prngr. Quedlinburg. '08. 22 a. 4°. 

Rochow't (Frdr. Eberh. t.) sämtliche pädagog. Schriften, brsg. t. Schnir. 
Dr.FritzJonsB n. Lehr-Frdr. Wienec\e. U. Bd. V, 396s. Berlin, 
Reimer. M. 9. 

Salzmann'i AmeiaenbUchlein od. Anweianng zu e. vernünftigen Erziehung 
der Erzieher. Für Schule u. Haua bearb. v. Heg.- u. SchiDr. Dr. Wim- 
mera. 7. Aufl. lila. Paderborn, Seh ümngh. M. 0,60, 

Molmann. Pieper (Jos.), Felix Molmann od. daa Leben n. Wirken einea 
chriatlichen Mustererziebers vor 100 Jahren, 5, Anfl, 08 b. Paderborn, 
Schöningh. M. 0,50. 

Putalozzi. EaBenstab (Dr. Bened. Max), Die religiösen Ideen PestaloEsia. 
V, 80 8. Berlin, R. Trenkel. M. 2. 

Ktrbart. Willera (F.), Die paychologische Denkweise Eerharta in seiner 
Schrift, 'Briefe üb. die A]iw«ndang der Psychologie auf die Pädagogik' 
im Verhältuis zu der modernen physiolog. Paychotogie. Progr. Ewieben, 
'06, 46 a. 

— Proaeuc (F.f, Eine vergleichende DarateUnng der psychologischen 
HaaptlehrenbeiEerbart u, Lotze. Progr. Mähr. Weisakircben. '07. 298. 

Olkonotnot (Dr. Chtiatoa P.), Die pädagog. Anschauungen des Adamantios 
Eorais n, ihr EinllnrB auf d. Schulwesen u, d. polit. Leben Griechenlands, 
nebst e. Abrifs der geschieht!. Entwickelnng des griech. Schulwesens v. 
1453-1821. XI. 116 B. Leipzig, Deichen Nacbf. M. 2,80. 

Bock (Otto), Die Heform der Erfurter Universität wShrend des SQj&hrigeu 
Krieges. VH, 106 a. Halle, M, Niemeyer. M, 2,80. 

Dlrierich (Jui. Bhard.) u. Bader <Karl), Beiträge zur Gesch. der UnivenititUn 
Mainz u. Qicfaen. VIU, 532 a. Oierseu, Roth. M. 5, geb. 6, 

BeitrKiie zur heasiachen Schnl- n, llniTersttätsgeachichte. Hrsg. v. DD, 
Stadtptr, D. W. Diebl u. Prof. A. Messer. 1. Bd. 3. Hft a. 249—380. 
Giefsen, Roth. M. 2. 

Luri (Gymn.-Lehr. Dr. Geo.) , Kittelsebulgeachichy. Dokumente Altbayema, 
einschl. Regensburgs, ges, n. m. e. geschicbtl, Überblick versehen. 1. Bd, 
Gesch. Überblick u, Dokumente bis zur Hitte de8 16, Jbdta. XI, 348 s. 
Berlin, A. Hüfmann & Co. M. 9. 

2. Bd. 2. Hälfte dea 16, Jhdts. bia zur Säkulariaation. Ym, ^Os. 

Berlin, A. Hofmanu & Co. M. 10. 

(Monumenta Germaniae paedagogica. XLII. Bd.) 




III. NEUE bGcHBB. 



LItrminn (Dt. OttoJ, Daa Lyceum Carolinnm. Ein Beitrug anr Gencb. dea 

BildungsweseiiaimGroraherEogt. FranMort. Progr. 70 s. Frankfurt a/M., 

Gebr. Knaner. M. 2. 

c) Psychologie. 
GBupp (Prof. B«b.), Psychologie des Siudea. Mit 18 Äbbildgn. YI, 154 a. 

Leipzig, Teubner. M. 1. 
Blumtr (Gertr.) n. Droaiehcr (Lili), Von der Gindereeele. Beitrage tut 

Einderpsychologie ans IHchtg. n. Biograpliie. VIU, 429 s. Xieiptig, R. 

Voigtländer. M. 6, geb. 7. 
Pr«)i«r (W.), Die Seele des Einde«. Beolacbtungen Üb. die geilt. Entwicke- 

Inog des Menschen in den ersten Lebensjoliren. 7. Anll. Nach dem Tode 

des Verf. bearb. u. hrsg. v. Earl L. Subaefer. XVI, 424 s. Leipzig, 

Grieben, geb. H. 10. 
0»t«rBi>iin (Geh. Rm'.-R. Prov.-Schnlr. Dr. W,), Psychologie, IV, 92 a. Olden- 
burg, Schulze. M. 1, geb. 1,40. 
SchlBts (ßeg.-R. Dir. Dr. H.), PropOiIeatik der Psychiatrie f. Theoloiren n. 

Pädagogen. Mit e. Vorwort v. Prof. Dr. H. Swoboda. Vm, 125 s. 

Wien, fi. Kirsch. M. 3. 
Maumann (Prof. Dr. E.), Intelligenz n. Wille, vn, 293 ». Leipzig, Quelle 

& Meyer. M. 3,80, geb. 4,40. 
Zle(l«r (Prof. Dr. Theob.), DasGefUbl. Einepejchol. Untersuchg. 4. durchges. 

n, verb, Aufl. VII, 386 s. Leipzig, Göschen. M. 4,20, geb, 5,20. 
Lucka (Emil), Die Phantasie. Eine psychol. üutersnchnng. Vn, 197 s. 

Wien, W. Braamüller. M. 2,50. 
Sidlmiyar (H. St.), Die Apperzeption. Ein Kapitel ans einem Lesebnche der 

Psychologie. Progr. Wien. '07. 12 s. 
Schul» (E.), Über Wesen u. Fürdemag der Auftnerkaamkeit. Progr. Hom- 
burg V. d. Höhe. '08. 35 s. 

d) Geaundlieitapflege. 
Handbuch, encyklopOdisebes, der Heil pttdagogik. Hrag. v. A. Daonemann, 

H. Schober tt. E. Schnlze. lOLfgn. Halle, Marbold. je M. 2,50. 
Klauka (Reg.- a. Scbulr. P.), Gesund hei tslekre f. Schulen, 2. Aufl. VIU, 

96 s. in. 44 Äbbildgn. DlSaaeldorf, L. Schwann. Kart. M. 1. 
Ciirny (Prof. Ad.), Der Arzt als Erzieher des Kindes. Vorleanngen. 2. Aufl. 

in, 103 B. Wien, F. Deuticke. M, 2. 
BlumanbBch (Schnlarit Dr. Edmund), Zur Hygiene der Schuljugend im Eitflm- 

h&tise. 182 a. Eiga, Jonck & Poliewsky. M. 2. 
Fora! (Tomi. Prot. Dr. Aug.), Die Gehirnhygiene der Schiller. Vortrag, 

(Schritten dea VereiuB f. Schulreform.) 29 s. Wien, Manz. M. 0,85. 
Wallber (E.), Die Schnlreise, ihre Theorie, ihre Geschichte Q. ihre Bedeute, 

f. die Praxis des Unterrichts a. der Erziehung. Karlsruhe, Reiff. M. 1. 
Hautbarg (H.), 20 Jahre Schulreiaen am Eatbarineum, Progr. Lübeck, 

'08, 30 8. 4°. 
Kvhlrauich (Christian), Deutsches Turnen. Vortrüge u. Lehniläne. 1, Bd. 

XI, 532 s. Magdeburg, Friese & Fuhrmann. M, 12, geb. 13,50. 
Hsrn (A.), Über den Wert des Schulturnens. Progr. Wien. '07. 15 s, 
Schanckandorfl (E. 7.) u. Heinrich (Prof. J), Ratgeber zur Pflege der kürpoi^ 

liehen Spiele an den deutschen Hochscbolen. 3, verb, AuQ, 11, 56 b. 

Leipzig, Teubner. M. 0,80. 
Salmann (L.), Die Pflege dea Jugendapiels in DeaUchland. Progr. Brtlun. 

'07. 4 ». 



fc 



n der Mittelschnle. Progr. 



288 Ut. NEUB BÜCHBB. 

pBlsk (A.), Über dieBedeutnng-defl JugenilBpielsa 
Igku. '07. 3». 

Landtiadl (A.), Cricket. Für den Jagen dapi elbetrieb eingerichtet. Progr. 
Wien. W 16 a. 

Dely (A.), Die sexuelle ErzieLong der Kinder. 16 s. Dni, Fran Adele 
Pollitk (Leipzig, Leipziger Buchdruck erei). M. 0,30. 

Rlch(ar (E.), Was jeder Jonge wissen sollte! Schlichte Worte der Beleh- 
rung u. Wamuue f. unsere Knaben. 29 s. Leipzig^ KGlz. M. 0,15. 

Tauton (Prof. Dr. K.), Über «eiuelle Verautworllichkeit. Ein Vortrag vor 
Abilnrienten. 24 s. Leijizi^, J. A. Barth. M. 0,30. 

Brenneck« (Son.-B, Dr.), Freiheit! Ein offenes Wort mrseinalen Frage an 
Dentachlands Jngeud. Vortrag. St a. Magdeburg, Faberscbe Buchdr. 
M. 0,50. 

Walter (Prof. Dr. Frz.), Die sextielSe Aufklitrung der Jugend. Notwendig- 
keit, Schranken u. AuawHchse. 2. verm. Äofl. 247 b. DonanwDrtn, 
Aner. M. 2, 

Uaberminn (Prof. Dr. L. t.). Au die akademischen Bürger u. Abiturienten 
höherer Lehranstalten. Znr Aufklärung in sexuellen Fragen. Im Auf- 
trage der med. Fakultät der Univ. Budapest verf. m, 23 b. Halle, 
Harhotd. H.0,40. 

SIernthal (Ob.-Arzt Dr. Alfr.), Geleitworte zur Fahrt in dos Leben. Vortrag 
TOT deu Abiturienten aäintl. höherer Lehranstalten in Braanschweig. 
2. nnveränd. Aufl. 19 s. Leipzig, .T. A. Barih. M. 0,50. 

Werlher (Oberarzt Dr.), Hütet Euch! Ärztliche Mabnworte an unsere Söhne 
heim Eintritt ins Leben ! Rede an d. Gymn.- Abiturienten geh. im Auftrage 
das Ratea zu Dresden, am 14. IH. '08- Dresden, Köhler. H. 0,90. 

Höllischer (Dr. A.), Alkohol u. Kind. (I.-IO. Taus.) 31b. Berlin, Deut- 
scher Arbeiter- Abatinentenbiind. M, 0,10. 

Knapelln (Prof. Emil), Alkohol n. Jugend. Nach e. Vortrage vor den Ober- 
klasaen der Heidelberger UittelscTmlen. 17.— 20. Taus. 16 b. Basel, 
Schriftstelle des Alkoholgegnerbundes. M. 0,10. (Partiepreise.) 

Alkohol n. Wehrkraft. Ein Belehrunga- u. Hahnwort an die jungen Soldaten 
zn Lande u. zu Wasser. 15 a. Berlin, Mfifsigkeits-Verl. iL 0,10. 

Slllle (S«n.-R. Dr.), Alkohol u. Lebensdauer. 88 s. Hamburg, Deuteohlands 
Qrolsioge. 11. M.O.iö. 

Ponlckau (Prof. Dr. Eich,), Gedanken zur Methode des Kampfes gegen den 

Atkoholiimus der Jugend. 59 s. Dresden, 0. V. BSbmert M. 0,60. 

(Scblnfa folgt.) 



Leipzig. 



Panl Lange. 



ISHALT. 1^ 

li. WanlwDTth Hnvihc, Bsonnlt, m Old EnaUih Epia trinilatod lotD Hodan 

EDgUth Pnn (Kliober) - . . . . UT 

Hcllon, Tha Rhilorle ot J. Dt-Dii(-a Viru (Ktodcr) 9» 

Htdukid. Eg(Liih Poeini ulKlcd mnd edited vllb lIlnilrallrB and eipluutory 

nolMind llibliogr.phlt. (Noil) WO 

Möller, ttnl«Bn Bon» -The Lul ot Tli» Bmom'' (Knu) .Kl 

MoDlgaincrr. K. U, Ttu 0>rdLuI'a l'xro 1 I . . 3et 

OUtar, Th> TinayuTd \ . . Mi 

UiUlwaU, Tbroogh Sditd«'« äalea . . I» 

liaei», ChlBklfl'i Fi.t I ,„ . , I ■ «* 

FloKbor, Tlu. Tiireibiog Fioor ( i^tU) i , . «» 

Holdiwonh, The Iroo Uilei . . Kt 

RalbniB-Biiwitidi, A Clo» Hlun . . . Mt 

%Ta[d. UUly wd OUy OT A HoUdar AmoDg tbeüanDUlui J l . . IH 

lt. foDliöe , A arunmer ot Lala Üoim Eng'ueh. ' Tarl 1,* Tbc SsnrcDw.* Leo^ 

tJOD 1. Bleoenti a( the SanteDae (Krngor) 1» 

ni. NeiiB UUoher ttt 

Herausgegeben von Prof. Dr. Mix Friedrich Mun in Frankfurt «/M. 

Vvlag voB Uu KlsmeyaT, Hallo. - Diaok tod Xhtbudl Kanal, Hall*. 





Si.X, 



I SPRACHE UND LITERATUR. 
The Shakespeare Apocrypha, bcin(f a Colledion of fourteen Plays 
which have hcen ascriled to Shakespeare, edited, with In- 
troduction, Notes and Bibliography by C. F. Tucker Brooke, 
B. Litt. Senior Demy of Magdalen College, Oxford. Oxford, 
at the Clarendon Press, 1908. LVI und 456 S. 
Diese sanimlung pseiidosliakespearescher dramen enthält 
folgende vierzehn, am häufigsten mit Shakespeare in Verbin- 
dung gebrachte dramen: Arden of Feversham — Locrine — 
Edward III — Mucedorus — Sir Jolin Oldcastle — Thomas 
Lord Cromwell — The London Prodigal — The Puritan — 
A Yorkshire Tragedy — The Merry Devil of Edmonton — 
Fair Em — The Two Noble Kinsmen — The Birtb of Merlin 
— Sir Thomas More. 

Der echtheitsfrage dieser dramen gegenüber nimmt Brooke 
vernünftiger weise einen durchaus skeptischen Standpunkt ein, 
von dem er nur zu gnnsten einiger Szenen des "Sir Thomas 
More" hypothetisch abweicht: Wben we consider this part 
of Sir Thomas More in its poetic, and particularly in its 
dramatic and personal aspects, taking into account the play's 
probable date and the probable Company by whicU it was 
acted, it is hardly posaible to withstaud the conviction that 
if Shakespeaie was ever concerned with any of the apocryphal 
plays, then surely it was with thls (p. LIII f.). 

«oglk, fi«lbUtt XIX. X9 



290 I. BPRACHE D. LITKKATDH. 

Den auf den ältesten drucken beruhenden texten der 
dramen sind am fufs der seite die Varianten der späteren 
drucke des 16. und 17. Jahrhunderts beigegeben, sowie die 
Brocke beachtenswert erscheinenden besserungsvorschläge der 
modernen kritischen ausgaben. Wurde eine dieser emenda- 
tionen in den text aufgenommen, so steht die ursprüngliche 
lesart in dem kritischen apparat. Durch diesen engen an- 
schlnls an die älteste Überlieferung hat Brooke manchen fehler 
der früheren ausgaben beseitigt. Eine stelle der dramatischen 
biographie des Lord Cromwell zum beispiel ist mir erst in 
diesem neudruck verständlich ge^^orden, weil Brooke einen 
nur in den beiden quartausgaben stehenden, schon in der 
Shakespeare -folio von 1664 fehlenden und von keinem der 
modernen herausgeber beachteten vers, auf den sich die nn- 
mittelbar folgenden worte Friskiballs beziehen, endlich wieder 
eingesetzt hat (I 3, 76, vgl. Notes p. 426). 

Bei der herstellung des ''Locrine"-textes hätte der heraus- 
geber m. e. unbedenklich für Mouing (115,5) die von mir 
vorgeschlagene, durch das plagiat des "Selinins"-dicbtfirs ge- 
stützte besserung Mowing einführen dürfen (vgl. Shakespeare- 
Jahrbuch XLI, 197). Eine kurze besprechung hätte ein alter 
fehler der Überlieferung odei-, was aus metrischen gründen 
wahrscheinlicher ist, schon des dichters von "The Birth of 
Merlin" verdient: der von Vortiger ermordete Brittenkßnig 
ist ni 6, 137 fälschlich Constantine, IV I, 277 ff. richtig 
Coustantius genannt. 

Die annierkungen Brookes sind sehr knapp gehalten, sie 
beschränken sich fast gänzlich auf textuelle und sachliche 
erklämngen, während die literarischen fragen kaum berührt 
sind. So vermifst man z. b. in den anmerkiingen zu "Locrine" 
jeden hinweia auf die merkwürdigen, von dem herausgeber 
nur in der einleitung flüchtig erwähnten Spenser-plagiate 
dieses trauerspiels, die keineswegs, wie Brooke (p. XVint) 
anzunehmen scheint, auf die "ßuins of Rome" beschränkt 
sind! Es sind doch nicht jedem benützer dieses neudrucks 
die Notes and Queries-artikel Crawfords oder mein von 
Brooke übrigens nicht erwähnter aufsatz im Sh.-Jahrb. XLI, 
193 ff. oder, was das nötigste wäre, die von dem englischen 
herausgeber ebenfalls nicht beachteten wichtigen mltteilungen 
Brotaneks über Tiecks "Locrine "-Studien (in dieser Zeitschrift 




L 8PHACHB ü. r,ITEBATDR. 291 

1202 ff.) znr band. Bei der "Yorkshire Tragedy" ist nicht 
bemerkt, dafs die worte des mörders: 
DiaiDes and djing men may talke of hell, 
But in mj heart her seuerall torments dwell (Sc, 3, 104 f.) 
nacli Ward vol. II pp. 232, 483 aum. 2 auch in Thomas Nashe's 
"Pierce Penilesse" und in Marston's "Insatiate Coimtess" zu 
lesen sind. Durch diese unerfreuliche Sparsamkeit des heraus- 
gebers entgehen dem henützer seines buches viele interessante 
literarische beziehungen. 

Hinsichtlich autorschaft und entstehungszeit der einzelnen 
dramen läfst sich Brooke selten auf unsichere Spekulationen 
ein. Neu waren mir seine Vermutungen, dafs Peele als Ver- 
fasser von "Edward ni" in betracht kommen, und dafs Marston 
an der komposition der komödie "The Puritan" beteiligt ge- 
wesen sein könnte, wobei er sich für das köiiigsdrama beson- 
ders auf technische und stilistische ähnlichkeiten mit Peele's 
"David and Bethsabe" (p. XXIII) und für die bürgerliche 
komödie auf gewisse Übereinstimmungen mit "Eastward Hoe" 
stützt (p. XXXI f.). Eine genauere prüfung dieser annahmen 
ist noch zu liefern. Den Verfasser des "Locrine" möchte 
Brooke in Robert Greene erkennen nnd diese tragödie — in 
Übereinstimmung mit meinen ihm nicht bekannten ausfüb- 
rungen im Sh.-Jahrb. 1. c. — zeitlich dem ebenfalls Greene 
zugeschriebenen "Selimus" voraussetzen (p. XlXf,). 

Die den inhaltsreichen band beschliefsende bibliograpliie 
läfst erkennen, dafs sich der heransgeber auch in der deutschen 
foi-schung umgesehen hat. Auf einige ihrer locken habe ich 
bereits hingewiesen; aufserdem vermisse ich von neueren 
arbeiten : 

Hugo Jung, Das Verhältnis Thomas Middletons zu Shak- 
spere, Leipzig 1904, wo p. 91 ff. für Middletons autorschaft von 
"The Puritan" plädiert ist — 

Howe, The Authorship of " The Birth of Merlin", Modern 
Philology IV, 193 (1906), der für MLddleton eintritt — 

Hubbard, Eepetition and Parallelism in the Earlier 
Elizabethan Drama, Publications of the Modern Language 
Association of America XX, 374 (1905), gegen Peeles autor- 
schaft des "Locrine", wozu noch auf Dorrinck, Die lat«im- 

19' 



292 I. SPaiCHE ü. LITERÄTUa. 

sehen Zitate in den dramen der wichtigsten Vorgänger Shake- 
speares, Strafsbnrg 1907, p, 41 f. vei'WJesen werden kann — 

Alfi'ed Neubner, Ein Trauerspiel in Yorkshire von William 
Shakespeare, übersetzt und mit einem einliihi'enden vorwort, 
Berlin 1907, eine rückhaltslose anerkennung der Sbakespeare- 
echtheit dieser blutigen tragödie. 

Im allgemeinen ist jedoch gern zuzugestehen, dats Brooke 
das weitschichtige material mit rühmeuBwertem fleifs gesammelt 
und gesichtet hat. 

Hoffentlich läüst er es sich angelegen sein, bei einer neuen 
aufläge seine anmerkungen in literarischer hinsieht zu be- 
reichern. Schon jetzt aber sind wir ihm für seine ai-beit zu 
dank verpflichtet: es ist erfreulich und füi- das vorwärts- 
schreiten der forschung erspriefslich, dafs uns die wichtigsten 
der Shakespeare zugeschriebenen dramen endlich in einem 
handlicheu bände iu zuverlässigen texten vor äugen gebracht 
worden sind. 

StraTsburg, September 1908. E. KoeppeL 



Alexander Pope, Der Lockenraub. Ein komisches Helden- 
gedicht. (In deutsche Verse übertragen von Rudolf 
Alexander Schröder.) Insel-Verlag, Leipzig MCMVELL [M. U.] 
Rudolf Alexander Schröder äulsert sich im nachwort zu 
seiner Übertragung sehr bescheiden über seine leistung. Er 
sagt dort: „Der deutsche Übersetzer muTs mit beschämnng ge- 
stehen, dals es ihm nicht gelungen ist, die wesentliche Schön- 
heit und den geistig-sinnlichen reiz des Originals In seine spräche 
hinüber zu retten. Das elastische geliäuse des englischen ge- 
reimten „heroic verse" nimmt bei Pope eine so sonore fülle 
bedeutungsvoller monosyllaben auf, dals der Deutsche, der mit 
einer wesentlich laxeren, weitschweifigeren und syntaktisch 
lahmeren spräche annähernd das gleiche in derselben anzahl 
von Silben sagen sollte und noch dazu, um nur die notdürftigste 
ähnlichkeit mit dem original zu wahren, an den durchgehenden 
gebrauch männlicher reime gebunden war, mit notwendigkeit 
da stockend, unmelodiös, hölzern und unverständlich werden 
mufste, wo die rede des Briten leichten äuges, wie spielend, 
gaukelt, oder voll und tfiaend, ein goldener ström au die ufer 



I. SPRACHE D. LITEBATÜH. 293 

"Äer reime brandet." Dieser strengen Selbstkritik gegenüber 
und gerade wegen dieser nöte meine ich, dafs die Schröderscbe 
Übersetzung als eine sehr respektable leistung anzusehen ist. 
Sie hat ihre kleinen mängel, das ist nicht zu leugnen. Die 
ziemlich häufig auftauchenden um-einen reime (befleckt : legt 
[wo das ohr „leckt" erwartet], flirt t verwirrt, schlang ; krank, 
trägt : regt, schnell : höll', geschickt : bückt) gehören hierher. 
Auch die Verkürzungen : s'war, s'gibt, 'nen braucht man nicht 
als schön zu empfinden, ebensowenig wie den artikel als ton- 
träger in III, 127 („ein — zweischneidig Werkzeug") oder die 
zwangsweise subjektsergänzung in II, 137/138 („Er soll im 
dampf der Schokolade glühn — Und drohend unter ihm die 
brandung sprühn."). Diese mängel im einzelnen sind jedoch 
nicht imstande, den wert der gesamtleistung zu beeinträch- 
tigen. Schröder ist sorgfältig, ohne am wort zu kleben. Das 
bezeugen schon ein paar proben aus seiner Übertragung der 
prosa Widmung an Mrs. Arabella Fernior. "They always make 
it appear of the utmost" wird dort geschickt übersetzt: „sie 
machen immer eine haupt- und Staatsaktion daraus"; auch 
"hard Words" = „gelehrte worte" trifft scharf. Um einen 
begriff von der sicheren durchdringung des Originals zu geben, 
setze ich als kurzes beispiei die schUderung Belindens bei 
der toilette aus dem ersten gesang in original und Über- 
tracnng hierher. 

11m original heilst es: 
A heav'nly Image in the Glass appears, 
To that slie bends, to that her Eyes she rears; 
Th' inferior Priestess, at her Altar's side. 
Trembling, begins the sacred Rites of Pride. 
Unnumber'd Treasures ope at ouce, and here 
The various Offrings of the World appear; 
From each she nicely culls with curious Toil, 
And decks the Goddess with the glitt'ring Spoil. 
Thia Casket India's glowing Gems unlocks, 
And all Arahia breathes from yonder Box, 
The Tortoise here and Elephant unite, 
Transform'd to Combs, the speckled and tlie white. 
Here Files of Pins extend their shining Rows, 
Puffs, Powders, Patches, Bibles, Billet-doux. 



294 I. SPRACHE U. I-ITBEATUB. 

Bei Schröder lautet die stelle: 

Der Spiegel zeigt ein himmüsclies gesiebt, 

Sie neigt sich zu ihm, und betrachtet's dicht 

Die niedre priest'rin, seitlich vom altar 

Nimmt ihres diensts mit furcht und zittern wahr. 

Unzählige schätze öffnen sich zugleich, 

Die spenden dargebracht von jedem reich. 

Die weifs sie für die göttin auszuspähn, 

Und schmückt sie mit den glitzernden trophä'n. 

Hier schimmert Hindostans Juwelenschein; 

Und ganz Arabien haucht aus jenem schrein, 

Schildkröte hier und elephant erscheint 

Als kämm, das bunt« mit dem weifa vereint. 

Dort nadeln, reihweis, und, vereint in ruh, 

Puffs, puder, pflaster, bibeln, billetdoux. 

Die freude an Schröders gelungener Übertragung wird 
noch erhöht durch das glanzvolle gewand, in dem das werk 
erscheint und das es zu einem küstlichen ieckerbissen für den 
bibliophilen macht. Es bietet nicht nur die prachtvollen neun 
Zeichnungen, die Aubrey Beardsley für seine englische pracht- 
ansgabe des Ra])e of the Lock (bei John Lane, London) ent- 
warf (The Dream, The Billet-Doux, The Toilet, The Baron'a 
Prayer, The Bärge, The Rape of the Lock, The Cave of Spleen, 
The Battle of the Beaux and the Beiles, The New Star), son- 
dern auch die voltendete einbandzeichnung des künstlers in 
der gröfse des Originals, gold auf schwarzer pappe. Mit Weh- 
mut blättert man in diesen bildern, die der sterbenskranke 
künstler während seinea letzten Pariser aufenthalts (1897) 
vollendete und die einem immer und immer wieder ins ge- 
däcbtnis rufen, was wir an ihrem schÖpfer verloren haben. 

Frankfurt a/M. Gustav Noll. 

Algernon Charles Swinburne, Selected Poems. Edited with in- 

troduction and notes by William Morton Payne. Boston, U.S. A., 

and London, D. C. Heal-h & Co. 1905. 

Die vorliegende auswahl aus Swinburnes gedicliten, die. 

wie ausdrücklich bemerkt sei, ohne das verschulden des re- 

ferenten erst jetzt zur anzeige gelangt, ist nach den erprobten 

gnmdsätzeu der Heath'schen Beiles -Lettres Series angelegt 



L SPRACHE D. LtTEEATOB. 



295 



Mc kritische einleitong des hersrasgebers beginnt mit einem 
kurzen bericht über Swinbumes leben, das als das leben einea 
man of letters geschildert wird, in dem die bücher die einzigen 
ereignisse bilden. Dann folgt eine eingebende Charakterisierung 
von Swinbumes dichterischem schaffen. Das urteil über seine 
prosa werke wird mit viel umsiebt gefällt: ihr gewundener, 
verwickelter stil, ihr labyrinthischer satzbau, ihre ftberladen- 
heit mit epilheten und dunklen anspielungen finden in Payne 
keinen anwalt, gleichwohl werden ihre eindriiiglichkeit, ilire 
beredsamkeit und ihre hohen kritischen qualitäten nicht über- 
sehen. Besoudei-s eifrig tritt Payne für Swinbumes Shake- 
spearestudie ein, die er wegen ihrer prächtigen begeisterung 
und genialen einsieht dem Studenten nicht genug empfehlen 
kann. In dem poetischen gesamtwerk Swinbumes halten sich 
dramatisches und lyrisches schaffen äurserlicb ziemlich die 
wage. Indessen bemerkt Payne mit recht, dafs Swinbumes 
Veranlagung im wesentlichen lyrischer natur ist und dals auch 
seine dramatischen und epischen dichtungen nach der lyrischen 
aeite tendieren. Bei der betrachtung der nicht weniger als 
13 bände starken lyrischen masse betont Payne zunächst die 
beispiellose herrschaft Swinbumes über die poetischen hülfs- 
mittel der englischen spräche, die ihm vom einfachen Vier- 
zeiler bis zur pindarLschen ode kaum irgend eine erdenkliche 
Strophenform versagte und ihm selbst den tour de force 
griechischer und lateinischer verse ermöglichte. Im innersten 
kem englisch, hat Swinburne doch manche fremde einflüsse 
in sich aufgenommen. Payne findet hellenische, hebräische 
und französische einwirkung vorherrschend, italienische tritt 
zurück, deutsche fehlt fast gänzlich. Die Untersuchung der 
Stoffwahl Swinbumes veranlagt Payne zu mancher treffenden 
beobachtung. Er fühlt richtig, dais Swinburne als dichter 
der natur seine Inspiration aus innigster gemeinschaft mit see 
und sonne', wald und Sternen schöpft, dals er hingegen als 
dichter des menschen das medium der bücher, the bookish 
influence nicht verleugnen kann — schon Morris hatte Swin- 
bumes dichtung zu literarisch gefunden. Bezeichneud ist es, 
dafs der poetische trihut an andere dichter, tbe noble pleasure 
of praisiug bei Swinburne einen breiten räum einnimmt, man 
denke an die Sonneis on English Diattiatic Foets, an seine 
gedichte auf Browning und Landor, Baudelaire und Gautier, 



I 




290 I. SPRACHE D. LrrEaATUB. 

Victor Hugo und Richard Wagner. Nur die freiheitlichen 
politischen reg^ngen der zweiten hälfte des 19. Jahrhunderts 
haben ihn zu ähnlich begeisterten äuTseningen hingerissen. 
Mit besonderer wärme verteidigt Payne die politischen und 
ethischen Ideale Sn'inbnrnes und beschäftigt sich schliefslich 
mit der einzigartigen Stellung, die der dichter im literarischen 
leben der gegenwart einnimmt. Für die tatsache, da£s Swin- 
bume tausenden von lesern, die mit Tennyson und Browning 
wohl veitraut sind, kaum mehr als einen namen bedeutet, 
bringt Payne verschiedene einleuchtende gründe. Zunächst 
nennt er den hohen preis der werke, die den dichter für 
weitere kreise vollkommeii unzugänglich macht, ein zustand, 
der übrigens auch durch die billigere gesamtausgabe nicht 
nennenswert gebessert worden ist. Dann ist es der zu 
poetische Charakter seines Schaffens, das fehlen jeglichen 
"message to the age", was viele abschreckt: Swinbume ist 
„ein dichter für dichter", er kleidet seine gedanken in gewande, 
deren künstlerischer reichtum zu hohe anforderungen an das 
Verständnis der meisten leser stellt. Endlich ist er in der 
wähl seiner st^jffe dem volkstümlichen gescbmack bewufst aus 
dem wege gegangen; die Instinkte der breiten massen mit 
dem genre Evoch Arden zu befriedigen, war nicht seine sache. 
Dazu kommen zwei alt eingewurzelte Vorurteile, gegen die 
Payne nachdrucklich ankämpft. Das eine beruht in der " vox 
et praeterea aihü-theorie", der meinung, dafs Swinburues 
staunenswerte beherrschung des wortes nur der deckmautel 
für eine gewisse gedankend ürftigkeit sei; der andei'e ist die 
unausrottbare legende von Swinburnes gefährlichem Bensualis> 
mus. Payne führt beide — und man pflichtet ihm darin 
bei — auf mangelhafte und oberflächliche kenntnis des diclitere 
zurück. 

Die auswahl der gedichte ist vom herausgeber so getroffen, 
dafs sie ein anschauliches bild von dem gesamten lyrischen 
schaffen Swinburnes gibt; sie ist stofflich und nicht clirono- 
logisch geordnet. Payne ist der ansieht, dafs eine fortschrei- 
tende künstlerische entwicklung, die das datura des einen oder 
andern gedichtes besonders bedeutsam machte, bei Swinbnrne 
nicht vorhanden ist. Ein vergleich der Jugendgedichte mit 
denen aus späteren jähren lasse für die letzteren zwar ein reifen 
der ideen, nicht aber eine höhere künstlerische Vollendung 





r, SPRACHE ü. LITERATDB, 



297 



erkennen. Dagegen dürfte kaum etwas einzuwenden sein. 
Zudem hat der lierausgeber durch hinweise in den anmerkungen 
und durch eine chronologische tabelle am Schlüsse die möglicli- 
keit gegeben, jedes gedieht an der gehörigen stelle einzuordnen. 
Die dem bände beigegebene „bibliographische notiz" macht 
auf Vollständigkeit keinen ansprach, gibt aber einen hübschen 
kritischen überblick über die vorhandene literatur. Die an- 
merkungen beschränken sich bis auf wenige ausnahmen auf 
sachliche erklärungen. Nicht der kleinste Vorzug des reizvollen 
bandes ist der reichtnm der gebotenen lese ("379 *.). 

Frankfurt a;M. Gustav Noll. 



Dictionary of the English and German Languages by William James. 

Forty-first edition entirely rewTitten and greatly enlarged. 

Leipzig, Bernhard Tauchnitz. 1908. 
Durch die völlige Umgestaltung „unter mitarbeit mehrerer 
hervorragender deutseben fachmänner und eines geborenen 
Engländers, Mr. George Payn", und einer schlufsrevision von 
berrn Leon Kellner, professor an der univei^sität Czemowilz, 
bedeutet die neueste aufläge von James' Wörterbuch den 
frülieren gegenüber einen grofsen fortschritt. Die aiisspracbe- 
bezeichnung ist vereinfacht, ihre erklärung genauer, wenn- 
gleich sie für laute, die dem Deutschen fremd sind, notge- 
drungen approximativ bleiben mnfs. Höchst praktisch ist die 
Übernahme des gebrauclis englischer Wörterbücher — wie des 
Concise Dictionary von Annandale — die nierkworte für jeden 
laut {läle, hat, fär .... mme, inn .... soul, zeal; chair, joy; 
thlnk, Öere etc.) auf je zwei gegenseiten unten stets wieder 
abzudrucken, dafs im falle der ungewilsheit über die bedentung 
der hilfszeichen das lästige nachblättern wegfällt. Als vor- 
treffliche iieuermig begrülst man die einführung von synonymen, 
so dafs das buch in vielen fällen die vorteile eines deutsch- 
englischen und die bequemlichkeit eines englisch -deutschen 
Wörterbuchs vereinigt. Für den deutsch-englisclien teil ist 
das gleiche erstrebt, jedoch nicht mit demselben erfolg. Zur 
illustration diene je ein beispiel. Wir finden unter „make" : 
machen; {create) schaffen; (ptod}fce) hei'stelleu, fabrizieren; 
(ctwipose) verfassen; {preimre) herrichten, fertigstellen; (cause) 



298 t. BPBACHE D. LTTEKATDR. 

Teriirsachen, bewirken; (aeguiVc) verdienen, erwerben; (commit) 
begehen, tun; (aniount to) ausmachen, bilden; {travelov^) zu- 
rücklegen; (es(ima/e) schätzen ; (cards) mischen etc. Für „gut" 
wird gegeben: good; (angenehm) agreeaUe, pleasant; (vom 
Charakter) good-natured; (freundlich) kxnd, friendly. — Für 
das Englische ist die moderne Umgangssprache und literatur, 
auch das Amerikanische berücksichtigt worden, für das 
Deutsche ist die neueste Orthographie zu gi'unde gelegt, die 
alte noch mitgeführt unter Iiinweis auf die neue Schreibung, 
z. b. thür 8. tür. Dieses beispiel gibt die vorrede ; allerdings 
sucht man gerade diesen runsterhinweis thür — tür vergebens, 
indes alle andern Stichproben die durchführnng des prinzips 
ergeben. Vielleicht entschliefst sich der vertag bei einer 
neuen aufläge zur preisgäbe dieses überflüssigen baJlastes. — 
Eine liste von eigennamen, eine Zusammenstellung der „nn- 
regelmäfsigen" verben steht am ende eines jeden der beiden 
teile ; aulserdem folgt dem englischen abschnitt noch eine 
reichhaltige Sammlung von abbreviaturen englischer titel und 
ähnlicher, allgemein gebräuchlicher wortkürznngen, die oft 
aus der not helfen wird. — Noch ein wort über den druck. 
Die lettem sind notgedrungen klein, doch bringt das durch- 
einander von dreierlei typen eine unruhe in den dnick, die 
auf die dauer — zumal schwächeren äugen — nicht besonders 
wohltut. Besonders gilt das für den englisch-deutschen teil; 
der fette lateindruck des merkworts, die deutschen lettern, die 
kui-sivschrift der aussprachebezeichnung und der synonyma 
erzeugt ein flimiuem, d)is dem zweiten teile fehlt, wo der 
kursivdruck nur selten angewandt ist. Eine durchführung 
des steildrucks würde der Übersichtlichkeit keinen eintrag tun. 
— Alles in allem hat das alte buch in der neuen gestalt an 
brauclibarkeit bedeutend gewonnen, und zumal lehranstalten, 
die zwischen reform und alter melhode eine mittelstellung 
einnehmen, werden in einem werk dieser art das geeignete 
Wörterbuch tindeu. 



Frankfurt a. M. 



Lorenz Petrj. 





L 



I. SPRÄCHE U. LITEBATUB. 

Zq Shakespeare'« Instepiel ^The Taniing of thc Shren'^. 

(Vgl. XIV, 8. 142—145.) 
1. Zum Vorspiel. 

ud IssTM Ih« •Lenpir'wbars )i> U; down""' 
(Uiolieu, ,& Tila of twu Clüu* ) 

Der nralte schwank- und märchenstoff vom „ErhChteti und Ernied- 
rigten" beweist seine lebensfthigkeit bis in die neueste zeit. Die Morwitz- 
oper im Schillertheater zn Berlin führte am 27. Juni 1908 eine oper ,,EOnJg 
für einen Tag"" auf. Das ist nun zwar kein originalwerk, sondern unter 
diesem tit«l bat Fntil Wolf die alte bekannte komische oper Adam's „Si 
j'^tAis roi" eingerichtet und „ein immerhin anmutiges werk" für die bilbue 
gewonnen. Wenn aber in einer besprechung: des „Berliner Tageblatt" vom 
28. Juni Ton einer in Deutschland noch unbekannten oper Adam's die rede 
ist, so ist das ein irrtnm. Die erste auffUhrung fand bereit« am Breslaner 
Stadttheater im Janaar 1904 statt, «nm lOOaten geburtatage Adnm'a, in 
der Übersetzung nnd Überarbeitung Ton Schlesinger und Nowack (vgl. 
„Breslaner Zeitung" vom 22. nnd 23. Januar, „Breslaner Moigenzcituug" 
VDra 23.). 

Shakespeares lustspiei vi-urde im März 1903 in einer neuen von dr. A. 
Zeias herrülirenden bearbeitung im Dresdener kSnigl. schauspielbause ge- 
geben, nnd zwar mit der einrabmung, mit der „erhöbung tmd emiedrigniig" 
des kesaelQickers Scblan, die ja meistens bei den aufführnngeu weggelassen 
wird. Die forscbung hat erwiesen, dafs das nachspiel, die erniedrtgang, 
nr^prünglich dem stück angefügt war, wie e§ sich Ja anch schon in des 
dichters rorlage, „The taming of a shrew" aus d. j. 1594 findet (vgl. 
„Dresdener Nachrichten" vom 7. Mftrz 1903). Das nachspiel bringt auch 
Job. Willi. Otto Benda in seiner Übersetzung, während e» im originale der 
Tauchnitz-ftusgabe 1843 fehlt, worauf sich meine frühere bemerkuug Tum 
nichterleben der erniedrigung bezog. 

NeaauffllhniDgeu des Plötz'schen tranrastückes „Der verwunschene 
Prinz" brachten die staditheater in Frankfurt (Dezember 1902) und Altnua 
(Mai 1904), Nach dem stücke haben Wilh. Millowilsch und Bemb. Kühler 
eiuen uperetteuteit zurechtgemacht, den Georg Keller mit der mnaik ver- 
sehen hat. „Priuzels Wäscherin" hatte bei ihrer erstaufführung im Neuen 
Theater zu Köln (Dezember 1905) einen durchschlagenden erfolg. Eine 
Wäscherin spielt die Terraeintliehe prinzeBsin (Tgl. „Kölnische Volkszeitung" 
vom 18. Dez.). 

Ab „historiette" wird der alte stoff erzählt in dem „Dictionnaire 
d'anecdotes, de traits sing^ers et caractfriatiques, historiettes, bons mots, 
naTvetes, saillies, reparties ingenieuses, etc. etc." Nouvelle Edition ang- 
ment^e. Tome secoud. A Paris, chez La Combe, übraire, Quai de Conti. 
M.DCC.LSVIB. Avec approbation & privilege dn roi. Hiernach erlaubt 
sich Philipp der Gute von Burgond, der ja Auch durch seine phantastischen 
gastraähler bekannt gewordeu ist, den scherz: Philippe le Bon, Dao de 
Bonrgogne, se pronieuaut nn soir k Bmgc8, trouva dans la jilace publique 
nn bomme ^tendu par terre, od il durmoit profoud^ment. II le fit enleTer, 
& porter dans son palais, oi, apri» qu'ou l'eat d6pomll^ de ses hailluns, 



800 



[. SPRACHE U. LITEEATUE. 



OS lai mit nne chemise fine, nn bonnet de nnlt, & on le concha dans nn 
lit da Prince. Cet ivio^e fat bisn sarpris k bod i^Teil, de se voir dana 
nue euperbe tilcoTe, enfirouti^ d'officiera plns richemetit bitbilMB les uns 
que lea antre». On Ini denianda qnel babit son ÄltesBe voiiloil nieltre ce 
jour-l&. Cette demande acbera de le confandre; mais apr^« mille pro- 
leRtntioDB qn'il leoT fit qn'il n'^toit qa'on panrre Savetier, & QuUement 
Prince, il prit le parti de se laisser rendre toiu leg bonncnn dont un 
I'accabloit; il se laisaa babilter, parut en public, ouit la Messe dana la 
Chapelie Dncale, y baiM le misse); enlln, oa Ini fit faire tontes lea c^re- 
iDonies accoutumees : it passa it nne table Boniptneme, puia an jeu, ä la 
promenade, & ans antres divertiaaementB. AprSs le Souper, on loi donna 
le bat. Le bon-bomme ne s'etant Jamale troav^ a teile fi^te, prit liberalcment 
le TJn qii'on Ini prfsenta, & ei I^rgement, qn'il s'enivra de la boune maniere. 
Ce fnt alora qne la com^die se dfnona. Pendant qn'il cnvoit son rin, le 
Dnc le fit revtlir de sea gncnilles, & le fit reporter au mfroe lieu d'oft 
on l'aroit enlev^. Äpi^ avoir paase \k toute la nnic, bien endormi, il 
■'6veilla, & a'en retoorna cbez lui raconter k sa femme tont ce qni Ini 
floit effectiveraent amy^, comme ftant nn songe qu'il avoit (aJt. Cette 
HUtoriette n fourni le snjet d'one Com^die Italienne: Arlequi» toitjours 
Arleqitm. -~ Diese koniödie, auf die zaletzt angespielt vnrde, gibt ea in 
der tat und ist in zwei fassangfen vorbanden. Die ältere lautet: Arleqnin 
to^jauTH Arlequin, Comedie en un Acte & en Tro^e. Par Me«sieura Lelio 
lila, Dominique & Romagnen. Hepr^Bent^e ponr la premif^re fois par le« 
Comediens Italiens ordinaires du Rui le tO. Aofit 172(3. Entbalten in „Le 
Kouveau Tb^ütre ItaHen" VI, Paris 1763. Antonio Francesco Riccoboui 
(1707—1772) ist der söhn des bekannteren Lndovico R., der als darsteller 
unter dem namen Lilio bekannt ist, der aticb anf den söhn übergegangen 
zn sein scheint, Die zweite faaanng, eine ncnbearbeitnug der ersten, trägt 
dietes ütelblatt; 

Arleqnin 

tonjours 

Ariequin, 

Bujet Italien en nn acte. 

Mifi en couiedie, & redige par sce 

des cbangemenU &. des angmentations, 

Par 

le Sieur Terodak, 

n frani;ois de la Comedie italienne de Paris. 

Rfpreaente ä la Haye, le .. 17üO. 

I'rii 8. Sola. 

Ä la Haye, 

Se Tend cbei Pierre Qosae Junioi, 

Libraire de 8. A. R. 

1750. 

Gleich in der ersten aiene wird der leaer und loacbauer mit der 

■Kcblage bekannt gemacht ; er crfilhrt, dal'a der kOnig „ponr guerir reitreme 

Helancolie oü le prince son fiU est tomhf, . . vent que nons enivrions un 

Pftfsui, qtie noiu le transportions k la Cour & k son rereil lui fossions 




croire qn'il est Roi." Arleguin wird eu der rolle geeignet gefunden. Is 
der achten siene sieht er sich dann beim erwitclien als Vlinig und fiiagt 
nun an seines neuen amtes m walten. Diese Szene, daa verbalten in der 
„eihlthung", bildet in diesem, wie in all den erbShungs- and crniedrigungs- 
stlicken den hanpt- und hühepunkt; auf sie richtet sich das hauptangeu- 
merk. Eine eigentliche „emiedrignng" erleben wir nicht; mau will noch 
Beben, wie er sich bei der nachricbt Ton herannahenden feinden benimmt; 
all er das ichiefBen hilrt, reifst er aus, litfst kCnig könig sein und beiratet 
sein mädchen. Der schere aber hat seinen zweck erfüllt und den prinzon 
erheitert. 

Noch andere bearbeitnngen des mtircbeuatuGfes von der erbChnng und 
emiedrigung stelle ich hierher. Zunächst die von der italienischen kinder- 
oper im theater des Westens eq Berlin im Ängiiet IDÜG aufgeführte phan- 
tastische Oper „Crispino et lu Üomare" (Schuster und Gevatterin) von Gebr. 
Eicci, die 1850 bubj ersten male in Venedig erschien: ein schiistei, den 
eine gütige fee aas der not erhSbt, kann sich im glück nicht beherrschen 
and wird deshalb von seiner hoben gjluneriu wieder in die tiefe erniedrigt, 
wo er aus schwerem trauni erwacht. Bodericb BeueiUx hat das „erbtlbungs- 
motiv" in seinem hübschen scbaospiel „ A.scheDbrüdet" benatzt: Elfriede, die 
heldin des Stückes, versinkt infolge eines Schlaftrunkes in einen tiefen 
■cblaf, wird in diesem zustande in das scblofs des grafen, ihres bräntigama, 
gebracht, nnd mit scbünen kleidern angetan auf ein rubebett gelegt, wo 
■ie erwacht. Uir erstaunen! Qlauht 2u triiumeu! Das sind ja die vier 
■tnfen der erbBhung, die der stolf mit sich bringt: eingeben des ecblaf- 
trunkes, anziehen der schOnen kleider, ins bett gelegt werden, erwachen 
nnd erstaunen. Das stück endet gat, Elfriede wird nicht wieder erniedrigt. 
Die stnfen der emiedrigung sind wieder das eiugebeu des trankes, aua- 
tiehen der schönen und anziehen der alten lumpigen kleider, das auf die 
alt« stelle gelegt werden , erwachen und erstaunen, ferner verwertet H. 
Landois das motiv tu seinem humoristischen roman „Frans Essiuk'* (10- Aufl. 
1905). Der wird im „knüppeldicken" zustande in ein mönohsgewand ge- 
■teckt, auf dem köpfe „tatzekabl" rasiert, an der klosterpforte auftecht 
hingestellt, mit einem werte zu einem pater erhöht. Beim erwacben wird 
er auch als solcher behandelt, sodafa er scfaliefslich selbst anfängt an seiner 
person kh zweifeln. Beim nUcbtemwerdeu stellt sieb die emiedrigung von 
■elbst ein. In einem märchen aus der Wetterau, „Der Fuhrmann", ge- 
schieht ganz äbnikhes ; der wird im schlafe ebenfalls in ein müucbsgewand 
gesteckt nnd zum pförtner des klostors erhöht. Erwachen und Verwun- 
derung! In diesem märchen, das in „Franz QofTmaun's neuer deutscher 
Jugendfreund für Unterhaltung und Veredelung der Jugend", 52. band 
atebt, erscheint der stolf mit einem anderen alten viel verbreiteten 
verscbmolzen , dem „Vom Wahrsager, ohne es zu wissen" („Doktor All- 
wissend"). Als Harzsage, „Der Venetianer' , findet sich der stoff bei 
Oräfse im „Freufsischen Sagenbuch" (II nr. U'Jl , mit erhäbuug und er- 
niedrignug). Eine „emiedrigungsgeschichte" erzählt man noch von einem 
gebeimschreiher Mayer, in diensten des letzten herzogs von Celle, Georg 
Wilhelm (1T05 gest.). Eines tages bemerkt der herrog, dofs sich Heyer 
gegen niedere henisch und anmafsend benimmt, nud er niuimt sich vor, 



L 



802 



I. SPRÄCHE D. LITEKATÜH. 



ihm diese nnart abiugewiShnen. Bei einem gastmalil omh man ibm stark 
zutrinken. lu diesem tninkenen zustande wird er mit den lileidem eines 
hetdeschäfera aogetan, &nf die heide gefnliren nnd abgesetzt. Beim er- 
wachen hält er das ganze für einen traam, merkt aber bald die absieht 
(Tgl. „Hannoverscher Courier" Tom 26. Angnst 1905). Wir mÜMen anch 
Goethe nennen, dem unser Stoff bekannt gewesen zu sein scheint. Solchen 
erhShongs- und emiedrigangshokuspokns läTst Goethe nKmlich mit dem 
alten diener Pnniper in dem fragmentarischen Singspiel „Die nngleicben 
Hanagenoeaen" treiben. Man läfat ihn als kavalier bebaadeln, eiebt ihm 
reiche kleider an, er muTa mit der gesellschaft za tische sitzen und lieh 
betrinken, in diesem betrunkenen zustande zieht mau ihn ans nud legt 
ihm einen schlechten kittel an, schiefst pistolen Tor seinen obren loa and 
andere scherze mehr. Schade, dafs das Singspiel fragment geblieben bt, 
wie leider so Tieles andere bei Goethe. Bei Tollendung hätte der dieht«r 
gewifs die erhühung nnd erniedrigiiug in eigenen azeneu TorgeCiihrt. 

Arthnr Sulliyan'B oper „The Eose of Peraia" bembt anf den erhöhnnga- 
nnd emiedrignngageschicbteu der „1001 Nacht" (vgl. „The Graphic" vom 
2. Dezember 1899). „Der Tag" sprach davon, dafs das englische stück „If 
I were King" von einer dame ins denteehe übersetzt sei nnd in der »aison 
190B/4 im Berliner Lessing Theater aufgeführt werden sollte. Gemeint ist 
wohl das frQhcr erwähnte; ich weifs weiter nichts darüber. 

Ich erwähne noch knrz die ballade „Tbe Frolicksome Dnke, or the 
Tinker's Good Fortnne" in Percy's „Eeliqnes" (wie die französische hiato- 
riette), die wohl auf die „Pleaaant Histüry oE the Frolicksome Conrtier and 
the Jovial Tinker' (ans „England'« Jesto Eefln'd" 1687) zurückgeht, sowie 
„The Waking Man's Dream" (ans Richard Edward's „Ctomic StDries" 1570). 

Zu den bearbeitnugeu unseres Stoffes, die meistens dem heiteren, bo- 
moriatischen gebiete angebüren, gehört auch ein emstea atflck; ich meine 
Calderon's Schauspiel „Das Lehen ein Traum", wohl die herrlichst« nnd 
poetischste Bearbeitung. Auch hier lassen sich die stufen wieder ver- 
folgen: Bchlummertmnk , ktlni^licbe kleider und bett, aufwachen und er- 
staunen, die Szenen im stände der erhübung — schlnmm ertrank, ärmliche 
kleider nnd fesseln, erwachen im türme. Calderon hat natürlich den alten 
Stoff gekannt 

2. Zum eigentlichen itflck. 
Im nacbspiel äufaert ScblAn beim erwachen , er wisse nun, wie man 
ein zKnkischcs wcib zähmen müsse; er wolle das seinige anch zahm machen. 
— Wir fürchten nur, es ist zu spät. — Shakespeare's lustspiel besteht so 
zu sagen aus drei stücken, der erbiShungs- nnd erniedrigungskomödie, 
„Lncentio und Bianca" und „Petrachio und Katbarina". Das letj:t«re, als 
das wichtigste, bat dem ganzen stUcke den namen gegeben. Die wirkliche 
quelle dazu hat sich, soviel ich weifs, nicht anfänden lassen. Doch hat 
Shakespeare die alte „zäbmnng^gescbicbte", die auch sonst verbreitet ist 
nnd seinem stücke zugrunde liegt, anf irgend eine weise kennen gelernt. 
Ähnliche geschichten finden sich in Fauli's „3cbjmpf und Ernst" (nr. 70 
der Beclamschen ausgäbe: „Von dem harten Orden der Ehe"), in den 
.Dänischen Yalkam&rcheD" tos Svend Qrundtvig, Dbecutat tor Adolf 





I. BPBACHE ü. LITEBATUB. SOS 

Strodünami , 2. BBinmliing, Lpi. 1879; „Die folgsamste Frau" und nchou 
unter den erzählnugen des „Grafen Lttcasor" (mitte des 14. jahrk): „Wie 
es dem Eaiier Friedrich und dem Don Alvarfannez Minnya mit iliren 
Franen ergangen" nnd „Wie ea einem jungen Manne an seinem Hochieita- 
ttLge ergangen" (beide haben zöge wie das dänische YolhsmKrclien), Unser 
vortrefflicher Eichendorff übersetzt die lehren am Hchlusse so: 

Der mann gleich anfangs weise 

Das weib ins rechte gleise. 



Zeigst dn nicht gleich, wer herr i: 
So richt'st da hinterher nichts aas. 






Dann aber Hndet sich die geschieht« jahrhnuderte später wieder bei 
nnserem griifsten plaltdentschen dichter, bei Priti Renter. „llnkel" Mat- 
tbiesen erzählt sie in der ollen Kamelie „Woaus ick tau 'ne Fru kam* 
Ton einem scbmied und einem mQller, ala warnendes beispiel. Renter zieht 
diese lehre daraus: 

VtSr de hochtid ralist du s' wen'n, 

Nah de hochtid ia 't tan En'n. 

Zu der in diesen geschichten geübten erzieh nngsnietbade gehört es 
nun aoch, daTs die fran nicht nnt tat, was der mann befiehlt, sondern anch 
glanbtj, was er sagt, and wäre es daa widersinnigste Eeag von der weit. 
Demnach hält Katharina die sonne für d«n mond und ein manns- für ein 
weibahild, die fraa im dänischen mitrcheo achwSne fHr stCrche, die trau in 
der ersten spanischen geschichte ktihe fUr pferde. Ein weitverbreitetes, 
Tielbenntztes motiv dies, etwas anderes sehen and haben als in Wirklich- 
keit vorhanden ist. So wetten in den englischen „Scoggins Jests" (1565 
oder 66) achelme mit einem achllfer, seine schafe aeien Schweine ; der iweite 
HCbelm, der die aussage deg ersten dann beetätigt, ist Scoggin, der eng- 
lische Eolenspiegel. Der Schelmenstreich wird noch in dem schwankbucb 
„Sack-Fnll ofNews" (1557) n. n. sammlnngen erzählt Unser Eulenapiegel 
leistet sich einen ähnlichen streich, den die (iS. „Histori" (Ausg. v. j. 1515) 
berichtet: „. . . wie lOenspiegel einen huren vmb ein grün kindisch thach 
betrog vor Oltzen vnd in vberredt das es bla wer." Vgl. auch meine 
früheren hinweise bei Longfellow'a gescUichte „vom verwandelten Esel". 
Die halbmonatssclirift „Niedersachseu" teille noch in der nummer vom 
1, Augnst 1908 den schwank als stndentenstreiuh unter den „Xmslandske 
Vertellstere" (Emsland) mit: Der baoer gl aobt endlich, dals seine knh eine 
Ban ist. Und Eeater wieder benutzt den alten schwanksloff für sein länschen 
„De Gaus'handel" (ein studentennlk) : der alte baner hUlt scblieCaUeh sein 
kalb fUr eine gans und verkauft ea als sckbe. 

Haikoldendorf, JuU 1908. A. Andrae. 




n. DHTERRICHTBWBSEH. 



n. UNTERRICHTSWESEN. 
The English Newspaper Reader. Compiled, ezplained, and aa- 
notated bj Louis Hamilton, Engl. Master in the Oriental 
College, University Berlin. Leipzic, G. Freytag. Tienna, 
F. Tempsky 1908. 365 s. Price 4 M. = 4 kr. 80 h. 
Das schön ausgestattete buch will der zeitungslektüre 
einen breiteren räum im neusprachUcIien Unterricht verschafien. 
Diese lektüre sei bislier vernachlässigt worden aus einer 
"gencral distncUnation to teave the old and beaten track". An- 
gesichts der entmcklung, die der neusprachliche Unterricht in 
den letzten 20 jähren genommen hat, mutet diese erklärung 
seltsam an. Der grund für diese Unterlassung ist doch ■wohl 
vielmehr darin zu suchen, dals die Zeitungen viel zu wenig 
dauernd wertvolles bieten, als dals wir sie für die schuUektüre 
verwenden könnten. Aus demselben gründe wird das vor- 
liegende buch auch wenig eiugang in die höheren schulen 
finden, mit ausnähme der liand eisschulen. Ein zeitungsblatt 
wird Überflügen und weggeworfen, nicht aber wieder abge- 
druckt und den schillern als geistige nahrung für ein ganzes 
jähr vorgesetzt. Schon mehr dürfte es sich empfehlen, einmal 
im jähre eine genügende anzahl von exemplaren einer zeitungs- 
nummer aus England kommen zu lassen und mit den schülern 
flüchtig durchzunehmen, womit man in drei bis vier standen 
fertig sein könnte. Welchem lehrer oder welcher klasse aber 
kann zugemutet werden, sich durch das vorliegende buch durch- 
zuarbeiten? Es bringt zunächst einen leitartikel aus dem 
Daily Telegraph vom 12. Febr. 1906 — er ist stofflich und 
sprachlich viel zu schwer. Dann folgen mehrere artikel über 
den kanaltunnel aus The World's Work, hierauf parlaments- 
verhandlungen aus The Times (60 s.), die einige recht inter- 
essante reden (u. a. von Balfour) bringen; dann Transva<U 
Constitution aus The Times Weeily, Military and Naval Notes, 
Legal Matters mit unterbalteudeu gerichtsverhandlungen ans 
London Gazette und Daily Telegraph, Educational Notes, Mcieo- 
rological Reports, Ägriculture, Commercial Notes und 54 seilen 
Ädvertisements. Den aclilufs des buches bilden 80 s. englische 
anmerkungen mit einem Überwältigenden Zahlenmaterial, und 
wir haben den interessanten fall, dals in fufsnoteu erklärende 
anmerkungen zu den anmerkungen gegeben werden. Gelegent- 




n, DHTBBKICnTSWESEK. 305 

liclie irrtiimer laufen unter: s. 284, z. 1 wird address gleich- 
bedeutend mit "speech from the throne" gesetzt; es ist viel- 
mehr die dankadresse des haiises für die thronrede. S. 2S3, 
z. 20: die kranklieit ]iei[.st periiyphlilis; soll der scliüler wissen, 
was das ist? Ist to quietm (s. 285, z. 30) noch ein gangbares 
wort? S. 335, z. 5: die erklärung für hoe {a tool, having the 
"foUowing" appearanct) scheint ge(Janken!os aus einem wiirter- 
buch mit bildern übernommen worden zu sein. Von einem 
druckfehlerverzeichnis ist abgesehen worden, um den umfang 
des buches nicht allzusehr anschwellen zu lassen. 

Frankfurt a/M. K. Lincke. 



I 



m. XEUE BÜCHER. 

In Deutflohland ersohienen vom 1. April bis 

30. Juni 1908. 



hnnga- uud ünterrichtsweBen. 
e) Unterrichtgorganisatioii. 
Sildil (Friv.-Doz. Bob.), Die Schnle iler Znkunft eine ArbeitMchnle. Kritik 

n. ErgäMg. dea Vortrag« v. StadtachulmtDr. Keracbensteiner. 32 s. 

ZIlricE, Füfsli. M. 0,80. 
Huemar (Gjmn.-Prof. Dr. Kamillo), Auf die Prube kommts an. Referat üb. 

die Frage der Mittelschulreform. (Aas Gsterr. Mittelsclmle.) 16 b. Wien, 

Hülder. M. 0,40. 
Hlltaltchut-Enquete, die, im k. k. Ministerium f. Kultus n. Unterricht, Wien, 

21.— 25. 1. '08. Referate n. Korreferate. Hrsg. im Auftrage des Mini- 

sterinma f. Kultna n. Unterricht. XIV, 760 9. Wien, Holder. M. 15,50; 

geb. M. 16. 
Schulrelorm n. Industrie. 11!) s. Wien, Manz. M. 1,70- 
Hagmann (Prof. Dr. J, 0.}, Zur Scbnlreform. FV. Grundliiiien e. Reionn- 

planeg der Volkaerziehg, 53 s. St. Qallen, Fetir, M. 1. 
WInlar (Dr.), Der falsche Klang in unserer heberen Schnle a. die Reform. 

20 a. Leipzig, Dr. Seele & Co. M. 0,50. 
B>u«r (Prof. Dr. Adf.}, Die Aufgabe des GymnaBinma, UuiverBity- Extension 

u. dos Frauenstudium. 26 b. Wien, F. Dentlcke. M. 1. 
Poehlmarni(M.), Die Reform der hahem Mädchenschule. I'ro^. Tilsit. '07. 13s. 
Wtspy (L.) D. Gehrifl <A.), Lehrplan u, Stoffverteilung t. die EHsabetbschuIe, 

höhere Mädchenschule als Seminar-Übungspchnle der Lehrerinnen-Bildongs- 

anstalt zu Hannover. Frankfurt a,'M., Diesterwcg. M. 2. 
Dilti (C), Aufgaben, Spiele, Berechtigungen der Obeirealscbule in Bremen. 

Mit e, Anhang: Die LehrTerfnasungen der höheren Schulen der Stadt 

Bremen. Pro«'. Bremen. '07. 22 s. 
ianutchks (E.), Die soziale Entwickelung u. die Realschule. Frogr. Wien. 

'06. 21 B. 
6aberl (R.), Das dentache Bitdungsweaen in Argentinien n. aeine Organi- 
sation. 71 a. Berlin, Deimer. M, 1,20. 
Fosicr (H. H.) Über den amerikanischen Veniuch, die englische Sprache anf 

den Pliilippiuen-InBeln durch die Schule einEufUbren. Eine Tewfleichende 

Studie im Liebte der Kultnrbewegnng u. der Schulpolitik. Diaa. Jena. 



I aiuoie uu liicnie ae 

'08. 84 s. 

I Angllm, BdbUtl ZIX. 



m. NBÜS BÜCSEB, 

f) Didaktik Dnd Methodik. 

ndidaten f. d: _ _ _ 

1 15. ni. '08. 15 B. BerliD, CotU Nachf. Zweig- 
niederlftsag-. M. I),30, 

Med (Gjmn.-Prof. Dr. Karl), Das pädagog. Seminar. Einftlhrnne: der Kan- 
didaten der Philologie in die pädagüg. Praxis. XIV, 296 a. Hünchen, 
C. H. Beck. Geb. sf. 6. 

Hichnsr (Herrn.), Unterricht^lehre. Unterricht, g-efaTgt als Gntbinds'. ge- 
Blaltender Kraft. 1. allgem. Tl, XI, 832 s. Leipiig, Qaelle & Meyer. 
M. 4,80, eeb. 5,40. 

JBrgu (Dr. Knd.), Psycho!. ErBrtemngen znr Beerilndnng eines wiasenschaftl. 
Unterrichtsveriffthrens. XI, 144 b. Leipzig, Dieterich. M. 3,80, geb. 4,50. 

Grain (Oberlehrer Dr. HeiuT.>, Die Schale im Dienste sozialer Erziehung. 
98 B. Leipzig, Quelle & Heycr. M. 1,20. 

Budde (Lfc-Prof. Oerh.), Mehr Freude an der Schnle I VI, 90 1. Eannover, 
Hahn, H. 1,50. 

Flicbfr (Dr. Easp.), Prlifeude üänge durch das Arbeitsfeld der Schule, 118 ■■ 
Bern, Francke. M. 1,80. 

Gatidlg, Die Öffentlichen ScbulpräfnngeD. Frogr. Leipzig. '07- Ss. 

ld«l(W.), Von derVersetznngderScbüler. Frogr. Wermelskircben, 'Ü8. 14s. 

GerdtatI v-, Über die Läuslicnen Arbeiten der Scbülerinnen mit einem Streif- 
licht auf die Versetzungafrage. Progr. Stolp i. F. 'Oa 8 s. 4". 

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[, 88 8, Leipzig, Teubner. M, 0,50. 
— Dasselbe, Ausg. D f, Mittel- u. höhere Schulen, i. neu bearb. Aufl. 

n, 112 8. Ebd. M. 0,60, 
BrOgoamann (O. A.), Der erste Leseunterricht nach phonetischen Grundsätzen. 

2. erweit. Aufl. Hrsg. v. Ernst LUttge. m, 39». Leipiig, Wunder- 
lich. M, 0,60. 

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Bramer (A.), 40 eaglisohe Gedichte. Für den Schulgebrauch hrsg. 3. Aufl. 

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Kart, M, 1,20. 
Palotla (ehem. Prof, C. W.) u, Huri (Prof. L, C), English Frose Reader. A 

Selection for the Use of Commercial and Technical Schools. 3rd ed. 

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Byron (Lord), The Priaonei o£ Cbillon, Moort (Thom,), Paradise and the 

Perl. FUr den Schnlgebr. hrsg. t. A. Bremer, 3, Aufl. 36s. Bremen, 

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bb) Bandow (Oberrealscli.-Dir. a. D, Prof. Geli.-Ree.-H. Dr. K.), Lehrbncli der 

englischen Sprache für kaufmännische a. gewerbliche Fortbildungsschulen . 

Materialien f. d. 1. Jabresknrsa». 4. Anft. IV, 171 a. Elberfeld, Martini 

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Haberland't Un terr.-B riefe : Englisch. 40. (Schi.) Lfg. Leipzig, Hnberland. 

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f. techn. Lehranstalten. 5. Aufl. XVI, 361 s. Bremen, Winter, geb. M. 6. 
Hamburgtr (S.), English Lessoni. Accurdin? to the Alge Method with Ed. 

Hoeliel's picturea reformed for adnils liy Dir. E. Tnrrell Bender. 

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PDtilcr (Hekt. J.) u. HadgklnsDn (F. F.), Lelu- u. Lesebuch der englischen 

Sprache. Ausg. B in 2 Tln. 1. T. 4. Aafl. Bes. v. J. PUnjer, VIII, 

149 s. Hannover, Meyer. Geb. M, 1,80. 
PDnJer (Rekt J.) n. Haine (Oherl. H.), Lehrlrach der englischen Sprache f. 

Handelsachnlen. Kleine Ausg. B. 3. verm. n. verb. Aufl. VII, 132 s. 

Hannover, Meyer. 
Schmidt (Prof. Dr. Imman.), Lehrbuch der enelischen Sprache. Berlin, Haude 

& Spener. 1. T. Elementarbnch, 14. Aul. Vm. 335 b. geb. M. 2,50. 
Thltratn (Prof. Dr. Osk.), Die Hauptregeln der engliBchen Syntax. Für d. 

Obentofe des Lehrbuchs der engl. Sprache. 3. Aufl. VI, 130 s. Leipzig, 

Tenbner. Geb. M. 1,40. 
cc) Fofr»f«r (Carl) u. Htuchtr (Honor^), Die kaufmännische Korreapondeni, 

Dentscb-Englisch. 5. Aufl. VIII, 6Tfi s. Berlin, Neufeld u. Heuins. 

b. H. 5, geb. 6,50. 
Whltfiild (Oberl. E. E., H. A.), Englische Handelskorrespondenz. TIH, 107 b. 

Leipzig, GSscben. M. 0,80. 
Kr«n (Prof. Dr. it.), English Letter Writer. Anleitg. zun Abfassen engl. 

Privat- n. Handelsbriefe. 3. Aufl. (7.— 10. Taus.) 96 s. Freiburg i/B,, 

Bielefeld. Geb. M. 1,50. 
dd] BamttDrll (E. U.) Stoffe zu mündlichen u. achriftl. Übungen im Eng- 
lischen. 3. Anfl. IV, 96 B. Flensburg, A. Westphalen. Geb. M. 1,10. 
L5wa (Dr. Heinr,), Gut Englisch. Bedewendnngen n. Ge«prächs«toffe. Hrsg. 

imter Mitarbeit v. Dr. B. Meienreia. TII, 143 s. Berlin, Begen- 

litrdt'sobe Verlugaanst Geb. M. 2,50. 



ni. NEUE BÜCHER. 



4. Gei 



shichte 



ml Geographie. 



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0. HarrassowitJt. M. 4,80. 

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M. 3,60. 
Lahtnann (Dir. Dr. Alfr.), Aberglaube u. Zauberei t. den ältesten Zeiten an 

bis in die Gegenwart. Übers, v. Dr. Petersen. 2. umgearb. u. erweit. 

Aufl. xn, 665 a. m. 67 Abbildgn. Stuttgart, Enka. M. 14, geb. 15,40. 
Barnttaln (Ign.), Jüdische SpricbwOrter n. Redensarten. Gesammelt n. er- 
klärt unter Mitwirkg. v. B.W. Segel. 2. verm. u. »erb. Aufl. mitgegen- 

Ubersteh. Transkription, Lidex u. Glossar. (Hebr&isch u. Deutsch.) Xv b. 

Doppels. 3-294 s. 296-329 n. 84 a. Warschau, Frankfurt a/M., KanfE- 

Geb. M. 10. 



6. Vei 



ichtei 



Varbandlungan der 49. Versammlg. deutacber Philologen n. Schulmänner in 

Baael V. 24.-27. IX. '07. ZuaammeiigcBt. v. Bibfioth. Dr. G. Kybiner. 

Vin, 221 s. Leipzig, B. G. Teubner. M. 6. 
Untariuchungan u. Quelleu zur german. u. roman. Pliilotogie. Johann 

V. Kelle dargebracht v. seinen Kollegen u. Schillern. 1. T, VUl, 681 ■. 

Prag, C. Billmaan. M. 12. 
Mlttellungan, nenphilologische , hrag. vom neuphil. Verein zu Helsingfora. 

Bede. Prof. A. WalTeuBkaid. 1908. 8 Nrn. (Kra. 1— 2. 60 a.) Hei- 

8iiig:[orB, Neaphilol. Verein, b. H. 4. 




m. NEUE bBches. 809 

Ullrich (Gymn.-Oberl. Dr. Rieh.}, Programmwesen u. Programmbibliothek der 

hohem achalen in Dentschlana, Öatreicb u. der Seh weil. XSIV, 767 b. 

Berlin, Weidmann. M. 12. 
M»ltr-GfMti (.lul.), Die sTo&en Engländer. 2. Aufl. Vm, 173 s mit 66 

Abbilden. Mönchen, Piper & Co. M. 8, geh. 10. 
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fiarner (Thom.) and Sfratton (Artb.), The Domestic Arebitectnre of England 

during the Tudor Period. In 3 Tln. 1. Tl GO Lichtdr.-Taf. m. 62 a. 

UlQStr. Text. 60, 5 X 37 cm. Leipzig, Hiersemann. lu Mappe M. i2. 

k In England erschienen in den monaten April bis 
H Juni 1808. 

i (W«nn kein orl »Bgemhrt, l<t Lo udon in etglaim. 

renn kUn (inD.i .ngegrheq, f »dar or. B=.) 

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J. E. Spingarn. pp. 364, 366. Clarendon Press, ea., net, 5/. 
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18mo. Heath. bds., net, 2/6. 
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Smith. (Pitt Press Series.) pp. liiivii-228. Camb. Univ. Press. 2/6. 
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Mackean. 4to, sd., pp. ly— 68. A, Gardner (Paialey). 
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Euak. (Dniversity Tutorial Seriea.) pp. 15L CUye. 2/. 

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Howe. 12mo, pp. 288. D. C. Heath. 1/6. 
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Quartos and Ist Folio. Edit. by E. Koraan. NntL net, 3/. 

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Chatt«. net, 2/6; library ed., net, 6/. 

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Vol. 6. (New universal Library.) 18mo, pp. 502. Romledge. net, 1/. 
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(Tnrk'a Head Edition.) Pntuani's Sons, net, 210/. 
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Beserve— Rlbaldouslf. 
By W. A. Craigie, M. A., L.L.D. 
Reserve — RtOALDDttSLY. Thia donble section contains 1601 Hain 
words, 56 Combinations explaiaed nnder these, and 880 Snbordinate eutriea 
of obsulete or variant forms, etc., making 2537 in oll. The obviovs com- 
binations reconled and illnstrated bjr qootations nnmber 226, and bring np 
the total namber of entries t» 2763. Of tlie Main worda 413 are marked 
■j- as obsolete, anil 72 are luarfced || as allen or not completeljp nataraliaed. 
Comparisun with Dr. Johnson'^ and some more recent Dictionarie« 
gives the foüowing £gnreB: - 



CUHlJ'a 



Dlot. 



' Btuid*rd.' HtM. 



Wardir 



□ XiMdoiult 317 



^^^ft the g 



Tb« muDbeT of qnotdloni In Ibg conBiposdln« portlon of Blehudion li HT. 

In this seetioQ the native KngUsh elemcnt b no more eitfinsive than 
in the two preceding ones, the only worda or importauce which belong to 
it being Rest sb.> and v.' (with Home derivatives snch as BestfuIj a., 
Eebtlehs a.), Betch t.* anJ Bis ab.' and t.' Along with theae maj 
be mentioned the obe. or dial. Betch t. ', Kethe a., R£W sb.', and the 
IocaI Rhise V.' The tecbnical terms Ret v.', Rib sb.' and v.', were 
probably adopted from one of the cognatc laugnages. 

Ol the Latin or Romane« words wbicb fonn tbe bnik of the eection, 
the great mi\jority are componiLds of Re-, and man; of theee bave a long 




rV. KITTEILÜHGEH. 



319 



and intereatJBg history in Engliah. Aa nan»l, a largü number of them were 
adopted froia otder French, such as reset, respite, rentoTt, reglrain, retait, 
retinue, retire, retovr, retreat, reirieee, retum, racard etc. Later adoptioDS 
from French are Beveille, Bevf.rbi, RevEte (raent.)- In a tew caaes the 
presence of the prefix is not apparent at first sight, as m Best ab.* and 
V.', Rest sb.' and v.', Restipf or Restivb a., Ret y.', Retel ab.' 

Another gronp of Latin fonnations is aade np of words with tlie 
prefix relro', of whieh the earlieat to appear io English is RetoGRADE, 
Latin i» also the nltimate Bonrce of Resi:^, and has directly contribnted 
Rete, Retiaruis, Beticiilum, Retina, Retinacuhim; Änglicized 
derivatives from L. rete »ppear in retiary, rttkle, retieular, reticutation, etc. 
Of French words not formed witli re- the most important are Reynard, 
RiAL, RiANT and Rieald. 

The worda beginning with Rh- (which have been fleparately prepared 
by Mr. C. T. Onions, M. Ä.) are for the moat part ultimately of Greek 
origin; among tho eiceptions to this are Rhatant, Rheim, Rhemibs, 
Rhenish, Rhinb, Rhino, and (parlly) Ehubarb. Those which were 
adopted in Middle Engliah appear at fint with r- only (as relhor Rhetob, 
revmt Rheum'), the restoration of Wt- being a resnlt of the cloesical 
inflnence prevaleut in the 16th c«nt. One of the moat interesting eiamplea 
of this is the change o( the older rime, ryine to Rhvthm and Rhyue. 



Zur Nachricht. 

Leiptig, den 11. Angnst 1D08. 
Herrn prot Dr. M. F. Mann, 

heransgeher des Beiblattes inr Anglia, 

Frankfurt a/M. 

beehre ich mich ganz ergebenat nachstehendes znr kenutnis eq. bringen. 

In Nordhansen wurde eine abhandlung unter folgendem titel gedruckt; 

Über die Eigenart der Romane von Charles Kingsley. 

Inangnral-Diggertatinn zur Erlangung der [ihilosophiaclien Doktorwürde bei 

einer hohen philosophischen Fakultät der Universität Leipzig, eingereicht 

von Otto MUhlberg aus Kordbansen. 



L 



Nordhausen. 
Gedruckt von Karl Koch. 
Die angäbe, die arbeit sei der philaaaphischen fakultüt zu Leipzig als 
dissertation eingereicht worden, ist falsch: sie lag ihr niemals zur hegut- 
achlung vor. Herr Otto Mühlberg, der von sommer 1899 bia ostern 1901 
verachiedeue Bbungen des englischen Seminars mitmachte, meldete sich am 
7. Angiut 1902 (laut Prokaniellariatsbach) kut promotion hier an, ohne 
aber, wie es vonchrifl ist, eine promoUonaichrift einzureichen. Da deren 



320 IV. MITTKII-UKGEK. 

eiiueiidung: bis ins jähr 1903 nicht erfolgt war, to wnrde am 13. Febraor 
1Ö03 die anroeldung für ungiltig erklärt nnd da« weitere promotions ver- 
fahren eingestellt. Der Torliegende dmi^k bat also gar nichts mit der 
philoaophiBchen Fakultät der uniTersil&t Leipzig zu tnu. Die Jahreszahl 
1903 ist gleichfalls fnlach , da nacli mitteilung der dmckerei der satz erst 
1907 fertiggestellt wurde. 

Die philosophische Fakultät der Universität Leipzig. 

Stieda, 

d. Z. Prokaniellar. 



AnB Zeitschriften. 

Tbe ScotBrnan, Tnesday, Angnst 4, 190S: t>r. Karl Breal, The 
Literarf RelatioM of Great Britain and Oennanj dnring the La»t Foni 
Centnries. 



Angchttndigte Schriften. 

In Prag wird eiue unterauchung über die trage des a-umlaats t 
vorliereitet. 



In Kiel ist eine arheit über das ae. präfix for- begonnen worden. 
F. fiolthanaen. 



I K H 1 L T. a.! 

I>. Tbo Sliskiipeim ApociTiibii, Ivlng ■ Coll«tion ot fanrtHn PUyi «bloh bin 
becn HdTUwd ta Shakcipoibre, eiltti, with InliadncHon, Rou* ud XlhUo- 

Bi«phy by C. F. TuoliM Btoüke iKoepptl) S 

Pop), DerL«l<airiiab. Elu koulicbH HoldengedLdil. la denUclis 1 j 

Bvlobl™ a!r«ürroZ,^Mi«Vw»rinrd°u'^U^ „^io. ^7 f '"*"' | ' 

WIlUtm Morlon rayde ... . . . . | \ 3 

DintOBU} at tba Knfillih and QaTmkn Linguitn by WiUIuo Juaci. Forty- 

flnt edllion ™ttrelj rowrl-Ilnn ud greally cDlargcd (Petly) ' 

Ib. AndniB, Za 8l»liiijpe>c>'< iBit.plsl ,Tho Tiuniog of lUe ShreW ...... 5 

U. Th« Bnglllb Nsvipipar Bolilsr. Compllcd, uplalntll, lud annoUtiid tij Loula 

m. Ngus DUcbor I 

IV. Hltlallungen: A New Engllib Dlallgnjicy DU HUloIlell Prinelplsi ..... 1 

Angsk Und Igln Scluinen ! 

Herausgegeben von Prof. Dr. Hm FrUdrich Hann in Frankfurt a/R. 

VoUg von Mu KlameyB, H*Ua. - Diiek *Da Ebrbudt Kiiiu, B>Ua. 





Beiblatt zur Ane-lia. fft: 

Mitteilungen 

über englische Sprache und Literatur 

und über englischen Unterricht. 




Preis; Ftir den Jahrgang' 8 Hark. 

■li Ri -AngUa- und 'Boililitl' JkhrHcb M M«: 



XIX Bd. 



I. SPRACHE UND LITEKATUR. 
Early Scottish Charters, prior to A. D. llUS, collected, with 

notes and an index, by Sir Archibald C. Lawrie, G-lasgow, 

James MacLehose and Sons, 1905. 
Wenn der anglist lUeses historisclie werk auch nicht be- 
urteilen') wird, so hat er doch allen anlafs, sich damit zu 
beschäftigen und dem herausgeber für seine arbeit zu danken. 
Es werden hier zum ersten male die 271 frühschottischen 
Urkunden bis zum tode Darid I. in einem handlichen , vor- 
trefflich ausgestatteten bände vereint geboten, alles bisher in 
den verschiedensten werken zerstreutes oder Überhaupt noch 
nicht gedrucktes material. Davon stammt eine Urkunde ans 
dem neunten, eine aus dem zehnten, und ungefähr zwanzig 
aus dem elften Jahrhundert. Nicht mit veröffentlicht sind die 
Assise David und die Leges Quattuor Burgorum, weil sie erst 
nach 1153 niedergeschrieben wurden. Diese charters siud 
mit für uns wertvollem inhalt nicht eben überlastet. Es sind 
meist stiftungs- und schenkungsurkutiden , ausgestellt vou um 
ihr Seelenheil besorgten fürst lichkeiten (darunter auch Macbeth 
und sein weib Gruoch), zugunsten von kii'chen und klöstern, 
die wald, weide- und ackerland, wild, fische, vieh, feile, käse, 
malz und salzlager mit behagen sich vei-schreiben lassen, oder 



>) Vgl. Jahre^ber. der QeiuhichtBwiBsetiscb. XXVm, 1905, Teil m. i 

tOBUlt, BslbUtl XIZ. 21 



322 



I. SPRiCEra; U. LITEEATUK. 



auch sich selbst verschreiben, wobei sie nicht gern verfehlen, 
allen denen, die instimulatione diaboUca agitati oder misu sa- 
crilcgio sich an dem so erworbenen kirchengnt vergehen sollten, 
ans der tiefe ihres christlichen herzens die ewige Verdammnis 
zu wünschen; dazn Streitigkeiten darüber, ob der erzbischof 
von Canterbury oder der von York der vorgesetzte der schot- 
tischen bischöfe sei ; energische papstschreiben, fromme kßnigs- 
briefe, auch zwei seeleorgerbriefe , der eine von Änselm an 
Alexander I., der andere von Lanfranc an königin Margarete 
(der sicli unter dem wnst stereotyper phrasen fast elegant 
und geistreich ausnimmt) ; ganz selten einmal eine Schenkung 
an eine Privatperson. A'on literatur ist nur zweimal die rede, 
in no. II (A. D. 782 — 804), wo AIcuin vom bischof Ninian 
spricht, qui mttttis clarutt virtutibus, sicut mihi nttper delatum 
est per cannina metricae artis, quae nobis per fideles nostros 
discipulos Eboracensis ecciesiae sckolasticos direcla sunt, in 
quibus et facientis agnovi ertiditionetn , et ejus perßcicntis mi- 
racula sanctitalcm, per ea quae ibi legcham; und dann in 
no. CCLXm (A. D. 1152—1153), wo der bischof Robert, der 
priory von St. Andrews, abbatiam de insula Lochhvene schenkt, 
cur» Ais libris, id est cum paslorali, graduali, missali, origine, 
senfentiis <^batis CJareuallensis, tribtts ([uatimionibus de sacra- 
mentis, cum parte bibUotecae, cum lectionario, citm Actibus 
Aposiolorum. tartu evaK^eliorum Trospero. trihus libris Sah- 
monis, glosis de canttcis canticorum, interpretationibits dictionum, 
coUectione sentetitiarum. crpositione super Genesim, ejxeptioni- 
hus ecclesiasticaram regularum. Jede einzelne Urkunde unter- 
wirft nun Sir Archibald Lawrie in seinen umfangreichen (237 
Seiten!) Notes einer nüchternen, gewissenhaften und selbstän- 
digen Prüfung. So werden die notitiae of grants to the church 
of Deer (no. I), woraus sich die begeisterung früherer gelehrter 
romantische bilder der schottischen vorzeit schuf, auf ihren 
wirklichen wert herabgeschraubt, und die zahl der schon von 
andern erkannten fälschnngeu noch erheblich vermehrt. Die 
Persönlichkeiten und Ortschaften werden identifiziert und ihre 
geschichte skizziert. Dabei fällt manches wort Über Wyntown, 
Über Hardjng's „geschäfte" (s. 239), auch über die beziehnngen 
von Cumberland, Westmoreland und Northnmberland zur schot- 
tischen kröne, über das gotteagericht (8.298) und über frei- 
Btätten (ßirths) (8.397), fiber juristische ausdrücke wie can, 



I, BPKACHE ü. LITEKÄTUH. 



"JAatt (s. 296), namum capere, imndum capere (s. 315 u. 386) usw. 
Ein ausführliches register von 62 doppelspalten macht alle 
einzelheiten des textes und der anmerkungen zngänglich. 
Frankfurt a/M. Arnold Sander. 



The Poetical Works ol Giles Fletcher and Phineas Fletcher. In 
Two Volomes. Vol. I. Edited by Frederick S. Boas, M. A. 

Cambridge: at the University Pr*ss 1908. XXI u. 309 p. 

Price 4/6. 
Die werke der beiden briider Fletcher lagen bisher nnr 
in der ausgäbe von Ä. B. Grosart vor, die 1868 und 69 in 
The Füller Woithies' Library für einen kleinen kreis von 
Subskribenten gedruckt wurde; Gilea' gedichte aufserdem in 
einer revidierten ausgäbe von demselben lierausgeber 1876. 
Der vorliegende neudruck entspricht also eiuem bedBrfnis. 
Der erste band enthält zunächst sämtliche gedichte Giles'; 
A Canto on the Deatli of Etiza (aus der Sammlung Sorrowes 
Joy 1603, unter richtigstell ung einiger ungenauigkeiten in 
Grosarts ausgäbe), Christs Victorie and Triumph (nach der 
quarto von 1610, mit den Varianten der Qq von 1632 und 
1640), das kurze gedieht A Description of Encolpius, sowie 
im anhang eine englische und eine lateinische elegie auf den 
tod Heinrichs, des prinzen von Wales. Von Phineas Fl. bringt 
der 1. band die Verses of Mourning and Joy on the Death of 
Elizabeth and Accession of James (aus Sorrowes Joy), dann 
das lateinische gedieht Locustae, vel Pieta-s Jesuitica (nach 
der Q von 1627, mit eingehender vergleichung der von ein- 
ander stark abweichenden handseliriften Brit. Mus. Sloane 
Mss. 444, Harleian Mss. 3196 und der im besitz Mr. B. Dobell's 
befindlichen, deren beziehungen zu einander in der vorrede 
p. XI— XV kritisch untersucht werden). Dieselbe Q von 1627 
bildet die grundlage für das folgende gedieht The Locusts, 
or Apollyonists, das in den meisten literatnrgeschichten, m. e. 
sehr mit unrecht, ganz tibergangen wii-d, obwohl dieser mafslos 
heftige angriff gegen die Jesuiten in seinen ersten beiden ge- 
sängen zu interessanten vergleichen mit Milton herausfordert. 
Besondere mühe machte dem herausgeber die herstellung eines 
authentischen textes des letzten Stuckes, des fischerdramas 
Sicelides, Er legte den verderbten test der Q von 1631 zu- 

21« 




324 



I. SPRACHE U. LITÜKATCB. 



gründe, änderte ihn aber an selir vielen stellen aus zwei von 
der Q und unter einander beträchtlich abweichenden h&nd- 
schriften (Birch Coli. 4453 und Rawlinson Poet. Mss. 214) nnd 
erreiclite so, was er einen "eclectic" text nennt. Die Varianten 
zu diesem stück füllen 20 seilen. 

Die ausgäbe schliefst sich in ausstattung und druck würdig 
an die übrigen Cambridge English Classics an. 

Frankfurt a/M. K. Lincke. 



Martha Pike Conant: The Oriental Tale in England in ihe Eighteenfh 
Century. New York 1Ö08 (The Columbia University Press). 
Es bedarf zunächst der titel des Werkes einiger fest- 
stellungen. Den begriff „orientalisch" nimmt die Verfasserin 
im weiteren sinne: "those countries, collectively, that begin 
with Islam on the eastern Mediterranean and streich through 
Asia" (Palestina wird ausgenommen). "Tale" hingegen ist 
eng als „märclien'* zu fassen; es handelt sich also zunächst 
nicht um die Verarbeitung der fabel in der gesaraten dichtong 
des Zeitraumes. Doch fehlt es auch an derartigen ausblicken 
nicht (z. b. p. 230 Ä. 1). — In einem Vorwort bespricht die 
Verfasserin die arbeiten, die vor ihr oder gleichzeitig mit ihr 
teile des themas behandelten, nnd bringt dann in ihrer ein- 
leitung eine kurze Vorgeschichte des orientalischen märchens 
vor dem behandelten Zeitraum. Schon im mittelalter wurden 
durch lateinische Übersetzungen (Sendebar; Kalila und Dimna; 
Disciplina Clericalis; Barlaam und Josapbat) metrische ro- 
manze'n angeregt : Das fabliau von der dame 8iriz, die sieben 
weisen meister, Mandevilles "Voiage", Chancers "Sqoier's 
Tale" etc. Das 16, Jahrhundert bringt Übersetzungen der 
"Gesta Eomanorum" und der fabeln von Bidpai (North). lu 
Painters "Palace of Pleasure" finden wir "Mahomet und Irene" 
und "Sultan Soliman". Kyd (?) verfafst das drama "Soliman 
and Perseda", Greville: "Alaham" und "Mustapha", Marlow 
den "Tamburlaine", auch bei Shakespeare sind mancherlei 
spui'en nachzuweisen. Das 17. Jahrhundert bringt reiseberichte, 
Enolls's "General History of the Turks" (lö03) und zahlreiche 
Übersetzungen aus dem Französischen. Auf letzterem einflusse 
beruht denn auch fast ausschliefslich die orientalische märchen- 
poesie Englands im 18. Jahrhundert. Die erste anregung wurde 



I, 8PHÄCIIE U. LITEKATCH. 



325 



durch die Übersetzung von Maranae „türkiscliem spion" ge- 
gegeben. Die Verfasserin teilt den stoff in vier, oft nur künat- 
lidi auseinander zu haltende, gi-uppen: imaginative, moralistic, 
philosoiihic und satiric. Innerhalb der "Imaginative Group" 
erhalten wir zunächst eine kritische Würdigung der "Arabian 
Nights", der märchen aus " Tansendundeine Nacht" und der 
" Türkischen Märchen ". Es folgt dann eine pseudo-orientalische 
gruppe: 1- Die reiseabenteuer der drei prinzen von Serendip 
(nach de Mailli); 2. Übersetzungen von vier Sammlungen Tb. 
S. Gneullettes; 3. eine Übersetzung von Blgnons abenteuern 
Äbdallas; 4. die „Neuen Arabischen Nächte" nach dem Fran- 
zösischen des Don Chavis und M. Cazotte. Diesem boden ent- 
sprossen a) "heroic romances", b) "realistictales", c) "eclogues". 
Aus dieser überreichen Produktion sind besonders hervorzu- 
heben; "Charoba"' von Clara Eeeve (aus dem Frz. übers.) in 
"The Progress of Romance" und vor allem William Beckfords 
"History of the C'aliph Vathek". Ein klareres auseinander- 
hallen von reinen Übersetzungen aus dem Französischen, be- 
arbtiitungen und selbständigen dichtuiigen wäre dem Verständnis 
des buches förderlich gewesen. Den Übergang zur " Moralistic 
Group" bilden Übersetzungen von Marmontel: "The Watermen 
of Besons" und "Friendship put to the Test" und Thomas 
Parnells gedieht: "The Hermit". Innerhalb der gruppe 
kommen besonders in betracht die zaiilreichen Veröffent- 
lichungen Addisons und Steeles in den verschiedenen "Perio- 
dicals", sodann Dr. Johnson, Hawkesworth. Langhome, Mrs. 
Sheridan, Miss Edgeworth, sowie die wiederaufnähme der 
fabeln von Pilpay (Bidpai), einer version des sclion im mittel- 
alter bekannten "Kaiila und Dimna". In der philosophischen 
gruppe schliefst sich den vorgenannten erzählera Goldsmith 
an. Eine grofse rolle spielen Übersetzungen und nachahmungen 
von Voltaires "Zadig" und Johnsons "Rasselas" (vgl. Voltaires 
"Candide"). Angeregt durch Maranas türkischen spion (übers. 
von Bradshaw), Dufresnys "Amusemeus serienx et comiques" 
und Montesqnieus "Lettres Peraaues" entwickelt sich in der 
letzten gruppe diesatire jn briefform: Lord Lyttletons "Persian 
Letters", Horace Walpoles "Lettei« froni Xo-Ho" und vor 
allem Goldsmiths "Citizen of the World". Ähnlicher formen 
bedienen sich Defoe, SmoUet und Sterne. Zahlreich sind auch 
die Übersetzungen ans dem Frz. Im letzten abschnitte: 



326 



. SPRACHE U. LITERATDH, 



"Literary Estimate" zeigt die Verfasserin ganz besonders, 
vne hoch sie über jener „baHsteinezusammen tragenden" hand- 
werkergelehrsamkeit steht. In weitblickenden ausfilhninsen 
faTst sie zusammen, bis -wie weit der orientalische einfluls 
gegangen ist, und durch welche gründe sein weiteres aus- 
breiten gehemmt wurde {es wird vor allem das aufblühen 
bodenständiger volkspoesie angeführt), und andererseits, in- 
wiefern diesem einflnCs der boden geebnet war. Zum schlnüs 
erhalten wir noch einen überblick über beeinflnssung der 
dichter des 19. jahihunderts, wozu „Appendix A" die belege 
bringt. „Appendix B 1" enthält eine liste der wichtigeren 
orientalischen erzähliingen, die in der betreiTenden periode in 
England veröffentlicht wurden, „Appendix B 2" die literatur- 
angaben. Durch das wegen der Schwierigkeiten der disposition 
schwer zu überblickende buch dürfte das thema in erschöpfender 
weise behandlung gefunden haben. 

Ansbach, im Oktober 1908. F. Kratz. 



Letters from P. B. Shelley to Elizabeth Hitchener. New first 
published. With an Introductioa and Notes. London, Ber- 
tram Dobell, New York, Dodd, Mead & Co. 1908. pp. LI + 
351. 8". pr. 5 sh. 
Die verdienstvolle erstmalige herausgäbe dieser briefe ver- 
danken wir Bertram Dobell, gleichzeitig Verleger des buches, 
der schon seinerzeit in den Publications der Shelley Society 
mit einer ausgäbe des Alastor und des Wandering Jew her- 
vorgetreten ist. Die briefe wurden 1896 von Thomas J. Wise, 
einem bekannten Shelley- foi-scher, transkribiert und 1900 füi- 
einen engereu zirkel in nur 30 exeniplaren gedruckt. Bertram 
gibt hier von den stereotyp-platten einen neudruck und fügt 
einleitung und anmerkungen hinzu. 

Der wert der briefe, die wir nun in ihrer gesamtheit über- 
schauen können, liegt darin, dals wir in ihnen in lebensfrischei', 
packender weise eine episode aus der entwicidung des dichters, 
aus der suche nach dem irdischen ideal vor äugen sehen. Es 
ist die trübe geacliiclite einer der vielen enttäuschungen, die 
der junge Idealist sich selbst bereitete ; das wesen, mit dem er 
ein jähr in begeistertem brieflichen verkehr stand, dem der 



I. aPBACHB D. LtTSBATUB. 

jung verheiratete ehemann schreibt: "I love you more than 
any relation" (p. 52); "I profess yoa are the sister of my soul, 
its dearest sister" (ebenda), "I look up to you as a mighty 
mind" (153), "I esteem you more than I esteem myself" 
(64); " communion with you can Tinite mental benefit with 
pnre gratificatiou" (67); "for are you not my second seif, the 
strenger shadow of that soul whose dictates I have been ac- 
customed to obey?" (98), — das bekam er und seine familie 
nacli fünfmonatlichem täglichen beisammensein so satt, dafs 
nach der entfernung des "browndemon" alles aufatmete! und 
doch war es nicht die schuld der Miss Hitchener, die sich lange 
ehrlich dagegegen gesträubt halte, ihren posten als lehrerin 
in Hurstpierpoint, wo sie in ehrbarer selbst&udigkeit für sich 
und die ihrigen ihren unterhalt verdiente, aufzugeben und in 
der abhangigkeit von anderen, nur mit hinsieht auf eine ideal- 
philosophische existenz und auf den ertrag eventueller zu- 
künftiger scliriften mit den Shelleys zu leben. AVenn man den 
brief aus Keswick vom 29. 1. 1812 mit dem dringenden er- 
suchen zu kommen "for usefulness" seil, nutzen für das mensch- 
liche geschlecht, oder schliefslich den aus Nantgwilt vom 7, 5. 
1812 liest, mit der leidenschaftlichsten aufforderuug, zugleich 
alles aufzugeben, trotz der verleumderischen gerüchte, die die 
weit an diesen schritt knüpfte, dann muls man den ehrliehen 
kämpf dieses mädehens gegen den rnt einer idealen verlocken- 
den Zukunft bewundern und ihi-e charaktergröüae schätzen. 
Aus den letzten brieten geht hervor, dafs der dichter schliefs- 
lich beabsichtigte nach Sussex zu reisen und die verehrte 
"Portia" zu holen; nur geldmangel scheint ihn davon abge- 
halten zu haben. 

Wie das zusammenleben ausfiel, ist bekannt, trotzdem ihr 
Shelley bneflich "ihe irrationality of Aristocracy" bewiesen, 
trotzdem er ihr die Schenkung eines grofsen Vermögens in 
seinem testament und die notwendigkeit der annähme bewiesen 
hatte, trotzdem sie ihm nötig schien zui" gründung seiner ver- 
heifsungsvollen "Philanthropie Association!" Auch mit den 
besten absiebten mufsten seine frau und seine Schwägerin sie 
als störendes elemeut empfinden, sie, der der dichter die um- 
stände seiner heirat rationalistisch erklärt, deren malslose 
Verehrung von selten des dichters auch die selbstlüseate frau 
nicht hätte ertragen können, dazu in einem haushält, in dem 



. BPBACHE D. LITERATUR. 

6eine schwägrerin Eliza regierte und die kasse führte! Uter 
das spätere leben der Hitchener, die wieder zu ihrem beruf 
als lehrerin zurückkehrte, bringt Dobell nene künde, die Dowden 
uud den anderen biographeu nicht bekannt wai-. Nach einei- 
mitteilung ihres Sachwalters, Mr. John Slack, an herrn TL J. 
Wise heiratete sie später einen österreichischen offizier und 
ging mit ihm ins ausländ, ohne je wieder etwas von sicli hören 
zu lassen. Vor ihrer abreise hatte sie die Shelley-briefe nnd 
die abschriften einiger ihrer eigenen briefe bei herrn Slack 
deponiert. Es ist zu bedauern, dafs Slack herrn Wise nicht 
auch den namen des Österreichers mitgeteilt hat, der wohl zu 
erfahren gewesen wäre, sodafs man dieser interessanten spuv 
hätte nacligehen können. 

Ändere einzelheiten des buches sind von Interesse; als 
beitrag zu Shelley's belesenheit George Ensor's (1769—1841) 
"National Education", ein buch, das grofse Wirkung auf den 
dichter hervorgebracht zu haben scheint; zwei seiner Jugend- 
dichtungen, die in den episteln abgeschrieben sind, und zu 
deren einer nach der Vorbemerkung Shelley's in diesem briefe 
(p. 231) der von ßossetti gewählte titel "The Mexican Re- 
volution" der richtige war, gegenüber dem titel in den Es- 
daile Mss.: "To the Republicans of North America"; besonders 
aber in dem brief vom 8. 11. 1811 Shelley's darstellung des 
verf ührnngsversuclies , den der seelenfreund Hogg gegen die 
gattin des fi-eundes unternahm, und weiter unten (p. 136) des 
dichters endgültiges scharfes urteil über Hogg. Auch des letz- 
teren buch über die jugend Shelley's kritisiert Dobell — viel- 
leicht nicht mit unrecht — in ähnlicher skeptischer weise. 
Oh vers 270 in Epipsychidion : 

"Others were wise — but honeyed words betray:" 
auf Miss Hitchener bezogen werden kann, ist nicht unwahr- 
scheinlich, aber bei der absichtlichen dunkelheit der stelle nie 
zu beweisen. 

In der geschmackvollen, mit leichlicher rauraverschwen- 
dung an dem text ausgestatteten ausgäbe ist uns nur ein 
erratum, p. 59 ; bttisness anfgestolsen. 

Nürnberg. Eichard Ackermann. 



I. SPRACHE ü, UTEBATÜH, 



329 



Anna Benneson McMahan, With Shelley In Italy. A Selecüon of 
the Poems and Letters of P. B. Shelley Kelating to liis life 
in Italy. With Sixty-four lUvtstrations from Photogi-aphs. 
London, T. Fischer Unwin, MCMVIL pp. XXni + 293; 
pr. sh. 5. — 
Für die verehret und freunde von Shelley's poesie ge- 
währt das vorliegende buch einen hohen genuls, das das ziel 
verfolgt, die gedichte in ihr richtiges milieu zu versetzen, den 
leser in die echt italienische atniosphäre zu führen, in der sie 
geschaffen wiu-den. Dazu sollen Toild und die gruppierung von 
briefen und stellen aus den tagebüchem beitragen, sodafa 
gleichsam die entstehung der dichtungen beobachtet werden 
kann. Vor allem sind es die Illustrationen, die die Verfasserin 
(auch für Byron hat sie einen pendant-band "WiÜi Byron in 
Italy" herausgegeben) zu ihrer absieht in reicher fülle benütat : 
die eine hälfte derselben stammt von Photographien von 
Älinari Brothers in Florenz, andere vou lokalphotographen in 
Spezzia, Viareggio und Pisa, einige von alten Stichen und der 
. von aufnahmen der Miss Una McMahan speziell für das 
buch. Zum gi-üfsten teile sind die aufnahmen, wie wir aner- 
kennen müssen, gelungen und scharf und klar ausgeführt, wenn 
auch teilweise der kleine umfang den eindruck notgedrungen 
abschwächen mufs; besonderes Interesse gewähren einige bilder 
aus Shelley's zeit, wie das Coliseo, das Forum in Rom und die 
bäder des Caracalla aus dem anfang des 19, jahrhunders. \'on 
Casa Magni am Golfe von Lericl, der letzten raststätte des 
dichters, sind zwei bilder gegeben, das eine von 1880, das 
haus noch im alten zustande am meer, abgesehen von dem 
Stockwerk, das später aufgesetzt worden war, darstellend, und 
das andere von 1904 mit der modernen fahrstralse, die jetzt 
das gebäude vom meere trennt.- In Viareggio, das sich be- 
kanntlich zu einem fashionablen seebad entwickelt hat, ist 
Shelley seit 1894 auf der Piazza Shelley, früher Piazza Paollna, 
ein denkmal errichtet, dessen züge nach dem vorliegenden bilde 
allerdings mit unserem Shelley keine ähnlichkeit aufweisen. 

IAn diesem denkmal findet jedes jähr eine feier mit redeakten 
und niederlegung von lorbeerkränzen statt 
In den kurzen Vorbemerkungen, mit der die Verfasserin 
jedes jähr des italienischen aufenthaltes und der in ihm ent- 
standenen schüpfuugen beginnt, fehlt es nicht an gelegent- 



I 



330 L SPEACHE U. LITEBATUa. 

liehen kritisch-sachliclien bemerkungen: ""he was a social 
refonner by instinct, a champion for equal opportonities for 
all men and all women, a "poet of dertiocracy" before that 
catching phrase eame into being"" (p. 87). Seite 153 wird 
Medwin Shelley's "collaborator at tlie age of fifteen in some 
verses called The Wandering Jew" genannt; ein ge- 
dieht iu vier gesängen mit 1451 vei-sen in dieser weise zu 
bezeichnen, scheint doch eine zn grofse licenz. In ihrer In- 
troduction (p. XX) stellt die Verfasserin den satz auf: "The 
motive of Epipsychidion , and eveu its first draft, existed 
before the meeting of Shelley and Eniilia; that meeting 
simply fnrnished the final impulse to complete the poem. " 
£s wäre von Interesse, die quelle zu kennen, aus der Miss 
Mcilahan diese behauptung geschöpft hat. 

NUi'nberg. Bichard Ackermann. 



Zur clironolof;ifi der Übersetzungen des königs Alfred. 

Bei der durchsieht einer arbeit eines meiner schiiler über 
die fremden eigeonamen in den Übersetzungen des königs ist 
mir eine Übereinstimmung zwischen dem Orosius nnd dem 
Boethius aufgefallen, ans der mii' mit Sicherheit hervorzugehen 
scheint, dafs die bearbeitung der philosophischen schritt nach 
der Übersetzung des historikers entstanden ist. 

In dem lateinischen text des Orosius hatte Alfred den 
namen des barbarenfürsten B(h)adagaisus gefunden, unmittelbar 
nach der erwäbnung des Gotenkönigs Alarich : Taceo de Atarico 
rege cum Gothis suis saejpe victo, saepe concluso, semperque 
dimisso. Itliadagaisus totam itiundavit Italiam. Hie paganvs 
et Scytha erat ... (p. 297 der Sweet'schen Orosius -ausgäbe). 
In seiner sehr freien wiedergäbe dieser steile nennt der könig 
die namen der beiden g'ermanischeu heerführer zweimal in 
enger Verbindung, und zwar beide male den namen Rhadagaisus 
in der form Rfedgota: For dwm feondscipe [SHlcca] forlit 
Getan OH Italic mid Hiora twam ciningum, Alrican and Sted- 
goian. . . . Rade ^(BS Alrica weard cristcn; and Ecedgota 
hceden diirhwunnde (ib. p. 296). Der könig hat den ihm fremden 
namen Rhadagaisus kräftig anglisiert; rwd erscheint öfters 
in heimischen Wörtern als erstes glied zusammengesetzter 
nomina ageutis wie i-aid-hana, rwd-hora, rmd-giefa, rad-tcita; 



I. SPKACnK U. LITERÄTUB. 331 

das zweite glied des kompositnms, -gola, mag dem Übersetzer 
durch den im vorausgehenden lest oft genannten yolksnanien 
der Goten (ae. Gota) eingegeben worden sein. Dafs di&ie 
anglisierung: des namens dem Übersetzer zuzuschreiben ist, 
bezweifle ich nicht, es ist mir wenigstens keine andere stelle 
bekannt, wo der name Ehadagaisus in dieser m. e. von dem 
könig geprägten form Rsdgota erschiene. 

An die zitierten sätze der Orosius-version mit ihrer engen 
Verknüpfung der beiden geimauischen fürstennamen werden 
wir in dem ersten satz der von Alfred frei verfafsten vorrede 
seiner Boethius-übersetzung erinnert. Alfred beginnt seine 
kurze liistorische einleitung mit den worten: On öcere tiiU Öe 
Gotan of SciöSiu viwg^e icid Bomaria rice ijewin up ahofen, 
and mid heora cpiingum, Jicpdgota and Eallerica waron hatne, 
Eomane burig ahrcecon, and eaü Italia rice d(Et is bettcux dam 
muntum and Sicilia dam ealonde in amcald gereJiton (p. 7 der 
Sedgefieldschen ausgäbe). Solange mir nicht eine andere quelle 
für den namen Badgota nachgewiesen wird, nehme ich an, 
daJs Alfred bei dem niedei'schreiben dieses satzes an seine 
Orosius- Übersetzung dachte und ihr die namen der beiden 
Germanenfülirer entlehnte. In seinem anfsatz "Zu König 
Alfreds Boethins" (Archiv XOIV, 149 ff.) bemerkt Schepss 
allerdings, "dafs die in Alfieds eiuleitung stehenden namen 
ScidAia, U^dgota, Eallerica, Sicilia, Amnlingas sämtlich bei 
Jordanes vorkommen" (p. 156). Rhadagaisus wird von Jor- 
danes einmal erwähnt: Badagaisus Scylha mit der Variante 
Itaguduisus im kritischen apparat (p. 21 z. 19 der Mommsen- 
ausgabe, Berlin 1882), aber die forna Rwdgota, auf die es uns 
ankommt, habe ich bei dem historiker der Goten nicht ge- 
gefunden. Eine mögliche, freilich recht unsichere Wirkung 
des Orosius auf den altenglischen Boethius hat übrigens Schepss 
selbst angedeutet (p. 155). 

Aus der prosa-einleitung Alfreds ist der name liadgota 
auch in die stabreimeude beai'beitung der prosaversion über- 
gegangen, wo er zweimal wieder in enger Verbindung mit 
Alarich erscheint, aus metrischen gründen in der abgekürzten 
form litBdgot, Hwdgoil (vgl. bei Sedgefield p. 151 f.). 

In der ifrei/^o(a-stelle des Alfi-edschen Boethins sehe ich 
einen sicheren beweis dafür, dals wir den Boetliius nicht, wie 
Brandl in Pauls Graudrifs' p. 10641 vorschlug, ganz an den 



L BPBACHB ü. LITERATUR. 



anfang der Übersetzertätigkeit des königs setzen dürfen 
der Orosius mufs ibm vorausgegangen sein. 

Strafsbarg, September 1908. E. Koeppel. 



Eine spur des Oroslas des königs Alfred in 
Michael Örayton's *PolyoIbion". 

In der literatur der zeit der königin Elisabetli und der 
l>eiden ersten Stuartkönige finden wir so selten eine anspielung 
anf das angelsächsische Schrifttum, dafs es sich schon ver- 
lohnt , einer m, w. bis jetzt kaum beachteten spur eines Zu- 
sammenhanges nacbzugeben, obwobl wir dabei nicht in das 
gebiet der angelsächsischen literatur selbst gelangen, sondern 
nur zu einem werke eines der seltenen vermittler des 16. Jahr- 
hunderts , eines der wenigen aus angelsächsischen quellen 
schöpfenden autoren jener zeit. 

In dem 19, gesang seines Polyolbion, der mit deu schluls- 
gesängeu dieses umfangreichen reimwerkes 1622 veröffentUcht 
wurde, bietet Draj-ton eine liste berühmter Seefahrer. Nach- 
dem er von den Seereisen der Britten gesprochen hat, fährt 
er fort: 
And when the Britains Baigne came after to decline, 
And to the Cambrian hils theb' fate did them conftne, 
The Saxon swaying all, in Alfreds powerfiill raigne, 
Our English Oder put a Fleet to Sea againe, 
Of th'uge Norwegian Hitles, and Newes did liitber bring, 
Whose tops are hardly wrought in twelue dayes trauailing. 
But leaving Norway then a Sterboard, forward kept. 
And with our English Sayles that mightie Ocean swept, 
AVhere those sterne people wonne, whom hope of gaine doth call. 
In Hulkes with grapUng hooks, to hunt the dreadfuU Whall; 
And great Buina downe from her first springing place, 
l)oth roule her swelling waues in churlish Neptanes face. 

Then Woohtan after liim discovering Dnnsig found, 

Where Wi^cels mighty mouth is powrd into the Sound, 

And towing vp his streame, first taught the English Oares, 

Tho vsefttU way of Trade to those raost gainefuU ahores, ') 

Dafs wir in diesen englischen Seefahrern die männer 

Ohthere und Wulfstan zu erkennen haben, deren berichte 



>) Cf. l^liiiutioDs of the Speiuer Society. New Series, 1889/9( 



I. BPBACHE D. UTBEATDE. 333 

könie: Alfred seiner Schilderung Germaniens angereiht hat, 
kann nicht bezweifelt werden ; ebenso zweifellos ist aber auch, 
dafs Drayton nicht aus dem originalwerk Alfreds geschöpft 
bat, dessen spräche ihm unverständlich gewesen sein würde, 
sondern aus der neuenglischen Übersetzung dieser berichte, die 
Richard Hakluyt 1589 seinem werke "The Principal Naviga- 
tions, Voiages, and Discoveries of the English Nation, made 
by sea or over land ..." (vgl. Wülkers GmndriTs p, 8 f.) 
einfügte. Schon die von Wülker mitgeteilten namen der kühnen 
Seefahrer genügen, nm die Verbindung zwischen Hakluj-t und 
Drayton festzustellen: Hakluyts Odher und Wolstan erscheinen 
in dem Polyolbion als Oder und Woolstan. Wülker bezeichnet 
diese Übersetzung als eine ziemlich schlechte, und ein fehler 
dieser Version ist wahrscheinlich auch in die reime Draytons 
übergegangen. Draytons bemerkung über die fabulösen berge 
von dem Nordnianna land, deren gipfel kaum in zwölf tagen 
zu erreichen seien, ist wahi-scheinlich eine verderbte wieder- 
gäbe der mitteilung Ohtheres, dafs das gebirg dieses landes an 
einigen stellen so breit ist, dafs man zwei Wochen braucht, 
um es zu überschreiten: se mar syÖSan, on sumum stoicttm, 
[tfwre] stca lyrad swa man mwg on fitam wucum oferferan. 
Der flufs 'Duina' ist in Ohtheres Originalbericht nicht genannt, 
ebensowenig natürlich in Wulfstans erzählung 'Dansig', wäh- 
rend die Weichsel bei ihm Wislc heifst. 

Stralsburg, September 1908. E. Koeppel. 



^^v Strs 
f Handb 

nenengli 
mir eiui 



Randbemerk nngen zu Horn's Historischer üramniatlk 
des Neuenglisch eu. 

!i dem ferienstudium der hochwillkommenen „Historischen 
Hschen Grammatik" Horns (tJtralaburg 1908) habe ich 
iiige randbemerkungen gemacht, die ich im folgenden 
zur besprechung bringen möchte. 

P. 29 § 31 : Für a in swallow < ae. swel^an verweist Hörn 
auf Pogatscher's erklärung, die von dem neugebildeten schwa- 
chen praet, stcalicede ausgeht. Wahrscheinlicher finde ich eine 
andere erklärung, für die ich allerdings von einer in der Über- 
lieferung m. w. nicht vorliegenden form des Zeitworts ausgehen 
muTs. Neben ae. ws. e erscheint dialektisch, spätmercisch und 
spätnordhumbriscb , sehr häufig a , für welche Schreibung 



^ 



334 I, SPBAHCE ü. LITERATUB. 

Biilbring zweifellos mit recht eine weite ausspräche des e 
anniromt (Ae. El. § 92 anm. 1). Besonders häufig finden wir 
diese Schreibung und den ihr entsprechenden laut nach tc, und 
hei einem wort ist die entwickelung zum Ne. nicht von dem 
WS. e, sondern von diesem dialektischen weiteren laut ausge- 
gangen mit der gewöhnlichen rundung von nie, a nach w 
zu ne. (o): 

ae. Kes, wms in unes häl > me, mit skandinavischer lau- 
tung des zweiten gliedes wceshail, wasJiayl, wassaü > wessetl s., 
Kcsseilen v., im Havelok 1737 bereits wosseyled, während die 
far die weitere entwickelung mafsgebenden a-formen dieser 
ableitungen in den me. Wörterbüchern nicht verzeichnet sind, 
> ne. icassaü s. und v. [lEosal, wosl). 

Dieser entwickelung entsprechend nehme ich an, dafs 
auch neben ae. swelgan dialektisch eine form *swiBlsa(n) be- 
stand, auf die früh-me. {for)swalgc (Lay. A 28453) zurückweist, 
und auf der me. stcaltce}/ (in den Wörterbüchern nicht belegt), 
ne. swallow (stcolo") beruht. Ähnlich ging bei 'dreschen' die 
entwickelung zum ne. nicht nur von ae. ws. ßerscan > ne. thresh 
aus, sondern auch von dem spärlich belegten nordhumbrischen 
fifBrsca > ne. tkrask. Ich glaube nicht, dafs wir bei Ihrash 
nnd thresh mit Hom (ib.) von einem 'Ablautsverhältnis' spre- 
chen dürfen. 

Für frz. nmche (p. 29 z. 23 v. o.) ist jedenfalls meche {= 
nfrz. m'fche) zu lesen. Im anschlnfs an die von Hovn in diesem 
Paragraphen verzeichneten fälle von ne. a gegenüber me. c, « 
in lehnwörteni mit frz. e, wären auch die Wörter zu besprechen 
gewesen, die ue. a bieten gegenüber me. c in der gruppe e + 
nasal + kons., wie z. b.; 

me. pensee (15. jahrh.) > früh - ne. pensy, pawnsij, paunsic, 
jetzt pansy; 

me. venquishen > ne. vanquish. 
In diesen Wörtern ergab sich ne. a aus dem bestreben, den 
französischen uasalvokal nachzusprechen. Auffälliger ist ne. a 
in einem wort, das im Französischen selbst keinen nasalvokal 
besitzt, in dem die lautfolge e + nasal + kons, sich vielmehr 
erst durch me. synkope ergab: 

afi'z. frenetiqve > me. frentic, frantik (14. jahrh.) > ne. frantic 
Auch bei dem snbst. afrz. frenes-ie > me. frenesie, frcnsye (14. 
jahrh.) finden wir eine a-form fransie (14, jahrL), und so noch 



^^ 



I. SPRACHE U. LITERÄTDB. 335 

frilhne., im 16. jaiirh., fransen, f''a»sij; vorübergehend, im 15. 
Jahrb., erscheint das neue a auch in der vollen form : franesie. 
Gesiegt hat aber bei dem sahst, im gegensatz zu dem adj., 
in der scbi'iftsprache die form mit dem etymologisch berech- 
tigten e : frensy. 

P. 43 § 52 : Ist fOr das adj. wroth wirklich die ausspräche 
iroup) üblich? Das wort begegnet einem ja nicht oft, ich 
meine aber doch stets (rjjji) gehört zu haben. Die auffällige 
lantung des subst. wrath hatte aucli icli mir durch den ein- 
fluTs des adj. erklärt (Arch. 106, 41). 

P. 70 § 81 : Yea O'fO unterscheidet sich von den drei an- 
deren Wörtern mit derselben auffälligen entwickelung {break, 
sleal; great) dadurch, dafs es das einzige wort ist, das diese 
entwickelung im auslaut zeigt, und dafs sich bei ihm die 
normale lantung (ji) daneben am längsten, bis ins Modemengl., 
behauptet hat. Ich vermute, dafs das allmähliche vordringen 
der ungewöhnlichen lautung (j^) durch eine analogiewirkung 
begünstigt wurde, dm'ch lautmechanische angleichung an den 
so oft in Verbindung mit yea gebrauchten bedeutungsantipoden 
nay (n^i). Man denke an die häufigen formein by yea and 
nay, the yeas and tlie nays bei abstimmungen , und an das 
bibelwort: Let your coniviunication he Yea, >jsa\ Na;/, nay 
(Matth. T, 37). In den dialekten findet sich anfserdem das 
adjektiviscli verwendete reimkompositum yea-nmj mit der be- 
deutung 'wavering, undeeided, fechle in character' : A yea-nay 
ckap; a yee-nee sort of a crecUtr (vgl. Wright's DD. 8. v. yca). 
Die Zusammensetzung erscheint auch mit umgekehrter reihen- 
folge ihi-er beiden glieder ; A poor natjyea thing (vgl. ib. s. v. nay). 

P. 136 § 163: Da p. 102 § 207 das stimmhafte s in rose, 
praet. von io rise, erklärt ist, wäre an dieser stelle der durch 
dieselbe art der analogienirkung herbeigeführte wandel von 
drof > drove, gaf> gave zu erwähnen gewesen. 

P. 175 § 229 : Zu den beispielen füi- den Schwund des an- 
lautenden rt hätte noch die beim zählen gebrauchte form 
oughl = nougid 'null' hinzugefügt werden können, die Sweet 
in seiner New English Grammar § 1147 richtig erklärt hat. 

Für die korrektm' der zweiteu aufläge, die dem trefflichen 
werk gewiCs bald beschieden sein wird, mache ich auf einige 
störendere druckfehler aufmerksam: 

p. 3 z. 8 T. 0. lies Osten and Westen; 



t 



n. UHTERSICHTSWESEtl. 



p- 


148 z 


8 


V. 0. setze 


„Geritst" nacli Iressei; 


p- 


:53 z 


15 


V. 0. lies 


glasier; 




p- 


168 z 


la 


V. 0. lies 


mab; 




p- 


190 z 


3 


V. 0. lies Timgekehrtfi ; 




p- 


211 z 


3 


V. u. lies 


itght. 




StraCaburg, 


Septembei 


1908. 


E. K 



n. UNTERKICHTSWESEN. 
The Writing of English by P. J. Hartog. With the assistance of 

Mrs, Amy H. Langdon. Oxford, at the Clarendon Press. 1907. 

Price 2 s. 6 d. 
Der Verfasser geht von der auch in den bekannten Sadler- 
scben Special Beports on Educational Subjeccts oft beklagten 
tatsache ans, ') dafs der englische schulknabe aurserordentlicli 
schwerfällig ist, wenn er seine gedauken zusammenhängend 
ansdrücken soll. Dem will er abhelfen. Er achreibt iu der 
vorrede selber darüber: 

(1) The Engtish boy cannot write English. 

(2) The English boy is not taught to write English. 

(3) The French boy can write French. 

(4) The French boy can wi-ite French because he is 
taught how to write, 

(5) Historical reasona for the foregoing facts. 

(6) How the French boy ia taught to write. 

(7) How the English boy may be taught to write. 

To this plan I have kept fairly close; bnt the whole 
Bubstance of my essay has been raoditied by the conclusions 
arrived at in working it out. 

In dealing with the 'writing of English' it is the prac- 
tical aspect of the question that strikes one first. The 
Bcandalous incapacity of the English boy to wi'ite clear 
English carries with it such obvious disabiüties that we look 
at onee for a practical remedy. Chapter I (together with 
other parts of the book) is intended to bring home the bare 
facts to those head masters, GoTeming Bodies of Scbools, and 



') 'It ia notorioua, how iuarticnlate onr boyg are, bow weak in the an, 
of eipreBBing themaelve» on pikper' (L c. VI, 71). 



IL CNTRBBICHTSVBSEH. 

public authorities generally who still ignoie them, and to 
help in the figlit for the introduction of English into the 
curriculnm of our Secondary Schools for bojs. 

It will not unreasonably be asked how the opportunity 
for teacbing tlie mother tongue is to be used when once it 
has been gained. The auswer to this question at first 
seemed to be simple: we have on)y to follow the methods 
by which the French attain auch conspicuous success, But 
the deeper I got into the problem , the more complei and 
elusive and far-reaching I found it to be ; and I soon reallzed 
that it could not be properly attacked witbout doing two 
things: — 

(1) Investigatiiig the Kreuch method not only from the 

practica! point of view, but also from tlie historical, 
so as to distinguish, if possible, the meaninglesa or 
eveii harmful survivals of tradition from the Clements 
that are not only eft'ective bnt good. 

(2) Eiperimenting de nopo with English children. 

Dem entsprechend wird in Chapter IT die geschichtliche 
entwicklung des aufsatzschreibens in Frankreich dargestellt, 
im Ch. in folgen die gegenwärtig in Frankreich giltigen me- 
thoden, während in den kapitelnlV und V positive vorschlage 
ausführlich besprochen werden, wie man das aufsatzschreiben 
in England heben könne. 

Die ausfülirungen des Verfassers sind etwas skizzenhaft 
gehalten, aber sie wirken wohltuend durch die warme be- 
geistening und den ernst, von dem sie getragen werden, und 
sind unter allen umständen auch für den deutschen schulmann 
unterhaltend und lehrreich. Warum Hartog gerade die fran- 
zösischen Verhältnisse als nachahmenswert hinstellt, ist nicht 
recht ei-sichtlich. Jedesfalls achätze ich den französischen 
aufsatz nicht so hoch ein wie Hartog. Mir ist immer beim 
hospitieren ein grundzug aufgefallen, die sucht nämlich nach 
schön gedrechselten, auf die Wirkung berechneten phrasen. 
Das führt zur vernaclilässigung des inhalts zum besten der 
form, zw Seichtheit, und die krönung findet diese methode 
in den Conferences, in denen mit schillernden Worten wenig 
gesagt wird. Diese seite der französischen methode, die z. t. 
in dem Charakter des Volkes begründet ist, hat Hartog nicht 
ux, 22 



ta. 



338 II. ÜNTEaEICHT8WBSES. 

gesehen; sie tritt ja auch natnrgemäls in den unteren nnd 
mittleren klassen weniger hervor, denen er vorzugsweise seine 
aafmerksamkeit zugewendet hat. Die form allein tnts eben 
beim aufsatzscltreiben nicht; und was für prachtvolle gedanken 
auch englische buben entwickeln kfinnen, zeigt Barker's buch: 
Very Original English! (London 1889), das jeder gebildete 
mit gröüstem vergnügen lesen wird. 

Frankfurt a/Main. Max Friedrich Mann. 



Kleinschmtdl, Max, Kurzgefasste Grammatik der englischen Sprache. 
Leipzig imd Berlin, B. G. Teubner, 1907. Preis 50 d. VI 
u. 28 SS. 

Eine "skeletou granimar", deren berechtigung der verf. 
s. z. in einem aofsatz: "Prolegomeua zu einer engl. Grammatik" 
im Pädag. Archiv nachweisen wollte. Ich glaube nicht an die 
brauchbarkeit solcher allzu kurzer leitfäden; schlierslich läuft 
in den meisten fällen das ganze auf eine notizenmacherei der 
schäler hinaus: da soll hier ergänzt werden, dort sollen noch 
einige beispiele angegeben werden, bei der kürze ist manches 
schief ausgedrückt — und da wächst und schwillt das er- 
gänzungsheft allmäblich zu einem ganz respektabeln umfange 
an. Aus diesem grund mochte ich auch lieber eine gröfsere 
grammatik in den bänden der schüler sehen, selbst auf die 
gefahr hin, dafs manchmal etwas zu viel gegeben ist: die 
schüler müssen auch ein buch in der band haben zum nach- 
schlagen nnd selbständigen arbeiten. 

Wie bei dem streben nach allzugrofser kürze die klarheit 
und richtigkeit leidet, zeigen uns einige beispiele des vor- 
liegenden biichleins. Beim verb wie bei der pluralbildung 
unterscheidet der Verfasser absolut nicht zwischen stimm- 
haftem und stimmlosem s: es wird eben ein s augehängt 
(§9), In § 11 gibt der Verfasser als besitzanzeigendes sub- 
stantivisches fürwort auch itsl — Die regel über die weg- 
lassung des rel. fürworteg heilst kurz (und nicht gut): „Der 
akkusativ des relativpronomens wird oft weggelassen." Wann: 
das sagt das büchlein nicht. — § 14 besagt, dafs this, these, 
that, tliose „substantivisch nur sächlich gebraucht werden 
können". — Über die weglassung und setzung der dativ- 
präpositionen to bei verben sagt § 37 : „Bei präpositionalen 



U. UNTERKlCHrBWESBN. 339 

Objekten auf die frage wem? wird die präposition weggelassen, 
wenn ein direktes objekt unmittelbar darauf folgt, oder wenn 
dieses ein relativpronomen ist. I'll send you this hooh; The 
booh I sent tfou. Aber: I'll send U to you." 

Man sieht, der Verfasser hat doch den kern der sache 
noch nicht recht erfafst. 

Wie sehr hat doch Krüger recht, der das Englische eine 
schwere und wenig bekannte spräche nennt. 

Zum schlufs will ich meinen lesern noch eine kleine freude 
machen. In dem buch eines herm, der über englische und 
französische metliodik schriftstellert , finde ich u. a. folgende 
reizende bluten (in musterbriefen !) : 

Pheasonwood, near C January 18th 71. 
Dear Alexander, 

May you suppose what I am doing whilst theese tristful 
winter-months ? — I am liere a fortnight. — Hasten to decide 
on that is good and just. — — Kann ad libid. fortgesetzt 
werden ! ! 

Darmstadt. H. Heim. 



Kotgegnung. 

tn dem Beibktte zur Anglin Sept. 1907 hat der berr dr. 6. ErUger 
mein im Februar 1904 erachieneEes bui;li Engüsh Synonyma Eiplained and 
lUnstrated (Groningen, Wolters) auf eine weise beaprocben, die mich zwingt 
die feder za er^reifcu. Der kerr Eriiger bat noch ein bach Über Bjuonjuien 
gegeben (1901), nnd dieses buch habeich nicht einmal genannt Und doch 
mnfa ich vieleB von ihm abgeschrieben Laben; den glauben sucht er we- 
nigstens seinen lesern beieubringen , wenn er auch das wart abschreiben 
nicht gebraucht. Und worauf stutzt sich diese behanptungV lu erBt«r 
linie wohl daranf, dafs es in beiden bücheTs gmppen von synonymen gibt, 
die sonst in keinem bach vorkommen. Fast alle dieae gmppen, die nur 
bei ihm und mir Torkommen sollen, findet man jedoch besprochen in dem 
Century Üictionary (vollendet 1891), dem Standard Dictionary (1893), Van 
Neck Klank- en Zinverwante Woorden {Leiden, Brill) und Vau Tiel, Course 
of Translation frum Dntch into English Part n (Leiden, Brill); anch in der 
Handleiding hy het Onderwjs in het Engelach deel II des rühmlichst be- 
kannten .\nglisten C. Stoffel (Deventer, Hlilscber) und in Poutsma'a Da yon 
speak English? (Amsterdam, Slemler), wo man manche hübsche bemerkung 
über synonymen findet. Alles werke , die längst vor ErUgers buch er- 
schienen sind. Meinem buche habe ich, wie man in der vorrede lesen kann, 
eine grorse anzahl beispiele zu gründe gelegt, und in zweiter linie habe 
ich einen fieilsigen gebranch gemacht von den definitioneu und erürterungeu 



IL DNTEEB1CHT6WK8BS. 

in dem Oiforil Dictionarj (0. D.>, dem Century Dictionary (C. D.) uud dem 
Standard Dictionar; (St. !>.). Die beispiele «od nicht auderen bUcliern 
entnonunen , sondern (mit sehr wenigen ausnahmen) ans eigener lektnre 
geschupft. 

Unter den g^ppen , die znent bei Eriiger auftatichen sollen , nennt 
er bare, naked, m/de; KlOpper bat die gmppe nicht, Crabbe auch nicht, 
fügt er hiiiEU. Man braucbt aber nur daa St. D. nnter bare anfEuscblageo, 
da wird man sehen, dafs diese behaoptung falsch ist. Die grnppe hide, 
conceal, secrele, meint er, komme sneret bei ihm vor. Wieder unrichtig. 
Das CD. hat sie erklärt unter concenl, das 8t. D. unter hide. Van Tiel 
8. 174 BBinea oben erwähnten hucbes. Die gmppe liy, attempl, esiay, 
eruleavour soll zuerst von Krüger aufgestellt aein. So sagt er; unglück- 
licherweise für ihn findet man sie in dem C. D. nud dem St. D. (unter 
atttmpt); überdies hat Webster utlempl, endtavow, ffforl, eierlion, triol. 
Van Tiel (s. 165) effori, atltmpt, endeavour, txtrliori, Van Neck (8.178) 
etfort, alUmpt, endearour. Kr. hat die gmppe eam, deserve, meril. Ich 
desgleichen. Dies ist am eo merkwürdiger, sagt er, ab eam nur vom 
deutschen Standpunkt mit den anderen synonym ist. Dies gilt aber ebenso 
gut vom holländischen, und so hat denn anch Van Neck die gmppe längst 
vor Kr. gegeben (s. 253 seines buches). Luggaqe nnd baggage sollen zuerst 
bei Kr. vorkommen; ich kann aie aber in seinem buche nicht finden (im 
Wortregister fehlen sie). Jedcufalls hat Poutsma sie schon s. 216 seines 
oben genannten bnchea, und im 0. D, kann man alles wesentliche lesen 
unter bngyage. Die gmppe molherlg, mafernal ist auch keine Entdeckung 
Krügers; man fiudet sie schon v«r ihm im C. D. und in Webster. Dasselbe 
gilt von den groppen prelexl. jtretencr, und prudfnl, cautious, cireutnepect, 
teary. Erstcre wird erklärt im C. D., im St. D., in Webster nnd in Smith 
(Synonyms Discrimlnated s. 628), letztere in Smith (s. 213) tud in Webster 
(anter eaulious). 

Die grnppe os«, donkty, die der herr Kr. entdeckt haben soll, wird 
ganz richtig definiert in Pontsma'e bncb (s. 155). Dals die groppen 
Schnabü und Korh wOrtlich übereinstimmen ist nicht wahr; meine defi- 
nitionen von beak und bül sind viel genauer als die Kriigerschen ; auch 
scheint ec nicht zu wissen, dafs sie schon ganz richtig unterschieden werden 
im Ü. D. Melt und atnelt will tir auch zuerst gegeben haben , sind aber 
schon erklärt von Poutsma (s. 167 seines buches). Desgleichen die gmppe 
sample, apecimm, die das C. D., Webster nnd St. D. längst vor Kr. erkl&rt 
haben, und die gmppe trank, sUm, stock, buh, die Pontsma (». 161) schon 
genauer definiert hatte (das wort böte fehlt bei Krüger nnd Poutdma). 
Auch ist es falsch, dafs die gruppe devote, dtdieate, tonsecratt, fuUiow 
Buerst Ton Kr. aufgestellt sei; sie wird erklärt im C. D., in Smith (unter 
dtdicale) nnd in Van Neck (b. 279). Von der gmppe unglüddieh sagt Kr., 
"zuerst bei mir; fast wörtlich übereinstimmend". Letzteres iat eine Un- 
wahrheit, ersteres ist unrichtig, denn sie findet sich schon in Van Tiel s. 163 
und Van Neck s. 16*. Der herr Kr. sagt, dafs meine deflnition Ton gentih. 
pagan, IteaOien würllich stimmt mit der geinen, vergi&l aber an bemerken, 
dafs seine deflnition ganz genau stimmt mit dem St D. (unter heatÄen). 

Komisch wirkt es, wenn man liest, "dals da wo mir etwas entgangen 



n. DNTBHBICHT9WESEH. 341 

ist, es auch vom beim 6. nicht bemerkt worden ist''. Von lo gel enge 
ich; ii familiär term nsed eep. with adjectivea, Kr. ^ to become aber nnr 
mit a4jectiy oder partiEip paasivi. Er bitte vergessen, sagt er, einen wich- 
tigen EOeatz zu machen, nämlich "Nur von uiierwßDscbteni". Warnni bat 
herr G., der alle meine entdeckungen so aorgföltig noch einmal macht, dies 
nicht nachgetragen? fragt er in seiner kritik. Also wÄre es falecb von 
einem kranken zn sagen he is getting better, ein atisdruck, den man jeden 
tag in England hören kann. Wamm, frage ich, bat berr Er,, der mein 
buch sonst so fleil'sig durchsucht hat, meine beispiele unter gel nicht ge- 
lesen? Hätte er doch nnr das 0. D. zn r&te gezogen [get, 3S), so würde 
er den lescm des Beiblattes seine entdeckitng erspart haben. Eine andere 
entdecknng, die ich zn machen vergegsen habe, ist, dafs das wort jwrt nur 
von einer vornehmen, edelen, eobünen hattung gebraucht wii-d, Psls dies 
aber nicht immer der fall ist, konnte der herr Kr. lernen ans der lektUre 
des George Meredilh, bei dem dieses wort weniger selten ist als hei andern 
Bchriftstellem. 

Dafs ill prädikativ krank helTst, auTsfrdem odverb bt im sinne von 
übel, schädlich, sollen nnr Er, nnd ich erwilhnen. Da snche er doch einmal 
nach im oben genannten buche Stoffels s. 81, wo ganz genau das nämliche 
gesagt wird wie hei ihm. Die bemerkungen über den singiilar und plnral 
cost(s) nnd fxpense(s), die ich wieder Er. verdanken soll, kann jeder änden, 
in dem 0. D., ans dem ich so vieles geschupft habe. 

Drunk prftdicativ, drunkm attributiv, sagen wir beide. Die überein- 
slimmnng ist natürlich znfSUig, bemerkt der herr Er, gütigst. Das ist 
auch so eine entdeckung ErQgen, die viele vor ihm gemacht bähen. Ich 
nenne nur Stoffel a. 128, LiaUe und aubjeci haben alles namentliche in 
unseren hUchem gemein, sagt der kritiker. Ich will nnr bemerken, dnfs 
Wehster Dingst vor ihm die heideii wOrter ganz richtig definiert hat (man 
snche unter Uabk). Die etklürnngeü der grnppe Utile, small stimmen, be- 
merkt er; nur verschweigt er, dafs meine erklärangen vollstSndiger sind 
und dafs Stoffel alles wesentliche gesagt hat s. 18, desgleichen Van Tiel s. 130, 
Dafs wir beide als heispiel a smaU{lilßf) honse gehen, wofür Stoffel a stn/tU 
(lilUe) room hat, findet er sehr merkwürdig. Desgleichen doTs wir überein- 
stimmen hinsichtlich des gehranths des Wortes sir; da ist aber Stoffel (s. 40} 
ans wieder zuvor gewesen. Dnl's Kr. zneret darauf hingewiesen bat, dafs 
jirectpice heifst "the wall of an abjsa, never the cavity itself", ist nicht 
wahr; dafs kann man schon bei Tau Neck lesen ([irrcipkc, abi/ss, gtilfa.S 
seines buebes), der es richtig mit "afgrondswand" übersetzt. 

Die grnppe jeirel gehSrt G.; dafür aber ist auch seine definition 'a 
jewel is a gem set in precious metal für personal adorument' falsch. So 
behauptet Kr,; die definition stimmt jedoch genan mit den definitionen in 
den drei grofsen wOrterbUchem. Das famuvs stärker sei als cdebraicd und 
renoumed stÄrker ah" famotts, heifst aus der Inft gegriffen. Doch liest man 
in Whitney's grofsem Wörterbuch: noted, celebrated, faraons are of au 
ascending acale of streugth . , , . celebratei], renowned, illustrlous are also 
on an ascending scale of strengtb. Die gruppe türm, die ErUger inenit 
gebracht haben soll, findet sich schon bei Smith (s. 70ü} und bei Van Neck 
(s. 242). Da hat der hen K. wieder eine interessante entdeckung geniachl. 



L 



342 



n. ÜSTEER1CHT8WE8BN, 



Ich sage: dungeon (a) the principal tower or keep o( a castle, (b) a. dark 
DU dergrounil place of coufincment; Er.: der haupttnrm eines schloBiies, einer 
befeatigiiDg, besonders auch ala unterirdiscbes toriDTerliera. üiee „unter- 
irdisch" soll ein gemeinEcbaftlicber fehler sein. Wie kommt et denn, daXs 
das 0. D., das C. D. und das St. D., die drei grülsten und beeteu englischen 
wQrterbücher, genan dasselbe als wir sagen? Auf s. 6 meines buche« sa^e 
ich, dafs to own (in der gnippe acknowledge, OKii, confess, avote) gebnnoht 
wird "eap. of tbingB to one"« dsBadTnntage ". D»a Bei unrichtig, Bagt der 
herr Er., denn es lüfst sich von der ganiea gruppe sagen, bann also nicht 
ein ihr angehOriges Keitwortvon den anderen unterscheiden. Fehlgeschossen 
herr Kr.; es gilt dorchans nicht vun aroir, und auub nicht von cKknowkiige; 
man sehe nur meine beispie! e. 

Es wird jedem einleuchten, dars wenn zwei hlicher denselben gegen- 
ständ behandeln, sich zahlreiche Übereinstimmungen ergeben werden. Wenn 
anch sehr viele gnippen uusem hUchem gemein sind, wird man doch ge- 
wohnlich finden, dafa die zahl d«r in einer grappe untergebrachten gmppeu 
eine verschiedene ist. Er. gibt z. h. die gruppe mvrdrr, atsamnaU. Ich 
habe dafür kill, alay, excaite, murder, assassinale, butcher, slaughler, mos- 
$a<re. Das umgekehrte kommt natürlich anch vor. Wo unsere erklämngen 
nicht stimmen, sind die meinigeu immer schlechte» — so sagt der herr Kr. 
Da bitte ich den leser einmal in vergleichen, was man In den beiden 
büchem liest über die gmppen imaghuttion ~ fancy, sadntss — iorroie — 
affiKtion — grief, slammering — sUttlerirtg, map — chaH, dimaU — ^me, 
ettneiary — chwrckyard — Go^a acre, Bvre — ceriain, Hndertaking — dtttr- 
pnsc, usw. 

Znm Schlafs noch eine b«merkung. Wenn der herr Er. sagt, dals 
mein buch kanm etwas bringt, das anch nicht in seinigem tu lesen ist, 
da würde mau nicht glauben, dafsdie nachfolgenden, der kürze halber nur 
mit nnmmem erwähnten, synonymen -gruppen gar nicht In seinem buche 
vertreten sind: 2, 10, 15, 18, 21, 32, 56, 79, 88, 89, 93, 101, 103, 126, 131, 
141, 170, 172, 173, 187, 200, 203, 225, 235, 241, 242, 261, 283, 266, 267, 
275, 277, 286, 287, 300, 301, 314, 318, 320, 330, 348, 353, 357, 368. 376, 
402, 419, 424, 434, 440, 443, 445, 473, 525, 560, 566, 593, 597, 600, 6(6, 
607, 611, 614, 619. 

Dem leser überlasse ich das nrleil über herm Krügers kritib. 

Amsterdam, 16. Oktober 1907. J. H. A. OQnther. 



III. NEUE BUCHER. 

In Deutsohland erschienen in den monaten Juli 

bia September 1808. 



a) Marty (Prof. Dr. Ant.), Unterauchui 

Grammatik n. Sprachphil oeopliie. 1. 

meyer. M. 20. 
SDnirlifi (Prof. Dr. L.), Die Lehre von der Lantbildting. Mit Abbildgn. 

Vm, 183, B. LeipBig, Quelle & Mejer. M, 1, geb. 1,26. 



III. NEUE BÜCHER. 



Ein Beitrag zur Eenutnig des HittelengliKcben. Diss. Freioui^. '07. 86 a. 

WiiGkerl (P-), Über die Sprache der einzigen scIiottiaclieB BilielÜbereetETiüg 
Ton Mnrdö:^Ii Niabet. 1. Lautlehre. Dibs. Königsberg. '08. 121 a. 

Fritich« (P.), Darstellung der Syntai in dem aitenglischen Menologinm. 
Eiu Beitrag zu einer altengl. Syntax. Disa. Rostock. '07. 94 e. 

DIdanburg (K.), Uiitersncbangen Über die Syntax in dem altengliaclien Ge- 
dicht Judith. DiBB. EoBtnck, '07. 91 s. 

c) Bohlgn (A.), ZnaammengebOrige Wortgrnppen, getrennt durch Caesar oder 
VersBchlufB in der ajigelaSchs. Epik. Diss. Berlin. 56 s. 

Schmltlbelz (E. RJ, Das Adjebtiv im Vene tou Syr O&wayn and tbe Grene 
Knjjt. I»i8s. Bonn. '08. 49 a. 

d) Curie (M. A,), Neues Taachen-Wörlerlinch, engliBch u. deutsch. (Beide 
Teile) 477 ». Köln, F. C. W. Frank. \3eh. M. 1,50. 

Krabs (Erich), Technisches Würterbndi. enth. d. wichtigsten Ausdrücke des 
HaschineubauBU. derElektroteclmik. I. Dentach-Englisch. I49a. Leipzig, 
Göschen. M. 0,80. 

2. Literatur. 

a) Altgemeines. 

Htag (HOi Die Entwickelung des Lyrikers u. die Genesis des Gedichtes. 

Diss. 'Tübingen. '07. VI, 118 s. 
BRjrar (Jos.), Stndien n. Charakteristiken. Drain atnrgisches u. Erinuerungen 

an Persönlichkeiten. XVil, 499 8. Prag, Calve. M. 4. 
Shiw (Bemard), Essays. Cbertr. v. Siegfr. Trebitsch. 370 s. Berlin, 

8. Fischer Verl, H, 5, geb. 6. 
SttiMChneider (M.), RangBtreit- Literatur. Ein Beitrag znr vergleichenden 

Literatur- n. KnKorgeachichte. Akad. Wien, "08. 87 a. 
ZDg« (E.), Das VerkleidaugamotiT in den euglisch-schottiachen Volk sba! laden. 

Disfl. Halle. '08. 73 s. 
Dorrinck (K. A. F.), Die lateinischen Zitate in den Dramen der wichtigsten 

Vorganger Shakespeare'a, Diss. Strafaburg. '07. VIII, 61 s. 
Brand! (Alois), Änftlnge der Autobiographie in England, (Aus: Sitzungsber. 
d. preuTa. Akad. d. WisB. B. 724— 33.) Berlin, Reimer. M. 0,50. 
b) Literatur der alteren Zeit. 
Cyrtewult. Jansen (Dr.Earl), Die Cynewulf-Forschung von Jhreu Anfängen 
bis ZOT Gegenwart. 127 b. Bonn, Hansteiu. M. 4. 

(Bonner Beitrüge hrsg. v. Prot. Trautmann. 24 Hft.) 
Phognix, Die altengliache Dichtung, hr§g. n. «läutert v. Dr. Otto Schiott e- 
roae, 143s. Bonn, Hans t«in. M. 5. 

(Bonner Beiträge zur Anglistik. 25. Hft.) 

c) Literatur des 16.— 18. Jahrhuuderta. 
Shaktiptara. Bas Wintermärchen, Schauapie!. Nach der Überaelzg. v. 
Dorothea Tieck t, d. Anffilbrung eingerichtet v. Eug. Kilian. 101b, 
Leipzig, Reclam. M. 0,20. [L'niT-Bibl. 5026.J 

— Lublinski (Sam.), Shakespeare's Problem im Hamlet. 88s. Leipzig, 
Xenien-Verl. M. 2, geb. M. 3. 

— Wurm (Dr. Alois), Shakespeare's Hamlet in seinen Beziehungen zur 
chiiatlidi-mittelalterUchen u. ueuKeitllcheu Knltnr. 34 b. Hamm, Breer&, 
Thiemann. M. 0,50, 

— BOktlingk (Arth.), Bismarck und Shakespeare, VUI, 149 a. Statte 
gart, J. G. Cotta, Nacbf. M. 3, geb. 4. 

— Jahrbuch der deutschen Shaiespeare-GeselJscbaft. Hrsg. v. Alois 
Brandl n. Mai Foerater. 44. Jahrg. m. 5 Bildern. XXVIU,4fla». 
Berliu-Sthöneherg, LongBuscheidls Verl. M. 11, geb. 12. 



344 



Ul. NEUE BÜCHEB. 



. W. Bang. 



Jonson'i (BeDl Dramen. 
Bang. 2. TL s. 277— I 
H. 20, Kineelpr. 24- 

(Materialien zur Enude des altera eogl. Dramas hrsg. ' 
Vn. Bd.) 

— The Fonntaine of Self-Love «rCynthia's Revels. Nach der Qnartü 1601 
in Neudruck hreg. v. W. Bang n. L. Kreba. V, 92 b. LeipEig, Har- 
raSBOwita. Snbstr.-Pr. M. 4,80, Einzelpr. M. 5,60. 

(Matorialieu zur Enude des Altem engl. Draniaa hrsg. v. V^'. Bang. 
XXII. Bd.) 
Havenscroft. Bake (Fr.), BaTonsciofU Bearheitnng des ShnkeapeAre'achen 

Titus AndronicnB ''Titos Ändronicus or The Re,pe of Lavmia" 1687. 

Diss. BoBtock. '07. 62 a. 
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älteste englkche Briereteller. Diaa. Hoatoch. '07. 80 9. 
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aa) Browning. Jacohi (Dr. Bernh.), Elizabeth Barrett Browning als Über- 
setzerin antiker Dichtungen. XII, 94 b. Münster, ycbSningh. M. 2,60. 
(Münstersche Beiträge zur engl. Lit.-Gesch. hrsg. v. Prof. Dr. 0. 
Jiriczek. V.) 
Browning. Schmidt (K.), Rob. Browuings Verbältnia zu Frankreich. I. T. 
Seine Bexiebungea zur frans. liiteratur n. Geschichte. Diss. Freibiirg. 
■08. 85 a. 
Swlnburna (Älgernon Charles), Chaatelard. Hin Trauerspiel. Deutsch t. 
W. UnuB. (Autoria. Ansg.) 152 8. Beriin, Concordia. M. 3,50, geb. 4,50. 
Wilde (OscJ Das Bildnis des Dorian Gray. Ans dem Engl. v. M. Preis«. 
Mit e. Einleitg. t. Jobs. Gnnlke n. dem Bild deB Dichters. 262 s. 
Leipzig, Bedam. H. 1. 
bb) Collactlan of British Authors. Leipzig, TaachnJtz. je M. 1,60. 
Braddon (M. E.}, During Her Majeaty's Pleasnre. 
Wells (H. G.), New World« for Old. 
Wilde (Üacar), The Picture of Dorian Gray. 
Phillpotts (Eden) and Bennett (Arnold), The St«tue. 
Gerard (Dorothea) [Mme Longard de Longganle], Reatitntion. 
Norris (W. E.), Patüine. 

Moore (F. Frankfort), An Amateur AdventnreBa. 
Albanesi (Madame), Dmsilla's Point of View. A Story of Luve. 
Bennett (Arnold), Buried Alive. Ä Tale of The«e Day«. 




ni. NEUE BüCUEB. 

4056. Wilde (OBcar), De ProfnndU auci The Ballad of Beading Goal. 

4057. White (Percj), Love and the Poor Snitor. 
4058—59. Chorohill (Winston), Mr. Crew«'s Career, 2 voU. 

4060. Hewlett (Maurice), The Spanisk Jade. 

4061. Jerome (Jerome K.), The Angel and the Aiithor — and Othera. 

4062. James (Winifred), Bachelor Betty. 

4063. Lorimer (George Horace), Jack Sparlock, Prodjgal. 
40ß4. Conrad (Jos.), Ä Set o( Sis. 

4065. Pemberton (Mai), Love the Harvefller. A Story o( the Sliires. 

ce) Unwin'c Llbrarr- London a. Leipeigr, T. F. Unwin. Je M. 1,50. 
52 Warden (Florence), The Dazzling Mim Davison. 

e) Anerikaiiiache Literatnr. 
Langfeltaw. Campbell jTh. M.)^ Longfellows Weehaelbeziehungen zu der 
dentscheu Literatnr. Diss. Leipzig. '07. 78 s. 

3. Erziehnngg- nnd (Jnlerriehtsweaen. 

a) Allgemeinee, 

Kindbuch, encvkiopftdisches , der Pädagogik, breg. v. W. Rein, 9. Bd. 2. 

Ergänznngsbd. L Hälfte, s. 1—464. LangeiiBarz«, Beyer & Söhne. M. 7,.tO. 
— Dasselbe. 2. Aufl. VU. Bd. 2. Hälfte ; Vin. Bd. 1. n. 2- Hälfte, je M. 8. 
Kihriln n, Ktlltr's Handbuch der Erziehg. n. des Unterrichts, innächst f. 

SeminarEÖglinge u. Volksachuli ehrer. 13. Anfl. v. Dr. A. Keller u. J. 

BrandenbQTger. XtV, 552 s. Paderborn, Seliöningh. M. 3,60 (Kcb.). 
flichter (Sem. -Dir. a.D. Dr. Panl), Allgemeine Erziehnngs- n. Unlernchts- 

lebre. VlH, 156 a. Leipzig, Tenbner. M. 2, geb. 2,10. 
LIali (Herrn,), Dentschc Landerziehnngsheme in Si'blofs Bieberstein i. d. 

BhGn, Hanbinda iiTli., Ilaenburg i. Harz, Oraienbufen &. Budensee u. 

Sieversdorf i. d. Mark. Das 10. Jahr 1907,Ü8. 11. T. 106 b. Leipzig, 

Voigtländer. M. 2,50. 
TrDper (J.), Znr WerUthätznng der Pädagogik in der WisBenacbaft wie im 

Leben. V, 28 b. LaugenBalza, Beyer & Sibne. M. 0,50. 
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bildung. Oaterwieok, A. W. Zickfeldt. M. 0,60. 
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m. Milde od. m. Strenge erziehen? lös. Wien, F. Beck. M. 0,50. 
Bgrninger (Jobs.), ElternEaus, Schule, Lehr- u. WerkstAtte. VorBcbläge u. 

Anleilg. zur gemeinsamen Erziehung u. Pflege der Jagend durch Eltern, 

Lehrer u. Meister. 107 b. Leipzig, 0, Nemnich. M, 1,80, geb. 2,60. 
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eines Schulmannes an e. Mntter. IV, 167 a. Leipzig, Dilrrsche Buchb. 

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durch die Tat. VI, 125 s. Leipzig, Teubner. M. 1, geb. 1,25. 
Watthamp (Realgj-mn.-Dir. Prof. W,), Sei batbe tätige, n, Schaffeiisfrende in 

Erziehung n, Unterricht, IV, 44 s. m. 13 Taf. Leipzig, Tenbner. M. 1,80. 
Simon (Chr. Rud,), Die Erziehung zur Selbstbeherrschung, e. padagog. 

Problem. 35 s, Langensalza, H. Beyer & Sühne. M. 0,50. 
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72 s. Leipzig, R, Voigtländer. M. 1, 
Kunsterilehung, dentache. DI, 62 s. m, 16 Taf. Leipzig, Tenbner, Kart. H. 2. 

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Kahl (8em.-Dir. Gerh. Karl), Qeech. der Erziebniig n. de« Unt^rricbta, VI, 

251 s. Graz, Styria. M. 2,50. geb. 3. 



L 



346 



Ilt. SEUZ bQchsb. 



May (Dr. B.>, Die MiLdchcDerziahung In der Gesch. der Pädagogik von Plato 

bis znm 18. Jlidt VU, 103 s. StroTsbiiTg, Singer. M. 2,50. 
Waschlnikl, Erziehung u. Unterriclit im dentschen Ordenslande bis 1526, mit 

bes. Berück sichtignDg des niederen Dnteniclits. Diss. Brealun. '07- 99 b. 
Waller (Schnldir. Dr.), Die kindlichen Spiele in ihrer pAdagug. Bedeat^. bei 

Locke, Jean PauI u. HcrbarC. IV, 199 b. LiuigeDSalza, Bejer& Sühne. Ja.2. 
Auguititi. Bggeradorler (F. X.), Der heilig Angast in ne ala Pädagoge 

n. seine Bedenlnng für die Geach. der Bildung. Disa. München. '"'' 

XIV, öl s. 

Conanlut (J. A.), Gräfte Unterricbtsldite. Ans dem Latein, über»., nach- 
mals Gberarb. n. m. Anmerkgn. vcrs. t. Jnl, Beeger. 5. v. Prüf. Dr. 

Hnltgren n. Dr. H. Oebhardt dnrcliges. n. verb. Aufl. \1I, ^2 

Leipzig, Sigiamond & Volkening. H. 3, geb. 3,50. 
RouHHU. Twiehan9en(Odo> [KreisschnliuBp. Dr. Th. Kransbauer], Rons- 

seau's PMagogik n, ihre Nach wirknn gen bis aof die Neuzeit. 3. diircbgea. 

Aufl. 71 8. Minden, Hufeland, M. 1. 
Herbing. Panl (Pfr. W,), Andreas Peter Chri«lopb Herbiog. Eine Licht- 

geslalt des ElrziehnngB- it. Lelirerbildnngawesena vor 150 Jahren. Deuk- 

Bchrift. I>5 9. Witteuherg, P. Wunschmann. M. 0,70. 
FUttiGh. Friedrich (Dr. Willjr), Die Pädagogik Johann Friedrich Flatticlia 

im Lichte ihrer Zeit n. der modernen Anschaunng. VI, 135 s. L&Dgen- 

Balza, Befer & SChne. M. 1,75. 
SalzMun'i Krebsblichlein. Neu hrsg. v. A. Gntmann. Mergenthei 

Ohlinger. M. 0,80. 
ItBGhow. Schreck (Lehr. Bibl. EmBt), Friedrich Eberhard v. Rochow. 

Sein Leben u, seine [lädagog. Schriften. VIII , 123 s. Halle, Schrocdel. 

M. 1,50. 
Pulalozzi. Leser (Prir.-Doz. Dr. Herrn.), Johann Heinrieh Festalosti. Seine 

Ideen in syetemat. WOrdigg. VD, 130 s. Leipzig, Veit & Co. M. 3,50. 
Humboldt. HUssler (Dr. Fei!), Wilhelm v. Humboldts pSdagog. .Ansichten 

im Lichte seiner ftstbet.LebeuBBuffaBfinng. V, 114b. Liingensalia, Beyer 

& söhne. M. 1,50. 
Dinl«r. Schultz (Rekt. Adf.), GustaT Friedrich Dinter. Sein Leben n. 

seine Schriften. U, 131 s. Halle, Schroedel. H. 1,60. 
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Htrbirl. Dietering (Paul), Die IletbartBche Pfidagogik vom Standpnnlite 

modemer Erziehungsbeatrebungen gewürdigt. XVTII, 220 b. Leipzig, 

F. Eckardt. M. 6. 

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Diss. Boun. '08. 73 b. 

— StrBle (H.), Herbarts Psychologie im Verhältnis zu eeiuem Erziehungs- 
ideal. DisB. Tübingeu. '08. 116 s. 

— Ostermann (Geh. Reg.-E- Dr. W.), Die hauptsächlichsten Irrtümer der 
Herbartscheii Psychologie r. ihre pädagog. Konseijuenzen. Eine krit- 
Untersnchg. 3. Aufl. JV, 238 s. Oldenburg. Schulze. M. 3,50. 

— Hahn (B.), Herbarts Ästhetik n. derEimstanschBnungsunterricht iuder 
VolksBchnle. 24 s. Langensalza, Beyer & Söhne. M. 0,30. 

c) Psychologie. 
I's der Psychologie, fbers. u. m. Anmerkungen vers. 
Leipzig, Quelle & Meyer. M. 7, 
HaaT (Sem.-Dir. a. D. H. de) Die Elemente der Psychologie. Anschaulich 
entwickelt n, auf die Pädagogik angewandt. Aus dem Holländischen t. 
Hauptlehr. W, Rheinou. a. verb. Aufl. VUI, 155 s- Langensalza, 
H. Beyer & Söhne. M. 2. 
Tracy {Prof Dr. Freil) u. Slimpfl (Sem.-Lebr. Dr. Jos.), Psycholoeie der Kind- 
heit. 2. Dmgearb. Anll. VII, Itfl s. m. 4» Abbildgu. Leipzig, E. Wunder- 
üch. M. 2, geb. 2,40. 



in. NEUE BÜCHEtt, 347 

SJkorsky (Dir. Prof, Dr. J. A,), Die «eelische Entwickelung des Eiodes nebst 

kurzer ChBrakteristik der PsycholoKie des reiferen Alters. 2. verto. n. 

verb. Aull, VI, 159 n. m. IB Abbildgn. Leipaig, J. A. Barth. H. 3,60, 

geb. 4,60. 
Groot (Prof. Dr. Karl), Das Seelenleben des Kindes. Ansgew. Vorlesungen. 

2. nmgearb. u. verm. Anfl. VIII, 2608. Berlin, Reutber & Bebhivrd. 

M. 3.m. 
Slimpfl (Sem.-Lehr. Dr. Jos.), Der Wert der EJnderpsyuhologie f. den Lehrer. 

2. umgearb. Aofl. 27 s. Gotha, Thienemann. M. 0.80. 
Wilhslm (Fr.), Die Lehre vom GefUhl in der Psychologie der letEten 10 Jahre. 

IV, 111s. LangensulM, Beyer &. 3öhne. M. l,m. 
Sellgtr (Mtttelschullehr. Ad.), Das Geuiüteleben u. seine Pflege im Scbol- 

uut«rricbt. Eine paycho). pärtagog. Abhandig. Minden, Rnfelaad. M.0,80. 
Erdmann (Benno), UmriHse xor Psychologie des Denken«. 2. iiiDgeHib. Aufl. 

VIII, 59 3. Tübingen, Mohr. M. 2. 
Krilbip (Jos. £lein.), DJe intellektuellen Fanktionen. Wien, A.HBlder. M.ß. 
Mtumann (Prof. E,), Ökonomie u. Technik des Gedächtaisaes. Eiperiraen- 

telle Untersncbnngen Über das Merken u. Behijten. 2. sehr verm. Aufl. 

der Schritt: Über Ökonomie u. Technik des Lernens. V, 290 b. Leiiizig, 

J. tüinkhardt. M. 3,S0, geb. 4,40. 
Pleiner (Lehr. Dr. Lndw.), Eipetiraentelle Untersuchnngen über nnalitative 

Arbeitatypen. 281 s. LeipEig, Neranich. M. 7, geb. 8,50. (F. Abonnenten 

der Eiperimentellen Pädagogik M. 5,60, geb. G,80.) 
d) Qesnndheilspflege. 
SUpfla (Karip, Die Anicralien des SchulorEtes im Interesse der üfTentlicben 

UesiHidheitspflege. Freibarg i/B.. Speyer & Koemer. M. 1. 
Heller (Thdr.) u. Pirquet (Frhr. v.). Der Stand der Scbularatfrage in Ostreich. 

Wien, M. Perles. M. 0,50. 
Seyfert (Dr. Rieh.), Menscheuknnde n. Gesitndheitalebre. Präpanitiönen. 

i. verb. Anfl. XII, 208 b. Leipzig, Wunderlich. M. 2, geb. 2,50. 
StrDmpell (A. v,). Nervosität u. Ereiehung. Vortrag. Leipzig, F.C.W. 

Vogel. M. 1,50. 
Burgerslein (Leo), Znr Schulbankfrage, ü, 86 s. Leipzig, W. Engelmann. 

M. 150. 
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LeipEJg, Tenbner. M. 1. 
Herbsrt (Turnlebr. Herrn.), Znm TnraHDlerricht. 60 s. Dresden-Blase witz, 

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Schirrmann (Wilh.), Gedanken üb. den EinflitTa der Tnrnknnst auf den Geist 

des Mensciieu. 63». Scbweidniti, G, Brieeer. M. 1. 
Tttrngren (Vorst. L. M.), Lehrbnch der scbwediBchen Gymnastik. Übers, v. 

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Koch (Prof Dr. E.), Die Volks- n. Jngendspiele nach den QrundsätKen des 

Zentral ausschnsses. 14 s. Bielefel<C Helmich. M. 0,40. 
Achingar, Die setuelle Pädagogik vom Standpunkte unserer sittlichen Knllnr. 

Minden, Ä. Hufeland. M. 1,20. 
Marcme (Dr. Jul.), GmndzUge e. sexuellen PAdagogik in der hUualichen Er- 
ziehung. 45 B. München, Verl. der Ärztlichen EundBcban. M. 1,20. 
floienkranz (lt«kt C), Über seinelleBelebrnngen der Jugend. 2. Aufl. 20a. 

Halle, Schroedel. M. 0,50. 



.) UnteiTichtsorgai 
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hohem Unterrichts verwaltg. u. Leilg. Berlin, Gerdes & Hödel. M. 1,20. 
Gradenwitz (0.), Zar UniversitaUverfasanng. Gel. Tübingen. '08. 69 s. 
SchrOder (Univ.-Sekr.O.), Aufnahme n. Studium an den Universitäten Detit«ch- 

lauds. Atif Grund amtl. Quellen u. m. lies. Berücksichtige, des Frauen- 

Hludiums brsg. 111,220b. Halle, Bnclih. des WaiBenbausea. H. 2,50, ^eb. 3. 
Seiling (ehem. Prof. Max), Das Professoreutum , "der Stolz der Nation"? 

Mit e, Anb.: Profesaorale Bocksprttnge. 2. Aufl. VH, 122 s. Leipzig, 

Mutze. M. 1,50. 



L 



348 in. HECK dCcheb. 

Buddfl (Lju. Prof. Gerh.), Der Kampf mn die hGheren KiiBbesKclinleu im 
Spiegel des modernen Geistes] ebene. 86 a, Humover, Hahn. M. 1,50. 

Cauar (Prov.-Schulr. Dr. Paul), Die Eiaheitaschule n. ihre Qefaliren. Vortrag 
u. DialtasHion. 41 s. Wien, C. Fromme. H. 0,50. 

Klelnpticr (Dr. Hans), Auf dem Wege aar Sehulreform, Tu, *4 s. Wien, 
" M. 0,85. 



758. 
M. 1,70. 

■Ittcilungin dei Vereins der Freunde des bamauigt. Ojinnasinms. Red. t. 
Dr. S. Fraukfnrter. 6. Heft. 86 i. Wien, Fromme. M. 0,85. 

Bttllnimungin Itb. ilie Neuordnnne des liShern Mädcheuschnlwesena in PreoTsen 
vom 18. Vni. '08 nebst den Sestimmungren üb. die Zulassg. der Frauen 
lum Univerait&tsstudium. 31 s. Halle, Bnchli. des Waiseahanses. M. 0,30. 

Brinan (E. v.), Das bobere Müdchenjchnlwesen. Beätimmnngen ab. die Nen- 
ordnnng desaelben v. 18. Vni. '08. Stuttgart, Cott* Nacht. M. aOO. 

FBritar (Uftdcheuach.- n. Sem.-Oir. Fr.), Zur fieform der höheru MSdchen- 
Bchnle in PreofBen. 15». LungenBalea, Beyer & Söhne. M. 0,20. 

Roll (B,)| Entwicklung a. Stand des hühern JlttdchenBchalwesens im KOnig- 
rejiih Sachsen mit bes. BerücltBichtigung der letsten Decennien. Histu- 
risc-h-statiatiBch dargestellt. Dias. Tübingen. '07. XVHT, 4311 s, 

Frlimel (Rekt. R.), Trennungder ßeschlecbter od. gemeiuschaftl. Beschulung? 
Langensalza, Beyer & Sühne. M. 0^25. 

Piiry (Prof. Dr. Edward Dela van). Die amerikaniscbe UniversiULt. Mit 22 
Äbbildgn. im Text. IV, 90 i. Leipzig, Tcubner. M. 1, geb. 1,25. 

Bchotnlchen (Dr. Walth.), Natur u. Schule in den Vereinigten St«at«n. v. 
Mordamerika. 87 a. Leipzig, Quelle Sl Meyer. M. 1. 

Gibert CR.), Das deutache Bildungaweseu in Argentinien n. seine Organi- 
sation. Diaa. Erlangen. '08. 71 a. 

Egonowllich (W.), Die Schul Terhällnisse in Serbien aeit aeiner Befreiung 
von der ttirkischen Herrschaft. Diss. Bern. '07. 50 a. 
f) Didaktik und Methodik. 

Richlcr (Karl), Die Herbatt-Zillerschen formalen Stufen des Unterricbta, 
noch ihrem Wesen, ihrer gcBchichtl. Grundlage u. Uirer Anwendg. dar- 
gestellt. Nebst e. Anhang v. Lehrproben nach den formalen btufen. 
Gekrönte Freisschrift. 3. durchgea. u. verm. Aotl. Xu, 224 s. Leipzig, 
HeaaC;^ _M, 3, geb. 3,6r 



Silva (Herreuh. - Mitgl. F. J. Graf v.), Gymnasialunterricht. 17 b. Gra«, 

Styna. M. 0,40. 
Cauer (Paul). Zur Reform der ReifeprQfung. Offener Brief au Prot. Friedr. 

Paulsen in Berlin. 59 a. Heidelberg, C. Winter Veri. M. 1. 
Ordnung der ReileprUfung^an den dstuflgen btiheren Schulen in PreuTseu 

1901. 3. Abdr. 38 a. Halle, Bncbh. des Waisenhauaes. M. 0,50. 
VorichfKIcn f. die Abhallg. der Reifeprüfungen an Gymnasien u. Realscbnlen 

der im Reicbarate vertretenen Königreiche u. Länder. 34 a. Wien, 

Pichler'a Wwe, u. Sohn. M. 0,20. 
Wyplel(L.), Neue Wege des Sprachunterricbl«. Vortrag. Wien, F. Denticke. 

M. 0,60. 
Wallar (Mai), Zar Methodik des netispracblichen Unterrichts. Marburg, N. 

G. ElwerlB Verl. M. 1,60. 

g) Lehrbücher f15r den engliacben Unterricht 
aa) Colledien of Modern English Talea. Ed. witb Sketches of the Lives of 

tbc Autbors by Dr. O.ölöde. 109a. Karlsruhe, F. Gntadi. Kart.M.0,e0. 
■acaulay (Tb. B.), Hiatorical Portraits. Selections from the Writingi. An»- 

K wählt u. erlftutert v. Prot. Dr. Klapperich, A. VH, 104». Berlin, 
emming. M. 1,(10. 






UI. NEUE BÜCBBB. 349 

Merhaut (,E)is.), Glimpses of America. Ausgew. i 

Verz, der Eigennamen n. 18 Abliildgn. 205 

Geb. M. 1,80. 
Scotl (SirW.), The Lady ot tlie Lake. Hrag, t. Müdchenscli. n. Sem.-Dir. 

Dr. E. Waasersiieher a. Lehrerin Anna GroT». 212 a. Leipzig, 

FreyUg. Geb. M. 1,80. 
Shakespeare, Hachetb. Brag. v. Dr. Geo. Eohlniann. 133 a. Leipzig, 

G. Freylag. Geb. M. 1,40. 
Sloriet aud Slietdics. 2. Bd. Für den Schnigebrauc.h hreg. t. Prof. Dr. G. 

Knantt. 152 s. Leipzig, Freytag, Qe^. M. 1,50, Wlioh. G3 b. M. 0,60. 
Talei of the Preaent. Being 6 Storiee by Modern Writera. With notes and 

introdactiona by Clifford Snll; B. A. lÜO s. m. 3 Abbildgn. Leipzig, 

G. Freytag. Geb. H. 1,50. 
bb) Bergmann (Martha), Idioma. Sprach eigenheiten. Englisch- Den Mch, 

2. Tl. 55 B. Paderborn, Magdeburg, K. Feters. In Leinw. kart. M. 1. 
BQttner (Oberlehrerin Roaalie), Lese- n. Lehrbncb der englischen Sprache in 

Anlehnnng an die direkte Methode, n, Tl, Mit 14 Abbildgn. im Text, 

16 Ansichten, 1 Plan v. London n, 1 Karte, Nebst: Deutsche Übungs- 
stücke. 235 n. 39 s. Leipzig, Roth & Scbunke, Geb. M. 3,35, 
Dubiilav (Realach.-Dir. Prof, Dr. G.) n. Baak (Prof. P.), Knrzgef, Lehr- n. 

Obnugabuch der engliachen Sprache, Ausg. fi. 5. Aufl. XVni, 865 s, 

Berlin, Weidmann. Geb. M. 3,40. 

— Uethod, Lehrgang der eng!. Sprache f. hUhere Lehranstalten m, bes. 
Berückaicbtigg, der Mädchenachnlen. 2 Tle. Berlin, Weidmann, Geb. 
U. 4^, 

(1. Lese- Q, Eleraentarbuch. 2, Syntax.) 

— Schlüssel zum knrzgefaleten Lehr- u. tibuugabuch. IV, 86 s. £bd. 
M. 2,20 (kart.). 

GOrtIch (Dir. Prof, Dr. Ewald), Method, Lehr- u. Übungsbuch der engliachen 

Sprache. 4. Aufl. X, 151 a. Paderborn, F. Scböningh. M. 1,70. 
Hall (R.), Lehrbuch der englischen Sprache i. Madcbcnscbnlen bearb. in 2 Tln, 

l.Tl. 3. Aufl. VI, HOB. Frankfurt a/M-, CJügel. Geb. M. 1,30. 
Ratchel (OberL Dr, Kurt) n. BIQmel (Oberl. Dr. Magnus), Lehrgang der eng- 
lischen Sprache. Lesebuch f. d. oberen Klassen, XI, 319 s. Breslau, 

Trewendt & Granier. M. 3, 
Schmidt (Prof. Dr. Immanuel), Grammatik der englischen Sprache. 7- Anfl. 

Xn, 605 a. Berlin, Haude u, Spener. Geb, in Leinw. M, 6, 
Schräg (Rektor Dr. Arnold), Abrifs der engliachen Oammatik m. Übungen. 

44 a, Bern, Ä. Francke. M. 0,80. 
cc) Äiplet (George C), Englishwithout Translation. A Ist Book ofCoUoqnial 

English for Ädults, VKI, 113 b. Berlin, W, 50, Nürnbergerstr. 6, Geb. 

M, 2,50. 
Rldley (Giles), Englischer Sprachführer, 160 a. 16". Wien, F. C. Michl. 

M. 0,60. 
Schmitz (Prof. Heiur,). Englische Synonyma f. d. Scliule znsammengeateüt, 

8, verb. n. verm, Anfl. VI, 99 s. Gotha, Perthes. Geb, M. 1,20. 

4. Geschichte nnd Landeskunde 
r. England u. Annerika. 

aj Klump (W.), Handwerk n. Gewerbe bei den Angetsachaen. Dias, Heidel- 
berg. '08. 40 a. 

Plannkucha (K.), Der Schild bei den Angelsachsen. Dias. Halle. '08. 78 a. 

Mensch (Dr. E.), Königin Viktoria v, Grofabritannien n. Irland. Ein Zeit- 
u. Lebensbild, dargestellt nach aehriftl. u. möndl. Quallen. 89 a. Berlin, 
H. .Seenianu Nachr. M. 1. 

Oordon at Kharlum, dea Generals Charles, Briefe u. Tagebuchblätter. Ausgew. 
n. Übersetzt y. Dr. Max Ooos, 456 s. Hamburg, Gnleuberg Verl. Dr, 
E. Schnitze. M, 6, geb. 7. 



L 



350 m. NKOB bDceek. 

Crofflar (EatI of). Das hentige Aegypten. Obers, r. Konter-Admir. «. D. 

Plüddemanu. 2 Bde. XVI, 556 n. Vni, 549 s. Berlin, S. SißTsrouBd. 

M. U, geb. 18. 
Sronow, Aus der grorsen Welt. Pariser n. Londoner Sittenbilder ana den 

J. 1810-60. Dentscbe Bearbeitg. t. Heinr. Conrad. Stuttgart, R. 

Lnla. M. 5.Ö0. 
Baedthtr (Eul), London and Ltc Environs. With 9 Haps and 19 Plans. 

läth rev. ed. XXXVI, 452 i. Leipzig, E. Baedeker. Geh. H. 6. 
b) eotibarg (Otto t.), Theodore Roosevelt. 2. And. 93 a. Berlin, Coucordia. 

" 1,50, geb. 2,3r 
er (C. Ä.), Da 

Charlottenbnrg, Virgil-Verl, M. 0,30. 
Witte ^Emil), Aue e. deutschen Botschaft. 10 Jahre dentach-amerili. Dipto- 

matie. Volksansg;. Leipzig, Zeitbilder- Verl. M. 2. 
Fiicher (Heinr.), Landeskunde der Vereinigten Staaten y. Nordamerika. 

2Tle. I^pKig, Geachen. M. 1,60. 
Vay V. Vayi u. zu Lutkod (Protonot. Mgr. Graf), Nach Amerika in 

wandererschifTe. Das innere Lehen der Vereinigten Staaten. 

Berlin, Gebr. Paetel. M, 6, geh. 7. 
Bryce (J.), Das amerikanische Staatswesen. 3 Bde. Wien, Verlag Lumen. 
LIgflitz V., Die nordamerikanifiche Üroramacht, geschiclitlich, kommerziell 

politisch. Berlin, Vossifiche Bnchh. M. 6. 

6. Folklore. 
Heinemann (Bibliolh. Doz. Dr. Fra.), Kaltcrgeachichte n. Volkskunde (Folklore) 

der Schweiz. II. Heft (1. Httlfte). Inquisition. Intolernnz. Eikommuni- 

kation. Interdikt. Indez. Zensur. — SektenweH«n. Hexenwahn u. 

Hesenproeesse. Rechtsanschauungen. XXI, 216 s. Bern, EL J. W;ss. 

M, 2,50. 
Riichhardl (Rud.), Die dentaebeii Feste in Sitte n. Brauch. Jena, H. Cotte- 

noble. H. 4. 
Kohl (Frz. Frdr.), Die Tiroler Bauernhochzeit: Sitteu, Brünclie. SorBche, 

Lieder u. Tänze mit Siugweiaeu. S, 282 s. Wieu, R. Ludwig. M. 9. 
Knortz (Kart), Der menachlicbe Körper in Sage, BtaacL n, Spricliwort. 

WUrzhurg, Kabitüscb. M. 3,20. 
Sleinbergar (Ojmn.-Rekt. Dr. Alfons), Barerischer Sagonkranz. Für Scbole 

n. Haus. Vm, 236 s. Uünchen, Lindauer. H. 3, geh. 3,60. 
Saganschalz, altniirkincher. Ges. ▼. dem Lehrerverbaud der Ältmark. XI, 

259 s. Leipzig, Kliukhardt. H. 3,20, geb. 3,80. 

6. Vermischtes. 

PetrI (Alb.), Übersicht über die im J. 1902 auf dem Gebiete der englischen 
Philologie erschienenen Bücher, Schriften u. Anfaätee. HI, 169 s. Holle, 
M. Niemejer. M. 4. 

(Anglia. Suppl.-Heft au Jahrg. 1904,) 

Jahres -Verzaichnit der an den dentschen SchnlanBt4kltea erschienenen Ab- 
handlungen. XIS. '07. 111, 60 8. Berlin, Behrend & Co. bar M. 1,20. 

Festtchrift znm 13. allgem. deutschen Ncnphilologeutage in Hannover, 
Pfingsten 1908, Hrsg. v. R, PhilippsthaL 100 s. Hannover, C. 
Hejer. M. 2. 

LIapmann (Autsger.-R. a. D. P.) n, MannhardI (Landricht Wolf), Summa- 
risches Strafverfahren iu England n, Strafverfahren in Schottland. IMs. 
Berlin, Gnttentag. M. 4,50. 

Lanz (Prof, Dr. Adf.), Die angloameribauische Reformbcwegg. im Strafrecht. 
Daratellg. ihres Emflnaaes auf die kontinentale Rechtaentwickelung- XI, 
305 H, Stuttgart, Euke, M. 10, 

Leipzig. Paul Lauge. 



IV. MITTEILÜN&EH. 351 

rV. MITTKILUNGEN. 
English Dictionary On Historical Principles. 

(Volnme VI: L-N.) 
HoTenient — HjzoBtomonB. ■ 

By Henry Brartley, Hon, M.A., Ph.D. 
The inatalment (wiiiuli corapletes Vol. VI, tlie tetter P> liaving been 
alreaüy pablislied] inclades 179!! Mniu words, 447 Special Combiuatioiig 
eiplained under these, and 1169 Sabordiiiate entriea; in all 3409. Tlie 
oivious rombinations recoiMted and iJInstrated nniuber 368, making a total 
of 3777. Of tlie Main wcrii» 342 (19°;o) aje marhed f as obsolete, and 
92 (",'„) are marked || an alieu er not folly nalnralized. 

Comparison with Dr. Johoson's and aome recent Dictionaries givea 
tlie following fignrea: — 



■Bnojcl 






Kombcr Ol llloil 



Iq thiB section the Latin and RomanJc derivatiTei foim by far the 
largest etymological clasti; indeed they woold still do bo eren without tlie 
estensive group o( Word» beginaing with muUi-, which fiU nearly eigbt 
pages. The nativo English element of the vocabnlary is not aboudantly 
repreaented, bnt includes some importaat worda, such aa mach, murder, 
mint Tb. I and tlie pronouus my, myaelf. From Greek are most ot the 
words beginnJDg with viy-, aniong wbicli are several that are of Bpecial 
int«reat, asmystery, mysUc, myth. mythulogy; among the Oreek derivatives, 
tbongh proiimately from Romantic or Latin, mny also be reckoned muse 
ab.', museum, muiic and tbe related worda. Adoptiona from Oriental, 
American, and Anstralian langnagea are more tban ordinarily abundant. 

Aniong the words in thia aectiou that present intereatiug point« in 
tbe hiatory of their aenaes and appliciktious are moyen Bb.', much, muffle 
(aii abs. and two verbs), miüier (the senae of wbicb in Piors Plowman 
ba^ hithcrto been mlsapprehended , ntuni^i (two verba), miiniti'on, narrdcr, 
muKC ab. ' and vb., muil vb., muster ab. and vb., mul« a<y., mtitiny, muf^ie 
Bb. and vb,, mystery, niystic, myüiology. To tbeee maj be added Mr. and 
Hra., which are no longer functionally niere abbreviatiouB, but have come 
to be the sole recognized modea of writing the titlea which they represent, 
and are therefore bere treated aa independent words. 

Fnller i>r more accurate etymological information th.in ia giveu in 
former Engliab Dictionaries will be found tinder niowab. ' audvb.', moj^a, 
muckender, mugioort, mulbcrry, ntuU vb.', muüion, titurder, mu4Cari, muae 
ab.', musk, muslaclu'o, mustang, muatard, muater ab. and vb., mutchkin, 
mutton, mxuih ab.', «tya ■ and ', mt/xtery. 

With this aection are given the Preface to the letter M, and tbe 
ütle-page, etc., toi Volume VI. 



L 



352 



rv. MITTEaUSGEN. 



Pre§eiit State ot Pnblication : 
Vo!.I A B By Dr. Mnrray, 
Vol. n C By Dr. Mnrray. 
Vol. m D E By Dr Marray and Dr. BradUy. 
Vol. rv FG Bv Dt. Bradley. 
Vol-V H-K 6y Dr. Mnrray. 
Vol. VI LM By Dr. Bradley, N by Dr. Craigie. 
Vol. VU P By Dr. Murray. 

— Onomastic 

Onomastical — Ontinff 

Oay'et — Oivat 

P— Pargeted 

Pargeter — Pennached 
Vol. Vm Q— R By Dr. Craigie. 

Q 

E— Beactive 

Eeactiveiy — Ree 
S— 8h By Dr. Bradley. 
Volmnea IX, X will contain tlie later portion of tbe letter 3, and tbe 
lettera T— Z. 

Forthcoming Iwae, Jaunary 1, 1909: A farther portion of F b; Sir 
James Hnrray. 



Pennage — Piennig 
Ph— Piper 
P ipe r — Poly genistic 
PoJygenona — Premions. 



Ree — ^Reign 
Reign — iteserve 
Refterse — Ribaldoosly. 



Zdt Nachricht. 

An die löbl. Redaktion der Anglia! 

Änch im namen dea verfaMera bitten wir gütigst in einer notiz in 
der „Angtia" darauf hiDznweisen, dals die in der besprecbung des „philo- 
Hophiscliett LeeebncLeB für den engiiscben Unterricht von E, Bndde" er- 
wähnten sinnatürenden drnckfehler in dem abachnitt aus Hobbes, die flieh 
anf den von dem Terfaaser als druckfertig abgelieferten korrektnrabtllgen 
nicht finden und allein der dmckerei xnr last fallen, ans sämtlichen 
eiemplaren entfernt worden sind. 

Hochach tuiigs voll 

Hahn'sche Bncbhandlane. 

HannoTGT 1. September 1908. 



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U. Euljr Boottlth CtuTtgri, hy Sil Acchlhald 0. Liwcia (Oindit) 


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Kl.lD.chm%t, ^ongcruite OADiiuitlk dir CDgilicliHi Sprache (B^m) .... 












IV. MltUilKoaia : A New RuBliab Dlotl<.n«ry DU Uiltorl«! PrinoEpl« 








HerauBgegeben »on Prof. Dr. Hu Fri»drlch Hinn in FruMurt i/M. 



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Beiblatt zur Aiißiia\\; "' 

Mitteilungen 

' über eii^'lische Sprache und Literatur 

und über englisclien IJnierncht. 



FreiB: FOr den JniagAUg 8 Mark. 

(Fnii tu 'Aii(li>< nDd 'Belbltit- JOnlkli H Mi 



I. SPRACHE UND LITERATUR. 
The Cambridge History of English Literature ed. by A. W. Ward 
and A. R. Waller. 

Vol. I. From Ihe Beginnings ta the Cycles of Romance, 

Cambridge at the üiiiversity Press 1907. 
Ein grofsartig angelegtes werk beginnt liier zu erscheinen, 
das in seinen zwei ersten bänden sich bis zor Tudorzeit er- 
strecken wird. Nach zwei selten ist das buch eigenartig an- 
gelegt. Es sollen die besten literarischen kräfte Englands, 
Schottlands und von Wales herangezogen werden. So werden 
die 20 absclmitte des ersten bandea Ton nicht weniger als 16 
verschiedenen Verfassern (auch drei damen sind darunter) aus- 
gearbeitet. Wenn man aber auch im ganzen dieses verfahren 
billigen darf, denn wie könnte einer ein so grol's angelegtes 
werk (14 bände sollen es werden) durchführen, so zeigen sieh 
beim durchlesen des ersten bandes doch auch die Schattenseiten 
dieser arbeitsweise: denn eine Ungleichheit der verschiedenen 
Verfasser lälst sich nicht verkennen. Die andere eigentümlicb- 
keit dieses bucbes, worin es für sich steht, ist, dafs wir es 
eigentlich mit zwei verschiedenen literaturgescbicliten zu tun 
haben. Der test in den einzelnen kapiteln ist durchaus volks- 
tümücli und leichtverständlich gehalten, jedoch findet sich am 
ende des bandes (s. 419—482) eine ausfiUirliche bibllogiaphie, 
die beweist, dafs wenigstens der grölate teil der mitarbeiter gut 

AsKlia, BclhL.lt XIX. 23 




354 1. S^ÄACHE Ü. LITÄRATÜB, 

Über die einschlägige literatur in England, Deutschland, Nord- 
amerika, den nordischen reichen und Frankreich unterrichtet ist 
(vgl. darüber auch Preface s. VIII — X). Dieser teil würde jede 
strengwissenschaftlich gehaltene literaturgeschichte zieren, und 
in ihm haben wir neben dem text für den grofsen leserkreis 
auch eine sehr anerkennenswerte arbeit für fachgelehrte. 
Beides mit einander in dem umfang zu verbinden, ist ein 
gedanke, den wir in keiner andern literaturgeschichte so glück- 
lich verwertet finden. Darum verzeiht man auch manchem 
Verfasser, dafs er sich im texte manchmal gar zu kurz ge- 
halten hat. 

Im einleitenden kapitel, das einer der herausgeber 
geschrieben hat, werden die hauptzüge des angelsächsischen 
heldenlebens hervorgehoben: die im wandern weithin durch 
das land bestand (vgl. *Widsith' und * Wanderer'), oder im 
verlangen, das meer trotz der vielen gefahren, die es bietet, 
zu befahren (vgl. 'Seefahrer'), vor allem aber im kämpf, sei 
es dafs er sieg mit reicher beute oder ehrenvollen tod bringt 
(vgl. 'Beowulf, 'Waldere' u. a.). Wie es ten Brink schon tat, 
wird auch hier hervorgehoben, dafs die elegische Stimmung in 
der angelsächsischen dichtung vorwaltete, dagegen liebesdich- 
tung darin fast gar nicht nachzuweisen ist. Der zweite ab- 
schnitt zeigt einen ganz andern Inhalt, er handelt von der 
Schrift der Angelsachsen sowohl von den runen (vgl. 'Kreuz 
von Euthweir, 'Franks kästchen' u. a.) als dem irisch-latei- 
nischen aiphabet. Auch über pergament, papier und federn, 
tinte und dergl. wird gesprochen, über Schreiber und Schreib- 
stuben in den klöstern. Dies kapitel ist, verglichen mit andern, 
die ihrem Inhalte nach weit wichtiger sind (z. b. kap. IV), 
entschieden zu breit gehalten. Der verschiedene umfang der 
einzelnen kapitel untereinander ist zweifelsohne auch ein nach- 
teil, der sich von der mannigfaltigkeit der mitarbeiter her- 
schreibt, wo doch jeder seinen abschnitt gehörig zur geltung 
bringen will, einerlei ob dieser für die literaturgeschichte den- 
selben wert hat wie für ihn. 

Kap. 3 geht zur eigentlichen literaturgeschichte über 
und wurde in gute bände gelegt, in die des durch sein werk 
'Origin of the English Nation' bekannten gelehrten Munro 
Chadwick. Die heldendichtung wird hier besprochen, vor allem 
das 'Beowulflied', 'Finnsburh', 'Waldere', 'Widsidh*. 'Des 



b 



I. 8PKACHE ü. LITERATUK, 355 

ingers Trost' fQhrt zu den lyrisclieii stücken über, zum 
'Wanderer', 'Seefahrer', zur 'Klage der Frau' und zor 'Bot- 
schaft des Gemahls'. Der abschnitt schliefst mit den noch 
echt heidnischen denkmälern, d.h. den Zaubersprüchen und 
besehwörungsformeln, also gewifs ein wichtiges und interessantes 
thema! Dafs dies aber in nicht einmal 25 zeilen geschehen 
ist, mufs scharf getadelt werden. Es beweist dies wieder die 
schon oben gerügte ungleichartige ausarbeitung der kapitel! 
Durchaus nicht stimmen wir mit der anläge des vierten ab- 
schnitts überein T die Verfasserin scheint sieh darüber nicht 
klar gewesen zu sein, dafs sie den allerwichtigsten teil der 
angelsächsischen literaturgeschichte behandeln sollte: dieblüte- 
zeit der angelsächsischen dichtung. Oder trifft die hauptschuld 
die herausgfcber, die diesem abschnitt zuwenig platz einräumten? 
Aber bei ungünstigen raumverhältnissen hätte fränlein Smith 
erst recht vorsichtig mit der platzverteilung sein aollen. Die 
einleitnng konnte gekürzt werden, die stellen Bedas über 
Cfedmon, die weit bekannt sind, brauchten nicht ganz abge- 
druckt zu werden! Auch die stelle über Csdmona hymnus 
(s. 45) hätte weniger breit dargestellt werden können, um so 
mehr als der neuesten entdeckungen von P. Wüst, obgleich sie 
schon 1904 — 05 (Im 48. bd. der Zeitschrift für dentsches Altert.) 
veröffentlicht wurden, gar nicht gedacht wird. Auch in ihren 
aufstellungen hätte die Verfasserin vorsichtiger sein sollen! 
Die behanptnng von Sievers, dafs Genesis B auf altsächsischer 
(luelle beruhe, ist durch Zangemeisters entdeckung glänzend 
bewährt worden, allein dafs der dichter des Heliand der Ver- 
fasser der niederdeutschen Genesis, aus der ein Angelsachse 
stücke entnahm, sei, hat weder Sievers noch sonst wer be- 
wiesen (vgl. meinen Grundrifs s. 127 anm. 3). 'Exodus' wird 
mit vollem recht gerühmt als echt epische dichtung, aber 
warum wird 'Daniel' so sehr niedrig eingeschätzt? Hinsicht- 
lich der dichtung, die man fi'üLer als eine einheitliche be- 
trachtete und 'Crist und Satan' nannte, schliefst sich Smith 
der ansieht ten Drinks an, die sieh jetzt wohl allgemeine 
geltung verschafft hat. Dem prächtigen gedieht über Judith 
hätten auch hier schon wohl mehr als sieben Zeilen gewidmet 
werden sollen! 

Die Verfasserin wendet sich nun dem andern bedeutenden 
dichter der Angelsachsen, Cynewulf, zu. Hier treten uns nicht 

23' 



556 I. SPRACHE ö. I-ITEBATtlH. 

weiiig:ere literarische fragen schwerster art entgegen als bei 
Caädmou. Au vier stellen nennt sich der dichter in rimen, 
und daraus erkennen wir ihn als bedeutenden dichter, deun 
die Schicksale der Apostel, Juliana, ein teil wenigstens des Crist 
und Elene mflssen wir ihm, durch die runen geführt, zuschreiben. 
Aber wo und wauu lebte er? Mao darf durchaus zustimmen, 
dafs der dichter weder der abt von Peterborough (um lOOO) 
noch der bischof von Lindisfarenae (um 781—783 gestorben) 
es war, Au$ seinen gedichten können wir scillielsen, data er 
nicht Westsachsen angehörte, sondern dem anglischen gebiete 
und der zweiten liälfte des achten Jahrhunderts zuzuteilen ist. 
Am glaublichsten dürfte erscheinen, daEs er in Mercien lebte 
(vgl. Anglia, bd. 17 s. 106 ff.). Dieser ansielit schlols sich auch 
Cook an, der einen Cynewulf, der 803 auf der sj-node zu 
Cloveshoe anwesend war und wahrscheinlicli in Dunwich lebte, 
nachwies. Aus dem nachwort zur 'Elene' erkennen wir, dals 
der dichter einen t«il seines lebens ganz weltlich zubrachte 
und ei"St in reiferem alter sich in ein kloster oder in eine 
einsiedelei zurückzog und dort geistliche dichtungen verfafste. 
Dafa eine vision des kreuzes ihn zu dieser Umkehr brachte, 
nimmt Fräulein Smith mit vielen andern an. Eine begründung 
dafür fehlt (vgl. 'Über das heilige Ki-euz, von A. Ebert, Sitzungs- 
berichte der kgl. Sachs, Gesellschaft d. Wissenseh. PhiL Eist 
Klasse, 10. Mai 1884). Von andern gedichten sollen noch, 
nach der Verfasserin, 'Andreas' wahi-scheinlich , gleichfalls 
ihm auch 'Guthlac' (beide teile?), Phönix u. a. angehören. 
Kbenso ist nach Smith der 'Physiologus' hierher zu rechnen. 
Bei den 'Bätsein' wird gegen die autorschaft Cjuewulfs ge- 
sprochen, ohne aber etwas sonderlich neues zu bringen. Der 
meiste platz ist dem ei-steu rätsei eingeräumt. Auf einem 
irrtum aber beruht es, als habe man eigentlich nur auf das 
erste rätsei hin die ganze Sammlung Cynewulf zugeteilt. Einen 
teil der Sammlung ihm zuzusprechen, ist eine ansieht, der auch 
der unterzeichnete beipflichtet. Gedichte, wie das 'Riming 
Poem' hier in unser kapitel zu bringen und so enge mit 
Cynewulf zu verbinden, ist nicht richtig: es gehört in spätere 
zeit, auch gedichte wie 'Bi monna crfeftum', 'Bi monna wyrdum' 
und das ganz anders geartete "Bi monna lease', nicht weniger 
'Salomon and Saturn' hätten wir nicht in dasselbe kapitel mit 
Csedmon und Cynewulf gewünscht. Die schluTsbetrachtung 



I, SPRACHB U. LITESATÜB. 357 

Über den unterschied zwischen Caedmons art und der von 
CynewTili ist unhaltbar, da wir über Cffidmons weise zu wenig 
wissen. Der fünfte abschnitt wendet sich der lateinischen 
literatur der Angelsachsen zu, nachdem zuerst Gildas und 
Nennius besprochen wurden. Es wird ausgeführt, wie die 
klassische gelehrsamkeit durch Hadrian und Theodorus nach 
England gebracht und durch so bedeutende schüler, wie vor 
allem Aldhelni, verbreitet wurde. Die \ielen reisen der Angel- 
saclisen na(;h Rom (z. b. die des Benedict Eiscop) trugen auch 
viel dazu bei. Aldhelm, Beda, Alcuin sind tlie hauptgestalten 
der lateinisch schreibenden Angelsaclisen. Sie und ihre werke 
werden vom Verfasser des kapitels Rhodes James gut charak- 
terisiert, wie überhaupt dieser abschnitt sehr gut ausgeführt 
wurde. Der nächste abschnitt führt uns könlg ..Elfred 
und die werke der alten angelsächsischen prosa vor. Zunächst 
wird festgestellt, dafs das leben ..Ülfreds durch Asser wegen 
der aufserordentlich schlecliten Überlieferung uns wenig sicheres 
mateiial für den könig bietet, wenn auch Florentius von Wor- 
cester, Simeon von Purliam und Wilhelm von Malmesbury 
mancherlei in ihren werken zur aufklärung von Assers text 
bringen. Für die anordnung der werke des königs stellt im 
allgemeinen der Verfasser des sechsten abschnittes, prof. Thomas, 
den grundsatz auf: "Genauer anschlufs an das Latein der 
vorläge ist ein zeichen früher bearbeitung, freie bearbeitung 
mit vielen einschiebungen eigner erßndnng spricht für spätere 
entstehungszeit." Diesem leilsatze darf man sich anschliersen! 
So stellt denn Thomas, nachdem er über das 'Handboc', von 
dem wir leider keine sichern spuren haben, gehandelt hat, als 
erste eigentliche Übersetzung die Cura pastoralis auf, wie es 
ja jetzt gewöhnlich geschieht. Auch teilt er (vgl. meinen 
Grundrifs b. 398) das literarisclie schaffen des königs in zwei 
abschnitte: die zeit von 888 etwa bis 893 und von 897—901. 
Auf die 'Cura' soll 'Orosius' und darauf 'ßeda' folgen. Dies 
aber widerspricht der obigen theorie: denn Orosius ist eine 
freiere Übertragung als die des ßeda. Ich bleibe daher auch 
bei meiner früheren ansieht Orosiug nach Beda zu setzen. An 
der echtheit der letzteren Übertragung zu zweifeln ist kein 
grund, da abt .Elfric und eine Camhridger hs. den könig als 
Verfasser nennen. Auch sonst spricht die ganze ai-t der be- 
arbeitung für Alfred. Der nachweis mercischer eigentümlich- 



358 I. SPRACHE ü. LTTBRATUR. 

keiten ist ebenso wenig ein gegenbeweis (vgl. meine Literatur- 
geschichte, 2. aufl. bd. I s. 53 oben). An den schlufs der ersten 
Periode (893) ordnet Thomas die Gesetze. Hierin ist ihm bei- 
zustimmen. In die zweite periode 897 — 901 sind zu setzen 
'Boetius' und die 'Soliloquien' nebst *de Videndo Deo*. Die hier 
ausgesprochenen ansichten stimmen mit den in den Beiträgen 
von Paul und Braune IV, s. 101— 131 von mir gegebenen er- 
örterungen. Nur hinsichtlich der Verfasserschaft der metrischen 
bearbeitung der * Metra des Boetius' scheint Thomas, trotzdem 
er die frage noch als * offen" betrachtet, doch der ansieht zu 
sein, dafs der könig die metrische bearbeitung verfalst habe. 
Jedoch sind die dafür angeführten gründe schwach. Die be- 
sprechung der werke, die der könig veranlafste, folgen nun. 
Vor allem ist dies Werferths 'Übertragung der Dialoge des 
Gregor', die fortsetzung der unter seinem vater weiter aus- 
gearbeiteten * angelsächsischen Chronik' und das in ^Elfreds 
zeit gehörige *Martyrologium'. Über die Verfasserschaft des 
Prosapsalters (1—50) spricht sich Thomas nicht bestimmt aus. 
Das folgende (VII.) kapitel erstreckt sich bis zur norman- 
nischen eroberung, umfafst daher prosa und dichtung. Warum 
wird nicht hier das reimlied erwähnt, das sicherlich nicht auf 
s. 60 zu Csedmon und Cj^newulf gehört ? S. 374 wird es wieder 
erwähnt, aber hier fehlt jede genauere Zeitbestimmung! Mit 
dem jähre 901, dem todesjahr Alfreds, die jüngere zeit in 
der angelsächsischen literatur zu beginnen, wie es Westlake 
tut, ist sicherlich einwandsfrei. Auch dagegen, dafs die ältere 
periode fast die ganze dichtung in sich schUefse, ist nichts zu 
sagen, ebenso wenig, dafs die hauptmenge der prosa der 
zweiten angehöre, wenn auch die originellste und damit inter- 
essanteste, die Alfreds ist. Eine ausführliche besprechung 
der Angelsächsischen Chronik und ihrer hss., vorzugsweise 
nach Plummers Untersuchungen, beginnt den siebenten abschnitt, 
dann geht Westlake zu der geistlichen prosa, den Homilien, 
über, die besonders zwischen 960 bis in das erste viertel des 
11. Jahrhunderts blühten, durch Dunstan, iEJ?elwold und Oswald 
veranlafst und besondei-s in ^EJ^elwolds schule zu Winchester 
ausgebildet wurden. Hier wurde auch der hauptvertreter der 
jungem prosa, uElfric, geschult. So geht der Verfasser, nach 
kurzer besprechung der Blickling Homilien, deren einheit er mit 
recht bezweifelt, auf diesen gelehrten über. Die darstellung des 



I. SPRACHE V. LITBBATCK. 359 

lebens -Elfiics und die aufzüliluiig seiner werke schliefst sich 
mit kleinen abweicliungen den Untersuchungen Dietrichs an, 
da die abhandlung von Lonisa White (Yale Studiea 1898) 
nichts neues bringt. Um 990 begann ^Ifric seine schrift- 
stellerische t&tigkeit mit den zwei Homiliensammlungen, die 
er wohl 094 beschloCs. Iii das jahr 990 ist dann die Samm- 
lung der Heiligenleben (Vilie Patram) zu setzen. Nach den 
zwei Homiliensammlungen lälst Westlake die lateinische gram- 
matik und das lateinische Vokabularium folgen, doch daTs das 
letztere vom abte ^Ifric sei, ist M'enig glaublich: es mag, 
wie die längere ansfiihrung des Colloquiums, von .iülfric Bata 
stammen. Ans dem rein äufserlichen grund, weil in einer lis. 
von Jilfrics grammatik eine der Disticha Catonis sich an- 
schliefst, bespricht Wesllake hier auch kurz diese didaktische 
Sammlung. Sie soll aus jfilfrics schule stammen, eine ansieht, 
der man in bezug auf die abfassungszeit nicht widersprechen 
kann, doch erinnert die art und weise der abfassung gar 
nicht an .Elfric. Den Heiligenleben schliefst sich die Über- 
tragung der 'Interrogationes Sigewulfi' desAIcuin an. Falsch 
ist hierbei Westlakes angäbe, -Eltric habe die 178 lateinischen 
Interrogationes verkürzt zu 48, ^i'jlfric gibt statt 280 AIcuins 
nur 09. Eine betrachtung von -Elfrics arbeiten über das alte 
und neue testament bilden den gegenständ der nächsten Seiten. 
Eine gute Charakterisierung von -^Ih-ic beschliefst die be- 
trachtung dieses bedeutenden prosaisten. Wulfstans Homilien 
konnte der Verfasser dieses abschnitts auch nicht näher unter- 
suchen, als dies bisher geschehen ist, denn zu einer endgiltigen 
behandlung dieser frage fehlt uns ttoch immer das genügende 
material. Auch für Byhtferhös werke fehlt es bis jetzt noch 
an der genügenden durcharbeitung seiner Schriften. Unzu- 
treffend ist die hemerkung, dafs die Artuslegende durch Joseph 
von Arimathia mit dem pseudevangelium Nicodemi zusammen- 
hinge (.1. 133J: dies sind gedankenverbindungen, die weit jünger 
als die angelsächsische zeit sind. Ehe Westlake aber auf die 
weltliche literatur überging, hätte er die grofse Homilien- 
sammlung der Vercellilis. kurz erwähnen sollen {vgl. Grundrils 
s. 485— 493), die eine erwälinung ebenso sehr verdienen als 
z. b. die Wulfstan zugescliriebenen predigten. 

Der Alexander dem Grofsen zugeschriebene brief an seinen 
lehrer Aristoteles über seine erlebnisse während der feldzüge 



L 



S60 



I. SPRACHE D. LITERATUR. 



in Persieii und Indien gehört der rein weltlichen literatur an. 
An diese schliefseu sich die 'Wunder des Ostens' eng an. 
Beide halten sich genau an ihre lateinischen vorlagen. Be- 
sonderes Interesse gewann allerdings die Alexandersage im 
abendland erst am ende des IL Jahrhunderts durch die kreuz- 
züge, doch als vorlauter sind diese beiden Schriften von Wichtig- 
keit. Der einzige romanstoff in angelsächsischer zeit ist der 
vom Apollonius von Tyrus. Er zog durch die Schilderung von 
meerfahrten, die erzählnng von seeränbem, der umstand, dafs 
Apollonius ein berühmter harfner war, dafs rätsei eingefügt 
Bind, die Angelsachsen sehr an und war noch zur zeit Gowers, 
ja sogar noch zu der Shakespeares in England bekannt. Mit 
den 'Gesta Romanorum' kann natürlich unsere angelsächsische 
bearbeitnng in keinem zusammenhaug stehen, da diese Samm- 
lung vor Edward I. nicht zu setzen ist. Zu bedauern ist, dafs 
uns dieses denkmal nur arg verstümmelt erhalten ist^ 

Den abschnitt über die medizinischen biicher (s. 135 f.) 
hittte man etwas ausführlicher gewünscht. Am schlnfs dieses 
kapitels wird über die gedichte der angelsD-chsisclen 'chronik' 
gesprochen, besonders auch über ihre metrik, obgleich vom 
selben vei'fasser nochmals in einem besonderen abschnitt 
(s. 413 — 419) die metrik behandelt wird. Besser wäre hier 
alles metrische untergebracht worden, statt hier und dort 
darüber zu sprechen. 

Die betrachtung vom gedieht 'Judith' beginnt wieder die 
reibe biblisclier und geistlicher dichtungen, womit Westlake 
schliefst. Er huldigt auch der ansieht, dafs die 'Judith' spät 
anzusetzen wäre. Die bisher vorgebrachten gründe gramma- 
tischer, sprachlicher und metrischer art sind aber durchaus 
noch nicht überzeugend, die entstehung dieses gedichtes so 
spät anzusetzen. Auch ist kaum beizustimmen der verbrei- 
teten ansieht, dafs die Zählung in der einzigen handschrift 
über den einzelnen absclinitten richtig wäre. Denn wäre 
wirklich ^'j der dichtung uns verloren gegangen, was soll 
denn darin enthalten gewesen sein? Vergleichen wir das 
buch Judith mit dem gedichte, so läfst sich kaum eine antwort 
anf diese frage gebeu. Anspielungen auf .El'elflsed von Mercia, 
wie es Gregory Fost«r beweisen zu können glaubt, lassen sich 
nicht nachweisen. Auch Cooks beweisfiihrung ist nicht über- 
zeugend, darum bleibt man sicherer bei den aufstellungen, die 



ein 80 vorsichtiger gelehrter wie Ten Brink vorbraclite. Die 
'Schlacht bei Maldon oder der Tod des Byrthnoö" stellt 
Westlake mit recht dichterisch sehr hoch. In 'dem Heiligeii- 
kalender' oder dem 'Menologium' wird die schöne naturschil- 
deruiig sehr betont. Den 'kentischen Psalm' erst in das 
zehnte Jahrhundert zu setzen, ist, wenn es jetzt auch öfters 
geschieht, durchaus nicht berechtigt. Mit ten Brink, ihn vor 
800 zu datieren, ist wohl zu früh, aber es 'two hundred years 
later' anzusetzen, ist auf alle fälle zu sjiät Im laufe des 
9. Jahrhunderts ist es gedichtet. Hierher, wenn auch etwas 
älter, ist gleichfalls der 'Kentische Hymnus' einzuordnen. An 
den schlufs des siebenten abschnilts wurde das 'Gedicht auf 
Dnrham' gestellt. Da es vor dem anfang des 12. Jahrhunderts 
nicht entstanden sein kann, so hätte es in kapitel XI besser 
gepafst. 

Mit kapitel VIII beginnt die zeit der normannischen 
eroberung. Doch obgleich dieses von einem der herausgeber 
geschrieben ist (von A. R. \\ 'aller) , geriet es etwas dürftig : 
eine riolitige Charakterisierung der noimannischen bildung nnd 
denkart und des Wesens der fremden eroberer vermissen wir. 
Weit anziehender ist der folgende abschnitt, verfafst von 
Lewis Jones, über die Latein schreibenden Chronisten vom 
11.-13. Jahrhundert. Nach einer ausführlichen einleitung 
wii'd zunächst die nordeuglische schule betrachtet, auf die 
Beda wohl nicht ohne einfluls geblieben sein düi-fte, wie Simeon 
of Durham, der am berühmtesten wurde, Aih'ed of Rievauls, 
William of Newburgh und Roger of Hoveden. Aus dem siiden 
werden besprochen: Florence of Worcester, ein Vorgänger 
Simeons, der seine chronik mit der erschaffung der weit beginnt ; 
Eadmer und Ordericus Vitalis, beide Verfasser von kirchenge- 
schichten Englands (Ordericb beachtet auch die kulturgeschichte). 
William von Malniesbury schlielst sich an, den Miltou seiner zeit 
als den bedeutendsten unter den Chronisten des 12. Jahrhunderts 
erklärte und den auch Jones mit recht sehr hoch stellt, vor 
allem seine ' Geschichte der könige Englands ' mit der fortsetzung 
'Historia Novella' (vom jähre 409 — 1142), Wenn als geschichts- 
schreiber auch viel unbedeutender, so war er unter seinen 
Zeitgenossen doch beliebt und gelesen: Henry von Huntingdon, 
der seinerzeit, besonders durch seine volkstümliche dai'stellungs- 
weise, neben William von Malmesbnry gestellt wurde. Unter 






362 I. SPRACHE U. LITEBATUB. 

den bischöfen von Lincoln, Bobert und Alexander, besonders 
unter letzterem, entstand seine 'Geschichte der Engländer 
(1125 — 1130)', die dann bis 1154 fortgesetzt wurde. Für die 
alte Zeiten sind, wie bei Malmesbury, Beda und die Angel- 
sächsische Chronik die hauptquellen. Volkstümliche lieder, wie 
das von der schlacht bei Brunanburh u. a. wurden darin auf- 
genommen. Vom siebenten buch an stellt er auch vieles nach 
eigner anschauung sehr lebhaft dar. Die 'Historia regum 
Britanniae' des Geoffrey of Monmouth wird kurz und treffend 
charakterisiert als ein werk, das nicht geschichte sein wollte 
und sollte, sondern sich mit der britischen sagengeschichte vor 
Christi geburt, vor allem mit dem jeder geschichtlichen unter- 
läge entbehrenden Arthurus beschäftigen wollte. Die angeb- 
lichen quellen dafür sind nicht ernst zu nehmen: 'schamlose, 
unverschämte lügen' nennt sie William von Newburgh (1136 — 
1198). Allerdings ist William auch ein sehr strenger ge- 
schichtsschreiber , der sich für die engbegrenzte zeit, die er 
behandelt (die regierung Stephans und Heimich II.) durchaus 
zuverlässig erweist. Von den unbedeutenderen Schriftstellern 
wird mit recht gerühmt: Eichard of Devizes, der lebendige 
schilderer der Zeiten Eichard I. und seines kreuzzuges, ebenso 
Jocelin of Brakelond, der durch Carlyle'ß Tast and Present' 
wieder aufgelebt ist. Auch die für die kulturgeschichte so 
wichtigen Schriftsteller, wie Gervasius von Tilbury (Otia 
Imperialia), Giraldus Cambrensis (de Barri), der Verfasser der 
^Topographia Hibernica' wie des 'Itinerarium Cambriae', der 
Schrift *De rebus a se gestis libri tres' und anderer, werden 
kurz mit ihren haupteigentümliclikeiten besprochen. Walter 
Map, mit seiner berühmten anekdotensammlung "De Nugis 
Cui-ialium" und seiner Goliardendichtung schliefst sich natur- 
gemäis hier an. In hinsieht auf die Map zugeteilten Arturro- 
manzen spricht sich Jones mit vollem recht sehr vorsichtig aus. 

Matthaeus Parisius (f 1259) beginnt die reihe der Chro- 
nisten des 13. Jahrhunderts und die geschichtsschreiberschule 
von St. Albans, vorherging Eoger von Wende wer mit seinen 
Tlores Historiarum', es folgen auf Matthaeus William Eishanger, 
John of Trokelowe, Nicholas Trivet, Thomas Wykes, der ge- 
schichtsschreiber der sclüacht bei Lewes u. a. wenig bedeutende. 

Auf den interessanten abschnitt von Jones folgt der nicht 
weniger wertvolle von Sandys über englische gelehrte 



I. SFSACUE U. LITEBATÜB. 



ZU Paris und Franzit^kan 



in Oxford. Als 



Abseiard in der ersten hälfte des 12. jalivhunderts an der 
hohen schule von Paris unterrichtete, sammelte er schüler um 
sich aus allen ländern Europas : darunter war auch unter den 
ersten Engländern John aus Salisbury, der von 1136—1138 
Bich iu Paris, dann wohl iu Cliartres, von 1141 bis etwa 1150 
wieder in Paris aufliielt. Von England (Canterbury) machte 
er mehrere reisen nach Rom (z. b. 1155—1156), von 1162 
stand John im dienste Beckets, der erzbischof von Canterbury 
geworden war. Doch bald mufste er, wie Becket in die Ver- 
bannung gehen und braclite bis 1170 in Rheimes zu. Dann 
erst kehrte er nacL Canterbury zurück, um augenzeuge der 
ermordung des Thomas von Bekket zu sein. Seine hanptwerke: 
'Policraneus', einem handbuch für Staatsmänner, sein 'Meta- 
logicus', ein werk über logik und grammatik, sein 'Leben des 
Änselm von Cauterbury' lassen in John of Salisbury den ersten 
humajiislen in England erkennen. An ihn schliefst sich Peter 
von Blois an, der aber gegen ihn bedeutend zurücksteht. Über 
Walter Map wii-d dann auch eingehend (s. 188—191) gehandelt. 
Hierbei aber, trotzdem sonst dieser abschnitt zu rühmen ist, 
zeigt sich auch wieder der schon erwiiJinte nachteil in der 
anläge des buches ; über denselben schriftsteiler wurde bereits 
von einem andern uiitarbeiter (s. 177 f.) geschrieben. Ebenso 
finden wir über Nigel Wireker bereits s. 173 und 176 ge- 
schrieben, dann hier 192 f., dessen satire 'Bumellus' auch 
Chaucer kannte (vgl. The Nonne Preestes Tale v. 15318). 
Giraldus Cambrensis, von dem wir bereits s. 177 u. s. horten, 
wird 194 ff. sehi- ausführlich besprochen, wo auch alle seine 
werke angeführt wei'den: die topographie von Irland, die 
eroberung Irlands, das Itineraiium von Wales und die be- 
Gchreibung dieses landes, letztere kulturgeschichtlich und literar- 
geschichtlich von ganz besondem Interesse. In der bearbei- 

Itung der historischen teile der schiiften des Giraldus schliefst 
sieh Sandys Freeman an, der wenig von Giraldus als historiker 
hält. Dafs Gir. auch sage einmischt , beweist die stelle über 
das grab Arturs in 'de Piincipis Institutione'. Michael Scot 
(f zwischen 1232—35), der in Süditalien Arabisch und damit 
n&turwissenschaften , besonders Aristoteles, studierte , wird 
auch nicht vergessen. Vei'dientennafsen wird hervorgehoben, 
dafs wir keine anhaltspunkte Laben , dafs Scot iu Oxford 



I 



364 I. SPRACHE U. LITERÄTDK. 

Studierte. Palenno, Toledo und Pails verdankte er seine ge- 
lehrsamkeit, die so umfangieich in naturgeschlchte war, dafs 
er in seiner lieiraat Scliottland später als zauberer galt. 
Alexander von Haies, der verfas-ser der 'Summa Tlieologiae', 
führt za einer besprechung des anfbluhens von Oxford in den 
sechziger jähren des 12. jahrh. durch ein deki-et Heiniichs II, 
Besonders die Franciakaiier trugen zum glänze dieser hocli- 
schule bei, unter ihnen vor allem Grosseteste, der spätere 
bischof von Lincoln, 'the grete clerc', wie ihn Gower nennt, 
der Verfasser vom 'Chateau d'Amoor', Adam Marsh und 
Roger Bacon schlielseu sich an {Opus Majns, Opus Minus, 
Opus Tertium, f 1294), von denen der letztere auch im ruf 
der Zauberei stand und als alchimist galt (vgl. Greene's 
Friar Bacon). Thomas de Bungay (Suffolk) war auch gleich- 
falls iu Oxford tätig. Ebenso ein Franciskaner in Oxford war 
Duns Scotus (um 1300), der gegner des Thomas von Aquino. 
1304—1307 lehrte er in ParLi, er starb in Köln, Mit Wyclif, 
'the last of the Schoolmen' und 'the first of the refürniei"s', 
Bchliefst Sandys seinen gelehrten und interessanten abschnitt. 
nicht ohne der andern philosophen dieser periode zu gedenken: 
des Qominalisten William von Ockham, der in München sein 
leben beschlofs, Walter Burleigb, des guten kenners der klas- 
sischen Philosophie, obgleich sein Verständnis des Griechischen 
recht mangelhaft war, des Scholastikers Thomas Bradwardine, 
den auch Chaucer erwähnt, ebenso des Eichard von Bniy, des 
erziehers des prinzen Eduai'd (des späteren königs Eduard UI.) 
und Verfasser des weitverbreiteten buches 'Philobiblion', 

Mit abschnitt XI wenden sich die herausgeber wieder 
zur landesspraehe zurück, zur 'Early Transition Period' (ll.iO — 
1250), die der Verfasser Atkins in zwei abschnitte teilt: der 
erste, der nach seiner ansieht nur schüchterne literarische ver- 
suche enthält, während der zweite (1200 — 1250) bereits kühner 
vorgeht. In dieser zeit müssen ältere heldenlieder fortgelebt 
haben, die dann bald in etwas anderer gestalt wieder auf- 
leben, wie Hörn und Havelok, Guy von Warwick und Bevis 
von Hampton nud andere beweisen. Aus älterer zeit stammen 
noch Englische HomiÜeu, wovon manche nur nmarbeiten 
^Ifricscher Vorbilder sind. An könig Alfred erinnern uns 
die verschiedenen reihen der 'Provei'bia jEIfredi", die aus den 
bei den Angelsachsen so beliebten denksprüchen und sprich- 



I. SPRACHE D. LITERATUR. 365 

Wörtern wolil schon im 12. jahrli. zusammengestellt wurden, 
direkt aber nichta mit könig ..Elfred zu tun haben: elier als 
Vorläufer der 'Sprichwörter Hendings' zn gelten haben. In 
bezug auf versmals und reim sincl .sie wolil in verschiedene 
zelten dieser periode zu setzen. Metrisch von Interesse sind 
auch die verse auf Canut (c. 1167), wie auch die reime des 
Godric anzuführen, ebenso wenigstens eine fassung der 'Rede 
zwischen Seele und Leib', die Ätklns allerdings nicht erwähnt. 
Die wichtigste dichtung ans diesem abschnitt ist das 'Foema 
Morale' in sieben fassungen uns erhalten, das uns noch inhalt- 
lich an verschiedene angelsächsische gedichte erinnert. Einer 
ueueu richtnng gehört die nmfangjeiche geistliche dichtung 
an, die nach ihrem Verfasser, das 'Ormulum' genannt wird, 
im kataleklischeu teti'ameter gedielilet. Der Wortschatz und 
ausdruck trägt allerdings nicht mehr angelsächsisclie fülle, 
sondern bedient sich eines weit nüchterneren prosaischeren 
Wortschatzes. Zeitlich schliefsen sich dann dichtungen wie 
'Genesis und Exodus', 'Das Weib von Samaria' n. a, an. Die 
Übertragung der zwei ersten bücher Mosis sind um die mitte des 
13. jahrh. und in das mittelland (in den Südosten) zu setzen, 
die quelle ist. in erster linie Comestors Historia SchoIasÜca. 
Im gegensatze zum Angelsächsischen wii'd hier moralisieren 
sein- vermieden, während sich im 'Death' und 'Sinners beware' 
wieder mehr davon findet, ebenso in Visionen, die sich vor 
allem mit der hölle beschäftigen, Andere gedichte, wie vor 
allem das nach fi'anzösischer quelle entstandene 'Bestiary' 
bringt nach angelsächsischer weise viel allegory und erinnert 
dadui-ch an den angelsächsischen Physioiogus, während das 
versmafs ein gemisch aus alt und neu ist. Einen mehr mo- 
dernen Charakter tragen, um zur prosa überzugehen, drei 
Heiligenleben. Allerdings sind sie nicht alle zu einer zeit 
entstanden: das 'Katharinenleben' Ist ohne zweifei das älteste, 
alle di-ei begi'ünden sich auf lateinischen quellen. Nicht er- 
wähnt wui-de 'Hali' Meidenhad. 

Nachdem dann kurz die Winteney-fassung der 'Benedik- 
tinen-egel für Nonnen' gedacht ist, wird über das hochinter- 
essante werk "Aucren ßiwle" gehandelt, das Atkius mit recht 
sehr hochstellt. Atkins nimmt an, wofür sich ja manche gründe 
vorbringen lassen, dafs die englische bearbeitung die ui^sprüng- 
liche sei, im ersten viert«! des 13. Jahrhunderts im Südwesten 



L 



366 I. SPRACHE ü. LITERATüB. 

Englands entstanden. Für einen bestimmten Verfasser (etwa 
Eichard Poore, bischof von Salisbury 1217 — 29) will er sich 
nicht entscheiden. Aufser benutzung von Aldhelm läfst sich 
bekanntschaft des Verfassers mit Ailreds von Eievaulx brief 
'de vita eremitica' wohl nicht in abrede stellen, ebenso lagen 
zur benutzung dem Verfasser Schriften von Anselm und 
Augustin, von Gregor und Bernhard vor. Englischer geschmack 
verrät sich durch nicht seltene anwendung von mysticismus 
und allegorie. Die milde liebenswürdige persönlichkeit des 
Verfassers tritt überall hervor. Werke in prosa und dichtung, 
die die geistliche liebesdichtung zum gegenständ haben, wie 
der in prosa verfafste 'Lofsong of ure Lefdi', 'On God Ureisun 
of ure Lefdi', eine dichtung, *The Five Joys of the Virgin', 
' A Song to the Virgin', das geistliche liebesgedicht des Thomas 
de Haies 'A Luue Ron' wie die prosaischen: 'The Wohunge 
of ure Lauerd', 'On Lofsong of ure Louerde', 'on Ureisun of 
oure Louerde' schlief sen sich hier an. 

Den schlufs des kapitels bilden die zwei gröfsten welt- 
lichen dichtungen dieser zeit: Lajamons Brut' und 'Eule und 
Nachtigall'. 

Die hauptquelle für Lajamons Brut ist eine französische, 
und kennzeichnet sich dadurch als ein werk der neuen periode. 
Es ist eine fassung vom Brut des Wace, wenn auch nicht die 
von Madden gedruckte, vielleicht ist aber auch Gaimars 
Chronik dabei benutzt. Doch ist letztere frage nicht zu er- 
ledigen bei der mangelhaften kenntnis, die wir von Gaimars 
Schrift haben. Bedas geschichtswerk ist nur ganz selten 
herangezogen, wie schon vor langer zeit festgestellt wurde. 
Wie weit keltische quellen mitwirkten, läfst sich bei der 
unsicheren Überlieferung dieser denkmäler kaum mit einiger 
Sicherheit feststellen. 

Ausführlich wird noch 'Eule und Nachtigall' behandelt 
In der form erinnert es an Frankreich, denn es ist in paar- 
weise gereimten zeilen geschrieben und in der anläge ist es 
den französischen Estrifs nachgeahmt. Die art des ausdrucks 
ist durchaus volkstümlich; dies zeigen die vielen eingefügten 
Sprichwörter und die redeweise der nachtigall, der Vertreterin 
des weltlichen lebens gegenüber der eule, die das geistliche 
leben darstellt, ist gleichfalls ganz ungekünstelt und einfach. 
Ein Wechsel zwischen reimen und alliterierenden zeilen findet 



r. SPRACHE D. LITKRATÜB. 367 

niclit mehr statt Die diclitung ti-ägt daher schon ein ganz 
modernes gepräge. Szenen ans dem täglichen leben werden 
mit gutem liamor beschrieben. 

Das Xn. kapitel ist ganz der Artursage gewidmet. W. 
Lewis Jones beginnt mit den welschen schritten, die znerst 
durch die nanien Nennins und Gildas vertreten sind. Aber 
diese ältesten quellen wissen noch wenig von Artur zu be- 
richten. Der eigentliclie ausbau dieser sage fällt erst gegen 
mitte des 12. Jahrhunderts, als Gottfrid von Monmouth schrieb, 
der dann von den französischen dicliteni abgelöst wurde, die 
die sage immer mehr mit romantischen elementen erfüllten. 
Doch tritt alsdann in der Weiterentwicklung der sage der 
köuig mehr und mehr vor seinen beiden zurück. Wie schon 
an anderer stelle vom unterzeichneten hervorgehoben wurde, 
nimmt gerade für England Gawain mit der zeit die erste stelle 
ein und über diesen ritter haben wir in England bald mehr 
gedichte als über Artur. Den anfang der Artursage unter 
den Kelten bietet Nennius, der von zwölf schlachten, die Artur 
geschlagen habe, zu berichten weifs. Da die ausarbeitung des 
Nennius zwischen das ende des 8. und das erste viertel des 
9. Jahrhunderts zu setzen ist (nach Zimmer und Thiu-neissen), 
so brauchte sie drei Jahrhunderte, bis sie die gestalt gewonnen 
hatte, die sich uns bei Gottfried von Monmouth zeigt. Die 
Angelsächsische Chronik, obgleich sie bis ins 12. Jahrhundert 
fortgesetzt wurde, nennt Artur gar nicht. Seihst Gildas, der 
der siegreichen schlachten gegen die Angelsachsen gedenkt, 
nennt den namen Arturs ebensowenig. Gottfried dagegen weifs 
dinge zu berichten, die vorher ganz unbekannt waren, nicht 
nur die besiegung der Angelsachsen durch ArMiur, sondern 
auch die Unterwerfung Roms. Meist folgte hier der Kelte den 
eröndungen seiner eigenen pliantasie. Bei den Walliseru fand 
merkwüi-digerweise der Arturroman keine ausbildung von 
irgend welcher bedeutung. Hätten sich die Franzosen nicht 
dieser erzählungen bemächtigt, so wäre Artur wohl, trotz 
Gottfried von Monmouth, bald wieder vergessen worden. So 
aber finden wir in Frankreich, und von da über ganz Kuropa 
die sage verbreitet, deren entwicklung Jones sehr überzeugend 
in drei abschnitte teilt; 1. Die Artursage in chronikenform 
(Gottfried von Monmouth, Wace). 2. Metrische romanzen 
(Chrestien von Troyes). Hierbei treten die beiden schon mehr 



L 



368 I. SPBACHB D. LITEBATÜB. 

in den vordeigiund , Artur tritt melir iind mehr zurück. 
3. Prosa -roniane (vom ende des 12. Jahrhunderts an). Sehr 
einleuchtend iat der von Jones ausgeführte unterscliied zwischen 
Wace und Lajamon (s, 265) , wobei vor allem die echt eng- 
lische art und weise Lasamons hervorgehoben wird. Die 
Tristansage wird zum schlufs des abschnittes noch augeführt. 

Der dreizehnte und vierzehnte abschnitt behan- 
deln, obgleich von verschiedenen Verfassern geschrieben, beide 
'Metrical Romances' (1200 — 1500). Aber Ker beschäftigt sich 
in XIII mehr mit den verschiedenen fremden ländem und 
ihren Stoffen: Frankreich, Rom und keltischem land (Biitain). 
Die welschen stofEe bringen auch eine anzahl von feenge- 
schichten wie Launfal, 8ir Orfeo il a. In XIV, von Atkins 
geschneben, finden wir stofEe wie Havelok, Hörn, Guy von 
Warwick, Beves von Hamtoun, wie auch den antiken Sagen- 
kreis z. b. den von Troja oder könig Alexander, oder solche, 
die an den Orient erinnern, wie Flores and Blancheflour, The 
Seven Sages of Rome, auch ; den Gawayn-kreis, oder stoffe von 
Chrestien von Troyes, wie Isumbras, William of Palerne u. a. 
behandelt. Warum in kap. XV von Gollanez, Pearl, Cleauness, 
Patience und 8ir Gawayne (von dem schon in XIV die rede 
war) zusammengestellt und damit dieses kapitel abgeschlossen 
wird, sieht man uiebt ein. Man hätte diese stücke, so hübsch 
Pearl und Sir Gawayne ao sich sind, doch in andern absclmitten 
unterbringen können. Huchoun of the Awle Ryale hätte hier 
wohl ganz fehlen können. 

Die zwei nächsten abschnitte (XVI und XVII): Later 
Transition English I und II schliefsen die literatui'geschichte 
des ersten baudes ab, Clara Thomson bringt aus dem süden 
die Chronik Roberts von Gloucester und die legendensammlung 
herbei. Aus dem norden wird die Psalterübersetzung und das 
umfangreiche werk 'Cursor Mundi' angeschlossen. Über das 
letztere werk hätte man gerne noch ausfiihrlichei-es gehört. 
Robert Mannyng of Brunne, in seiner bearbeitung der chronik 
des Peter von Langtoft und anderer Chroniken tritt uns als 
weltlicher dichter, in sdnem "Handlyng SjTine' und den 'Medy- 
tacyuns' als geistlicher entgegen. Das Verhältnis zwischen 
Mannyng und seiner vorläge im 'Handlyng Synne' wird gut 
charakterisiert, ebenso seine bearbeitung der chronik. Über 
Uaimyngs Verfasserschaft in den 'Medjlacyuns' spricht «dcL 



i 



I. 8PBACHB 0. LITERATUR. 3fi9 

fräulein Thomson vorsichtig aus. WilHam of Shoreham mit 
seinen typischen geistlichen liedern, die uns aber nicht voll- 
ständig erhalten sind, leitet wieder auf den süden über. Eine 
gröfsere bedeutung darf man diesem dichter nicht zulegen. 
Das in prosa geschriebene 'Ayenbite of Inwit' des Dan Michel 
ot Kent, das aber kein originalwerk, sondern nur eine bear- 
beitung ans dem Französischen ist, bescbliefst die geistlichen 
werke. Die allegorische haltung des ganzen zog zweifellos 
den Engländer an. Zwei politische und historische dichter, 
wovon Adam Davy in seinen 'Dreams' dem süden, Lawrence 
Minot aber dem norden angehört, beschlieCsen das kapitel. 
Das wesen von Minot, vor allem seine patriotische gesinnung, 
wird von der Verfasserin sehr geschickt dargestellt. Kapitel 
XVn, von Waller verfafst, wendet sich der lyrik zu. Nach 
den 'Proverbs of Hendyng' folgt 'Dame Siriz', die fabel vom 
'Fachs und Wolf, 'the Land of Cockagne' und ähnliches. Von 
politischen gedicbten wird noch das spottlied auf den 'Kyng 
of Alemaigne' (Richard von Cornwall), das auf den 'Bruch 
des Magna Carta', auf 'Eduards Ü. Mirsregiening' und andere 
besprochen. Eine betrachtung der änderung, die durch die 
Verwüstungen, die der schwarze tod in England, wie in ganz 
Europa hervorrief, beschliefst die Uteraturgeschichte des ersten 
bandes. 

Die drei letzten abschnitte enthalten: Kap, XVIII 
'The Prosody of Old and Middle English' vom bekannten 
literaturhistorikerSaintsbury geschrieben. Kap. XLX ist ganz 
der grammatik gewidmet vonBradley: 'Changea in theLanguage 
to the Days of Ghaucer'. Wenn beide kapitel auch ziemlich 
kurz gehalten sind, so geben sie uns, besonders kap. XIX, 
doch einen guten überblick über das thema, was sie sich ge- 
stellt. Kap. XX 'The Anglo-French Law Language' hätten 
wir ausführlicher gewünscht, doch da es von einem verstor- 
benen gelehrten stammt, ist es an manchen stellen offenbar 
nicht ganz zu ende geführt worden. 

Vom 'Appendix to Chapter VII' war schon oben die rede. 
Eine 'Bibliographie' zu den einzelnen kapiteln, eine 'Table 
of Dates (vom 4. jahrh. bis 1384)' und ein ausführliches 'In- 
haltsverzeichnis' beschlielst den band. Der nächste soll das 
mittelalter beenden. Darin werden also neben den Visionen 
über Piers the Plowman die älteren veformatoren , Wicliff, 

AsBlli. Balblitt XIX. 24 



^ 



^^F S?0 t. SPRACHE V. LITEBATTR. 

^H Hereford und Purvey zu behandeln, sowie die hauptdicliter 

^H Gower und Chaucer und ihre nächsten nachfolger darzustellen 

^1 sein. Als bearbeiter ist hier Saintsbury bestimmt. Der erste 

^H englische drucker Caxton mit seinen Übersetzungen und be- 

^V arbeitungen wird hier anzuschliersen sein. — Wir hoffen, dafs 

H das grofsartig angelegte buch ohne längere Unterbrechung 

^fe fortgesetzt und in nicht allzulanger zeit seinem ende zuge- 

^H fahrt wird. 
^H Leipzig, September. Kichard Willker. 

H J, Schipper. Beiträge und Studien zur Englisciien Kultur- und LHe- 

H raturgeschichte. \\ieu und Leipzig, Verlag ( -. W. Stern. 1908. 

^1 Die letzte gelegenheit, bei der Schippers name auf dem 

H büchermarkt genannt wurde, war als im jähre 1902 die 'Bei- 

^K träge zur Neueren Philologie, Jakob Schipper zum 19. Juli 1902 

^M dargebracht' erschienen. Diese festschrift war dem verehrten 

^M lehrer von einer anzahl seiner schüler zu seinem GO. geburtstag 

^H dargebracht worden. Wir erkennen aus dem Verzeichnis der 

^H daran beteiligten, eine wie bedeutende tätigkelt Schippei' als 

^H akademischer lehrer in den 31 jähren seines aufenthaltes in 

^P Wien entfaltet hat, eine reihe von namen, die auf dem gebiete 

^T der englisciien philoiogie wohlbekannt sind, finden sich hier. Wir 

H nennen auTser Luick, der nun iu znkunft neben seinem lehrer in 

H Wien wirken wii-d, Arnold Schroer in Cöln, Emil SofE6 in Brunn, 

H John Koch in Berlin, Kudolf Fischer in Innsbruck, Leon Kellner 

^ iu Czernowitz, in Wien: Alex, von Weilen, Rudolf ßrotanek iLa. 

Von gelehrten damen sei Helene Eichter erwähnt, Den schlufs 
der festschrift bildet eine ftbersicht der tätigkeit des vom 
Jubilar ins leben gerufenen 'Wiener Neuphilologischen Vereins' 
(1894 gegründet) und 'Veizeichnis der vortragenden und ihrer 
Publikationen'. Hierin selien wir, dafs Schipper, wohl gleich 
nach gründang des Vereins 1894 einen Vortrag hielt über die 
sehr interessante dichtung;: 'Tlie Freii-is of Berwick'. der in 
der Zeitschrift 'Aus fremden Zungen' 1896 in seinen wichtig- 
sten teilen abgedruckt wurde. Dort aber ist er seitdem ver- 
gessen worden und in keinem der neueren werke über Chaucer 
finden sich andeutungen über dieses gedieht. Um so dank- I 

E barer müssen wir Schipper sein, dafs er jetzt in den 'Beiträgen' 1 

t diesen aufsatz wieder abdruckt Denn "The Freiris of Berwick' M 

L ^^ 



I, 9PKACI1B U. LITBUÄTUIt. 



371 



haben mehr von (.'liancers art nnd hiimor an sich als die dicb- 
tuugen von Hoccleve und Lydgate. Allerdings erinnern sie 
an die derben gesehichten des dichters, wie die des müllei'S 
oder die des Verwalters, denen sie auch im äufseren umfang 
nahe stehen. Über den Verfasser der 'Freiris' ist allerdings 
auch Schipper nicht gelungen, etwas bestimmtes festzustellen. 
Ein anderer Vortrag von Schipper handelte über die dichtung 
von Charles Wolfe 'The Burial of Sir John Moore'. Er ver- 
gleicht hier drei gedichte dreier Völker miteinander, die alle 
drei zu nationalliedern wurden: die Marseillaise, die Wacht 
am Rhein und das Begräbnis des General Moore. Während 
aber das deutsche und das französische lied der liauptsang füi' 
bedeutende kriege wurde, bezieht sieli das englische nur auf 
ein bestimmtes ereignis im spaniHch-englischen krieg, das uns 
eine sehr ruhmvolle tat der Engländer vorführt, aber keine, 
die etwa dem kriege eine ganz neue Wendung gab. Als ge- 
dieht ist 'das Begräbnis des Sir Moore' aber zweifellos unter 
die ersten englischen lieder zu stellen. Wir wissen, wie ent- 
zückt Lord Byron davon war. Schipper gibt auch eine Über- 
setzung des englischen teites, die er selbst angefertigt hat. 
Vergleichen wir sie mit andern deutsehen Übertragungen, z. b. 
mit der von Barthel, so sehen wir wieder, wie anlserovdentlich 
schwierig es ist, ein einfaches lied in eine fremde spräche zu 
übersetzen. Wälii-end bei andern gelegenheiteu sich Schipper 
als sehr gewandter Übersetzer erwiesen hat, können wir dies 
von der vorliegenden Übertragung gerade nicht behaupten. 
Besonders gilt dies gerade vom letzten vers, in dem das ganze 
gedieht gipfelt: 

Wir senkten ihn langsam und traurig hinab 

Von des blutigen siegesfeld knime. 

Wir liefsen nicht inschiift noch stein auf dem grab — 

Nur allein ihn mit seinem rühme! 

Bedeutend sind die beiden literarhistorischen stücke: 'Gedenk- 
rede auf Robert Bums' und 'Lord Byron und die Frauen'. 
Die rede auf Burns wurde in einer festsltzung der kaiserlichen 

Akademie der Wissenschaften in Wien zum 100jährigen todes- 
tag des schottischen dichters gehalten (1896), Kaum ein noch 
lebender gelehrter hat sich in die dichtung Schottlands von 
den alten zeiten bis zu unsern tagen so vertieft als Schipper 



572 I. SPRACHE ü. LITEHATÜH. 

und so hätte auch kein passenderer redner als er zu dieser 
gedenkfeier gewälilt werden können. Wir danken dem rer- 
fasser, dals er diese rede durch neuabdruck leicht zugänglich 
gemacht hat! Der aufsatz über 'Lord Byron' wird hier zum 
ersten male veröffentlicht, obgleich er noch im alten Jahr- 
hundert im wesentlichen niedergeschrieben wurde. Es wird 
vom verf, hier besonders hervorgehoben, wie die fran auf die 
dichtnng Byrons einwirkte. Damit wljd ein überblick der 
ganzen entwicklung des dichters gegeben, und wir dürfen 
Schipper zustimmen, wenn er am schliisse sagt: "Waren es 
die unedleren beziehungen Byrons zur frauenweit gewesen, 
welche seiner laufbahn mehr als einmal eine freilich mehr 
für sein lebensglück als für seinen dicht«rruhm verhängnis- 
volle Wendung gegeben hatten, so trugen doch die reineren 
empfindnngen seines herzens, die unzertrennlichen bände, die 
ihn an weib und kind fesselten, wesentlich dazu bei, dem aus- 
gang seines lebens einen idealen aufschwung zu geben, ihm 
ein ende zu bereiten, welches ein würdiges war für den 
gröfsten englischen dichter der neuzeit." Der literarhistorische 
teil wird noch ausgefüllt durch vier aufsätze, die sich auf 
Shakespeare beziehen. Voran stehen 'Nene Beiträge zur 
Shakespeare-Baeon Hypothese'. Schippei-s Standpunkt in dieser 
frage ist hinlänglich bekannt. Zwei selbständige Schriften 
gingen voraus : 'Zur Kritik der Shakespeare-Baeon Frage. Von 
Schipper. Wien 1889' und 'Der Bacon- Bazillus. Von Schipper, 
Wien und Leipzig 189(3'. Die erste schrift wendet sich gegen 
des grafen Vitzthum von P^ckstädts 'Shakespeare und Shak- 
Bpere' (1888) und 'The Great Cryptogram' von Ignatins Don- 
nelly (1888). Beide schriiten, soviel aufsehen sie seiner zeit 
machten, sind jetzt so gut wie vergessen. Der 'Baeon-BacUIns' 
ist vorzugsweise gegen Edwin Bormanns 'Shakespeare- Ge- 
heimnis' geschrieben. Auch dieses buch bedarf jetzt keiner 
ernstlichen wiederlegung mehr. Da aber nach 1888 dieser 
literarische streit sich noch immer nicht beruhigte, sondern 
noch eine menge von Schriften gegen Shakespeares aator- 
schaft erschien (Cantor, Owen, Mrs. Gallup, Wigston, Roe, 
Edwards u.a. seien hier erwähnt), so hat sich Schipper von 
B. 157 — 183 die wenig dankbare mühe gemacht, auch diese 
Schriften zu widerlegen. Daran schliefst sich an: 'Neue Anti- 
Shakespeare-Literatur' gegen 'Peter Alvor, das neue Shake- 



I. 8PBACHE ü. LITEHATÜH. 373 

speare-Eyangeliuin' (1907) und 'Karl Bleibtieu, Der wahre 
Shakespeare' (1907) gerichtet. Weit mehr als diese jetzt sehr 
in den hintergruiid getretenen schviften, Bericht uns Schippers 
aufsatz an 'Die Schlegel-Tiecksche Shakespeare-Übersetzung 
in der revidierten Neuausgabe Herman Conrads'. Nach den 
sehr erregten Verhandlungen, die diese bearbeitung in der 
letzten Jahresversammlung der deutschen Shakespeare-Gesell- 
schaft hervorrief, ist es i'on groXsem inter&sse zu wissen, 
welche Stellung ein so guter kenner des groCseu diehters, wie 
es Schipper ist, in dieser frage einnimmt. Vor allem hebt 
er mit vollem recht hervor, dafs es ein falscher Standpunkt 
sei, wenn noch immer deutsche gelehrte 'das berühmte iiber- 
setzungswerk (von Schiegel-Tieck) wie eine originaldichtnog, 
die doch eine libersetzuug niemals sein kann, vor jedem 
fi'emden eingriffe' bewahrt wissen wollten. Schipper ist also 
für eine revision, und jeder Sachkenner, dessen mteil niclit 
selbstische gründe trüben, wird zugeben müssen, dafs, seit- 
dem Schlegel und Tieck lebten, wir im ver&tÄndnis des Eng- 
länders ein bedeutendes stück vorgeschritten sind, und dafs 
bei dieser Sachlage, die auch für die Zukunft gilt, man 
voraussichtlich stets in gewissen Zwischenräumen auch die 
besten Übertragungen revidieren und nach den neuesten er- 
gebnissen der textforachung unaändern mufs. Dies sah auch 
seinerzeit Öchelhäuser ein und liels am ende seines lebens 
seine weitverbreitete Übersetzung durch prof. Hermann Conrad 
gründlich durchsehen. Schipper gibt s. 209 das urteil ab, 
dem wir gerne beistimmen, dafs Conrad 'in der regel seine 
revision der Schlegel -Tieckachen Übersetzung mit richtigem 
Verständnis und glücklichem takt durchgeführt und viele 
mifsverständnisse , Stil- und sprachwidrigkeiten derselben be- 
seitigt hat'. Dafs bei dem ersten erscheinen der revision 
nicht sofort alle fehler getilgt werden können (manche stellen 
spotten ja bis heute noch der erklärung der gründlichsten 
Shakespeare -gelehrten!), dafs sich auch bei Conrad noch 
manche fehler , mifsverständnisse und Unebenheiten finden, 
liegt auf der hand! Jedenfalls aber zeigt Schipper, dafs 
Conrads bearbeitnng einen bedeutenden fortschritt gegen die 
von Öchelhäuser kennzeichnet, neue auflagen werden noch 
manches bei Conrad bessern. Der antrag, der 1907 wunder- 
barer weise von dem voi-stand der deutschen Shakespeare- 



874 I. SPRACHE U. LITERATUR. 

Gesellschaft auf Veranlassung ihres Vorsitzenden gestellt wurde, 
die alte Öchelhäusersche ausgäbe wieder aufleben zu lassen, 
würde entschieden einen rückschritt bezeichnen. Es wurde 
davon glücklicherweise aus andern naheliegenden gründen ja 
auch abgesehen! 

Der letzte Shakespeare-aufsatz von Schipper handelt von 
der neuen in England erschienenen biographie des dichters 
von Walter Raleigh, die 1907 in den ^English Men of Letters' 
erschien. Dieses werk wird seiner guten Charakterisierung, 
seiner knappen und doch so Inhalt vollen darstellung, seines 
selbständigen urteils wegen mit vollem recht sehr gelobt. 

Die andere abteilung von Schippers buch wird * Kultur- 
historisches' überschrieben (s. 1 — 128). Der erste aufsatz ist 
* Kulturzustände der Angelsachsen' genannt. Hier werden 
uns nach des Verfassers bekannter lebhafter art, die lebens- 
verhältnisse der Angelsachsen in den verschiedenen kultur- 
epochen geschildert. Von ganz besonderem Interesse ist die 
Schilderung des lebens der frauen darin, wobei manche bis- 
herige falsche ansieht von dem gründlichen kenner der angel- 
sächsischen literatur, auf reiches material gestützt, wider- 
legt wird. 

Die folgenden fünf aufsätze beschäftigen sich mit den 
Universitäten Grof sbritanniens : Oxford, Cambridge, Edinburgh, 
Dublin und Aberdeen. Sie knüpfen meist an hundertjährige 
Jubiläen dieser ehrwürdigen anstalteu an und entwickeln deren 
geschichte. Bei den Jubiläen von Edinburgh, Aberdeen und 
Dublin war Schipper selbst als Vertreter Österreichs anwesend. 
Wer einen genauen einblick in die entwicklung und das leben 
der grofsbritanischen hochschulen gewinnen will, der lese diese 
inhaltsvollen aufsätze, für deren abdruck wir dem bedeutenden 
hochschuUehrer sehr dankbar sein müssen. So verschieden 
der Inhalt der 15 abhandlungen sind, überall finden wir den 
Verfasser trefflich unterrichtet und daher ist das' buch eines 
der belehrendsten, das seit vielen jähren auf dem gebiete der 
englischen philologie erschienen ist. 

Leipzig. Richard Wülker. 



. SFBACHIi: ü. LITERATUR. 



375 



I 



Eduard Eckhardt, Die lustige Person im älteren englischen Drama 

(bis 1642). Berlin, Mayer Ä Müller 1902. pp. XXXII 4- 478. 

A. u. d. T.: Palaestra. Untersuchnngen und Texte 

aus der detitsclien und englischen Philulogie, ed. 

Alois Brandl und Erich Schmidt. XVII. Pr. M. 15. 

Wenn aucli etwas post feslum, glaubt referent doch noch 

bezüglich des vorliegenden buclies seiner pflicht als bericht- 

erstatter in diesen blättern genügen zu müssen, um so mehr, 

als es ihm seheinen möchte, als ob es von der kritik zu 

wenig gewürdigt worden sei. Freilich mag man bei der be- 

handluug eines gegenständes wie des, der den Inhalt des 

starken bandes bildet, verschiedener anschauung sein und plan 

und eiurichtung des Verfassers nicht immer billigen: jedenfalls 

hat er seinen stofE nacli allen selten erschöpfend behandelt, 

and es wird für das ältere englische drama immei' eine fand- 

grnbe interessanter details sein. 

Natürlich beschränken wir uns bei unserer vei-späteten 
anzeige des Werkes nur auf einzelne bemerkungen. Das be- 
handelte thenia war ein problem. dem schon lange zu leibe 
gegangen werden sollte, wozu auch von verschiedenen Seiten 
die anregung gegeben wurde: e.s galt, gleichsam eine ge- 
schichte und ästhetik der lustigen person aufzustellen und 
damit zu der geschichte des geschmackes nnd der ästlietischen 
anschauungen beizutragen, Eckhardt ging von Grafs diss.: 
„Der miles gloriosous im engl. Drama" (1891) aus und niufste 
sich auch mit der arbeit des Engländers Cushman: "The 
Devil and the Vice in the EngUsh Dramatie Literature before 
Shakespeare" (1900) auseinandersetzen, die erschien, als seine 
eigene bearbeitnng dieser partien vollendet war, und die er 
nun berichtigen und ergänzen konnte. Betreffs der reich- 
haltigen bibliographie sei nebenbei erwähnt, dafs von Ward's 
bekanntem werke über das englische drama die neue aufläge 
zu zitieren war; ebenso vermiTsteu wir in dem „Verzeichnis 
der in betracht kommenden dramen" bei Chettle - Dekker's 
"Patient Grisel" die kritische neuausgabe von Hübsch (1893) 
in den „Erlanger Beiträgen"; ob bei "The Spanish Tragedy" 
der Verfasser Schicks kritische ausgäbe von 1901 noch be- 
nützen konnte, bleibe dahingestellt, jedenfalls aber war dessen 



376 I. SPRACHE U. LITERATUB. 

Temple - Edition von 1898 nnd Boas anzuführen; bei "The 
Valiant Welshman" konnte er den neudruck von Kreb (1902) 
in den „Münchener Beiträgen" wohl nicht mehr benützen. 
Übrigens ist die summe von fleifs und arbeit zu betonen, die 
in dem Studium dieser circa 255 dramen steckt. Bei den 
ausführungen der einleitung, die möglichst scharf zu ent- 
wickeln und zu definieren suchen, möchte man manchmal der 
ansieht sein, als ob es doch nicht gelänge, die grenzlinien 
sicher zu ziehen, so die zwischen „Charakter" und „lustiger 
person", da die „innere Situation", spälse und dergl. durch 
den Charakter bedingt sind, sodals man kaum behaupten kann, 
dafs der Charakter nebensache ist 

Überhaupt möchten wir fragen, ob es bei derartigen 
Untersuchungen, statt von der theorie auszugehen, statt der 
vielen ästhetik über komik und anderes, es nicht dankbarer 
wäre, eine historische definition zu geben, d.h. hier vom 
ältesten lustspiel, von Italien, Frankreich usw., kurz von dem 
gegebenen auszugehen, und dann zu abstrahieren. Die ent- 
wicklung von Fool und Clown aus Devil und Vice in den 
Misteries, Miracles und den anfangen des dramas ist syste- 
matisch durchgeführt und bietet dem literarhistoriker viel 
des neuen und anregenden. Die Weiterentwicklung im eigent- 
lichen drama wird allerdings nur andeutend verfolgt Gut 
sind die abschliefsenden überblicke über die einzelnen figuren 
in ihrer entwicklung; Streiflichter über die auffassung der- 
selben in der romanischen literatur fehlen nicht; gelegent- 
liche Widersprüche in den datierungen, so die Brandls p. 121 
und 133, werden berichtigt, andere auffassungen (cf. zu Brandls 
auffassung p. 77) werden mit gründen bekämpft. Am Schlüsse 
wird kurz auf den "clown" im späteren drama nach 1642 
hingewiesen und erklärung und nach weis der clown-namen 
versucht Ein sorgfältig zusammengestelltes register beschliefst 
den stattlichen band. 

Nürnberg. Richard Ackermann. 



I. BPBACHB D. LITEBATDB. 377 

Otto Fest, über Surrey'9 Virgilübersef zung , nebst Neuausgabe 
des vierten Buches nacli Tottel's Originaldruck und 
der bisher ungedruckten Hs. Hargrave 205 (BritMus.). 
Berlin, Mayer & Müller, pp. IX + 128. 8". 

A. u. d. T.: Palaestra. Untersuchungen n. Texte a. d. 
deutschen und englischen Philologie. SXXIV. Pr, 
M. 3,60. 
Diese Studie über das erste denkmal englischen blank- 
verses, die Übersetzung des n. und IV. buches der Aeneis von 
Howard, gi'af Surrey (1557), aus einer seminararbeit bei Alois 
Brandl hervorgegangen, ist in ihren drei ersten teilen schon 
(1903) als diss. gedruckt worden und war anfangs nur als 
Stilistik der dichtung beabsichtigt, wurde aber dann durch 
die Untersuchung über entstebung und Vorbilder erweitert 
und sogar auf die nachwirkung der Aeneis in der eng- 
lischen poesie ausgedehnt So ist auch die stilfrage am ein- 
gehendsten bearbeitet, die interessante frage der Vorbilder 
aber nicht vernachlässigt, bei denen naturgemäfs am meisten 
die schottische Übersetzung von Douglas (1553) gegenüber 
den italienischen und französischen vor jener zeit in frage 
kommt. Die einwirkung von Surrey's Übersetzung ist am 
meisten auf den "Mirror for Magistrates" bemerkbar, seine 
neue rhetorik lälst sich bei Spenser und selbst noch bei 
Miltou verfolgen; in der tragödie beinÖuTst sie am meisten 
Gorboduc, später auch den Stil der "Spanish Tragedy", Mar- 
lowe und sogar den juugeu Shakespeare. Betreffs der neuen 
versforni nimmt Fest gegenüber Fehse-Schi'ßer-Nott an, dafs 
Surrey von den "heroic couplets" der sonette auf den blank- 
verse gekommen sei, selbstverständlich unter dem eindruck 
der Italiener, die in versi sciolti schrieben (Trissino-Ariosto- 
Rucellai-AIamanni), zu denen auch die in diesem versmafse 
verfaCsten italienischen Virgilübersetzungen gehören. Betreffs 
der Überlieferung im 19. jahrh. ist aulser dem neudruck des 
Eoxburghe Club von 1814 und den "\\'orks of Surrey and 
Wyatt" ed. Nott von 1815 nur die Aldiue Edition, letzte 
ausgäbe 1897, vorhanden, sodaXs die beigefügte kritische aus- 
gäbe des IV. buches dankenswert ist. So hat denn die arbeit 
auch von anderen gesichtspunkten aus in Jos. Delcourts be- 




S78 I. SPRACHE ü. LITERATUB. 

Bprechang (Engl. Stiid. 35, M., p. 296— 301) die gebührende 
anerkennung gefunden. 

Nürnberg. Richard Ackermann. 

John Milton, The Poetical Works. Edited with CriticAl Notes by 
William A. Wright, M. A. Cambridge , The University Press. 
1903. pp. XXIV + 607. 8". Price 5/— net. 
Wenn auch leider etwas verspätet, bringen wir noch in 
diesen blättern die anzeige dieser vortiefflichen, billigen und 
doch gut ausgestatteten kritischen ausgäbe, die sich schou 
einige jähre des beifalles der fachleute erfreut. Neben den 
grofsen ausgaben von Slitford (1832), Keightly (1839) und 
Massen (1874) Ist sie weg:en ihres geringen preise« besonders 
geeignet, von den studierenden und zu Universitätszwecken 
benützt zu werden, da sie in den sorgfältigen kritischen not«n 
alle wichtigen lesarteu bietet. Neben den fiülieren ausgaben 
berücksichtigte der herausgeber besonders die niss. des Trinity 
College in Cambridge, an dem er als Vice-Master wirkt. Nur 
in drei fällen weicht er von dem gedruckten text ab und folgt 
der autorität Miltons selbst: Lycidas, v. 10: "he well knew" 
für "he knew"; Sonnet Xm, 9 lieft er "lend" für "send"; 
Sonnet XXIV, 12 "in glorious themes" für "on glorious themes". 
In der längeren vorrede bringt \\>ight interessante biblio- 
graphische details, daten über einzelne gedichte und ausgaben, 
besonders über diejenigen des Paradise Lost, das in der editio 
princeps (1667) noch zehn bücher hatte, von der zweiten (1674) 
an aber zwölf bekam durch teilung von buch VII und buch X 
Mit Kichard Bentley (ausgäbe des Paradise Lost 1732) geht er 
scharf ins gericht wegen seiner ausraerzungen der stellen, die 
er für Interpolationen eines herausgebers hält, und gibt nur 
solche seiner emendationen an, die nicht ganz unmöglich sind. 
Nürnberg. Itichard Ackermann. 

G. Gregory Smith, M. A., Specimens of Middle Scots. With In- 

Iroduct'on, Nolcs, and a ülossary. W. Blackwood & Sons, 

Edinburgh & London, 1902. pp. LXXIV + 374. 8". Price 

7/6 net. 

Auch die vorliegende anthologie des bekannten protessors 

für englische literatur ain Queen's College in Belfast und 



L BPKACHE ü. LITEBATDS. 



379 



heransgebers der "Pubücations of the Scotüsh Text Society" 
hat fast ungeteilten beifall in fachkreisen gefonden, wie z. b, 
aus Geo. Neilsons sehr anerkennenden anzeige in Engl. Stud. 
bd. 35, 112 ff. hervorgeht. In dem buch beabsichtigt der heraus- 
geber den .Studenten zunächst einige typische texte zu geben, 
dann eine allgemeine einführung in den gegenständ, und so in 
die systematische behandlung der spräche während der perlode 
ihrer gröCsten berühmtheit einzuführen. Die texte sind alle 
mit deu originalen verglichen, der bibliographische beriebt über 
die ältesten mss.- Sammlungen dient den zwecken spezieller 
Interessenten. Die "Specimeiis of Middle Scots", unter denen 
Smith die literär-sprache in Schottland von der 2. hälfte des 
15. Jahrhunderts bis zu den ersten dekaden des 17. versteht, 
gibt er nach den nis.-sammlungen, den drucken Chepman's und 
Myllar'a von 1508 und nach den einzel-mss. und Wiegendrucken ; 
angefügt sind im anhang einige "Early Transilion Texts", 
darunter aus "The Bruce" (1480). Die verfassernamen be- 
ginnen mit Henryson, Dunbar und Douglas und schlierseu mit 
Sir David Lyndsay, Knox, Buchanan und King James VI. Die 
eiuleitung enthält nicht nur in gedrängter kürze die grammatik 
der betr. periode mit lautlehre, formenlehre, syntax und wort- 
bildungslehre, und die hanpt-charakteristiken der spräche, son- 
dern aucli einen überblick über ihre beziehungen und die 
äuTseren einflüsse auf dieselbe, der besonders über franzö- 
sische einwirknng interessante aufschlüsse gewährt, 
Nürnberg. Richard Ackermann. 



Reed, The Influence of Solomon Cessner upon English LIterature. 

Philadelphia, Amtricaua Gei'nianica Press, 1905. 

A. u. d. T,: Americana Germanica. New Series. Monoyraplts 

ditvoicd to the Comparativc Stttdy of the lAterary, Linguistic 

and other CuUural Relations of Germany and America. Editor 

Marlon Dextor Learned. 

Salomon Gessner ist heute ein vergessener. Die grofse 

masse der gebildeten kennt kaum mehr als seinen namen; 

allenfalls noch den titel einer seiner dichtungen. Gelesen wird 

er nicht mehr. So verhüllt die Vergessenheit das andenken 



380 L SPRACHE U. LITEBATUB. 

eines mannes, der zu seinen lebzeiten sich eines weitrufe er- 
freute. Welchen einflufs übte er nicht auf Frankreich aus! 
Das erste deutsche werk, das in Nord-Amerika bekannt 
wurde, ist der 1762 erschienene abdruck einer englischen Über- 
setzung von Abels tod, die sehr oft wieder aufgelegt wurde 
und weiteste Verbreitung fand. Nicht minder bedeutsam war 
Gessners einflufs auf England. Schon 1760 bringt die Critical 
Review eine Würdigung der französischen Übersetzung von 
Abels tod durch Huber und der letzte artikel über ihn er- 
scheint, so weit ich sehen kann, im jähre 1895. Die zeit vor 
dem einsetzen der romantischen bewegung beschäftigt sich 
natürlich am häufigsten mit ihm. Auch an klassischen zeugen 
fehlt es nicht. Walter Scott las als kleiner junge Abels tod 
mit seiner mutter ^) in englischer Übertragung, und als er unter 
dr. Willichs anleitung Deutsch lernte, wurde der deutsche text 
desselben Werkes dem unterrichte zugrunde gelegt^) Noch 
heute steht in Abbotsford auf dem zweiten brett des arbeits- 
zimmers neben der bibliothek bei Klopstocks Messias " Gesner's 
Death of Abel, translated from the German by Mrs. Colyer", 
und zwar ist es die fünfte, 1763 in London erschienene aus- 
gäbe.*) Lord Byron bekennt: *^Ahel was one of the first 
booJcs my German niaster read to me", und wie nachhaltig 
Gessner auf den reifen dichter eingewirkt hat, ist bekannt. 
Und das sind nicht die einzigen grofsen zeugen. 

Wer sich eine genaue Vorstellung von Gessners einflufs 
auf England machen will, der greife zu Eeeds buch. Die 
Verfasserin, von der 1761 von Mrs. Colyer besorgten englischen 
Übersetzung von Abels tod ausgehend , trägt ein reiches , z. t 
uns Deutschen schwer zugängliches material mit grofsem 
fleifs zusammen. Nach einer kurzen einleitung (s. 1 — 10) stellt 
sie im ersten hauptteil: "English Criticism upon Gessner" 
(s. 11—50) die urteile über den dichter zusammen, wobei nicht 
eben ersichtlich Lst, nach welchen gesichtspunkten das ge- 



*) Vol. 10; p.47if. 

«) Vgl. Lockhart, Memoire of Sir Walter Scott, London 1900, Vol. I ; 20. 
8) Lockhart, I, 47. 

*) Vgl. auch Catalogue of the Library of Abbotsford. Edinbnrg 1838. 
S. 292. 



I. SPKACHE r. LITERATÜK. 

scliieht. Hiernach folgt in recht gründlichen und ansprechenden 
ausführungen Gessners Verhältnis zii William Cowpei- (t. II, 
s. 51—62), zu Samuel Taylor Coleridge (II, 63-87), zu Words- 
worth fllL 88— 9G und Lord Byron (IV, 97—107). Eine kurze 
'conclusion', in der auch die beeinfliissung Tennysons durch 
Gessner angedeutet wird, bildet den abachluTs der verdienst- 
lichen arbeit. Der lianptwert liegt in der herbeischaffung des 
materials, auf grund dessen Gessners einflufs auf England 
richtig eingeschätzt werden kann. Der umsieht und belesen- 
heit der Verfasserin gebührt volles lob. Über Wordsworth's 
keuntnis von Gessner z. b. weifs sie mehr zu sagen als Liene- 
mann in seinem eben erschienenen buche "Die Belesenheit 
von William Wordsworth" (Berlin 1908, vgl. s. 229). 

Möge diese kurze anzeige, die ich für einen ungetreuen 
rezensenten übernommen habe ( — es liegt mir daran, dafs das 
buch in der Anglia nicht unerwähnt bleibt — ) der Verfasserin 
neue leser zuführen. Aber auch die ganze Sammlung, in der 
ihr buch verü ff entlicht ist, verdient bei uns Verbreitung; denn 
die drei früher erschienenen monographien behandeln folgende 
Stoffe: 1. Translations of German Poetry in American Maga- 
zines 1741 — 1810 (by Edward Ziegler); 2. The Harmony 
Society. A Chapter on German American Culture History (by 
J. A. Hole ; 3. Friedrich Schiller in America (by E. C. Parry). 

Frankfurt a/M. Max Friedrich Mann. 



Adolf Herrmann: Colley Cibber's Tragicomedy "Ximena, or the 
Heroic Daughter" und ihr Verhältnis zu Corneilles "Cid". Diss. 
Kiel 1908. 116 S. 
Colley Cibber hat dem erstl ingsdruck oben genannten 
dramas (1719) eine 16 selten lange vorrede vorausgeschickt, 
in welcher er Corneilles Cid als seine quelle angibt und über 
seine abweiclumgen von derselben rechenscbaft ablegt. Für 
eine philologisch -historische arbeit, die sich mit dem quellen- 
nachweis und der feststellung der abweicbungen zu be- 
Bchäftigen hätte, ist somit kaum mehr hinreichender stoff ge- 
geblieben. Der Verfasser wendet sich deshalb der esthetischen 
betrachtnngsweise zn, indem er, wohl Am Heinricli Bulthaaptfi 




382 I. SPRACHE Ü. LITBRATÜB. 

trefflicher schule hervorgegangen, die dramaturgischen bemer- 
kungen Cibbers und seine änderungen auf ihre berechtigung 
untersucht. Diese kritik Herrmanns an Cibber nochmals 
kritisch zu beleuchten, ist wohl hier nicht die rechte stelle. 
Auch fordert dieselbe wenig oder keinen Widerspruch heraus. 
Durch die kapitel: „Der Cid in der Literatur", „Cibbers 
Leben und literarische Bedeutung", „Quellen", „Sprachliches 
und Metrisches" bringt der Verfasser an wissenschaftlichem 
beiwerk wohl alles, was aus dem thema herauszuholen war. 

Ansbach, im November 1908. F. Kratz. 



Neuschott, breers. 

Dieses wort ist weder im NED. noch bei Wright DD. 
belegt; es findet sich in dem vortrefflichen buche William 
Watson's: Glimpses of Auld Lang Syne, University Press, 
Aberdeen 1905, das sich dem wohlbekannten roman W. 
Alexander's: Johnny Gibb of Gushetneuk Edinburgh 1871 etc., 
1902, würdig an die seite stellt. Das wort ist sehr selten, und 
gehört dem dialekt an, den Ellis als D 39, Wright als ne. Sc. 
anführt. 

breers [brirz] bedeutet "brows of the eye"; es geht auf 
nordh. bre^, ae. brea^ (cf. Bülbring, Ae. Elementb. § 200) zu- 
rück. Dieses ergibt — allerdings nur unter gewissen, hier 
nicht näher zu erörternden Verhältnissen — me. bre, wie die 
entwicklung von ee "eye", dee "die", lee "lie" sb., dree "suffer", 
ae. dre(o)ga(n) (in den bailaden besonders häufig) deutlich 
macht bree in der bedeutung "brow of the eye" ist heute 
noch im nördl. England wie in Schottland durchaus gebräuch- 
lich ; cf. NED. s. V. bree sb. i. 

Das r von breers stammt offenbar aus dem Skandinavischen; 
während 6rff, die einzahl sich zu der bedeutung " brow of a hill, 
steep bank, slope" entwickelte, das sich in dem mod. brae [bre] 
wiederspiegelt, blieb dem plural brär die ursprüngliche be- 
deutung, wie ja natürlich ist, da die augenbrauen stets in der 
zweizahl auftreten. Der ungewöhnliche plural, den wir als 
mschott. *brar anzusetzen haben, mufste auffällig erscheinen: 
man verstand die funktion des r nicht, und fügte nunmehr 



I. SPRACHE V. LITBBATUR. 38d 

\ das gewohnte plura!-s [z] an. Mit *brars (_*brairs) wurde dann 
I irees kontaminiert — das ergebnia ist das heutige breers. 

Folgende belege mögen uoch angeführt werden. Gregor, 
' Dial. of Banffshire, With a Glossar^- of Words, etc. Transact. 
Philol. Soc. 186G , verzeichnet ein auffälliges breeirs, n(omen) 
"the eye-lash" {!), dessen existenz nicht mehr festgestellt 
werden konnte. Sicher jedoch ist, dafs breer auch ohne plural-s 
in der bedeutung "eye-brows" gebraucht worden ist — wo 
und wann war leider meinem korrespondenten nicht mehr 
erinnerlich. 

Ein weiteres beispiel für erhaltung des flexivischen r — 

allerdings mit anderer funktion — gibt Flom, Scand. Influence 

on Southern Lowland Scotch etc., Diss. Columbia Univei-sity; 

I New- York 1900, p. 32: caller "cool", skand. kaldr. Hiernach 

[ w&re der betreffende artikel des NED. zu berichtigen. 

Essen an der Ruhr, im April 1908. 

Heinrich Mutschmann. 



Nordengl. browat [brüst], "a brewiDg'% 
Im NED. wird dieses wort, wenigstens was das "sufflx" 
st betriitt, unerklärt gelassen. Es ist nördlichen ui-sprungs, 
und weist auf älteres *b)Usl, mit ae., undiphthongiertem ü 
zurück; das DD. verzeichnet sein, vorkommen in Sc, Nhb., 
Yks. Die Schreibung brewsi ist eine moderne entstellung; 
I cf. NED. s. V. 

Ich möchte das wort als "back-formation" von nordengl. 

I browster [brOstsr] ansehen; nach dem muster von hatler — hat; 

ghver — glove, und zahlreichen anderen konnte man auch zu 

me. *bräster ein *brast bilden, indem das häufigere -er, statt -sler 

als bildendes su£fiz anfgefafst wiu-de: der glorer stellt den 

Ihandschuh, glove, her, der browster also das gebräu, brotcst. 
browster kommt schon im jähre 1400 vor, NED. s. v.; 
bildungen wie halter (1389), ghver (1400), girdilkr (1400) 
waren damals auch schon geläu%. Bemerkenswert ist, dals 
B brou'st zum ersten male (1500) in gemeinscbaft mit broivsier 

j^K auftritt; NED. s. v. 

^^H browster, mit [n], bereitet allerdings einige Schwierigkeit, 

^^^P da es sich nicht auf ae. hreou'a{n) zurückführen lälst, wie das 
^^^H sfld- und zentralengl. brewster. Vielleicht hat im Nordhumbr, 



384 n. MrrTEILTTNGEN. 

eine nebenform *brnica(n) bestanden (cf. Sievers, Ags. Gram. * 
§ 385) , die mit dem mhd. brüwen (neben briuwen) identisch 
wäre. Das suffix -ster wurde schon in ae. zeit angewandt, 
um männliche nomina agentium zu bilden ; s. Klump, Ae. Hand- 
werkernamen ; Anglist. Forsch. 24 ; p. 58 f. 
Bitburg (Eifel), September 1908. 

Heinrich Mutschmann. 



n. MITTEILUNGEN. 

Johannes Güte, Die produktiven Suffixe der persönlichen Konkreta 
im Mittelenglischen. Strafsburger Diss. 1908. 

Der verf. fafst die ergebnisse semer sorgsamen nntersnchnng folgender- 
mafsen zusammen: Von den zahlreichen ae. suffixen persönlicher konkreta 
sind nur verhältnismälsig wenige im Mittelenglischen produktiv geblieben 
und auch diese , von -ei^e) abgesehen, nur in beschränktem mafse, sodaTs 
die zahl der erbwörter und der me. neubildungen zusammen in den meisten 
fällen noch nicht die zahl der ae. bildungen erreicht. Dieses abnehmen ist 
zum teil dem eindringen fremder, besonders französischer suffixe zuzu- 
schreiben. So wird z. b. im späteren Mittelenglischen zur bezeichnung weib- 
licher konkreta fast ausschliefslich das weibliche lehnsuffix -esse verwendet, 
während das ursprüngliche, heimische suffix -stere seine weibliche bedeutung 
fast ganz verliert. Zum gröfseren teile hängt es mit dem aUseitigen Um- 
sichgreifen des Suffixes -er(e) zusammen, das schon mittelenglisch überhaupt 
als das eigentliche suffix zur bildung persönlicher konkreta angesehen und 
beliebig zur ableitung benützt wurde, wodurch die anderen snffixbildungen 
stark beinträchtigt werden mussten. 

Auch hier zeigt sich das in der ganzen entwicklung der engliBchen 
spräche überall zu tage tretende streben nach Vereinfachung. M. 



INHALT. g.it. 

Ift. The Cambridge HUtory of Engllih Literatare ed. by A. W. Ward 
and A. K. Waller. Vol. 1. From the Begixminga to theCyclea 

of Romance 

Schipper, Beiträge and Stadien rar £nglie<dien Knltor- und Lite- 

raturgeaehichte 

Eckhardt, Die lastige Person im Alteren engliiohen Drama \ 

(bis 1643) I I 876 

Fest, Ueber Sarrey's Virgilübenetsang l ,. ^ v J *77 

Milton, The Foetical Works. Edited wlth Critical Notes by ( (Ackennann) < 

William A. Wright I I 878 

Bmith, Speclmens of Middle Soots . ) \ 378 

Reed, The Inflaenoe of Solomon Gessner apon English Literatare (Mann) . . . 379 
Herrmann, CoUey Cibber's Tragtoomedy *Ximena or the Heroio Danghter" and 

ihr Verhältnis sa Comeilles * Cid" (Krats) 881 

Ib. Matschmann, Measchott. hreer» 883 

- Nordengl. browtt [brüst] "a brewing** 883 

n. Mitteilangen : OUte, Die prodaktiren Saffixe der persönliehen Konkreta im 

Mittelenglisohen 884 



> (Walker) { 853 
870 



Herausgegeben von Prof. Dr. Hax Fritdrieb HanB in FrankfHrt a/l 

VerlAg Ton Max Niemeyer, Hall«. — Dmek toh Ehrhaidt Kutm, HaU». 






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